Das Wichtigste in Kürze
- Antonov Airlines ist die Frachtsparte des ukrainischen Herstellers Antonov und wurde 1989 gegründet.
- Codes: ICAO ADB, Rufzeichen „ANTONOV BUREAU“. Einen IATA-Code nutzt die Charter-Airline im Alltag nicht.
- Die Flotte besteht heute aus der An-124 Ruslan, darunter eine An-124-100M-150 mit bis zu 150 Tonnen Nutzlast.
- Die An-225 Mrija gibt es nicht mehr: Das einzige fertige Exemplar wurde im Februar 2022 in Hostomel zerstört.
- Leipzig/Halle ist seit 2022 die operative Basis – dort war Antonov über das Programm SALIS schon seit 2006 präsent.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Antonov Airlines im Überblick
- 2.Codes und Rufzeichen
- 3.Die Flotte: alles dreht sich um die Ruslan
- 4.Die An-225 Mrija: das verlorene Flaggschiff
- 5.Von Hostomel nach Leipzig
- 6.Russische Ruslans: warum heute fast jede An-124 im Westen von Antonov kommt
- 7.Woran du Antonov Airlines erkennst
- 8.Antonov Airlines in Leipzig spotten
- 9.Häufige Verwechslungen
- 10.Fazit
Steckbrief
| ICAO-Code | ADB |
|---|---|
| Rufzeichen | ANTONOV BUREAU |
| Drehkreuze | LEJ |
| Geschäftsmodell | Charter-Frachtairline für übergroße und besonders schwere Ladung (Outsize- und Heavy-Lift-Fracht) |
| Mutterunternehmen | Staatlicher ukrainischer Flugzeughersteller Antonov mit Sitz in Kiew |
| Gegründet | 1989 |
| Heimatbasis bis 2022 | Flughafen Hostomel (Antonov-Flughafen) bei Kiew |
| Operative Basis seit 2022 | Leipzig/Halle (LEJ), Planung und Wartung laut Antonov vorübergehend dorthin verlegt |
| Flotte (Stand 2025/2026) | Antonov An-124-100 Ruslan, darunter eine An-124-100M-150 mit bis zu 150 Tonnen Nutzlast; je nach Quelle fünf bis sieben Maschinen |
| Bekanntester Ex-Typ | Antonov An-225 Mrija (UR-82060), im Februar 2022 in Hostomel zerstört |
| Militärische Transporte | Vertragspartner im multinationalen Lufttransportprogramm SALIS von NATO- und EU-Staaten |
| Allianz | keine (Charter-Frachtairline) |
| Rufzeichen | ANTONOV BUREAU |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich Antonov Airlines?
- Fast immer eine Antonov An-124 Ruslan: vierstrahliger Hochdecker mit hängenden Flügeln und hochklappbarer Nase
- Weiße Bemalung mit blauen Akzenten und großem „ANTONOV“-Schriftzug am Rumpf
- Ukrainisches Kennzeichen mit dem Präfix UR- – russische An-124 tragen dagegen RA-
- Auf dem Tracker mit ICAO-Code ADB und dem Typcode A124, im Funk mit dem Rufzeichen „ANTONOV BUREAU“
- Kein fester Flugplan: Die Flüge sind Charter und tauchen oft kurzfristig auf
- Insgesamt 24 Räder, davon 20 am Hauptfahrwerk, und ein Bugfahrwerk, das sich zum Beladen „hinknien“ kann
Wenn in Leipzig eine Antonov An-124 über das Vorfeld rollt, bleiben selbst Spotter stehen, die den Platz seit Jahren kennen. Dahinter steckt fast immer Antonov Airlines – die Frachtsparte des ukrainischen Herstellers, die seit 1989 Ladung fliegt, für die es sonst keine Lösung gibt. Seit 2022 arbeitet die Airline von Leipzig/Halle aus. Diese Seite zeigt dir, wer Antonov Airlines ist, welche Flugzeuge du erwarten kannst, was aus der legendären An-225 wurde und wie du die Ruslan in Deutschland am besten erwischst.
