Das Wichtigste in Kürze
- Die An-140 ist ein zweimotoriger Regional-Turboprop mit bis zu 52 Sitzen, entwickelt ab 1993 als Nachfolger der An-24.
- Gebaut in drei Ländern: in der Ukraine (Charkiw), in Russland bei Aviakor in Samara und im Iran bei HESA als IrAn-140.
- Kommerziell ein Fehlschlag: Insgesamt entstanden nur rund 33 bis 35 Maschinen, die Produktion ist überall eingestellt.
- Mehrere schwere Unfälle, darunter drei im Iran und einer vor Baku, prägten den Ruf des Typs; im Iran folgte 2014 ein Flugverbot.
- Heute fliegen nur noch wenige Exemplare, überwiegend bei russischen Militär- und Staatsbetreibern. Für Spotter ist jede Sichtung eine echte Rarität.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist die Antonov An-140?
- 2.Technik: Hubschrauber-Herz und Sechsblatt-Propeller
- 3.Gebaut in drei Ländern
- 4.Die wichtigsten Varianten
- 5.Unfälle und das Flugverbot im Iran
- 6.So bestimmst du die An-140
- 7.Wer fliegt die An-140 heute?
- 8.Wo du eine An-140 noch erwischst
- 9.Fototipps für die An-140
- 10.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
- 11.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | Antonov (Kiew), Serienbau in Charkiw, Lizenzbau bei Aviakor (Samara) und HESA (Iran) |
|---|---|
| ICAO-Typcode | A140 |
| Wirbelschleppenkategorie | M (Medium) |
| Entwicklungsbeginn | 1993 |
| Erstflug | 17. September 1997 |
| Musterzulassung | April 2000 |
| Linieneinsatz | ab März 2002, zuerst bei Odessa Airlines |
| Gebaute Flugzeuge | rund 33 bis 35 inklusive Prototypen (Angaben schwanken) |
| Triebwerke | 2 × Motor Sitsch AI-30 Serie 1 (Lizenzbau des Klimow TW3-117WMA-SBM1), je rund 1.840 kW; alternativ Pratt & Whitney Canada PW127A |
| Propeller | Sechsblatt, rund 3,6 m Durchmesser |
| Länge | rund 22,6 m |
| Spannweite | rund 24,5 m, beim An-140-100 rund 25,5 m |
| Höhe | rund 8,2 m |
| Max. Startgewicht | je nach Version rund 19,2 bis 21,5 t |
| Sitzplätze | bis 52 |
| Reisegeschwindigkeit | bis rund 575 km/h |
| Besatzung | 2 Piloten |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Hochdecker mit zwei Propellerturbinen und auffällig breiten Sechsblatt-Propellern
- Das Hauptfahrwerk fährt in Verkleidungen seitlich am unteren Rumpf ein, nicht in die Triebwerksgondeln – der klare Unterschied zur An-24
- Vergleichsweise kurze, kompakte Triebwerksgondeln, die kaum hinter die Flügelhinterkante reichen
- Konventionelles Leitwerk mit am Rumpf angesetztem Höhenleitwerk – kein T-Leitwerk wie bei ATR oder Dash 8
- Gedrungener, rundlicher Rumpf mit normalem Heck ohne Laderampe bei der Passagierversion
Aktualisiert: Oktober 2026 – Sie sollte die An-24 beerben, die Regionalflotten von Kaliningrad bis Kamtschatka erneuern und nebenbei den Iran zum Flugzeugbauer machen. Am Ende blieb die Antonov An-140 eine Fußnote: gebaut in drei Ländern, aber insgesamt nur rund drei Dutzend Mal fertiggestellt. Genau das macht sie für Spotter spannend. Wer heute eine An-140 vor die Linse bekommt, hat einen der seltensten Turboprops der Gegenwart erwischt. Hier erfährst du, wie der Typ entstanden ist, woran du ihn erkennst, was es mit der iranischen IrAn-140 auf sich hat und wo überhaupt noch Exemplare fliegen.
