Das Wichtigste in Kürze
- Die An-178 ist ein zweistrahliger Militär- und Frachttransporter von Antonov, entwickelt aus dem Regionaljet An-158.
- Sie ist als Nachfolger für An-12, An-26 und An-32 gedacht und liegt mit 18 Tonnen Nutzlast zwischen kleinen Turboprops und großen Transportern.
- Schnellster Erkennungsweg: Hochdecker, zwei Jets, T-Leitwerk, Winglets und Heckrampe – diese Kombination hat kein anderer Antonov-Typ.
- Das Programm kam nie in eine echte Serie: Russische Zulieferteile mussten ersetzt werden, Bestellungen platzten, der Krieg ab 2022 stoppte vieles.
- Eine Sichtung ist eine Rarität – es gibt nur sehr wenige Exemplare, und keines fliegt im regulären Linien- oder Frachtbetrieb.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist die Antonov An-178?
- 2.Technik: Regionaljet-Gene im Frachtrumpf
- 3.Die Merkmale, die zur Bestimmung reichen
- 4.An-178 oder ein ähnlicher Transporter?
- 5.Programmstand: viele Pläne, kaum Serie
- 6.Wo du die An-178 antriffst
- 7.Einordnung: Warum die An-178 trotzdem spannend ist
- 8.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
- 9.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | Antonov (Kiew, Ukraine) |
|---|---|
| Familie | An-148/An-158, mit neuem, breiterem Rumpf |
| Rollout Prototyp | 16. April 2015 in Kiew |
| Erstflug | 7. Mai 2015 |
| Kennzeichen Prototyp | UR-EXP |
| Triebwerke | 2 × Progress D-436-148FM (Turbofan) |
| Länge | 32,23 m |
| Spannweite | 30,57 m |
| Höhe | rund 9,6 m |
| Rumpfdurchmesser | rund 3,9 m (An-158: rund 3,35 m) |
| Frachtraum-Querschnitt | rund 2,75 × 2,75 m, druckbelüftet |
| Max. Nutzlast | 18 t |
| Reichweite | rund 1.000 km mit 18 t, je nach Quelle rund 3.700 bis 4.000 km mit 10 t |
| Reisegeschwindigkeit | rund 825 km/h |
| Besatzung | 2 Piloten |
| Steuerung | Fly-by-Wire mit mechanischer Rückfallebene |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Hochdecker mit zwei Jettriebwerken unter den Flügeln – keine Propeller wie bei An-12, An-26 oder An-32
- T-Leitwerk, also Höhenleitwerk oben auf dem Seitenleitwerk
- Winglets an den Flügelspitzen, geerbt von der An-148/An-158
- Nach oben gezogenes Rumpfheck mit Laderampe statt einer Passagiertür hinten
- Hauptfahrwerk in Verkleidungen seitlich am Rumpf, deutlich dicker wirkender Rumpf als bei der An-158
- Cockpit-Nase der An-148-Familie, aber ohne durchgehende Kabinenfensterreihe am Frachtrumpf
Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein Hochdecker mit T-Leitwerk und Heckrampe, so weit nichts Ungewöhnliches für einen Transporter. Aber statt Propellern hängen zwei Jettriebwerke unter dem Flügel, und die Nase kommt dir vom Regionaljet An-148 bekannt vor: Das ist die Antonov An-178. Sie sollte die Generation der alten Propellerfrachter ablösen, die seit Jahrzehnten für Antonov stehen. Wie weit das Programm wirklich gekommen ist, woran du die Maschine erkennst und warum eine Sichtung zu den echten Raritäten gehört, liest du hier.
Raritäten im Hangar
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Was ist die Antonov An-178?
Die An-178 ist ein zweistrahliger Transporter für Militär und Fracht aus dem Hause Antonov in Kiew. Technisch gehört sie zur Familie der Regionaljets An-148 und An-158: Flügel, Triebwerksanlage und Cockpit stammen im Kern von dort. Neu ist der Rumpf. Er ist deutlich dicker, hat keine Passagierfensterreihe und endet in einem nach oben gezogenen Heck mit großer Laderampe.