Die Ruslan auf dem Radar
Mit Planetrack richtest du Sichtungs-Alarme für den Typ An-124 oder einzelne UR-Kennzeichen ein und wirst bei Anflug oder Landung benachrichtigt. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Antonov Airlines im Überblick
Antonov Airlines ist die Luftfracht-Sparte des staatlichen ukrainischen Flugzeugherstellers Antonov mit Sitz in Kiew. Gegründet wurde sie 1989, also noch zu Sowjetzeiten. Die Idee war so einfach wie naheliegend: Antonov hatte mit der An-124 Ruslan gerade eines der größten Frachtflugzeuge der Welt gebaut – warum sollte man es nicht selbst auf dem Weltmarkt anbieten? Laut eigener Darstellung war Antonov der erste Anbieter, der die An-124-100 kommerziell vermarktet hat.
Für den Vertrieb arbeitete Antonov anfangs mit dem britischen Unternehmen Air Foyle zusammen, das die Ruslan-Charter weltweit verkaufte. Diese Partnerschaft endete 2006. Danach gründete Antonov mit der russischen Volga-Dnepr Airlines das Gemeinschaftsunternehmen Ruslan International, an dem beide Seiten je zur Hälfte beteiligt waren. Diese Kooperation ist längst Geschichte – spätestens seit 2022 stehen beide Airlines auf entgegengesetzten Seiten.
Das Geschäftsmodell unterscheidet sich grundlegend von dem, was du von Frachtairlines wie AeroLogic oder Cargolux kennst. Antonov fliegt keine festen Strecken, sondern Charter für übergroße und besonders schwere Ladung: Turbinen, Generatoren, Hubschrauber, Bergbaumaschinen, Hilfsgüter oder militärisches Material. Ein Kunde bucht das Flugzeug, und es fliegt dorthin, wo die Ladung gebraucht wird – rund um die Uhr und weltweit.
Codes und Rufzeichen
- ICAO-Code ADB: steht im Flugplan der Flugsicherung und auf Flugtrackern. Er ist dein wichtigster Suchbegriff.
- Rufzeichen ANTONOV BUREAU: so meldet sich die Besatzung im Funk. Der Name erinnert an die Herkunft von Antonov als Konstruktionsbüro.
- IATA-Code: spielt bei Antonov Airlines im Alltag keine Rolle. Ohne Linienflüge, Ticketverkauf und Anzeigetafeln braucht die Charter-Airline ihn praktisch nicht.
Für Spotter heißt das: Auf der Abflugtafel des Flughafens wirst du Antonov nicht finden. Wer eine An-124 erwischen will, muss mit Trackern arbeiten. Wie du ADS-B-Daten sinnvoll liest und wo ihre Grenzen liegen, erklärt der Guide zur Flugverfolgung für Spotter.
Doppelt suchen
Beobachte im Tracker sowohl den ICAO-Code ADB als auch den Typcode A124. So siehst du nicht nur Antonov-Flüge, sondern merkst auch, wenn eine Ruslan eines anderen Betreibers in der Nähe ist.
Die Flotte: alles dreht sich um die Ruslan
Antonov Airlines hatte über die Jahre viele Antonov-Typen im Bestand – von kleinen Turboprops bis zum größten Flugzeug der Welt. Das aktive Frachtgeschäft hängt heute aber an einem einzigen Muster: der Antonov An-124 Ruslan.