Raritäten gehören in den Hangar
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Was ist die Antonov An-140?
Die An-140 ist ein zweimotoriges Turboprop-Regionalflugzeug mit bis zu 52 Sitzplätzen. Entwickelt wurde sie vom Konstruktionsbüro Antonov in Kiew, das ab 1993 an dem Projekt arbeitete. Der Auftrag war klar umrissen: Die in den 1960er- und 1970er-Jahren gebauten An-24 kamen an das Ende ihrer Lebensdauer, und für Tausende Kilometer Regionalstrecken in der früheren Sowjetunion brauchte es ein moderneres Flugzeug mit ähnlicher Robustheit, aber besserer Wirtschaftlichkeit.
Das Ergebnis war keine modernisierte An-24, sondern eine weitgehend neue Konstruktion. Das Grundkonzept blieb vertraut – hoher Flügel, zwei Propellerturbinen, genügsam bei Infrastruktur und Pistenqualität –, doch Rumpf, Flügel, Triebwerke und Systeme wurden neu ausgelegt. Im Cockpit sitzen nur noch zwei Piloten, während die An-24 noch mit einer größeren Cockpitbesatzung ausgelegt war.
Der Erstflug des Prototyps fand am 17. September 1997 statt. Im April 2000 erhielt der Typ vom Zwischenstaatlichen Luftfahrtkomitee der GUS die Musterzulassung, die auch die An-140-100 umfasste. Den Linienbetrieb eröffnete im März 2002 die ukrainische Odessa Airlines. Einen größeren Bogen über die sowjetische und postsowjetische Verkehrsluftfahrt schlägt der Beitrag Sowjetische Verkehrsflugzeuge.
Technik: Hubschrauber-Herz und Sechsblatt-Propeller
Mit gut 22,6 Metern Länge ist die An-140 etwas kürzer als die An-24, die Spannweite liegt beim Grundmodell bei rund 24,5 Metern, beim An-140-100 mit verlängertem Flügel bei rund 25,5 Metern. Das maximale Startgewicht beträgt je nach Version und Quelle zwischen gut 19 und 21,5 Tonnen. Damit spielt sie in der Klasse der ATR 42, der Dash 8-300 oder der Fokker 50.
Spannend ist der Antrieb. Als Standardtriebwerk dient die AI-30 Serie 1 von Motor Sitsch aus Saporischschja, ein Lizenzbau des Klimow TW3-117WMA-SBM1. Die TW3-117-Familie kennst du eigentlich aus dem Hubschrauberbau; für die An-140 wurde sie zur Propellerturbine mit rund 1.840 kW pro Seite weiterentwickelt. Als westliche Alternative war das Pratt & Whitney Canada PW127A vorgesehen, das auch in ATR-Flugzeugen arbeitet. Die Triebwerke treiben breite Sechsblatt-Propeller mit rund 3,6 Metern Durchmesser an.
Was die An-140 von ihrer Vorgängerin übernommen hat, ist die Auslegung auf einfache Bedingungen:
- Hoher Flügel: Propeller und Triebwerke sitzen weit über dem Boden und sind auf unbefestigten Pisten besser geschützt.
- Fahrwerk am Rumpf: Das Hauptfahrwerk fährt in seitliche Rumpfverkleidungen ein. Das hält die Gondeln kompakt und ergibt eine breite, stabile Spur.
- Wenig Bodengerät: Der Typ war dafür gedacht, auch an kleinen Plätzen mit minimaler Infrastruktur zu funktionieren.
- Reisegeschwindigkeit bis rund 575 km/h: spürbar schneller als die An-24 mit ihren rund 450 km/h.
