Das Wichtigste in Kürze
- Die AIP ist das amtliche Luftfahrthandbuch: Jeder ICAO-Staat veröffentlicht eins, gegliedert in GEN, ENR und AD. Die Flugplatzkarten stehen im Teil AD, bei jedem Flughafen im Abschnitt AD 2.
- Die Aerodrome Chart ist die Übersichtskarte: Sie zeigt Pisten mit Bezeichnung und Maßen, Rollwege mit Namen, Vorfelder, Holding Points, Hot Spots, Funkfrequenzen und die Lage des Towers.
- Holding Points schützen die Piste: Vor jeder Piste liegt eine Haltelinie mit rotem Schild. Wer sie ohne Freigabe überrollt, gilt als auf der Piste – genau dort warten Flugzeuge vor dem Start.
- Hot Spots markieren Problemzonen: Eingekreiste Stellen mit Kürzeln wie HS 1 zeigen, wo es schon zu Verwechslungen oder Pistenvorfällen kam oder wo das Risiko dafür erhöht ist.
- Für Spotter ist die Karte ein Planungswerkzeug: Sie verrät, wo Flugzeuge rollen, warten und abbiegen – also wo du von öffentlichen Standorten die besten Motive bekommst.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist die AIP – und wo steckt die Flugplatzkarte?
- 2.Die Kartenfamilie im Abschnitt AD 2
- 3.Der Kartenrahmen: Kopfzeile und Randangaben
- 4.Pisten lesen: Nummer, Länge, Schwellen
- 5.Rollwege lesen: Buchstaben, Zahlen, Richtungen
- 6.Holding Points: wo Flugzeuge vor der Piste warten
- 7.Hot Spots: die heiklen Stellen
- 8.Vorfeld und Abstellpositionen
- 9.Die Legende: Symbole, die du kennen solltest
- 10.Aktualität: AIRAC, NOTAMs und Baustellen
- 11.In fünf Schritten von der Karte zum Spot
- 12.Worauf du achten solltest
- 13.Fazit
Satellitenbilder zeigen dir, wie ein Flughafen aussieht. Die AIP-Flugplatzkarte zeigt dir, wie er funktioniert: welche Piste wie heißt, über welche Rollwege die Flugzeuge kommen, wo sie vor dem Start anhalten und an welchen Kreuzungen selbst erfahrene Crews genau hinschauen müssen. Für Piloten ist sie Pflichtlektüre, für Spotter ein unterschätzter Schatz. Dieser Guide erklärt dir, wo du die Karte findest, wie du ihre Symbole liest und wie du daraus Standorte und Zeitfenster für deine nächste Session ableitest.
Von der Karte direkt an den Zaun
Die Spot-Karte in Planetrack zeigt dir öffentliche Spotterpunkte mit Anreise, bestem Licht und Community-Fotos – passend zu den Rollwegen, die du auf der Flugplatzkarte entdeckt hast. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Was ist die AIP – und wo steckt die Flugplatzkarte?
Die AIP (Aeronautical Information Publication, auf Deutsch Luftfahrthandbuch) ist die amtliche Sammlung aller dauerhaft gültigen Luftfahrtinformationen eines Staates. Grundlage ist der ICAO-Anhang 15 über Flugberatungsdienste, deshalb ist der Aufbau weltweit fast identisch. Jede AIP besteht aus drei Hauptteilen:
- GEN (General): allgemeine Regeln, Abkürzungen, Gebühren, Maßeinheiten.
- ENR (En-route): Luftraumstruktur, Strecken, Navigationshilfen, Beschränkungsgebiete.
- AD (Aerodromes): alle Flugplätze mit Beschreibung und Karten.
Im Teil AD bekommt jeder Flughafen einen eigenen Abschnitt AD 2. Darin stehen Textseiten mit Pistendaten, Betriebszeiten, Bodenabfertigung und örtlichen Regeln – und am Ende die zugehörigen Karten. Ganz vorn steht in der Regel die Flugplatzkarte, international Aerodrome Chart – ICAO genannt.
