Das Wichtigste in Kürze
- IATA KEF, ICAO BIKF: Islands internationaler Flughafen, 2025 mit rund 8,16 Millionen Passagieren.
- Zwei gekreuzte Pisten, 01/19 und 10/28, je gut 3.000 Meter lang und 60 Meter breit – ein Erbe der US-Militärbasis.
- Drehkreuz der Icelandair: Umsteigewellen verbinden Europa und Nordamerika über die Insel.
- NATO-Geschichte: Von 1951 bis 2006 war Keflavík eine US-Marinebasis, heute rotieren Kampfjets der Verbündeten zur Luftraumüberwachung.
- Low-Cost-Pleiten prägen die Bilanz: WOW air endete 2019, PLAY im September 2025.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Steckbrief
- 2.Tätigkeitsfelder
- 3.Geschichte im Zeitraffer
- 4.Was du als Spotter wissen solltest
- 5.Stärken und Schwächen
- 6.Vom Kriegsflugfeld zum Transatlantik-Knoten
- 7.NATO-Vorposten im Nordatlantik
- 8.Zwei gekreuzte Pisten und viel Wind
- 9.Icelandair und das Prinzip Drehkreuz
- 10.Aufstieg und Fall der Billigflieger
- 11.Wer sonst in Keflavík landet
- 12.Spotten zwischen Lava und Atlantik
- 13.Licht, Jahreszeiten und Wetter
- 14.Ausbau der Leifsstöð
- 15.Keflavík im Vergleich
- 16.Fazit
- 17.Häufige Fragen
Steckbrief
| IATA-Code | KEF |
|---|---|
| ICAO-Code | BIKF |
| Betreiber | Isavia ohf. – staatliches isländisches Unternehmen, das auch die Flugsicherung und die übrigen Flughäfen des Landes verantwortet |
| Lage | Auf der Reykjanes-Halbinsel, rund 3 km westlich des Ortes Keflavík (Gemeinde Reykjanesbær) und rund 50 km südwestlich von Reykjavík; Höhe etwa 52 m über dem Meer |
| Start- und Landebahnen | Zwei sich kreuzende Asphaltbahnen: 01/19 mit 3.054 m und 10/28 mit 3.065 m Länge, beide 60 m breit |
| Passagierterminal | Ein Terminal, die Flugstöð Leifs Eiríkssonar (kurz Leifsstöð), seit 1987 in Betrieb und mehrfach erweitert – zuletzt um einen Ostflügel |
| Wichtigster Nutzer | Icelandair – Drehkreuz für Umsteigeverbindungen zwischen Europa und Nordamerika |
| Verkehr 2025 | Rund 8,16 Mio. Passagiere, etwa 2 % weniger als 2024; 27 Airlines im Liniendienst (Stand 2025) |
| Rekordjahr | 2018 mit rund 9,8 Mio. Passagieren – vor der Pleite von WOW air |
| Inlandsflüge | Keine regulären – der Inlandsverkehr läuft über den Stadtflughafen Reykjavík |
| Militärischer Teil | Von 1951 bis 2006 US-Basis Naval Air Station Keflavik; heute Stützpunkt für rotierende NATO-Kontingente, verwaltet von der isländischen Küstenwache |
| Eröffnung | 23. März 1943 als Meeks Field, gebaut vom US-Militär im Zweiten Weltkrieg |
| Offizielle Website | www.kefairport.com |
Tätigkeitsfelder
Geschichte im Zeitraffer
Flughafen Keflavík aus Spotter-Sicht
Deine Checkliste für Flughafen Keflavík
- Die aktive Piste vor dem Besuch geprüft – auf Island entscheidet der Wind oft kurzfristig zwischen 01/19 und 10/28
- Eine Boeing 757 von Icelandair erwischt, solange das Auslaufmodell noch fliegt
- Eine Icelandair-Boeing 737 MAX oder einen Airbus A321LR mit TF-Kennzeichen notiert
- Die Umsteigewelle erlebt, wenn sich die Flüge nach Europa oder Nordamerika in kurzer Folge aufreihen
- Einen Frachter gesehen, etwa einen umgebauten Boeing-767-Frachter von Icelandair Cargo
- Einen NATO-Kampfjet im Air-Policing-Einsatz beobachtet – nur von öffentlichem Grund aus
- Das Kennzeichen jeder Sichtung notiert, nicht nur Airline und Typ