| Typ | Status | Nutzlast | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|---|
| An-124-100 Ruslan | aktiv, Rückgrat der Flotte | bis 120 t | Zivile Standardversion mit vier D-18T-Triebwerken |
| An-124-100M-150 | aktiv, laut Antonov eine Maschine | bis 150 t | Aufgewertete Version, äußerlich kaum zu unterscheiden |
| An-225 Mrija (UR-82060) | 2022 zerstört | Rekordflugzeug | Einziges fertiges Exemplar, heute nur noch Geschichte |
| An-22 Antei | historisch | – | Viermotoriger Turboprop mit gegenläufigen Propellern |
| An-178, An-74, An-26 u. a. | historisch bzw. ehemals | – | Kleinere Antonov-Typen aus der Werksflotte |
Wie viele An-124 gerade fliegen, lässt sich nicht exakt beziffern. Antonov selbst nennt auf seiner Website fünf An-124-100, darunter die An-124-100M-150. Andere Übersichten führen sechs oder sieben Maschinen – je nachdem, ob Flugzeuge in der Wartung mitgezählt werden. Für dich als Spotter ist das eine überschaubare Zahl: Eine komplette Sammlung aller Antonov-Ruslans ist ein realistisches Ziel.
Was die An-124 so besonders macht
Die Ruslan flog zum ersten Mal im Dezember 1982. Ihr Laderaum ist rund 36 Meter lang, 6,4 Meter breit und 4,4 Meter hoch – Maße, in die ein normaler Frachter nicht annähernd herankommt. Die Nase klappt nach oben, das Bugfahrwerk kann sich absenken, sodass Fahrzeuge und schwere Teile fast ebenerdig hineinrollen. Hinten gibt es eine zweite Ladeöffnung. Bordkräne heben schwere Stücke direkt in den Rumpf, ohne dass am Zielflughafen spezielles Gerät stehen muss.
Genau deshalb landet eine An-124 auch an Orten, an denen sonst keine Großraumfrachter auftauchen. Die Ruslan ist darauf ausgelegt, mit möglichst wenig Bodeninfrastruktur auszukommen – ein Vorteil bei Hilfseinsätzen oder abgelegenen Baustellen.
Jede Ruslan einzeln im Hangar
Poste deine Sichtung mit Foto, Typ, Kennzeichen, Airline und Spot – und sieh in deiner Sammlung, welche Antonov-Maschine dir noch fehlt. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
Die An-225 Mrija: das verlorene Flaggschiff
Kein Flugzeug ist so eng mit Antonov Airlines verbunden wie die An-225 Mrija. Sie flog erstmals im Dezember 1988 und war ursprünglich dafür gebaut, die sowjetische Raumfähre Buran huckepack zu tragen. Mit sechs Triebwerken, Doppelleitwerk und einem maximalen Startgewicht von 640 Tonnen war sie das schwerste Flugzeug, das je regelmäßig geflogen ist. Fertiggestellt wurde nur ein einziges Exemplar mit dem Kennzeichen UR-82060.
Nach dem Ende des Raumfahrtprogramms stand die Mrija jahrelang still. Antonov modernisierte sie, und ab 2002 flog sie kommerziell für Antonov Airlines. Ihr erster Auftrag startete in Stuttgart. Im August 2009 stellte sie einen Rekord auf: Sie beförderte einen knapp 190 Tonnen schweren Generator für ein Kraftwerk in Armenien – das schwerste Einzelstück, das je per Luftfracht transportiert wurde. Abgehoben ist sie damals vom Flughafen Frankfurt-Hahn.
Im Februar 2022 stand die Mrija wegen Arbeiten an den Triebwerken auf dem Antonov-Flughafen in Hostomel bei Kiew. In den ersten Kriegstagen wurde der Flughafen umkämpft, die An-225 wurde zerstört. Antonov kündigte später an, ein neues Flugzeug mit der unvollendeten zweiten Zelle aufbauen zu wollen. Ob und wann das gelingt, ist offen – Stand Oktober 2026 fliegt keine An-225.
Ein Foto für die Ewigkeit
Wer die Mrija früher fotografiert hat, besitzt ein Bild, das sich nicht wiederholen lässt. Solche Aufnahmen verdienen einen sauberen Eintrag mit Datum, Ort und Kennzeichen – sie gehören zu den wertvollsten Stücken in jedem Spotter-Archiv.
