Nachtflugverbot in Deutschland: Was an welchem Flughafen nachts gilt

Ein bundesweites Nachtflugverbot gibt es nicht – jeder Flughafen hat eigene Regeln. Kernzeiten, Randstunden, Verspätungsregeln und die Flughäfen, an denen nachts erst richtig Betrieb ist, im Überblick.

Planetrack RedaktionVeröffentlicht: 15. Oktober 202612 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Kein Gesetz für alle: In Deutschland gibt es kein einheitliches Nachtflugverbot. Die Regeln stehen in der Betriebsgenehmigung oder im Planfeststellungsbeschluss des jeweiligen Flughafens.
  • „Verbot“ heißt meist „planmäßig verboten“: Verspätete Landungen, Rettungs-, Regierungs- und Vermessungsflüge sind in der Regel weiterhin möglich – oft bis 24 Uhr oder ganz ohne Zeitgrenze.
  • Frankfurt ist der bekannteste Fall: Zwischen 23 und 5 Uhr sind dort keine planmäßigen Flüge erlaubt, in den Randstunden 22–23 und 5–6 Uhr gilt ein Kontingent von durchschnittlich 133 Bewegungen pro Nacht.
  • Fracht fliegt durch: Köln/Bonn hat kein Nachtflugverbot, in Leipzig/Halle ist der Frachtverkehr nachts ausgenommen. Dort beginnt für Spotter nach Sonnenuntergang die interessanteste Zeit.
  • Für Spotter zählt die letzte Stunde: Kurz vor Beginn der Nachtruhe drängen sich an vielen Flughäfen die Ankünfte – ideal für Dämmerungs- und Nachtaufnahmen.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Nachtflugverbot: die kurze Antwort
  2. 2.So sind Nachtflugregeln aufgebaut
  3. 3.Frankfurt: der bekannteste Fall
  4. 4.Die großen Flughäfen im Vergleich
  5. 5.München und BER: Kernzeit statt langer Pause
  6. 6.Leipzig/Halle und Köln/Bonn: wenn die Nacht zum Tag wird
  7. 7.Warum es nachts trotzdem laut sein kann
  8. 8.Nacht-Session planen: Schritt für Schritt
  9. 9.Ein Blick über die Grenze
  10. 10.Worauf du achten solltest
  11. 11.Fazit

Es ist 22:50 Uhr in Frankfurt, und über dem Main reihen sich die Landelichter wie Perlen an einer Schnur. Eine Stunde später ist es still. Wer regelmäßig spottet, kennt diesen Rhythmus – und wundert sich trotzdem, warum um 23:40 Uhr noch ein Jet aufsetzt oder warum in Leipzig mitten in der Nacht ein Frachter nach dem anderen landet. Das Nachtflugverbot an deutschen Flughäfen ist kein einheitliches Gesetz, sondern ein Flickenteppich aus Kernzeiten, Randstunden, Kontingenten und Ausnahmen. Dieser Guide sortiert die Regeln, zeigt die wichtigsten Flughäfen im Vergleich und erklärt, was das für deine Planung als Spotter bedeutet.

Wissen, was vor der Nachtruhe noch reinkommt

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Nachtflugverbot: die kurze Antwort

In Deutschland gibt es kein bundesweites Nachtflugverbot. Die einschlägigen Luftverkehrsgesetze kennen weder ein generelles Flugverbot bei Nacht noch einen allgemeinen Anspruch auf Nachtruhe. Was nachts erlaubt ist, steht in der Betriebsgenehmigung oder im Planfeststellungsbeschluss des einzelnen Flughafens – und diese Papiere sind oft das Ergebnis jahrelanger politischer und juristischer Auseinandersetzungen.

Entsprechend groß sind die Unterschiede: Frankfurt verbietet planmäßige Flüge zwischen 23 und 5 Uhr, München hat eine Kernzeit von 0 bis 5 Uhr, Hamburg ruht im Regelbetrieb von 23 bis 6 Uhr. Köln/Bonn dagegen arbeitet rund um die Uhr, und in Leipzig/Halle gilt die Nachtruhe nur für Passagierflüge. Fast überall ist mit „Verbot“ außerdem gemeint: keine planmäßigen Flüge. Ausnahmen gibt es immer.

