Das Wichtigste in Kürze
- Die AH-1 Cobra gilt als erster eigens gebauter Kampfhubschrauber der Welt. Bell kombinierte 1965 Antrieb und Rotor der UH-1 „Huey“ mit einem neuen, schmalen Rumpf.
- Zwei Linien: die einmotorige Army-Cobra (AH-1G bis AH-1F) und die zweimotorige Marine-Cobra (AH-1J SeaCobra, AH-1T, AH-1W SuperCobra, AH-1Z Viper).
- Schnellster Erkennungsweg: messerschmaler Rumpf, Tandem-Cockpit, Kufen. Vier Rotorblätter bedeuten AH-1Z Viper.
- Die US Army hat die Cobra längst ausgemustert, das US Marine Corps fliegt heute nur noch die AH-1Z.
- In Europa ist die Cobra selten: Tschechien fliegt die AH-1Z, die Flying Bulls zeigen in Salzburg eine restaurierte AH-1F.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist die Bell AH-1 Cobra?
- 2.Von der Huey zur Cobra: die Entstehung
- 3.Die einmotorige Army-Linie
- 4.Die zweimotorige Marine-Linie
- 5.Cobra, Apache, Tiger oder Mi-24?
- 6.Wer fliegt die Cobra heute?
- 7.Die Cobra in Österreich: Flying Bulls in Salzburg
- 8.Cobra-Spotting: Airshows, Museen und Militärflugplätze
- 9.Fototipps speziell für die Cobra
- 10.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
- 11.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | Bell Helicopter (heute Bell Textron), Lizenzbau der AH-1S durch Fuji Heavy Industries in Japan |
|---|---|
| Rolle | Zweisitziger Kampfhubschrauber |
| Erstflug Model 209 (Prototyp) | 7. September 1965 |
| Erste Einsatzeinheit (US Army, AH-1G) | Oktober 1967 |
| Besatzung | 2 im Tandem: Schütze/Copilot vorn, Pilot hinten |
| Antrieb einmotorige Cobra | 1 × Lycoming T53 (AH-1G: T53-L-13, AH-1S/F: T53-L-703) |
| Antrieb zweimotorige Marine-Cobra | AH-1J: PT6T Twin-Pac (T400); AH-1W: 2 × GE T700-401; AH-1Z: 2 × GE T700-GE-401C |
| Hauptrotor | AH-1G bis AH-1W: 2 Blätter (AH-1G: 13,4 m); AH-1Z: 4 Blätter, rund 15 m |
| Länge mit drehendem Rotor | AH-1G: rund 16 m; AH-1W: 17,68 m; AH-1Z: 17,75 m |
| Max. Abfluggewicht | AH-1G: 4.309 kg; AH-1Z: 8.391 kg (18.500 lb, laut Bell) |
| Höchstgeschwindigkeit | AH-1G: rund 276 km/h; AH-1Z: 200 Knoten angezeigte Fahrt (laut Bell) |
| Gebaut | allein 1.116 AH-1G (1967–1973); 189 AH-1Z für das US Marine Corps (letzte Auslieferung November 2022) |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Extrem schmaler Rumpf – von vorn wirkt die Cobra fast wie eine Klinge
- Tandem-Cockpit unter einer langen, gestuften Haube: vorn der Schütze, dahinter erhöht der Pilot
- Kufenlandegestell – der Apache steht auf Rädern, die Mi-24 auf einem Bugradfahrwerk
- Stummelflügel mit Waffenstationen hinter dem Cockpit
- Bei den klassischen Versionen zweiblättriger Huey-Rotor mit dem typischen „Wop-Wop“; die AH-1Z hat vier Blätter
- Kinnturm mit Kanone oder Maschinengewehren unter der Nase
- Heckrotor seitlich am Ende des Leitwerksträgers, darunter eine Seitenflosse – Huey-DNA im Leitwerk
Aktualisiert: Oktober 2026 – Von vorn kaum breiter als ein Mensch, zwei Glashauben hintereinander, Kufen unter dem Bauch und ein Rotor, der unverkennbar nach Huey klingt: Das ist eine Bell AH-1 Cobra. Sie war Mitte der 1960er-Jahre der erste Hubschrauber, der von Grund auf zum Kämpfen gebaut wurde, und hat das Bild aller späteren Kampfhubschrauber geprägt. Auf dieser Seite erfährst du, wie die Cobra entstanden ist, wie du ihre vielen Versionen auseinanderhältst und wo du sie heute – auch im deutschsprachigen Raum – noch vor die Linse bekommst.
