Das Wichtigste in Kürze
- Onur Air ist eine historische türkische Fluggesellschaft: gegründet am 14. April 1992, letzter Linienflug im November 2020, Betriebsgenehmigung 2022 endgültig entzogen.
- Codes: IATA 8Q, ICAO OHY, Rufzeichen „ONUR AIR“.
- Kerngeschäft waren Urlaubsflüge zwischen Deutschland und der Türkei, ergänzt durch Inlandslinien und Wetlease-Einsätze.
- Bunte Flottengeschichte: A320 von Anfang an, dazu A300, MD-83, MD-88, A321, kurzzeitig A321neo und ab 2015 A330.
- 2005 sorgte ein Einflugverbot in Deutschland, den Niederlanden, der Schweiz und Frankreich für Schlagzeilen – es wurde nach Überprüfungen wieder aufgehoben.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Onur Air im Überblick
- 2.Die Geschichte in Etappen
- 3.Codes und Rufzeichen
- 4.Die Flotte von Onur Air
- 5.Onur Air in Deutschland
- 6.Die Schlagzeilen von 2005
- 7.Wetlease und die Einsätze für Saudi Arabian Airlines
- 8.Weitere Zwischenfälle
- 9.Woran du Onur Air erkennst
- 10.Das Ende: von der Pandemie zum Lizenzentzug
- 11.Onur Air im Spotter-Alltag heute
- 12.Häufige Verwechslungen
- 13.Fazit
Steckbrief
| IATA-Code | 8Q |
|---|---|
| ICAO-Code | OHY |
| Rufzeichen | ONUR AIR |
| Drehkreuze | IST, AYT |
| Status | Historisch – letzter Linienflug am 14. November 2020, Flugbetrieb ab Dezember 2020 eingestellt, Betriebsgenehmigung 2022 entzogen |
| Gegründet | 14. April 1992 in Istanbul |
| Erster Flug | Mai 1992 mit einem Airbus A320 nach Ercan (Nordzypern) |
| Sitz | Istanbul, zuletzt Technikbereich am Flughafen Atatürk |
| Basen | Istanbul-Atatürk (bis April 2019), danach Flughafen Istanbul (IST); zusätzlich Antalya (AYT) |
| Eigentümer | Ten Tour Gruppe, Inhaber Hamit Cankut Bagana |
| Geschäftsmodell | Charterflüge für Reiseveranstalter, Wetlease, dazu Linienverkehr innerhalb der Türkei und einige Auslandsstrecken |
| Tochtergesellschaft | Holiday Europe (Bulgarien), AOC im August 2019, Onur Air mit 49 Prozent beteiligt |
| Flotte im März 2022 | 8 abgestellte Flugzeuge: 3 A320-200, 2 A321-100, 3 A321-200 |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich Onur Air?
- Schriftzug „Onur Air“ bzw. „onurair“ am Rumpf
- Türkische Kennzeichen mit TC-, auffallend viele davon mit TC-O… (etwa TC-ONP, TC-OBZ, TC-OCH)
- Bis etwa 2011 auch MD-88 und MD-83 mit Hecktriebwerken, bis 2013 A300 – danach fast nur noch Airbus-Schmalrumpf und A330
- Ab Mitte der 2010er A330-200 und A330-300, oft im Wetlease für andere Airlines unterwegs
- Flugnummer mit 8Q, im Flugplan der Flugsicherung OHY bzw. „ONUR AIR“
- Typische Fotoorte: Düsseldorf, Köln/Bonn, Stuttgart und andere deutsche Flughäfen in der Urlaubssaison
Wer zwischen Mitte der 1990er- und Ende der 2010er-Jahre im Sommer an einem deutschen Flughafen stand, kam an Onur Air kaum vorbei. Die Airline aus Istanbul brachte Jahr für Jahr Urlauber an die türkische Riviera und Familien in ihre Heimatregionen – mit A320 und A321, zeitweise mit großen A300 und schlanken MD-88, später sogar mit A330. Ende 2020 war Schluss. Diese Seite zeigt, wie Onur Air entstand, welche Flugzeuge sie flog, was es mit den Schlagzeilen von 2005 auf sich hatte und woran du die Airline auf alten Fotos erkennst.
Dein Türkei-Archiv, sauber sortiert
Mit Planetrack postest du Sichtungen mit Foto, Kennzeichen, Typ, Airline und Flughafen – so findest du auch alte Onur-Air-Aufnahmen jederzeit wieder. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Onur Air im Überblick
Onur Air war eine private türkische Fluggesellschaft, die von 1992 bis Ende 2020 flog. Ihre Heimat war zunächst der Flughafen Istanbul-Atatürk, ab April 2019 der neue Flughafen Istanbul. Eine wichtige zweite Basis lag in Antalya, dem Tor zur türkischen Riviera. Der Name bedeutet auf Türkisch „Ehre“, im Alltag schrieb die Airline sich gern zusammen: OnurAir oder onurair.