23–5 Uhrkeine planmäßigen Flüge in Frankfurt
133planmäßige Bewegungen pro Nacht in Frankfurt (Jahresschnitt, 22–6 Uhr)
24 Uhrhäufige Grenze für verspätete Landungen

So sind Nachtflugregeln aufgebaut

Die Regelungen der einzelnen Flughäfen sehen auf den ersten Blick sehr verschieden aus, folgen aber fast immer demselben Baukasten. Wenn du die Bausteine kennst, kannst du jede Regelung schnell einordnen.

  • Nachtzeitraum: Meist 22 bis 6 Uhr. In dieser Zeit gelten strengere Lärmvorgaben, höhere Entgelte oder Kontingente.
  • Randstunden: Die Stunden am Anfang und Ende der Nacht, also typischerweise 22–23 bzw. 22–24 Uhr und 5–6 Uhr. Hier wird geflogen, aber eingeschränkt.
  • Kernzeit: Der innerste Teil der Nacht, in dem planmäßiger Verkehr ganz ruht – etwa 23–5 Uhr in Frankfurt oder 0–5 Uhr in München.
  • Lärmkriterien: Viele Flughäfen lassen nachts nur Flugzeuge zu, die bestimmte Lärmzulassungsstandards der ICAO erfüllen. In Regelwerken taucht das oft als „Kapitel-3-Flugzeuge“ oder Bonusliste auf. Moderne Jets wie der Airbus A320neo oder die Boeing 787-9 erfüllen solche Kriterien problemlos.
  • Verspätungsregel: Flüge, die planmäßig vor Beginn der Kernzeit ankommen sollten, dürfen oft noch bis Mitternacht landen – sofern die Verspätung nicht schon im Flugplan angelegt war.
  • Ausnahmekatalog: Not- und Ausweichlandungen, medizinische Hilfsflüge, Katastrophenhilfe, Regierungs- und Militärflüge sowie Vermessungsflüge der Deutschen Flugsicherung sind praktisch überall zulässig.

Ein Detail ist für Spotter besonders spannend: Die Regeln sprechen in der Regel von Starts und Landungen, also vom Abheben und Aufsetzen. Die Zeiten auf deinem Ticket beziehen sich dagegen meist auf das Ankommen an der Parkposition (on-block) beziehungsweise das Losrollen (off-block). Zwischen Landung und Ankunft am Gate liegen oft einige Minuten – plane deinen Abend deshalb nicht allein nach den Flugplanzeiten. Was zwischen Landung und Gate passiert, erklärt der Artikel zum Turnaround.

Frankfurt: der bekannteste Fall

Kein deutscher Flughafen steht so sehr für das Thema wie der Flughafen Frankfurt. Mit dem Ausbau und der Nordwestlandebahn kam die Frage nach der Nachtruhe vor Gericht. Das Bundesverwaltungsgericht entschied am 4. April 2012, dass die ursprünglich vorgesehenen 17 planmäßigen Flüge pro Nacht in der Zeit von 23 bis 5 Uhr nicht zulässig sind. Die Verspätungsregeln für die Stunde bis Mitternacht beanstandete das Gericht dagegen nicht.

Seitdem gilt nach Angaben des hessischen Verkehrsministeriums:

  • 23 bis 5 Uhr: keine planmäßigen Starts und Landungen.
  • 22 bis 6 Uhr insgesamt: im Jahresdurchschnitt höchstens 133 planmäßige Bewegungen pro Nacht. Da die Kernzeit ausgenommen ist, verteilen sie sich auf die Stunden 22–23 und 5–6 Uhr.
  • Verspätete Landungen: Flüge mit geplanter Ankunft vor 23 Uhr dürfen bis Mitternacht landen, wenn die Verspätung nicht aus der Flugplangestaltung folgt.
  • Verspätete Starts: Nach 23 Uhr nur mit einer kostenpflichtigen Einzelerlaubnis der Luftaufsicht und nur, wenn der Grund außerhalb des Einflusses der Airline liegt – etwa Gewitter oder starker Schneefall. Ab Mitternacht sind auch solche Starts untersagt.
  • Ab 0 Uhr: Verspätete Flüge müssen auf andere Flughäfen ohne Nachtflugverbot ausweichen.

Dazu kommt eine Art Notbremse: Das Land hat sich vorbehalten, die Regeln nachzuschärfen, wenn im Jahresschnitt mehr als 7,5 verspätete Landungen pro Nacht anfallen. Verstöße werden ausgewertet und können über das Regierungspräsidium Darmstadt als Ordnungswidrigkeit verfolgt werden.

