Das Wichtigste in Kürze
- 26 feste Wörter: Von Alfa bis Zulu steht jedes Wort für genau einen Buchstaben. Im Flugfunk ist dieses Alphabet verbindlich – auch auf Deutsch.
- Ungewohnte Schreibweisen mit System: Alfa mit f und Juliett mit Doppel-t sorgen dafür, dass Sprecher vieler Muttersprachen die Wörter gleich aussprechen.
- Zahlen klingen anders: Tree, Fower, Fife und Niner verhindern Verwechslungen mit ähnlich klingenden Wörtern, Decimal trennt Nachkommastellen.
- Meist Ziffer für Ziffer: Kurse, Flugflächen, QNH und Frequenzen werden einzeln gesprochen. Hundred und Thousand kommen nur bei glatten Hundertern und Tausendern in Höhen, Sichtweiten und Wolkenuntergrenzen zum Einsatz.
- Kennzeichen werden gekürzt: Aus D-EABC wird nach dem Erstkontakt oft Delta Bravo Charlie – aber erst, wenn die Flugsicherung damit anfängt.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Die kurze Antwort
- 2.Das Alphabet von Alfa bis Zulu
- 3.Zahlen im Flugfunk: Tree, Fower, Fife und Niner
- 4.Wann Ziffer für Ziffer, wann Hundred und Thousand?
- 5.Frequenzen: sechs Stellen und Decimal
- 6.Uhrzeiten und Squawks
- 7.Kennzeichen und Rufzeichen im Funk
- 8.Woher das Alphabet kommt
- 9.Warum die Regeln so streng sind
- 10.In 5 Schritten zum Funk-Verständnis
- 11.Typische Funksprüche entschlüsselt
- 12.Fazit
Du stehst am Zaun, im Ohr läuft die Tower-Frequenz, und irgendwo zwischen zwei Landefreigaben fällt ein Satz wie „Delta Echo Alfa Bravo Charlie, runway two six left, cleared to land“. Wer das ICAO-Buchstabieralphabet und die Zahlenaussprache im Flugfunk kennt, weiß sofort: Gemeint ist die Maschine mit dem Kennzeichen D-EABC, und sie landet auf der Piste 26L. Dieser Guide erklärt dir alle 26 Buchstabenwörter, die besonderen Zahlwörter wie Tree und Niner und die Regeln, nach denen Höhen, Flugflächen, Frequenzen, Squawks und Uhrzeiten gesprochen werden. Danach klingt der Funk nicht mehr wie ein Code, sondern wie eine Sprache, die du lesen kannst.
Gehört, gesehen, gepostet
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Die kurze Antwort
Das ICAO-Buchstabieralphabet ordnet jedem der 26 Buchstaben ein festes Wort zu – von Alfa für A bis Zulu für Z. Dazu kommen feste Aussprachen für die Ziffern: Zero, One, Two, Tree, Fower, Fife, Six, Seven, Eight, Niner, außerdem Decimal, Hundred und Thousand. Grundlage ist der Anhang 10 zum Abkommen über die internationale Zivilluftfahrt, in Europa ergänzt durch die gemeinsamen Luftverkehrsregeln (SERA). Das Ziel ist simpel: Über ein verrauschtes Funkgerät, mit Akzent, unter Zeitdruck muss jede Angabe beim ersten Mal ankommen.
Das Alphabet von Alfa bis Zulu
Hier die komplette Tafel mit einer Aussprachehilfe. Die Lautschrift orientiert sich an den Ausspracheangaben der Luftfahrtbehörden, die betonte Silbe steht in Großbuchstaben.
| Buchstabe | Wort | Aussprache (grob) | Buchstabe | Wort | Aussprache (grob) |
|---|---|---|---|---|---|
| A | Alfa | AL-fa | N | November | no-VEM-ber |
| B | Bravo | BRA-vo | O | Oscar | OS-kar |
| C | Charlie | TSCHAR-li oder SCHAR-li | P | Papa | pa-PA |
| D | Delta | DEL-ta | Q | Quebec | ke-BECK |
| E | Echo | ECK-o | R | Romeo | RO-mi-o |
| F | Foxtrot | FOX-trott | S | Sierra | si-ER-ra |
| G | Golf | GOLF | T | Tango | TANG-go |
| H | Hotel | ho-TELL | U | Uniform | JU-ni-form oder U-ni-form |
| I | India | IN-di-a | V | Victor | VIK-ta |
| J | Juliett | DSCHU-li-ett | W | Whiskey | WISS-ki |
| K | Kilo | KI-lo | X | X-ray | ECKS-räi |
| L | Lima | LI-ma | Y | Yankee | JENG-ki |
| M | Mike | MAIK | Z | Zulu | SU-lu |
Ein paar Stolperfallen, die dir beim Mithören begegnen:
- Papa und Hotel werden auf der zweiten Silbe betont, Quebec spricht man wie die kanadische Stadt auf Französisch – also ohne „kw“.
