Das Wichtigste in Kürze
- Ein Band für die Sprache: Der zivile Sprechfunk läuft im VHF-Band von 117,975 bis 137 MHz, nutzbar sind die Kanäle von 118,000 bis 136,975 MHz. Direkt darunter, von 108 bis knapp 118 MHz, liegen Navigationsanlagen wie VOR und ILS-Landekurssender.
- AM statt FM: Flugfunk arbeitet mit Amplitudenmodulation. Sprache bleibt so auch bei schwachem Signal verständlich, und zwei gleichzeitige Sender löschen sich nicht stumm, sondern überlagern sich hörbar.
- Kanalname ist nicht gleich Frequenz: Im 8,33-kHz-Raster wählt man einen Kanalnamen wie 118.010, die tatsächliche Trägerfrequenz liegt bei rund 118,0083 MHz.
- Jede Phase hat ihre Frequenz: Ein Flug wechselt typischerweise von Delivery über Ground und Tower zu Departure oder Approach und weiter zur Streckenkontrolle – jedes Mal auf einen anderen Kanal.
- Offiziell nachschlagen, nicht abschreiben: Verbindlich sind die Angaben im Luftfahrthandbuch AIP. Für Deutschland ist das Mithören des Funkverkehrs trotz öffentlich bekannter Frequenzen rechtlich nicht gedeckt.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Flugfunk-Frequenzen: die kurze Antwort
- 2.Wie das Flugfunkband aufgeteilt ist
- 3.Warum AM? Die Eigenheiten des Flugfunks
- 4.25 kHz oder 8,33 kHz: das Kanalraster
- 5.Delivery, Ground, Tower, Approach: wer auf welcher Frequenz sitzt
- 6.Sonderfrequenzen, die du kennen solltest
- 7.Wo du Flugfunk-Frequenzen offiziell findest
- 8.Frequenzen kennen heißt nicht mithören dürfen
- 9.Worauf du achten solltest
- 10.Fazit
Wer zum ersten Mal einen Blick in eine Flugplatzkarte wirft, sieht eine ganze Spalte voller Zahlen: 118 Komma irgendwas, 121 Komma irgendwas, dazu Rufnamen wie Delivery, Ground, Tower und Approach. Diese Flugfunk-Frequenzen wirken auf den ersten Blick beliebig, folgen aber einer klaren Logik. Dieser Guide erklärt dir, wie das Flugfunkband aufgebaut ist, warum im Display oft eine andere Zahl steht als die eigentliche Sendefrequenz, welche Dienste am Flughafen auf welchem Kanal arbeiten – und wo du die offiziellen Angaben nachschlägst. Eins vorweg: Frequenzen verstehen ist das eine, Funkverkehr mithören das andere. In Deutschland ist Letzteres ohne Berechtigung nicht erlaubt; mehr dazu weiter unten und im Artikel Flugfunk hören: Technik und Rechtslage.
Pisten und Wind im Blick, ohne Funk
Planetrack zeigt dir für deinen Flughafen Wetter, Wind und die aktiven Pisten – so weißt du auch ohne Scanner, an welchem Spot heute der Verkehr läuft. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugfunk-Frequenzen: die kurze Antwort
Der zivile Sprechfunk der Luftfahrt läuft im VHF-Band zwischen 117,975 und 137 MHz, die tatsächlich genutzten Kanäle reichen von 118,000 bis 136,975 MHz. Gesendet wird in Amplitudenmodulation (AM), gesprochen wird im Wechsel – einer sendet, alle anderen hören. Jede Stelle der Flugsicherung, die ein Flugzeug auf seinem Weg betreut, hat ihre eigene Frequenz: von der Streckenfreigabe über das Rollen, Start und Landung bis zur Streckenkontrolle. Die verbindlichen Frequenzen eines Flughafens stehen im Luftfahrthandbuch AIP des jeweiligen Landes.