Für dich heißt das: Die Stunde zwischen 22 und 23 Uhr gehört in Frankfurt zu den spannendsten des Tages. Am Heimatdrehkreuz von Lufthansa und Condor landet in diesem Fenster noch einmal eine ganze Reihe von Maschinen, bevor die Kernzeit beginnt. Von der Aussichtsplattform Zeppelinheim aus lohnt sich vorher ein Blick auf die Öffnungszeiten.

Die großen Flughäfen im Vergleich

Die folgende Tabelle fasst die Grundzüge der Regelungen an wichtigen deutschen Flughäfen zusammen. Sie ist eine Orientierung, kein Rechtsdokument: Ausnahmen, Lärmkriterien und Sonderregeln für Heimat-Airlines sind stark vereinfacht. Regelungen können sich ändern – vor einer Nacht-Session lohnt der Blick auf die Seite des Flughafens (Stand der Übersicht: Oktober 2026).

Flughafen Ruhezeit für planmäßigen Verkehr Wichtige Ausnahmen und Besonderheiten
Frankfurt 23–5 Uhr Kontingent von 133 Bewegungen im Schnitt in den Randstunden; verspätete Landungen bis 24 Uhr
München Kernzeit 0–5 Uhr Randstunden 22–24 und 5–6 Uhr nur für lärmarme Flugzeuge
Berlin Brandenburg 0–5 Uhr kein Flugbetrieb regulärer Betrieb 5:30–23:30 Uhr; jeweils eine halbe Stunde davor und danach Verspätungen und Verfrühungen
Hamburg 23–6 Uhr verspätete Starts und Landungen bis 24 Uhr; danach nur in Ausnahmefällen
Düsseldorf Nachtbeschränkung 22–6 Uhr Landungen abgestuft nach Flugzeug und Airline: planmäßig bis 23 Uhr, verspätet bis 23:30 Uhr, für hier stationierte Airlines bis 24 Uhr
Stuttgart Starts bis 23 Uhr, Landungen bis 23:30 Uhr Betrieb ab 6 Uhr
Leipzig/Halle 23:30–5:30 Uhr nur für Passagierflüge Frachtverkehr nachts ohne diese Beschränkung
Köln/Bonn kein allgemeines Nachtflugverbot nachts nur Flugzeuge, die bestimmte Lärmzulassungsstandards erfüllen
Hannover kein allgemeines Nachtflugverbot nachts nur Flugzeuge, die bestimmte Lärmzulassungsstandards erfüllen
Nürnberg kein allgemeines Nachtflugverbot nachts nur Flugzeuge, die bestimmte Lärmzulassungsstandards erfüllen

Zwei Dinge fallen auf. Erstens: Die drei größten Drehkreuze Frankfurt, München und Berlin haben jeweils eine echte Kernzeit, in der fast nichts fliegt. Zweitens: Gerade die Flughäfen mit großem Expressfracht-Geschäft – Köln/Bonn und Leipzig/Halle – sind nachts offen. Das ist kein Zufall, sondern die Grundlage ihres Geschäftsmodells.

Nachtpost ist kein Dauerbrenner mehr

Früher waren Postflüge eine klassische Ausnahme in vielen Nachtflugregelungen. Ihre Bedeutung hat stark abgenommen: Am BER etwa finden seit Ende März 2024 keine Postflüge mehr statt. Wenn du alte Spotterberichte über nächtliche Postmaschinen liest, prüfe, ob die Verbindung heute noch existiert.

München und BER: Kernzeit statt langer Pause

Am Flughafen München ist die Nacht zweigeteilt. Die Kernzeit von 0 bis 5 Uhr bleibt planmäßigem Verkehr verschlossen, Ausnahmen gibt es für Not- und Hilfeleistungsflüge, Landungen aus Sicherheitsgründen und begründete Einzelfälle. In den Randstunden von 22 bis 24 Uhr und von 5 bis 6 Uhr dürfen nur besonders lärmarme Flugzeuge fliegen, die auf einer sogenannten Bonusliste stehen. Vom Besucherhügel aus erlebst du deshalb abends noch eine dichte Phase mit Ankünften.

