Das Wichtigste in Kürze
- Loftleiðir war eine private isländische Airline, gegründet am 10. März 1944 von drei jungen Piloten.
- Ihr Trick: Sie trat der IATA nicht bei und konnte deshalb Atlantiktickets deutlich unter den IATA-Tarifen verkaufen.
- Ab 1955 wurde Luxemburg ihr Tor nach Europa, auf der anderen Seite lag New York – dazwischen ein kurzer Stopp in Island.
- Bei jungen Amerikanern hieß sie ab den späten 1960ern „Hippie Airline“, weil sie der günstigste Weg nach Europa war.
- 1973 kam Loftleiðir mit Flugfélag Íslands unter die Holding Flugleiðir, 1979 verschmolzen beide zur heutigen Icelandair.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| IATA-Code | LL |
|---|---|
| Drehkreuze | RKV, KEF |
| Status | Historisch – 1973 unter die Holding Flugleiðir gestellt, 1979 in der heutigen Icelandair aufgegangen |
| Geschäftsmodell | Günstige Linienflüge über den Nordatlantik mit Zwischenstopp in Island, außerhalb der IATA-Tarife |
| Gegründet | 10. März 1944 von drei jungen Piloten, darunter Alfreð Elíasson |
| Erster Flug | 6. April 1944, Reykjavík–Ísafjörður (Inland) |
| Heimatbasis | Flughafen Reykjavík (RKV), ab 1964 Flugbetrieb in Keflavík (KEF) |
| Wichtige Ziele | New York und Luxemburg, daneben Skandinavien |
| Prägende Typen | Douglas DC-4, Douglas DC-6, Canadair CL-44 (auch gestreckte CL-44J), Douglas DC-8 |
| Internationale Marke | Icelandic Airlines |
| Beteiligungen | International Air Bahama (Übernahme 1969 bzw. 1972, je nach Quelle), Gründungsgesellschafterin von Cargolux (1970) |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich Loftleiðir?
- Isländisches Kennzeichen mit TF-, bei Loftleiðir oft mit LL in der Buchstabenfolge (TF-LL…)
- Schriftzüge mit „Loftleiðir“ bzw. „Loftleidir“ oder der internationalen Marke „Icelandic“, je nach Epoche
- Typen als Zeitstempel: DC-4 und DC-6 in den 1950ern, CL-44 ab 1964, DC-8 ab den späten 1960ern
- Die CL-44J mit langem Rumpf und vier Rolls-Royce-Tyne-Turboprops flog als Passagiermaschine nur bei Loftleiðir
- Aufnahmeorte meist Reykjavík, Keflavík, Luxemburg-Findel oder New York
Lange bevor Billigflieger ein Massenphänomen wurden, gab es schon einen Geheimtipp für günstige Atlantikflüge: eine kleine Airline aus Island, die konsequent nicht bei der IATA mitmachte und ihre Gäste mit einem kurzen Halt in Reykjavík über den Ozean brachte. Loftleiðir, international als Icelandic Airlines unterwegs, flog von 1944 bis 1979 und ist eine der Wurzeln der heutigen Icelandair. Hier erfährst du, wie das Modell funktionierte, welche Flugzeuge die Isländer flogen, warum ausgerechnet Luxemburg eine so große Rolle spielte und wie du alte Fotos sauber zuordnest.
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Loftleiðir im Überblick
Loftleiðir war eine private isländische Fluggesellschaft, die vor allem für ihre preiswerten Flüge über den Nordatlantik bekannt wurde. Der Name bedeutet auf Deutsch etwa „Luftwege“. Gegründet wurde sie am 10. März 1944 von drei jungen Piloten, die in Kanada ausgebildet worden waren: Alfreð Elíasson, Kristinn Olsen und Sigurður Ólafsson.
Die Zentrale lag am Flughafen Reykjavík. Von dort aus begann die Airline mit Inlandsflügen, später ging es über den Atlantik. 1964 verlagerte Loftleiðir den gesamten Flugbetrieb an den Flughafen Keflavík, dessen lange Piste die größeren Flugzeuge brauchten. Auf der Landkarte der Isländer standen vor allem zwei Punkte: New York auf der einen und Luxemburg auf der anderen Seite des Ozeans.