- Alfa und Juliett sehen falsch geschrieben aus, sind es aber nicht. Das f in Alfa verhindert, dass jemand das ph nicht als f liest, das Doppel-t in Juliett sorgt dafür, dass Französischsprachige das Wortende nicht verschlucken. Das britische Funkhandbuch CAP 413 schreibt übrigens Alpha – am Funk klingt beides identisch.
- Charlie und Uniform haben jeweils zwei zulässige Aussprachen. Am Funk hörst du beide.
Lern-Trick für Spotter
Buchstabier dir an deinem Spot jedes Kennzeichen, das vorbeirollt, leise selbst vor. Nach ein, zwei Sessions sitzt das Alphabet – und du erkennst deine eigenen Notizen im Funk wieder.
Zahlen im Flugfunk: Tree, Fower, Fife und Niner
Bei den Ziffern weicht die Funkaussprache an vier Stellen vom normalen Englisch ab. Der Hintergrund ist jedes Mal derselbe: Verwechslungen vermeiden und Laute umgehen, die nicht jeder Sprecher sauber trifft.
| Ziffer | Funkwort | Warum so? |
|---|---|---|
| 0 | Zero | – |
| 1 | One (WAN) | – |
| 2 | Two (TU) | – |
| 3 | Tree | das englische th fällt vielen schwer, „tree“ ist eindeutig |
| 4 | Fower | zweisilbig, damit es nicht wie „for“ klingt |
| 5 | Fife | grenzt sich klar von „fire“ ab |
| 6 | Six | – |
| 7 | Seven | – |
| 8 | Eight (EIT) | – |
| 9 | Niner | zweisilbig, damit es nicht wie das deutsche „nein“ klingt |
| , / . | Decimal (DEI-SI-MAL) | trennt Nachkommastellen, egal ob Punkt oder Komma |
| 100 | Hundred | nur für glatte Hunderter |
| 1000 | Thousand (TAU-SAND) | ebenfalls ohne th |
Im deutschsprachigen Funk gibt es eine eigene Besonderheit: Zwei wird als „Zwo“ gesprochen, damit es sich deutlich von „drei“ abhebt. Die Buchstaben buchstabierst du dagegen auch auf Deutsch mit dem ICAO-Alphabet. Wann am Funk Deutsch und wann Englisch gesprochen wird, erklärt der Artikel Englisch oder Deutsch im Flugfunk.
Wann Ziffer für Ziffer, wann Hundred und Thousand?
Die wichtigste Regel für Zahlen am Funk lautet: Grundsätzlich wird jede Ziffer einzeln gesprochen. Eine Ausnahme gibt es nur für glatte Hunderter und Tausender bei bestimmten Angaben. Die Grundregel gilt für:
- Rufzeichen mit Flugnummer: BAW246 ist „Speedbird Two Fower Six“
- Flugflächen: FL180 ist „Flight Level One Eight Zero“
- Kurse und Windrichtungen: „heading one fife zero“, Wind „one fife zero degrees, one eight knots“
- Luftdruck (QNH): 1013 hPa ist „QNH One Zero One Tree“
- Frequenzen: „one two two decimal one“
- Pisten: 26L ist „runway Two Six Left“
Die Ausnahme greift bei Höhen, Wolkenuntergrenzen, Sichtweiten und Pistensichtweite (RVR), wenn die Zahl aus glatten Hundertern oder Tausendern besteht. Dann folgt auf die Ziffern das Wort Hundred oder Thousand:
| Angabe | Gesprochen | Regel |
|---|---|---|
| 2.500 ft | Two Thousand Fife Hundred | glatte Tausender und Hunderter |
| 11.000 ft | One One Thousand | Tausenderstelle Ziffer für Ziffer, dann Thousand |
| 25.000 ft | Two Fife Thousand | wie oben |
| FL100 | Flight Level One Hundred | glatte Hunderter-Flugfläche |
| FL180 | Flight Level One Eight Zero | sonst immer einzeln |
| QNH 1000 hPa | One Thousand | Sonderfall laut SERA |
| Squawk 1000 | One Thousand | Sonderfall laut SERA |
Auffällig: 11.000 Fuß wird nicht „eleven thousand“, sondern „one one thousand“. Auch hier bleibt es also bei einzelnen Ziffern vor dem Wort Thousand – zusammengesetzte englische Zahlwörter kommen im Funk nicht vor.
