Das Wichtigste in Kürze
- Die Mi-24 ist Kampfhubschrauber und Truppentransporter in einem – entwickelt vom Konstruktionsbüro Mil, Erstflug 1969, im NATO-Code „Hind“.
- Schnellster Erkennungsweg: Doppelkuppel-Cockpit plus Kabine mit Fenstern und Stummelflügel – das hat kein westlicher Kampfhubschrauber.
- Versionen unterscheidest du an der Nase: Mehrlauf-MG im Kinnturm heißt Mi-24D oder V, fest seitlich eingebaute Doppelkanone heißt Mi-24P.
- Die NVA flog 42 Mi-24D und 12 Mi-24P, stationiert in Cottbus und Basepohl; die Bundeswehr musterte die übernommenen Maschinen 1994 endgültig aus.
- In Osteuropa wird die Hind selten: Tschechien (2023) und Ungarn (2026) haben ausgemustert, Polen ersetzt sie durch den AH-64E Apache.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| Konstruktionsbüro | Mil (Moskau) |
|---|---|
| Serienfertigung | Arsenjew und Rostow am Don |
| NATO-Codename | Hind |
| ICAO-Typcode | MI24 |
| Rolle | Kampfhubschrauber mit Transportkabine |
| Erstflug | September 1969 (Prototyp) |
| Indienststellung | 1972 (Mi-24A, sowjetische Streitkräfte) |
| Besatzung | 2 bis 3 (Pilot, Waffensystemoffizier, optional Bordtechniker) |
| Kabine | bis zu 8 ausgerüstete Soldaten |
| Triebwerke | 2 × Wellenturbine TW3-117 (Isotow/Klimow), je rund 1.600 kW |
| Hauptrotor | fünf Blätter, rund 17,3 m Durchmesser |
| Länge | rund 17,5 m Rumpf, knapp 19,8 m mit Rotoren |
| Max. Abfluggewicht | je nach Version und Quelle rund 11,5 bis 12 t |
| Höchstgeschwindigkeit | rund 320 km/h |
| Gebaut | je nach Quelle gut 2.300 bis rund 2.650 Maschinen |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Zwei getrennte Glaskuppeln hintereinander (ab Mi-24D) – Waffensystemoffizier vorn unten, Pilot dahinter erhöht, die typische „Doppelblase“
- Truppenkabine hinter dem Cockpit mit Fenstern und zweigeteilten Seitentüren – einzigartig unter Kampfhubschraubern
- Stummelflügel mit deutlicher Abwärtsneigung und Waffenstationen, an den Spitzen Startschienen für Lenkflugkörper
- Einziehbares Dreibeinfahrwerk – bei der modernisierten Mi-35M dagegen fest
- Fünfblättriger Hauptrotor und zwei Triebwerke mit großen Lufteinläufen oben am Rumpf, oft mit Staubfiltern davor
- Heckrotor auf der linken Seite des Leitwerks (bei frühen Maschinen rechts), insgesamt sehr massiger, langer Rumpf
Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein wuchtiger, tarngrüner Hubschrauber mit zwei Glaskuppeln hintereinander, einer Kabine mit Fenstern und kurzen, nach unten geknickten Flügeln voller Waffen: Wer so etwas sieht, hat eine Mil Mi-24 vor sich, im Westen bekannt als „Hind“. Kein anderer Hubschrauber steht so sehr für die Militärluftfahrt des Warschauer Pakts. Auf dieser Seite erfährst du, wie du die Versionen auseinanderhältst, welche Rolle die Mi-24 bei der NVA spielte und wo du sie in Europa noch fliegen oder zumindest im Museum sehen kannst.
Die Hind in deinen Hangar
Mit Planetrack hältst du jede Mi-24-Sichtung mit Foto, Typ, Kennzeichen und Spot fest – vom Airshow-Überflug bis zum Museumsexponat. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Was ist die Mi-24?
Die Mi-24 ist ein zweimotoriger Kampfhubschrauber mit eingebauter Transportkabine. Dieses Konzept ist ihr großes Alleinstellungsmerkmal: Während westliche Muster wie der AH-64 Apache oder der Tiger reine Waffenträger mit zwei Sitzen sind, kann die Mi-24 hinter dem Cockpit bis zu acht ausgerüstete Soldaten mitnehmen. Die sowjetische Idee dahinter war eine Art „fliegender Schützenpanzer“, der Truppen absetzt und sie gleichzeitig aus der Luft unterstützt.
