Seaboard World Airlines

Historische Frachtairline aus New York: Seaboard & Western erhielt 1955 als erste US-Airline die Zulassung für Linienfracht über den Atlantik, flog unter anderem nach Frankfurt, setzte CL-44, DC-8 und Boeing 747F ein und ging 1980 in Flying Tiger auf.

Auch bekannt als: Seaboard & Western Airlines · Seaboard World · Seaboard · SB

USAUSAFracht-AirlinesIATA: SB11 Min. Lesezeit

1946–1980

Jahre als eigenständige Airline

1955

Zulassung als erste US-Linienfrachtairline über den Atlantik

SEABOARD

Rufzeichen im Funk

8

Canadair CL-44 mit Schwenkheck

Das Wichtigste in Kürze

  • Seaboard World Airlines war eine historische US-Frachtairline mit Sitz am New Yorker Flughafen Idlewild, dem heutigen JFK.
  • Gegründet 1946 als Seaboard & Western, ab April 1961 unter dem Namen Seaboard World Airlines.
  • Ab Mitte der 1950er-Jahre flog Seaboard planmäßig Fracht über den Atlantik – Frankfurt gehörte zu den Zielen in Europa.
  • Die Flotte spiegelt die Frachtgeschichte: DC-4, Super Constellation, Canadair CL-44 mit Schwenkheck, DC-8 und schließlich Boeing 747 Freighter.
  • Am 1. Oktober 1980 ging Seaboard in Flying Tiger Line auf, die damit zur größten Frachtairline der Welt wurde.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Seaboard World Airlines im Überblick
  2. 2.Codes und Rufzeichen
  3. 3.Die Geschichte: von Seaboard & Western zu Seaboard World
  4. 4.Truppentransporte und Flug 253A
  5. 5.Die Flotte im Überblick
  6. 6.Woran du Seaboard auf alten Fotos erkennst
  7. 7.Seaboard in Frankfurt
  8. 8.Das Ende: Fusion mit Flying Tiger
  9. 9.Seaboard heute: ein Thema für das Archiv
  10. 10.Häufige Verwechslungen
  11. 11.Fazit

Steckbrief

IATA-CodeSB
RufzeichenSEABOARD
DrehkreuzeJFK
StatusHistorisch – seit der Fusion mit Flying Tiger Line am 1. Oktober 1980 nicht mehr eigenständig
GeschäftsmodellFrachtairline mit Linienfracht über den Nordatlantik, dazu Charter- und Militärflüge
Gründung16. September 1946 als Seaboard & Western Airlines, Flugbetrieb ab 10. Mai 1947
GründerArthur und Raymond Norden
Sitz und BasisNew York, auf dem Gelände des Flughafens Idlewild (heute John F. Kennedy International)
UmbenennungApril 1961 in Seaboard World Airlines
Wichtige Europa-ZieleUnter anderem London, Amsterdam, Frankfurt und Zürich (belegt etwa für 1968)
Prägende TypenDouglas DC-4, Lockheed Super Constellation, Canadair CL-44, Douglas DC-8, Boeing 707-345C, Boeing 747-245F
EndeFusion mit Flying Tiger Line am 1. Oktober 1980; Flying Tiger ging 1989 in Federal Express auf

Woran du die Airline erkennst

Ist das wirklich Seaboard World Airlines?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Schriftzug „Seaboard World“ bzw. in den frühen Jahren „Seaboard & Western“ am Rumpf
  • Typisch für die Flotte: reine Frachter mit wenigen oder ganz ohne Kabinenfenster
  • Canadair CL-44 mit vier Propellerturbinen und seitlich schwenkbarem Heck zum Beladen
  • Douglas DC-8 in Frachtversion, darunter die lange DC-8-63CF
  • Boeing-Typbezeichnungen mit der Kundenziffer 45: 707-345C und 747-245F
  • US-Kennzeichen mit N-, etwa N8631 bei einer DC-8-63CF

Eine wuchtige Canadair CL-44, deren Heck zur Seite geklappt ist, daneben ein Gabelstapler mit Paletten – solche Bilder stehen für eine Zeit, in der Luftfracht noch Pionierarbeit war. Mittendrin: Seaboard World Airlines, eine Frachtairline aus New York, die als erste US-Gesellschaft eine Zulassung für Linienfracht über den Atlantik erhielt und auch Frankfurt anflog. Die Airline existiert seit 1980 nicht mehr, doch auf alten Dias von Rhein-Main, Heathrow oder Idlewild taucht sie immer wieder auf. Diese Seite hilft dir, Seaboard einzuordnen und historische Aufnahmen sauber zuzuordnen.

