Das Wichtigste in Kürze
- Farbe ist Darstellung, nicht Wahrheit: Jeder Dienst färbt anders. Ein Icon kann nach Höhe, nach Datenquelle oder einfach einheitlich eingefärbt sein – schau immer zuerst in die Legende.
- Die Nase zeigt den Kurs über Grund: Das Icon dreht sich meist nach dem Track, nicht nach der Längsachse des Flugzeugs. Bei Seitenwind weichen beide spürbar voneinander ab.
- Höhe ist meist Druckhöhe: Die übliche Höhenangabe bezieht sich auf den Standarddruck von 1013,25 hPa. In Bodennähe kann sie deshalb deutlich von der echten Höhe über dem Meer abweichen.
- Datenquelle immer prüfen: ADS-B, MLAT, Satellit oder Schätzung – davon hängt ab, wie genau und wie aktuell eine Position ist.
- Kennungen nicht verwechseln: Callsign, Flugnummer, Kennzeichen und Hex-Code beschreiben vier verschiedene Dinge – nur Kennzeichen und Hex-Code hängen fest am Flugzeug.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Die kurze Antwort
- 2.Die Symbole: Silhouette und Richtung
- 3.Farben: drei verschiedene Systeme
- 4.Die Kennungen: vier Namen für ein Flugzeug
- 5.Die Messwerte: Höhe, Geschwindigkeit, Kurs
- 6.Die Datenquelle: das unterschätzte Feld
- 7.Die Flugspur richtig lesen
- 8.Häufige Fehldeutungen
- 9.So liest du ein Flugzeug in zehn Sekunden
- 10.Fazit
Du öffnest die Flugradar-App, und über Deutschland wimmelt es von kleinen Flugzeugsymbolen. Manche sind gelb, manche orange, manche grau, hinter einem zieht sich eine bunte Linie her, und im Infofenster stehen Kürzel wie GS, Baro, Hex oder MLAT. Wer diese Zeichen lesen kann, holt aus jeder Karte deutlich mehr heraus: Du erkennst, ob ein Flugzeug schon im Endanflug ist, ob eine Position frisch oder geschätzt ist und ob die Maschine, auf die du wartest, wirklich die richtige ist. Dieser Guide erklärt dir Symbole, Farben und Datenfelder auf Flugradar-Karten Schritt für Schritt – unabhängig davon, welchen Dienst du nutzt.
Vom Radar-Icon zum eigenen Foto
Mit Planetrack postest du deine Sichtung mit Foto, Flugzeugtyp, Kennzeichen, Airline, Flughafen und Spot – und hast alles in deinem Hangar gesammelt. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Die kurze Antwort
Eine Flugradar-Karte arbeitet mit drei Ebenen. Das Symbol verrät grob den Flugzeugtyp und die Bewegungsrichtung. Die Farbe steht je nach Dienst für etwas anderes – bei Flightradar24 ist sie im Normalfall einheitlich, bei tar1090-basierten Karten wie ADS-B Exchange steht sie für die Flughöhe, bei manchen Diensten für die Datenquelle. Und die Datenfelder im Infofenster liefern die eigentlichen Messwerte: Kennung, Höhe, Geschwindigkeit, Kurs, Squawk und Herkunft der Position.
Die wichtigste Regel deshalb vorweg: Farben sind keine weltweite Norm. Bevor du aus einer Farbe etwas schließt, wirf einen Blick in die Legende oder die Einstellungen des jeweiligen Dienstes. Woher die Daten überhaupt kommen, erklärt der Grundlagen-Artikel Flugverfolgung mit ADS-B für Spotter, welche Dienste es gibt, steht im Flugradar-Apps-Vergleich.
Die Symbole: Silhouette und Richtung
Die meisten großen Dienste zeichnen nicht einfach Punkte, sondern Silhouetten. Anhand des ICAO-Typcodes, der in der Datenbank zum jeweiligen Flugzeug hinterlegt ist, wählt die Karte ein passendes Symbol: einen vierstrahligen Großraumjet für den Airbus A380, einen schlanken Zweistrahler für den Airbus A320neo, dazu eigene Formen für Turboprops, Businessjets, Hubschrauber oder Segelflugzeuge. Ist der Typ unbekannt, erscheint ein generisches Symbol. Wie du gezielt Rettungs- und Polizeihubschrauber findest, zeigt der Guide Hubschrauber auf dem Flugradar verfolgen.