Im deutschen Funk funktioniert das genauso: Glatte Hunderter und Tausender werden zusammengesprochen („zwotausendvierhundert Fuß“), alles andere Ziffer für Ziffer („Steuerkurs zwo-eins-null“, „Piste zwo-sieben“).
Weißt du, wo heute gelandet wird?
Planetrack zeigt dir Wetter, Wind und Pisten am Flughafen – so weißt du schon vor dem Mithören, welche Bahn im Funk fällt. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Frequenzen: sechs Stellen und Decimal
Frequenzen werden immer mit allen sechs Ziffern genannt – unabhängig davon, ob sie im klassischen 25-kHz-Raster oder im engeren 8,33-kHz-Raster liegen. Sind die letzten beiden Ziffern null, reichen die ersten vier.
| Frequenz | Gesprochen |
|---|---|
| 118.125 | One One Eight Decimal One Two Fife |
| 119.050 | One One Niner Decimal Zero Fife Zero |
| 122.500 | One Two Two Decimal Fife |
| 118.000 | One One Eight Decimal Zero |
Im 8,33-kHz-Raster ist die genannte Zahl übrigens eine Kanalbezeichnung und nicht immer exakt die physikalische Sendefrequenz. Am Funk sagt man trotzdem nicht „channel“, sondern nennt einfach die sechs Ziffern. Wie das Raster funktioniert und warum es eingeführt wurde, liest du im Artikel zum 8,33-kHz-Kanalraster. Welche Frequenzen am Flughafen für Delivery, Ground, Tower und Approach zuständig sind, zeigt der Guide Flugfunk-Frequenzen verstehen.
Für dich als Mithörer heißt das: Wenn der Tower „contact Approach one one niner decimal zero fife zero“ sagt, kannst du die Frequenz direkt in deinen Scanner oder deine App tippen und dem Flugzeug folgen.
Uhrzeiten und Squawks
Uhrzeiten werden im Flugfunk in UTC angegeben. Meist reichen die Minuten: 08:23 Uhr wird zu „two tree“, nur bei Verwechslungsgefahr kommt die Stunde dazu („zero eight two tree“). Zeitansagen beginnen mit dem Wort „Time“. Mitternacht ist 2400 als Ende eines Tages und 0000 als Beginn des nächsten. Denk beim Abgleich mit deiner Uhr daran, dass UTC in Mitteleuropa im Winter eine und in der Sommerzeit zwei Stunden hinter der Ortszeit liegt.
Transpondercodes sind vierstellig und werden in der Regel Ziffer für Ziffer gesprochen, etwa „squawk six fife zero zero“. Die Notfallcodes hörst du hoffentlich selten; was hinter 7500, 7600 und 7700 steckt, erklärt der Artikel Squawk-Codes 7500, 7600, 7700. Wie der Transponder selbst funktioniert, steht unter Transponder Mode A, C und S.
Kennzeichen und Rufzeichen im Funk
Für Spotter ist das der spannendste Teil, denn hier steckt die Information, welches Flugzeug gerade spricht. Es gibt im Wesentlichen zwei Arten von Rufzeichen:
- Kennzeichen als Rufzeichen: Kleinflugzeuge, Business-Jets und viele Werks- oder Überführungsflüge melden sich mit ihrer Registrierung. D-EABC wird zu „Delta Echo Alfa Bravo Charlie“. Wie Kennzeichen aufgebaut sind und was die Buchstaben verraten, erklärt der Guide Flugzeugkennzeichen verstehen – und für Deutschland speziell Deutsche Luftfahrzeugkennzeichen.
- Airline-Rufzeichen plus Flugnummer: Linienflüge nutzen ein Funkrufzeichen der Airline. British Airways meldet sich etwa als „Speedbird“, Lufthansa als „Lufthansa“. Dahinter folgt die Flugnummer, Ziffer für Ziffer. Warum Rufzeichen und Flugnummer nicht immer übereinstimmen, steht im Artikel Callsign und Flugnummer, kuriose Rufzeichen findest du unter Airline-Rufzeichen und ihre Geschichte.