Das Geschäft stand auf drei Beinen. Den größten Teil machten Charterflüge für Reiseveranstalter aus, vor allem zwischen Mitteleuropa und den Urlaubsregionen der Türkei. Dazu kamen Linienflüge innerhalb der Türkei und einige Auslandsstrecken, unter anderem nach Deutschland und in den Nahen Osten. Das dritte Standbein war das Vermieten von Flugzeugen samt Besatzung an andere Airlines, der sogenannte Wetlease. Was das genau bedeutet, erklärt der Beitrag Wet-Lease erklärt.
Für Spotter ist Onur Air heute ein Archiv-Thema – aber ein dankbares. Kaum eine andere türkische Airline hat in so kurzer Zeit so viele verschiedene Airbus-Baureihen geflogen, und an deutschen Flughäfen war sie jahrzehntelang Stammgast.
Die Geschichte in Etappen
Onur Air wurde am 14. April 1992 gegründet, ursprünglich im Umfeld des türkischen Reiseveranstalters TK Air Travel. Nur einen Monat später ging es los: Der erste Flug führte mit einem Airbus A320 nach Ercan im Norden Zyperns. Die Flotte wuchs zügig, Ende 1995 waren bereits neun Flugzeuge im Einsatz.
Mitte der 1990er-Jahre stieg die Ten Tour Gruppe ein und übernahm die Airline vollständig – die Quellen nennen dafür teils 1994 als Beginn der Beteiligung, teils 1996 als Jahr der Übernahme. Mit dem neuen Eigentümer kamen eine solidere Finanzierung, zusätzliche Airbusse und der Aufbau eines Inlandsnetzes. Zum Gesicht der Airline wurde Inhaber Hamit Cankut Bagana.
1992
Gründung am 14. April, erster Flug im Mai mit einem A320 nach Ercan (Nordzypern).
1994–1996
Die Ten Tour Gruppe steigt ein und übernimmt Onur Air. Die Airbus-Flotte wächst, ein Inlandsnetz wird aufgebaut.
1996–1997
Großraum-A300 für den Urlauberboom, ab 1997 MD-80-Jets für nachfrageschwächere Strecken.
1998–1999
Die Flotte schrumpft vorübergehend: 1998 auf 13, 1999 auf neun Flugzeuge.
2005
Einflugverbote in Deutschland, den Niederlanden, der Schweiz und Frankreich; nach Prüfungen wieder aufgehoben.
2013–2016
Abschied von den letzten A300 im Frühjahr 2013, ab 2015 kommen A330-300, ab 2016 auch A330-200.
2019
Umzug zum neuen Flughafen Istanbul im April, Gründung der bulgarischen Tochter Holiday Europe im August.
2020–2022
Letzter Linienflug am 14. November 2020, Betrieb ruht ab Dezember. Ende 2021 keine AOC-Verlängerung, 2022 Lizenzentzug.
Ende der 1990er-Jahre musste Onur Air eine schwierigere Phase überstehen: Die Flotte wurde 1998 auf 13 und 1999 auf neun Flugzeuge verkleinert. Danach ging es wieder bergauf, und in den 2000er-Jahren gehörte die Airline zu den großen Namen im Türkei-Verkehr. Den Unterschied zwischen Charter- und Linienbetrieb, zwischen denen Onur Air ständig pendelte, ordnet der Beitrag Charterflug und Linienflug ein.
Codes und Rufzeichen
- IATA-Code 8Q: stand in der Flugnummer, auf Tickets und Anzeigetafeln – etwa beim letzten Linienflug 8Q351 aus Kuwait.
- ICAO-Code OHY: nutzte die Flugsicherung im Flugplan.
- Rufzeichen ONUR AIR: so meldeten sich die Besatzungen im Funk.
Seit dem Ende der Airline tauchen diese Codes nur noch in historischen Quellen auf. Findest du „8Q“ oder „OHY“ in einem alten Logbuch, kannst du die Zuordnung zu Onur Air als ziemlich sicher ansehen – prüf aber das Datum, denn Codes werden nach dem Ende einer Gesellschaft mitunter neu vergeben.