Von Hostomel nach Leipzig
Bis 2022 war der Flughafen Hostomel nordwestlich von Kiew die Heimat von Antonov Airlines. Dort saßen Werksflugplatz, Testbetrieb und Frachtsparte nebeneinander. Mit dem russischen Angriff im Februar 2022 war dieser Standort verloren. Die verbliebenen An-124 wichen nach Leipzig/Halle aus. Laut Antonov wurden Planung und Wartung „vorübergehend“ nach Leipzig verlegt, damit die Flotte weiter sicher fliegen kann. Management und ein großer Teil der Belegschaft sitzen weiterhin in Kiew.
Dass die Wahl auf Leipzig fiel, ist kein Zufall. Antonov ist dort schon seit 2006 präsent. Damals begann das Programm SALIS, über das sich mehrere NATO- und EU-Staaten strategische Lufttransportkapazität sichern. Ab März 2006 standen dafür An-124 in Leipzig/Halle bereit. Lange teilten sich Antonov und Volga-Dnepr die Aufträge, zuerst über eine gemeinsame Gesellschaft in Leipzig, später über getrennte Verträge. 2018 stieg Volga-Dnepr aus – seitdem ist Antonov alleiniger Vertragspartner.
Aus der Übergangslösung wird inzwischen etwas Dauerhaftes: Am Flughafen Leipzig/Halle wird ein neuer Wartungshangar für Antonov gebaut, die Fertigstellung ist Berichten zufolge für die erste Hälfte 2027 angepeilt. Für Spotter ist das eine gute Nachricht, denn die Ruslan bleibt damit voraussichtlich auf längere Sicht in Mitteldeutschland zu Hause.
1989
Gründung von Antonov Airlines, Vertrieb der An-124-Charter zunächst über Air Foyle.
2002
Die modernisierte An-225 startet in Stuttgart zu ihrem ersten kommerziellen Auftrag.
2006
Start von SALIS, An-124 stehen ab März in Leipzig/Halle bereit. Gemeinschaftsunternehmen mit Volga-Dnepr.
2022
Zerstörung der An-225 in Hostomel, die An-124-Flotte weicht nach Leipzig aus.
Russische Ruslans: warum heute fast jede An-124 im Westen von Antonov kommt
Früher konntest du in Europa zwei große Ruslan-Betreiber sehen: Antonov Airlines mit ukrainischen Kennzeichen und Volga-Dnepr mit russischen. Seit 2022 sind die Lufträume der EU, Großbritanniens und Kanadas für russische Flugzeuge gesperrt. Mehrere An-124 von Volga-Dnepr, die bei Kriegsbeginn im Westen standen, kommen seither nicht mehr weg – darunter drei Maschinen, die damals zur Wartung in Leipzig waren.
Für dich bedeutet das: Eine fliegende An-124 über Mitteleuropa ist heute so gut wie immer eine Antonov-Maschine. Die stillgelegten russischen Flugzeuge siehst du allenfalls abgestellt am Boden. Zumindest zeitweise war außerdem eine einzelne Ruslan für Maximus Air Cargo aus Abu Dhabi im Einsatz – in Europa eine echte Rarität.
Das spricht für Antonov Airlines
- Kennzeichen mit UR-Präfix
- Weiße Bemalung mit großem ANTONOV-Schriftzug
- ICAO-Code ADB auf dem Tracker
- Das Flugzeug bewegt sich tatsächlich
Das spricht für eine andere Ruslan
- Kennzeichen mit RA-Präfix (Russland)
- Volga-Dnepr-Schriftzug am Rumpf
- Dauerhaft abgestellt, ohne Bewegungen
- Anderer Betreibercode im Tracker
Was hinter Präfixen wie UR- oder RA- steckt, erklärt der Beitrag zu den Länderkennungen von Flugzeugen. Und weil die Ruslan leicht mit anderen Großfrachtern verwechselt wird, lohnt der Blick in den Guide Frachtflugzeuge erkennen.