Alte Frachter-Dias geordnet im Hangar

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Seaboard World Airlines im Überblick

Seaboard World Airlines war eine historische US-amerikanische Frachtairline mit Sitz in New York. Ihr Zuhause lag direkt auf dem Gelände des Flughafens Idlewild, der später in John F. Kennedy International umbenannt wurde. Gegründet wurde die Gesellschaft am 16. September 1946 von Arthur und Raymond Norden unter dem Namen Seaboard & Western Airlines. Den Flugbetrieb nahm sie am 10. Mai 1947 auf.

Wie viele Airlines dieser Generation begann Seaboard mit Flugzeugen aus Kriegsbeständen: Douglas DC-4 und Curtiss C-46, die nach 1945 günstig zu haben waren. Aus diesen Anfängen wurde eine der bekanntesten Frachtspezialistinnen auf dem Nordatlantik. 1955 erhielt Seaboard & Western von der damaligen US-Luftfahrtbehörde CAB die Genehmigung für planmäßige Frachtflüge über den Atlantik – sie gilt damit als erste US-Airline mit transatlantischer Linienfracht.

Im April 1961 bekam die Airline ihren bekannteren Namen Seaboard World Airlines. Bis 1980 blieb sie eigenständig, dann fusionierte sie mit dem Konkurrenten Flying Tiger Line. Die Spur führt von dort weiter zu FedEx Express, die Flying Tiger 1988/89 übernahm.

SBIATA-Code von Seaboard
JFKHeimatbasis in New York
N-Kennzeichen-Präfix der Flotte

Codes und Rufzeichen

  • IATA-Code SB: Unter diesem Kürzel wird Seaboard in gängigen Nachschlagewerken geführt.
  • ICAO-Code: Die Angaben in den Quellen sind uneinheitlich, weil das heutige dreistellige ICAO-System erst nach und nach die alten Kürzel ablöste. Verlass dich bei Seaboard deshalb lieber auf Name, Typ und Kennzeichen.
  • Rufzeichen SEABOARD: So meldeten sich die Crews im Funk.
  • Kennzeichen N-: Alle Flugzeuge waren in den USA registriert, zum Beispiel die DC-8-63CF N8631 oder die 707-345C N7321S und N7322S.

Wichtig für die Archivarbeit: Airline-Codes werden nach dem Ende einer Gesellschaft neu vergeben. Ein Frachtbrief oder Flugplanauszug mit SB gehört nur dann sicher zu Seaboard, wenn er aus der Zeit vor Oktober 1980 stammt.

Die Geschichte: von Seaboard & Western zu Seaboard World

Anfänge mit Kriegsflugzeugen

Die ersten Jahre waren geprägt von Charterflügen mit DC-4 und C-46. Seaboard flog Fracht, wo immer sie gebraucht wurde – und vermietete Flugzeuge auch an andere Airlines. Ein Beispiel: 1952 war eine Seaboard-DC-4 für die isländische Loftleiðir unterwegs, als sie in Pisa über die Piste hinausschoss und ausbrannte. An Bord waren neben der Crew 50 Kühe, von denen nur drei überlebten. Schon 1951 war eine DC-4 bei der Landung in Keflavík von der Bahn abgekommen; die sechs Crewmitglieder überlebten. Die Unfälle zeigen, wie rau das Frachtgeschäft der frühen Nachkriegszeit war.

Mehr über das Arbeitspferd jener Jahre liest du auf der Typseite zur Douglas DC-4.

Linienfracht über den Atlantik

Mit der Zulassung durch das CAB begann Mitte der 1950er-Jahre der planmäßige Frachtdienst über den Nordatlantik. Von New York ging es zu europäischen Zielen wie London, Amsterdam, Frankfurt und Zürich. Für die Wirtschaft in Westdeutschland bedeutete das eine regelmäßige Frachtverbindung in die USA.

Geflogen wurde in dieser Zeit mit der Lockheed Super Constellation in mehreren Versionen, darunter die Frachtvariante L-1049H. Die eleganten Viermots mit dem dreifachen Seitenleitwerk transportierten je nach Auftrag Fracht und teils auch Passagiere. Eine Super Constellation flog zeitweise im Wet-Lease für Aer Lingus. Mehr zur Constellation-Familie findest du im Artikel Lockheed Constellation.