Daraus folgt eine Einschränkung: Das Icon ist nur so gut wie die Datenbank dahinter. Ist ein Flugzeug falsch oder gar nicht hinterlegt, siehst du ein unpassendes Symbol. Den sicheren Typ liest du deshalb am Typcode im Infofenster ab, etwa A20N, B38M oder B77W. Was hinter diesen Kürzeln steckt, erklärt der Artikel ICAO-Typcodes erklärt.
Die Ausrichtung des Symbols folgt in der Regel dem Track, also dem Kurs über Grund. Das ist die Richtung, in die sich das Flugzeug tatsächlich über die Erde bewegt. Der Heading – die Richtung, in die die Nase zeigt – weicht bei Seitenwind davon ab. Wer im Anflug einen Jet mit deutlichem Vorhaltewinkel sieht, erkennt das auf der Karte nicht unbedingt, im Infofenster mancher Dienste aber schon, wenn beide Werte getrennt angezeigt werden.
Sonderfälle am Boden
Am Flughafen tauchen manchmal Symbole auf, die gar keine Flugzeuge sind. Einige Flughäfen statten Fahrzeuge wie Schlepper oder Vorfeldfahrzeuge mit eigenen Sendern aus, die auf tar1090-basierten Karten als Bodenfahrzeug-Kategorie erscheinen können. Flugzeuge, die am Boden stehen oder rollen, werden je nach Dienst grau, kleiner oder gar nicht gezeigt – viele Dienste blenden geparkte Flugzeuge nach einer Weile ohne Bewegung aus.
Farben: drei verschiedene Systeme
Das Verwirrendste an Flugradar-Karten sind die Farben, weil jeder Dienst sein eigenes System nutzt. Im Kern gibt es drei Ansätze.
| Farbsystem | Typisches Beispiel | Was die Farbe sagt | Worauf du achten musst |
|---|---|---|---|
| Einheitsfarbe | Flightradar24 | Nichts über Höhe oder Typ – nur „wird erfasst“ bzw. „ausgewählt“ | Höhe steckt in der farbigen Spur und im Infofenster |
| Farbe nach Höhe | tar1090, ADS-B Exchange | Flughöhe von tief (warm) bis hoch (kalt/violett) | Grau steht für Boden oder unbekannte Höhe |
| Farbe nach Quelle | Einstellung bei manchen Diensten, Tabellenfarben in tar1090 | ob ADS-B, MLAT, Satellit oder andere Quelle | Quelle sagt etwas über Genauigkeit und Aktualität |
| Hervorhebung | fast alle Dienste | Auswahl, Filtertreffer oder Notfall-Squawk | Hervorhebung ist kein Beweis für einen echten Notfall |
Flightradar24: gelb heißt einfach „live“
Bei Flightradar24 sind die Symbole standardmäßig gelb, unabhängig von Höhe oder Airline. Die Farbe bedeutet nur, dass das Flugzeug über das Empfängernetz erfasst wird. Klickst du ein Flugzeug an, wird es hervorgehoben, und hinter ihm erscheint die Flugspur. Diese Spur ist nach Höhe eingefärbt: Am Farbverlauf siehst du auf einen Blick, wo das Flugzeug gestiegen oder gesunken ist. Wie du die Oberfläche im Detail bedienst, zeigt die Flightradar24-Anleitung.
tar1090 und ADS-B Exchange: Farbe ist Höhe
Die quelloffene Oberfläche tar1090, auf der auch die Karte von ADS-B Exchange aufbaut, färbt Flugzeuge standardmäßig nach Höhe. Laut der Beispielkonfiguration des Projekts liegt der Farbton bei 2.000 Fuß im Orange, bei 10.000 Fuß im hellen Grün und ab 40.000 Fuß im Violett/Magenta; dazwischen wird stufenlos interpoliert. Flugzeuge am Boden sind dunkelgrau, Flugzeuge ohne Höhenangabe hellgrau.
Zusätzlich verändert tar1090 die Grundfarbe leicht: Positionen aus MLAT werden etwas dunkler und blasser dargestellt, veraltete Positionen deutlich heller. Das ist subtil, aber nützlich – ein auffällig blasses Symbol hat oft schon länger keine frische Position mehr geliefert. Wenn du tar1090 mit einem eigenen Empfänger nutzt, findest du mehr dazu im Guide Flugverfolgung am Desktop mit tar1090.