Alte Fotos richtig beschriften
Notiere bei Onur-Air-Bildern neben der Airline immer das Kennzeichen und den genauen Typ. Gerade bei der A320-Familie und den MD-80-Varianten verrät oft erst das Kennzeichen, welche Maschine du vor der Linse hattest. Wie türkische und andere Kennzeichen aufgebaut sind, zeigt der Guide Flugzeug-Kennzeichen verstehen.
Die Flotte von Onur Air
Onur Air setzte von Beginn an auf Airbus. Der A320 war das erste Flugzeug und blieb bis zum Schluss im Bestand. Drumherum wechselte das Bild aber häufig: Großraum-A300 für die Hochsaison, MD-80-Jets von McDonnell Douglas für kleinere Strecken, später verschiedene A321-Versionen und schließlich der A330.
| Typ | Zeitraum (ca.) | Einsatz | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|---|
| Airbus A320-200 | 1992 bis 2020 | Charter und Linie | Erster Typ der Airline, bis zum Schluss im Bestand |
| Airbus A321-100 | ab Mitte der 1990er, teils bis zum Ende | Charter | Erste Serienversion des A321, kürzere Reichweite als die -200 |
| Airbus A321-200 | ab 2003 bis 2020 | Charter und Linie | Wichtigster Typ der späten Jahre |
| Airbus A321neo | 2019 bis 2020 | Charter | Nur zwei Exemplare, übernommen aus dem Bestand der insolventen WOW air |
| Airbus A300B2/B4 | ab 1996/1997 bis 2006 | Großraum-Charter | Frühe Großraum-Airbusse für Ferienspitzen |
| Airbus A300-600 | 2000er bis 2013 | Charter und Wetlease | Mit über 300 Sitzen bestuhlt, letzte A300 im April 2013 ausgeflottet |
| McDonnell Douglas MD-88 | 1997 bis 2011 | Charter | Hecktriebwerke und T-Leitwerk |
| McDonnell Douglas MD-83 | 1997 bzw. 2005 bis 2010 | Charter | Einige Maschinen gingen danach an andere Betreiber |
| Airbus A330-300 | 2015 bis 2021 | Charter und Wetlease | Längerer Rumpf der A330-Familie |
| Airbus A330-200 | 2016 bis 2021 | Charter und Wetlease | Teils für Saudi Arabian Airlines im Einsatz |
Die Angaben zu Zeiträumen und Stückzahlen weichen je nach Quelle etwas voneinander ab, deshalb sind sie hier als Annäherung zu verstehen. Eine Besonderheit für Typ-Fans: Nach Angaben in Flottenübersichten zählten die beiden A321-100, die bei der Betriebseinstellung noch in Istanbul standen, zu den allerersten gebauten A321 aus dem Jahr 1993.
Beim Bestimmen alter Bilder hilft der Guide A318, A319, A320 und A321 auseinanderhalten. Bei den Großraumjets der späten Jahre lohnt der Blick in den Beitrag A330 oder A340? – an der Zahl der Triebwerke erkennst du sofort, dass ein zweistrahliger A330 vor dir steht.
Ex-Onur-Air-Maschinen auf dem Schirm
Setz frühere Onur-Air-Typen auf deine Wunschliste im Hangar und leg Sichtungs-Alarme für Kennzeichen an – Planetrack meldet sich, wenn ein passendes Flugzeug im Anflug auf deinen Flughafen ist. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
Onur Air in Deutschland
Deutschland war für Onur Air der wichtigste Auslandsmarkt. Angeflogen wurden im Laufe der Jahre unter anderem Berlin, Bremen, Hamburg, Frankfurt, München, Stuttgart, Leipzig/Halle und Erfurt-Weimar, dazu weitere Ziele in der Saison. Im Linienflugplan der letzten Jahre standen Düsseldorf und Köln/Bonn.
Die Flüge bedienten zwei Gruppen: Pauschalurlauber auf dem Weg nach Antalya, Dalaman oder an die Ägäis und Menschen mit türkischen Wurzeln, die Familie und Freunde besuchten. Gerade in den Sommerferien tauchten Onur-Air-Jets deshalb an vielen deutschen Flughäfen mehrmals pro Woche auf. Wer damals auf der Besucherterrasse in Düsseldorf, der Terrasse in Köln/Bonn oder der Besucherterrasse in Stuttgart stand, hat mit guter Wahrscheinlichkeit Onur-Air-Bilder im Archiv.
Auch in der Schweiz war Onur Air im Charterverkehr unterwegs, etwa in Zürich. Wer dort in den 2000er-Jahren fotografiert hat, findet die Airline womöglich ebenfalls im eigenen Archiv.
