Das Wichtigste in Kürze
- Atlasglobal ist eine historische türkische Airline aus Istanbul: gegründet 2001, bis 2015 unter dem Namen Atlasjet, Flugstopp am 12. Februar 2020.
- Codes: IATA KK, ICAO KKK, Rufzeichen „ATLASGLOBAL“.
- Start im Umfeld des Reisekonzerns Öger: Die Airline flog zunächst vor allem Urlauber, ab 2004 kam Linienverkehr hinzu.
- Bunte Flottengeschichte: Boeing 757, MD-83, Boeing 737-400, CRJ-Regionaljets, die ganze A320-Familie und am Ende A330 – insgesamt 59 Flugzeuge.
- Für Spotter heute ein Archiv-Thema: Schriftzug und Typ verraten die Epoche, das TC-Kennzeichen die einzelne Maschine.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Atlasglobal im Überblick
- 2.Die Geschichte in Etappen
- 3.Codes und Rufzeichen
- 4.Die Flotte von Atlasjet und Atlasglobal
- 5.Woran du Atlasjet und Atlasglobal erkennst
- 6.Das schwere Jahr 2007
- 7.Expansion mit Töchtern und Partnern
- 8.Das Ende: zwei Pausen und die Insolvenz
- 9.Atlasglobal im Spotter-Alltag heute
- 10.Häufige Verwechslungen
- 11.Fazit
Steckbrief
| IATA-Code | KK |
|---|---|
| ICAO-Code | KKK |
| Rufzeichen | ATLASGLOBAL |
| Drehkreuze | ISL, IST, AYT |
| Status | Historisch – Flugbetrieb am 12. Februar 2020 eingestellt, Konkurs danach gerichtlich bestätigt |
| Gegründet | 14. März 2001, erster Flug am 1. Juni 2001 |
| Sitz | Istanbul, Türkei |
| Name | Atlasjet bis 2015, danach Atlasglobal |
| Ursprung | Tochter der Öger Holding; 2006 wurde der 45-Prozent-Anteil der Öger-Gruppe übernommen, Ali Murat Ersoy wurde Vorstandsvorsitzender |
| Geschäftsmodell | Charterflüge für Reiseveranstalter, ab Juli 2004 auch Linienverkehr in der Türkei und ins Ausland |
| Basen | Istanbul-Atatürk, zuletzt der neue Flughafen Istanbul (IST); Antalya (AYT) als zweites Standbein |
| Erste Flugzeuge | Zwei Boeing 757-200 |
| Flotte bei der Einstellung | Zwei Airbus A321-200 mit einem Durchschnittsalter von rund 22 Jahren |
| Töchter | Atlasglobal Ukraine, Zagrosjet (Autonome Region Kurdistan), Reiseveranstalter Atlasholidays |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich Atlasglobal?
- Schriftzug „Atlasjet“ bis 2015, danach „Atlasglobal“ – der Name verrät die Epoche des Fotos
- Türkische Kennzeichen mit TC- am Heck, etwa TC-AKM oder TC-AKN bei den MD-83 von 2007
- In den Anfangsjahren Boeing 757-200 mit langem, schlankem Rumpf – bis 2012 im Einsatz
- Danach vor allem Airbus A319, A320 und A321, ab 2018 kurzzeitig auch der Großraumjet A330-200
- Zeitweise kleine Bombardier-Regionaljets (CRJ700 und CRJ900) – ungewöhnlich für eine türkische Ferienairline
- Flugnummer mit KK, im Flugplan der Flugsicherung KKK bzw. „ATLASGLOBAL“
Wer in den 2000er-Jahren im Sommer an einem deutschen Flughafen stand, hat sie mit etwas Glück gesehen: eine Boeing 757 mit dem Schriftzug „Atlasjet“, voll mit Urlaubern auf dem Weg in die Türkei. Die Airline aus Istanbul war fast zwei Jahrzehnte lang unterwegs, erst als Charterflieger im Umfeld des Reisekonzerns Öger, später als Linienairline mit eigenem Netz, und ab 2015 unter dem Namen Atlasglobal. Im Februar 2020 war Schluss. Hier liest du, wie die Airline entstand, welche Flugzeuge sie flog und woran du sie auf alten Fotos und in Logbüchern erkennst.