In Deutschland gibt die DFS Deutsche Flugsicherung die AIP heraus und stellt sie online bereit, zweisprachig und getrennt in eine AIP IFR für den Instrumentenflug und eine AIP VFR für den Sichtflug. Die großen Verkehrsflughäfen findest du in der IFR-Ausgabe. Für Österreich und die Schweiz sind Austro Control und Skyguide zuständig; was die beiden Organisationen machen, erklärt der Artikel über Flugsicherung in Österreich und der Schweiz.
Die Kartenfamilie im Abschnitt AD 2
Die Aerodrome Chart ist nicht die einzige Bodenkarte. Je nach Größe des Flughafens findest du im AD-2-Abschnitt mehrere Kartentypen, die sich im Maßstab und Zweck unterscheiden:
| Karte | Zweck | Was du darauf siehst | Nutzen für Spotter |
|---|---|---|---|
| Aerodrome Chart (Flugplatzkarte) | Übersicht über den ganzen Flughafen | Pisten, Rollwege, Vorfelder, Tower, Frequenzen, Hot Spots | Gesamtbild, Pistenlage, Rollwege zu deinem Spot |
| Aerodrome Ground Movement Chart | Detailansicht der Rollwege an großen Flughäfen | Rollwegnetz, Haltepunkte, Rollrichtungen, Kreuzungen | Wo Flugzeuge warten und abbiegen |
| Aircraft Parking/Docking Chart | Detailansicht der Vorfelder | Abstellpositionen mit Nummern, Andockhilfen, Rollwege am Vorfeld | Welche Positionen du von einer Terrasse siehst |
| Anflug- und Abflugkarten | Verfahren in der Luft | Anflugwege, Abflugrouten, Höhen | Wo Flugzeuge kurven und sinken |
Bei kleineren Flughäfen steckt oft alles auf einer einzigen Flugplatzkarte. An großen Drehkreuzen wie Frankfurt oder München sind die Bodenkarten auf mehrere Blätter verteilt, weil das Rollwegnetz sonst unlesbar würde. Die Luftseite der Verfahren – also wie Flugzeuge den Flughafen anfliegen und verlassen – behandelt der Guide zu SID und STAR.
Der Kartenrahmen: Kopfzeile und Randangaben
Bevor du dich in die Zeichnung stürzt, lohnt ein Blick auf den Rahmen. Dort stehen Angaben, die du später brauchst:
- Ortskennung und Name: der vierstellige ICAO-Code des Flughafens, etwa EDDM für München. Was diese Codes bedeuten, steht im Artikel über IATA- und ICAO-Codes.
- Flugplatzbezugspunkt und Elevation: Koordinaten des Referenzpunkts und die Höhe des Flugplatzes über dem Meeresspiegel.
- Missweisung: die Abweichung zwischen geografischem und magnetischem Nord. Sie erklärt, warum die Pistennummer nicht exakt der Kartenrichtung entspricht.
- Funkfrequenzen: Tower, Rollkontrolle (Ground), teils Vorfeldkontrolle und die automatische Ansage ATIS. Wenn du Flugfunk-Frequenzen verstehen willst, ist die Flugplatzkarte die erste Quelle.
- Gültigkeitsdatum und Änderungsvermerk: Damit prüfst du, ob du die aktuelle Fassung vor dir hast.
Pisten lesen: Nummer, Länge, Schwellen
Pisten sind die dicksten, meist dunkel gefüllten Balken auf der Karte. An beiden Enden steht ihre Bezeichnung: die auf zehn Grad gerundete magnetische Richtung, geteilt durch zehn. Eine Piste 26 zeigt also grob nach Westen, ihr Gegenende heißt 08. Parallele Bahnen erhalten Zusätze: L (links), R (rechts) und bei drei Parallelpisten C (Mitte). München etwa hat die beiden Parallelbahnen 08L/26R und 08R/26L. Die Details zu diesem System findest du im Artikel über Pistenbezeichnungen.
Neben der Bezeichnung zeigt die Karte typischerweise:
- Länge und Breite der Piste in Metern, oft direkt am Balken notiert.
- Schwellenkoordinaten und Schwellenhöhen – die Punkte, ab denen eine Piste zum Landen genutzt werden darf.