Das Ende kam in zwei Schritten. 1973 wurden Loftleiðir und die zweite isländische Airline Flugfélag Íslands unter einer gemeinsamen Holding namens Flugleiðir zusammengefasst. 1979 verschmolzen die beiden Flugbetriebe endgültig zu einer einzigen Gesellschaft – der Airline, die heute Icelandair heißt. Deshalb liest du je nach Quelle 1973 oder 1979 als Enddatum.
Codes und Kennzeichen
- IATA-Code LL: stand in den Flugnummern von Loftleiðir. Nach der Fusion flog die gemeinsame Airline unter dem Code FI, den Icelandair bis heute nutzt.
- Kennzeichen TF-: Alle eigenen Flugzeuge waren in Island registriert. Bei Loftleiðir tauchen oft Kennzeichen mit „LL“ nach dem Präfix auf (TF-LL…). Allerdings flogen auch gemietete Maschinen mit fremden Kennzeichen für die Isländer, zum Beispiel US-registrierte DC-8 mit N-Kennzeichen.
- Internationale Marke: Auf Plakaten, Flugplänen und Tickets im Ausland hieß die Airline meist Icelandic Airlines, oft kombiniert mit dem Namen Loftleiðir.
Wie Airline- und Flughafencodes grundsätzlich aufgebaut sind, erklärt der Artikel IATA- und ICAO-Codes erklärt. Für das Lesen von Länderpräfixen hilft dir der Guide Flugzeugkennzeichen verstehen.
Die Geschichte: von Islands Fjorden nach New York
1944 bis 1952: Anfänge im Inland
Der erste zahlende Flug von Loftleiðir führte am 6. April 1944 von Reykjavík nach Ísafjörður im Nordwesten Islands. In den ersten Jahren war die Flotte bunt gemischt: Grumman Goose, Stinson Reliant, Noorduyn Norseman, Avro Anson, Consolidated PBY Catalina und die Douglas DC-3 gehörten dazu. Viele Ziele auf der Insel waren nur mit Wasserflugzeugen oder kleinen Maschinen erreichbar.
Ins Ausland ging es erstmals am 17. Juni 1947: Eine Douglas DC-4 flog nach Kopenhagen. Im August 1948 folgte die erste Verbindung nach New York, damals noch zum Flughafen Idlewild, dem heutigen Flughafen New York JFK. 1952 gab Loftleiðir die Inlandsflüge auf und konzentrierte sich ganz auf den Atlantik.
Das Geschäftsmodell: billiger als die IATA erlaubte
Der Clou von Loftleiðir lag in einer bewussten Entscheidung: Die Airline trat der IATA nicht bei. Der Verband legte damals die Preise auf dem Nordatlantik für seine Mitglieder fest, und die waren entsprechend hoch. Als Außenseiterin konnte Loftleiðir ihre Tickets deutlich günstiger verkaufen.
Dazu kam die Geografie. Island liegt ungefähr auf halbem Weg zwischen Europa und Nordamerika. Ein Atlantikflug mit Loftleiðir bestand aus zwei Etappen, dazwischen lag ein Zwischenstopp in Island. Das kostete Zeit, sparte aber Geld. Als Kopf hinter dieser Strategie gilt Sigurður Helgason, ab 1953 im Vorstand. Die New York Times bezeichnete ihn später als Pionier des günstigen Reisens.
Das Konzept funktionierte, weil es eine klare Zielgruppe gab: Menschen, die lieber ein paar Stunden länger unterwegs waren, als viel Geld auszugeben. Ab den späten 1960er-Jahren reisten so viele junge Amerikaner mit Rucksack nach Europa, dass Loftleiðir den Spitznamen „Hippie Airline“ bekam. Wie Billigflieger heute ihre Kosten drücken, liest du im Artikel Wie Billigflieger funktionieren – manche Grundideen kannte man in Reykjavík also schon vor 70 Jahren.