Tracking-Tipp
Filter im Tracking-Dienst nach dem Typcode A140. Wie ICAO-Typcodes aufgebaut sind und warum sie nicht immer der Werksbezeichnung folgen, erklärt der Beitrag ICAO-Typcodes erklärt.
Gebaut in drei Ländern
Die An-140 war von Anfang an als Kooperationsprojekt angelegt. Das ist für Spotter wichtig, denn je nach Herkunft unterscheiden sich Bezeichnung, Ausstattung und heutige Betreiber.
| Fertigung | Ort | Zeitraum (ca.) | Fertiggestellte Flugzeuge (ca.) |
|---|---|---|---|
| Antonov / Charkiwer Flugzeugwerk | Charkiw, Ukraine | bis 2005 | rund 11 bis 12 |
| Aviakor | Samara, Russland | Mitte der 2000er bis 2016 | rund ein Dutzend |
| HESA (als IrAn-140) | Schahin Schahr bei Isfahan, Iran | Anfang der 2000er bis um 2015 | rund 10 |
Die Zahlen schwanken je nach Quelle leicht. Klar ist aber das Gesamtbild: Statt der erhofften Hunderte entstanden insgesamt nur rund 33 bis 35 Flugzeuge.
Ukraine: Charkiw
Die ersten Serienmaschinen entstanden im Flugzeugwerk Charkiw, eine der ersten ging an die russische IKAR Airlines. Die ukrainische Fertigung endete jedoch bereits 2005. Als Hintergrund nennen Quellen unter anderem den Absturz einer Maschine der Azerbaijan Airlines im Dezember 2005, bei dem die Untersuchung gefälschte Bauteile in der Instrumentierung feststellte.
Russland: Aviakor in Samara
Bei Aviakor in Samara entstand ab Mitte der 2000er-Jahre eine russische Linie, zunehmend mit russischen Komponenten. Hier wurde ein Großteil der später noch aktiven Flugzeuge gebaut, darunter Maschinen für das russische Militär, etwa die Marineflieger. Die Produktion endete Mitte der 2010er-Jahre, auch weil Zulieferungen aus der Ukraine nach 2014 wegfielen. Die letzte Maschine entstand 2016 und wurde 2017 ausgeliefert.
Iran: die IrAn-140
Der ambitionierteste Teil des Programms lief im Iran. HESA montierte die Flugzeuge ab Anfang der 2000er-Jahre in Schahin Schahr bei Isfahan aus Antonov-Bausätzen; in den Linienbetrieb gingen die ersten Exemplare erst 2011. Geplant war eine große Serie, unter anderem für Grenzüberwachung und Inlandsverkehr. Tatsächlich fertig wurden nach gängigen Angaben aber nur rund zehn Maschinen, teils auch als IrAn-140-100 mit dem größeren Flügel. Für Iran war das Projekt auch politisch wichtig: ein eigenes Regionalflugzeug trotz westlicher Sanktionen.
Die wichtigsten Varianten
| Variante | Besonderheit |
|---|---|
| An-140 | Passagier-Grundversion mit bis zu 52 Sitzen |
| An-140-100 | vergrößerte Spannweite, höheres Abfluggewicht |
| An-140T / An-140S | militärische Transportversionen, die S mit größerer Ladeluke |
| An-140TK | umrüstbare Fracht-Passagier-Version |
| An-140 VIP | Salonversion mit bis zu 30 Sitzen |
| IrAn-140 / IrAn-140-100 | iranischer Lizenzbau bei HESA |
| HESA Simorgh | 2022 vorgestellter iranischer Militärtransporter auf Basis der IrAn-140 |
Für die Bestimmung im Feld spielt die Variante meist eine untergeordnete Rolle – hier helfen vor allem Kennzeichen und Betreiber. Wie du Länderpräfixe zuordnest, erklärt der Beitrag Länderkennungen von Flugzeugen.