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- Icelandair-Flotte im Umbruch: 757, 767, 737 MAX und A321LR an einem Ort
- Transatlantik-Verkehr aus Europa und Nordamerika in klar erkennbaren Wellen
- Weite, baumlose Landschaft – Flugzeuge vor Lava, Moos und Meer
- NATO-Rotationen bringen gelegentlich Militärjets aus ganz Europa und Nordamerika
- Im Sommer extrem lange Tage mit viel Licht
Wo es hakt
- Wenig Verkehr außerhalb der Umsteigewellen – zwischendurch ist es ruhig
- Starker, wechselhafter Wind, Regen und schnelle Wetterumschwünge
- Im Winter nur wenige Stunden Tageslicht
- Großer militärischer Sicherheitsbereich mit strengen Zugangsregeln
- Keine Inlandsflüge – Propellermaschinen der Inlandsstrecken siehst du nur in Reykjavík
Keflavík ist kein Flughafen, den man zufällig besucht. Wer hier landet, ist meist auf dem Weg nach Island – oder steigt zwischen Europa und Nordamerika um. Genau das macht den Platz auf einem windigen Lavafeld an der Südwestspitze der Insel so interessant: Zweimal am Tag reihen sich Flüge aus beiden Kontinenten in kurzer Folge auf, dazwischen wird es fast still. Hinzu kommt eine Geschichte, die mehr mit dem Kalten Krieg zu tun hat als mit Tourismus, und eine Hausairline, deren Flotte gerade komplett die Generation wechselt.
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Vom Kriegsflugfeld zum Transatlantik-Knoten
Der Flughafen ist ein Kind des Zweiten Weltkriegs. Nachdem alliierte Truppen Island besetzt hatten, baute das US-Militär auf der flachen Reykjanes-Halbinsel zwei Flugfelder. Eines davon, Meeks Field, ging am 23. März 1943 in Betrieb – benannt nach dem Piloten George Meeks, der auf Island ums Leben gekommen war. Die Plätze dienten als Zwischenstation für Flugzeuge, die über den Nordatlantik nach Europa verlegt wurden.
1947 zogen die Amerikaner ab, doch die Pause hielt nicht lange. Mit dem Verteidigungsabkommen von 1951 kehrten sie im Rahmen der NATO zurück. Island hat keine eigenen Streitkräfte; die Iceland Defense Force übernahm den Schutz der Insel, und ab 1961 betrieb die US Navy den Platz als Naval Air Station Keflavik. Zivile Passagiere teilten sich das Gelände jahrzehntelang mit dem Militär – das Terminal von 1949 lag mitten auf der Basis.
Erst im April 1987 öffnete mit der Flugstöð Leifs Eiríkssonar ein eigenes ziviles Terminal, benannt nach dem Seefahrer Leif Eriksson, der um das Jahr 1000 als einer der ersten Europäer Nordamerika erreichte. Die Isländer sagen meist kurz Leifsstöð. 2006 endete die amerikanische Präsenz: Die Navy zog ab, das Basisgelände wurde unter dem Namen Ásbrú in ein Wohn- und Gewerbegebiet umgewandelt. Das alte Terminal von 1949 wurde 2018 abgerissen.
NATO-Vorposten im Nordatlantik
Für die NATO war Keflavík im Kalten Krieg ein strategischer Punkt. Wer den Luft- und Seeraum zwischen Grönland, Island und Großbritannien kontrollierte, hatte die Wege der sowjetischen Nordflotte in den Atlantik im Blick. Entsprechend war die Basis bestückt: Abfangjäger wie die F-4 Phantom und später die F-15 stiegen auf, wenn sich sowjetische Langstreckenflugzeuge näherten. Seeaufklärer vom Typ Lockheed P-3 Orion rotierten bis 2004 im Halbjahrestakt nach Island, um U-Boote aufzuspüren. Dazu kamen Rettungshubschrauber, Tankflugzeuge und zeitweise AWACS-Maschinen.