- Versetzte Schwellen: Liegt die Landeschwelle nicht am physischen Pistenende, ist der Bereich davor anders markiert. Flugzeuge setzen dort nicht auf, können ihn aber zum Starten nutzen. Für Spotter heißt das: Landende Maschinen sind an diesem Ende beim Überflug über den Zaun höher, als du es vom bloßen Pistenende her erwarten würdest.
- Instrumentenlandesystem: Hinweise auf ILS-Antennen und Gleitwegsender. Wie so ein Anflug abläuft, beschreibt der Artikel zum ILS-Anflug.
Welches Pistenende gerade in Betrieb ist, steht nicht auf der Karte – das entscheidet der Wind. Wie du die aktuelle Richtung herausfindest, zeigt der Guide zur Betriebsrichtung am Flughafen.
Karte immer nach Norden ausrichten
Aerodrome Charts sind in der Regel genordet, ein Nordpfeil steht am Rand. Leg die Karte neben eine Satellitenansicht und markiere deinen Spot – dann siehst du sofort, auf welcher Seite der Piste du stehst und wo die Sonne tagsüber herkommt.
Rollwege lesen: Buchstaben, Zahlen, Richtungen
Rollwege sind die schmaleren Verbindungen zwischen Pisten und Vorfeldern. Sie tragen Buchstaben, oft ergänzt durch Zahlen für Abzweige: Ein Hauptrollweg heißt zum Beispiel „N“, die von ihm abgehenden Verbindungen zur Piste „N1“, „N2“, „N3“. Im Funk werden diese Namen mit dem ICAO-Alphabet gesprochen, aus „N3“ wird „November Three“. Wenn dir das noch fremd ist, hilft der Artikel zum ICAO-Buchstabieralphabet.
Auf der Karte achtest du auf vier Dinge:
- Parallelrollwege: Lange Rollwege neben der Piste sind die Hauptverkehrsachsen. Hier rollen startende Maschinen in Schlangen zur Piste – ideal für Rollbilder.
- Schnellabrollwege: Schräg von der Piste abzweigende Verbindungen, über die landende Flugzeuge mit höherem Tempo die Bahn verlassen. Wo sie münden, siehst du gelandete Maschinen kurz nach dem Aufsetzen beim Abbremsen und Abbiegen.
- Einbahnregeln: Pfeile oder Textvermerke zeigen, dass ein Rollweg nur in einer Richtung genutzt wird. Damit weißt du, aus welcher Richtung Flugzeuge kommen.
- Größenbeschränkungen: Hinweise wie maximale Spannweite. Große Typen wie A380 oder Boeing 747 dürfen bestimmte Rollwege nicht nutzen – wer einen Widebody fotografieren will, schaut, welche Wege für ihn übrig bleiben.
Was die gelben und schwarzen Schilder am Rand der Rollwege bedeuten, erklärt der Artikel über Rollwege, Haltepunkte und Schilder. Die nächtlichen Lichter entlang der Rollwege beschreibt der Beitrag zur Pisten- und Rollwegbefeuerung.
Wind und Pisten auf einen Blick
Planetrack zeigt dir Wetter, Wind und die aktiven Pisten am Flughafen – damit weißt du, welche Rollwege auf deiner Karte gerade wirklich befahren werden. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Holding Points: wo Flugzeuge vor der Piste warten
Der wichtigste Strich auf jeder Flugplatzkarte ist kaum zu sehen: der Holding Point, amtlich Runway-Holding Position. Er markiert die Stelle, an der ein rollendes Flugzeug vor einer Piste anhält, bis der Tower es auf die Piste lässt oder die Überquerung freigibt. Im Funk heißt es dann etwa „taxi to holding point runway 26“. Betrieblich gilt: Wer die Haltelinie überrollt, befindet sich aus Sicht der Flugsicherung bereits auf der Piste. Ein Überrollen ohne Freigabe ist ein Pistenvorfall (Runway Incursion).
So erkennst du Holding Points in der Karte und in der Wirklichkeit:
- Auf der Karte: als Querstrich über den Rollweg, häufig mit eigener Kennung wie „A3“ oder „CAT II/III“. An großen Flughäfen sind sie auf der Ground Movement Chart detailliert eingezeichnet.