Woran du Antonov Airlines erkennst
Antonov-Maschinen sind fast immer weiß mit blauen Akzenten und tragen einen großen „ANTONOV“-Schriftzug am Rumpf. Das eigentliche Erkennungsmerkmal ist aber das Flugzeug selbst. Die An-124 ist ein Hochdecker mit leicht nach unten hängenden Flügeln, vier großen Triebwerken und einem einzelnen Seitenleitwerk mit tief angesetztem Höhenleitwerk. Unter dem Rumpf sitzen 24 Räder in mehreren Reihen – das sieht beim Rollen fast wie ein Raupenfahrzeug aus.
Verwechslungsgefahr besteht vor allem mit der Iljuschin Il-76, die ebenfalls ein vierstrahliger Hochdecker ist, aber deutlich kleiner wirkt und ein T-Leitwerk hat. Auch die Beluga XL von Airbus ist ein Spezialtransporter für übergroße Teile – sie hat aber nur zwei Triebwerke, einen tiefliegenden Flügel und den markanten Buckel über dem Cockpit. Militärische Großtransporter mit ähnlicher Silhouette stellt der Beitrag Militärtransporter erkennen gegenüber.
Achtung Verwechslung
Aus der Ferne und im Gegenlicht sehen An-124 und Il-76 ähnlich aus. Achte auf das Leitwerk: Die Il-76 hat ein T-Leitwerk mit dem Höhenleitwerk oben, bei der An-124 sitzt es tief am Rumpf.
Antonov Airlines in Leipzig spotten
Leipzig/Halle ist ohnehin einer der spannendsten Flughäfen Deutschlands für Frachtfans. Neben dem DHL-Drehkreuz mit European Air Transport Leipzig und den Boeing 777F von AeroLogic findest du hier die Antonov-Ruslans. Einen guten Überblick bekommst du von der Besucherterrasse am Flughafen Leipzig/Halle. Wie du deinen Besuch insgesamt planst, liest du im Guide zum Planespotting in Leipzig/Halle.
Der wichtigste Unterschied zu den DHL-Frachtern: Die Antonov-Flüge folgen keinem festen Rhythmus. Während der Expressverkehr vor allem nachts nach Plan läuft, startet eine An-124, wenn ein Auftrag bereit ist – morgens, mittags oder mitten in der Nacht. Oft steht die Maschine vorher stunden- oder tagelang auf dem Vorfeld, weil das Verladen großer Teile Zeit braucht.
Gute Chancen auf eine Ruslan, wenn …
- im Tracker ein Flug mit ADB oder A124 nach Leipzig unterwegs ist
- eine Maschine bereits am Boden steht und beladen wird
- Spotter-Netzwerke einen Abflug ankündigen
Prüf es vorher, wenn …
- du nur auf gut Glück nach Leipzig fährst
- die Ankündigung älter als ein paar Stunden ist – Charterzeiten verschieben sich oft
Eher kein Antonov-Tag, wenn …
- alle Maschinen gerade irgendwo auf der Welt unterwegs sind und keine Rückkehr in Sicht ist
Weil viele Bewegungen in Leipzig im Dunkeln stattfinden, hilft dir der Beitrag Flugzeuge nachts fotografieren. Zum Hintergrund, warum am Frachtdrehkreuz Leipzig auch nachts geflogen wird, lohnt sich der Artikel zum Nachtflugverbot an deutschen Flughäfen.
Gastspiele außerhalb von Leipzig
Abseits von Leipzig ist jede Antonov-Landung ein Ereignis. Die An-124 fliegt dorthin, wo die Ladung ist – an große Flughäfen wie Frankfurt, aber genauso an kleinere Plätze in der Nähe eines Werks. Solche Besuche sind kurzfristig und sprechen sich in der Szene schnell herum. Tipps, wie du seltene Gäste rechtzeitig mitbekommst, findest du im Guide Seltene Flugzeuge spotten.