Wie das Flugfunkband aufgeteilt ist
Das, was Spotter umgangssprachlich „Airband“ nennen, ist eigentlich eine Sammlung mehrerer Bereiche. Nicht alles darin ist Sprechfunk.
| Bereich | Frequenzen | Wofür | Modulation |
|---|---|---|---|
| VHF-Navigation | 108–117,975 MHz | VOR-Drehfunkfeuer, ILS-Landekurssender (Localizer) | Navigationssignale, kein Sprechfunk zwischen Cockpit und Lotse |
| VHF-Sprechfunk | 117,975–137 MHz | Tower, Ground, Approach, Radar, ATIS, Datenfunk | AM |
| Kurzwelle (HF) | ca. 2,85–22 MHz | Sprech- und Datenfunk über Ozeanen und entlegenen Gebieten | Einseitenband |
| Militärisches UHF | 225–400 MHz | Militärflugsicherung und militärischer Luft-Luft-Funk | AM |
Die Grenze bei 117,975 MHz ist kein Zufall: Darunter senden Bodenanlagen, die den Flugzeugen bei der Navigation helfen. Ein VOR zeigt dem Cockpit, auf welchem Kurs relativ zur Station es fliegt, der Localizer eines ILS führt das Flugzeug seitlich exakt auf die Pistenmitte. Wie das im Anflug zusammenspielt, erklärt der Artikel ILS-Anflug erklärt. Für den Gleitpfad des ILS nutzt die Technik übrigens einen eigenen Bereich im UHF um 330 MHz.
Oberhalb von 137 MHz endet der Flugfunk – dort beginnen andere Dienste. Im oberen Teil des Sprechfunkbands liegen neben Sprechkanälen auch Frequenzen für den Datenfunk: Über ACARS und dessen Nachfolger schicken Flugzeuge und Airlines kurze Textnachrichten hin und her, etwa Positionsmeldungen oder Wetterdaten. Die technische Seite dahinter beschreibt der Artikel ACARS-Nachrichten empfangen.
Warum AM? Die Eigenheiten des Flugfunks
Wer Radio vor allem von UKW kennt, wundert sich: Flugfunk klingt dünn, rauscht und knackt. Das liegt an der Amplitudenmodulation – und die ist bewusst gewählt.
- Verständlich trotz Rauschen: AM-Sprache bleibt auch bei schwachem Signal und großer Entfernung noch erkennbar, wenn ein FM-Signal schon wegbrechen würde.
- Kein Capture-Effekt: Bei FM setzt sich der stärkere von zwei gleichzeitigen Sendern durch, der schwächere verschwindet unbemerkt. Bei AM überlagern sich beide hörbar – es pfeift oder quietscht. Lotse und Crew merken so, dass gerade zwei auf einmal gesendet haben, und fragen nach.
- Wechselsprechen: Auf einer Frequenz kann immer nur eine Station sprechen. Deshalb ist die Phraseologie so knapp und standardisiert: Jede Sekunde Sendezeit fehlt allen anderen. Mehr dazu im Guide zur Sprechfunk-Phraseologie.
Gerade die Wechselsprech-Logik erklärt, warum ein großer Flughafen so viele verschiedene Frequenzen braucht. Würden alle Flugzeuge in Bodennähe auf einem einzigen Kanal sprechen, käme niemand mehr zu Wort.
25 kHz oder 8,33 kHz: das Kanalraster
Lange lagen die Sprechfunkkanäle im VHF-Band 25 kHz auseinander. Das ergibt grob 760 Kanäle – für den dichten europäischen Luftraum mit seinen vielen Sektoren, Flughäfen und Diensten zu wenig. Europa hat deshalb das 8,33-kHz-Raster eingeführt: Jeder 25-kHz-Abschnitt wird in drei schmalere Kanäle geteilt, theoretisch passen damit etwa dreimal so viele Kanäle ins Band. Begonnen hat die Umstellung Ende der 1990er-Jahre im oberen Luftraum der europäischen Kernstaaten, zu denen auch Deutschland gehört; seitdem wurde das Raster schrittweise auf weitere Lufträume ausgedehnt.
Kanalname und echte Frequenz
Damit Crews nicht mit vier Nachkommastellen hantieren, wählt man im 8,33-kHz-Raster einen Kanalnamen, der nur noch ungefähr der Trägerfrequenz entspricht. Das sorgt am Anfang für Verwirrung, ist aber einfach, wenn man das Prinzip kennt. Pro 25-kHz-Block gibt es vier Kanalnamen: einen für den alten breiten Kanal und drei für die schmalen.
