Das Wichtigste in Kürze
- Die Form verrät das Holding: Eine Warteschleife ist ein Oval aus zwei Halbkreisen und zwei geraden Schenkeln – auf der Live-Karte wirkt sie wie eine Rennbahn über einem festen Punkt.
- Gestapelt statt nebeneinander: Mehrere Flugzeuge kreisen im selben Holding übereinander, in der Regel mit mindestens 1.000 Fuß Höhenabstand. Unten wird zuerst zum Anflug freigegeben.
- Eine Runde dauert rund vier Minuten: Unterhalb von 14.000 Fuß sind die geraden Schenkel nach ICAO-Standard eine Minute lang, darüber anderthalb Minuten.
- Ursachen sind meist harmlos: Verkehrsspitzen, Gewitter, Nebel, Schneeräumung oder eine kurz gesperrte Piste schicken Flugzeuge in die Warteschleife – ein Notfall steckt nur selten dahinter.
- Für Spotter ein Frühwarnsystem: Volle Holdings kündigen Verspätungswellen, Pulks von Landungen und manchmal Diversions an.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Warteschleife erkennen: die kurze Antwort
- 2.So ist ein Holding aufgebaut
- 3.Der Stapel: wer zuerst kommt, wartet oben
- 4.Warum Flugzeuge in die Warteschleife müssen
- 5.Bekannte Holdings an DACH-Flughäfen
- 6.Holdings auf dem Flugradar sauber lesen
- 7.Was Holdings für deinen Spotting-Tag bedeuten
- 8.Worauf du achten solltest
- 9.Fazit
Du schaust auf die Live-Karte, und plötzlich ziehen drei, vier Flugzeuge dieselben ovalen Bahnen über einem Punkt irgendwo vor dem Flughafen – jedes auf einer anderen Höhe. Das ist kein Zufall und auch kein Grund zur Sorge, sondern ein Holding, eine Warteschleife. Wer Warteschleifen auf dem Flugradar erkennen kann, liest daraus eine Menge: wie voll der Anflug gerade ist, ob ein Gewitter den Betrieb bremst und wann am Zaun wieder die Landungen im Minutentakt kommen. Dieser Guide erklärt dir Form, Regeln und Ursachen von Holdings und zeigt, welche Warteschleifen an DACH-Flughäfen bekannt sind.
Wissen, wann dein Flieger wirklich kommt
Mit Sichtungs-Alarmen meldet dir Planetrack, wenn ein beobachtetes Kennzeichen, ein Typ oder eine Special Livery im Anflug ist – auch wenn er vorher noch ein paar Runden drehen musste. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Warteschleife erkennen: die kurze Antwort
Ein Holding erkennst du auf der Live-Karte an einer ovalen, rennbahnartigen Spur über einem festen Punkt. Das Flugzeug fliegt eine Kurve, eine Gerade, wieder eine Kurve und eine Gerade zurück zum Ausgangspunkt – und wiederholt das, bis die Flugsicherung es zum Anflug freigibt. Sind mehrere Flugzeuge betroffen, kreisen sie übereinander im sogenannten Stapel (Stack), jedes auf seiner eigenen Höhe. Die Spur unterscheidet sich deutlich von einem Vollkreis, einer Ausweichkurve um ein Gewitter oder den Platzrunden kleiner Maschinen.
Drei Merkmale reichen meist für die Diagnose:
- Form: zwei parallele Geraden, an den Enden durch Halbkreise verbunden, immer wieder über derselben Stelle.
- Höhe: über eine Runde konstant, im Stapel nach und nach in Stufen sinkend.
- Tempo: spürbar langsamer als im Reiseflug, weil für Holdings Höchstgeschwindigkeiten gelten.
So ist ein Holding aufgebaut
Jede Warteschleife hängt an einem Wartepunkt (Holding Fix). Früher war das fast immer ein Funkfeuer wie ein VOR oder NDB, heute ist es oft ein reiner Wegpunkt mit fünfbuchstabigem Namen, den moderne Navigationssysteme per Satellit oder Funknavigation anfliegen. Vom Fix aus ist eine Einflugrichtung festgelegt, der sogenannte Inbound-Kurs. Das Flugzeug überfliegt den Fix, dreht um 180 Grad, fliegt den abgewandten Schenkel (Outbound), dreht erneut und fliegt den Inbound-Schenkel zurück zum Fix.
