Das Wichtigste in Kürze
- Die Il-114 ist ein zweimotoriger Regional-Turboprop von Iljuschin, gedacht als Nachfolger der Antonow An-24. Erstflug war am 29. März 1990.
- Die erste Serie entstand in Taschkent und blieb mit rund 20 Maschinen klein. Uzbekistan Airways flog die letzten Exemplare bis Mai 2018 im Liniendienst.
- Die Il-114-300 ist die russische Neuauflage mit neuen Triebwerken, Sechsblatt-Propellern und Endmontage in Luchowizy. Sie flog erstmals am 16. Dezember 2020.
- Russischen Angaben zufolge erhielt die Il-114-300 im Juni 2026 ihre Musterzulassung; Auslieferungen an Kunden waren für 2026 angekündigt.
- Für Spotter im DACH-Raum ist der Typ extrem selten: Am besten erkennst du ihn am Tiefdecker-Flügel – fast alle anderen Regional-Turboprops sind Schulterdecker.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| Hersteller | Iljuschin (Konstruktionsbüro, heute Teil der United Aircraft Corporation) |
|---|---|
| Rolle | Regional-Turboprop für Kurzstrecken, auch für einfach ausgestattete Flugplätze |
| Erstflug | 29. März 1990 (Il-114); 16. Dezember 2020 (Il-114-300) |
| Musterzulassung | 1997 (Il-114); Il-114-300 laut russischen Angaben im Juni 2026 |
| Endmontage | Taschkent, Usbekistan (Il-114 und Il-114-100, bis 2012); Luchowizy bei Moskau (Il-114-300) |
| Gebaute Exemplare | rund 20 Il-114 aus der ersten Serie (Angaben schwanken) |
| Triebwerke | 2 × Klimow TV7-117S (Il-114), 2 × PW127H (Il-114-100), 2 × TV7-117ST-01 (Il-114-300) |
| Propeller | Sechsblatt-Propeller; beim Il-114-300 vom Typ AV-112-114 |
| Länge | rund 26,9 m |
| Spannweite | rund 30 m |
| Höhe | rund 9,1 m |
| Max. Startgewicht | rund 23,5 t |
| Sitzplätze | 64 (Il-114); 64 bis 68 (Il-114-300) |
| Reichweite | rund 1.000 km (Il-114) bzw. rund 1.400 km (Il-114-300) mit voller Zuladung |
| Reisegeschwindigkeit | rund 450 bis 470 km/h |
| Status | Erste Serie aus dem Liniendienst ausgeschieden (Uzbekistan Airways bis 2018); Il-114-300 vor bzw. am Beginn der Auslieferung (Stand Oktober 2026) |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Tiefdecker: Der gerade Flügel sitzt unten am Rumpf – anders als bei ATR 72, Dash 8 oder An-24, die alle Schulterdecker sind
- Zwei Turboprops mit Sechsblatt-Propellern in langen Gondeln unter dem Flügel
- Konventionelles Leitwerk: Das Höhenleitwerk sitzt am Rumpfende, darüber eine einzelne, gepfeilte Seitenflosse
- Schlanker Rumpf mit durchgehender Fensterreihe und einer langen, spitz zulaufenden Rumpfnase
- Hauptfahrwerk unter den Triebwerksgondeln, Bugfahrwerk vorn – typisch für robuste Regionalflugzeuge
- Kennzeichen beginnen meist mit RA- (Russland) oder historisch UK- (Usbekistan)
Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein schlanker Rumpf, ein gerader Flügel ganz unten und zwei Turboprops mit je sechs Propellerblättern: Das ist die Iljuschin Il-114. Sie war als Nachfolgerin der Antonow An-24 gedacht, blieb in ihrer ersten Serie aber eine Randerscheinung. Mit der Il-114-300 holt Russland den Typ jetzt zurück. Hier liest du, woher die Il-114 kommt, was die Neuauflage unterscheidet, woran du sie sicher erkennst und warum sie für Spotter im DACH-Raum eine der seltensten Begegnungen überhaupt ist.
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Was ist die Iljuschin Il-114?