Dein Archiv, sauber sortiert
Mit Planetrack postest du Sichtungen mit Foto, Kennzeichen, Typ, Airline und Flughafen. So findest du auch deine alten Atlasjet-Aufnahmen jederzeit wieder. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Atlasglobal im Überblick
Atlasglobal war eine türkische Fluggesellschaft mit Sitz in Istanbul, die von Juni 2001 bis Februar 2020 flog. Die meiste Zeit trug sie den Namen Atlasjet, erst 2015 kam die Umbenennung in Atlasglobal. Gegründet wurde sie am 14. März 2001 als Tochter der Öger Holding, hinter der der Gründer des Hamburger Reiseveranstalters Öger Tours stand. Der erste Flug folgte am 1. Juni 2001.
Das Geschäft stand auf zwei Beinen: Charterflüge für Reiseveranstalter, vor allem zwischen Europa und den türkischen Urlaubsregionen, und ab 2004 Linienflüge innerhalb der Türkei und ins Ausland. Heimatbasis war lange der alte Flughafen Istanbul-Atatürk, zuletzt der neue Flughafen Istanbul. Als zweites Standbein diente der Flughafen Antalya, daneben spielten zeitweise auch Izmir und Adana eine Rolle.
Für Spotter ist Atlasglobal heute ein Kapitel aus dem Archiv. Interessant bleibt die Airline trotzdem: wegen der Boeing-757-Jahre, wegen ihrer ungewöhnlich bunten Flotte mit Regionaljets und Großraumflugzeugen und weil viele ihrer Maschinen später bei anderen Betreibern weiterflogen.
Die Geschichte in Etappen
Der Name Öger war in Deutschland vielen Türkei-Urlaubern ein Begriff. Vural Öger hatte 1969 in Hamburg ein Reisebüro eröffnet und daraus mit Öger Tours einen der großen Türkei-Spezialisten gemacht. Eine eigene Airline im Konzernumfeld lag nahe: So ließen sich Urlauber zuverlässig in die Türkei bringen. Atlasjet war in den ersten Jahren genau das, ein Zubringer für den Pauschaltourismus.
März 2001
Gründung am 14. März als Tochter der Öger Holding mit Sitz in Istanbul.
Juni 2001
Erster Flug am 1. Juni mit zwei Boeing 757-200. Eine dritte 757 kommt im September 2001, eine vierte im Juli 2003.
2004
Umbau unter Murat Ersoy. Im Juni erhält die Airline die Lizenz für Linien- und Charterverkehr, ab dem 1. Juli fliegt sie Linie im türkischen Inland.
2006
Am 1. Februar wird der 45-Prozent-Anteil der Öger-Gruppe übernommen. Ali Murat Ersoy wird Vorstandsvorsitzender.
2007
Im August wird Flug 1011 entführt, im November stürzt Flug 4203 bei Isparta ab.
2015
Aus Atlasjet wird Atlasglobal. Codes und Firmensitz bleiben gleich.
2018
Mit dem Airbus A330-200 kommen Großraumflugzeuge in die Flotte.
November 2019 bis Februar 2020
Zwei Betriebspausen, Rückgabe der A330 und am 12. Februar 2020 die Insolvenz mit sofortigem Flugstopp.
Der Schritt in den Linienverkehr 2004 war der wichtigste Wendepunkt. Atlasjet wurde Mitglied der IATA, ließ sich nach dem Sicherheitsstandard IOSA prüfen und wollte den Anteil der Linienflüge deutlich ausbauen. Was den Unterschied zwischen Charter und Linie ausmacht und warum viele Ferienairlines zwischen beiden Modellen pendeln, erklärt der Beitrag Charterflug und Linienflug.
Codes und Rufzeichen
- IATA-Code KK: stand in der Flugnummer, auf Tickets und Anzeigetafeln.
- ICAO-Code KKK: nutzte die Flugsicherung im Flugplan.
- Rufzeichen ATLASGLOBAL: so meldeten sich die Besatzungen in den letzten Jahren im Funk.
Die Codes sind bemerkenswert schlicht: KK und KKK haben nichts mit dem Namen zu tun, sie sind reine Kennungen. Stößt du in einem alten Logbuch auf eine KK-Flugnummer aus den Jahren 2001 bis 2020, kannst du die Zuordnung zu Atlasjet oder Atlasglobal als ziemlich sicher betrachten. Prüf trotzdem das Datum: Airline-Codes werden nach dem Ende einer Gesellschaft mitunter neu vergeben.
