Antonov An-148/An-158

Hoher Flügel, T-Leitwerk, zwei Triebwerke in Gondeln darunter: Die An-148 ist der Regionaljet aus Kiew und eine der seltensten Sichtungen der Gegenwart. So erkennst du sie und ihre verlängerte Schwester An-158.

Auch bekannt als: An-148 · An-158 · Antonow An-148 · An-148-100A · An-148-100B · An-148-100E · An-168 · An-148-300

UkraineAntonovRegionaljetsICAO-Typcode: A148, A15811 Min. Lesezeit

A148

ICAO-Typcode

2004

Erstflug

29,13 m

Länge An-148

~50

gebaute Exemplare

Das Wichtigste in Kürze

  • Die An-148 ist ein zweistrahliger Regionaljet aus der Ukraine, Erstflug 2004, gedacht als Nachfolger für Tu-134 und Jak-42.
  • Ihr Markenzeichen ist der hoch angesetzte Flügel – ein Erbe der An-72/An-74, der Einsätze auf einfachen Plätzen erleichtert.
  • Die An-158 ist rund 1,7 m länger, fasst bis zu 99 Passagiere und läuft im Tracking als A158.
  • Gebaut wurden nur knapp 50 Exemplare, mehr als die Hälfte davon im russischen Woronesch, wo die Fertigung 2018 endete.
  • In Westeuropa ist der Typ heute praktisch nicht zu sehen. Stand Oktober 2026 fliegen die meisten verbliebenen Maschinen in Russland, dazu Einzelstücke bei Staatsbetreibern.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist die Antonov An-148?
  2. 2.Technik: Regionaljet mit Transporter-Genen
  3. 3.Die Varianten: An-148, An-158 und Ableger
  4. 4.Die Merkmale, die zur Bestimmung reichen
  5. 5.An-148, BAe 146, An-72 oder Superjet?
  6. 6.Geschichte: Zwischen Kiew und Woronesch
  7. 7.Wer flog und fliegt die An-148?
  8. 8.Wo du die An-148 erwischst
  9. 9.Fototipps speziell für die An-148
  10. 10.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
  11. 11.Fazit

Steckbrief

HerstellerAntonov (Kiew); Lizenz- und Serienbau bis 2018 auch bei VASO in Woronesch
FamilieAn-148 (Basis), An-158 (verlängert), An-168 bzw. An-148-300 (Geschäftsreiseversion)
ICAO-TypcodeA148 (An-148), A158 (An-158)
Erstflug An-14817. Dezember 2004
Erstflug An-15828. April 2010
ZulassungFebruar 2007 (An-148)
Erster LinienflugJuni 2009 bei Aerosvit (Charkiw–Kiew)
Triebwerke2 × Motor Sich (Progress) D-436-148
Länge29,13 m (An-148), rund 30,8 m (An-158)
Spannweite28,91 m
Höherund 8 m (Quellenangaben schwanken)
Sitzplätzerund 70 bis 90 (An-148), bis 99 (An-158)
Reichweiteje nach Version rund 2.200 bis 4.400 km (An-148)
Gebaute Exemplareknapp 50 (alle Versionen, Quellenangaben schwanken)

Erkennungsmerkmale

Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Hochdecker – der Flügel sitzt oben auf dem Rumpf, ungewöhnlich für einen Passagierjet dieser Größe
  • Zwei Triebwerke in Gondeln unter dem Flügel, deutlich vor die Flügelvorderkante gezogen
  • Hohes T-Leitwerk mit gepfeilter Seitenflosse und dem Höhenleitwerk ganz oben
  • Hauptfahrwerk am Rumpf statt im Flügel, dadurch niedrige Bodenfreiheit des Rumpfs
  • Runder, geschlossener Rumpf mit durchgehender Fensterreihe – keine Heckrampe
  • Die verlängerte An-158 wirkt gestreckter und kann nach oben gebogene Winglets tragen

Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein kompakter Jet rollt vorbei, der Flügel sitzt oben auf dem Rumpf, darunter hängen zwei Triebwerke, und am Heck ragt ein hohes T-Leitwerk auf. Wenn dir diese Mischung begegnet, könnte es eine Antonov An-148 sein, der Regionaljet aus Kiew. Gebaut wurden nur knapp 50 Exemplare, und die Geschichte des Typs ist eng mit der russisch-ukrainischen Zusammenarbeit verknüpft. Auf dieser Seite erfährst du, wie die An-148 und ihre verlängerte Schwester An-158 entstanden sind, woran du sie erkennst und wo du überhaupt noch eine Chance auf eine Sichtung hast.