Die Schlagzeilen von 2005
Im Mai 2005 geriet Onur Air in die Nachrichten. Am 12. und 13. Mai entzogen die niederländischen Behörden und das deutsche Luftfahrt-Bundesamt der Airline die Einflugerlaubnis, weil bei Kontrollen erhebliche Mängel an Flugzeugen festgestellt worden waren. Am 14. Mai zogen die Schweiz und Frankreich nach. Für Tausende Urlauber, die mit Onur Air gebucht hatten, mussten die Veranstalter kurzfristig Ersatz organisieren.
Die Türkei reagierte zunächst mit einer Gegenmaßnahme und entzog deutschen Airlines die Landeerlaubnis. Nach Protesten des Auswärtigen Amts wurde dieser Schritt wieder zurückgenommen. Onur Air verwies darauf, von Airbus und Boeing mehrfach für ihre Wartungsabläufe ausgezeichnet worden zu sein. Die Niederlande ließen die Airline nach Gesprächen bereits ab dem 24. Mai 2005 wieder fliegen, und auch Deutschland hob das Verbot nach Überprüfungen wieder auf. Vom 4. bis 6. Juli 2005 wurde die Überprüfung mit einem abschließenden Treffen in Antalya vorläufig beendet.
Hintergrund: Sicherheitslisten in Europa
Der Fall Onur Air fiel in eine Zeit, in der Europa über einheitliche Regeln für unsichere Airlines diskutierte. Wie die heutige europäische Liste funktioniert, erklärt der Beitrag EU-Flugsicherheitsliste. Onur Air selbst konnte nach 2005 wieder regulär nach Europa fliegen.
Wetlease und die Einsätze für Saudi Arabian Airlines
Ein Teil der Onur-Air-Flotte war regelmäßig gar nicht unter eigener Flugnummer unterwegs, sondern im Auftrag anderer Gesellschaften. Besonders sichtbar wurde das bei Saudia: Für die saudische Airline flog Onur Air mit A300-600 und später mit A330.
Zwei dieser Einsätze endeten mit Totalverlusten, bei denen niemand ums Leben kam. Am 1. Mai 2012 musste ein A300-600 mit dem Kennzeichen TC-OAG nach einem Positionierungsflug ohne Passagiere in Jeddah ohne ausgefahrenes Bugfahrwerk landen, die zehn Besatzungsmitglieder blieben unverletzt. Am 21. Mai 2018 erwischte es einen A330-200 (TC-OCH) auf dem Weg von Medina nach Dhaka: Nach Hydraulikproblemen landete er in Jeddah ebenfalls ohne Bugfahrwerk. Bei der Evakuierung wurde ein Passagier schwer und 52 weitere leicht verletzt. Beide Flugzeuge wurden nicht mehr repariert.
Zwischen 2009 und 2014 waren außerdem zwei A320 mit den Kennzeichen TC-KLA und TC-KLB für die russische Kogalymavia im Einsatz, an der Cankut Bagana beteiligt war. Wie Leasingmodelle im Allgemeinen funktionieren, zeigt der Beitrag Flugzeugleasing.
Weitere Zwischenfälle
In knapp drei Jahrzehnten gab es neben den beiden Jeddah-Unfällen einige weitere Ereignisse, die in den Unfallstatistiken auftauchen:
- 17. Juni 2003, Groningen: Die MD-88 TC-ONP brach den Start wegen Problemen mit dem Höhenruder ab und schoss über das Pistenende hinaus. Die 149 Menschen an Bord blieben unverletzt, das Flugzeug wurde repariert.
- 1. Januar 2007, Istanbul: Bei derselben MD-88 sprang in Istanbul eine Frachtraumtür auf, Gepäck fiel auf die Piste. Verletzt wurde niemand.
- 7. September 2007: Ein A321 verlor auf einem Charterflug von Dalaman nach Birmingham den Kabinendruck und landete außerplanmäßig in Istanbul.
- 26. September 2013, Deauville: Ein A321-200 (TC-OBZ) sank im Anflug viel zu tief, die Crew startete nach Warnungen durch und landete kurz darauf sicher.
- 26. Januar 2019, Antalya: Bei einem Gewittersturm trafen umherfliegende Bodenfahrzeuge den A321-200 TC-OEB so schwer, dass er abgeschrieben wurde.
Woran du Onur Air erkennst
Am sichersten identifizierst du Onur-Air-Maschinen über den Schriftzug „Onur Air“ bzw. „onurair“ am Rumpf und über das türkische Kennzeichen mit TC-. Viele Flugzeuge der Airline trugen Kennzeichen, die mit TC-O beginnen – das ist ein guter Anhaltspunkt, aber kein Beweis, denn das Kennzeichen kann nach dem Verkauf bei einem anderen Betreiber weiterleben oder umgekehrt.