Wie Kennzeichen abgekürzt werden
Beim Erstkontakt nennen beide Seiten das volle Rufzeichen. Danach darf die Bodenstelle abkürzen, wenn keine Verwechslung droht – der Pilot zieht erst nach. Für Kennzeichen gilt dabei: das erste Zeichen plus mindestens die letzten beiden.
| Volles Rufzeichen | Abgekürzt |
|---|---|
| D-EABC | Delta Bravo Charlie |
| G-ABCD | Golf Charlie Delta |
| PH-ABC | Papa Bravo Charlie |
| Piper G-BSZT | Piper Zulu Tango |
| Speedbird 246 | wird nicht gekürzt |
Wie das Beispiel Piper zeigt, darf vor dem Kennzeichen der Hersteller, das Modell oder die Luftfahrzeugkategorie stehen. US-Kennzeichen mit N werden nach einem eigenen Muster gekürzt. Bei sehr ähnlichen Kennzeichen auf einer Frequenz kann die Flugsicherung anordnen, wieder das volle Rufzeichen zu verwenden.
Große Flugzeuge hängen beim Erstkontakt ihre Wirbelschleppenkategorie an: „Heavy“ für schwere Typen wie die Boeing 747-400, „Super“ für den Airbus A380. Hörst du also „Super“ hinter einem Rufzeichen, lohnt sich der Blick nach oben.
Woher das Alphabet kommt
Vor dem heutigen Alphabet nutzte die Luftfahrt eine stark englisch geprägte Tafel, die mit „Able, Baker“ begann. Für Piloten und Lotsen ohne Englisch als Muttersprache war sie nur bedingt geeignet. Die ICAO beauftragte deshalb Ende der 1940er-Jahre Sprachforscher der Université de Montréal unter dem Linguisten Jean-Paul Vinay, ein Alphabet zu entwickeln, das in möglichst vielen Sprachen funktioniert.
Die erste Fassung trat Anfang der 1950er-Jahre in Kraft, zeigte im Alltag aber Schwächen: Einzelne Wortpaare ließen sich verwechseln, etwa Delta und Extra oder Nectar und Victor. Nach weiteren Tests mit Sprechern aus über 30 Ländern wurden fünf Wörter ausgetauscht:
| Buchstabe | Fassung 1951 | Heutige Fassung |
|---|---|---|
| C | Coca | Charlie |
| M | Metro | Mike |
| N | Nectar | November |
| U | Union | Uniform |
| X | Extra | X-ray |
Diese Fassung gilt seit 1956 und ist seitdem unverändert. Die NATO übernahm sie im selben Jahr, die Internationale Fernmeldeunion ITU spätestens 1959, später folgte die Seeschifffahrt. Deshalb heißt das Alphabet je nach Umfeld ICAO-, NATO- oder internationales Buchstabieralphabet – gemeint ist immer dieselbe Tafel.
Warum die Regeln so streng sind
Funk ist ein geteiltes Medium: Es spricht immer nur einer, die Qualität schwankt, und viele Beteiligte sprechen Englisch als Fremdsprache. Standardisierte Wörter und Zahlen sind deshalb ein zentraler Baustein der Flugsicherheit. Dazu kommt die Rücklesepflicht: Freigaben, Höhen, Kurse, Pisten, Frequenzen und Squawks liest der Pilot zurück, damit der Lotse Fehler sofort bemerkt. Wird etwas falsch gesagt, folgt „correction“, bei Unklarheit „say again“.
Wie wichtig eindeutige Formulierungen sind, zeigt die Luftfahrtgeschichte. Nach dem Unglück von Teneriffa 1977 wurde die Funkphraseologie in mehreren Punkten verschärft. Mehr zu Standardwörtern wie Roger, Wilco, Affirm und Negative findest du im Artikel Sprechfunk-Phraseologie, die Notrufe stehen unter Mayday und Pan-Pan.
In 5 Schritten zum Funk-Verständnis
1. Alphabet auswendig lernen
Sprich die 26 Wörter ein paar Tage lang laut durch – an der Ampel, beim Kaffee, beim Kennzeichen-Notieren am Spot.
2. Die vier Sonder-Ziffern einprägen
Tree, Fower, Fife und Niner sind die einzigen, die anders klingen. Dazu Decimal, Hundred und Thousand.