Unfälle und das Flugverbot im Iran
Die kurze Geschichte der An-140 ist von mehreren schweren Unfällen geprägt. Sie sind ein wesentlicher Grund dafür, dass der Typ nie aus dem Schatten seiner Vorgängerin trat:
- Dezember 2002: Eine ukrainische An-140 der Aeromist-Kharkiv verunglückte im Anflug auf Isfahan, alle 44 Menschen an Bord kamen ums Leben.
- Dezember 2005: Eine Maschine der Azerbaijan Airlines stürzte kurz nach dem Start in Baku ins Kaspische Meer, alle 23 Insassen starben. Als Ursache gilt der gleichzeitige Ausfall der Fluglageanzeigen.
- Februar 2009: Eine IrAn-140-100 stürzte bei einem Trainingsflug nahe Isfahan ab, die fünf Besatzungsmitglieder kamen ums Leben.
- August 2014: Eine IrAn-140 der Sepahan Airlines stürzte kurz nach dem Start in Teheran-Mehrabad in ein Wohngebiet, rund 40 Menschen starben.
Nach dem Unglück von 2014 verhängte die iranische Zivilluftfahrtbehörde ein Flugverbot für den Typ. Zwar erklärte das Verteidigungsministerium kurz darauf, das Muster sei zertifiziert, in den zivilen Linienverkehr kehrten die Maschinen aber nicht zurück. Die Serienfertigung bei HESA wurde in der Folge eingestellt. Im Mai 2022 präsentierte HESA dann mit der Simorgh einen militärischen Transporter, der erkennbar auf der IrAn-140 aufbaut – nun ausdrücklich als Frachtflugzeug für die Streitkräfte.
So bestimmst du die An-140
Zweimotorige Propeller-Hochdecker gibt es einige. Mit drei Blicken trennst du die An-140 aber sicher von ihren Verwandten.
Fahrwerk suchen
Fährt das Hauptfahrwerk in Verkleidungen seitlich am Rumpf ein, bist du bei An-140 oder ATR. Verschwindet es in langen Triebwerksgondeln, spricht das für An-24, An-26 oder Dash 8.
Leitwerk prüfen
Die An-140 hat ein konventionelles Leitwerk mit dem Höhenleitwerk am Rumpf. ATR und Dash 8 tragen ein T-Leitwerk – damit sind sie schnell ausgeschlossen.
Propeller zählen
Sechs breite Blätter pro Propeller passen zur An-140. Die An-24 hat Vierblattpropeller, ältere ATR ebenfalls nur vier Blätter.
Schnellbestimmung: Hochdecker-Turboprop
Antonov An-140
Fahrwerk am Rumpf, konventionelles Leitwerk und Sechsblatt-Propeller passen zur An-140. Prüf den Typcode A140 und das Kennzeichen – die Zahl der aktiven Maschinen ist klein.
Antonov An-24 oder An-26
Lange Gondeln mit eingefahrenem Fahrwerk sind typisch für die ältere Antonov-Familie. Ein hochgezogenes Heck mit Rampe weist auf die An-26 hin.
Iljuschin Il-114
Der russische Konkurrent ist ein Tiefdecker – Flügel unter dem Rumpf. Wenn das passt, bist du bei der Il-114 und nicht bei der An-140.
ATR 42/72 oder Dash 8
Ein T-Leitwerk schließt die An-140 aus. Bei der ATR sitzt das Fahrwerk wie bei der An-140 am Rumpf, das Leitwerk entscheidet.
| Merkmal | An-140 | An-24 | ATR 42 | Il-114 |
|---|---|---|---|---|
| Flügel | hoch | hoch | hoch | tief |
| Leitwerk | konventionell | konventionell | T-Leitwerk | konventionell |
| Hauptfahrwerk | Rumpfverkleidung | in den Gondeln | Rumpfverkleidung | in den Gondeln |
| Propellerblätter | 6 | 4 | 4 bis 6 je nach Version | 6 |
| Einsatz heute | sehr selten | selten | weit verbreitet | selten |
Gerade die Verwechslung mit der ATR 42 liegt nahe, weil beide Hochdecker mit Fahrwerk am Rumpf sind. Das T-Leitwerk der ATR ist aber aus jeder Perspektive gut zu sehen. Die Iljuschin Il-114 wiederum ist ein Tiefdecker und damit schon von Weitem anders. Einen ausführlichen Überblick über Propellerflugzeuge findest du im Beitrag Turboprops unterscheiden.