Die An-148 im Hangar

Mit Planetrack hältst du deine An-148- oder An-158-Sichtung mit Foto, Kennzeichen, Betreiber und Spot fest und hakst den seltenen Regionaljet in deinem Hangar ab. Die App startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Was ist die Antonov An-148?

Die An-148 ist ein zweistrahliger Regionaljet für rund 70 bis 90 Passagiere, entwickelt vom ukrainischen Hersteller Antonov. Unter diesem Namen lief das Projekt ab 2001. Ziel war ein moderner Nachfolger für die alternden sowjetischen Kurzstreckenjets Tu-134 und Jak-42, die in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion noch zahlreich unterwegs waren.

Antonov fing dabei nicht bei null an. Ausgangspunkt war die An-74TK-300, eine Version des Kurzstart-Transporters An-72/An-74, deren Triebwerke nicht über, sondern klassisch unter dem Flügel hängen. Aus diesem Konzept wurde über mehrere Projektnamen hinweg ein reiner Passagierjet. Der Hochdecker-Flügel blieb – und macht die An-148 bis heute unverwechselbar.

Der Prototyp flog am 17. Dezember 2004 in Kiew. Am 26. Februar 2007 erhielt der Typ seine Zulassung durch die ukrainischen Behörden und das zwischenstaatliche Luftfahrtkomitee der GUS-Staaten. Den ersten Linienflug absolvierte die An-148 im Juni 2009 bei der ukrainischen Aerosvit, auf der Strecke von Charkiw nach Kiew. Im Dezember 2009 folgte in Russland die Airline Rossiya.

A148ICAO-Typcode; die verlängerte An-158 läuft als A158
~50gebaute Exemplare aller Versionen
2018Ende der Serienfertigung in Russland

Technik: Regionaljet mit Transporter-Genen

Die An-148 übernimmt die Grundidee der Antonov-Transporter: Sie ist auch für Plätze ausgelegt, an denen die Infrastruktur dünn ist. Das zeigt sich an mehreren Details.

  • Hoher Flügel: Der Flügel sitzt oben auf dem Rumpf. Dadurch hängen die Triebwerksgondeln weiter über dem Boden, und die Einläufe saugen auf einfachen Pisten weniger Fremdkörper an.
  • Triebwerke: Zwei Mantelstromtriebwerke vom Typ D-436-148, entwickelt von Progress und gebaut von Motor Sich in Saporischschja. Dieselbe Triebwerksfamilie steckt in modernisierter Form auch in anderen osteuropäischen Mustern.
  • Autonomer Betrieb: Eine Hilfsturbine (APU) liefert Strom und Druckluft am Boden, eine eingebaute Passagiertreppe macht den Einstieg ohne Fluggasttreppe möglich.
  • Fly-by-Wire und Glascockpit: Geflogen wird von zwei Piloten mit elektronischer Flugsteuerung und großen Bildschirmen, die beim russischen Hersteller Aviapribor entstanden.
  • Hauptfahrwerk am Rumpf: Weil der Flügel oben liegt, klappt das Hauptfahrwerk in den Rumpfbereich ein. Der Rumpf liegt dadurch tief, was das Be- und Entladen erleichtert.

Bei den Abmessungen ist die An-148 ein typischer Regionaljet: 29,13 m lang und mit 28,91 m Spannweite. Die Kabine ist laut Datenblatt rund 3,15 m breit. Je nach Version reicht die Reichweite von rund 2.200 km bei der An-148-100A bis rund 4.400 km bei der An-148-100E.

Auf die Triebwerksposition achten

Die Gondeln sitzen an kurzen Pylonen weit vorn unter dem Flügel. Von der Seite wirkt es, als würden die Triebwerke vor dem Flügel schweben. Zusammen mit dem hohen Flügel ist das der schnellste Hinweis auf die An-148.

Die Varianten: An-148, An-158 und Ableger

Die Familie ist überschaubar. Für Spotter zählen vor allem zwei Grundmuster, dazu ein paar Sonderversionen.