Die Il-114 ist ein zweimotoriges Turboprop-Verkehrsflugzeug für Regionalstrecken mit Platz für rund 64 Passagiere. Das Konstruktionsbüro Iljuschin – bekannt für Typen wie die Il-62, die Il-86 und den Transporter Il-76 – begann Mitte der 1980er-Jahre mit der Entwicklung. Das Ziel war klar: Die Sowjetunion brauchte einen modernen Ersatz für die Antonow An-24, die damals auf Tausenden Kurzstrecken unterwegs war.
Die Il-114 sollte wirtschaftlicher fliegen, mehr Passagiere tragen und trotzdem auf einfachen Flugplätzen zurechtkommen. Der Prototyp startete am 29. März 1990 in Schukowski bei Moskau zu seinem Erstflug. Die Musterzulassung folgte im April 1997 – sieben Jahre später, denn der Zerfall der Sowjetunion traf das Programm mitten in der Erprobung.
Für die Einordnung in die Geschichte der sowjetischen und russischen Verkehrsluftfahrt lohnt der Überblick Sowjetische Verkehrsflugzeuge. Dort siehst du, wie die Il-114 in die lange Reihe der Iljuschin-Propellerflugzeuge passt, die mit der Il-18 begann.
Die erste Serie: gebaut in Taschkent
Gebaut wurde die Il-114 nicht in Russland, sondern im großen Flugzeugwerk in Taschkent, der Hauptstadt Usbekistans. Die Serienfertigung lief 1992 an – just in der Zeit, in der die Sowjetunion zerfiel und das Werk plötzlich in einem eigenständigen Staat lag. Lieferketten rissen ab, Geld fehlte, und viele Fachkräfte wanderten ab. Die Produktion kam deshalb nur schleppend voran.
Bis zum Ende der Fertigung in Taschkent im Jahr 2012 entstanden nur rund 20 Maschinen; je nach Quelle schwanken die Zahlen leicht, weil Prototypen, Versuchsträger und Sonderversionen unterschiedlich mitgezählt werden. Zum Vergleich: Von der An-24, die sie ersetzen sollte, gab es mehr als tausend Exemplare. Die Il-114 blieb damit ein Nischenflugzeug.
Il-114-100 mit westlichen Triebwerken
Um den Typ attraktiver zu machen, entstand die Il-114-100. Statt der russischen Klimow-Triebwerke TV7-117S bekam sie Pratt & Whitney Canada PW127H – eine Variante aus derselben Triebwerksfamilie, die auch in der ATR 72 steckt. Der Erstflug dieser Version fand am 26. Januar 1999 statt.
Der wichtigste Kunde für die Il-114-100 war Uzbekistan Airways. Die usbekische Staatsairline flog die Il-114 seit Ende der 1990er-Jahre, zuletzt als kleine Flotte der Il-114-100, auf Inlandsstrecken und in die Nachbarländer. Im Mai 2018 nahm sie die Il-114 aus dem kommerziellen Dienst. Damit endete die Ära der ersten Serie im Passagierverkehr.
Vyborg und die Sonderversionen
In Russland flog die Airline Vyborg zwei Il-114 im Linienbetrieb, bis sie 2010 den Flugbetrieb einstellte. Daneben entstanden mehrere Sonderversionen: ein Frachter (Il-114T), ein fliegendes Testlabor (Il-114LL) und Entwürfe für Seeaufklärung und Radarüberwachung. Eine Seeaufklärer-Variante wurde 2018 auf der Rüstungsmesse KADEX in Kasachstan gezeigt.
Kennzeichen als Zeitstempel
Auf historischen Fotos verrät dir das Kennzeichen viel: UK- steht für Usbekistan und damit meist für die Il-114-100 von Uzbekistan Airways. RA- steht für Russland – bei älteren Fotos oft eine Vyborg-Maschine oder ein Versuchsträger, bei neuen Fotos die Il-114-300.
Die Il-114-300: Neustart in Russland
Nach 2014 rückte die Il-114 in Russland wieder in den Fokus. Westliche Sanktionen machten klar, wie abhängig die russische Regionalluftfahrt von importierten Flugzeugen und Ersatzteilen war. Gleichzeitig wurden die An-24 und ihre Verwandten immer älter. Die Regierung entschied deshalb, die Il-114 als modernisierte Version in Russland neu aufzulegen.