Die Idee dahinter ist einfach erklärt: Antonov wollte einen modernen Nachfolger für die eigenen Klassiker An-12, An-26 und An-32 anbieten. Diese Propellerfrachter fliegen in vielen Ländern noch immer, sind aber alt, brauchen große Besatzungen und viel Wartung. Die An-178 setzt dagegen auf Jets, ein Zwei-Personen-Cockpit und eine elektronische Flugsteuerung.
Die Entwicklung startete Ende der 2000er-Jahre als eigenfinanziertes Projekt, öffentlich angekündigt wurde sie 2010. Am 16. April 2015 rollte der Prototyp in Kiew aus der Halle, am 7. Mai 2015 hob er zum Erstflug ab. Das Kennzeichen des Prototyps lautet UR-EXP – das „UR“ steht für die Ukraine, wie du im Beitrag zu den Länderkennungen nachlesen kannst.
Technik: Regionaljet-Gene im Frachtrumpf
Mit 32,23 Metern Länge und 30,57 Metern Spannweite ist die An-178 etwas kürzer und deutlich schmaler in der Spannweite als die An-12. Der Rumpf hat einen Durchmesser von rund 3,9 Metern, bei der An-158 sind es etwa 3,35 Meter. Daraus ergibt sich ein Frachtraumquerschnitt von rund 2,75 × 2,75 Metern – genug für Standardcontainer, Paletten und kleinere Fahrzeuge.
Ein wichtiger Unterschied zur An-12: Der Frachtraum ist druckbelüftet. Bei der alten Cub war nur ein kleiner Bereich vorn druckbelüftet, der eigentliche Laderaum nicht – das setzte beim Transport von Menschen und empfindlicher Fracht Grenzen. Die An-178 kann dagegen in großer Höhe fliegen, ohne dass der Laderaum zur Kältekammer wird.
Weitere Eckdaten aus Antonov-Angaben und gängigen Nachschlagewerken:
- Nutzlast und Reichweite: bis zu 18 Tonnen über rund 1.000 Kilometer, mit 10 Tonnen je nach Quelle rund 3.700 bis 4.000 Kilometer.
- Reisegeschwindigkeit: rund 825 km/h – eine ganz andere Welt als bei Turboprop-Frachtern.
- Triebwerke: zwei Progress D-436-148FM, eine leistungsgesteigerte Version des An-148-Antriebs, gebaut in der Ukraine.
- Steuerung: Fly-by-Wire mit mechanischer Seilzug-Rückfallebene.
- Besatzung: zwei Piloten. Bei der An-12 saßen noch Flugingenieur, Navigator und Funker mit im Cockpit.
- Fahrwerk: gegenüber der An-158 um ein zusätzliches Radpaar je Seite erweitert, untergebracht in Verkleidungen am Rumpf.
Ukrainische Quellen nennen außerdem Konfigurationen für bis zu rund 100 Personen, für Fallschirmjäger oder für den Verwundetentransport mit Tragen. Damit zielt die An-178 klar auf denselben Markt wie die Lockheed C-130 Hercules und die Embraer C-390 Millennium – mit der C-390 teilt sie sogar das Grundkonzept eines zweistrahligen Jet-Transporters.
Jet-Sound statt Propellerdröhnen
Wer Antonov mit dem sägenden Turboprop-Brummen der An-12 oder An-26 verbindet, wird bei der An-178 überrascht: Sie klingt wie ein Regionaljet. Am Geräusch erkennst du sie also nicht – die Silhouette entscheidet.
Die Merkmale, die zur Bestimmung reichen
Hochdecker mit Heckrampe gibt es einige. Die An-178 grenzt du mit drei Beobachtungen sicher ein.
Antrieb prüfen
Zwei Jettriebwerke unter einem hoch angesetzten Flügel. Propeller schließen die An-178 sofort aus – dann bist du bei An-12, An-26, An-32, C-130 oder A400M.
Leitwerk ansehen
Das Höhenleitwerk sitzt oben auf der Seitenflosse, also ein T-Leitwerk. Dazu kommen Winglets an den Flügelspitzen, die die An-148-Herkunft verraten.
Triebwerksposition beachten
Die Jets hängen an Pylonen unter dem Flügel. Bei der An-72/An-74 sitzen sie dagegen auffällig hoch über der Flügelvorderkante.