Alte Fotos richtig beschriften
Notiere bei Atlasjet-Bildern neben der Airline immer das Kennzeichen und den genauen Typ. Gerade bei der A320-Familie verrät erst das Kennzeichen, welche Maschine du vor der Linse hattest. Wie Kennzeichen aufgebaut sind, zeigt der Guide Flugzeug-Kennzeichen verstehen.
Die Flotte von Atlasjet und Atlasglobal
Für eine mittelgroße Airline war die Flotte erstaunlich vielfältig. Über die gesamte Firmengeschichte kamen 59 Flugzeuge zusammen, verteilt auf Typen von vier Herstellern: Boeing, Airbus, McDonnell Douglas und Bombardier. Die Zeiträume in der Tabelle sind Näherungswerte, weil die Quellen nicht für jeden Typ exakte Daten nennen.
| Typ | Anzahl (gesamt) | Zeitraum (ca.) | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|---|
| Boeing 757-200 | 10 | 2001–2012 | Der Starttyp, langer schmaler Rumpf, hohes Fahrwerk |
| Boeing 737-400 | 2 | kurzzeitig um 2004/2005 und 2010/2011 | Selten, nur zwei Exemplare |
| Boeing 737-800 | 1 | nicht genau belegt | Einzelstück in der Flottengeschichte |
| McDonnell Douglas MD-83 | 3 | 2007 | Hecktriebwerke und T-Leitwerk, darunter TC-AKM und TC-AKN |
| Bombardier CRJ700 | 2 | 2005–2007 | Regionaljet mit Hecktriebwerken |
| Bombardier CRJ900 | 3 | 2006–2010 | Längere Version, gut am Rumpf zu erkennen |
| Airbus A319-100 | 3 | 2005–2019 | Kürzestes Mitglied der Familie in der Flotte |
| Airbus A320-200 | 15 | 2004–2019 | Lange das Rückgrat der Flotte |
| Airbus A321 | 16 (2 × -100, 14 × -200) | bis 2020 | Die letzten beiden Flugzeuge der Airline |
| Airbus A330-200 | 3 | 2018–Januar 2020 | Großraumjet, zuletzt zwei Exemplare |
| Airbus A330-300 | 1 | nicht genau belegt | Längere A330-Version |
Die Boeing 757 steht für die frühe Atlasjet-Zeit. Mit ihr flog die Airline Urlauber auf mittleren Distanzen zwischen Mitteleuropa und der Türkei, und sie blieb bis 2012 in der Flotte. Danach setzte Atlasjet voll auf die A320-Familie. Wenn du ein Foto aus diesen Jahren einordnen willst, hilft dir der Guide A318, A319, A320 und A321 sicher auseinanderhalten.
Ungewöhnlich waren die Regionaljets von Bombardier. CRJ700 und CRJ900 passten eher zu Inlandsstrecken mit weniger Passagieren und verschwanden bis 2010 wieder aus der Flotte. Die MD-83 wiederum war kein langfristiger Typ der Airline: Drei Maschinen tauchen 2007 in der Flottengeschichte auf, mindestens eine davon war von einem anderen Betreiber gemietet.
Ganz am Ende wagte Atlasglobal den Schritt zu Großraumflugzeugen. Ab 2018 flogen A330-200 für die Airline, die Ende Januar 2020 an die Leasinggeber zurückgingen. Übrig blieben zwei A321-200, im Schnitt rund 22 Jahre alt, als im Februar 2020 der Flugbetrieb endete.
Ex-Atlasglobal-Maschinen auf dem Schirm
Setz Kennzeichen und Typen auf deine Wunschliste und lass dich benachrichtigen, wenn ein passendes Flugzeug im Anflug auf deinen Flughafen ist. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
Woran du Atlasjet und Atlasglobal erkennst
Am sichersten bestimmst du die Airline über den Schriftzug am Rumpf und das türkische TC-Kennzeichen. Der Name verrät dir dabei gleich die Epoche: Steht „Atlasjet“ auf dem Flugzeug, stammt das Foto aus der Zeit bis 2015. Ist „Atlasglobal“ zu lesen, gehört es in die letzten fünf Jahre. Wie Airlines solche Namenswechsel in der Lackierung umsetzen und warum oft Mischformen entstehen, beschreibt der Beitrag Wenn Airlines ihr Design wechseln.