Die Eckdaten nach ICAO-Standard:
| Merkmal | Standard | Was du auf der Karte siehst |
|---|---|---|
| Drehrichtung | Rechtskurven | Spur dreht im Uhrzeigersinn; Linksholdings sind möglich, wenn sie so veröffentlicht sind |
| Schenkellänge bis 14.000 ft | 1 Minute | kompaktes Oval |
| Schenkellänge über 14.000 ft | 1,5 Minuten | etwas längeres Oval |
| Kurven | Standardkurve, rund 3 Grad pro Sekunde | Halbkreis in etwa einer Minute |
| Rundenzeit | ca. 4 Minuten (tief), ca. 5 Minuten (hoch) | regelmäßige Wiederkehr am Fix |
Bei Wind passen die Crews die Zeit auf dem Outbound-Schenkel an, damit der Inbound-Schenkel die vorgegebene Länge behält. Auf der Karte wirkt das Oval deshalb manchmal schief oder unterschiedlich breit – das ist normal. Bei langen Wartezeiten kann die Flugsicherung außerdem längere Schenkel oder Strecken in nautischen Meilen vorgeben; dann werden die Ovale entsprechend gestreckt.
Höchstgeschwindigkeiten im Holding
Damit die Flugzeuge im geschützten Luftraum um den Fix bleiben, gelten Geschwindigkeitsgrenzen. Nach ICAO sind das bis 14.000 Fuß 230 Knoten, zwischen 14.000 und 20.000 Fuß 240 Knoten, darüber bis 34.000 Fuß 265 Knoten und noch höher Mach 0,83. Einzelne Verfahren können niedrigere Werte vorschreiben, und andere Regionen – etwa die USA – haben abweichende Tabellen. Auf dem Flugradar erkennst du ein Holding deshalb oft schon daran, dass ein Jet, der eben noch zügig unterwegs war, deutlich langsamer wird, ohne zu sinken.
Die drei Einflugverfahren
Wie ein Flugzeug in die Schleife einfädelt, hängt davon ab, aus welcher Richtung es kommt. Es gibt drei Varianten, die du an der ersten Runde manchmal gut erkennst:
- Direkter Einflug (Direct): Das Flugzeug überfliegt den Fix und dreht gleich in die Schleife.
- Paralleler Einflug (Parallel): Es fliegt zunächst parallel zum Inbound-Kurs nach außen, dreht dann zurück und fängt den Inbound-Kurs ein.
- Versetzter Einflug (Teardrop/Offset): Es fliegt schräg in den Schutzraum, dreht nach etwa einer Minute und kehrt auf den Inbound-Kurs zurück. Die Spur sieht dabei aus wie ein Tropfen.
Die erste Runde ist daher oft unregelmäßig, erst danach entsteht das saubere Oval.
Der Stapel: wer zuerst kommt, wartet oben
Bei hohem Verkehrsaufkommen wird ein Holding zum Stapel. Neue Flugzeuge kommen oben dazu, die Maschine auf der untersten Ebene wird als erste zum Anflug freigegeben. Sobald eine Ebene frei wird, sinken die darüber liegenden Flugzeuge eine Stufe tiefer. Die Ebenen sind in der Regel mindestens 1.000 Fuß voneinander getrennt. Auf der Live-Karte siehst du das als mehrere Ovale exakt übereinander, deren Höhenangaben sich in Tausenderschritten unterscheiden.
Das bekannteste Beispiel in Europa ist der Flughafen London-Heathrow. Dort gibt es vier Stapel mit den Namen Bovingdon, Biggin, Lambourne und Ockham – einer für jeden Quadranten. Nach Angaben des Flughafens liegen sie seit den 1960er-Jahren an denselben Orten. Wer abends auf eine Flugradar-Karte über London schaut, sieht dort häufig mehrere Ovale gleichzeitig.
Expect Further Clearance
Wer in eine Warteschleife geschickt wird, bekommt meist eine Zeit genannt, zu der mit der weiteren Freigabe zu rechnen ist. Diese Zeit siehst du auf der Live-Karte nicht. Wenn du aber Flugfunk hören darfst und die Anflugfrequenz verfolgst, bekommst du ein Gefühl dafür, wie lange der Stau noch dauert.