- Auf dem Rollweg – Muster A: zwei durchgezogene und zwei gestrichelte gelbe Linien quer über den Rollweg. Die durchgezogenen liegen auf der Seite, auf der das Flugzeug wartet, die gestrichelten zeigen zur Piste.
- Auf dem Rollweg – Muster B: eine leiterartige Markierung weiter hinten. Sie schützt bei schlechter Sicht den empfindlichen Bereich des Instrumentenlandesystems und gilt bei Allwetterbetrieb nach CAT II oder CAT III.
- Schild: weiße Schrift auf rotem Grund mit der Pistenbezeichnung, zum Beispiel „08L-26R“. Rote Schilder bedeuten immer: hier nur mit Freigabe weiter.
- Lichter: An vielen Flughäfen gibt es Stop Bars, eine Reihe roter Unterflurfeuer quer über den Rollweg, die der Tower schaltet. Gelb blinkende Runway Guard Lights erhöhen zusätzlich die Aufmerksamkeit.
Für Spotter sind Holding Points Gold wert. Hier stehen Flugzeuge still, manchmal minutenlang, während vor ihnen gelandet oder gestartet wird. Liegt ein öffentlicher Standort in Sichtweite eines Holding Points, bekommst du ruhige Seitenansichten mit scharfen Kennzeichen – ganz ohne Mitziehen. Wenn du anschließend den Start sehen willst, prüfst du auf der Karte, wie weit es vom Holding Point bis zu deinem Abhebepunkt ist.
Nicht verwechseln: Holding Point und Holding
Der Holding Point ist eine Haltestelle am Boden. Ein Holding ist dagegen eine Warteschleife in der Luft. Wie du die erkennst, erklären die Artikel zur Warteschleife und zu Holdings auf dem Flugradar.
Hot Spots: die heiklen Stellen
Manche Kreuzungen auf dem Rollfeld sind berüchtigt: unübersichtliche Mehrfachabzweige, Rollwege, die eine Piste kreuzen, oder Stellen, an denen zwei Pistenenden nah beieinanderliegen. Die ICAO bezeichnet solche Orte als Hot Spots – Stellen auf den Bewegungsflächen eines Flughafens, an denen es bereits Kollisionen oder Pistenvorfälle gab oder an denen dafür ein erhöhtes Risiko besteht, sodass Piloten und Fahrer dort besonders aufmerksam sein müssen.
Auf der Flugplatzkarte sind Hot Spots meist mit einem Kreis oder einer Ellipse markiert und durchnummeriert, etwa „HS 1“, „HS 2“. Am Kartenrand oder auf einer Textseite steht, was dort das Problem ist: verwechselbare Abzweige, eine kurze Distanz zur Piste oder eine unklare Rollführung.
Für dich als Spotter hat das zwei Seiten. Einerseits rollen Flugzeuge an Hot Spots oft langsam und mit Pausen – gute Motive. Andererseits sind das Stellen, an denen die Crew volle Konzentration braucht. Laserpointer, Blitzlicht oder Taschenlampen in Richtung Rollfeld sind dort, wie überall am Flughafen, tabu. Mehr dazu, wie Spotter die Sicherheit am Flughafen unterstützen, steht im Artikel über Spotter als Sicherheitspartner.
Vorfeld und Abstellpositionen
Die Vorfelder sind die großen Flächen vor den Terminals und Hallen. Auf der Aerodrome Chart erscheinen sie meist nur als Fläche mit Namen, die Details stehen auf der Aircraft Parking/Docking Chart. Dort sind alle Abstellpositionen nummeriert und nach Art unterschieden:
- Positionen mit Fluggastbrücke direkt am Terminal.
- Außenpositionen auf dem Vorfeld, an denen Passagiere per Bus oder zu Fuß zum Flugzeug kommen.
- Fracht- und Wartungspositionen vor Frachtzentren und Hangars.
- Enteisungsflächen an Flughäfen mit Winterbetrieb.
Oft steht dabei, für welche Flugzeuggröße eine Position zugelassen ist. Damit erkennst du, wo Langstreckenjets typischerweise parken und wo Regionalflugzeuge stehen. Wie Gates und Außenpositionen im Alltag funktionieren, beschreibt der Artikel über Vorfeldpositionen und Gates. Wer auf dem Vorfeld den Verkehr regelt, erfährst du im Beitrag zur Vorfeldkontrolle.