Mit dem Ende des Kalten Kriegs schrumpfte die Präsenz, 2006 war Schluss. Ganz verschwunden ist das Militär aber nicht. Seit Mai 2008 läuft das Icelandic Air Policing der NATO: Verbündete schicken für jeweils einige Wochen Kampfjets nach Keflavík, um den isländischen Luftraum zu überwachen. Im Schnitt passiert das mehrmals im Jahr. Beteiligt waren unter anderem Frankreich, die USA, Norwegen, Dänemark, Deutschland, Italien, Großbritannien, Kanada und Polen – mit Mustern von der F-16 bis zur F-35. Die isländische Küstenwache verwaltet den militärischen Teil des Flughafens für die NATO. 2016 sagte die US Navy zu, einen Hangar für Einsätze ihres Seeaufklärers P-8 Poseidon zu modernisieren.
Militärischer Bereich bleibt gesperrt
Hangars und Abstellflächen des Sicherheitsbereichs sind für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Beobachte Rotationen nur von öffentlichem Grund aus, halte dich an Schilder und Absperrungen und lass Drohnen zu Hause. Was beim Fotografieren an Militärplätzen gilt, erklärt der Beitrag Fotografieren am Militärflugplatz.
Zwei gekreuzte Pisten und viel Wind
Die Infrastruktur verrät ihre Herkunft. Statt paralleler Bahnen wie an den großen Drehkreuzen Mitteleuropas hat Keflavík zwei Pisten, die sich kreuzen: 01/19 in Nord-Süd-Richtung und 10/28 in Ost-West-Richtung. Beide sind gut drei Kilometer lang und mit 60 Metern ungewöhnlich breit – ausgelegt für Militärjets und schwere Transporter bei rauem Wetter.
| Piste | Ausrichtung | Länge × Breite | Was das für dich heißt |
|---|---|---|---|
| 01/19 | Nord–Süd | 3.054 × 60 m | Aktiv bei Wind aus Nord oder Süd; Anflüge kommen über die Halbinsel oder vom Meer |
| 10/28 | Ost–West | 3.065 × 60 m | Aktiv bei Wind aus Ost oder West; häufig bei den typischen Tiefdrucklagen |
| Leifsstöð | – | – | Einziges Passagierterminal mit Schengen- und Non-Schengen-Bereich |
| Sicherheitsbereich | – | – | Militärische Hangars und Abstellflächen, kein Zutritt |
Island liegt mitten in der Zugbahn der nordatlantischen Tiefs. Der Wind ist oft kräftig und dreht schnell – und weil die Pisten in zwei völlig unterschiedliche Richtungen zeigen, kann sich innerhalb eines Tages komplett ändern, wo gestartet und gelandet wird. Seitenwindlandungen gehören hier zum Alltag. Wie Piloten sie fliegen und warum sie so spektakulär aussehen, steht im Beitrag zur Seitenwindlandung. Wie die Pistennummern entstehen, erklärt Pistenbezeichnungen am Flughafen.
Betriebsrichtung live prüfen
Verlass dich auf Island nicht auf die Windrichtung vom Vortag. Schau kurz vor dem Losfahren in eine Flugverfolgung, auf welcher Piste die letzten Maschinen gelandet sind. Die Grundlagen erklären die Beiträge Betriebsrichtung am Flughafen verstehen und Flugverfolgung mit ADS-B.
Icelandair und das Prinzip Drehkreuz
Ohne Icelandair wäre Keflavík ein ruhiger Inselflughafen. Die Airline nutzt die Lage auf halbem Weg zwischen Europa und Nordamerika für ein Umsteigemodell: Fluggäste aus Städten wie Frankfurt, München oder Berlin steigen in Keflavík in einen Flug nach Nordamerika um – und umgekehrt. Viele legen dabei einen Zwischenstopp auf der Insel ein. Dieses Geschäft hat Tradition: Schon die historische Loftleiðir lockte in den 1950er- und 1960er-Jahren mit günstigen Atlantikflügen über Island. 1979 verschmolz sie mit Flugfélag Íslands zu der Airline, die heute Icelandair heißt.