Sicherheit und Regeln
Fotografiere nur von öffentlich zugänglichen Bereichen aus. Antonov-Flüge transportieren teilweise militärisches Material – Absperrungen und Sicherheitsbereiche sind tabu, und bei Hinweisen des Flughafenpersonals oder der Polizei gilt: Folge ihnen. Drohnen haben in Flughafennähe nichts verloren.
Häufige Verwechslungen
- Jede An-124 für Antonov halten – abgestellte Ruslans mit RA-Kennzeichen gehören Volga-Dnepr, und auch Maximus Air Cargo hatte zeitweise eine im Einsatz.
- An-124 und An-225 verwechseln – die Mrija hatte sechs Triebwerke und ein Doppelleitwerk. Die An-124 hat vier Triebwerke und ein einzelnes Seitenleitwerk.
- Die Il-76 für eine kleine Ruslan halten – die Il-76 hat ein T-Leitwerk und ist deutlich kleiner.
- Antonov Airlines mit Ukraine International Airlines vermischen – UIA ist eine Passagier-Airline, deren Flugbetrieb seit 2022 kriegsbedingt weitgehend ruht, und gehört nicht zu Antonov.
- Nach einem Flugplan suchen – Antonov fliegt Charter, die Abflugtafel hilft dir nicht weiter.
- Die An-124-100M-150 äußerlich erkennen wollen – die aufgewertete Version unterscheidet sich vor allem bei der Nutzlast, nicht im Aussehen. Das Kennzeichen entscheidet.
Nie wieder eine Ruslan verpassen
Planetrack benachrichtigt dich, wenn eine An-124 deinen Flughafen anfliegt oder landet. Am Spot zeigt dir die App Wetter, Wind und aktive Pisten – und auf der Spot-Karte findest du Anreise, bestes Licht und Community-Fotos. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
Antonov Airlines ist keine gewöhnliche Frachtairline, sondern das fliegende Schaufenster eines Flugzeugherstellers. Ihre An-124 Ruslans transportieren seit Jahrzehnten Dinge, die in kein anderes Flugzeug passen. Die Zerstörung der An-225 und der Verlust von Hostomel haben die Airline hart getroffen – doch ausgerechnet dadurch ist Leipzig/Halle zum wichtigsten Standort der Ruslan in Europa geworden. Für Spotter in Deutschland war es nie leichter, eine An-124 vor die Linse zu bekommen.
Kurzfazit
Antonov Airlines (ICAO ADB) ist die Frachtsparte des ukrainischen Herstellers Antonov und fliegt heute die An-124 Ruslan mit ukrainischen UR-Kennzeichen. Seit 2022 ist Leipzig/Halle die Basis – mit Tracker und etwas Geduld ist die Ruslan dort gut zu erwischen.
Zusammenfassung
- Antonov Airlines erkennst du fast immer an der An-124 Ruslan im weißen Antonov-Look und am ukrainischen UR-Kennzeichen.
- Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine fliegt die Airline von Leipzig/Halle aus. Damit ist Deutschland heute einer der besten Orte der Welt, um eine An-124 zu sehen.
- Weil es keinen Linienflugplan gibt, entscheidet gute Vorbereitung: ICAO-Code ADB und Typcode A124 im Tracker beobachten und spontan bleiben.
- Die An-225 Mrija ist Geschichte. Wer sie früher fotografiert hat, besitzt heute ein Bild, das sich nicht wiederholen lässt.
Häufige Fragen
Welchen ICAO-Code hat Antonov Airlines?
Der ICAO-Code lautet ADB, das Rufzeichen im Funk „ANTONOV BUREAU“. Der Name erinnert daran, dass Antonov ursprünglich ein Konstruktionsbüro war. Auf Flugtrackern suchst du am besten nach ADB oder nach dem Typcode A124.
Wem gehört Antonov Airlines?