Für die Spot-Wahl ist die Positionskarte vor allem an Besucherterrassen nützlich: Du legst sie neben einen Grundriss des Terminals und siehst, welche Positionen du von der Terrasse überblickst. An der Besucherterrasse Düsseldorf oder am Besucherhügel München kannst du so vorab abschätzen, welche Teile des Vorfelds im Blick sind.
Die Legende: Symbole, die du kennen solltest
Jede AIP hat eigene grafische Details, die Grundsymbole folgen aber dem ICAO-Anhang 4 über Luftfahrtkarten. Die folgende Übersicht zeigt, was dir typischerweise begegnet:
| Element | Typische Darstellung | Bedeutung |
|---|---|---|
| Piste | breiter, dunkel gefüllter Balken mit Nummern an den Enden | Start- und Landebahn |
| Rollweg | schmalere Fläche mit Buchstaben-Zahlen-Kennung | Verbindung zwischen Piste und Vorfeld |
| Holding Point | Querstrich über den Rollweg, teils mit „CAT II/III“ | Haltestelle vor der Piste |
| Hot Spot | Kreis oder Ellipse mit „HS“ und Nummer | Stelle mit erhöhtem Kollisions- oder Vorfallrisiko |
| Vorfeld | größere Fläche mit Namen | Abstell- und Abfertigungsbereich |
| Tower und Gebäude | Umrisse mit Beschriftung | Orientierung, Sichthindernisse |
| Frequenzkasten | Tabelle am Rand | Funkstellen wie Tower, Ground, ATIS |
Wenn ein Symbol unklar ist, findest du die Erklärung im Teil GEN der jeweiligen AIP, wo Zeichenerklärungen und Abkürzungen gesammelt sind.
Aktualität: AIRAC, NOTAMs und Baustellen
Flughäfen bauen ständig um: Rollwege werden verlängert, umbenannt oder gesperrt, neue Positionen kommen hinzu. Die AIP folgt dafür einem festen Takt. Betrieblich wichtige Änderungen treten an AIRAC-Stichtagen in Kraft, die im 28-Tage-Rhythmus aufeinanderfolgen. Kurzfristige Änderungen – ein gesperrter Rollweg, eine Baustelle, ein defektes Feuer – stehen dagegen in NOTAMs. Wie du die liest, zeigt der Guide NOTAMs lesen und verstehen.
Für dich heißt das: Lade die Karte nicht einmal herunter und nutze sie jahrelang. Prüf vor jeder geplanten Session die aktuelle Ausgabe. Gerade Pistensperrungen können spannend sein, weil sich der Verkehr dann auf ungewohnte Rollwege verlagert – mehr dazu im Artikel über Pistensperrungen und Spotting-Chancen.
In fünf Schritten von der Karte zum Spot
1. Aktuelle Karte öffnen
Such in der AIP des Landes den Abschnitt AD 2 des Flughafens und prüfe das Gültigkeitsdatum der Flugplatzkarte.
2. Pisten und Betriebsrichtung zuordnen
Lies die Pistenbezeichnungen ab und kläre per Wetter und Wind, welches Ende gerade für Starts und Landungen genutzt wird.
3. Rollwege und Holding Points markieren
Finde die Rollwege zu den aktiven Pistenenden und die Holding Points, an denen startende Maschinen warten.
4. Mit öffentlichen Standorten abgleichen
Leg die Karte neben eine Satellitenansicht und prüfe, welche öffentlichen Wege, Hügel oder Terrassen Sicht auf diese Stellen bieten.
5. Licht und Aktualität checken
Prüfe Sonnenstand und NOTAMs. Erst dann lohnt sich die Anfahrt.
Für Schritt 4 eignen sich Satellitenkarten besonders gut; wie du damit arbeitest, steht im Guide Flughäfen mit Google Maps und Google Earth erkunden. Eine freie Alternative mit vielen eingezeichneten Rollwegen ist OpenStreetMap für Spotter. Für Schritt 5 hilft der Artikel zum Sonnenstand am Fotospot.