Entwickelt wurde sie vom Moskauer Konstruktionsbüro Mil, das auch die Mi-8 und die riesige Mi-26 entworfen hat. Antrieb, Rotorsystem und viele Baugruppen stammen von der Mi-8 ab, was Entwicklung und Wartung vereinfachte. Zwei Wellenturbinen vom Typ TW3-117 mit jeweils rund 1.600 kW treiben einen fünfblättrigen Hauptrotor mit gut 17 Metern Durchmesser an. Das Fahrwerk lässt sich einziehen, die Höchstgeschwindigkeit liegt je nach Version und Beladung bei rund 320 km/h.
Der Prototyp flog im September 1969, ab 1972 kam die erste Serienversion Mi-24A zu den sowjetischen Streitkräften. Gebaut wurde in den Werken Arsenjew im Fernen Osten und Rostow am Don. Wie viele Maschinen insgesamt entstanden sind, geben Quellen unterschiedlich an – die Spanne reicht von gut 2.300 bis rund 2.650. Fest steht: Die Mi-24 gehört zu den am weitesten verbreiteten Kampfhubschraubern der Welt und war in Dutzenden Ländern im Einsatz.
Eine Kuriosität am Rand: Eine stark modifizierte Mi-24 mit der Bezeichnung A-10 stellte 1978 mit gut 368 km/h einen absoluten Geschwindigkeitsrekord für Hubschrauber auf. Erst 1986 knackte ihn eine umgebaute britische Westland Lynx.
Die Versionen im Überblick
Die frühen Mi-24 (NATO: Hind-A und Hind-B) hatten noch ein gemeinsames, verglastes Cockpit, das an ein Gewächshaus erinnerte. Ab der Mi-24D bekam die Hind ihr heute bekanntes Gesicht: zwei getrennte Glaskuppeln, vorn tiefer der Waffensystemoffizier, dahinter erhöht der Pilot. Fast alles, was du heute in Museen und am Himmel siehst, basiert auf dieser Grundform.
| Version | NATO-Name | Erkennbar an | Bemerkung |
|---|---|---|---|
| Mi-24A | Hind-A/B | Großes, gemeinsames Glascockpit | frühe Serie, heute nur noch Museumsstücke |
| Mi-24D | Hind-D | Doppelkuppel, Mehrlauf-MG im Kinnturm | Serienstart 1973, Export als Mi-25 |
| Mi-24V | Hind-E | wie D, dazu Rohrbehälter für Schturm-Lenkflugkörper an den Flügeln | Serienstart 1976, Export als Mi-35 |
| Mi-24P | Hind-F | 30-mm-Doppelkanone fest an der rechten Rumpfseite, kein Kinnturm | Serienstart 1981 |
| Mi-24VP | – | 23-mm-Kanone im beweglichen Turm unter der Nase | kleine Serie |
| Mi-35M | – | Festes Fahrwerk, modernere Sensoren und Nachtsichttechnik | Exportmodernisierung, z. B. Serbien |
Praxis-Tipp: Erst auf die Nase schauen
Sitzt unter der vorderen Kuppel ein runder Turm mit einem Mehrlauf-MG, hast du eine Mi-24D oder V vor dir. Ragen dagegen zwei dicke Kanonenrohre seitlich rechts aus dem Rumpf, ist es eine Mi-24P. Die Flügelspitzen verraten dann, ob es eine D oder eine V ist.
Bei der Mi-24D und der Mi-24V helfen die Lenkflugkörper-Halterungen an den Flügelspitzen: Die D trägt kleinere Schienen für ältere Lenkflugkörper, die V die typischen langen Startrohre der Schturm. Beides ist auf Fotos ohne Bewaffnung allerdings nicht immer sichtbar – im Zweifel hilft das Kennzeichen zusammen mit einer Datenbank wie Scramble.
So erkennst du die Mi-24
Die Hind ist einer der wenigen Hubschrauber, die du nach dem ersten bewussten Sehen kaum noch verwechselst. Vier Blicke genügen.