Der Typ hilft bei der zeitlichen Einordnung: Eine MD-88 deutet auf die Zeit bis etwa 2011, ein A300 auf die Jahre bis 2013, ein A330 oder gar ein A321neo auf die späten 2010er-Jahre. Vorsicht bei Wetlease-Flügen: Ein Onur-Air-Flugzeug konnte unter fremder Flugnummer fliegen, und manche Maschinen trugen in solchen Phasen Zusatzbeschriftungen des Auftraggebers. Beim Einordnen solcher Mischformen hilft der Beitrag zu Hybrid- und Mischlackierungen.
Zeigt dein altes Foto wirklich Onur Air?
- Schriftzug „Onur Air“ oder „onurair“ am Rumpf
- Türkisches Kennzeichen mit TC- am Heck
- Typ A320, A321, A300, A330, MD-83 oder MD-88
- Aufnahme aus der Zeit vor Ende 2020
- Ort wie Istanbul, Antalya oder ein deutscher Ferienflughafen
- Flugnummer mit 8Q oder OHY im Logbuch notiert
Das Ende: von der Pandemie zum Lizenzentzug
Onur Air war schon vor 2020 finanziell angeschlagen. Mit dem Einbruch des Luftverkehrs durch die Corona-Pandemie wurde die Lage kritisch: Ab März 2020 standen viele Flugzeuge still, Verkaufsversuche scheiterten. Am Vormittag des 14. November 2020 landete mit 8Q351 aus Kuwait der letzte planmäßige Flug in Istanbul. Ab Dezember 2020 ruhte der Flugbetrieb vollständig, auch bei der bulgarischen Tochter Holiday Europe.
April 2021
Die staatliche Kurzarbeitsunterstützung läuft aus, die Beschäftigten werden in unbezahlten Urlaub geschickt.
Juni 2021
Wegen offener Rechnungen von rund 500.000 Euro werden acht Flugzeuge in Antalya gepfändet.
Juli 2021
Ein angekündigter Neustart Ende Juli platzt, weil der Verkauf an einen Investor nicht zustande kommt.
Oktober bis Dezember 2021
Die Lizenz von Holiday Europe wird ausgesetzt. Die türkische Luftfahrtbehörde kündigt an, das AOC von Onur Air nicht zu verlängern; Leasinggeber holen ihre Flugzeuge zurück.
2022
Im Februar geht das letzte flugfähige Flugzeug an den Leasinggeber, im Juni wird die Betriebsgenehmigung endgültig entzogen.
Übrig blieben acht ältere A320 und A321, die abgestellt in Istanbul und Antalya standen. Einige Maschinen wurden in der Türkei ausgeschlachtet, der Verbleib anderer ist unübersichtlich. Wie der Zusammenbruch von Onur Air im Vergleich zu anderen Airline-Pleiten dasteht, zeigt der Beitrag zu großen Airline-Pleiten in Europa. Ähnlich erging es übrigens der Istanbuler Konkurrentin Atlasglobal, die ihren Betrieb bereits 2020 aufgab.
Spotten heute: nur noch mit Vorgeschichte
Ein Flugzeug in Onur-Air-Farben wirst du im Betrieb nicht mehr sehen. Was bleibt, sind Fotos aus der Zeit bis 2020, abgestellte Maschinen und frühere Onur-Air-Flugzeuge, die bei anderen Betreibern weiterflogen. Fotografiere in der Türkei nur von eindeutig erlaubten Orten aus – die Regeln erklärt der Beitrag Fotografieren an Flughäfen in der Türkei.
Onur Air im Spotter-Alltag heute
Für dein Logbuch ist Onur Air vor allem ein Archiv-Thema. Wer in den 1990er- und 2000er-Jahren an deutschen Ferienflughäfen fotografiert hat, findet in alten Bildern oft A300, MD-88 oder die frühen A321 der Airline. Diese Aufnahmen lohnt es sich zu digitalisieren und sauber zu beschriften: Typ, Kennzeichen, Ort und Datum machen aus einem Erinnerungsfoto einen vollständigen Eintrag.
Spannend ist auch die Spurensuche nach dem Verbleib einzelner Maschinen. Über Seriennummer und Kennzeichen lassen sich Lebensläufe oft lückenlos verfolgen – wie das geht, zeigt der Guide Wie alt ist dieses Flugzeug?. Die beiden A321neo zum Beispiel kamen 2019 aus dem Bestand der isländischen WOW air und blieben nur kurz.