Auch der Typ hilft bei der zeitlichen Einordnung: Eine 757 deutet auf die Jahre bis 2012, ein CRJ auf die Zeit zwischen 2005 und 2010, eine A330 auf die Jahre ab 2018. Und weil viele Flugzeuge geleast waren und den Betreiber wechselten, können dir auf alten Fotos auch Zwischenstände mit Resten fremder Farben begegnen. Hilfe beim Bestimmen solcher Zwischenzustände gibt der Guide zu Hybrid- und Mischlackierungen.
Zeigt dein altes Foto wirklich Atlasjet oder Atlasglobal?
- Schriftzug „Atlasjet“ oder „Atlasglobal“ am Rumpf
- Türkisches Kennzeichen mit TC- am Heck
- Typ 757, A319, A320, A321, A330, MD-83, 737 oder CRJ
- Aufnahme aus der Zeit zwischen Juni 2001 und Februar 2020
- Ort wie Istanbul, Antalya oder ein Flughafen mit Türkei-Verkehr
- Flugnummer mit KK oder KKK im Logbuch notiert
Das schwere Jahr 2007
Zwei Ereignisse prägten das Bild der Airline in diesem Jahr. Am 18. August 2007 wurde Flug 1011, eine MD-83 mit dem Kennzeichen TC-AKN auf dem Weg von Ercan in Nordzypern nach Istanbul, kurz nach dem Start von zwei Passagieren entführt. Sie gaben vor, Sprengstoff bei sich zu haben, und verlangten einen Flug nach Teheran. Die Maschine landete offiziell zum Tanken in Antalya. Nach Verhandlungen durften zunächst Frauen und Kinder aussteigen, schließlich gaben die Entführer auf. Verletzt wurde niemand ernsthaft.
Am 30. November 2007 folgte die Katastrophe von Flug 4203. Die MD-83 mit dem Kennzeichen TC-AKM war kurz nach Mitternacht in Istanbul-Atatürk gestartet und sollte in Isparta landen. Im Anflug prallte sie rund zwölf Kilometer westlich des Flughafens gegen einen Hügel bei Keçiborlu. Alle 57 Menschen an Bord, 50 Passagiere und sieben Besatzungsmitglieder, kamen ums Leben. Das Flugzeug gehörte World Focus Airlines und war für einige Monate an Atlasjet weitervermietet.
Der Abschlussbericht vom November 2008 nannte einen Navigationsfehler der Besatzung als Ursache, also einen Unfall, bei dem ein voll steuerbares Flugzeug ins Gelände geflogen wird. Dazu kamen ein defektes Bodenannäherungs-Warnsystem, das keine hörbaren Warnungen abgab, und eine wenig erfahrene Besatzung, die das Anflugverfahren nicht ins Flugmanagementsystem eingegeben hatte.
Respekt beim Thema Unfälle
Wenn du dich mit Unfallflugzeugen beschäftigst, geht es um Menschenleben. Fotos von Absturzstellen und Opfern sind tabu, und auch rechtlich gibt es Grenzen. Was erlaubt ist, erklärt der Beitrag Fotos von Flugunfällen und Notlandungen.
Expansion mit Töchtern und Partnern
In den 2010er-Jahren versuchte die Airline, über die Türkei hinauszuwachsen. Mit Atlasglobal Ukraine entstand ein Ableger in der Ukraine, 2013 kam Zagrosjet in der Autonomen Region Kurdistan im Irak dazu. Unter dem Namen Atlasholidays gehörte außerdem ein eigener Reiseveranstalter zur Gruppe.
Das Streckennetz spiegelte diese Ausrichtung. Neben Zielen in Westeuropa wie Paris, Amsterdam und London-Stansted standen zuletzt Flüge nach Tiflis, Jerewan, Teheran, Bagdad, Sulaimaniyya, Beirut und Tel Aviv im Plan, dazu Ercan in Nordzypern. Atlasglobal war damit zum Schluss eher eine Airline für Märkte rund um die Türkei als ein klassischer Ferienflieger.
Weniger glücklich verlief eine Zusammenarbeit mit der US-Airline Ryan International. Im August 2012 beauftragte Atlasjet sie mit Pilgerflügen nach Medina und Tel Aviv. Im Januar 2013 blieben die Zahlungen aus, Ryan International beendete die Kooperation, und die ohnehin angeschlagene amerikanische Gesellschaft wurde anschließend abgewickelt.
Das Ende: zwei Pausen und die Insolvenz
Die finanziellen Probleme wurden im Herbst 2019 sichtbar. Am 26. November 2019 setzte Atlasglobal alle Flüge vorübergehend aus, um sich neu aufzustellen. Einzelne Charterflüge mit den A321 liefen in dieser Zeit noch weiter.