An-148-100: Die Basisversion gibt es in mehreren Reichweitenstufen, meist als An-148-100A, -100B und -100E bezeichnet. Von außen unterscheiden sie sich kaum; die Unterschiede stecken in Tankinhalt und Gewichten. Auch Russlands Militär und Behörden nutzen Maschinen dieser Version, teils mit Sonderausstattung für Regierungs- und Behördenflüge.

An-158: Die verlängerte Version flog erstmals am 28. April 2010. Der Rumpf ist rund 1,7 m länger, damit passen bis zu 99 Passagiere hinein. Antonov bot sie mit Winglets an; laut Hersteller sinkt der Verbrauch dadurch um mehrere Prozent. Größter Kunde war Kuba.

An-168 bzw. An-148-300: Eine Geschäftsreise- und VIP-Variante mit größerer Reichweite. Sie blieb ein Nischenprodukt.

An-178: Kein echter Familienangehöriger, aber ein enger Verwandter. Der Frachter übernimmt Bauteile der An-158, hat aber einen breiteren Rumpf mit Heckrampe. Mehr dazu auf der Seite zur An-178.

Merkmal An-148-100 An-158
ICAO-Typcode A148 A158
Erstflug 17. Dezember 2004 28. April 2010
Länge 29,13 m rund 30,8 m
Spannweite 28,91 m 28,91 m
Sitzplätze rund 70–90 bis 99
Winglets in der Regel nein möglich

Variante im Zweifel übers Kennzeichen klären

Die rund 1,7 m Längenunterschied sind auf Fotos schwer zu erkennen. Verlass dich deshalb nicht nur auf den Eindruck, sondern prüfe Typcode im Tracking und Kennzeichen-Historie in einer Datenbank.

Die Merkmale, die zur Bestimmung reichen

Die An-148 ist leicht zu erkennen, sobald du weißt, worauf es ankommt. Drei Blicke genügen meist.

Flügelposition prüfen

Sitzt der Flügel oben auf dem Rumpf und hängen darunter zwei Strahltriebwerke, schrumpft die Auswahl drastisch. Fast alle Regionaljets im Westen sind Tiefdecker.

Triebwerke zählen

Zwei Triebwerke sprechen für die An-148. Vier kleine Triebwerke unter dem hohen Flügel deuten auf BAe 146 oder Avro RJ.

Heck ansehen

Ein runder, geschlossener Rumpf mit Fensterreihe und T-Leitwerk passt zur An-148. Ein hochgezogenes Heck mit Ladeluke spricht für An-72/An-74 oder An-178.

Wie du Triebwerke und ihre Anordnung generell liest, erklärt der Beitrag Triebwerke erkennen. Einen Überblick über die gängigen Kurzstreckenjets bekommst du im Ratgeber Regionaljets unterscheiden.

An-148, BAe 146, An-72 oder Superjet?

Verwechslungsgefahr besteht vor allem mit anderen Hochdeckern und mit Regionaljets aus derselben Region. Der Finder hilft beim Eingrenzen.

Schnellbestimmung: Regionaljet mit hohem Flügel?

Drei Fragen, eine Einschätzung. Das Kennzeichen bleibt die letzte Instanz.

Wahrscheinlich

Antonov An-148/An-158

Hoher Flügel, zwei Triebwerke darunter, T-Leitwerk und geschlossenes Heck: Das ist die An-148-Familie. Typcode oder Kennzeichen entscheiden zwischen A148 und A158.

Wahrscheinlich

BAe 146 / Avro RJ

Ebenfalls Hochdecker mit T-Leitwerk, aber mit vier kleinen Triebwerken. Die Avro-RJ-Versionen sind die modernisierten Nachfolger.

Wahrscheinlich

Antonov An-72/An-74 oder An-178

Triebwerke auf dem Flügel und ein Heck mit Ladeluke sprechen für die An-72/An-74. Hängen die Triebwerke unten und das Heck hat eine Rampe, prüf auf die An-178.

Möglich

Suchoi Superjet 100 oder ein anderer Tiefdecker

Tiefdecker mit zwei Triebwerken unter dem Flügel ist das klassische Regionaljet-Bild, etwa beim Superjet oder bei der Embraer-E-Familie.