Warum Flugzeuge in die Warteschleife müssen
Ein Holding ist ein Puffer: Die Flugsicherung braucht einen Ort, an dem sie Flugzeuge parken kann, wenn sie sie nicht sofort auf die Piste bringen kann. Die häufigsten Ursachen:
| Ursache | Typische Situation | Was du außerdem siehst |
|---|---|---|
| Verkehrsspitze | Ankunftswelle am Drehkreuz, z. B. am frühen Morgen | kurze Holdings, wenige Runden, viele Flugzeuge gleichzeitig |
| Gewitter | Zellen im Anflugbereich oder über dem Platz | Umwege auf der Karte, Holdings an mehreren Punkten, teils Diversions |
| Nebel / schlechte Sicht | Anflugverfahren mit größeren Abständen | reduzierte Landerate über Stunden, Hinweise in METAR und TAF |
| Winterbetrieb | Schneeräumung oder Enteisung der Piste | alle Anflüge stoppen für eine Weile gleichzeitig |
| Pistensperrung | Inspektion, Störung, Notfall auf der Bahn | abrupte Pause im Anflugstrom |
| Betriebsrichtungswechsel | Wind dreht, Anflüge werden umgestellt | kurze Lücke, danach Anflug aus der anderen Richtung |
Das Wetter prüfst du am schnellsten über die Flughafenmeldungen: Wie du METAR und TAF liest, erklärt der Guide METAR und TAF für Spotter. Und warum ein Windwechsel den ganzen Anflugstrom umstellt, steht in Betriebsrichtung am Flughafen verstehen.
Moderne Flugsicherung versucht, Holdings möglichst zu vermeiden. Systeme zur Ankunftsplanung verteilen Verspätungen frühzeitig, etwa durch langsameres Fliegen auf der Strecke oder spätere Startzeiten am Abflughafen. Holdings sind deshalb heute vor allem ein Werkzeug für Spitzen und Störungen und nicht der Normalfall – an großen Drehkreuzen gehören sie aber zum Alltag.
Wetter, Wind und Pisten im Blick
Planetrack zeigt dir Wetter, Wind und aktive Pisten direkt am Flughafen – so siehst du, ob Gewitter oder Nebel gerade den Anflug bremsen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Bekannte Holdings an DACH-Flughäfen
Warteschleifen hängen eng mit den Anflugrouten zusammen. Die Standardanflüge (STAR) führen von den Luftstraßen zu bestimmten Punkten am Rand des Anflugbereichs, und genau dort liegen oft die Wartepunkte. Wie STARs aufgebaut sind, erklärt der Artikel SID und STAR verständlich erklärt. Die folgenden Angaben stammen aus öffentlich zugänglichen Quellen und können sich mit jeder Verfahrensänderung verschieben – verbindlich sind nur die aktuellen Luftfahrthandbücher der Flugsicherungen.
München: vier Korridore, vier Wartepunkte
Am Flughafen München enden die Anflugstrecken an vier Punkten, die jeweils einem Quadranten zugeordnet sind. Bekommt ein Flugzeug keine weitere Freigabe, wartet es dort im veröffentlichten Holding:
| Wartepunkt | Verkehr aus | Zugeordnete Bahn |
|---|---|---|
| ROKIL | Nordwesten | Nordbahn (08L/26R) |
| LANDU | Nordosten | Nordbahn (08L/26R) |
| BETOS | Südwesten | Südbahn (08R/26L) |
| NAPSA | Südosten | Südbahn (08R/26L) |
Für Spotter ist das praktisch: Siehst du Ovale bei ROKIL oder LANDU, kommen die Flugzeuge später eher auf der Nordbahn herein; bei BETOS und NAPSA eher auf der Südbahn. Die tatsächliche Bahnvergabe kann die Flugsicherung aber jederzeit ändern. Ein guter Standort, um die anschließenden Landungen zu sehen, ist der Besucherhügel München; weitere Standorte sammelt der Planespotting-Guide München.