November 2019
Am 26. November stoppt Atlasglobal den Linienverkehr vorübergehend, der Ticketverkauf ruht.
Dezember 2019
Der Linienbetrieb läuft mit wenigen Flugzeugen und einem deutlich kleineren Netz wieder an. Die Airline will sich stärker auf Charter konzentrieren.
Januar 2020
Am 7. Januar folgt die zweite Pause. Ende Januar gehen die beiden A330-200 an die Leasinggeber zurück.
12. Februar 2020
Atlasglobal meldet Insolvenz an und stellt den Flugbetrieb sofort ein. Die türkische Luftfahrtbehörde bestätigt das Ende kurz darauf.
Juristisch zog sich das Verfahren noch lange hin: Erst im Juli 2024 bestätigte das türkische Kassationsgericht den Konkurs. Interessant ist das zeitliche Umfeld. Nur wenige Monate zuvor war Thomas Cook zusammengebrochen, zu dem inzwischen auch Öger Tours gehörte. Der Reiseveranstalter, aus dessen Umfeld Atlasjet einst hervorgegangen war, verschwand damit fast gleichzeitig mit der Airline vom Markt. Wie sich die Pleite in die Reihe anderer Zusammenbrüche einordnet, zeigt der Beitrag Große Airline-Pleiten in Europa.
Spotten heute: nur noch mit Vorgeschichte
Ein Flugzeug in Atlasglobal-Farben wirst du im Betrieb nicht mehr sehen. Was bleibt, sind Fotos aus der Zeit bis Februar 2020 und frühere Atlasjet-Maschinen, die bei anderen Betreibern weiterflogen oder längst ausgemustert sind. Fotografiere wie immer nur von öffentlich zugänglichen Bereichen aus.
Atlasglobal im Spotter-Alltag heute
Für dein Logbuch ist Atlasglobal vor allem ein Archiv-Thema. Wer zwischen 2001 und 2020 an deutschen Flughäfen mit Türkei-Verkehr fotografiert hat, hat gute Chancen, Atlasjet-Maschinen in seiner Sammlung zu finden. Die Airline flog unter anderem nach Hamburg und Düsseldorf. Klassische Standpunkte dort sind der Affenfelsen in Hamburg und die Besucherterrasse in Düsseldorf. Damit deine alten Bilder auffindbar bleiben, lohnt eine klare Ablage; Tipps dazu gibt der Guide Flugzeugfotos archivieren.
Spannend ist auch die Spurensuche nach dem Verbleib einzelner Maschinen. Über die Seriennummer findest du heraus, wo eine frühere Atlasjet-757 oder ein A320 später geflogen ist. Wie das funktioniert, zeigt der Guide Wie alt ist dieses Flugzeug?.
Wer heute in die Türkei reist, trifft dort auf die Nachfolger im Markt: Turkish Airlines, Pegasus, SunExpress, AJet und Ferienflieger wie Corendon, Freebird oder Tailwind. Eine ähnliche Geschichte wie Atlasglobal hat Onur Air, die ebenfalls lange Urlauber aus Europa flog und 2021 aufgab. Bevor du an türkischen Flughäfen die Kamera auspackst, lies unbedingt den Beitrag zum Fotografieren an Flughäfen in der Türkei. Für Istanbul selbst hilft der Guide zum Planespotting in Istanbul.
Gute Chancen auf Atlasjet-Spuren, wenn …
- du Fotos aus Hamburg, Düsseldorf oder türkischen Flughäfen zwischen 2001 und 2020 durchsiehst
- du gezielt die Lebensläufe früherer Atlasjet-Flugzeuge über Seriennummer und Kennzeichen verfolgst
Prüf es genau, wenn …
- auf dem Foto nur ein Teil des Schriftzugs zu lesen ist
- das Flugzeug gemietet war – dann kann ein anderer Betreiber im Spiel sein
Keine Chance auf Atlasglobal, wenn …
- du heute im Flugplan nach KK- oder KKK-Flügen suchst – die Airline fliegt seit Februar 2020 nicht mehr
Häufige Verwechslungen
- Atlasjet und Atlasglobal für zwei Airlines halten – es ist dieselbe Gesellschaft, die sich 2015 umbenannt hat.