Merkmal An-148/An-158 BAe 146/Avro RJ An-72/An-74 Superjet 100
Flügel hoch hoch hoch tief
Triebwerke 2, unter dem Flügel 4, unter dem Flügel 2, auf dem Flügel 2, unter dem Flügel
Leitwerk T-Leitwerk T-Leitwerk T-Leitwerk konventionell
Heck geschlossen geschlossen Ladeluke mit Rampe geschlossen
Rolle Regionaljet Regionaljet Transporter Regionaljet

Mehr zu den Vergleichskandidaten findest du auf den Seiten zur BAe 146-200, zum Avro RJ85 und zum Suchoi Superjet 100. Wer die Turboprop-Linie von Antonov kennt, sieht Parallelen zur An-24 und zur An-140: Auch dort sitzt der Flügel oben.

Geschichte: Zwischen Kiew und Woronesch

Die An-148 war von Anfang an ein grenzüberschreitendes Projekt. Neben dem Antonov-Serienwerk in Kiew baute das russische Flugzeugwerk VASO in Woronesch den Typ in Serie. Dort entstanden sogar mehr Maschinen als in der Ukraine: Nach gängigen Angaben stammen gut 30 der knapp 50 gebauten Exemplare aus Woronesch.

Nach 2014 zerfiel die Zusammenarbeit. Antonov stieg 2015 aus dem gemeinsamen Unternehmen mit Russland aus, und Rossiya setzte im April 2015 den Einsatz ihrer An-148 aus. Anfang 2018 untersagte die Ukraine den Verkauf von D-436-Triebwerken nach Russland. Im Oktober 2018 wurde die letzte in Woronesch gebaute Maschine fertig, danach stellte VASO auf andere Programme wie die Il-112 um.

Ein schwerer Einschnitt war der 11. Februar 2018: Eine An-148 der Saratov Airlines stürzte wenige Minuten nach dem Start in Moskau-Domodedowo im Moskauer Umland ab, alle 71 Menschen an Bord kamen ums Leben. Als Ursache nannten die Ermittler vereiste Staudrucksonden, deren Heizung nicht eingeschaltet war; dadurch zeigten die Instrumente falsche Geschwindigkeiten an. Die russische Verkehrsaufsicht forderte danach ein Flugverbot für den Typ, das in der Praxis aber nur Saratov Airlines betraf. Wie dieser Typ in die lange Reihe der osteuropäischen Verkehrsflugzeuge passt, zeigt der Beitrag Sowjetische Verkehrsflugzeuge.

Die russischen Nachfolger-Projekte für diese Klasse sind der Superjet 100 und, eine Klasse größer, die Irkut MC-21. Chinas Gegenstück im Regionaljet-Segment ist die Comac ARJ21.

Wer flog und fliegt die An-148?

Die Betreiberliste ist kurz, aber bunt. Die wichtigsten Stationen im Überblick:

  • Ukraine: Aerosvit war Erstbetreiber und flog die An-148 ab 2010 auch in die EU, unter anderem nach Polen. Aerosvit ist inzwischen Geschichte. Auch ukrainische Staatsbetreiber und Antonov Airlines führten laut Betreiberlisten einzelne Maschinen.
  • Russland: Die russischen Luftstreitkräfte erhielten 15 Maschinen, dazu kamen Exemplare für das Katastrophenschutzministerium, die Präsidialverwaltung und den Grenzschutz. Zivil flogen unter anderem Rossiya, Saratov Airlines und Angara Airlines den Typ.
  • Kuba: Cubana de Aviación übernahm ab April 2013 sechs An-158. Im Mai 2018 legte Cubana die Flotte still, seither stehen die Maschinen am Boden.
  • Nordkorea: Air Koryo erhielt zwei An-148 und gehört damit zu den exotischsten Betreibern.

Bestände ändern sich schnell

Stand Oktober 2026 sind verlässliche Zahlen zu aktiven An-148 und An-158 kaum zu bekommen. Militär- und Staatsflotten werden selten offengelegt, Ersatzteile aus der Ukraine stehen russischen Betreibern nicht mehr zur Verfügung, und viele Maschinen sind abgestellt. Nimm Betreiberlisten als Orientierung, nicht als Garantie.

Wo du die An-148 erwischst

Feste Linienflüge in den DACH-Raum gibt es für die An-148 nicht. Deine Chancen hängen davon ab, wohin du reist und was dir als Sichtung reicht.