Die Kombination aus Hochdecker, zwei Unterflügel-Jets, T-Leitwerk, Winglets und Heckrampe ist im Antonov-Programm einmalig. Am Ende bestätigt wie immer das Kennzeichen den Typ – wie du ein bestimmtes Flugzeug danach suchst, zeigt der Beitrag Flugzeug nach Kennzeichen verfolgen. Bei Prototypen und Vorserienmaschinen lohnt sich ein Blick in den Beitrag zu Testkennzeichen und Werksregistrierungen, denn solche Maschinen tragen oft Kennungen, die nicht ins übliche Schema passen.
An-178 oder ein ähnlicher Transporter?
Der Finder hilft dir, die An-178 von den Typen zu trennen, mit denen sie am ehesten verwechselt wird.
Schnellbestimmung: Hochdecker-Transporter
Antonov An-178
Zwei Unterflügel-Jets, T-Leitwerk, Winglets und eine An-148-Nase sind das typische An-178-Bild. Prüf das Kennzeichen – gerade bei einem so seltenen Typ lohnt die Bestätigung.
Antonov An-72 oder An-74
Hoch über dem Flügel montierte Triebwerke sind das Markenzeichen der An-72/An-74. Deren Abgasstrahl streicht über die Flügeloberseite.
Embraer C-390 Millennium
Auch die C-390 ist ein zweistrahliger Hochdecker mit T-Leitwerk, aber deutlich größer, mit stärkeren Triebwerken und westlicher Militärnase.
Propellertransporter
Propeller und Glasnase deuten auf die An-12 oder An-26/An-32, eine geschlossene Nase mit Propellern eher auf C-130 oder A400M.
| Merkmal | An-178 | An-12 | C-390 Millennium |
|---|---|---|---|
| Antrieb | 2 Turbofans | 4 Turboprops | 2 Turbofans |
| Leitwerk | T-Leitwerk | konventionell | T-Leitwerk |
| Nase | Regionaljet-Nase | Glasnase | Radarnase |
| Max. Nutzlast | 18 t | bis 20 t | größer als An-178 |
| Cockpit-Besatzung | 2 | 5 bis 6 | 2 |
Der andere zweistrahlige Transport-Hochdecker von Antonov ist die kleinere An-72/An-74. Ihre über dem Flügel montierten Triebwerke machen die Unterscheidung aber sehr leicht. Einen breiteren Überblick über Transportflugzeuge bekommst du im Guide Militärtransporter erkennen.
Programmstand: viele Pläne, kaum Serie
Die Geschichte der An-178 ist vor allem eine Geschichte der Verzögerungen. Gerade für Spotter erklärt sie, warum du den Typ so gut wie nie zu sehen bekommst.
Erste Kunden und ein schneller Start
Direkt am Tag des Erstflugs 2015 kündigte die aserbaidschanische Frachtairline Silk Way einen Auftrag über zehn Maschinen an. Ende 2015 folgte eine Absichtserklärung aus Saudi-Arabien über 30 Flugzeuge, und das chinesische Unternehmen A-Star meldete Kaufinteresse samt möglicher Fertigung in China an. Auf dem Papier sah das nach einem gelungenen Start aus.
Der Bruch mit Russland
Das Problem: Wie viele Antonov-Programme hing auch die An-178 an Zulieferern aus Russland. Nach dem Bruch zwischen der Ukraine und Russland ab 2014 mussten diese Teile ersetzt werden. Antonov stellte das Flugzeug auf ukrainische und westliche Komponenten um; laut deutschsprachigen Nachschlagewerken stieg der Stückpreis dabei deutlich. Die Exportaufträge aus Aserbaidschan und Saudi-Arabien kamen nicht zur Auslieferung.
Peru und die Heimatkunden
2019 bestellte das peruanische Innenministerium eine An-178 für die Nationalpolizei. Im Spätsommer 2020 meldete Antonov die fertige Zelle dieser Maschine – erstmals, so das Unternehmen damals, ohne russische Teile. Die Finanzierung geriet jedoch ins Stocken, und Anfang 2022 wurden die Zahlungen auf peruanischer Seite blockiert.