Antonov Airlines ist die Frachtsparte des staatlichen ukrainischen Flugzeugherstellers Antonov mit Sitz in Kiew. Antonov baut also nicht nur Flugzeuge, sondern vermarktet mit der eigenen Airline auch die größten davon im Chartergeschäft.
Welche Flugzeuge fliegt Antonov Airlines?
Im aktiven Frachtgeschäft ist es heute die An-124-100 Ruslan. Laut Antonov gehört dazu eine An-124-100M-150, die bis zu 150 Tonnen tragen kann. Wie viele Maschinen genau im Einsatz sind, unterscheidet sich je nach Quelle; genannt werden fünf bis sieben. Früher flogen unter anderem die An-225, die An-22 und kleinere Antonov-Typen für die Airline.
Warum ist Antonov Airlines in Leipzig?
Antonov war schon seit 2006 in Leipzig/Halle präsent, weil dort im Rahmen des Programms SALIS An-124 für NATO- und EU-Staaten bereitstehen. Als der Heimatflughafen Hostomel im Februar 2022 umkämpft und zerstört wurde, wich die Airline mit ihren An-124 nach Leipzig aus. Laut Antonov wurden Planung und Wartung vorübergehend dorthin verlegt.
Was ist mit der An-225 Mrija passiert?
Die An-225 mit dem Kennzeichen UR-82060 stand bei Kriegsbeginn im Februar 2022 auf dem Antonov-Flughafen in Hostomel, wo sie wegen Wartungsarbeiten an den Triebwerken war. Bei den Kämpfen um den Flughafen wurde sie zerstört. Antonov hat später einen Wiederaufbau mit der unvollendeten zweiten Zelle angekündigt; wann und ob er gelingt, ist offen.
Was ist SALIS?
SALIS ist ein Programm, über das sich mehrere NATO- und EU-Staaten gemeinsam strategische Lufttransportkapazität sichern. Seit 2006 stehen dafür An-124 in Leipzig/Halle bereit. Lange teilten sich Antonov und die russische Volga-Dnepr die Aufträge, seit 2018 ist Antonov alleiniger Vertragspartner.
Wo kann ich Antonov Airlines spotten?
Am besten am Flughafen Leipzig/Halle, wo die Airline ihre Basis hat. Feste Zeiten gibt es nicht: Die An-124 fliegen Charter und starten, wenn ein Auftrag es verlangt. Außerhalb von Leipzig ist jede Antonov-Landung ein Sonderereignis, das du nur über Tracker und Spotter-Netzwerke rechtzeitig mitbekommst.
Fliegt Antonov Airlines auch Passagiere?
Nein, im Kern nicht. Antonov Airlines ist auf Charterfracht spezialisiert, vor allem auf Ladung, die wegen Größe oder Gewicht in kein normales Frachtflugzeug passt. Die An-124 hat zwar ein kleines Oberdeck für Crew und Begleitpersonen, ist aber kein Passagierflugzeug.
Antonov Airlines im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
Antonov An-124 Ruslan
Hochdecker mit hängenden Flügeln, eine Nase, die sich wie ein Visier hochklappen lässt, und 24 Räder unter dem Bauch: Die An-124 Ruslan ist der Schwerlastfrachter schlechthin. So erkennst du sie, und hier siehst du sie in Deutschland.
FlugzeugtypAntonov An-225 Mrija
Sechs Triebwerke, ein Doppelleitwerk, 32 Räder und 88 Meter Spannweite: Die An-225 Mrija war das schwerste Flugzeug, das je im kommerziellen Charterbetrieb flog. 2022 wurde das einzige Exemplar in Hostomel zerstört. Hier findest du Geschichte, Kennzahlen und die Frage, was Spotter heute noch davon haben.