Höhenfarben am Spot nutzen
Auf einer nach Höhe gefärbten Karte erkennst du Anflüge sofort: Eine Kette aus orangefarbenen Symbolen, die sich auf die Pistenachse einreiht, ist der Endanflug. So siehst du ohne ein einziges Antippen, in welcher Reihenfolge die nächsten Landungen kommen.
Farbe nach Datenquelle
Einige Dienste lassen dich die Symbole nach Quelle einfärben, und tar1090 färbt in der Listenansicht die Tabellenzeilen nach Herkunft der Daten: ADS-B, MLAT, TIS-B oder Sonstiges bekommen unterschiedliche Pastelltöne, UAT und Satellit teilen sich in der Standardkonfiguration einen Farbton. Bei Flightradar24 erscheinen Flugzeuge, deren Position aus Satellitendaten stammt, blau statt gelb. Welche Quelle hinter welcher Farbe steckt, verrät auch hier nur die Legende des Dienstes.
Nicht ständig auf die Karte starren
Planetrack benachrichtigt dich mit Sichtungs-Alarmen, wenn ein beobachtetes Kennzeichen, ein Typ, eine Airline oder eine Special Livery deinen Flughafen anfliegt. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Die Kennungen: vier Namen für ein Flugzeug
Im Kopf des Infofensters stehen meist mehrere Bezeichnungen. Sie zu verwechseln ist der häufigste Anfängerfehler.
- Callsign (Rufzeichen): die Kennung, unter der der Flug im Funk und im Transponder läuft, zum Beispiel ein ICAO-Airlinecode plus Nummer. Sie gehört zum Flug, nicht zum Flugzeug. Warum sie oft anders aussieht als die Nummer auf deinem Ticket, erklärt Callsign und Flugnummer im Unterschied.
- Flugnummer: die kommerzielle Nummer mit IATA-Code der Airline, wie sie auf Anzeigetafeln steht. Hintergründe zu den beiden Code-Systemen liefert der Artikel IATA- und ICAO-Codes erklärt.
- Kennzeichen (Registration): das amtliche Kennzeichen, das außen am Rumpf steht, etwa mit D- für Deutschland. Für Spotter die wichtigste Angabe, weil sie die einzelne Maschine eindeutig bezeichnet. Mehr dazu in Flugzeugkennzeichen verstehen.
- Hex-Code (ICAO-24-Bit-Adresse): die sechsstellige Hexadezimal-Adresse des Transponders. Sie ist fest dem Luftfahrzeug zugeordnet und der Schlüssel, über den Dienste Kennzeichen und Typ aus ihrer Datenbank nachschlagen. Was hinter den sechs Zeichen steckt, steht im Artikel ICAO-Hex-Code erklärt.
Ein Flugzeug fliegt an einem Tag oft mehrere Flüge mit wechselnden Callsigns, behält aber Kennzeichen und Hex-Code. Wenn du gezielt auf eine bestimmte Maschine wartest, suchst du deshalb immer nach dem Kennzeichen oder dem Hex-Code – nie nach der Flugnummer. Wie das praktisch funktioniert, erklärt Ein Flugzeug per Kennzeichen verfolgen.
Die Messwerte: Höhe, Geschwindigkeit, Kurs
Höhe: barometrisch oder geometrisch
Die Standard-Höhenangabe ist fast immer die barometrische Höhe. Der Transponder meldet, was der Höhenmesser bei eingestelltem Standarddruck von 1013,25 hPa anzeigen würde – im Reiseflug entspricht das der Flugfläche: 35.000 Fuß sind FL350. Weicht der tatsächliche Luftdruck vom Standard ab, liegt die echte Höhe über dem Meeresspiegel darüber oder darunter. In Bodennähe macht das bei einem Hochdruck- oder Tiefdruckgebiet schnell einige hundert Fuß aus.
Manche Dienste zeigen zusätzlich eine geometrische Höhe (GPS- oder WGS84-Höhe), die aus der Satellitennavigation stammt. Dass beide Werte voneinander abweichen, ist normal. Wichtig für dich am Spot: Keine der beiden Angaben ist die Höhe über Grund. Bei einem Flughafen auf 1.500 Fuß Meereshöhe steht ein landendes Flugzeug kurz vor dem Aufsetzen eben nicht auf null.