Ein Unfall in Idlewild

Am 10. November 1958 verlor die Crew einer Seaboard-Super-Constellation (N6503C) bei einem Trainingsflug in Idlewild die Kontrolle, nachdem sich eine Schubumkehr ungewollt aktiviert hatte. Die Maschine prallte gegen eine abgestellte Vickers Viscount der Trans-Canada Air Lines. Beide Flugzeuge brannten aus, alle Insassen überlebten.

Der neue Name und die CL-44

1961 erhielt die Airline den Namen Seaboard World Airlines. Etwa zur selben Zeit lösten Canadair CL-44 die Super Constellations ab. Die CL-44D4 war ein viermotoriges Turboprop-Frachtflugzeug mit Rolls-Royce-Tyne-Triebwerken – und mit einem spektakulären Detail: Das komplette Heck ließ sich seitlich wegschwenken, sodass sperrige Fracht gerade in den Rumpf geschoben werden konnte. Seaboard gehörte zu den vier Erstkunden und erhielt acht Maschinen. Eine davon flog von 1963 bis 1965 als Leasingmaschine für die britische BOAC über den Atlantik.

Das Schwenkheck als Datierungshilfe

Ein Foto mit geöffnetem CL-44-Heck und Seaboard-Titeln deutet auf die 1960er-Jahre. Die CL-44 wurde nur 39-mal gebaut – jede Aufnahme ist ein seltenes Stück. Wie du solche Seltenheiten einschätzt, erklärt der Guide Wie selten ist meine Sichtung?.

Jetzeitalter mit der DC-8

1964 begann für Seaboard das Jetzeitalter: Die Douglas DC-8 kam in Frachtversionen in die Flotte, zuerst als DC-8-54F und DC-8-55F. Am 21. Juni 1968 übernahm Seaboard in New York die erste DC-8-63 – eine deutlich verlängerte Version, in die erheblich mehr Paletten passten als in die 50er-Serie. Die DC-8 wurde damit für Jahre zum Rückgrat der Atlantik-Fracht.

1968 kamen außerdem zwei Boeing 707-345C in reiner Frachtkonfiguration dazu (N7321S und N7322S). Lange blieben sie nicht: Noch im selben Jahr verkaufte Seaboard beide an die brasilianische Varig und mietete sie zurück; eine dritte bestellte Maschine ging direkt an Varig. Mehr zum Typ findest du auf der Seite zur Boeing 707-320 und im Artikel zur Geschichte der Boeing 707.

Frachter auf deiner Wunschliste

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Der Jumbo als Frachter

In den 1970er-Jahren stieg Seaboard auf die Boeing 747-200 um. Die Airline betrieb mehrere 747-245F – reine Frachter mit hochklappbarer Nase, durch die lange Ladung gerade in den Hauptdeck-Frachtraum geschoben werden kann. Dazu kam eine 747-273C, eine Convertible-Version, die sich zwischen Passagier- und Frachtbetrieb umbauen ließ.

Die Jumbos verschafften Seaboard Kapazität, mit der eine DC-8 nicht mithalten konnte. Wie sich die 747-Frachter von Passagierversionen unterscheiden, zeigt der Guide Frachtflugzeuge erkennen; einen Überblick über alle Varianten bietet Boeing 747-100 bis 747-8 erkennen.

Truppentransporte und Flug 253A

Neben der eigenen Linienfracht flog Seaboard Charter für das US-Militär. In der Zeit des Vietnamkriegs verbanden DC-8-63 die McChord Air Force Base im Bundesstaat Washington mit Zielen in Südostasien. Einer dieser Flüge schrieb Geschichte:

Am 1. Juli 1968 war die DC-8-63CF N8631 als Flug 253A mit 214 Soldaten und 24 Crewmitgliedern von McChord in Richtung Japan unterwegs. Nach einer unbeabsichtigten Luftraumverletzung fingen sowjetische MiG-Jäger die Maschine ab und zwangen sie auf der Kurileninsel Iturup zur Landung. Nach zwei Tagen durften alle Amerikaner weiterfliegen.