Die türkische Ferienflieger-Szene ist auch ohne Onur Air lebendig. Wer heute in Deutschland Flüge an die Riviera fotografieren möchte, trifft auf SunExpress, Corendon Airlines, Freebird Airlines oder Pegasus Airlines. Und wer selbst nach Istanbul reist, findet im Guide Planespotting in Istanbul Tipps für die Spots rund um die Stadt.
Gute Chancen auf Onur-Air-Spuren, wenn …
- du Sommerfotos von deutschen Ferienflughäfen aus der Zeit vor 2020 durchsiehst
- du gezielt die Lebensläufe früherer Onur-Air-Flugzeuge über Kennzeichen und Seriennummer verfolgst
Prüf es genau, wenn …
- ein Onur-Air-Flugzeug unter fremder Flugnummer unterwegs war – dann lief vermutlich ein Wetlease
- ein Kennzeichen mit TC-O beginnt, aber Schriftzug oder Datum nicht passen
Keine Chance auf Onur Air, wenn …
- du heute im Flugplan nach 8Q- oder OHY-Flügen suchst – die Airline fliegt seit Ende 2020 nicht mehr
Häufige Verwechslungen
- Onur Air für eine Tochter von Turkish Airlines halten – sie war ein privates Unternehmen und direkte Konkurrentin von Turkish Airlines im Inlandsverkehr.
- Onur Air als reinen Billigflieger sehen – das Kerngeschäft waren Charterflüge für Veranstalter, ergänzt durch Linien und Wetlease.
- Das Einflugverbot von 2005 als dauerhaft notieren – die Sperren wurden nach wenigen Wochen und unter Auflagen wieder aufgehoben.
- Den letzten Flug mit dem Lizenzentzug verwechseln – geflogen wurde zuletzt im November 2020, die Betriebsgenehmigung wurde erst 2022 entzogen.
- Jeden A330 im Saudia-Einsatz für ein Saudia-Flugzeug halten – einige davon stammten aus der Onur-Air-Flotte und trugen türkische Kennzeichen.
- Holiday Europe für eine eigenständige Konkurrenz halten – die bulgarische Airline war eine Beteiligung von Onur Air und flog mit deren Flugzeugen.
Türkei-Charter im eigenen Hangar
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Fazit
Onur Air steht für fast drei Jahrzehnte türkischer Ferienfliegerei: gestartet 1992 mit einem einzelnen A320, groß geworden mit dem Türkei-Boom, geprägt von A300, MD-88 und später A330 im Wetlease. Dazwischen lagen die Schlagzeilen von 2005, zwei Bugfahrwerkslandungen in Jeddah und ein Ende, das sich über die Pandemie bis 2022 hinzog. Für Spotter lohnt der Blick zurück – auf Sommerfotos von deutschen Flughäfen, auf saubere Kennzeichen und auf die Flugzeuge, die nach Onur Air anderswo weiterflogen.
Kurzfazit
Onur Air (IATA 8Q, ICAO OHY) war eine private türkische Charter- und Linienairline aus Istanbul, die von 1992 bis November 2020 flog. Schriftzug und Typ verraten die Epoche, das TC-Kennzeichen zeigt, welche Maschine es genau war und wohin sie später ging.
Zusammenfassung
- Onur Air startete 1992 mit einem einzigen Airbus A320 und wuchs mit dem Türkei-Boom der 1990er zu einem der bekanntesten türkischen Ferienflieger.
- Neben A320 und A321 flogen zeitweise A300 für große Urlauberzahlen sowie MD-83 und MD-88 auf schwächeren Strecken.
- Ab 2015 kamen A330 hinzu, die unter anderem im Wetlease für Saudi Arabian Airlines eingesetzt wurden.
- Schon vor Corona finanziell angeschlagen, stellte Onur Air den Flugbetrieb Ende 2020 ein; 2021 folgte die Ankündigung, das AOC nicht zu verlängern, 2022 der endgültige Lizenzentzug.
Häufige Fragen
Welchen IATA- und ICAO-Code hatte Onur Air?
Onur Air flog mit dem IATA-Code 8Q und dem ICAO-Code OHY. Im Funk meldeten sich die Besatzungen mit dem Rufzeichen „ONUR AIR“. Weil die Airline nicht mehr fliegt, findest du diese Kennungen heute nur noch in alten Flugplänen, Logbüchern und Fotodatenbanken.
Was bedeutet der Name Onur?
„Onur“ ist das türkische Wort für Ehre. Der Name wurde oft zusammengeschrieben als „OnurAir“ oder „onurair“ verwendet – auch im Schriftzug auf den Flugzeugen.
Welche Flugzeuge flog Onur Air?