3. Mit dem Tower starten
Auf der Tower-Frequenz sind die Meldungen kurz und wiederholen sich: Pisten, Wind, Freigaben. Ideal zum Einhören. Unterschiede zwischen den Stellen erklärt der Guide Delivery, Ground, Tower, Approach, Center.
4. Mitschreiben
Notier Rufzeichen und Piste und gleich sie mit dem ab, was du siehst. Nach einer Stunde liest du Kennzeichen direkt aus dem Funk.
5. Wetter mitlesen
Wind und QNH aus dem Funk findest du auch in Wettermeldungen und in der ATIS wieder. Mit dem Artikel METAR und TAF lesen ordnest du die Zahlen sicher ein.
Wo du überhaupt mithören kannst, zeigen die Artikel Flugfunk online hören und Flugfunk-Scanner kaufen, alternativ geht es auch mit einem SDR-Stick. Bevor du einschaltest, lies unbedingt was beim Flugfunk-Hören rechtlich gilt – Mithören und Weitergeben von Inhalten sind nicht dasselbe.
Nicht verwechseln: Piste und Kurs
„Runway two six“ und „heading two six zero“ klingen ähnlich, bedeuten aber völlig Verschiedenes. Die Piste hat zwei Ziffern plus eventuell Left, Right oder Center, ein Kurs immer drei Ziffern. Wie Pisten benannt werden, steht in Pistenbezeichnungen am Flughafen.
Typische Funksprüche entschlüsselt
Zum Abschluss ein paar Beispiele, wie du sie an einem großen Flughafen wie Frankfurt oder München hören könntest. Die Rufzeichen sind fiktiv.
| Gehört | Bedeutung |
|---|---|
| „Delta Echo Alfa Bravo Charlie, squawk fower six two one“ | D-EABC, stelle den Transpondercode 4621 ein |
| „Descend altitude four thousand feet, QNH one zero zero eight“ | sinke auf 4.000 Fuß, Luftdruck 1008 hPa |
| „Climb flight level one hundred“ | steige auf Flugfläche 100 |
| „Wind two seven zero degrees, one two knots, runway two fife right, cleared to land“ | Wind aus 270 Grad mit 12 Knoten, Landung frei auf Piste 25R |
| „Contact Tower one one niner decimal niner“ | wechsle zum Tower auf 119.900 |
| „Taxi via Lima, Mike, holding point runway two six left“ | rolle über die Rollwege L und M zum Rollhalt der Piste 26L |
Gerade die Rollwegnamen werden fast immer buchstabiert – wie sie vergeben werden, erklärt der Artikel Rollwege, Haltepunkte und Schilder. Wer an einem Spot wie dem Besucherhügel München mithört und die Rollwege kennt, weiß damit oft schon vorher, wo eine Maschine gleich auftaucht.
Sitzt dein Funk-Alphabet?
- Ich kann das ICAO-Alphabet von Alfa bis Zulu ohne Spickzettel aufsagen.
- Ich kenne Tree, Fower, Fife und Niner und weiß, warum es sie gibt.
- Ich weiß, dass Flugflächen Ziffer für Ziffer gesprochen werden – außer glatten Hundertern.
- Ich kann eine sechsstellige Frequenz mit Decimal richtig aufschreiben.
- Ich erkenne ein abgekürztes Kennzeichen wie Delta Bravo Charlie wieder.
- Ich weiß, dass Uhrzeiten im Funk in UTC angegeben werden.
Kein Kennzeichen mehr verpassen
Setz Kennzeichen, Typen und Airlines auf deine Liste – Planetrack benachrichtigt dich bei Anflug und Landung. Deine Sichtungen landen im Hangar, deine Wunsch-Flieger auf der Wunschliste. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
Das ICAO-Buchstabieralphabet ist der Schlüssel zum Flugfunk. 26 feste Wörter, vier ungewohnte Zahlwörter und eine Handvoll Regeln reichen, um Kennzeichen, Pisten, Höhen, Frequenzen und Squawks sicher zu verstehen. Die Grundregel lautet: Ziffern einzeln, nur glatte Hunderter und Tausender bei Höhen und Sichtweiten zusammen, Frequenzen immer sechsstellig. Für Spotter lohnt sich das doppelt – wer den Funk versteht, weiß früher, was kommt, und kann seine Sichtungen sauber zuordnen.