Geschwindigkeit: über Grund oder durch die Luft
| Feld | Kürzel | Bedeutung | Nutzen für Spotter |
|---|---|---|---|
| Geschwindigkeit über Grund | GS | Tempo relativ zur Erde, in Knoten | Ankunftszeit am Spot abschätzen |
| Wahre Fluggeschwindigkeit | TAS | Tempo relativ zur umgebenden Luft | Differenz zur GS zeigt Rücken- oder Gegenwind |
| Angezeigte Fluggeschwindigkeit | IAS | Wert, den der Fahrtmesser im Cockpit zeigt | Im Endanflug relativ konstant, typabhängig |
| Machzahl | Mach | Anteil der Schallgeschwindigkeit | Interessant im Reiseflug, am Spot kaum relevant |
Ein Knoten entspricht 1,852 km/h. Für den Spot zählt vor allem die Geschwindigkeit über Grund: Bei starkem Gegenwind braucht ein Anflug merklich länger bis zur Piste als bei Windstille. Wie zuverlässig die daraus errechneten Ankunftszeiten sind, beleuchtet der Artikel Wie genau sind ETA-Prognosen?.
Vertikalrate, Kurs und Squawk
Die Vertikalrate in Fuß pro Minute verrät, ob ein Flugzeug steigt oder sinkt. Ein gleichmäßiges Sinken auf der Pistenachse ist ein klarer Hinweis auf den Endanflug, wie ihn der Artikel ILS-Anflug erklärt beschreibt. Springt die Rate kurz vor der Piste ins Plus, ist das ein typisches Zeichen für ein Durchstarten.
Der Squawk ist der vierstellige Transpondercode, den die Flugsicherung zuweist. Jede Stelle kann nur die Ziffern 0 bis 7 annehmen, daraus ergeben sich 4096 Kombinationen. Drei davon sind für Notlagen reserviert: 7500, 7600 und 7700. Viele Dienste heben solche Codes farbig hervor; in der tar1090-Konfiguration etwa sind dafür Rot (7500), Cyan (7600) und Gelb (7700) vorgesehen. Was die Codes genau bedeuten und warum du sie nicht überbewerten solltest, steht im Guide Squawk-Codes 7500, 7600 und 7700.
Die Datenquelle: das unterschätzte Feld
Fast jeder Dienst verrät irgendwo, woher eine Position stammt. Für die Einschätzung ist das das wichtigste Feld überhaupt.
ADS-B
Das Flugzeug sendet seine eigene, satellitengestützte Position. Hohe Genauigkeit, Aktualisierung im Sekundentakt – der Normalfall bei Verkehrsflugzeugen.
MLAT
Die Position wird aus Laufzeitunterschieden an mehreren Empfängern berechnet. Etwas ungenauer und träger, dafür auch für Flugzeuge ohne ADS-B-Position. Details im Artikel MLAT erklärt.
Satellit
ADS-B-Signale, die von Satelliten statt von Bodenstationen empfangen werden – wichtig über Ozeanen. Mehr dazu unter Satelliten-ADS-B erklärt.
FLARM und andere
Kurzstreckensysteme, vor allem bei Segelflugzeugen und Kleinflugzeugen. Wie du sie empfängst, zeigt FLARM und Open Glider Network.
Geschätzt
Bei Empfangslücken rechnen manche Dienste die Position aus letztem Kurs und Tempo weiter. Solche Symbole bewegen sich zwar, sagen aber nichts über den echten Aufenthaltsort.
Neben der Quelle zeigen technische Oberflächen wie tar1090 auch, wann die letzte Position eingegangen ist. Ein Wert von wenigen Sekunden ist frisch, ein Wert von einer Minute oder mehr heißt: Vorsicht, das Flugzeug kann längst woanders sein. Weitere Felder wie Signalstärke (RSSI), Nachrichtenrate oder Genauigkeitswerte (NACp, NIC, SIL) brauchst du vor allem, wenn du einen eigenen Empfänger betreibst. Taucht ein Flugzeug gar nicht auf, liegt es oft an der Quelle oder an Filtern – die häufigsten Gründe sammelt der Artikel Warum ein Flugzeug nicht auf dem Flugradar erscheint. Welche Transponder-Arten es überhaupt gibt, erklärt Mode-S-Transponder erklärt.