Cobra in deinen Hangar
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Was ist die Bell AH-1 Cobra?
Die AH-1 ist ein zweisitziger Kampfhubschrauber von Bell. Die Besatzung sitzt hintereinander: vorn der Schütze, der zugleich Copilot ist, dahinter etwas erhöht der Pilot. Beide Plätze haben Steuerorgane. Der Rumpf ist extrem schlank gehalten, damit die Maschine von vorn ein kleines Ziel bietet und schneller fliegt als ein umgebauter Transporthubschrauber.
Die Idee dahinter war einfach und clever: Bell übernahm vom Erfolgsmodell UH-1 Iroquois das bewährte Getriebe, den Rotor und die Lycoming-T53-Turbine und setzte diese Technik in einen völlig neuen, schmalen Rumpf mit Stummelflügeln. Deshalb hieß die Cobra anfangs auch HueyCobra – und deshalb klingt sie bis heute wie eine Huey.
Aus der ersten Version AH-1G wurde über fünf Jahrzehnte eine ganze Familie. Die US Army flog einmotorige Cobras, das US Marine Corps ließ eine zweimotorige Linie entwickeln, die mit der AH-1Z Viper bis heute aktuell ist. Die Serienfertigung begann 1967, die letzte von 189 AH-1Z für das Marine Corps wurde im November 2022 übergeben.
Von der Huey zur Cobra: die Entstehung
Schon 1962 zeigte Bell ein Modell namens Iroquois Warrior: ein schlanker Rumpf mit Tandem-Cockpit auf Huey-Basis. Die US Army setzte damals aber auf ein großes, technisch ambitioniertes Programm für einen Hochleistungs-Kampfhubschrauber, aus dem später die Lockheed AH-56 Cheyenne hervorging. Das Projekt kam nicht voran und wurde 1972 schließlich eingestellt.
Bell wartete nicht ab. Im Januar 1965 investierte das Unternehmen eigenes Geld in die Detailkonstruktion des Model 209, das am 7. September 1965 zum ersten Mal flog. Weil der Krieg in Vietnam dringend einen bewaffneten Begleitschutz für die Transporthubschrauber verlangte, suchte die Army eine Übergangslösung. Bells Entwurf gewann im April 1966 einen Vergleich, die erste Bestellung umfasste 110 Maschinen.
Ende August 1967 trafen die ersten sechs AH-1G in Bien Hoa ein, am 6. Oktober 1967 meldete die Army die erste Einheit als einsatzbereit. Aus der „Übergangslösung“ wurde ein Dauerbrenner: Bis 1973 entstanden 1.116 AH-1G, und die Cobra blieb rund drei Jahrzehnte das Rückgrat der Army-Kampfhubschrauber, bis der AH-64 Apache sie ablöste.
Praxis-Tipp: Hören, bevor du siehst
Der zweiblättrige Huey-Rotor erzeugt das typische, tiefe Schlagen. Hörst du dieses „Wop-Wop“ und siehst dann eine sehr schmale Silhouette, ist eine klassische Cobra wahrscheinlich. Die vierblättrige AH-1Z klingt dagegen gleichmäßiger.
Die einmotorige Army-Linie
Die Army-Cobras haben alle eine T53-Turbine und einen Zweiblattrotor. Unterschiede liegen vor allem in Bewaffnung, Cockpit und Haube.
- AH-1G: Die Grundversion für Vietnam. Im Kinnturm saßen 7,62-mm-Miniguns, 40-mm-Granatwerfer oder eine Kombination, an den Stummelflügeln Raketen oder Waffenbehälter. Die Haube ist rundlich gewölbt.
- AH-1Q: Nach Erprobungen Mitte der 1970er-Jahre wurden 101 AH-1G umgerüstet. Neu war die Fähigkeit, TOW-Panzerabwehr-Lenkflugkörper zu tragen – die Cobra wurde vom Begleitschutz zum Panzerjäger.
- AH-1S, AH-1P, AH-1E: Stärkere T53-L-703-Turbine, bei der AH-1P Verbundwerkstoff-Rotorblätter und eine Haube aus flachen Scheiben, bei der AH-1E eine dreiläufige 20-mm-Kanone.