Wer fliegt die An-140 heute?
Von den rund drei Dutzend gebauten Flugzeugen ist nur noch ein kleiner Teil aktiv. Nach einer Übersicht mit Stand Ende 2022 waren weltweit nur etwa neun Maschinen im Dienst, rund zwanzig abgestellt. Der größte Teil der verbliebenen Flotte fliegt für russische Staatsbetreiber: die Luft- und Weltraumstreitkräfte sowie die Marineflieger nutzen die in Samara gebauten Maschinen als Verbindungs- und Transportflugzeuge. Im zivilen Bereich hatte die sibirische Yakutia einzelne Exemplare, in der Ukraine flog zeitweise die Werksairline von Motor Sitsch den Typ.
Die iranischen IrAn-140 sind seit dem Flugverbot von 2014 aus dem zivilen Betrieb verschwunden. Ob und in welchem Umfang die Simorgh-Militärversion fliegt, lässt sich von außen kaum belastbar sagen.
Stand Oktober 2026
Die Angaben zu aktiven Maschinen stammen aus öffentlich zugänglichen Flottenübersichten und sind bei einem so kleinen, überwiegend militärisch genutzten Typ unsicher. Prüf vor einer gezielten Suche aktuelle Bewegungen nach dem Typcode A140.
Wo du eine An-140 noch erwischst
Für Spotter in Mitteleuropa ist die An-140 praktisch unerreichbar. Russische Luftfahrzeuge dürfen seit 2022 nicht in den EU-Luftraum einfliegen, der ukrainische Luftraum ist für den zivilen Verkehr gesperrt, und die iranischen Maschinen stehen am Boden. Selbst vor diesen Einschränkungen war der Typ in Westeuropa eine absolute Ausnahmeerscheinung.
| Region | Trefferchance | Warum |
|---|---|---|
| Russland | niedrig bis mittel | Reste der Flotte bei Militär und Staatsbetreibern |
| Ukraine | sehr niedrig | ziviler Luftverkehr eingestellt |
| Iran | sehr niedrig | zivile IrAn-140 seit 2014 gegroundet |
| EU und Westeuropa | praktisch null | Flugverbote, keine Betreiber |
Weil die aktiven Maschinen überwiegend militärisch genutzt werden, gelten beim Fotografieren besonders strenge Regeln. In Russland und im Iran solltest du sehr genau wissen, was erlaubt ist, bevor du die Kamera hebst. Die Beiträge Fotografierverbote in Russland und Belarus und Länder mit strengen Fotografierverboten an Flughäfen geben dir den nötigen Überblick. Wie du Militärmaschinen online verfolgst, steht im Beitrag Militärflugzeuge online verfolgen.
Seltene Typen nicht verpassen
Setz die An-140 auf deine Wunschliste und lass dich per Sichtungs-Alarm benachrichtigen, wenn eine Maschine des Typs an deinem Flughafen anfliegt oder landet. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Bereit für die An-140?
- Ich unterscheide An-140 und An-24 am Fahrwerk.
- Ich erkenne das T-Leitwerk der ATR auf Anhieb.
- Ich filtere im Tracking-Dienst nach dem Typcode A140.
- Ich kenne die Fotoregeln im Reiseland.
- Ich habe die Verschlusszeit für Propeller im Kopf.