Worauf du achten solltest
- Die Karte ist keine Zutrittserlaubnis. Sie zeigt den gesamten Sicherheitsbereich. Als Spotter bleibst du auf öffentlichen Wegen, Terrassen und ausgewiesenen Flächen. Was erlaubt ist, fasst Ist Planespotting erlaubt? zusammen.
- Nutzungsbedingungen beachten. Die AIP-Portale sind öffentlich, aber nicht jede Weiterverwendung ist frei. Teile im Zweifel einen Link statt einer Kopie der Karte.
- Nicht für die Navigation. Für dich ist die Karte Orientierung. Piloten arbeiten mit geprüften, aktuellen Ausgaben im Cockpit – das ist eine andere Liga.
- Funk und Karte kombinieren. Wenn du den Rollverkehr mithörst, verstehst du mit der Karte in der Hand sofort, wohin ein Flugzeug gerade geschickt wird. Was dabei rechtlich gilt, erklärt Flugfunk hören: die Rechtslage.
- Kleine Plätze nicht vergessen. Auch Verkehrslandeplätze und kleinere Flugplätze haben Karten, oft in der AIP VFR. Wo du sie findest, beschreibt der Artikel über kleine Flugplätze auf Karten.
Kannst du deine Flugplatzkarte lesen?
- Ich weiß, wie die Pisten heißen und in welche Himmelsrichtung sie zeigen.
- Ich kenne die Hauptrollwege zu beiden Pistenenden.
- Ich habe die Holding Points vor den aktiven Pisten gefunden.
- Ich weiß, ob es Hot Spots gibt und wo sie liegen.
- Ich kenne die Tower- und Ground-Frequenz aus dem Kartenrand.
- Ich habe geprüft, ob meine Karte die aktuelle Ausgabe ist.
Holding Point im Blick, Alarm auf dem Handy
Mit Sichtungs-Alarmen meldet dir Planetrack, wenn ein beobachtetes Kennzeichen, ein Typ oder eine Special Livery im Anflug ist. Deine Sichtung postest du danach mit Foto, Kennzeichen, Airline, Flughafen und Spot und sammelst sie im Hangar. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
Die AIP-Flugplatzkarte ist die präziseste öffentliche Beschreibung eines Flughafens. Wer ihre Grundelemente kennt – Pisten mit Bezeichnung und Schwellen, Rollwege mit Buchstaben und Zahlen, Holding Points mit Haltelinien, Hot Spots und Abstellpositionen –, versteht, warum Flugzeuge dort rollen, wo sie rollen. Damit findest du Spots, an denen Maschinen anhalten oder langsam abbiegen, und kannst den Funkverkehr mitverfolgen. Bleib dabei konsequent auf öffentlichen Flächen und prüf vor jeder Tour, ob die Karte noch aktuell ist.
Kurzfazit
Die Flugplatzkarte findest du in der AIP im Abschnitt AD 2 des Flughafens. Lies zuerst Pisten und Rollwege, dann Holding Points und Hot Spots, und gleich das Ganze mit Betriebsrichtung, Licht und öffentlichen Standorten ab – so wird aus einer Pilotenkarte dein bestes Planungswerkzeug fürs Spotten.
Zusammenfassung
- Die Flugplatzkarte findest du in der AIP des jeweiligen Staates, in Deutschland online bei der DFS, im Teil AD unter dem Flugplatz-Abschnitt AD 2.
- Pistenbezeichnungen, Längen und Schwellen zeigen dir, wo Flugzeuge abheben und aufsetzen; Rollwegnamen und Abstellpositionen zeigen den Weg dazwischen.
- Holding Points und Hot Spots markieren Stellen, an denen Flugzeuge anhalten oder besonders langsam und vorsichtig rollen – oft die besten Fotopunkte am Zaun.
- Die Karte ändert sich im 28-Tage-Rhythmus der AIRAC-Zyklen. Nutze immer die aktuelle Ausgabe und betrachte sie als Orientierung, nie als Erlaubnis, Flächen zu betreten.
Häufige Fragen
Was ist eine AIP-Flugplatzkarte?