Damit das Umsteigen funktioniert, sind die Flüge in Wellen gebündelt. Vereinfacht: Am frühen Morgen landen die Nachtflüge aus Nordamerika, kurz danach starten die Flüge nach Europa. Am Nachmittag kehren diese Maschinen zurück, und es geht wieder Richtung Westen. Für dich bedeutet das: Innerhalb von ein, zwei Stunden siehst du einen Großteil der Flotte rollen, dann wird es ruhig. Wie du solche Spitzen vorab findest, steht im Beitrag zur Abflug- und Ankunftstafel.
Die Flotte steckt mitten im Umbruch. Lange war die Boeing 757-200 das Gesicht der Airline, ergänzt durch die Boeing 767-300ER. Beide sind Auslaufmodelle und verlassen schrittweise die Flotte. An ihre Stelle treten die Boeing 737 MAX 8, die 737 MAX 9 und der Airbus A321LR, die Langstreckenversion des A321neo. Bestellt ist außerdem der A321XLR. Wenn du eine Icelandair-757 noch vor die Linse bekommen willst, ist Keflavík der Ort mit den besten Chancen. Zum Auseinanderhalten der beiden Boeing-Muster hilft 757 und 767 unterscheiden.
Die letzten 757 im Blick behalten
Mit Planetrack setzt du Typen und Kennzeichen auf die Wunschliste deines Hangars und wirst bei Anflug und Landung benachrichtigt. Die App startet bald – trag dich unten in die Warteliste ein.
Aufstieg und Fall der Billigflieger
Kaum ein Flughafen dieser Größe hat so viele Airline-Pleiten erlebt. Schon Iceland Express versuchte von 2003 bis 2012, Icelandair Konkurrenz zu machen. Ab 2012 setzte WOW air mit auffällig violetten Flugzeugen auf das gleiche Umsteigeprinzip – nur billiger. Das Wachstum war rasant, und 2018 erreichte Keflavík mit rund 9,8 Millionen Passagieren seinen bisherigen Rekord. Am 28. März 2019 stellte WOW air den Betrieb ein, und die Zahlen fielen deutlich.
Ab Juni 2021 versuchte es PLAY erneut mit einem Low-Cost-Modell über Keflavík. Am 29. September 2025 war auch diese Geschichte vorbei: PLAY stellte den Flugbetrieb ein. Für das Gesamtjahr 2025 meldete der Flughafen rund 8,16 Millionen Passagiere, etwa zwei Prozent weniger als 2024. Wer also alte Fotos mit violetten oder roten Isländern im Archiv hat, besitzt inzwischen echte Zeitdokumente.
| Airline | Zeitraum | Geschäftsmodell | Status (Oktober 2026) |
|---|---|---|---|
| Loftleiðir | 1944–1979 | Günstige Atlantikflüge über Island | historisch, in Icelandair aufgegangen |
| Iceland Express | 2003–2012 | Low-Cost | historisch |
| WOW air | 2012–2019 | Low-Cost mit Transatlantik-Umsteigen | historisch |
| PLAY | 2021–2025 | Low-Cost mit Transatlantik-Umsteigen | historisch |
| Icelandair | seit der Fusion 1979 | Netzwerk-Airline mit Drehkreuz KEF | aktiv |
Wer sonst in Keflavík landet
Neben Icelandair fliegen zahlreiche europäische und nordamerikanische Airlines nach Keflavík, vor allem in der Sommersaison. Laut Flughafen waren es 2025 insgesamt 27 Fluggesellschaften im Liniendienst. Darunter sind Low-Cost-Carrier aus Europa und Netzwerk-Airlines aus Nordamerika. Welche Strecken gerade bedient werden, schwankt stark zwischen Sommer- und Winterflugplan – ein Blick auf die Zielliste des Flughafens zeigt dir den aktuellen Stand.