Fototipps für die An-140
Propellerkreis zeigen
Sechs Blätter frieren bei zu kurzer Verschlusszeit sofort ein. Mit etwas längerer Belichtung und sauberem Mitziehen bekommst du eine runde Propellerscheibe.
Seitenansicht für das Fahrwerk
Ein Bild von der Seite zeigt die Fahrwerksverkleidungen am Rumpf und die kurzen Gondeln – genau die Merkmale, die sie von der An-24 trennen.
Kennzeichen sichern
Bei so wenigen Exemplaren ist jedes Kennzeichen eine kleine Geschichte. Fotografier es lesbar, damit du die Sichtung später eindeutig zuordnen kannst.
Welche Belichtungszeiten bei Propellern funktionieren, erklärt der Beitrag Propeller fotografieren. Wie du seltene Sichtungen einordnest, findest du unter Seltene Flugzeuge spotten.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für die An-140, wenn …
- zwei Turboprops mit Sechsblatt-Propellern unter einem hohen Flügel hängen
- das Hauptfahrwerk in Verkleidungen am Rumpf verschwindet
- das Höhenleitwerk am Rumpf sitzt
- im Tracking-Dienst A140 als Typ steht
Sieh genauer hin, wenn …
- die Maschine iranisch registriert ist – dann IrAn-140 oder Simorgh
- die Flügel spürbar länger wirken – das kann eine An-140-100 sein
- eine große Ladeluke sichtbar ist – das deutet auf eine Transportversion hin
Es ist keine An-140, wenn …
Fazit
Die An-140 ist ein Lehrstück darüber, wie schwer es ein solides Flugzeug haben kann, wenn Märkte, Politik und Lieferketten nicht mitspielen. Technisch war sie ein sinnvoller Schritt über die An-24 hinaus, wirtschaftlich und politisch stand sie von Anfang an unter schlechten Vorzeichen. Für Spotter bleibt ein Typ mit klaren Merkmalen – Sechsblatt-Propeller, Fahrwerk am Rumpf, konventionelles Leitwerk – und einer Seltenheit, die nur wenige Flugzeuge der Gegenwart erreichen.
Kurzfazit
Hochdecker, Sechsblatt-Propeller, Fahrwerk am Rumpf, Typcode A140: Das ist die An-140. Gebaut wurden nur rund drei Dutzend, aktiv ist eine Handvoll – wer eine fotografiert, hat einen echten Seltenheitsfund.
Zusammenfassung
- Die An-140 sollte die alternden An-24 im Regionalverkehr der früheren Sowjetunion ablösen und flog erstmals im September 1997.
- Serienbau gab es in Charkiw, bei Aviakor in Samara und als Lizenzbau IrAn-140 im Iran – zusammen nur rund drei Dutzend Flugzeuge.
- Erkennungsmerkmale sind die Sechsblatt-Propeller, die kurzen Triebwerksgondeln und das Hauptfahrwerk in Rumpfverkleidungen.
- Unfälle, Lieferprobleme und der Bruch zwischen Russland und der Ukraine beendeten das Programm; heute ist der Typ kaum noch zu sehen.
Häufige Fragen
Welchen ICAO-Typcode hat die An-140?
Die An-140 läuft unter A140 und gehört zur Wirbelschleppenkategorie Medium. Mit diesem Code kannst du in Tracking-Diensten gezielt nach dem Typ filtern – auch nach den Varianten An-140-100 und der iranischen IrAn-140.
Ist die An-140 eine modernisierte An-24?
Nein. Sie war als Nachfolger der An-24 gedacht und übernimmt deren Grundidee – Hochdecker, zwei Turboprops, robust für einfache Plätze –, ist aber eine weitgehend neue Konstruktion. Rumpf, Flügel, Triebwerke und Fahrwerksanordnung unterscheiden sich deutlich.
Wie viele An-140 wurden gebaut?