Das Ergebnis heißt Il-114-300. Die Endmontage liegt im Werk Luchowizy südöstlich von Moskau, das zum Kampfjet-Hersteller MiG gehört. Baugruppen kommen aus weiteren russischen Werken, unter anderem aus Nischni Nowgorod, Uljanowsk und Woronesch. Gesteuert wird das Programm vom Staatskonzern United Aircraft Corporation, unter dessen Dach heute auch Iljuschin, Suchoi und Tupolew arbeiten.
Was ist neu?
Die Il-114-300 sieht ihrer Vorgängerin sehr ähnlich, technisch hat sich aber einiges getan:
- Triebwerke: Zwei russische TV7-117ST-01 mit jeweils rund 3.000 PS Startleistung, digital geregelt.
- Propeller: Neue Sechsblatt-Propeller AV-112-114 von Aerosila.
- Kabine: Überarbeitete Innenausstattung mit neuen Sitzen, Platz für 64 bis 68 Passagiere.
- Einfache Plätze: Eingebaute Treppe und ein Fahrwerk, das auch auf kurzen und wenig ausgebauten Pisten funktioniert.
- Leistung: Nach Herstellerangaben rund 1.400 Kilometer Reichweite mit voller Zuladung und ein Startlauf von rund 750 Metern.
Lange Erprobung
Der Erstflug der Il-114-300 fand am 16. Dezember 2020 in Schukowski statt – mit einem umgebauten älteren Prototyp. Danach geriet das Programm ins Stocken: Im August 2021 stürzte der militärische Transporter Il-112V ab, der eine eng verwandte Triebwerksversion nutzt. Die Erprobung wurde unterbrochen, bis die Triebwerke überarbeitet und zugelassen waren. Erst am 31. März 2024 hob in Luchowizy der erste komplett neu gebaute Prototyp der Il-114-300 ab.
Es folgten Zertifizierungsflüge, Kälteerprobungen im russischen Norden und Berichten zufolge auch Tests unter Hitzebedingungen in Usbekistan. Im Juni 2026 meldeten russische Stellen auf dem Wirtschaftsforum in Sankt Petersburg die Musterzulassung. Erste Auslieferungen an Kunden waren für 2026 angekündigt, der reguläre Linienbetrieb nach russischen Angaben ab 2027. Als Interessenten wurden mehrere Regionalairlines aus Sibirien und dem Fernen Osten genannt, außerdem Leasinggesellschaften. Zum Stand Oktober 2026 solltest du Angaben zu Auslieferungen und Linienbetrieb vorsichtig behandeln: Bei russischen Programmen haben sich Termine in den vergangenen Jahren mehrfach verschoben.
| Merkmal | Il-114 / Il-114-100 | Il-114-300 |
|---|---|---|
| Endmontage | Taschkent (Usbekistan) | Luchowizy (Russland) |
| Triebwerke | TV7-117S bzw. PW127H | TV7-117ST-01 |
| Propeller | Sechsblatt | Sechsblatt AV-112-114 |
| Sitzplätze | rund 64 | 64 bis 68 |
| Reichweite (volle Zuladung) | rund 1.000 km | rund 1.400 km |
| Erstflug | 1990 bzw. 1999 | 2020 |
Die Il-114-300 ist Teil einer größeren Strategie. Neben ihr setzt Russland mit dem Superjet 100 und der MC-21 zunehmend auf eigene Muster – die Il-114-300 deckt dabei das untere Ende ab: kurze Strecken, kleine Flugplätze, raues Klima.
Woran du die Il-114 erkennst
Die Il-114 hat ein unverwechselbares Merkmal, das sie von fast allen anderen Regional-Turboprops abhebt: Sie ist ein Tiefdecker. Bei ATR 42, ATR 72, Dash 8, An-24 oder An-140 sitzt der Flügel oben auf dem Rumpf. Die Il-114 hat ihn unten.
Flügelposition prüfen
Zwei Turboprops, Flügel unten am Rumpf: Damit fallen ATR, Dash 8 und die Antonow-Familie sofort raus.
Propeller zählen
Sechs Blätter pro Propeller passen zur Il-114, haben aber auch ATR 72-600, Dash 8-400 und Saab 2000. Die kleinere Saab 340 als anderer Tiefdecker hat weniger Blätter.
Leitwerk ansehen
Das Höhenleitwerk sitzt am Rumpfende, nicht oben auf der Flosse. Die Seitenflosse ist leicht gepfeilt.