| Kanalname | Raster | Tatsächliche Trägerfrequenz |
|---|---|---|
| 118.000 | 25 kHz | 118,0000 MHz |
| 118.005 | 8,33 kHz | 118,0000 MHz |
| 118.010 | 8,33 kHz | ca. 118,0083 MHz |
| 118.015 | 8,33 kHz | ca. 118,0167 MHz |
Der Kanalname verrät dem Funkgerät also gleich mit, welche Filterbreite es nutzt. Das gleiche Prinzip wiederholt sich im ganzen Band; ein im 25-kHz-Raster mit 118.025 bezeichneter Kanal wird im 8,33-kHz-Modus zum Beispiel als 118.030 eingestellt. Wenn du in einer Karte oder im AIP eine Frequenz mit „krummen“ Endziffern wie .005, .010 oder .015 liest, ist das ein 8,33-kHz-Kanal. Die Feinheiten der Umstellung beschreibt der Artikel zum 8,33-kHz-Kanalraster.
Komma oder Punkt?
Im deutschen Text stehen Frequenzen meist mit Komma (121,5 MHz), auf Funkgeräten, Karten und im Funk selbst mit Punkt beziehungsweise „decimal“. Gemeint ist dasselbe. Im Funk wird jede Ziffer einzeln gesprochen – wie das klingt, zeigt der Artikel zum ICAO-Buchstabieralphabet.
Delivery, Ground, Tower, Approach: wer auf welcher Frequenz sitzt
Ein Linienflug durchläuft vom Gate bis zur Reiseflughöhe mehrere Zuständigkeiten. An großen Flughäfen hat jede davon mindestens eine eigene Frequenz, oft mehrere, die je nach Verkehrslage zusammengelegt oder getrennt werden. Die typische Kette sieht so aus:
1. ATIS
Vor allem anderen hört die Crew die automatische Ansage mit Wetter, aktiver Piste und Luftdruck. Jede neue Version bekommt einen Kennbuchstaben. ATIS sendet auf einer eigenen Frequenz, ein Gespräch findet dort nicht statt.
2. Delivery
Die Freigabestelle erteilt die Streckenfreigabe: Abflugroute, Anfangsflughöhe, Transpondercode. An kleineren Plätzen übernimmt das Ground oder Tower gleich mit.
3. Vorfeld und Ground
Anlassen, Zurückschieben, Rollen zur Piste. An manchen Flughäfen teilt sich das in Vorfeldkontrolle (oft vom Flughafenbetreiber) und Rollkontrolle der Flugsicherung.
4. Tower
Der Kontrollturm erteilt die Start- oder Landefreigabe und kontrolliert den Verkehr auf den Pisten und in unmittelbarer Platznähe. Große Flughäfen haben oft je Pistensystem eine eigene Tower-Frequenz.
5. Departure oder Approach
Die Anflugkontrolle führt Abflüge aus dem Flughafenumfeld heraus und staffelt die Anflüge, bis sie auf dem Endanflug an den Tower übergeben werden. Je nach Land und Flughafen heißt die Stelle auch Director oder Arrival.
6. Radar beziehungsweise Center
Die Bezirkskontrolle übernimmt den Streckenflug. Der Luftraum ist in Sektoren aufgeteilt, und mit jedem Sektorwechsel wechselt das Flugzeug die Frequenz.
Welche Stelle gemeint ist, verrät der Rufname: Er besteht aus dem Ortsnamen und dem Dienst. Kontrollierte Flugplätze rufen sich mit Ortsname plus „Tower“, die deutschen Bezirkskontrollstellen mit Name plus „Radar“, etwa „Langen Radar“. Eine Besonderheit ist „Rhein Radar“ für die obere Luftraumkontrolle aus Karlsruhe. An unkontrollierten Plätzen heißt die Bodenfunkstelle in Deutschland „Radio“, an Plätzen mit Flugplatz-Informationsdienst „Information“. Ausführlicher stellt der Artikel Delivery, Ground, Tower, Approach, Center die Aufgaben nebeneinander. Wer in Deutschland hinter diesen Stellen steht, erklärt der Beitrag zur DFS Deutsche Flugsicherung.
Wissen, wer im Anflug ist
Mit Sichtungs-Alarmen meldet dir Planetrack, wenn ein beobachtetes Kennzeichen, ein Typ oder eine Special Livery auf deinen Flughafen zufliegt. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Sonderfrequenzen, die du kennen solltest
Neben den Frequenzen einzelner Flughäfen gibt es einige Kanäle mit festgelegter Sonderrolle.