Am BER dürfen zwischen 0 und 5 Uhr grundsätzlich keine Flugzeuge starten oder landen. Der reguläre Flugbetrieb läuft von 5:30 bis 23:30 Uhr, in der halben Stunde davor und danach sind verspätete und verfrühte Flüge möglich. Regierungs- und Militärflüge, medizinische Einsätze sowie Not- und Ausweichlandungen sind ausgenommen – für Freunde von Regierungsflugzeugen und der Flugbereitschaft ein interessantes Detail. Von der Besucherterrasse am BER aus siehst du den Abendbetrieb gut.

Die letzte Welle des Tages festhalten

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Leipzig/Halle und Köln/Bonn: wenn die Nacht zum Tag wird

Während die großen Passagierdrehkreuze nachts ruhen, fängt an zwei Flughäfen der Hauptbetrieb erst an.

Leipzig/Halle ist seit 2008 das europäische Drehkreuz von DHL. Grundlage ist eine Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts von 2006, die nächtlichen Expressfrachtverkehr zulässt. Für Passagierflüge gilt dagegen eine Nachtruhe von 23:30 bis 5:30 Uhr. Gemessen am Frachtaufkommen gehört der Flughafen zu den größten in Deutschland und Europa. Nachts landen und starten hier Frachter der DHL-Airline European Air Transport Leipzig, AeroLogic mit der Boeing 777F und zahlreiche Partner-Airlines. Ein Startpunkt ist die Besucherterrasse Leipzig/Halle – prüfe aber vorab, wie lange sie geöffnet ist.

Köln/Bonn hat kein Nachtflugverbot; die Nachtflugregelung wurde 2008 bis 2030 verlängert. Der Flughafen ist seit 1986 Europa-Drehkreuz von UPS, dazu kommen ein Drehkreuz von FedEx und ein Express-Standort von DHL. Nachts dürfen dort nur Flugzeuge fliegen, die bestimmte Lärmkriterien erfüllen. Wie du die verschiedenen Frachter auseinanderhältst, zeigt der Guide Frachtflugzeuge erkennen.

Frachtdrehkreuz in der Nacht, wenn …

  • du Frachter und seltene Muster in Serie sehen willst
  • du Langzeitbelichtungen und Lichtspuren üben möchtest
  • dich Betriebsabläufe mehr interessieren als perfekte Seitenansichten

Abendwelle am Passagierflughafen, wenn …

  • du Dämmerungslicht mit vielen Ankünften kombinieren willst
  • dich bestimmte Langstrecken oder Airlines interessieren
  • du nicht bis spät in die Nacht unterwegs sein möchtest

Lieber tagsüber, wenn …

  • du scharfe, detailreiche Fotos für Kennzeichen-Datenbanken brauchst
  • der einzige legale Spot nachts geschlossen oder unbeleuchtet ist
  • du noch wenig Erfahrung mit hohen ISO-Werten hast

Warum es nachts trotzdem laut sein kann

Wer neben einem Flughafen mit Nachtflugverbot wohnt oder abends am Zaun steht, hört nach Beginn der Ruhezeit oft trotzdem Triebwerke. Dafür gibt es mehrere legitime Gründe:

  • Verspätungen: An vielen Flughäfen dürfen verspätete Flüge bis Mitternacht landen. Gewitterlagen im Sommer verschieben den ganzen Tagesumlauf nach hinten.
  • Ausnahmeflüge: Ambulanz-, Rettungs- und Regierungsflüge sind fast überall ausgenommen.
  • Überflüge: Nachtflugverbote betreffen Starts und Landungen, nicht den Luftraum darüber. Ein Jet in Reiseflughöhe ist davon unberührt.
  • Hubschrauber und Rollverkehr: Bodenbewegungen, Triebwerksläufe in Wartungsbereichen und Polizei- oder Rettungshubschrauber unterliegen eigenen Regeln.

Wenn du live nachsehen willst, was da gerade fliegt, helfen dir ADS-B-Daten. Der Guide Flugverfolgung mit ADS-B erklärt, wie du Callsign, Typ und Kennzeichen eines Flugs in Echtzeit erkennst.

Nacht-Session planen: Schritt für Schritt

1. Regelung des Flughafens prüfen

Kläre, wann die Ruhezeit beginnt, ob Fracht ausgenommen ist und bis wann Verspätungen landen dürfen. Die Angaben stehen meist auf der Umwelt- oder Lärmschutzseite des Flughafens.