Ort Trefferchance Warum
Flughäfen in Deutschland, Österreich, Schweiz sehr niedrig keine Linienflüge, russische Maschinen dürfen nicht in den EU-Luftraum
Kuba sehr niedrig die An-158 von Cubana stehen seit 2018 am Boden
Pjöngjang niedrig Air-Koryo-Flotte, aber nur mit organisierten Reisen erreichbar
Russland nicht empfehlenswert strikte Fotoregeln und Sicherheitsrisiken für Spotter

Bevor du überlegst, in Osteuropa zu fotografieren, lies den Beitrag zu den Fotografierverboten in Russland und Belarus. Kennzeichen aus der Ukraine (UR-), Russland (RA-) oder Kuba (CU-) ordnest du mit dem Überblick zu den Länderkennungen von Flugzeugen ein. Da viele der verbliebenen Maschinen bei Staatsbetreibern fliegen, lohnt auch ein Blick in den Ratgeber Regierungsflugzeuge spotten. Wer den Typ lieber selbst erleben will, findet Anregungen unter Seltene Flugzeugtypen mitfliegen.

Keine An-148 mehr verpassen

Setz die An-148 auf deine Wunschliste und lass dich per Sichtungs-Alarm benachrichtigen, wenn eine Maschine des Typs an deinem Flughafen anfliegt oder landet. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.

Bereit für die Jagd auf die An-148?

Hak ab, was du schon erledigt hast.

  • Ich verfolge die Typcodes A148 und A158 in einem Tracking-Dienst.
  • Ich kann An-148, BAe 146 und An-72 an Triebwerken und Heck unterscheiden.
  • Ich kenne die Fotoregeln des Landes und Flughafens, den ich besuche.
  • Mein Standpunkt ist öffentlich zugänglich und erlaubt.
  • Ich achte darauf, dass das Kennzeichen auf dem Foto lesbar ist.

Wie du Flüge mit bestimmten Typcodes live verfolgst, erklärt der Guide zur Flugverfolgung mit ADS-B. Beachte dabei, dass Militär- und Regierungsmaschinen oft nur eingeschränkt sichtbar sind.

Fototipps speziell für die An-148

Die An-148 lebt von ihrer Silhouette. Ein Bild, das den hohen Flügel und die Gondeln darunter nicht zeigt, verschenkt das Wichtigste.

Seitenprofil mit Flügel

Von der Seite siehst du am besten, wie der Flügel auf dem Rumpf sitzt und die Triebwerke vor der Vorderkante hängen.

Dreiviertelansicht von vorn

Schräg von vorn erkennst du die Gondeln, das T-Leitwerk und bei der An-158 die Winglets gleichzeitig.

Bodenaufnahmen nutzen

Der tief liegende Rumpf und die eingebaute Treppe sind am Boden schöne Details, die du im Flug nicht siehst.

Kennzeichen lesbar halten

Bei einem so seltenen Typ zählt die Dokumentation. Eine lesbare Kennung ist wichtiger als die perfekte Perspektive.

Wie besonders deine Sichtung am Ende ist, schätzt du mit Wie selten ist meine Sichtung? ein. Allgemeine Tipps für Exoten liefert der Beitrag Seltene Flugzeuge spotten.

Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt

Es spricht für die An-148/An-158, wenn …

  • der Flügel oben auf dem Rumpf sitzt
  • genau zwei Triebwerke in Gondeln darunter hängen
  • ein T-Leitwerk über einem geschlossenen Rumpfheck steht
  • im Tracking-Dienst A148 oder A158 als Typ steht

Sieh genauer hin, wenn …

  • der Rumpf etwas gestreckter wirkt und Winglets zu sehen sind – dann eher eine An-158
  • der Rumpf deutlich breiter ist und ein Heck mit Rampe hat – prüf auf die An-178
  • du die Maschine nur von hinten oder im Gegenlicht siehst

Es ist keine An-148, wenn …

  • vier Triebwerke unter dem Flügel hängen, wie bei der BAe 146
  • die Triebwerke auf dem Flügel liegen, wie bei der An-72
  • der Flügel unten sitzt und die Triebwerke am Heck hängen, wie bei der CRJ900 oder der Tu-134

Fazit

Die An-148 ist ein Regionaljet mit Transporter-Genen: hoher Flügel, robuste Auslegung und Ausstattung für einfache Plätze. Technisch war sie ein interessanter Ansatz, wirtschaftlich blieb sie ein Nischenprodukt. Politische Brüche, ein schwerer Absturz und Probleme bei der Ersatzteilversorgung sorgten dafür, dass nur knapp 50 Exemplare entstanden. Für Spotter in Westeuropa ist sie deshalb eine echte Rarität – wer eine vor die Linse bekommt, hat ein Stück jüngere osteuropäische Luftfahrtgeschichte im Kasten.