Parallel setzte die Ukraine selbst auf den Typ. Für Behörden des Innenministeriums (Katastrophenschutz und Nationalgarde) wurden 2019 laut Nachschlagewerken 13 Maschinen vereinbart. Im Dezember 2020 folgte ein Vertrag über drei militärische An-178-100R für die ukrainischen Streitkräfte, finanziert über einen Kredit einer staatlichen ukrainischen Bank. Am 28. Dezember 2021 präsentierte Antonov das erste dieser Militärexemplare, gedacht für die Zulassungserprobung.
Krieg und Stillstand
Mit dem russischen Großangriff im Februar 2022 änderte sich alles. Der Antonov-Werksflugplatz Hostomel bei Kiew wurde gleich zu Beginn umkämpft, dort wurde auch die An-225 zerstört. Über den Zustand einzelner An-178-Maschinen gibt es danach nur wenige gesicherte Informationen. Nach Angaben in der deutschsprachigen Wikipedia wurde der Prototyp UR-EXP im Oktober 2024 von Hostomel nach Polen überführt.
Stand Oktober 2026: vorsichtig einordnen
Belastbare, öffentlich überprüfbare Angaben zu Serienfertigung und Auslieferungen der An-178 gibt es kaum. Unter Kriegsbedingungen veröffentlichen Hersteller und Militär naturgemäß wenig. Behandle Meldungen über neue Maschinen oder Einsätze deshalb mit Vorsicht, bis sie von mehreren Seiten bestätigt sind.
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 2010 | Öffentliche Ankündigung des Projekts |
| 2015 | Rollout im April, Erstflug am 7. Mai, Silk-Way-Ankündigung |
| 2019 | Bestellungen aus Peru und vom ukrainischen Innenministerium |
| 2020 | Zelle für Peru fertig, Vertrag über drei An-178-100R für die Streitkräfte |
| 2021 | Präsentation des ersten militärischen Exemplars am 28. Dezember |
| 2022 | Russischer Großangriff, Kämpfe um Hostomel, Programm weitgehend gestoppt |
| 2024 | Prototyp UR-EXP laut Nachschlagewerk nach Polen überführt |
Wo du die An-178 antriffst
Die ehrliche Antwort: so gut wie nirgends. Es gibt keinen Betreiber, der die An-178 regelmäßig durch Europa fliegt. Auch die Frachtairline Antonov Airlines, die mit der An-124 an Flughäfen wie Leipzig/Halle bekannt ist, setzt den Typ nicht im Charterbetrieb ein.
Realistische Chancen bestehen nur bei Überführungs-, Test- oder Sonderflügen – und bei Luftfahrtmessen, falls ein Exemplar dort ausgestellt wird. Vor dem Krieg tauchte Antonov regelmäßig auf großen Messen auf; ob und wann die An-178 dort wieder zu sehen ist, lässt sich nicht vorhersagen. Ihren westlichen Messeauftritt hatte die An-178 2015 in Le Bourget. Achte vor Veranstaltungen wie der ILA Berlin, der Paris Air Show oder der Farnborough Airshow auf die Ausstellerlisten.
Seltene Typen nicht verpassen
Setz die An-178 auf deine Wunschliste und lass dich per Sichtungs-Alarm benachrichtigen, wenn ein Typ von deiner Liste an deinem Flughafen anfliegt. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Für die Jagd nach solchen Exoten sind Tracking-Dienste und Spotter-Netzwerke dein wichtigstes Werkzeug. Wie du ADS-B-Daten liest und welche Grenzen sie haben, erklärt der Guide zur Flugverfolgung mit ADS-B. Militärisch genutzte Maschinen senden nicht immer ein öffentlich sichtbares Signal (mehr dazu unter Militärflugzeuge online verfolgen) – rechne also damit, dass eine An-178 auch unangekündigt auftauchen oder ganz unsichtbar bleiben kann. Allgemeine Strategien für solche Fälle stehen im Beitrag Seltene Flugzeuge spotten.
Vorbereitet auf einen Exoten?
- Ich kenne die Silhouette: Hochdecker, zwei Unterflügel-Jets, T-Leitwerk, Heckrampe.
- Ich habe einen Tracking-Dienst mit Filter auf ungewöhnliche Typen eingerichtet.
- Ich folge Spotter-Gruppen, die seltene Bewegungen melden.