Das Rückgrat bildeten über die ganze Zeit Airbus A320-200 und später A321. Dazu kamen Airbus A300B2, A300B4 und A300-600, die MD-80-Varianten MD-82, MD-83 und MD-88, kurzzeitig zwei A321neo und ab 2015 A330-200 und A330-300. Bei der Betriebseinstellung standen nur noch acht ältere A320 und A321 abgestellt in Istanbul und Antalya.
Warum wurde Onur Air 2005 in Deutschland gesperrt?
Im Mai 2005 entzogen das Luftfahrt-Bundesamt und die niederländischen Behörden der Airline die Einflugerlaubnis, nachdem bei Kontrollen erhebliche Mängel an Flugzeugen festgestellt worden waren. Kurz darauf folgten die Schweiz und Frankreich. Die Sperren wurden nach Gesprächen und Prüfauflagen wieder aufgehoben, die Überprüfung wurde im Juli 2005 vorläufig abgeschlossen.
Wann hat Onur Air aufgehört zu fliegen?
Der letzte planmäßige Flug landete am 14. November 2020 aus Kuwait in Istanbul, ab Dezember 2020 ruhte der Betrieb komplett. Ein angekündigter Neustart im Sommer 2021 kam nicht zustande. Ende 2021 kündigte die türkische Luftfahrtbehörde an, das AOC nicht zu verlängern, im Juni 2022 wurde die Betriebsgenehmigung endgültig entzogen.
Wo konnte man Onur Air in Deutschland sehen?
Onur Air flog eine ganze Reihe deutscher Flughäfen an, darunter Berlin, Bremen, Hamburg, Frankfurt, München, Stuttgart, Leipzig/Halle und Erfurt-Weimar. Zuletzt standen Düsseldorf und Köln/Bonn im Linienflugplan. Wer in den Sommermonaten an einem dieser Flughäfen fotografiert hat, hat gute Chancen auf Onur-Air-Bilder im Archiv.
Was war Holiday Europe?
Holiday Europe war eine bulgarische Charterairline, die 2019 ihre Betriebsgenehmigung erhielt. Onur Air hielt aus rechtlichen Gründen 49 Prozent und stellte Flugzeuge und Besatzungen. Mit dem Niedergang der Mutter kam auch Holiday Europe zum Erliegen, die bulgarische Behörde setzte die Lizenz im Oktober 2021 aus.
Onur Air im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
Airbus A320 (ceo)
Der Jet, mit dem Airbus den Kurzstreckenmarkt umgekrempelt hat: Die A320 der ersten Generation ist seit 1988 im Dienst und noch immer an fast jedem Flughafen zu sehen. So erkennst du sie und ihre Varianten.
FlugzeugtypAirbus A321 (ceo)
Der lange Airbus aus Hamburg: Die A321ceo ist der gestreckte Ableger der A320 und seit 1994 bei Lufthansa im Einsatz. Vier Türpaare und schlanke Proportionen verraten sie – so erkennst du sie sicher.
FlugzeugtypAirbus A321neo
Der lange Bruder der A320neo: Die A321neo ist der größte Jet der Familie und fliegt als LR und XLR sogar über den Atlantik. So erkennst du sie und ihre Varianten.
FlugzeugtypAirbus A330-200
Kürzer als die A330-300, mit auffällig hohem Seitenleitwerk und großer Reichweite: Die A330-200 ist ein Langstrecken-Klassiker, der langsam aus Europas Flotten verschwindet. So erkennst du sie sicher.
FlugzeugtypAirbus A330-300
Langer Rumpf, zwei Triebwerke, aufgesetzte Winglets: Die A330-300 ist seit über 30 Jahren ein Arbeitstier der Langstrecke. So erkennst du sie und grenzt sie von ihren Geschwistern ab.
FlugzeugtypAirbus A300B4
Die A300B4 war die Version, mit der Airbus wirklich ins Geschäft kam: mehr Treibstoff, mehr Reichweite, und 1978 der Durchbruch in den USA. Heute ist sie eine Rarität, die fast nur noch als Frachter unterwegs ist.
FlugzeugtypAirbus A300-600
Der erste Großraum-Twin der Welt lebt heute vor allem als Frachter weiter: Die A300-600 fliegt nachts für DHL, FedEx und UPS. So erkennst du sie und findest sie vor deiner Linse.
FlugzeugtypMcDonnell Douglas MD-88
Außen eine klassische lange MD-80, innen Bildschirme statt Rundinstrumente: Die MD-88 war die letzte Version der Familie und über drei Jahrzehnte das Arbeitstier von Delta Air Lines. Hier erfährst du, was sie ausmacht und wo du sie heute noch findest.