Auf der Frachtseite sind unter anderem Icelandair Cargo mit umgebauten Frachtern auf Basis der Boeing 767-300ER, Bluebird Nordic und DHL Aviation aktiv; dazu kommen weitere Frachtairlines. Ein Teil der Fracht – darunter frischer Fisch – fliegt im Bauch der Passagiermaschinen nach Europa und Nordamerika. Die isländische Charter- und Leasing-Airline Air Atlanta Icelandic siehst du dagegen eher selten, denn ihre Flugzeuge sind meist weit weg von Island im Einsatz.
Und dann sind da die Gäste, die nicht im Flugplan stehen. Keflavík liegt mitten auf den Routen über den Nordatlantik und hat lange, breite Pisten. Muss ein Langstreckenflugzeug zwischen Europa und Nordamerika außerplanmäßig landen, ist der Platz eine naheliegende Option. Warum zweistrahlige Jets solche Ausweichflughäfen brauchen, erklärt der Beitrag zu ETOPS.
Spotten zwischen Lava und Atlantik
Ein ausgebautes Spotterprogramm mit Besucherhügel wie in München gibt es in Keflavík nicht. Die Landschaft rund um den Flughafen ist flach, baumlos und weit – Lavafelder, Moos und Straßen, von denen aus du an verschiedenen Stellen Anflüge sehen kannst. Wo du am besten stehst, hängt fast vollständig von der aktiven Piste ab. Weil sich die Pisten kreuzen, kommen die Flugzeuge je nach Wind aus vier verschiedenen Richtungen.
Für die Planung heißt das: Erst Piste und Welle prüfen, dann den Standort wählen. Ein Mietwagen ist praktisch Pflicht, wenn du die Seite wechseln willst. Bleib dabei immer auf öffentlichen Wegen und Parkflächen, halte Abstand zu Zäunen und Sicherheitsbereichen und parke nicht auf Zufahrten. Allgemeine Regeln fasst der Beitrag Ist Planespotting erlaubt? zusammen.
Welle heraussuchen
Prüf in der Abflug- und Ankunftstafel, wann die Umsteigewellen am Morgen und Nachmittag liegen. Dazwischen lohnt sich das Warten kaum.
Aktive Piste bestimmen
Wind und die letzten Landungen in der Flugverfolgung verraten dir, ob 01/19 oder 10/28 in Betrieb ist – und aus welcher Richtung die Anflüge kommen.
Licht mitdenken
Mit der Pistenrichtung und dem Sonnenstand wählst du die Seite, auf der du die Sonne im Rücken hast.
Wetterfest packen
Regenschutz für dich und die Kamera, warme Schichten und eine Mütze – auch im Sommer.
Kennzeichen notieren
Bei vielen ähnlichen Icelandair-Jets mit TF-Kennzeichen ist das Kennzeichen der einzige Weg, Sichtungen sauber zu trennen.
Licht, Jahreszeiten und Wetter
Keflavík liegt auf knapp 64 Grad Nord – das spürst du bei jeder Planung. Im Hochsommer wird es nachts kaum richtig dunkel, und du kannst bis spät in den Abend fotografieren. Die Sonne steht dabei lange tief und wandert weit um den Horizont, was seitliches Licht aus ungewohnten Richtungen bringt. Im Dezember dagegen bleiben nur wenige Stunden Tageslicht, und die Sonne kommt kaum über den Horizont. Mit dem Sonnenstand-Planer findest du heraus, welche Seite der aktiven Piste wann im Licht liegt.
Das Wetter wechselt schnell: Regen, Sturmböen und Sonnenschein können sich innerhalb einer Stunde ablösen. Das kann frustrieren, liefert aber auch dramatische Bilder mit Wolken, Gischt und glänzendem Asphalt. Tipps für solche Tage stehen in Planespotting bei schlechtem Wetter. Im Winter kommen Schnee, Eis und Enteisung dazu – wie du die kalte Jahreszeit für dich nutzt, erklärt Planespotting im Winter.