2. Ankunftswelle identifizieren

Sieh dir in Flugplänen oder Tracking-Apps an, wann sich die Ankünfte vor Beginn der Nachtruhe ballen. An großen Flughäfen ist das oft die Stunde vor der Grenze.

3. Betriebsrichtung abschätzen

Der Wind entscheidet, auf welcher Seite die Flugzeuge anfliegen. Wie das funktioniert, steht im Guide zur Betriebsrichtung; Wettermeldungen liest du mit dem Artikel zu METAR und TAF.

4. Legalen, beleuchteten Spot wählen

Besucherterrassen schließen abends häufig. Plane einen öffentlich zugänglichen Standort ein und bleib auf Wegen – Details im Artikel Ist Planespotting erlaubt?.

5. Kamera auf Nacht einstellen

Stativ, lichtstarkes Objektiv und ein Plan für Langzeit- oder High-ISO-Aufnahmen. Der Guide Flugzeuge nachts fotografieren geht ins Detail.

Ein Blick über die Grenze

Auch in den Nachbarländern ist die Nacht geregelt, aber anders. In der Schweiz gilt für den gewerblichen Verkehr an den Landesflughäfen grundsätzlich eine Ruhezeit von Mitternacht bis 5 Uhr, private Flüge sind schon ab 22 Uhr eingeschränkt. Einzelne Flughäfen haben zusätzlich eigene Betriebszeiten: Am Flughafen Zürich endet der Betrieb um 23 Uhr, danach bleibt eine halbe Stunde für den Abbau von Verspätungen. Der Flughafen Genf hat wiederum eigene Zeiten für Starts und Landungen. Auch dort lohnt sich der späte Abend: Am Heimatflughafen der Swiss kommen vor Betriebsschluss noch zahlreiche Maschinen zurück – von der Zuschauerterrasse B aus behältst du das gut im Blick, solange sie geöffnet ist.

Worauf du achten solltest

  • „Verbot“ genau lesen. Fast alle Regeln betreffen nur planmäßige Flüge. Verspätungen und Ausnahmen gehören zum normalen Bild.
  • Gate-Zeit ist nicht Landezeit. Plane mit der Landezeit, nicht mit der Ankunftszeit aus dem Flugplan – sonst stehst du zu spät am Zaun.
  • Saison beachten. Im Sommerflugplan sind die Abendwellen meist dichter, Gewitter sorgen zusätzlich für späte Ankünfte.
  • Öffnungszeiten prüfen. Besucherterrassen schließen oft lange vor Beginn der Nachtruhe. Ein abgeschlossenes Tor ist kein Grund, auf Betriebsflächen auszuweichen.
  • Rücksicht nehmen. Nachts sind Anwohner besonders empfindlich. Leise sein, keine Taschenlampen in Gärten und Parkplätze nur dort, wo es erlaubt ist.

Bist du bereit für die Nacht-Session?

Hak ab, was du geklärt hast – am Ende siehst du, ob deine Planung steht.

  • Ich kenne die Ruhezeiten meines Flughafens und weiß, ob Fracht ausgenommen ist.
  • Ich weiß, wann sich die letzten Ankünfte vor der Nachtruhe ballen.
  • Ich habe die voraussichtliche Betriebsrichtung geprüft.
  • Mein Spot ist öffentlich zugänglich und zu dieser Uhrzeit erreichbar.
  • Stativ, Ersatzakku und warme Kleidung sind eingepackt.
  • Ich habe einen Plan für die Heimfahrt nach Mitternacht.

Spots, Wetter und Sichtungen in einer App

Finde auf der Spot-Karte Standorte mit Anreise-Infos und Community-Fotos, prüfe Wind und Pisten am Flughafen und teile deine Nachtaufnahmen mit der Community. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Fazit

Das deutsche Nachtflugverbot gibt es nicht – es gibt viele. Jeder Flughafen hat seine eigene Mischung aus Kernzeit, Randstunden, Lärmkriterien und Ausnahmen. Frankfurt mit seinem Verbot planmäßiger Flüge von 23 bis 5 Uhr ist das bekannteste Beispiel, München und der BER setzen auf eine Kernzeit ab Mitternacht, Köln/Bonn und die Fracht in Leipzig/Halle fliegen durch. Für Spotter ergeben sich daraus zwei Chancen: die dichte Ankunftswelle kurz vor der Nachtruhe und das nächtliche Frachtgeschehen an den Expressdrehkreuzen.