Cockpit ansehen
Zwei bauchige Glaskuppeln hintereinander, die hintere deutlich höher – die „Doppelblase“ ist das Markenzeichen ab der Mi-24D.
Kabine suchen
Hinter dem Cockpit folgt ein breiter Rumpfabschnitt mit Fenstern und zweigeteilten Türen. Ein Kampfhubschrauber mit Passagierkabine ist praktisch immer eine Mi-24.
Flügel prüfen
Die Stummelflügel sind deutlich nach unten geneigt und tragen Waffenstationen. An den Spitzen sitzen Startschienen oder -rohre für Lenkflugkörper.
Fahrwerk zählen
Drei Fahrwerksbeine mit Rädern, die im Flug einfahren. Steht der Hubschrauber auf festem Fahrwerk, könnte es eine modernisierte Mi-35M sein.
Allgemeine Tipps zur Bestimmung von Drehflüglern findest du im Guide Hubschraubertypen erkennen.
Mi-24, Mi-8, Apache oder Tiger?
Die häufigste Verwechslung innerhalb der Mil-Familie ist die Mi-8 bzw. Mi-17. Sie hat ähnliche Triebwerke und einen fünfblättrigen Rotor, ist aber ein reiner Transporthubschrauber mit großem, gerundetem Rumpf, Heckladetür und einem gewöhnlichen Cockpit mit nebeneinander sitzenden Piloten. Bewaffnete Mi-8 tragen zwar manchmal Außenlasten, eine Doppelkuppel hat aber nur die Mi-24.
Schnellbestimmung: Kampfhubschrauber oder Transporter?
Mil Mi-24 Hind
Doppelkuppel, Kabine und Stummelflügel sind das typische Hind-Bild. Schau jetzt auf die Nase: MG-Turm heißt D oder V, seitliche Doppelkanone heißt P.
Mil Mi-8 / Mi-17
Ein Transporthubschrauber derselben Familie mit festem Fahrwerk und großem Rumpf. Bewaffnete Varianten tragen Außenlasten, aber keine Doppelkuppel.
Apache, Tiger oder Cobra
Ein reiner Kampfhubschrauber westlicher Bauart. X-förmiger Heckrotor spricht für den Apache, Kufen für die Cobra, ein offener Dreiblatt-Heckrotor für den Tiger.
Neben dem Apache und dem Tiger begegnet dir auf Airshows gelegentlich die Bell AH-1 Cobra. Alle drei sind schlanker und deutlich kleiner als die Mi-24, die neben ihnen wie ein Schwergewicht wirkt.
Die Mi-24 bei der NVA
Für deutsche Spotter hat die Hind eine besondere Geschichte. Die DDR gehörte zu den frühen Exportkunden der Mi-24D. Zwischen 1978 und 1989 erhielt die Nationale Volksarmee insgesamt 42 Mi-24D und 12 Mi-24P.
Die Maschinen flogen bei den Armeefliegerkräften in zwei Kampfhubschraubergeschwadern: dem KHG-3 in Cottbus und dem KHG-5 in Basepohl in Mecklenburg. Neben der Ausbildung für den Ernstfall stellten die Geschwader regelmäßig Hubschrauber für das Diensthabende System an grenznahen Plätzen. Drei Mi-24D gingen bei Unfällen verloren.
Nach dem 3. Oktober 1990 stand die Bundeswehr plötzlich mit einer Flotte sowjetischer Kampfhubschrauber da. Einige Maschinen untersuchte die Wehrtechnische Dienststelle 61 gründlich, je eine Mi-24D und eine Mi-24P gingen an die US-Armee, die sie für Übungen als „gegnerische“ Hubschrauber nutzte. Der Rest flog nur noch übergangsweise und wurde im September 1994 endgültig ausgemustert.
Danach verstreuten sich die ehemaligen NVA-Hinds: 18 Mi-24D gingen nach Polen und flogen dort weiter, weitere Zellen kamen als Ersatzteilspender nach Ungarn, einige landeten in Museen. Wie die Bundeswehr ihre Luftfahrzeuge damals und heute kennzeichnete, erklärt der Beitrag Kennzeichen von Bundeswehr-Luftfahrzeugen.
Nutzer in Osteuropa: Wer fliegt noch Hind?