Kurzfazit

Hoher Flügel, zwei Triebwerke darunter, T-Leitwerk und geschlossenes Heck: Das ist die An-148. Die gestreckte An-158 kann zusätzlich Winglets tragen. Im Tracking suchst du nach A148 und A158, und das Kennzeichen bestätigt die Variante.

Zusammenfassung

  • Ab 2001 entwickelte Antonov die An-148 aus dem Konzept der An-74TK-300; der Prototyp flog im Dezember 2004 in Kiew.
  • Ab 2009 flog der Typ im Liniendienst, zuerst bei Aerosvit in der Ukraine und kurz darauf bei Rossiya in Russland.
  • Die verlängerte An-158 ging vor allem an Cubana, die ihre Flotte im Mai 2018 stilllegte.
  • Nach dem Bruch der russisch-ukrainischen Zusammenarbeit und dem Absturz von 2018 schrumpfte der Einsatz stark; die Maschine ist heute eine echte Rarität.

Häufige Fragen

Welche ICAO-Typcodes haben An-148 und An-158?

Die An-148 läuft unter A148, die verlängerte An-158 unter A158. Wenn du in einem Tracking-Dienst gezielt suchst, filterst du am besten nach beiden Codes.

Was ist der Unterschied zwischen An-148 und An-158?

Die An-158 ist um rund 1,7 m gestreckt und bietet damit Platz für bis zu 99 Passagiere statt etwa 70 bis 90. Laut Antonov kann sie Winglets tragen, die den Verbrauch senken. Im Bild wirkt sie etwas länger und schlanker; sicher bestätigt die Variante aber erst das Kennzeichen.

Warum hat die An-148 einen hoch angesetzten Flügel?

Antonov wollte einen Regionaljet, der auch auf einfachen, schlecht präparierten Pisten zurechtkommt. Mit dem Flügel oben hängen die Triebwerksgondeln höher über dem Boden und saugen weniger Steine und Schmutz an. Die Grundauslegung stammt von den Transportern An-72 und An-74.

Ist die An-148 mit der An-72 verwandt?

Ja. Die An-148 geht auf die An-74TK-300 zurück, eine Version der An-72/An-74-Familie mit Triebwerken unter statt über dem Flügel. Flügel- und Rumpfkonstruktion bauen auf dieser Erfahrung auf, die An-148 ist aber ein reiner Passagierjet ohne Heckrampe.

Was hat die An-148 mit der An-178 zu tun?

Die An-178 ist ein Frachtflugzeug, das viele Bauteile der An-158 übernimmt, darunter die äußeren Flügelteile und das Cockpit. Im Unterschied zur An-148 hat sie einen breiteren Rumpf und eine Heckrampe.

Wie viele An-148 und An-158 wurden gebaut?

Je nach Quelle knapp 50 Maschinen aller Versionen. Mehr als 30 davon entstanden im russischen Werk VASO in Woronesch, der Rest in Kiew. Die russische Fertigung endete im Oktober 2018.

Wo kann ich heute eine An-148 sehen?

In Westeuropa praktisch nicht mehr. Die meisten verbliebenen Maschinen fliegen in Russland, vor allem bei Staats- und Militärbetreibern. Russische Flugzeuge dürfen seit 2022 nicht in den EU-Luftraum einfliegen, und Fotografieren in Russland ist für Spotter heikel. Realistisch bleibt eine Sichtung damit eine Ausnahme.

Antonov An-148/An-158 sammeln statt nur sehen

Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Früher Zugang, Vorteile zum Start und Mitsprache bei neuen Features.

Verwandte Flugzeugtypen

Flughäfen & Hersteller dazu

Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.

Alle Flughäfen & Hersteller →

Passende Guides aus dem Blog

TT

Planetrack Redaktion

Die Flugzeugtypen-Datenbank entsteht aus eigener Beobachtung an Flughäfen, Community-Sichtungen und öffentlich zugänglichen Quellen. Gesicherte Angaben stehen im Steckbrief, alles Veränderliche ist als solches gekennzeichnet.

← Alle Flugzeugtypen von Antonov