Zürich: GIPOL, AMIKI und RILAX
Am Flughafen Zürich sind drei Holdings veröffentlicht. Nach ihren Einflugkursen liegt GIPOL westlich und AMIKI östlich des Flughafens; RILAX liegt im Norden über süddeutschem Gebiet. RILAX taucht deshalb ausdrücklich in einem 2012 unterzeichneten deutsch-schweizerischen Staatsvertrag zu den Auswirkungen des Zürcher Flughafenbetriebs auf, den Deutschland nicht ratifiziert hat – dort war unter anderem vorgesehen, es zu bestimmten Zeiten nur ausnahmsweise und in Abstimmung mit der DFS zu nutzen. Das zeigt, wie politisch Warteschleifen sein können: Wo Flugzeuge kreisen, entsteht Lärm, und im Grenzraum zwischen der Schweiz und Süddeutschland ist das seit Jahren ein Streitthema. Für die Landungen danach bietet sich der Butzenbüel an, mehr dazu im Planespotting-Guide Zürich.
Frankfurt und Wien
Auch am Flughafen Frankfurt und am Flughafen Wien arbeiten die Flugsicherungen mit Wartepunkten am Rand des Anflugbereichs, an denen die Standardanflüge beginnen. In Frankfurt ist die Lage durch das Parallelbahnsystem und die hohe Zahl an Anflügen besonders dicht; Warteschleifen treten dort vor allem bei Ankunftswellen, Gewitterlagen und im Winterbetrieb auf. Die exakten Namen und Lagen der Holdings entnimmst du am besten den aktuellen Anflugkarten. Wie die Flugsicherung in Deutschland organisiert ist, erklärt der Artikel DFS Deutsche Flugsicherung.
Holdings auf dem Flugradar sauber lesen
Mit etwas Übung erkennst du Warteschleifen in Sekunden. Diese Schritte helfen dir am Anfang:
1. Spur einblenden
Klick ein verdächtiges Flugzeug an und lass dir die zurückgelegte Spur anzeigen. Ein Oval mit mehreren übereinanderliegenden Runden ist das deutlichste Zeichen. Wie das bei einem großen Dienst funktioniert, zeigt die Flightradar24-Anleitung.
2. Höhe und Tempo prüfen
Bleibt die Höhe über eine Runde gleich und ist die Geschwindigkeit deutlich reduziert, spricht alles für ein Holding und gegen eine Ausweichkurve oder einen Durchstartvorgang.
3. Nachbarn suchen
Schau, ob weitere Flugzeuge im selben Bereich ähnliche Ovale fliegen – dann hast du einen Stapel vor dir. Die Höhenabstände verraten dir die Reihenfolge.
4. Ursache eingrenzen
Wetter am Zielflughafen prüfen, Ankunftstafel ansehen, auf plötzliche Pausen im Landestrom achten. Gewitter oder Nebel erklären lange Holdings, kurze Runden deuten eher auf eine Verkehrsspitze.
5. Ende abschätzen
Wenn die unterste Maschine das Oval verlässt und Richtung Endanflug sinkt, rückt der Stapel nach. Zähl mit, wie schnell das passiert – daraus ergibt sich grob die aktuelle Landerate.
Achte dabei auf die Datenqualität. Viele Dienste zeigen Positionen aus ADS-B-Empfang, in Lücken auch aus MLAT oder Schätzungen. Eine Spur mit Sprüngen oder Ecken kann ein Abdeckungsproblem sein, keine echte Flugbahn. Hintergründe dazu findest du unter MLAT erklärt und Warum ein Flugzeug nicht auf Flightradar erscheint. Ungefilterte Community-Tracker wie ADS-B Exchange zeigen zudem auch Flugzeuge, die kommerzielle Dienste auf Wunsch der Halter ausblenden.
Holding oder etwas anderes?
| Muster auf der Karte | Wahrscheinlich | Unterscheidungsmerkmal |
|---|---|---|
| Oval mit zwei Geraden, mehrere Runden | Holding | gleichbleibende Höhe, fester Punkt |
| einzelne große Schleife oder Zickzack vor dem Endanflug | Radarführung (Vectoring) | keine Wiederholung über demselben Punkt |
| Steigflug über der Piste, dann neuer Anflug | Durchstarten | Spur führt über die Bahn, Höhe steigt plötzlich |
| Bogen um ein Gebiet | Gewitterumflug | weicht seitlich aus, kein Oval |
| Kreise über Land, niedrig, langsam | Polizei, Rettung, Vermessung | sehr geringe Höhe, kein Bezug zum Anflug |
Ein Durchstarten sieht auf den ersten Blick manchmal ähnlich aus, hat aber andere Ursachen – mehr dazu im Guide Durchstarten (Go-Around) erklärt.