Der Krieg in der Ukraine und die Umstellung auf westliches Gerät haben die Mi-24-Flotten in Osteuropa stark verändert. Viele Länder haben ihre Maschinen ausgemustert oder an die Ukraine abgegeben. Stand Oktober 2026 sieht das Bild grob so aus:
| Land | Status (Stand Oktober 2026) | Hinweise |
|---|---|---|
| Polen | im Dienst | Mi-24D und V, Nachfolger: 96 bestellte AH-64E Apache; Teile der Flotte an die Ukraine abgegeben |
| Bulgarien | im Dienst | Mi-24V, Ende der Lebensdauer absehbar |
| Serbien | im Dienst | Mi-35M und Mi-35P, die Mi-35P laut Berichten aus zypriotischen Beständen |
| Ukraine | im Einsatz | Bestände durch Spenden aus mehreren Ländern ergänzt |
| Ungarn | ausgemustert 2026 | Flugbetrieb Anfang 2026 eingestellt, Nachfolger H145M und H225M |
| Tschechien | ausgemustert 2023 | Maschinen an die Ukraine abgegeben |
| Slowakei, Kroatien, Nordmazedonien | ausgemustert | Nordmazedonien hat seine Hinds an die Ukraine abgegeben |
| DDR / Deutschland | historisch | Ende des Flugbetriebs 1994 |
Ungarn war einer der treuesten Hind-Nutzer: Die ersten Mi-24D kamen 1978 nach Ungarn, zuletzt flogen die Maschinen beim 86. Hubschrauberverband in Szolnok. Nach Berichten ungarischer Luftfahrtmedien fand der letzte Flug am 4. Februar 2026 statt, weil die Lebensdauer der Zellen auslief. Seitdem setzt Ungarn auf Airbus-Hubschrauber wie die H145M und die H225M, den Hersteller stellt dir die Seite zu Airbus Helicopters vor.
Tschechien und die Slowakei teilten sich nach der Auflösung der Tschechoslowakei deren Mi-24-Bestand. Tschechien flog zuletzt modernisierte Mi-35 und hat seine Flotte 2023 ausgemustert und an die Ukraine abgegeben.
Polen ist damit eines der letzten NATO-Länder mit einer nennenswerten Hind-Flotte. Mit der Bestellung von 96 AH-64E Apache ist das Ende aber absehbar – wer polnische Mi-24 fotografieren will, sollte nicht mehr allzu lange warten.
Bestände ändern sich schnell
Gerade bei der Mi-24 verschieben Spenden an die Ukraine und Ausmusterungen die Zahlen ständig. Prüf vor einer gezielten Tour die aktuellen Angaben der Streitkräfte und verlass dich nicht auf ältere Listen.
Die Hind auf die Wunschliste setzen
Setz die Mi-24 in Planetrack auf deine Wunschliste und lass dich per Sichtungs-Alarm benachrichtigen, wenn ein passender Typ an deinem Flughafen anfliegt oder landet. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Wo du die Mi-24 sehen kannst
Fliegende Hinds sind in Mitteleuropa selten geworden. Die besten Chancen bieten Veranstaltungen und Museen.
| Ort | Trefferchance | Warum |
|---|---|---|
| Museum Berlin-Gatow | sicher (statisch) | Ehemalige NVA-Mi-24D in der Ausstellung |
| Flugplatzmuseum Cottbus | sicher (statisch) | Mi-24D am früheren Standort des KHG-3 |
| Airshows in Polen, Bulgarien, Serbien | mittel | Betreiberländer zeigen ihre Hinds gelegentlich |
| NATO-Übungen und Tage der offenen Tür | niedrig bis mittel | Polnische Mi-24 nehmen teils an Übungen teil |
| Zivile Verkehrsflughäfen | sehr niedrig | Nur bei Überführungen oder Sonderlagen |
In Berlin steht eine ehemalige NVA-Mi-24D im Militärhistorischen Museum Flugplatz Berlin-Gatow; Tipps für den Besuch findest du auch beim Spot Luftwaffenmuseum Berlin-Gatow. Das Flugplatzmuseum Cottbus zeigt eine Mi-24D dort, wo das KHG-3 früher stationiert war. Wer sich für ostmitteleuropäische Militärtechnik interessiert, findet in Prag mit dem Luftfahrtmuseum Kbely und in Krakau mit dem Polnischen Luftfahrtmuseum große Sammlungen sowjetischer Typen – welche Hinds dort aktuell ausgestellt sind, prüfst du am besten vorab auf den Museumsseiten.