Knapp ein Jahr später, am 30. April 1969, landete eine Seaboard-DC-8 mit 219 Passagieren und 13 Crewmitgliedern versehentlich auf der kurzen Piste der Marble Mountain Air Facility statt auf der nahe gelegenen Da Nang Air Base. Das Flugzeug kam zum Stehen und konnte rund fünf Stunden später wieder starten.

Fracht und Passagiere

Seaboard war in erster Linie Frachtairline, flog aber auch Passagiere – vor allem im Charter- und Militärverkehr. Ein Foto einer Seaboard-DC-8 beweist deshalb nicht automatisch einen Frachtflug. Hier helfen Fensterreihe, Typzusatz (F für Freighter, CF für Convertible) und der Kontext der Aufnahme.

Die Flotte im Überblick

Die Flotte von Seaboard war über die Jahrzehnte erstaunlich vielfältig. Diese Tabelle fasst die wichtigsten Typen zusammen und hilft dir beim Zuordnen alter Fotos. Die Stückzahlen stammen aus historischen Flottenübersichten und können je nach Quelle abweichen.

Typ Zeitraum bei Seaboard Spotter-Hinweis
Douglas DC-4 / C-54 ab 1947 Viermotoriger Kolbenmotor-Frachter der ersten Jahre
Curtiss C-46 Commando frühe Jahre, noch 1968 im Einsatz Zweimotorig, bauchiger Rumpf; auch in Frankfurt fotografiert
Lockheed L-1049 Super Constellation 1950er bis Anfang der 1960er Dreifaches Seitenleitwerk, Versionen D, G und H
Canadair CL-44D4 ab Anfang der 1960er Turboprop mit seitlich schwenkbarem Heck, acht Exemplare
Douglas DC-8-54F und -55F ab 1964 Erste Jet-Frachter von Seaboard
Douglas DC-8-63CF ab 1968 Lange „Super Sixty“-Version, auch für Truppentransporte
Boeing 707-345C 1968 Nur zwei Maschinen, schnell an Varig verkauft und zurückgemietet
Boeing 747-245F 1970er-Jahre Reiner Frachter mit Bugtor
Boeing 747-273C 1970er-Jahre Convertible, für Fracht oder Passagiere

Ein Detail für Kenner: Bei Boeing steht die Ziffernfolge nach der Typnummer für den Erstkunden. Die 45 in 707-345C und 747-245F verweist auf Seaboard. Taucht diese Bezeichnung in einer Datenbank auf, wurde das Flugzeug ursprünglich für Seaboard gebaut – auch wenn es später andere Farben trug. Mehr zum Hersteller findest du auf der Seite zu Boeing.

Woran du Seaboard auf alten Fotos erkennst

Für die Zuordnung reicht der Blick aufs Leitwerk allein selten. Gehe am besten Schritt für Schritt vor:

Schriftzug lesen

„Seaboard & Western“ deutet auf die Zeit bis 1961, „Seaboard World“ auf die Jahre danach.

Typ bestimmen

Constellation, CL-44, DC-8 oder 747 – der Typ grenzt den Zeitraum weiter ein.

Kennzeichen notieren

Das N-Kennzeichen macht die Aufnahme eindeutig und lässt sich mit Produktionslisten abgleichen.

Ort und Datum ergänzen

Frankfurt, London, Amsterdam oder New York? Mit Ort und Jahr wird das Foto zum Archiveintrag.

Weitere allgemeine Tipps zum Bestimmen alter Muster bietet der Guide Oldtimer am Himmel erkennen.

Seaboard in Frankfurt

Für Spotter in Deutschland ist Seaboard vor allem über Frankfurt interessant. Rhein-Main gehörte zu den europäischen Zielen der Linienfracht, und Fotos aus den 1960er-Jahren zeigen Seaboard-Maschinen wie die C-46 oder die 707 auf dem Frankfurter Vorfeld. Reiseberichte aus dem Jahr 1968 nennen zudem Umläufe wie London–Frankfurt–Zürich–Prestwick–New York, bei denen Frankfurt eine feste Station war.

Wer heute am größten deutschen Flughafen steht, sieht dort längst andere Frachter – etwa von Lufthansa Cargo oder Cargolux. Die besten Standorte zeigen dir der Frankfurt-Guide und die Seite zur Aussichtsplattform Zeppelinheim. Und wenn du im Familienarchiv alte Dias aus Frankfurt findest: Ein Seaboard-Frachter darauf ist ein kleines Stück Wirtschaftsgeschichte.