- Atlasglobal mit Atlas Air verwechseln – die US-Frachtairline hat mit der türkischen Gesellschaft nichts zu tun.
- Atlasjet für einen reinen Charterflieger halten – ab Juli 2004 flog die Airline auch Linie.
- Die MD-83 von Flug 4203 als eigenes Atlasjet-Flugzeug notieren – sie gehörte World Focus Airlines und war nur gemietet.
- Die Codes KK/KKK für Kurzformen des Namens halten – sie sind reine Airline-Kennungen ohne Bezug zum Namen.
- Atlasglobal für eine Turkish-Airlines-Tochter halten – die Airline war unabhängig und stand im Wettbewerb mit Turkish Airlines und Pegasus.
Türkei-Geschichte im eigenen Hangar
Sammle deine historischen Aufnahmen im Hangar, poste sie mit Typ, Kennzeichen und Flughafen und tausch dich in der Community mit anderen Spottern über verschwundene Airlines aus. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
Atlasglobal steht für knapp zwei Jahrzehnte türkischer Luftfahrt: vom Charterflieger im Umfeld des Reisekonzerns Öger über die Linienairline mit A320-Familie bis zum letzten Versuch mit Großraumflugzeugen. Dazwischen lagen das schwere Jahr 2007, Auslandsableger in der Ukraine und im Nordirak und eine Flotte, die bunter war als bei den meisten Konkurrenten. Für Spotter lohnt der Blick zurück auf alte Fotos, saubere TC-Kennzeichen und die Flugzeuge, die nach 2020 bei anderen Airlines weiterflogen.
Kurzfazit
Atlasglobal, bis 2015 Atlasjet (IATA KK, ICAO KKK), war eine türkische Charter- und Linienairline aus Istanbul, die von 2001 bis zum 12. Februar 2020 flog. Der Schriftzug verrät die Epoche, das TC-Kennzeichen die einzelne Maschine.
Zusammenfassung
- Atlasjet startete im Juni 2001 mit zwei Boeing 757-200 und flog anfangs vor allem Urlauber im Auftrag von Reiseveranstaltern in die Türkei.
- Ab Juli 2004 bot die Airline auch Linienflüge an und stellte ihre Flotte schrittweise auf Airbus-Jets der A320-Familie um.
- Das Jahr 2007 brachte eine Flugzeugentführung und den Absturz von Flug 4203 bei Isparta mit 57 Toten.
- 2015 benannte sich Atlasjet in Atlasglobal um. Nach zwei Betriebspausen im Winter 2019/2020 meldete die Airline am 12. Februar 2020 Insolvenz an und stellte den Flugbetrieb ein.
Häufige Fragen
Welchen IATA- und ICAO-Code hatte Atlasglobal?
Atlasglobal flog mit dem IATA-Code KK und dem ICAO-Code KKK. Im Funk meldeten sich die Besatzungen zuletzt mit „ATLASGLOBAL“. Die Codes stammen schon aus der Atlasjet-Zeit. Weil die Airline seit Februar 2020 nicht mehr fliegt, findest du sie heute nur noch in alten Flugplänen, Logbüchern und Bildbeschreibungen.
Sind Atlasjet und Atlasglobal dieselbe Airline?
Ja. Die Gesellschaft flog von 2001 bis 2015 als Atlasjet und benannte sich 2015 in Atlasglobal um. Codes und Firmensitz blieben gleich. Auf alten Fotos erkennst du am Schriftzug, ob die Aufnahme vor oder nach der Umbenennung entstand.
Was hatte Atlasjet mit Öger Tours zu tun?
Atlasjet wurde 2001 als Tochter der Öger Holding gegründet. Gründer Vural Öger hatte in Hamburg mit Öger Tours einen großen Türkei-Reiseveranstalter aufgebaut. Am 1. Februar 2006 wurde der 45-Prozent-Anteil der Öger-Gruppe übernommen, Ali Murat Ersoy wurde Vorstandsvorsitzender.
Welche Flugzeuge flog Atlasglobal?
Über die gesamte Geschichte kamen 59 Flugzeuge zusammen: zehn Boeing 757-200, die Airbus-Typen A319, A320, A321, A330-200 und A330-300, außerdem Boeing 737-400 und 737-800, Bombardier CRJ700 und CRJ900 sowie drei McDonnell Douglas MD-83. Bei der Einstellung im Februar 2020 waren nur noch zwei ältere A321-200 übrig.
Was geschah mit Atlasjet-Flug 4203?