FlugzeugtypAntonov An-22 Antei
Vier Turboprops mit je zwei gegenläufigen Propellern, ein doppeltes Seitenleitwerk und ein Rumpf, in den ganze Raketen passten: Die An-22 Antei ist das größte in Serie gebaute Propellerflugzeug der Welt. Hier erfährst du, woran du sie erkennst und wo du sie heute noch siehst.
FlugzeugtypAntonov An-178
Zwei Jets unter dem Hochdecker-Flügel, T-Leitwerk, Heckrampe: Die An-178 sollte bei Antonov die alten Propellerfrachter ablösen. Hier liest du, wie weit das Programm ist und woran du die seltene Maschine erkennst.
FlugzeugtypIljuschin Il-76
Verglaste Navigatorkanzel, hoch angesetzter Flügel, T-Leitwerk und vier Strahltriebwerke: Die Il-76 ist der klassische sowjetische Transporter. So erkennst du sie sicher – und so stehen deine Chancen, ihr heute noch zu begegnen.
FlugzeugtypAirbus BelugaXL (A330-743L)
Ein Buckel wie ein Wal, ein aufgemaltes Grinsen und ein Laderaum, in den zwei A350-Flügel passen: Der BelugaXL ist Airbus’ fliegender Teiletransporter – und einer der Lieblinge jedes Spotters.
Weitere Airlines
Volga-Dnepr Airlines
Die russische Schwerlast-Airline aus Uljanowsk war jahrzehntelang der größte Betreiber der An-124 und ein Stammgast in Leipzig. Seit 2022 ist sie aus dem westlichen Luftraum verschwunden – ihre Spuren findest du trotzdem noch.
FrachtMaximus Air Cargo
Die Frachtairline aus Abu Dhabi fliegt übergroße Ladung mit einer An-124 Ruslan und Il-76TD – für Hilfsorganisationen, Industrie und das Militär. Für Spotter ein seltener Gast.
NetzwerkUkraine International Airlines
Historische ukrainische Netzwerk-Airline aus Kyjiw-Boryspil: 1992 gegründet, mit Boeing 737, 767, 777 und Embraer-Jets unterwegs, 2020 vom Abschuss des Flugs PS752 getroffen und seit dem russischen Angriff im Februar 2022 ohne Linienbetrieb.
FrachtAeroLogic
Die Frachtairline aus Leipzig ist ein Gemeinschaftsunternehmen von DHL Express und Lufthansa Cargo und fliegt ausschließlich Boeing 777F – teils in DHL-Gelb, teils im eigenen weißen Look.
FrachtEuropean Air Transport Leipzig
Die Frachtairline von DHL mit Sitz am Flughafen Leipzig/Halle: gelbe A300-600F, A330-Frachter und 757F, viel Nachtbetrieb und ein ICAO-Code, der verrät, wer im DHL-Netz wirklich fliegt.
FrachtCargolux
Europas große Nurfracht-Airline aus Luxemburg: eine reine Flotte aus Boeing 747-400F und 747-8F, Erstkunde der 747-8F, Basis am Flughafen Luxemburg und eine Tochter in Mailand.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Antonov
Vom Doppeldecker An-2 bis zur An-225 Mrija, dem größten Flugzeug, das je kommerziell Fracht flog: Das Kiewer Konstruktionsbüro Antonov hat Luftfahrtgeschichte geschrieben. Hier erfährst du, wie der Hersteller entstand, was der Krieg verändert hat, wie du seine Muster erkennst und warum Leipzig/Halle heute der wichtigste Ort für Antonov-Sichtungen in Europa ist.
FlughafenFlughafen Leipzig/Halle
Tagsüber ein kleiner Ferienflughafen, nachts eines der größten Frachtdrehkreuze Europas: Leipzig/Halle ist der Europa-Hub von DHL, Heimat der AeroLogic-777F und Standort der Antonow An-124 – und damit ein Flughafen, an dem Spotter nach anderen Regeln planen als anderswo.
Wo du Antonov Airlines vor die Linse bekommst
Spotting-Spots, an denen diese Airline regelmäßig zu sehen ist – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.
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