- Ich weiß, welche öffentlich zugänglichen Spots es an meinem Flughafen gibt.
Einordnung: Warum die An-178 trotzdem spannend ist
Für Spotter ist die An-178 mehr als nur ein seltener Eintrag im Logbuch. Sie markiert den Versuch von Antonov, sich nach Jahrzehnten sowjetisch geprägter Entwicklung neu aufzustellen: weg von russischen Zulieferern, hin zu westlicher Avionik und eigenen Triebwerken. Welche Typen aus dieser Tradition stammen, zeigt der Überblick zu den sowjetischen Verkehrsflugzeugen.
Gleichzeitig zeigt das Programm, wie schwer es ist, einen neuen Militärtransporter in den Markt zu bringen. Die Konkurrenz ist groß: Die C-130J ist seit Jahrzehnten etabliert, die C-390 hat sich mehrere europäische Kunden gesichert, und für größere Lasten gibt es die A400M oder die Il-76. Die An-178 sollte mit niedrigen Kosten und Jet-Geschwindigkeit punkten, kam aber durch Politik und Krieg nie richtig in Fahrt.
Wer sich für Frachtflugzeuge allgemein interessiert, findet im Guide Frachtflugzeuge erkennen einen guten Einstieg in die Unterscheidung von Frachtern und Transportern.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für die An-178, wenn …
- ein Hochdecker zwei Jets an Pylonen unter dem Flügel trägt
- du ein T-Leitwerk und Winglets siehst
- das Heck hochgezogen ist und eine Laderampe zeigt
- das Kennzeichen mit UR beginnt und die Nase an die An-148 erinnert
Sieh genauer hin, wenn …
- du nur eine schlanke Regionaljet-Nase siehst – dann kann es auch eine An-148/An-158 sein
- der Rumpf sehr lang wirkt – dann prüf, ob es eine C-390 ist
- die Maschine eine Militärlackierung ohne gut lesbare Kennung trägt
Es ist keine An-178, wenn …
- du Propeller siehst
- die Triebwerke über dem Flügel sitzen – dann ist es eine An-72/An-74
- eine Reihe Passagierfenster am Rumpf entlangläuft
- das Höhenleitwerk unten am Rumpf sitzt
Fazit
Die An-178 ist der Versuch, Antonovs Frachter-Erbe ins Jet-Zeitalter zu bringen: An-158-Technik, ein neuer, druckbelüfteter Frachtrumpf, 18 Tonnen Nutzlast und nur zwei Piloten. Politische Brüche, geplatzte Exportaufträge und der Krieg haben verhindert, dass daraus eine echte Serie wurde. Für dich als Spotter macht genau das den Reiz aus: Wer eine An-178 vor die Linse bekommt, hat eine der seltensten Antonov-Sichtungen überhaupt.
Kurzfazit
Hochdecker, zwei Unterflügel-Jets, T-Leitwerk, Winglets und Heckrampe: Das ist die An-178. Sie gilt als Nachfolger der An-12, existiert aber nur in sehr wenigen Exemplaren. Sichtungen sind Glückssache – Tracking-Dienste und Spotter-Netzwerke sind deine beste Chance.
Zusammenfassung
- Antonov stellte die An-178 im April 2015 vor, der Erstflug folgte am 7. Mai 2015 mit dem Prototyp UR-EXP.
- Basis ist die An-158 mit Flügel, Triebwerken und Cockpit, dazu ein neuer, breiterer und druckbelüfteter Frachtrumpf mit Heckrampe.
- Bestellungen aus Aserbaidschan, Saudi-Arabien und Peru kamen nicht zur Auslieferung; die Ukraine bestellte Maschinen für Innenministerium und Streitkräfte.
- Ende 2021 zeigte Antonov das erste militärische Exemplar An-178-100R ohne russische Komponenten; belastbare Angaben zu Auslieferungen gibt es bis heute kaum.
Häufige Fragen
Ist die An-178 der Nachfolger der An-12?
Antonov positioniert sie als Ersatz für ältere Transporter wie An-12, An-26 und An-32. Mit 18 Tonnen Nutzlast entspricht sie in etwa der Klasse der An-12, fliegt aber mit zwei Jettriebwerken statt vier Propellerturbinen und braucht nur zwei Piloten im Cockpit.