1952 bis 1962: Partnerschaft mit Braathens SAFE
In ihren ersten Atlantikjahren arbeitete Loftleiðir eng mit der norwegischen Braathens SAFE zusammen. Von 1952 bis 1962 teilten sich die beiden Gesellschaften Strecken über den Atlantik, ähnlich wie heute bei einem Codeshare. Der europäische Schwerpunkt lag damals in Skandinavien. Die Partnerschaft endete, als sich Loftleiðir Richtung Luxemburg orientierte.
Ab 1955: Luxemburg als Tor nach Europa
Ab 1955 wurde der Flughafen Luxemburg-Findel zum wichtigsten europäischen Startpunkt der Atlantikflüge. Für Reisende aus den Nachbarländern wie Deutschland, Frankreich oder Belgien lag das Großherzogtum gut erreichbar. Die Verbindung zwischen Island und Luxemburg überdauerte Loftleiðir um viele Jahre: Icelandair flog die Strecke bis Januar 1999.
Aus der Nähe zu Luxemburg erwuchs noch mehr. 1970 gehörte Loftleiðir neben Luxair, der schwedischen Reederei Salén und privaten Luxemburger Investoren zu den Gründerinnen der Frachtairline Cargolux. Erster Chef von Cargolux wurde Einar Ólafsson, die ersten Flüge liefen mit Canadair-CL-44-Frachtern. 1974 legten Loftleiðir und Cargolux sogar ihre Wartungs- und Technikabteilungen zusammen.
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1959 bis 1966: DC-6 und die Turboprop-Ära
1959 kam die Douglas DC-6 in die Flotte und löste nach und nach die DC-4 ab. Den nächsten großen Schritt machte Loftleiðir 1964 mit der Canadair CL-44D4. Die Kanadier hatten das Flugzeug aus der Bristol Britannia entwickelt, angetrieben wurde es von vier Turboprops vom Typ Tyne des britischen Herstellers Rolls-Royce. Loftleiðir gehörte zu den ersten vier Kunden der CL-44D4 und nutzte eine eigene Passagierversion.
Weil die Airline möglichst viele Sitze pro Flug brauchte, ließ sie vier CL-44 bei Canadair strecken. Die so entstandene CL-44J bot Platz für bis zu 189 Passagiere. Damit das maximale Abfluggewicht gleich blieb, fielen die Tanks im Mittelflügel weg – die Maschine flog also weniger weit, dafür voller. Die erste CL-44J kam 1966. Loftleiðir vermarktete sie als „Rolls-Royce 400 PropJet“, daher der gelegentlich verwendete Name „Canadair 400“. Zeitweise war sie das größte Passagierflugzeug über dem Atlantik, und keine andere Airline setzte die CL-44J im Passagierdienst ein. Insgesamt entstanden von allen CL-44-Varianten nur 39 Exemplare.
Ende der 1960er: Jets, Bahamas und Skandinavien
Gegen Ende der 1960er-Jahre wurden Jets auch bei Loftleiðir unverzichtbar. Um diese Zeit übernahm die Airline außerdem International Air Bahama, eine kleine Gesellschaft von den Bahamas, die ebenfalls günstige Atlantikflüge anbot – je nach Quelle wird dafür 1969 oder 1972 genannt. 1970 kamen die ersten gestreckten Douglas DC-8 der Serie 63, die sogenannten Super DC-8. Ab 1971 flogen die Isländer mit der DC-8-55 auch wieder zwischen Island und Skandinavien.
1973 bis 1979: der Weg zu Icelandair
Anfang der 1970er-Jahre gab es in Island mit Flugfélag Íslands eine zweite Airline mit internationalen Strecken, und für ein kleines Land waren zwei konkurrierende Gesellschaften viel. Am 1. August 1973 entstand die Holding Flugleiðir, unter der beide Gesellschaften zunächst weiterflogen. Zum 1. Oktober 1979 verschmolzen sie zu einer einzigen Airline. International trat diese als Icelandair auf – der Beginn der Airline, die du heute in Keflavík, Frankfurt oder München siehst.