Kurzfazit

Prüfe vor jeder Abend- oder Nacht-Session die Regelung deines Flughafens: Wann beginnt die Ruhezeit, bis wann dürfen Verspätungen landen, ist Fracht ausgenommen? Wer Frachter liebt, fährt nach Leipzig/Halle oder Köln/Bonn – wer Langstrecken im Dämmerlicht sucht, nutzt die letzte Stunde vor der Nachtruhe in Frankfurt oder München.

Zusammenfassung

  • Nachtflugbeschränkungen sind in Deutschland Sache des einzelnen Flughafens. Die Spanne reicht von sechs Stunden Ruhe in Frankfurt über eine fünfstündige Kernzeit in München bis zum durchgehenden Betrieb in Köln/Bonn.
  • Typisch ist ein Zwei-Stufen-Modell: In den Randstunden darf eingeschränkt geflogen werden, in der Kernzeit nur in Ausnahmefällen.
  • Die Regeln beziehen sich in der Regel auf Starts und Landungen, nicht auf die Gate-Zeiten im Flugplan. Verspätete Landungen sind an vielen Flughäfen bis Mitternacht zulässig.
  • Wer nachts Flugzeuge sehen will, fährt zu den Frachtdrehkreuzen Leipzig/Halle oder Köln/Bonn – oder nutzt die dichte Ankunftswelle kurz vor der Nachtruhe an den großen Passagierflughäfen.

Häufige Fragen

Gibt es in Deutschland ein generelles Nachtflugverbot?

Nein. Das Luftverkehrsrecht kennt kein bundesweites Nachtflugverbot. Ob und wann nachts geflogen werden darf, regeln die Genehmigungen jedes einzelnen Flughafens. Deshalb unterscheiden sich die Zeiten von Flughafen zu Flughafen erheblich.

Von wann bis wann gilt das Nachtflugverbot in Frankfurt?

Von 23 bis 5 Uhr sind am Flughafen Frankfurt keine planmäßigen Flüge erlaubt. In den Randstunden von 22 bis 23 Uhr und von 5 bis 6 Uhr dürfen im Jahresdurchschnitt bis zu 133 planmäßige Bewegungen pro Nacht stattfinden. Verspätete Landungen mit geplanter Ankunft vor 23 Uhr sind bis Mitternacht möglich, verspätete Starts nur mit Einzelerlaubnis und ebenfalls höchstens bis 24 Uhr.

Warum landen nach 23 Uhr trotzdem Flugzeuge?

Weil die meisten Regelungen nur planmäßige Flüge betreffen. Verspätungen, deren Ursache nicht schon im Flugplan steckt, dürfen an vielen Flughäfen bis Mitternacht landen. Dazu kommen Ausnahmen wie medizinische Hilfsflüge, Regierungsflüge, Not- und Ausweichlandungen oder Vermessungsflüge der Flugsicherung.

Welche deutschen Flughäfen haben kein Nachtflugverbot?

Ohne allgemeines Nachtflugverbot arbeiten unter anderem Köln/Bonn, Hannover und Nürnberg. Nachts sind dort aber in der Regel nur Flugzeuge zugelassen, die bestimmte Lärmzulassungsstandards erfüllen. In Leipzig/Halle gilt eine Nachtruhe nur für den Passagierverkehr, Fracht fliegt durch.

Welche Uhrzeit zählt: Ankunft am Gate oder Landung?

Die Nachtflugregeln beziehen sich in der Regel auf Starts und Landungen, also auf das Abheben und Aufsetzen. Flugpläne nennen dagegen meist Gate-Zeiten. Zwischen beiden können einige Minuten liegen – plane deshalb mit etwas Puffer und verlasse dich nicht allein auf die Ankunftszeit im Flugplan.

Wo kann ich in Deutschland nachts Flugzeuge spotten?

Am meisten Betrieb ist nachts an den Frachtdrehkreuzen Leipzig/Halle und Köln/Bonn. An den großen Passagierflughäfen lohnt sich vor allem die letzte Stunde vor Beginn der Nachtruhe und die erste Stunde danach. Achte immer auf öffentlich zugängliche Standorte und die Öffnungszeiten von Besucherterrassen.

PT

Planetrack Redaktion

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