Weitere Merkmale: Die Triebwerksgondeln sind lang und reichen weit über die Flügelhinterkante hinaus, das Hauptfahrwerk sitzt darunter. Der Rumpf wirkt schlank, mit einer durchgehenden Fensterreihe und einer spitzen Nase. Mehr Hilfe beim Unterscheiden von Propellermaschinen findest du im Ratgeber Turboprops unterscheiden.
Il-114, ATR 72, Dash 8 oder Saab 340?
Wenn du ein Foto eines zweimotorigen Turboprops bestimmen musst, helfen drei Fragen.
Schnellbestimmung: zweimotoriger Regional-Turboprop
Iljuschin Il-114
Tiefdecker mit Sechsblatt-Propellern und russischem oder usbekischem Kennzeichen: klassisches Il-114-Bild. Bei neuen Fotos mit RA-Kennzeichen ist es wahrscheinlich eine Il-114-300.
Saab 340
Kleiner Tiefdecker mit weniger Propellerblättern: Das spricht für die Saab 340. Ihre große Schwester Saab 2000 hat dagegen ebenfalls Sechsblatt-Propeller – dort hilft vor allem das Kennzeichen.
ATR 42 oder ATR 72
Schulterdecker mit T-Leitwerk ist das typische Bild der ATR 72, des häufigsten Regional-Turboprops in Europa.
Dash 8
Hochdecker mit sehr langen Gondeln und hoher Flosse: Das ist wahrscheinlich eine Dash 8-400.
Wo du die Il-114 sehen kannst
Ehrlich gesagt: Im DACH-Raum so gut wie nie. Die erste Serie flog fast ausschließlich in Usbekistan und Russland, Linienflüge nach Mitteleuropa sind nicht bekannt. Seit Februar 2022 ist der EU-Luftraum zudem für russische Flugzeuge gesperrt. Eine Il-114-300 wirst du also nicht am Zaun in Frankfurt oder Wien erwischen.
Realistische Möglichkeiten sind:
| Wo | Was | Hinweis |
|---|---|---|
| Historische Fotos und Datenbanken | Il-114-100 von Uzbekistan Airways, Vyborg-Maschinen | Für deine Sammlung als Recherche, nicht als eigene Sichtung |
| Usbekistan | Ehemalige Maschinen der ersten Serie | Ob abgestellte Exemplare sichtbar sind, vorher prüfen; Fotoregeln beachten |
| Russische Regionalflughäfen | Il-114-300 nach Einsatzbeginn | Reisen nach Russland sind derzeit mit erheblichen Einschränkungen verbunden |
Wenn du den Typ trotzdem jagen willst, lohnt der Beitrag Seltene Flugzeuge spotten. Und wer Exoten nicht nur fotografieren, sondern auch mitfliegen will, findet Ideen unter Seltene Flugzeugtypen als Passagier fliegen.
Fotografieren in Russland und Zentralasien
In Russland und in mehreren Nachbarländern gelten Flughäfen als sensible Orte. Wer dort Flugzeuge fotografiert, riskiert Ärger mit Behörden – im schlimmsten Fall ernste rechtliche Folgen. Lies vor jeder Reise den Beitrag Fotografierverbote in Russland und Belarus und informiere dich über aktuelle Reisehinweise.
Die Il-114 auf die Wunschliste
Setz seltene Typen wie die Il-114 auf deine Wunschliste und lass dich per Sichtungs-Alarm benachrichtigen, wenn einer an deinem Flughafen anfliegt. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Propeller richtig fotografieren
Falls du doch einmal eine Il-114 vor die Linse bekommst: Bei Turboprops entscheidet die Verschlusszeit, ob die Propeller wie eingefroren wirken oder eine schöne Rotationsscheibe zeigen. Sechs Blätter sehen besonders gut aus, wenn sie leicht verwischen.
Zeit verlängern
Mit etwa 1/250 Sekunde oder länger bekommst du sichtbare Bewegungsunschärfe im Propeller. Zu kurze Zeiten lassen ihn starr wirken.
Sauber mitziehen
Längere Zeiten verlangen eine ruhige Mitziehbewegung. Serienbilder erhöhen deine Trefferquote.