Wie lange kreist der Flieger schon?
Richtwert nach ICAO-Standardrunde. Wind, verlängerte Schenkel und der Einflug in die erste Runde verschieben das Ergebnis.
Was Holdings für deinen Spotting-Tag bedeuten
Warteschleifen sind für Spotter mehr als eine Kuriosität auf der Karte. Sie verändern, was am Zaun passiert:
- Verspätete Ankünfte: Der Flieger, auf den du wartest, kommt später als auf der Ankunftstafel angezeigt. Prognosen auf Flugradar-Diensten berücksichtigen Holdings nicht immer sauber – mehr dazu im Artikel Wie genau sind ETA-Prognosen?.
- Pulks statt Takt: Nach einer Gewitterpause oder Schneeräumung lösen sich die Stapel auf, und die Landungen kommen dicht hintereinander. Akku und Speicherkarte sollten dann bereit sein.
- Diversions als Chance: Lange Holdings mit schlechtem Wetter am Ziel enden manchmal in einer Ausweichlandung. Wie du das früh erkennst, steht in Diversion live erkennen.
- Neue Bahn, neuer Spot: Endet eine Warteschleife wegen eines Betriebsrichtungswechsels, landen die Flugzeuge danach am anderen Pistenende. Ein schneller Spotwechsel kann sich lohnen.
Bleib am Spot, wenn …
- die Holdings kurz sind und die unterste Ebene regelmäßig abfließt
- die Ursache eine Verkehrsspitze ist
- dein Wunschflieger schon im Stapel kreist
Wechsel den Standort, wenn …
- sich ein Betriebsrichtungswechsel abzeichnet
- die Stapel auf einer Seite des Flughafens deutlich voller sind
- das Licht nach der Pause auf der anderen Seite besser passt
Plane um, wenn …
- ein Gewitter stundenlang über dem Platz hängt
- Flüge bereits zu Ausweichflughäfen abdrehen
- der Flughafen wegen Schnee für Ankünfte geschlossen ist
Worauf du achten solltest
- Holding ist kein Notfall. Spekuliere in Gruppen und sozialen Netzwerken nicht über Probleme an Bord, nur weil ein Flugzeug kreist. Echte Notlagen zeigen sich eher über einen Transpondercode – siehe Squawk-Codes 7500, 7600, 7700.
- Kreisen ist nicht gleich Holding. Kalibrierflüge, Trainingsflüge, Polizeihubschrauber und Vermessungsflugzeuge ziehen ebenfalls Schleifen. Prüf Typ, Höhe und Flugnummer.
- Verfahren ändern sich. Wegpunkte werden umbenannt, Anflugrouten neu geplant. Was vor ein paar Jahren galt, muss heute nicht mehr stimmen.
- Am Spot gelten die Regeln vor Ort. Wer wegen eines Stapels spontan den Standort wechselt, bleibt trotzdem auf öffentlichen Wegen – Rettungszufahrten und Feldwege von Landwirten gehören nicht dazu.
Kannst du ein Holding sicher lesen?
- Ich erkenne die ovale Form mit zwei Geraden und zwei Kurven.
- Ich weiß, dass im Stapel unten zuerst freigegeben wird.
- Ich kann eine Standardrunde von rund vier Minuten grob abschätzen.
- Ich prüfe bei langen Holdings das Wetter am Zielflughafen.
- Ich unterscheide ein Holding von Radarführung und Durchstarten.
- Ich kenne die Wartepunkte meines Hausflughafens.
Aus dem Holding direkt in deinen Hangar
Wenn der Stapel abfließt, bist du bereit: Finde auf der Spot-Karte den passenden Standort und poste deine Sichtung mit Foto, Kennzeichen, Typ und Airline in Planetrack. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
Warteschleifen sind das sichtbarste Zeichen dafür, wie die Flugsicherung einen vollen Anflug ordnet. Auf dem Flugradar erkennst du sie an der ovalen Rennbahnform über einem festen Punkt, an gestaffelten Höhen und an reduziertem Tempo. Die Ursachen reichen von der morgendlichen Ankunftswelle bis zum Gewitter über dem Platz. Wer weiß, wo die Wartepunkte seines Hausflughafens liegen – in München etwa ROKIL, LANDU, BETOS und NAPSA, in Zürich GIPOL, AMIKI und RILAX –, kann daraus ablesen, wann und wo die nächsten Landungen kommen. Die Grundlagen zum Verfahren selbst vertieft der Artikel Holding und Warteschleife erklärt.