Termine für Flugtage stehen im Überblick zu Airshows in Europa. Wie du Militärmaschinen online im Blick behältst und warum sie oft gar nicht auf dem Radar auftauchen, erklärt der Beitrag Militärflugzeuge online verfolgen.
Bereit für deine Hind-Session?
- Ich kenne die Fotoregeln für militärische Anlagen im jeweiligen Land.
- Ich stehe auf öffentlichem Grund und betrete keine Sperrgebiete.
- Ich habe Termine von Airshows oder offenen Tagen geprüft.
- Meine Verschlusszeit passt zur gewünschten Rotorunschärfe.
- Ich notiere Kennzeichen und Betreiber für die spätere Bestimmung.
Was du an Militärflugplätzen beachten musst, steht im Artikel Militärflugplätze fotografieren: die Regeln. Gerade in Osteuropa sind die Vorschriften teils strenger als in Deutschland.
Fototipps für die Mi-24
Die Hind ist ein dankbares Motiv: lang, kantig und voller Details. Wie bei jedem Hubschrauber entscheidet aber die Verschlusszeit.
Rotor drehen lassen
Mit zu kurzer Zeit steht der Fünfblattrotor still und die Mi-24 wirkt wie ein Modell. Beginne bei etwa 1/125 s und geh weiter runter, wenn du sauber mitziehst.
Dreiviertelansicht von vorn
Schräg von vorn zeigen sich Doppelkuppel, Bewaffnung unter der Nase und die geneigten Flügel gleichzeitig – damit ist auch die Version auf dem Bild dokumentiert.
Im Museum die Details
Statische Maschinen erlauben Nahaufnahmen von Kinnturm, Kanone, Startschienen und Kabinentüren. Das sind genau die Merkmale, die du später zur Bestimmung brauchst.
Licht gegen Tarnfarbe
Grün-braune Tarnanstriche schlucken Licht. Mit der Sonne im Rücken und eher weichem Licht holst du Struktur aus dem Rumpf.
Mehr zur Technik bei drehenden Blättern zeigt der Guide Propeller fotografieren: die richtige Verschlusszeit, allgemeine Tipps gibt es unter Hubschrauber spotten.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für die Mi-24, wenn …
- zwei bauchige Glaskuppeln hintereinander sitzen
- hinter dem Cockpit eine Kabine mit Fenstern und Türen liegt
- nach unten geneigte Stummelflügel mit Waffenstationen zu sehen sind
- das Fahrwerk im Flug eingefahren ist
Sieh genauer hin, wenn …
- das Cockpit ein großes, gemeinsames Glasdach hat – dann ist es eine frühe Mi-24A
- das Fahrwerk fest ist – dann eher eine modernisierte Mi-35M
- du nur das Heck siehst – dann hilft erst das Kennzeichen weiter
Es ist keine Mi-24, wenn …
- die Piloten nebeneinander sitzen und eine Heckladetür vorhanden ist – dann bist du bei der Mi-8/Mi-17
- der Rumpf schlank ist und keine Kabine hat – dann eher Apache oder Tiger
- der Hubschrauber auf Kufen steht – dann eher eine Cobra
- zwei Rotoren übereinander drehen – dann ist es ein Kamow-Muster
Fazit
Die Mi-24 ist ein Stück Kalter Krieg zum Anfassen: ein Kampfhubschrauber mit Truppenkabine, wie ihn der Westen nie gebaut hat. Doppelkuppel, Kabine und geneigte Flügel liefern den Typ, die Nase mit MG-Turm oder seitlicher Kanone die Version, das Kennzeichen die Bestätigung. In Deutschland ist sie seit 1994 Geschichte, in Osteuropa wird sie von Jahr zu Jahr seltener – Tschechien und Ungarn haben bereits ausgemustert, Polen steht vor dem Wechsel zum Apache.