Das Ende: Fusion mit Flying Tiger

Ende der 1970er-Jahre veränderte die Deregulierung den US-Luftverkehr grundlegend, auch im Frachtgeschäft. Seaboard und Flying Tiger Line waren jahrelang Konkurrenten gewesen – beide große US-Frachtairlines mit internationalen Strecken. Am 1. Oktober 1980 übernahm Flying Tiger die Rivalin. Seaboard verlor damit ihre Eigenständigkeit, und Flying Tiger wurde zur größten Frachtairline der Welt – noch vor Pan Am, die bis dahin diesen Titel hielt.

Die Geschichte ging weiter: Flying Tiger nutzte später unter anderem Passagierrechte, die von Seaboard stammten. Im Dezember 1988 wurde Flying Tiger an Federal Express verkauft, am 7. August 1989 ging sie im Flugbetrieb von FedEx Express auf.

Was von Seaboard blieb

  • Die Strecken und Flugzeuge in der Flotte von Flying Tiger
  • Boeing-Bezeichnungen mit der Kundenziffer 45 in Produktionslisten
  • Fotos und Dias aus New York, Frankfurt und London
  • Der Platz in der Geschichte der transatlantischen Luftfracht

Was mit Seaboard verschwand

  • Der eigene Name und Markenauftritt
  • Die Flugnummern mit dem Code SB
  • Das Rufzeichen SEABOARD im Funk
  • Die eigenständige Konkurrenz zu Flying Tiger

Sehr wahrscheinlich Seaboard, wenn …

  • eine CL-44 oder DC-8-Frachter mit Seaboard-Titeln zu sehen ist
  • das Foto sicher vor Oktober 1980 entstanden ist
  • das Kennzeichen in Produktionslisten bei Seaboard auftaucht

Genauer prüfen, wenn …

  • eine 747-245F in anderen Farben zu sehen ist – sie kann bei Flying Tiger oder später bei FedEx geflogen sein
  • eine CL-44 ohne lesbaren Schriftzug abgebildet ist

Eher nicht Seaboard, wenn …

  • das Bild nach 1980 aufgenommen wurde
  • Titel von Flying Tigers oder FedEx am Rumpf stehen

Seaboard heute: ein Thema für das Archiv

Im aktiven Flugbetrieb wirst du Seaboard nicht mehr sehen. Spannend bleibt die Airline als Teil der Frachtgeschichte – und als Motiv in Sammlungen. Wer Fotos digitalisiert, sollte konsequent Typ, Kennzeichen, Ort und Datum festhalten. Hilfreich sind dabei auch die Artikel zur Geschichte der Boeing 747 und zum Planespotting in New York, denn am JFK lag einst die Heimat der Airline.

Wer sich für weitere Frachtpioniere interessiert, findet bei Evergreen International Airlines eine spätere 747-Frachtairline und bei World Airways eine Charterairline, die ebenfalls stark für das US-Militär flog.

Häufige Verwechslungen

  • Seaboard & Western und Seaboard World für zwei Airlines halten – es ist dieselbe Gesellschaft, 1961 umbenannt.
  • Seaboard mit Flying Tiger verwechseln – bis 1980 waren beide Konkurrenten, erst dann kam die Fusion.
  • Jede 747-245F für eine Seaboard-Maschine im Einsatz halten – nach 1980 flogen die Jumbos in anderen Farben weiter.
  • Seaboard für eine reine Frachtairline halten – im Charter- und Militärverkehr flog sie auch Passagiere.
  • Die CL-44 mit anderen Turboprops verwechseln – das seitlich schwenkbare Heck ist einzigartig.
  • Codes ohne Datum zuordnen – SB gehört nur bis 1980 sicher zu Seaboard.

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Fazit

Seaboard World Airlines war 34 Jahre lang eine feste Größe der Luftfracht über den Atlantik. Aus einer kleinen Charterfirma mit DC-4 und C-46 wurde die erste US-Airline mit Zulassung für transatlantische Linienfracht, die auch Frankfurt mit New York verband. Mit der CL-44, der DC-8 und schließlich der Boeing 747 Freighter spiegelt ihre Flotte die Entwicklung der ganzen Frachtbranche. 1980 ging sie in Flying Tiger auf, deren Weg später bei FedEx endete.