Die Angaben liegen bei rund 33 bis 35 Flugzeugen einschließlich Prototypen. Davon stammt etwa ein Dutzend aus Charkiw, rund elf aus Samara und etwa zehn aus dem iranischen Lizenzbau. Die Zahlen unterscheiden sich je nach Quelle, weil unfertige Zellen und Prototypen unterschiedlich gezählt werden.
Was ist die IrAn-140?
Die IrAn-140 ist die im Iran bei HESA aus Antonov-Bausätzen montierte Lizenzversion. Geplant war eine große Serie, fertig wurden nach gängigen Angaben aber nur rund zehn Maschinen. Nach dem Absturz einer Sepahan-Airlines-Maschine in Teheran im August 2014 verhängte die iranische Luftfahrtbehörde ein Flugverbot für den Typ.
Was ist die HESA Simorgh?
Im Mai 2022 stellte HESA ein militärisches Transportflugzeug namens Simorgh vor, das erkennbar auf der An-140 beziehungsweise IrAn-140 beruht. Es ist als Frachtflugzeug für das Militär gedacht. Wie weit das Programm inzwischen gediehen ist, lässt sich von außen kaum verlässlich sagen.
Kann ich eine An-140 in Deutschland sehen?
Praktisch nicht. Die verbliebenen Maschinen fliegen vor allem für russische Militär- und Staatsstellen, und russische Luftfahrzeuge dürfen seit 2022 nicht in den EU-Luftraum einfliegen. Der ukrainische Luftraum ist für den zivilen Verkehr gesperrt, die iranischen Exemplare stehen am Boden.
Warum war die An-140 kein Erfolg?
Mehrere Faktoren kamen zusammen: Die Fluggesellschaften der Region hatten in den 1990er- und 2000er-Jahren wenig Geld, westliche Turboprops wie die ATR 42 waren etabliert, und schwere Unfälle schadeten dem Ruf. Hinzu kam die Abhängigkeit von Zulieferungen zwischen Russland und der Ukraine, die nach 2014 weitgehend wegbrachen.
Antonov An-140 sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Verwandte Flugzeugtypen
Antonov An-24
Zwei Propellerturbinen, ein hoch angesetzter Flügel und robuste Technik für Schotterpisten: Die An-24 war das Arbeitspferd der sowjetischen Regionalluftfahrt. So erkennst du sie und so grenzt du sie von ihren Verwandten ab.
FrachterAntonov An-26
Zwei Turboprops, ein hochgezogenes Heck mit einer Rampe, die unter den Rumpf gleitet, und ein kleines Strahltriebwerk in der rechten Gondel: Die An-26 ist der kleine Arbeitstransporter des Ostblocks. So erkennst du sie und so findest du sie heute noch.
MilitärAntonov An-32
Zwei Turboprops, die wie Rucksäcke oben auf dem Flügel sitzen: Die An-32 ist die Hot-and-High-Version der An-26, gebaut für heiße Pisten und Flugplätze im Gebirge – und als An-32P sogar zum Waldbrandlöschen.
RegionaljetAntonov An-148/An-158
Hoher Flügel, T-Leitwerk, zwei Triebwerke in Gondeln darunter: Die An-148 ist der Regionaljet aus Kiew und eine der seltensten Sichtungen der Gegenwart. So erkennst du sie und ihre verlängerte Schwester An-158.
TurbopropIljuschin Il-114
Tiefdecker statt Schulterdecker, sechs Propellerblätter pro Seite und eine wechselvolle Geschichte zwischen Taschkent und Luchowizy: So erkennst du die Il-114 und ihre Neuauflage Il-114-300 – und so steht es um den russischen Regional-Turboprop.
TurbopropXian MA60
Hochdecker, zwei Propellerturbinen von Pratt & Whitney Canada und ein Flügel, der seine sowjetische Herkunft nicht verleugnet: Die MA60 ist Chinas Regional-Turboprop auf An-24-Basis – und in Europa eine echte Rarität.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
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