Wie viele An-178 gibt es?
Sehr wenige. Sicher belegt sind der Prototyp mit dem Kennzeichen UR-EXP und das Ende 2021 vorgestellte erste militärische Exemplar An-178-100R. Weitere Maschinen waren nach ukrainischen Angaben im Bau; wie viele davon fertiggestellt wurden, ist öffentlich nicht verlässlich dokumentiert.
Was unterscheidet die An-178 von der An-158?
Flügel, Triebwerke und Cockpit sind eng verwandt. Der Rumpf ist aber neu: Er ist mit rund 3,9 Metern deutlich dicker als bei der An-158, hat keine Passagierfensterreihe und endet in einem hochgezogenen Heck mit Laderampe.
Welche Triebwerke hat die An-178?
Zwei Turbofans vom Typ Progress D-436-148FM, eine leistungsgesteigerte Variante des Triebwerks aus der An-148/An-158. Gebaut werden sie in der Ukraine.
Warum dauerte das Programm so lange?
Ursprünglich steckten viele russische Bauteile in der Maschine. Nach dem Bruch mit Russland ab 2014 musste Antonov diese durch ukrainische und westliche Komponenten ersetzen, was Zeit und Geld kostete und den Stückpreis nach oben trieb. Dazu kamen Finanzierungsprobleme, geplatzte Exportaufträge und ab 2022 der russische Angriffskrieg.
Kann ich eine An-178 in Deutschland sehen?
Die Chance ist sehr gering. Es gibt keine regelmäßigen Einsätze außerhalb der Ukraine. Realistisch sind nur Überführungs-, Test- oder Sonderflüge, die du am ehesten über Tracking-Dienste und Spotter-Netzwerke mitbekommst – sofern die Maschine überhaupt ein öffentlich sichtbares Signal sendet.
Was passt in den Frachtraum?
Laut Antonov-Angaben unter anderem Standard-Seecontainer, Paletten oder Fahrzeuge. Der Querschnitt liegt bei rund 2,75 × 2,75 Metern, die maximale Nutzlast bei 18 Tonnen. Alternativ sind Konfigurationen für Fallschirmjäger oder Verwundetentransport vorgesehen.
Antonov An-178 sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Verwandte Flugzeugtypen
Antonov An-12
Verglaste Nase, vier brummende Turboprops und ein Heck, an dem früher ein Bordschütze saß: Die An-12 ist ein Frachter aus den 1950ern, der bis heute durch Europa fliegt. So erkennst du sie und so erwischst du sie.
FrachterAntonov An-26
Zwei Turboprops, ein hochgezogenes Heck mit einer Rampe, die unter den Rumpf gleitet, und ein kleines Strahltriebwerk in der rechten Gondel: Die An-26 ist der kleine Arbeitstransporter des Ostblocks. So erkennst du sie und so findest du sie heute noch.
MilitärAntonov An-32
Zwei Turboprops, die wie Rucksäcke oben auf dem Flügel sitzen: Die An-32 ist die Hot-and-High-Version der An-26, gebaut für heiße Pisten und Flugplätze im Gebirge – und als An-32P sogar zum Waldbrandlöschen.
RegionaljetAntonov An-148/An-158
Hoher Flügel, T-Leitwerk, zwei Triebwerke in Gondeln darunter: Die An-148 ist der Regionaljet aus Kiew und eine der seltensten Sichtungen der Gegenwart. So erkennst du sie und ihre verlängerte Schwester An-158.
FrachterAntonov An-72/An-74
Zwei dicke Triebwerke hoch oben auf dem Flügel, ein T-Leitwerk und ein Spitzname aus dem Zeichentrickfilm: Die An-72 und ihre Polarversion An-74 gehören zu den eigenwilligsten Transportern der Welt. So erkennst du sie und so verstehst du ihre Technik.
MilitärLockheed C-130 Hercules
Hoher Flügel, vier Turboprops, ein bauchiger Rumpf mit Heckrampe: Die C-130 Hercules fliegt seit 1954 und wird bis heute gebaut. So erkennst du sie, trennst alte und neue Versionen und weißt, wo du sie siehst.
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