Die Flotte im Überblick
| Typ | Zeitraum (ungefähr) | Einsatz | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|---|
| Grumman Goose, Norseman, Catalina u. a. | ab 1944 | Inland, teils Wasserflug | Kleine Muster, oft mit Schwimmern oder als Flugboot |
| Douglas DC-3 | 1940er-Jahre | Inland | Zweimotoriger Spornradler |
| Douglas DC-4 / C-54 | ab 1947 | Erste Auslands- und Atlantikflüge | Vier Kolbenmotoren, Bugradfahrwerk |
| Douglas DC-6 | ab 1959 | Atlantik | Ähnlich DC-4, aber mit Druckkabine und längerem Rumpf |
| Canadair CL-44D4 | ab 1964 | Atlantik | Vier Tyne-Turboprops, Rumpf mit Britannia-Verwandtschaft |
| Canadair CL-44J | ab 1966 | Atlantik, bis 189 Sitze | Deutlich längerer Rumpf, nur bei Loftleiðir im Passagierdienst |
| Douglas DC-8-63 und DC-8-55 | ab 1970 | Atlantik, Skandinavien | Vierstrahler, die -63 mit sehr langem Rumpf |
Die Zeiträume sind Richtwerte. Flottenangaben historischer Airlines unterscheiden sich je nach Quelle, und viele Maschinen waren gemietet oder wechselten zwischen Loftleiðir, Partnern und Leasinggebern hin und her.
Woran du Loftleiðir erkennst
Auf alten Fotos hilft dir vor allem eine Kombination aus Typ, Kennzeichen und Aufnahmeort. Den Schriftzug liest du je nach Epoche als „Loftleiðir“, „Loftleidir“ oder als internationale Marke „Icelandic“. Ein besonders gutes Indiz ist die CL-44J: Eine gestreckte CL-44 mit Passagierfenstern stammt praktisch immer von Loftleiðir.
Typ bestimmen
DC-4 oder DC-6 deuten auf die 1950er, CL-44 auf die Zeit ab 1964, DC-8 auf die späten Jahre.
Kennzeichen lesen
TF- steht für Island. Kennzeichen nach dem Muster TF-LL… verweisen oft auf Loftleiðir.
Ort prüfen
Luxemburg, Keflavík, Reykjavík oder New York – das waren die typischen Schauplätze.
Datum einordnen
Nach 1979 trägt die Maschine meist schon Icelandair-Titel, auch wenn Typ und Kennzeichen gleich sind.
Achtung bei Übergangsjahren
Zwischen 1973 und 1979 flogen Loftleiðir und Flugfélag Íslands unter einem gemeinsamen Dach, aber noch als getrennte Betriebe. In dieser Zeit sind Mischformen, gemietete Flugzeuge und neue Titel häufig. Wie du solche Übergangslackierungen einordnest, zeigt der Guide Hybrid- und Mischlackierungen erkennen, allgemeine Datierungstipps findest du unter Oldtimer am Himmel erkennen.
Unglücke und Zwischenfälle
Wie jede Airline dieser Zeit erlebte auch Loftleiðir Unfälle. Einige sind gut dokumentiert:
- Geysir, 14. September 1950: Die DC-4 TF-RVC „Geysir“ stürzte auf einem Frachtflug aus Luxemburg auf dem Gletscher Vatnajökull ab. Alle sechs Crewmitglieder überlebten und wurden nach einigen Tagen gefunden – eine Geschichte, die in Island bis heute bekannt ist.
- New York, 23. Juni 1973: Eine US-registrierte DC-8 setzte in JFK mit dem Heck zuerst auf. Die US-Unfallermittler sahen die Ursache in einem fehlerhaften Verfahren beim Ausfahren der Spoiler.
- Colombo, 15. November 1978: Eine DC-8 von Loftleiðir verunglückte bei einem Charterflug für Garuda Indonesia mit Mekka-Pilgern im nächtlichen Anflug auf Colombo und schlug kurz vor dem Flughafen auf. Es war der schwerste Unfall in der Geschichte der Isländer, mit weit über 100 Todesopfern; die genauen Zahlen weichen je nach Quelle ab.