Keflavík passt zu dir, wenn …
- du die letzten Icelandair-757 und 767 erwischen willst
- du Flugzeuge vor rauer, ungewöhnlicher Landschaft fotografieren möchtest
- du ohnehin auf Island bist oder dort umsteigst
Bedingt geeignet, wenn …
- du auf NATO-Rotationen hoffst – die sind nur zeitweise vor Ort
- du im Winter reist und mit wenig Tageslicht auskommen musst
Eher woanders, wenn …
- du dichten Verkehr den ganzen Tag über suchst
- du ohne Auto einen festen Spotterplatz mit Infrastruktur willst
Ausbau der Leifsstöð
Das Terminal ist mit dem Verkehr gewachsen. Zwischen 2023 und 2025 ging schrittweise der Ostflügel in Betrieb, der die Terminalfläche um rund 30 Prozent vergrößert hat – mit vier zusätzlichen Fluggastbrücken, zwei Busgates für Außenpositionen, einer neuen Gepäckausgabe und einer Food Hall. 2023 kam ein rund 1,2 Kilometer langer neuer Rollweg hinzu. Der Masterplan von Isavia ist auf bis zu 15 Millionen Passagiere im Jahr ausgelegt und hält sich die Option auf eine dritte Piste offen. Ob und wann sie kommt, ist offen.
Keflavík im Vergleich
Im Vergleich zu den nordischen Hauptstadtflughäfen ist Keflavík klein. Der Flughafen Helsinki funktioniert als Drehkreuz zwischen Europa und Asien nach einem ähnlichen Umsteigeprinzip, nur in größerem Maßstab. Am Flughafen Oslo und am Flughafen Kopenhagen siehst du deutlich mehr Verkehr über den ganzen Tag. Als Atlantik-Sprungbrett hat Keflavík Gemeinsamkeiten mit dem Flughafen Dublin, wo viele Transatlantikflüge abgehen – und historisch mit dem Flughafen Shannon, der früher als Tankstopp über dem Atlantik diente.
Ganz eigen bleibt die Mischung: eine Hausairline, die auf Boeing-Narrowbodies den Atlantik überquert, eine militärische Vergangenheit, die man an Hangars und Pistenbreite bis heute ablesen kann, und ein Wetter, das jeden Spotting-Tag zur Überraschung macht. Wer die Grundlagen zu Kennzeichen auffrischen will, bevor er die TF-Registrierungen sammelt, findet sie in Flugzeugkennzeichen verstehen.
Jede Welle zählt
Beiträge mit Flugzeugdaten, Spot-Karte, Wetter und Wind am Flughafen, Sonnenstand-Planer und Community in einer App – das ist Planetrack. Planetrack startet bald. Die Warteliste findest du unten auf dieser Seite.
Fazit
Der Flughafen Keflavík ist klein, aber er erzählt viel: vom Zweiten Weltkrieg, vom Kalten Krieg im Nordatlantik, vom Traum der günstigen Atlantikflüge und von zwei Billigairlines, die ihn nicht überlebt haben. Heute bestimmt Icelandair den Takt, und ihre Flotte wechselt gerade von den klassischen Boeing 757 und 767 zu 737 MAX und A321LR.
Für Spotter gilt: Ohne Planung stehst du hier schnell im Wind und an der falschen Piste. Mit einem Blick auf Umsteigewellen, aktive Piste und Licht wird ein kurzer Besuch dagegen ergiebig – und die Kulisse aus Lava, Meer und Himmel bekommst du gratis dazu.
Kurzfazit
KEF ist Islands Tor zur Welt und das Drehkreuz der Icelandair. Plane nach Umsteigewellen und aktiver Piste, rechne mit Wind und schnellem Wetterwechsel – dann bekommst du die letzten 757 und vielleicht sogar einen NATO-Jet vor die Linse.
Zusammenfassung
- Keflavík ist kein Großflughafen, aber ein besonderer: Hier treffen sich zweimal am Tag Flüge aus Europa und Nordamerika.
- Die Pisten stammen aus der Militärzeit und kreuzen sich – welche aktiv ist, entscheidet der oft heftige Wind.
- Für Spotter zählen vor allem die Icelandair-Flotte im Generationswechsel, Transatlantik-Gäste und gelegentliche NATO-Rotationen.
- Wetter, Licht und Tagesrhythmus bestimmen den Spotting-Tag stärker als an fast jedem anderen europäischen Flughafen.
Häufige Fragen
Welche Codes hat der Flughafen Keflavík?