- 121,5 MHz – Notfrequenz: Die internationale Not- und Anruffrequenz der zivilen Luftfahrt. Sie wird von vielen Stellen dauerhaft überwacht. Hier melden sich zum Beispiel Crews, die ihre zuständige Stelle nicht erreichen. Was „Mayday“ und „Pan-Pan“ bedeuten, erklärt der Artikel Mayday und Pan-Pan.
- 243 MHz – militärische Notfrequenz: Das Gegenstück im militärischen UHF-Band.
- 123,45 MHz – Air-to-Air: Ursprünglich als Kanal für Gespräche zwischen Flugzeugen gedacht, ist er heute nur noch über Ozeanen und in entlegenen Gebieten vorgesehen. In Deutschland gibt es dafür eigene Air-to-Air-Kanäle, dazu regionale Frequenzen etwa für Segelflug und Ballone.
- ATIS und VOLMET: Automatisch ausgestrahlte Wetter- und Flugplatzinformationen. ATIS gilt für einen Flughafen, VOLMET-Sender verbreiten Wetterberichte mehrerer Plätze. Wie du ATIS-Angaben verstehst, zeigt der Artikel ATIS erklärt; die Wettercodes darin sind dieselben wie in METAR und TAF.
Das Transpondersignal, das Flugradar-Apps nutzen, hat mit diesen Sprechfunkfrequenzen übrigens nichts zu tun: Es läuft auf 1090 MHz und transportiert Daten statt Sprache – mehr dazu im Artikel Transponder Mode A, C und S. Auch die bekannten Notfall-Codes wie 7700 sind keine Frequenzen, sondern Transpondercodes – siehe Squawk-Codes 7500, 7600 und 7700.
Wo du Flugfunk-Frequenzen offiziell findest
Frequenzen ändern sich. Neue 8,33-kHz-Kanäle werden vergeben, Sektoren neu geschnitten, Dienste zusammengelegt. Darum lohnt es sich, gleich an der Quelle nachzuschauen.
Verbindlich: das AIP
- Jedes Land gibt ein Luftfahrthandbuch heraus, in Deutschland die DFS
- Der Flugplatzteil listet alle Funkdienste mit Rufname, Frequenz und Betriebszeit
- Änderungen erscheinen in festen Zyklen und per Nachtrag
Praktisch: Karten und Plattformen
- Flugplatzkarten im AIP zeigen Frequenzen oft direkt im Kartenkopf
- Luftfahrtkarten für den Sichtflug nennen Platz- und Informationsfrequenzen
- openAIP bietet frei nutzbare Daten zu Flugplätzen und Lufträumen
Mit Vorsicht: Hobbylisten
- Foren, alte Scanner-Listen und Wikis sind oft veraltet
- Kanalname und Trägerfrequenz werden dort gern vermischt
- Immer gegen das aktuelle AIP prüfen
Wie du dich in einer Flugplatzkarte zurechtfindest – samt Frequenzblock, Pistenbezeichnungen und Rollwegen –, erklärt der Guide AIP-Flugplatzkarten lesen. Eine Einführung in die freie Kartenplattform findest du im Artikel zu openAIP. Beim Lesen hilft es, die Lufträume zu kennen, denn nicht jeder Luftraum verlangt Funkkontakt: Das erklärt der Beitrag zu den Luftraumklassen A bis G.
So liest du einen Frequenzeintrag
Ein typischer Eintrag in einem AIP-Flugplatzteil besteht aus wenigen Spalten: der Art des Dienstes (etwa TWR, GND, APP, ATIS), dem Rufnamen, der Frequenz und den Betriebszeiten. Manchmal gibt es Zusätze wie „nach Anweisung“ oder Hinweise, welche Frequenz für welche Piste gilt. Große Flughäfen wie der Flughafen Frankfurt oder der Flughafen München haben deshalb deutlich längere Listen als ein Regionalflughafen: mehrere Vorfeld- und Rollbereiche, mehrere Pisten und eigene Kanäle für An- und Abflug.