Am 30. November 2007 prallte eine MD-83 mit dem Kennzeichen TC-AKM beim Anflug auf Isparta gegen einen Hügel bei Keçiborlu. Alle 57 Menschen an Bord starben. Die Maschine gehörte World Focus Airlines und war an Atlasjet vermietet. Laut Abschlussbericht war ein Navigationsfehler der Besatzung die Ursache; zudem gab das Bodenannäherungs-Warnsystem keine hörbaren Warnungen ab.
Wann ging Atlasglobal pleite?
Nach einer ersten Betriebspause ab dem 26. November 2019 nahm Atlasglobal im Dezember 2019 den Flugbetrieb mit einem stark verkleinerten Netz wieder auf. Im Januar 2020 folgte die nächste Pause, Ende Januar gingen die beiden A330 an die Leasinggeber zurück. Am 12. Februar 2020 meldete die Airline Insolvenz an und stellte den Flugbetrieb endgültig ein. Das türkische Kassationsgericht bestätigte den Konkurs 2024.
Flog Atlasjet auch nach Deutschland?
Ja. Von Istanbul und Antalya aus flog die Airline unter anderem nach Hamburg und Düsseldorf, dazu kamen saisonale Ziele. Vor allem im Urlaubsverkehr in die Türkei konntest du Atlasjet-Maschinen an deutschen Flughäfen fotografieren.
Atlasglobal im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
Boeing 757-200
Lang, schlank, hochbeinig und mit Triebwerken, die fast zu groß wirken: Die 757-200 ist ein Schmalrumpf mit Langstrecken-Genen. Produziert wird sie seit 2004 nicht mehr, Spotter freuen sich deshalb über jede Begegnung.
FlugzeugtypAirbus A321 (ceo)
Der lange Airbus aus Hamburg: Die A321ceo ist der gestreckte Ableger der A320 und seit 1994 bei Lufthansa im Einsatz. Vier Türpaare und schlanke Proportionen verraten sie – so erkennst du sie sicher.
FlugzeugtypAirbus A320 (ceo)
Der Jet, mit dem Airbus den Kurzstreckenmarkt umgekrempelt hat: Die A320 der ersten Generation ist seit 1988 im Dienst und noch immer an fast jedem Flughafen zu sehen. So erkennst du sie und ihre Varianten.
FlugzeugtypAirbus A319
Kurz, kompakt und seit 1996 im Liniendienst: Die A319 ist das gestutzte Mitglied der A320-Familie. So trennst du sie sicher von A318, A320 und A319neo.
FlugzeugtypAirbus A330-200
Kürzer als die A330-300, mit auffällig hohem Seitenleitwerk und großer Reichweite: Die A330-200 ist ein Langstrecken-Klassiker, der langsam aus Europas Flotten verschwindet. So erkennst du sie sicher.
FlugzeugtypMcDonnell Douglas MD-83
Mehr Treibstoff, mehr Gewicht, mehr Reichweite: Die MD-83 war die Langstrecken-Version der MD-80 und flog Urlauber ohne Zwischenstopp ans Mittelmeer und auf die Kanaren. Heute hält sie sich als ACMI-Charterjet und als Frachter.
FlugzeugtypBombardier CRJ900
Schlanker Rumpf, Triebwerke am Heck, T-Leitwerk obendrauf: Der CRJ900 war jahrelang das Arbeitspferd im Lufthansa-Zubringerverkehr. Seit dem Aus der CityLine ist er in Deutschland selten geworden – so erkennst du ihn trotzdem sicher.
FlugzeugtypBombardier CRJ700
Der CRJ700 ist der Ur-Typ der gestreckten CRJ-Familie: rund 32 Meter lang, um die 70 Sitze, Triebwerke am Heck. Bei Lufthansa CityLine ist er seit 2015 Geschichte, in den USA fliegt er weiter. So trennst du ihn sicher vom längeren CRJ900.
FlugzeugtypBoeing 737-400
Drei Meter länger als die -300, zwei Notausgänge über dem Flügel und ein Hecksporn unter dem Heck: Die 737-400 war Boeings Antwort auf volle Ferienflieger. Hier liest du, wie sie entstand, wer sie in Europa flog und wo du sie heute als Frachter triffst.
Weitere Airlines
Onur Air
Historische türkische Charter- und Linienairline aus Istanbul: 1992 mit einem A320 gestartet, groß geworden mit Urlaubsflügen nach Deutschland, später mit A330 im Wetlease unterwegs – und nach der Pandemie endgültig am Boden.