Kurzfazit
Ein Oval über einem festen Punkt, Höhen in Tausenderschritten und gedrosseltes Tempo: Das ist ein Holding. Prüf bei langen Warteschleifen das Wetter am Ziel, behalte die unterste Ebene im Blick und sei bereit, wenn der Stapel abfließt – dann kommen die Landungen im Pulk.
Zusammenfassung
- Ein Holding ist ein festgelegtes Warteverfahren in der Luft: Flugzeuge fliegen ovale Runden über einem Navigationspunkt, bis die Flugsicherung sie zum Anflug freigibt.
- Auf Flugradar-Diensten erkennst du Warteschleifen an der ovalen Spur, an gleichmäßig gestaffelten Höhen mehrerer Flugzeuge über demselben Punkt und an reduzierter Geschwindigkeit.
- In München liegen die Wartepunkte an den Enden der vier Anflugkorridore, in Zürich gibt es mit GIPOL, AMIKI und RILAX drei Holdings im Westen, Osten und Norden; Frankfurt und Wien arbeiten ebenfalls mit Wartepunkten am Rand des Anflugbereichs.
- Wer Holdings liest, plant besser: Er weiß, wann die Landungen wieder anrollen, wann eine Wetterlage kritisch wird und wann ein Flug wohl ausweichen muss.
Häufige Fragen
Was ist eine Warteschleife in der Luftfahrt?
Eine Warteschleife, englisch Holding, ist ein festgelegtes Flugmuster über einem Navigationspunkt. Das Flugzeug fliegt dabei ein Oval aus zwei Kurven und zwei geraden Abschnitten, bis die Flugsicherung es weiter in Richtung Landebahn schickt. So lässt sich Verkehr verzögern, ohne dass Flugzeuge unkoordiniert kreisen.
Woran erkenne ich ein Holding auf dem Flugradar?
An einer ovalen, rennbahnartigen Spur über einem festen Punkt, oft mit mehreren Runden übereinander. Typisch sind außerdem gleichbleibende oder stufenweise sinkende Höhen, eine reduzierte Geschwindigkeit und weitere Flugzeuge, die im selben Bereich auf anderen Höhen dieselbe Form fliegen.
Wie lange dauert eine Runde im Holding?
Nach ICAO-Standard dauert eine Runde rund vier Minuten: zwei Kurven von je etwa einer Minute und zwei gerade Schenkel von je einer Minute. Oberhalb von 14.000 Fuß sind die Schenkel anderthalb Minuten lang. Die Flugsicherung kann auch längere Schenkel oder Strecken in nautischen Meilen vorgeben.
Warum müssen Flugzeuge in die Warteschleife?
Meist, weil am Zielflughafen gerade mehr Flugzeuge ankommen, als die Pisten aufnehmen können. Weitere häufige Gründe sind Gewitter im Anflugbereich, Nebel mit reduzierten Landeraten, Schneeräumung, ein Wechsel der Betriebsrichtung oder eine vorübergehend gesperrte Piste.
Ist eine Warteschleife gefährlich?
Nein. Holdings sind ein normales, genau festgelegtes Verfahren mit vorgeschriebenen Höhen, Geschwindigkeiten und Schutzräumen. Airlines planen zudem Reservekraftstoff ein. Wird es knapp, entscheidet die Crew rechtzeitig, zu einem Ausweichflughafen zu fliegen.
Welche bekannten Warteschleifen gibt es in München und Zürich?
Für München werden BETOS, NAPSA, LANDU und ROKIL als Endpunkte der vier Anflugkorridore genannt, an denen bei Bedarf gewartet wird. In Zürich sind es drei Holdings: GIPOL westlich, AMIKI östlich und RILAX nördlich des Flughafens. Verfahren können sich ändern – maßgeblich sind immer die aktuellen Luftfahrthandbücher.
Fliegen alle Flugzeuge die Warteschleife rechts herum?
Standard sind Rechtskurven. Ein Holding kann aber auch mit Linkskurven veröffentlicht sein, etwa weil sonst ein benachbarter Luftraum oder ein anderes Verfahren berührt würde. Auf der Live-Karte siehst du die Drehrichtung an der Spur.
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