Frequenzen kennen heißt nicht mithören dürfen
Das ist der Punkt, an dem viele Spotter stolpern. Die Frequenzen stehen öffentlich im AIP, Empfänger für das Flugfunkband sind frei verkäuflich, und im Ausland laufen sogar Online-Streams. Trotzdem gilt in Deutschland: Der Flugfunk ist nach verbreiteter Auffassung keine Nachricht für die Allgemeinheit. Das Abhörverbot im TDDDG erlaubt das Mithören nur, wenn eine Nachricht für dich oder für die Allgemeinheit bestimmt ist – und verbietet auch, Gehörtes weiterzugeben oder zu veröffentlichen. Dass du eine Frequenz nachschlagen kannst, ändert daran nichts.
Kauf und Besitz eines Scanners oder SDR-Sticks sind erlaubt, die Technik kannst du dir also durchaus erschließen. Was die Geräte leisten, steht in den Artikeln Flugfunk-Scanner kaufen und Flugfunk mit SDR-Stick empfangen; wie es um Webstreams und Apps steht, klären Flugfunk online hören und der Vergleich der Flugfunk-Apps. Lies vor jedem Einsatz aber unbedingt den Artikel zur Rechtslage beim Flugfunk. Wer selbst funken und damit auch legal zuhören will, braucht ein Sprechfunkzeugnis: BZF II für Sichtflug auf Deutsch, BZF I zusätzlich auf Englisch, AZF für den Instrumentenflug. Ob im Funk Deutsch oder Englisch gesprochen wird, erklärt der Artikel Englisch oder Deutsch im Flugfunk.
Keine Rechtsberatung
Die Hinweise zur Rechtslage beziehen sich auf Deutschland und ersetzen keine Rechtsberatung. In anderen Ländern gelten andere Regeln – informiere dich vor einer Reise vor Ort.
Worauf du achten solltest
- Kanalname und Frequenz auseinanderhalten. In technischen Datenblättern steht manchmal die echte Trägerfrequenz, auf Karten und im Funk der Kanalname. Beides ist richtig, aber nicht dasselbe.
- Den Stand der Quelle prüfen. Eine fünf Jahre alte Frequenzliste ist im 8,33-kHz-Zeitalter kaum noch brauchbar.
- Navigation nicht mit Sprache verwechseln. Alles unter 118 MHz gehört im Flugfunkband zu Navigationsanlagen, nicht zu Gesprächen mit dem Tower.
- Nicht jede Frequenz ist ständig besetzt. Viele Dienste haben Betriebszeiten; nachts werden Frequenzen oft zusammengelegt.
- Legale Alternativen nutzen. Für die Frage „Welche Piste ist heute aktiv?“ reichen Wind, METAR und Live-Daten. Wie Wind und Pisten zusammenhängen, zeigt der Guide Betriebsrichtung am Flughafen verstehen.
Verstehst du einen Frequenzeintrag?
- Ich weiß, in welchem Bereich der zivile VHF-Sprechfunk liegt.
- Ich kann erklären, warum Flugfunk in AM arbeitet.
- Ich erkenne einen 8,33-kHz-Kanal an seinem Kanalnamen.
- Ich kenne die Reihenfolge Delivery, Ground, Tower, Approach, Radar.
- Ich weiß, wofür 121,5 MHz reserviert ist.
- Ich weiß, wo die verbindlichen Frequenzen eines Flughafens stehen.
- Ich kenne den Unterschied zwischen Frequenz kennen und Funk mithören.
Spots, Pisten und Sichtungen in einer App
Finde auf der Spot-Karte den passenden Standort zur aktiven Piste, prüf Wind und Wetter am Flughafen und poste deine Sichtungen mit Typ, Kennzeichen und Airline. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
Flugfunk-Frequenzen sind weniger kryptisch, als sie aussehen. Der Sprechfunk liegt im VHF-Band zwischen 118 und 137 MHz und arbeitet in AM, darunter senden die Navigationsanlagen. Das enge 8,33-kHz-Raster sorgt für mehr Kanäle und für Kanalnamen, die nur ungefähr der echten Frequenz entsprechen. Am Flughafen hat jede Phase des Flugs ihre eigene Stelle mit eigener Frequenz – von ATIS und Delivery bis zu Approach und Radar. Verbindlich nachschlagen kannst du alles im AIP. Und wer in Deutschland spottet, versteht die Frequenzen am besten, ohne den Funkverkehr selbst mitzuhören.
Kurzfazit
VHF-Sprechfunk zwischen 118 und 137 MHz in AM, Navigation darunter, 121,5 MHz als Notfrequenz. 8,33-kHz-Kanäle erkennst du an Endziffern wie .005 oder .010. Für jeden Dienst gibt es eine eigene Frequenz, die verbindlich im AIP steht – kennen darfst du sie, mithören ist in Deutschland ohne Berechtigung nicht erlaubt.