Kurzfazit
Zwei Glaskuppeln hintereinander, eine Kabine mit Fenstern und kurze, nach unten geknickte Flügel: Das ist die Mi-24 Hind. Für Spotter in Deutschland sind Gatow und Cottbus die sicheren Adressen, fliegend lohnt der Blick nach Polen, Bulgarien und Serbien – solange es die Hind dort noch gibt.
Zusammenfassung
- Die Mi-24 flog erstmals im September 1969 und kam ab 1972 zu den sowjetischen Streitkräften; gebaut wurde sie in Arsenjew und Rostow.
- Wichtigste Versionen sind die Mi-24D mit Doppelkuppel und MG, die Mi-24V mit stärkeren Panzerabwehr-Lenkflugkörpern und die Mi-24P mit 30-mm-Kanone; Exportmodelle hießen Mi-25 und Mi-35.
- Die DDR erhielt zwischen 1978 und 1989 insgesamt 54 Maschinen; nach der Wiedervereinigung gingen viele davon nach Polen und Ungarn oder ins Museum.
- Stand Oktober 2026 fliegen Mi-24 in Europa noch unter anderem in Polen, Bulgarien, Serbien und der Ukraine; Tschechien und Ungarn haben ihre Flotten abgegeben.
- Für Spotter heißt das: Airshows, Museen und die letzten Betreiberländer sind die besten Chancen – und die Uhr läuft.
Häufige Fragen
Warum heißt die Mi-24 „Hind“?
„Hind“ ist der NATO-Codename. Die NATO vergibt Namen für Hubschrauber aus dem Ostblock, die mit H beginnen – die Mi-8 heißt etwa „Hip“, die Mi-26 „Halo“. Hind ist das englische Wort für eine Hirschkuh. In der Sowjetunion selbst nannten Besatzungen die Mi-24 wegen ihrer Form gern „Krokodil“.
Welchen ICAO-Typcode hat die Mi-24?
Die Mi-24 und ihre Exportversionen laufen unter dem Code MI24. Militärhubschrauber senden aber nicht immer offen Positionsdaten – auf dem Flugradar tauchen sie deshalb nur gelegentlich auf.
Wie unterscheide ich Mi-24D, Mi-24V und Mi-24P?
Die Mi-24D hat ein drehbares Mehrlauf-MG im Kinnturm und kleinere Lenkflugkörper-Startschienen. Die Mi-24V sieht ähnlich aus, trägt aber an den Flügelspitzen Rohrbehälter für die stärkeren Schturm-Lenkflugkörper. Die Mi-24P erkennst du an der fest eingebauten 30-mm-Doppelkanone an der rechten Rumpfseite unter dem Cockpit – der Kinnturm fehlt.
Wie viele Mi-24 hatte die NVA?
Die Nationale Volksarmee erhielt zwischen 1978 und 1989 insgesamt 42 Mi-24D und 12 Mi-24P. Sie flogen in den Kampfhubschraubergeschwadern 3 (Cottbus) und 5 (Basepohl). Drei Mi-24D gingen bei Unfällen verloren.
Hat die Bundeswehr die Mi-24 geflogen?
Ja, aber nur kurz. Nach der Wiedervereinigung übernahm die Bundeswehr rund 50 Maschinen. Einige testete die Wehrtechnische Dienststelle 61, der Rest flog übergangsweise in Ostdeutschland und wurde im September 1994 ausgemustert. 18 Mi-24D gingen danach an Polen, weitere als Ersatzteilspender nach Ungarn, einige Maschinen in Museen.
Wo fliegt die Mi-24 heute noch in Europa?
Stand Oktober 2026 unter anderem in Polen, Bulgarien, Serbien (als Mi-35M und Mi-35P), in der Ukraine sowie in Russland und Belarus. Tschechien hat 2023 ausgemustert und die Maschinen an die Ukraine abgegeben, Ungarn hat den Flugbetrieb Anfang 2026 beendet.
Wo sehe ich in Deutschland eine Mi-24?
Fliegend nur noch als Gast, etwa bei Airshows oder NATO-Übungen. Stehend findest du ehemalige NVA-Maschinen unter anderem im Militärhistorischen Museum Flugplatz Berlin-Gatow und im Flugplatzmuseum Cottbus.
Mil Mi-24 Hind sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
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