Die Flugspur richtig lesen
Die Linie hinter einem ausgewählten Flugzeug ist mehr als Dekoration. Sie zeigt den Weg der letzten Minuten oder des ganzen Flugs und ist bei den großen Diensten nach Höhe eingefärbt. Ein paar Muster wiederholen sich ständig:
- Gerade Linie auf die Pistenachse, gleichmäßiger Farbverlauf: stabiler Endanflug. In Frankfurt oder München siehst du auf diese Weise oft mehrere Flugzeuge hintereinander auf parallelen Achsen – etwa vom Besucherhügel am Flughafen München aus.
- Ovale oder Rennbahn-Formen: eine Warteschleife. Was dahinter steckt, erklärt der Artikel Holding erklärt, wie du sie auf der Karte erkennst, zeigt Warteschleifen auf dem Flugradar erkennen.
- Schleife kurz vor der Piste mit erneutem Steigen: Durchstarten, Details unter Durchstarten erklärt.
- Lückenhafte oder sprunghafte Spur: wechselnde Datenquellen oder Empfangslücken, häufig in niedriger Höhe weit weg von Empfängern.
Welche Bahn gerade in Betrieb ist, liest du übrigens schneller an den Spuren als an jeder Tabelle ab. Wie sich die Betriebsrichtung nach dem Wind richtet, beschreibt der Guide Betriebsrichtung am Flughafen verstehen – an Flughäfen wie dem Flughafen Frankfurt oder dem Flughafen München entscheidet sie, welcher Spot sich lohnt.
Häufige Fehldeutungen
- „Grau heißt außer Betrieb.“ Grau heißt je nach Dienst am Boden, Höhe unbekannt oder veraltet – nicht defekt oder stillgelegt.
- „Das Icon zeigt genau, wo die Nase hinzeigt.“ Meist zeigt es den Kurs über Grund. Bei Seitenwind stimmt das nicht mit der Längsachse überein.
- „Höhe 2.000 ft heißt 600 Meter über mir.“ Die Angabe bezieht sich auf Meereshöhe bzw. Standarddruck, nicht auf das Gelände an deinem Spot.
- „Ein Notfall-Squawk heißt Gefahr.“ Codes werden auch versehentlich gesetzt, und viele Notlagen sind medizinischer Natur. Die Karte ersetzt keine offiziellen Informationen.
- „Die Karte ist live.“ Je nach Dienst, Quelle und Region gibt es Verzögerungen von Sekunden bis Minuten. Manche Daten werden bewusst verzögert oder gefiltert.
Karte, Wetter und Spot in einer App
Planetrack zeigt dir Wetter, Wind und aktive Pisten am Flughafen und führt dich über die Spot-Karte zum passenden Standort – inklusive Anreise, bestem Licht und Community-Fotos. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
So liest du ein Flugzeug in zehn Sekunden
Mit etwas Übung wird das Ablesen zur Routine. Am Zaun reicht eine feste Reihenfolge:
- Kennzeichen und Typcode prüfen – ist es wirklich die Maschine, auf die du wartest?
- Höhe und Vertikalrate ansehen – sinkt sie gleichmäßig, ist sie im Anflug.
- Geschwindigkeit über Grund und Entfernung abschätzen – wie viele Minuten bleiben noch?
- Datenquelle und Alter der Position checken – ist die Angabe frisch und genau?
- Spur ansehen – passt die Richtung zur Bahn, an der du stehst?
Kannst du eine Flugradar-Karte sicher lesen?
- Ich weiß, was die Farben in meinem Flugradar-Dienst bedeuten.
- Ich kann Callsign, Flugnummer, Kennzeichen und Hex-Code auseinanderhalten.
- Ich weiß, dass die angezeigte Höhe keine Höhe über Grund ist.
- Ich prüfe, ob eine Position aus ADS-B, MLAT oder einer Schätzung stammt.
- Ich erkenne Endanflug, Warteschleife und Durchstarten an der Spur.
- Ich weiß, welche Squawk-Codes für Notlagen stehen.
Fazit
Flugradar-Karten sind kein Rätsel, wenn du die drei Ebenen trennst: Das Symbol zeigt Typ und Bewegungsrichtung, die Farbe folgt dem System des jeweiligen Dienstes, und die eigentlichen Fakten stehen im Infofenster. Für Spotter zählen dort vor allem Kennzeichen, Typcode, Höhe, Geschwindigkeit über Grund und die Datenquelle. Wer sich angewöhnt, bei jeder Karte zuerst in die Legende und bei jedem Flugzeug kurz auf die Quelle zu schauen, wird selten von einem falschen Symbol oder einer veralteten Position überrascht.