Zusammenfassung
- Der zivile Flugfunk teilt sich in VHF-Sprechfunk (rund 118–137 MHz, AM), VHF-Navigation (108–117,975 MHz), Kurzwelle für Ozeane und entlegene Gebiete sowie das militärische UHF-Band von 225 bis 400 MHz.
- Weil die Kanäle im 25-kHz-Raster nicht mehr reichten, wurde in Europa das engere 8,33-kHz-Raster eingeführt – mit eigener Kanalnamen-Logik, die vom tatsächlichen Träger abweicht.
- Delivery, Ground, Tower, Approach, Radar und ATIS haben eigene Frequenzen. Die Rufnamen verraten, mit welcher Stelle gesprochen wird.
- Die verbindlichen Frequenzen stehen im AIP der jeweiligen Flugsicherung und auf Luftfahrtkarten. Hobby-Datenbanken sind hilfreich, aber nicht immer aktuell.
Häufige Fragen
In welchem Frequenzbereich liegt der Flugfunk?
Der zivile Sprechfunk zwischen Cockpit und Flugsicherung nutzt das VHF-Band von 117,975 bis 137 MHz, die Kanäle reichen von 118,000 bis 136,975 MHz. Gesendet wird in Amplitudenmodulation (AM). Über Ozeanen und in entlegenen Regionen kommt Kurzwelle zwischen etwa 2,85 und 22 MHz zum Einsatz, das Militär nutzt zusätzlich UHF zwischen 225 und 400 MHz.
Warum wird Flugfunk in AM und nicht in FM übertragen?
AM hält Sprache auch bei schwachem, verrauschtem Signal noch verständlich. Außerdem fehlt der bei FM typische Capture-Effekt: Senden zwei Stationen gleichzeitig, verdrängt die stärkere die schwächere nicht einfach unbemerkt, sondern man hört eine Überlagerung. Das macht Doppelsendungen erkennbar – ein Sicherheitsvorteil.
Was bedeutet 8,33 kHz im Flugfunk?
Das ist der Kanalabstand. Früher lagen die Sprechfunkkanäle 25 kHz auseinander, im 8,33-kHz-Raster passen etwa dreimal so viele Kanäle ins gleiche Band. Gewählt wird dabei ein Kanalname, der nicht exakt der Trägerfrequenz entspricht: 118.010 steht zum Beispiel für rund 118,0083 MHz.
Was ist der Unterschied zwischen Ground, Tower und Approach?
Ground (Rollkontrolle) regelt das Rollen zwischen Vorfeld und Piste, Tower erteilt Start- und Landefreigaben und kontrolliert die Platzrunde, Approach beziehungsweise Departure führt die Flugzeuge im Umfeld des Flughafens auf den Endanflug oder vom Platz weg in die Streckenkontrolle. Jede Stelle arbeitet auf eigener Frequenz.
Was ist 121,5 MHz?
Die internationale Notfrequenz der zivilen Luftfahrt. Sie wird von vielen Stellen dauerhaft überwacht und ist für Not- und Dringlichkeitsfälle reserviert. Das militärische Gegenstück im UHF-Band ist 243 MHz.
Wo finde ich die Frequenzen eines Flughafens?
Verbindlich ist das Luftfahrthandbuch (AIP) des jeweiligen Landes, in Deutschland herausgegeben von der DFS. Dort stehen im Flugplatzteil alle Funkdienste mit Rufnamen und Frequenz. Daneben zeigen Luftfahrtkarten und Plattformen wie openAIP die wichtigsten Angaben. Achte auf den Stand der Quelle, denn Frequenzen werden immer wieder geändert.
Darf ich Flugfunk hören, wenn die Frequenzen öffentlich sind?
Dass eine Frequenz veröffentlicht ist, macht den Funkverkehr in Deutschland nicht zur Nachricht für die Allgemeinheit. Das Abhören ohne Berechtigung und die Weitergabe des Gehörten sind nach dem TDDDG nicht erlaubt. Frequenzen kennen und verstehen darfst du – die Details zur Rechtslage stehen in unserem eigenen Artikel. Dieser Text ist keine Rechtsberatung.
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