Die Flugplatzkarte, international Aerodrome Chart – ICAO, ist eine maßstäbliche Übersichtskarte eines Flughafens aus dem Luftfahrthandbuch (AIP). Sie zeigt Pisten, Rollwege, Vorfelder, Haltepunkte, Hot Spots, Funkfrequenzen und wichtige Gebäude. Piloten nutzen sie, um am Boden vom Abstellplatz zur Piste und zurück zu finden.
Wo finde ich die Flugplatzkarte eines deutschen Flughafens?
In der deutschen AIP, die die DFS Deutsche Flugsicherung online veröffentlicht – getrennt als AIP IFR und AIP VFR. Die Karten großer Verkehrsflughäfen stehen in der AIP IFR im Teil AD (Flugplätze) beim jeweiligen Flughafen. Andere Staaten veröffentlichen ihre AIP über ihre eigenen Flugsicherungen oder Luftfahrtbehörden. Beachte jeweils die Nutzungsbedingungen.
Was ist ein Holding Point?
Ein Holding Point (amtlich: Runway-Holding Position) ist eine festgelegte Haltestelle auf dem Rollweg vor einer Piste. Flugzeuge und Fahrzeuge halten dort, bis der Tower sie auf die Piste oder darüber hinweg lässt. Erkennbar ist er an gelben Quermarkierungen auf dem Rollweg und einem Schild mit weißer Schrift auf rotem Grund. Auf der Karte ist er als Querstrich am Rollweg eingezeichnet, oft mit eigener Bezeichnung.
Was bedeutet Hot Spot auf einer Flughafenkarte?
Ein Hot Spot ist eine Stelle auf den Rollflächen, an der es bereits Kollisionen, Beinahe-Zusammenstöße oder Pistenvorfälle gab oder an der das Risiko dafür erhöht ist. Piloten und Fahrer sollen dort besonders aufmerksam sein. Auf der Karte sind Hot Spots meist eingekreist und mit Kürzeln wie HS 1, HS 2 nummeriert; eine kurze Beschreibung erklärt das Problem.
Warum gibt es an manchen Rollwegen zwei Haltelinien?
Weil Pisten mit Präzisionsanflug bei schlechter Sicht einen größeren Schutzbereich brauchen. Ein Flugzeug zu nah an der Piste könnte die Signale des Instrumentenlandesystems stören. Deshalb gibt es neben der normalen Haltelinie (Muster A) weiter hinten eine zweite (Muster B, eine leiterartige Markierung), die bei Allwetterbetrieb nach CAT II oder CAT III gilt.
Wie aktuell ist die Flugplatzkarte?
Betrieblich wichtige Änderungen der AIP treten nach festen AIRAC-Stichtagen in Kraft, die im Abstand von 28 Tagen aufeinander folgen. Zusätzlich gibt es kurzfristige Hinweise in NOTAMs, etwa zu gesperrten Rollwegen oder Baustellen. Für die Spot-Planung genügt meist die aktuelle Kartenausgabe plus ein Blick in die NOTAMs.
Darf ich als Spotter die AIP nutzen?
Die AIP-Portale sind öffentlich zugänglich, und für die private Orientierung ist ein Blick in die Karten üblich. Die jeweiligen Nutzungsbedingungen regeln, was du mit den Inhalten machen darfst – etwa beim Weiterverbreiten. Wichtig: Die Karte zeigt Flächen, die du als Spotter nie betreten darfst. Sie ist ein Lese-, kein Zugangswerkzeug.
Weiterlesen in Live-Karten & Radar-Dienste
- AirNav RadarBox nutzen: Funktionen, Filter und Unterschiede zu anderen Trackern
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- Flughafen-Webcams live: die besten Kameras und wie du sie zum Spotten nutzt
- Kleine Flugplätze finden: Segelfluggelände und UL-Plätze auf der Karte
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Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
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Zweitgrößter Flughafen Deutschlands und zweites Drehkreuz der Lufthansa: zwei parallele 4.000-Meter-Bahnen im Erdinger Moos, ein Terminal 2 nur für Lufthansa und Star Alliance – und mit dem Besucherpark einer der bequemsten Spotterplätze des Landes.
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