Seite und Licht planen
Die Profilansicht zeigt den Tiefdecker-Flügel am besten. Mit dem Sonnenstand-Planer in Planetrack siehst du, wann die Fotoseite im Licht liegt.
Die Details zu Belichtung und Technik stehen im Beitrag Propeller fotografieren: die richtige Verschlusszeit.
Bereit für die Jagd auf einen Exoten?
- Ich kenne die Erkennungsmerkmale: Tiefdecker, Sechsblatt-Propeller, Leitwerk am Rumpfende.
- Ich habe aktuelle Reisehinweise und Fotoregeln geprüft.
- Ich weiß, auf welcher Seite die Sonne zur Ankunftszeit steht.
- Meine Kamera ist auf längere Verschlusszeiten für Propeller eingestellt.
- Ich notiere Kennzeichen und Ort für meine Sammlung.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für die Il-114, wenn …
- zwei Turboprops unter einem tief angesetzten, geraden Flügel hängen
- jeder Propeller sechs Blätter hat
- das Höhenleitwerk am Rumpfende sitzt
- das Kennzeichen mit RA- oder UK- beginnt
Sieh genauer hin, wenn …
- die Maschine Fenster vermissen lässt oder Antennen trägt – dann kann es eine Sonder- oder Versuchsversion sein
- die Propeller weniger Blätter haben – dann eher eine Saab 340 oder ein anderer Tiefdecker
- ein Tiefdecker mit Sechsblatt-Propellern ein westliches Kennzeichen trägt – dann kann es auch eine Saab 2000 sein
Es ist keine Il-114, wenn …
- der Flügel oben auf dem Rumpf sitzt – dann ist es eine ATR, eine Dash 8 oder eine An-24
- das Höhenleitwerk oben auf der Flosse thront – dann ist es ein T-Leitwerk, wie bei ATR und Dash 8
- vier Propeller zu sehen sind – dann ist es eher eine Il-18
- Strahltriebwerke statt Propeller hängen – dann ist es ein Regionaljet wie der Superjet 100
Fazit
Die Il-114 ist die Geschichte eines Flugzeugs, das zur falschen Zeit kam: entwickelt als Nachfolgerin der An-24, gebaut in einem Werk, das mit dem Ende der Sowjetunion plötzlich im Ausland lag, und am Ende nur in rund 20 Exemplaren gefertigt. Mit der Il-114-300 bekommt sie eine zweite Chance – als Baustein einer russischen Regionalflotte, die ohne westliche Flugzeuge auskommen muss. Für Spotter in Deutschland, Österreich und der Schweiz bleibt sie ein Exot, den du fast nur auf Fotos oder auf weiten Reisen zu Gesicht bekommst.
Kurzfazit
Zwei Turboprops, Sechsblatt-Propeller, Flügel unten und Höhenleitwerk am Rumpfende: Das ist die Il-114. Die erste Serie ist seit 2018 aus dem Liniendienst verschwunden, die Il-114-300 steht am Beginn ihres Einsatzes in Russland – für Spotter im DACH-Raum einer der seltensten Typen überhaupt.
Zusammenfassung
- Die Il-114 flog erstmals 1990 und wurde 1997 zugelassen; gebaut wurde sie in Taschkent, bis die Produktion 2012 endete.
- Hauptbetreiber war Uzbekistan Airways mit der Variante Il-114-100 und Pratt-&-Whitney-Triebwerken; in Russland flog die Airline Vyborg zwei Maschinen.
- Die Il-114-300 setzt auf russische TV7-117ST-01-Triebwerke und Sechsblatt-Propeller AV-112-114, die Endmontage liegt im Werk Luchowizy.
- Nach Testpausen, unter anderem nach dem Absturz der Il-112V 2021, meldeten russische Stellen im Juni 2026 die Musterzulassung der Il-114-300.
Häufige Fragen
Welchen ICAO-Typcode hat die Il-114?
Die Il-114 läuft in der ICAO-Liste der Typbezeichner unter I114. Den Code findest du in Tracking-Diensten, Flugplänen und Datenbanken. Weil die erste Serie kaum noch fliegt, taucht er derzeit vor allem bei Test- und Erprobungsflügen in Russland auf.
Was ist der Unterschied zwischen Il-114, Il-114-100 und Il-114-300?