Low-CostPegasus Airlines
Die türkische Low-Cost-Airline aus Istanbul-Sabiha Gökçen: fast reine Airbus-A320neo-Familie, ein dichtes Deutschland-Netz und seit Oktober 2026 die Smartwings-Gruppe unter dem eigenen Dach.
FerienfliegerSunExpress
Der türkische Ferienflieger aus Antalya gehört je zur Hälfte Lufthansa und Turkish Airlines, fliegt ausschließlich Boeing 737 und verbindet Deutschland so dicht mit der Türkei wie kaum eine andere Airline.
NetzwerkTurkish Airlines
Die türkische Netzwerk-Airline mit dem roten Leitwerk: 1933 gegründet, seit 2008 in der Star Alliance und mit dem Drehkreuz Istanbul eine der Airlines, die die meisten Länder der Welt anfliegt.
FerienfliegerCorendon Airlines
Türkischer Ferienflieger aus Antalya mit kleiner Boeing-737-Flotte, rotem Stern am Leitwerk und zwei Schwester-Airlines in Malta und den Niederlanden – im Sommer an vielen deutschen Flughäfen zu Hause.
FerienfliegerFreebird Airlines
Türkischer Ferien- und Charterflieger mit Basis in Antalya: kleine, reine Airbus-A320-Flotte, Leitwerke in unterschiedlichen Farben und eine maltesische Schwester, die mit EU-Lizenz fliegt.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Flughafen Istanbul
Einer der größten Flughäfen Europas, gebaut in Rekordzeit am Schwarzen Meer: Seit April 2019 schlägt hier das Herz von Turkish Airlines – mit sechs Bahnen, einem Terminal unter einem Dach und der ersten offiziellen Spotterzone der Türkei.
FlughafenFlughafen Antalya
Das Tor zur Türkischen Riviera: Rund 39 Millionen Passagiere im Jahr, drei Bahnen, Heimatbasis von SunExpress und Corendon – und im Sommer ein Ferienflughafen, an dem fast jede europäische Charterairline auftaucht. Spotten ist möglich, verlangt aber Fingerspitzengefühl.
FlughafenFlughafen Izmir Adnan Menderes
Das Tor zur Ägäis: Izmir ist einer der fünf verkehrsreichsten Flughäfen der Türkei – mit einem starken Inlandsnetz, Ferienfliegern aus halb Europa und Basen von SunExpress, Pegasus und Corendon.
HerstellerAirbus
Europäisches Luft- und Raumfahrtunternehmen und einer der beiden großen Hersteller von Verkehrsflugzeugen – mit Flugzeugfamilien vom A220 bis zum A350.
Wo du Atlasglobal vor die Linse bekommst
Spotting-Spots, an denen diese Airline regelmäßig zu sehen ist – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.
Besucherterrasse Flughafen Düsseldorf
Der bequemste Einstieg ins Planespotting an Rhein und Ruhr: Von der Besucherterrasse blickst du über das Vorfeld auf die beiden parallelen Pisten des größten Flughafens in Nordrhein-Westfalen.
SpotterhügelAffenfelsen am Flughafen Hamburg
Der bekannteste Spotterpunkt am Hamburger Flughafen: Vom Affenfelsen an der Holtkoppel schaust du ohne Leiter über den Zaun auf die Piste 15/33 – mit Kiosk-Café direkt nebenan und der Sonne am Vormittag im Rücken.
Passende Guides aus dem Blog
- Große Airline-Pleiten in Europa: Von Swissair bis Alitalia
- Charterflug und Linienflug: Unterschiede, Geschichte und heutige Ferienflieger
- Planespotting in Istanbul: Istanbul Airport und Sabiha Gökçen
- Fotografieren an Flughäfen in der Türkei: militärische Sperrgebiete und Rechtslage
- Wenn Airlines ihr Design wechseln: Rebranding, Übergangszeit und die letzten alten Lackierungen
- A318, A319, A320 und A321 sicher auseinanderhalten
- Wie alt ist dieses Flugzeug? Das Alter per Kennzeichen herausfinden
- Hybrid-Lackierungen erkennen: Wenn ein Flugzeug zwei Airlines trägt
- Flugzeugfotos archivieren: Ordnerstruktur und Dateinamen nach Kennzeichen, Typ und Datum