FlugzeugtypMcDonnell Douglas MD-83
Mehr Treibstoff, mehr Gewicht, mehr Reichweite: Die MD-83 war die Langstrecken-Version der MD-80 und flog Urlauber ohne Zwischenstopp ans Mittelmeer und auf die Kanaren. Heute hält sie sich als ACMI-Charterjet und als Frachter.
Weitere Airlines
Turkish Airlines
Die türkische Netzwerk-Airline mit dem roten Leitwerk: 1933 gegründet, seit 2008 in der Star Alliance und mit dem Drehkreuz Istanbul eine der Airlines, die die meisten Länder der Welt anfliegt.
Low-CostPegasus Airlines
Die türkische Low-Cost-Airline aus Istanbul-Sabiha Gökçen: fast reine Airbus-A320neo-Familie, ein dichtes Deutschland-Netz und seit Oktober 2026 die Smartwings-Gruppe unter dem eigenen Dach.
FerienfliegerSunExpress
Der türkische Ferienflieger aus Antalya gehört je zur Hälfte Lufthansa und Turkish Airlines, fliegt ausschließlich Boeing 737 und verbindet Deutschland so dicht mit der Türkei wie kaum eine andere Airline.
FerienfliegerCorendon Airlines
Türkischer Ferienflieger aus Antalya mit kleiner Boeing-737-Flotte, rotem Stern am Leitwerk und zwei Schwester-Airlines in Malta und den Niederlanden – im Sommer an vielen deutschen Flughäfen zu Hause.
FerienfliegerAtlasglobal
Historische türkische Airline aus Istanbul: 2001 als Ableger des Öger-Konzerns gestartet, als Atlasjet mit Boeing 757 und Airbus-Jets groß geworden, 2015 in Atlasglobal umbenannt und im Februar 2020 am Boden.
FerienfliegerFreebird Airlines
Türkischer Ferien- und Charterflieger mit Basis in Antalya: kleine, reine Airbus-A320-Flotte, Leitwerke in unterschiedlichen Farben und eine maltesische Schwester, die mit EU-Lizenz fliegt.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Flughafen Istanbul
Einer der größten Flughäfen Europas, gebaut in Rekordzeit am Schwarzen Meer: Seit April 2019 schlägt hier das Herz von Turkish Airlines – mit sechs Bahnen, einem Terminal unter einem Dach und der ersten offiziellen Spotterzone der Türkei.
FlughafenFlughafen Antalya
Das Tor zur Türkischen Riviera: Rund 39 Millionen Passagiere im Jahr, drei Bahnen, Heimatbasis von SunExpress und Corendon – und im Sommer ein Ferienflughafen, an dem fast jede europäische Charterairline auftaucht. Spotten ist möglich, verlangt aber Fingerspitzengefühl.
HerstellerAirbus
Europäisches Luft- und Raumfahrtunternehmen und einer der beiden großen Hersteller von Verkehrsflugzeugen – mit Flugzeugfamilien vom A220 bis zum A350.
HerstellerMcDonnell Douglas
Historischer US-Hersteller, 1967 aus McDonnell Aircraft und Douglas Aircraft entstanden und 1997 in Boeing aufgegangen. Seine Jets mit Hecktriebwerken – DC-9, MD-80, DC-10 und MD-11 – prägten Jahrzehnte des Luftverkehrs und sind heute gesuchte Motive für Spotter.
Wo du Onur Air vor die Linse bekommst
Spotting-Spots, an denen diese Airline regelmäßig zu sehen ist – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.
Besucherterrasse Flughafen Düsseldorf
Der bequemste Einstieg ins Planespotting an Rhein und Ruhr: Von der Besucherterrasse blickst du über das Vorfeld auf die beiden parallelen Pisten des größten Flughafens in Nordrhein-Westfalen.
BesucherterrasseBesucherterrasse am Flughafen Köln/Bonn
Die Dachterrasse auf Terminal 1 ist der bequemste legale Standpunkt am Flughafen Köln/Bonn: kostenlos, ohne Sicherheitskontrolle, mit dem Zug direkt erreichbar – und mit Blick auf Vorfeld, Hauptpiste und den militärischen Teil des Platzes.
BesucherterrasseBesucherterrasse Flughafen Stuttgart
Kostenlos, mitten im Terminal und mit Blick auf das Vorfeld und das westliche Ende der einzigen Piste: Die Besucherterrasse auf dem Dach von Terminal 3 ist der einfachste Einstieg ins Planespotting auf den Fildern – am besten an Sommerabenden.
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