Die Il-114 ist das Grundmodell mit Klimow-TV7-117S-Triebwerken. Die Il-114-100 ist eine Exportvariante mit Pratt-&-Whitney-PW127H-Triebwerken, wie sie Uzbekistan Airways flog. Die Il-114-300 ist die modernisierte russische Neuauflage mit TV7-117ST-01-Triebwerken, neuen Propellern, überarbeiteter Kabine und Endmontage in Luchowizy.
Wie unterscheide ich die Il-114 von einer ATR 72?
Am schnellsten über die Flügelposition: Die ATR 72 ist ein Schulterdecker, ihr Flügel sitzt oben auf dem Rumpf. Bei der Il-114 sitzt der Flügel unten. Dazu kommt das Höhenleitwerk am Rumpfende statt oben auf der Seitenflosse. Die Zahl der Propellerblätter hilft hier nicht: Auch die ATR 72-600 fliegt mit Sechsblatt-Propellern.
Fliegt die Il-114 noch im Liniendienst?
Die erste Serie nicht mehr: Uzbekistan Airways nahm ihre Maschinen im Mai 2018 aus dem kommerziellen Dienst, die russische Airline Vyborg hatte den Betrieb schon 2010 eingestellt. Die Il-114-300 steht laut Hersteller am Übergang in den Linienbetrieb. Ob und bei wem sie bereits regulär fliegt, prüfst du am besten tagesaktuell in Flugplänen und Tracking-Diensten.
Warum hat Russland die Il-114 wiederbelebt?
Russland braucht seit Jahren einen Nachfolger für die alternden An-24 und ihre Verwandten, die auf vielen Regionalstrecken in Sibirien und im Fernen Osten fliegen. Durch die Sanktionen sind westliche Typen wie die ATR kaum noch verfügbar. Die Il-114-300 ist deshalb Teil des Programms, die Regionalflotte mit russischen Flugzeugen und russischen Bauteilen zu erneuern.
Kann ich eine Il-114 in Deutschland sehen?
Praktisch nicht. Die erste Serie flog fast nur in Usbekistan und Russland, und seit Februar 2022 ist der EU-Luftraum für russische Flugzeuge gesperrt. Realistisch bleibt dir der Typ auf historischen Fotos, in Datenbanken oder bei einer Reise in Regionen, in denen die Il-114-300 eingesetzt wird – wobei du dort die strengen Fotoregeln beachten musst.
Iljuschin Il-114 sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Verwandte Flugzeugtypen
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Zwei Propellerturbinen, ein hoch angesetzter Flügel und robuste Technik für Schotterpisten: Die An-24 war das Arbeitspferd der sowjetischen Regionalluftfahrt. So erkennst du sie und so grenzt du sie von ihren Verwandten ab.
TurbopropATR 72-600
Hochdecker, T-Leitwerk, zwei sechsblättrige Propeller und ein Rumpf, der fast auf dem Vorfeld aufsitzt: Die ATR 72-600 gehört zu den erfolgreichsten Regional-Turboprops unserer Zeit. So erkennst du sie und so findest du sie.
TurbopropATR 42-600
Hochdecker, T-Leitwerk, zwei Sechsblatt-Propeller und ein kurzer, kompakter Rumpf: Die ATR 42-600 ist der kleinste Turboprop von ATR. So erkennst du sie und trennst sie von der größeren ATR 72.
TurbopropDe Havilland Canada Dash 8-400 (Q400)
Hochdecker, T-Leitwerk, Sechsblatt-Propeller und ein Fahrwerk, das nach hinten in die Triebwerksgondeln klappt: Die Dash 8-400 ist der schnellste und größte Regional-Turboprop im Liniendienst. So erkennst du sie sicher.
TurbopropAntonov An-140
Gedacht als Ablösung der An-24, gebaut in drei Ländern – und am Ende nur gut drei Dutzend Mal fertiggestellt: Die An-140 ist einer der seltensten Turboprops der Gegenwart. So erkennst du sie und so grenzt du sie von ihren Verwandten ab.
TurbopropSaab 340
Tiefdecker, zwei Vierblatt-Propeller, ein ganz normales Leitwerk und ein kurzer, rundlicher Rumpf: Der Saab 340 ist der schwedische Klassiker unter den Regional-Turboprops. So erkennst du ihn und weißt, wo er heute noch fliegt.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
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