Der IATA-Code ist KEF, der ICAO-Code BIKF. KEF steht auf Gepäckanhängern und Tickets, BIKF nutzen Flugsicherung und Flugverfolgungsdienste. Isländische Flughäfen tragen ICAO-Codes, die mit BI beginnen.
Wie viele Start- und Landebahnen hat Keflavík?
Zwei, die sich kreuzen: 01/19 mit 3.054 Metern und 10/28 mit 3.065 Metern Länge. Beide sind 60 Meter breit. Die großzügigen Maße stammen aus der Zeit als Militärflugplatz und erlauben auch Großraumflugzeugen bei starkem Wind sichere Starts und Landungen.
Ist Keflavík der Flughafen von Reykjavík?
Ja und nein. Keflavík ist der internationale Flughafen für die Hauptstadtregion, liegt aber rund 50 Kilometer südwestlich von Reykjavík auf der Reykjanes-Halbinsel. Inlandsflüge starten dagegen vom Stadtflughafen Reykjavík mitten in der Stadt.
Ist Keflavík noch ein Militärflughafen?
Die US-Marinebasis wurde 2006 aufgelöst. Ein militärischer Bereich besteht aber weiter: Die isländische Küstenwache verwaltet ihn für die NATO, und Verbündete schicken im Rahmen des Icelandic Air Policing regelmäßig für einige Wochen Kampfjets nach Keflavík. Island selbst hat keine eigenen Streitkräfte.
Fliegt PLAY noch ab Keflavík?
Nein. Die isländische Low-Cost-Airline PLAY hat am 29. September 2025 den Flugbetrieb eingestellt. Vorher war bereits WOW air im März 2019 gescheitert. Beide Airlines sind damit Geschichte.
Wie komme ich vom Flughafen Keflavík nach Reykjavík?
Laut Flughafen fährt der Flybus zum Busbahnhof BSÍ in Reykjavík; die Fahrt dauert rund 45 Minuten, abgestimmt auf die Ankünfte. Daneben gibt es Linienbusse von Strætó, Mietwagen und Taxis. Fahrpläne und Preise ändern sich – prüf sie vor der Reise.
Wann ist in Keflavík am meisten los?
In den Umsteigewellen der Icelandair. Grob gilt: Morgens landen die Nachtflüge aus Nordamerika und kurz danach starten die Flüge nach Europa; nachmittags kommen die Maschinen aus Europa zurück, bevor es Richtung Nordamerika geht. Die genauen Zeiten ändern sich mit dem Flugplan – schau in die Abflug- und Ankunftstafel.
Darf ich in Keflavík Militärflugzeuge fotografieren?
Von öffentlich zugänglichem Gelände aus ist das Beobachten grundsätzlich möglich, der militärische Sicherheitsbereich ist aber gesperrt. Halte dich an Absperrungen und Hinweisschilder und fotografiere nichts, was ausdrücklich verboten ist. Hintergründe stehen im Beitrag Fotografieren am Militärflugplatz.
Sichtungen rund um Flughafen Keflavík sammeln
Foto mit Kennzeichen, Typ, Airline und Spot posten, Funde im Hangar sammeln und Likes und Kommentare aus der Community bekommen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Passende Airlines
Die Fluggesellschaften dazu – mit IATA- und ICAO-Code, Rufzeichen und Lackierung.
Icelandair
Islands Netzwerk-Airline verbindet über Keflavík Europa und Nordamerika. Die Flotte steckt mitten im Umbruch: Die Boeing 757 verschwindet, 737 MAX und Airbus A321LR übernehmen.
OG / FPYPLAY
Historische Low-Cost-Airline aus Island: 2019 von früheren WOW-air-Managern gegründet, ab 2021 mit roten Airbus-Jets zwischen Europa und Nordamerika unterwegs – und am 29. September 2025 eingestellt.
WW / WOWWOW air
Historische Low-Cost-Airline aus Island: 2011 von Skúli Mogensen gegründet, mit knallig lila Airbus-Jets über Keflavík zwischen Europa und Nordamerika unterwegs – und am 28. März 2019 am Ende.