Kurzfazit

Seaboard World Airlines (IATA SB, Rufzeichen SEABOARD) war eine historische US-Frachtairline von 1946 bis 1980 mit Basis in New York. Sie flog Linienfracht nach Europa, auch nach Frankfurt, setzte CL-44, DC-8 und 747F ein und fusionierte 1980 mit Flying Tiger Line.

Zusammenfassung

  • Seaboard & Western, später Seaboard World Airlines, war über drei Jahrzehnte einer der wichtigsten Frachtspezialisten auf dem Nordatlantik.
  • Mit ihrer Linienfracht verband die Airline New York regelmäßig mit europäischen Zentren wie Frankfurt, London, Amsterdam und Zürich.
  • Neben der eigenen Linie flog Seaboard Charter für andere Airlines und Truppentransporte für das US-Militär, unter anderem in der Zeit des Vietnamkriegs.
  • Heute ist Seaboard ein Archivthema: Dias aus Frankfurt oder New York ordnest du über Typ, Kennzeichen und Datum sauber zu.

Häufige Fragen

Wann gab es Seaboard World Airlines?

Die Airline wurde am 16. September 1946 als Seaboard & Western Airlines gegründet und nahm am 10. Mai 1947 den Flugbetrieb auf. Im April 1961 bekam sie den Namen Seaboard World Airlines. Am 1. Oktober 1980 fusionierte sie mit Flying Tiger Line und verlor damit ihre Eigenständigkeit.

Welche Codes hatte Seaboard World Airlines?

Als IATA-Code wird SB angegeben, das Rufzeichen im Funk lautete „SEABOARD“. Bei den historischen ICAO-Angaben sind die Quellen nicht einheitlich. Weil Codes nach dem Ende einer Airline neu vergeben werden, gehört eine Flugnummer mit SB nur dann sicher zu Seaboard, wenn das Datum vor Oktober 1980 liegt.

Was hatte Seaboard mit Frankfurt zu tun?

Frankfurt gehörte neben London, Amsterdam und Zürich zu den europäischen Zielen der Seaboard-Frachtlinien über den Nordatlantik; Umläufe aus dem Jahr 1968 führten etwa von London über Frankfurt und Zürich zurück nach New York. Fotos aus den 1960er-Jahren zeigen Seaboard-Frachter wie die Curtiss C-46 und die Boeing 707 in Frankfurt. Für Spotter mit alten Dias vom Rhein-Main-Flughafen ist Seaboard deshalb ein echtes Fundstück.

Welche Flugzeuge flog Seaboard?

Am Anfang standen Douglas DC-4 und Curtiss C-46, danach mehrere Versionen der Lockheed Super Constellation. Anfang der 1960er-Jahre ersetzten Canadair CL-44 mit Schwenkheck die Constellations, ab 1964 kamen Douglas DC-8 als Frachter dazu. 1968 übernahm Seaboard zwei Boeing 707-345C, später folgten Boeing 747 Freighter der Version 747-245F.

Was ist das Besondere an der Canadair CL-44?

Die CL-44D4 war ein viermotoriges Turboprop-Frachtflugzeug mit Rolls-Royce-Tyne-Triebwerken, dessen gesamtes Heck sich zur Seite schwenken ließ. So konnte sperrige Fracht gerade in den Rumpf geschoben werden. Seaboard gehörte zu den vier Erstkunden und erhielt acht Maschinen; eine davon flog zeitweise als Leasingflugzeug für die britische BOAC.

Was war Seaboard World Flug 253A?

Am 1. Juli 1968 war eine DC-8-63CF von Seaboard mit dem Kennzeichen N8631 als Truppentransporter von der McChord Air Force Base in Richtung Japan unterwegs, mit 214 Soldaten und 24 Crewmitgliedern an Bord. Nach einer unbeabsichtigten Luftraumverletzung fingen sowjetische Jäger das Flugzeug ab und zwangen es auf der Kurileninsel Iturup zur Landung. Alle Insassen kamen nach zwei Tagen wieder frei.

Was geschah mit Seaboard nach 1980?

Am 1. Oktober 1980 übernahm Flying Tiger Line ihre Konkurrentin Seaboard World Airlines. Flying Tiger wurde damit zur größten Frachtairline der Welt. Im Dezember 1988 wurde Flying Tiger an Federal Express verkauft, am 7. August 1989 ging sie im Flugbetrieb von FedEx auf. Ein Teil der Seaboard-Geschichte steckt damit indirekt bis heute in FedEx.

Seaboard World Airlines im Blick behalten

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