Was von Loftleiðir blieb
Was weiterlebt
- Das Umsteigemodell über Island bei Icelandair
- Die Idee günstiger Atlantikflüge über Keflavík
- Der Firmenname bei Loftleiðir Icelandic
- Das ehemalige Loftleiðir-Gebäude am Flughafen Reykjavík
Was verschwand
- Der IATA-Code LL
- Die Rolle als Außenseiterin außerhalb der IATA
- Die CL-44J im Passagierdienst
- Luxemburg als Europa-Tor (Anfang 1999)
Das Gebäude in Reykjavík
Anfang der 1960er-Jahre plante Loftleiðir an der Ostseite des Flughafens Reykjavík einen großen Komplex aus Büros, Abfertigung und Hotel. Weil die Airline 1964 aber den Flugbetrieb nach Keflavík verlegte, wurde daraus vor allem ein Hotel mit Verwaltung. In dem Gebäude saß bis 2024 die Zentrale von Icelandair. Wer in Reykjavík unterwegs ist, kann hier also noch ein Stück Loftleiðir-Geschichte sehen.
Die Erben auf dem Atlantik
Die Idee von Loftleiðir hat in Island viele Nachfolger gefunden. Icelandair baute das Umsteigen in Keflavík zum Kern ihres Netzes aus. Später versuchten es Iceland Express, WOW air und PLAY mit Billigflügen über die Insel. Auch außerhalb Islands gab es ähnliche Ansätze: Laker Airways mit dem Skytrain und People Express wagten sich mit günstigen Tarifen auf den Atlantik, als die Preisregeln lockerer wurden. Zur großen etablierten Konkurrenz jener Zeit gehörte Pan Am.
Quellen kritisch prüfen
Bei Loftleiðir unterscheiden sich viele Angaben je nach Quelle – das Enddatum (1973 oder 1979), Ein- und Ausmusterungsjahre einzelner Typen oder Opferzahlen bei Unfällen. Gleiche Kennzeichen und Aufnahmedaten möglichst mit mehreren Quellen ab, bevor du ein Foto endgültig zuordnest.
Häufige Verwechslungen
- Loftleiðir mit Flugfélag Íslands gleichsetzen – Flugfélag Íslands war die andere isländische Airline, die 1979 mit Loftleiðir verschmolz.
- Loftleiðir mit Loftleiðir Icelandic verwechseln – die heutige Tochter der Icelandair Group trägt nur den Namen weiter.
- Flugleiðir für eine eigene Airline halten – Flugleiðir war zunächst die Holding über beiden Gesellschaften.
- Jede CL-44 für einen Passagierflieger halten – die meisten CL-44 flogen als Frachter, etwa bei Cargolux oder Seaboard World Airlines.
- „Icelandic“-Titel automatisch Icelandair zuordnen – vor 1979 kann auch Loftleiðir dahinterstecken.
- Loftleiðir zu Air Atlanta Icelandic zählen – Air Atlanta Icelandic ist eine eigenständige, viel jüngere Leasing-Airline.
Alte Schätze, neue Sammlung
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Fazit
Loftleiðir zeigte schon in den 1950er-Jahren, dass Fliegen über den Atlantik nicht teuer sein muss. Die Isländer blieben bewusst außerhalb der IATA, nutzten die Lage ihrer Insel für einen Zwischenstopp und machten Luxemburg zu ihrem Tor nach Europa. Mit DC-4, DC-6, der einzigartigen CL-44J und schließlich der DC-8 brachten sie Generationen junger Reisender nach Europa. 1973 kam die Airline unter das Dach von Flugleiðir, 1979 ging sie in Icelandair auf. Für dich als Spotter lebt Loftleiðir vor allem in alten Dias, Flugplänen und Geschichten aus Luxemburg und Keflavík weiter.
Kurzfazit
Loftleiðir (IATA LL, international Icelandic Airlines) war eine historische isländische Airline von 1944 bis 1979 und ein früher Billigflieger über den Atlantik. Bekannt für Tarife unter IATA-Niveau, den Stopp in Island, Luxemburg als Europa-Tor und die CL-44J – und heute Teil der Geschichte von Icelandair.
Zusammenfassung
- Loftleiðir nutzte Islands Lage zwischen Europa und Nordamerika, um mit Zwischenstopp in Reykjavík günstiger zu fliegen als die IATA-Konkurrenz.