LLLoftleiðir
Historische isländische Airline: Loftleiðir flog ab 1944, unterbot als Nicht-IATA-Mitglied die Atlantikpreise, kam 1973 unter das Dach von Flugleiðir und ging 1979 in Icelandair auf.
CC / ABDAir Atlanta Icelandic
Die isländische Airline, die fast nie in Island fliegt: Air Atlanta vermietet seit 1986 Großraumflugzeuge samt Crew an andere Airlines, war jahrzehntelang mit Passagier-Jumbos im Hajj-Verkehr unterwegs und fliegt heute vor allem Boeing-747-400-Frachter.
Iceland Express
Historische isländische Low-Cost-Marke (2002–2012): Iceland Express forderte Icelandair ab Keflavík heraus, besaß aber selbst kein einziges Flugzeug. Geflogen wurde mit Mietjets von Astraeus, JetX, Hello und Holidays Czech Airlines – 2012 übernahm WOW air das Streckennetz.
BO / BBDBluebird Nordic
Die historische Frachtairline aus Island flog von 2001 bis 2024 vor allem umgebaute Boeing 737 – erst als Bluebird Cargo, zuletzt als Bluebird Nordic im Verbund der Avia Solutions Group.
Typische Flugzeuge
Boeing 757-200
Lang, schlank, hochbeinig und mit Triebwerken, die fast zu groß wirken: Die 757-200 ist ein Schmalrumpf mit Langstrecken-Genen. Produziert wird sie seit 2004 nicht mehr, Spotter freuen sich deshalb über jede Begegnung.
FlugzeugtypBoeing 767-300ER
Schlanker Rumpf, zwei große Triebwerke, oft hochgezogene Winglets: Die 767-300ER war jahrzehntelang das Arbeitspferd über den Atlantik. Heute wird sie selten – so erkennst und findest du sie.
FlugzeugtypBoeing 737 MAX 8
Große LEAP-Triebwerke mit gezackten Gondelkanten, gegabelte Flügelspitzen und ein neu geformtes Heck: Die 737 MAX 8 ist die vierte Generation von Boeings Bestseller. So trennst du sie sicher von der 737-800.
FlugzeugtypBoeing 737 MAX 9
Die gestreckte Schwester der MAX 8: Die 737 MAX 9 ist länger, hat einen zusätzlichen Ausgang hinter dem Flügel und ist in Europa ein eher seltener Gast. So erkennst du sie sicher.
FlugzeugtypAirbus A321neo
Der lange Bruder der A320neo: Die A321neo ist der größte Jet der Familie und fliegt als LR und XLR sogar über den Atlantik. So erkennst du sie und ihre Varianten.
Weitere Einträge
Flughafen Helsinki-Vantaa
Finnlands Tor zur Welt liegt 17 Kilometer nördlich der Hauptstadt in Vantaa: drei Pisten, ein zusammengewachsenes Terminal, Finnair mit A350-Flotte als Hausherr – und rund um den Zaun eine Reihe von Spotterpunkten, die du je nach Betriebsrichtung wechselst.
FlughafenFlughafen Oslo-Gardermoen
Norwegens Tor zur Welt liegt rund 35 Kilometer nördlich von Oslo auf einem alten Militärgelände: zwei parallele Nord-Süd-Bahnen, ein einziges Terminal mit Flytoget-Bahnhof, SAS, Norwegian und Widerøe als Hausherren – und ein Betreiber, der Spottern eigene Plätze ausweist.
FlughafenFlughafen Dublin
Irlands größter Flughafen: Heimatbasis von Aer Lingus und Ryanair, seit 2022 mit zweiter Parallelbahn, US-Preclearance im Terminal 2 und viel Transatlantikverkehr – ohne offizielle Besucherterrasse, dafür mit Spotterplätzen rund um den Zaun.
FlughafenFlughafen Kopenhagen-Kastrup
Der größte Flughafen der nordischen Länder liegt auf Amager, acht Kilometer vom Rathausplatz entfernt: drei Pisten, ein Terminalkomplex mit Metro- und Zuganschluss, SAS als Hausherr – und mit dem Flyvergrillen ein Spotterplatz, der in Dänemark Kultstatus hat.
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