Kurzfazit
Lern die 26 Wörter von Alfa bis Zulu und die Sonder-Ziffern Tree, Fower, Fife und Niner. Merk dir: Zahlen werden meist einzeln gesprochen, Höhen mit glatten Hundertern und Tausendern mit Hundred und Thousand, Frequenzen sechsstellig mit Decimal. Dann liest du Kennzeichen direkt aus dem Funk.
Zusammenfassung
- Das heutige ICAO-Buchstabieralphabet geht auf Forschung an der Université de Montréal Ende der 1940er-Jahre zurück und gilt in seiner endgültigen Form seit 1956.
- Fünf Wörter der ersten Fassung von 1951 wurden wieder ersetzt: Coca, Metro, Nectar, Union und Extra wichen Charlie, Mike, November, Uniform und X-ray.
- Für Zahlen gilt: Rufzeichen, Kurse, Flugflächen, Luftdruck, Wind und Frequenzen werden Ziffer für Ziffer übermittelt, Höhen mit glatten Hundertern und Tausendern mit Hundred und Thousand.
- Wer Buchstabieralphabet und Zahlenregeln beherrscht, versteht beim Mithören schnell Kennzeichen, Pisten, Squawks und Frequenzwechsel – und kann Sichtungen sauber zuordnen.
Häufige Fragen
Wie lautet das ICAO-Buchstabieralphabet?
Alfa, Bravo, Charlie, Delta, Echo, Foxtrot, Golf, Hotel, India, Juliett, Kilo, Lima, Mike, November, Oscar, Papa, Quebec, Romeo, Sierra, Tango, Uniform, Victor, Whiskey, X-ray, Yankee, Zulu. Jedes Wort steht für genau einen Buchstaben und wird im Flugfunk immer dann verwendet, wenn einzelne Buchstaben übermittelt werden – etwa bei Kennzeichen, Rollwegen oder Wegpunkten.
Warum heißt es Alfa und nicht Alpha?
Weil Sprecher mancher Sprachen nicht wissen, dass ph wie f ausgesprochen wird. Mit der Schreibweise Alfa ist die Aussprache eindeutig. Aus demselben Grund schreibt die ICAO Juliett mit zwei t: Französischsprachige würden ein einzelnes t am Wortende sonst stumm lassen. Manche nationalen Handbücher schreiben trotzdem Alpha – gesprochen wird es gleich.
Warum sagen Piloten Niner statt Nine?
Niner ist zweisilbig und lässt sich damit nicht mit dem deutschen Nein verwechseln. Nach demselben Prinzip wird three als Tree gesprochen, four als Fower und five als Fife – so unterscheiden sich die Zahlen deutlich von ähnlich klingenden Wörtern wie for oder fire und lassen sich auch ohne englisches th sauber aussprechen.
Wie wird eine Flugfläche ausgesprochen?
Ziffer für Ziffer: FL180 ist Flight Level One Eight Zero, FL350 ist Flight Level Tree Fife Zero. Ausnahme sind glatte Hunderter wie FL100, FL200 oder FL300 – die werden als Flight Level One Hundred, Two Hundred oder Tree Hundred gesprochen.
Wie werden Funkfrequenzen ausgesprochen?
Ziffer für Ziffer mit Decimal für den Punkt, und zwar mit allen sechs Stellen – egal ob es sich um eine Frequenz im 25-kHz- oder im 8,33-kHz-Raster handelt. Nur wenn die letzten beiden Ziffern null sind, reichen die ersten vier: 122.500 wird zu One Two Two Decimal Fife, 118.125 zu One One Eight Decimal One Two Fife.
Wie wird ein Flugzeugkennzeichen im Funk gekürzt?
Nach dem ersten Kontakt darf die Flugsicherung das Rufzeichen abkürzen, sofern keine Verwechslung droht. Bei Kennzeichen bleibt dann das erste Zeichen plus mindestens die letzten beiden: Aus D-EABC wird Delta Bravo Charlie. Der Pilot kürzt sein Rufzeichen erst, nachdem die Bodenstelle es gekürzt hat. Airlines nutzen stattdessen ihr Funkrufzeichen plus Flugnummer und werden nicht so gekürzt.
Wird im deutschen Flugfunk auch das ICAO-Alphabet benutzt?
Ja. Auch wenn auf Deutsch gefunkt wird, buchstabiert man einzelne Buchstaben mit dem ICAO-Alphabet. Bei den Zahlen gibt es eine deutsche Besonderheit: Zwei wird als Zwo gesprochen, damit es sich klar von drei unterscheidet.
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