- Die Airline gilt als einer der frühen Billigflieger über den Atlantik – Jahrzehnte vor Laker, People Express oder WOW air.
- Mit der gestreckten Canadair CL-44J betrieb sie eine Passagiermaschine, die sonst keine Airline im Liniendienst hatte.
- Für Spotter ist Loftleiðir ein Archivthema: Wer alte Dias aus Luxemburg, Keflavík oder New York einordnet, stößt immer wieder auf TF-Kennzeichen der Isländer.
Häufige Fragen
Was bedeutet Loftleiðir?
Loftleiðir ist Isländisch und lässt sich mit „Luftwege“ übersetzen. International trat die Airline als Icelandic Airlines auf. Das „ð“ ist ein isländischer Buchstabe, in englischen Texten und auf Flugplänen liest du deshalb oft „Loftleidir“.
Wann gab es Loftleiðir?
Gegründet wurde Loftleiðir am 10. März 1944, der erste zahlende Flug folgte am 6. April 1944. 1973 stellte man sie zusammen mit Flugfélag Íslands unter die gemeinsame Holding Flugleiðir. Als eigene Gesellschaft verschwand Loftleiðir 1979, als beide Airlines zu einer einzigen verschmolzen, die heute Icelandair heißt. Deshalb findest du je nach Quelle 1973 oder 1979 als Enddatum.
Warum war Loftleiðir so günstig?
Zwei Gründe kamen zusammen: Loftleiðir war kein Mitglied der IATA, die damals die Atlantiktarife für ihre Mitglieder festlegte, und durfte deshalb eigene, deutlich niedrigere Preise verlangen. Dazu kam der Zwischenstopp in Island, der die Strecke in zwei Etappen teilte und die Kosten drückte. Als Vordenker dieser Strategie gilt Sigurður Helgason, ab 1953 im Vorstand.
Warum flog Loftleiðir nach Luxemburg?
Ab 1955 wurde Luxemburg der wichtigste europäische Startpunkt für die Atlantikflüge. Davor arbeitete Loftleiðir von 1952 bis 1962 mit der norwegischen Braathens SAFE zusammen, der Schwerpunkt lag also zunächst in Skandinavien. Luxemburg blieb danach Jahrzehnte ein Ziel der Isländer, Icelandair stellte die Strecke erst Anfang 1999 ein.
Welche Codes hatte Loftleiðir?
Der IATA-Code war LL. Isländische Flugzeuge tragen Kennzeichen mit TF-, bei Loftleiðir tauchen häufig Kennzeichen nach dem Muster TF-LL… auf. Ein eigener dreistelliger ICAO-Airline-Code im heutigen Sinne ist für Loftleiðir nicht sicher belegt, deshalb führen wir ihn hier nicht auf.
Was war die Canadair CL-44J?
Eine gestreckte Version der Canadair CL-44, gebaut auf Wunsch von Loftleiðir. Canadair verlängerte vier Maschinen, die so 189 Passagiere aufnehmen konnten. Loftleiðir vermarktete sie als „Rolls-Royce 400 PropJet“ und war die einzige Airline, die den Typ im Passagierdienst einsetzte.
Was hat Loftleiðir mit Cargolux zu tun?
Loftleiðir gehörte 1970 zu den Gründerinnen der Frachtairline Cargolux in Luxemburg, zusammen mit Luxair, der Reederei Salén und privaten Investoren. Erster Chef von Cargolux wurde Einar Ólafsson. Den Anfang machte Cargolux mit Canadair-CL-44-Frachtern.
Gibt es den Namen Loftleiðir heute noch?
Ja, als Firmenname. Seit 2003 heißt eine Tochter der Icelandair Group, die Flugzeuge mit Crew an andere Airlines vermietet und Charterflüge anbietet, Loftleiðir Icelandic. Mit der historischen Airline und ihrem Billigflug-Modell hat sie aber nur den Namen gemeinsam.
Loftleiðir im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
Douglas DC-4 / C-54 Skymaster
Vier Sternmotoren, ein einzelnes Seitenleitwerk, Bugradfahrwerk und runde Fenster: Die DC-4 und ihre Militärversion C-54 trugen die Berliner Luftbrücke. So erkennst du den Klassiker und findest die letzten Exemplare.