Kurzfazit
Farben sind Dienst-Sache, Datenfelder sind die Wahrheit. Lies Kennzeichen und Typcode statt des Icons, versteh die Höhe als Druckhöhe statt als Höhe über Grund und prüf immer, ob eine Position frisch per ADS-B kommt oder nur berechnet bzw. geschätzt ist.
Zusammenfassung
- Flugradar-Karten kombinieren drei Ebenen: das Symbol (Typ und Richtung), die Farbe (je nach Dienst Höhe, Quelle oder Status) und die Datenfelder im Infofenster.
- Bei tar1090-basierten Karten wie ADS-B Exchange steht die Farbe standardmäßig für die Höhe: Orange tief, Grün mittel, Violett hoch, Grau am Boden.
- Die wichtigsten Felder für Spotter sind Kennzeichen, Typcode, Höhe, Geschwindigkeit über Grund, Steig- und Sinkrate sowie die Datenquelle.
- Notfall-Squawks werden auf vielen Karten hervorgehoben, ersetzen aber nie offizielle Informationen – am Spot zählt das Verhalten vor Ort.
Häufige Fragen
Warum sind die Flugzeuge auf Flightradar24 gelb?
Gelb ist bei Flightradar24 einfach die Standardfarbe für Flugzeuge, die über das Empfängernetz am Boden erfasst werden. Die Farbe sagt nichts über Airline, Typ oder Höhe aus. Ein angeklicktes Flugzeug wird hervorgehoben, damit du es in der Masse wiederfindest. Die Höhe erkennst du dort an der farbigen Spur hinter dem ausgewählten Flugzeug.
Was bedeuten die Farben auf ADS-B Exchange?
ADS-B Exchange nutzt eine Oberfläche auf Basis von tar1090. Dort sind die Icons standardmäßig nach Höhe eingefärbt: Orange für tief fliegende Flugzeuge, über Gelb und Grün bis zu Blau und Violett in Reiseflughöhe. Graue Symbole stehen am Boden oder liefern keine Höhe. Die genaue Skala blendet die Legende am Kartenrand ein.
Zeigt das Flugzeug-Icon die Flugrichtung?
Meistens zeigt es den Kurs über Grund (Track), also die Richtung, in die sich das Flugzeug tatsächlich bewegt. Der Steuerkurs (Heading) – die Richtung, in die die Nase zeigt – kann bei Seitenwind einige Grad davon abweichen. Manche Dienste zeigen beide Werte getrennt im Infofenster.
Was ist der Unterschied zwischen barometrischer und geometrischer Höhe?
Die barometrische Höhe misst der Höhenmesser über den Luftdruck, bezogen auf den Standarddruck von 1013,25 hPa. Die geometrische Höhe (oft als GPS- oder WGS84-Höhe bezeichnet) kommt aus der Satellitennavigation. In Reiseflughöhe weichen beide oft um einige hundert Fuß voneinander ab – das ist normal und kein Fehler.
Was bedeutet MLAT auf der Karte?
MLAT steht für Multilateration. Die Position wurde nicht vom Flugzeug selbst gesendet, sondern aus den Laufzeitunterschieden seines Transpondersignals an mehreren Empfängern berechnet. Solche Positionen sind etwas ungenauer und werden seltener aktualisiert als ADS-B-Positionen.
Warum springt ein Flugzeug auf der Karte plötzlich?
Meist wechselt dann die Datenquelle oder es fehlten für einige Sekunden Positionsmeldungen. Auch geschätzte Positionen, die ein Dienst bei Empfangslücken weiterrechnet, werden beim nächsten echten Signal korrigiert – das sieht aus wie ein Sprung.
Ist die Höhe auf dem Flugradar die Höhe über Grund?
Nein. Die angezeigte Höhe bezieht sich auf den Meeresspiegel bzw. auf den Standarddruck, nicht auf das Gelände darunter. Über einem hoch gelegenen Flughafen kann ein landendes Flugzeug deshalb mit mehreren tausend Fuß angezeigt werden, obwohl es kurz vor dem Aufsetzen ist.
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