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Vier Sternmotoren, Druckkabine, Bugradfahrwerk: Die Douglas DC-6 war nach dem Zweiten Weltkrieg eines der wichtigsten Langstreckenflugzeuge der Welt. Heute fliegt sie noch als Frachter in Alaska – und als blank polierte DC-6B der Flying Bulls aus Salzburg. So erkennst du sie und so bekommst du sie vor die Linse.
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Mit der DC-8 stieg Douglas ins Jetzeitalter ein: vier Triebwerke, gepfeilter Flügel und später ein Rumpf von über 57 Metern. Hier liest du, wie sich die Serien unterscheiden, warum die Super Sixty so berühmt wurde und wo du eine der letzten DC-8 noch erwischst.
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Zwei Sternmotoren, Spornrad, schräg stehender Rumpf am Boden: Die DC-3 und ihre Militärschwester C-47 sind Legenden. So erkennst du sie und so findest du die letzten Flieger in Europa.
Weitere Airlines
Icelandair
Islands Netzwerk-Airline verbindet über Keflavík Europa und Nordamerika. Die Flotte steckt mitten im Umbruch: Die Boeing 757 verschwindet, 737 MAX und Airbus A321LR übernehmen.
FrachtCargolux
Europas große Nurfracht-Airline aus Luxemburg: eine reine Flotte aus Boeing 747-400F und 747-8F, Erstkunde der 747-8F, Basis am Flughafen Luxemburg und eine Tochter in Mailand.
NetzwerkLuxair
Luxemburgs nationale Airline: seit 1962 in der Luft, Heimat am Findel, eine bunte Flotte aus Q400-Turboprops und Boeing 737 – und mitten im Umbau auf Embraer E2 und neue 737-Generation.
NetzwerkBraathens SAFE
Historische norwegische Airline: 1946 von einem Reeder für Flüge nach Fernost gegründet, später jahrzehntelang SAS-Konkurrent im Inland mit Boeing 737 – und 2004 in SAS Braathens aufgegangen.
Low-CostIceland Express
Historische isländische Low-Cost-Marke (2002–2012): Iceland Express forderte Icelandair ab Keflavík heraus, besaß aber selbst kein einziges Flugzeug. Geflogen wurde mit Mietjets von Astraeus, JetX, Hello und Holidays Czech Airlines – 2012 übernahm WOW air das Streckennetz.
Low-CostWOW air
Historische Low-Cost-Airline aus Island: 2011 von Skúli Mogensen gegründet, mit knallig lila Airbus-Jets über Keflavík zwischen Europa und Nordamerika unterwegs – und am 28. März 2019 am Ende.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Flughafen Keflavík
Islands Tor zur Welt liegt auf einem windigen Lavafeld am Rand der Reykjanes-Halbinsel: zwei gekreuzte Pisten aus der Zeit der US-Militärbasis, ein Terminal, Icelandair als Hausherr – und Umsteigewellen zwischen Europa und Nordamerika, die den Tag im Takt halten.
FlughafenFlughafen Luxemburg
Ein kleiner Passagierflughafen mit einer der größten Frachtdrehscheiben Europas: Am Findel sitzen Luxair und Cargolux, auf der einzigen, rund vier Kilometer langen Bahn rollen täglich Boeing-747-Frachter – für Spotter eine der letzten Hochburgen des Jumbos.
FlughafenFlughafen New York JFK
Vom Golfplatz Idlewild zum wichtigsten Tor der USA nach Übersee: vier Bahnen an der Jamaica Bay, Drehkreuze von Delta, American und JetBlue, Airlines aus aller Welt – und mit dem TWA Hotel ein Stück Luftfahrtgeschichte direkt am Vorfeld.
HerstellerRolls-Royce
Britischer Triebwerkshersteller mit über hundert Jahren Luftfahrtgeschichte: Die Trent-Familie treibt A330, A350, A380 und Boeing 787 an, die Business-Jet-Triebwerke kommen aus Dahlewitz bei Berlin. Für Spotter ist Rolls-Royce die Frage hinter der Frage – welcher Antrieb hängt eigentlich unter dem Flügel?
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