- AH-1F: Der Endstand der Army-Cobra: 143 Neubauten und 387 umgebaute AH-1G. Sie vereint TOW-Fähigkeit, 20-mm-Kanone M197 und die kantige Flachglas-Haube.
Für dich als Spotter ist die Haube das wichtigste Unterscheidungsmerkmal: Rund gewölbt deutet auf eine frühe AH-1G hin, flach und facettiert auf die späteren Versionen ab AH-1P. Japan baute zwischen 1984 und 2000 bei Fuji Heavy Industries 89 AH-1S in Lizenz, die etwa dem AH-1F-Standard entsprechen.
Die zweimotorige Marine-Linie
Das US Marine Corps wollte für Einsätze über See unbedingt zwei Triebwerke. So entstand eine eigene Entwicklungslinie, die sich Schritt für Schritt immer weiter von der Ur-Cobra entfernt hat.
| Version | Einführung | Antrieb | Rotor | Erkennungsmerkmal |
|---|---|---|---|---|
| AH-1J SeaCobra | Erstflug 1969, Einführung 1971 | PT6T Twin-Pac (T400) | 2 Blätter | kurzer Rumpf, flache Twin-Pac-Verkleidung |
| AH-1T Improved SeaCobra | 1970er-Jahre | verstärkte T400 | 2 Blätter | längerer Rumpf und Leitwerksträger |
| AH-1W SuperCobra | Auslieferung ab März 1986 | 2 × GE T700-401 | 2 Blätter | große, seitliche Triebwerksgondeln |
| AH-1Z Viper | Erstflug 8. Dezember 2000 | 2 × GE T700-GE-401C | 4 Blätter | Vierblattrotor, breitere Stummelflügel |
Die AH-1J SeaCobra brachte die Twin-Pac-Turbine von Pratt & Whitney Canada – zwei gekoppelte Triebwerke in einem Paket, wie sie auch die Bell 412 nutzt. Iran kaufte 1971 eine Exportversion, die AH-1J International, und zwar 202 Stück.
Die AH-1W SuperCobra bekam zwei General-Electric-T700-Turbinen und erstmals genug Leistungsreserven für schwere Bewaffnung inklusive Hellfire-Lenkflugkörpern. Gebaut wurden 179 Neubauten, dazu kamen 43 umgerüstete AH-1T. Im Oktober 2020 verabschiedeten die Marines nach 34 Jahren ihre letzte AH-1W.
Die AH-1Z Viper, oft „Zulu Cobra“ genannt, ist die heutige Version. Sie hat einen lagerlosen Vierblattrotor aus Verbundwerkstoff mit rund 15 Metern Durchmesser, ein komplett neues Glascockpit und ein Zielerfassungssystem an der Nase. Die Serienproduktion mit voller Rate wurde im Dezember 2010 genehmigt, im November 2022 übernahm das Marine Corps die 189. und letzte Maschine aus dem Programm. Laut Bell teilt sich die AH-1Z rund 85 Prozent der Bauteile mit dem Transporthubschrauber UH-1Y Venom.
Blätter zählen
Zwei Rotorblätter bedeuten eine klassische Cobra oder SuperCobra. Vier Blätter an einer schmalen Kampfhubschrauber-Silhouette: AH-1Z Viper.
Triebwerke ansehen
Eine kompakte Verkleidung hinter dem Rotormast spricht für die einmotorige Army-Cobra. Zwei deutlich abgesetzte Gondeln an den Rumpfseiten zeigen die AH-1W oder AH-1Z.
Haube prüfen
Rund gewölbt: frühe AH-1G. Flache, facettierte Scheiben: AH-1P, AH-1F oder AH-1S. Die Viper hat eine moderne, höher bauende Haube mit großer Sensorkugel davor.
Cobra, Apache, Tiger oder Mi-24?
Alle Kampfhubschrauber folgen einem ähnlichen Grundmuster. Mit drei Beobachtungen grenzt du sie trotzdem schnell ein.
Schnellbestimmung: Kampfhubschrauber
Bell AH-1 Cobra oder Viper
Kufen und messerschmaler Rumpf sind das Cobra-Bild. Zähl jetzt die Rotorblätter: zwei heißt klassische Cobra oder SuperCobra, vier heißt AH-1Z Viper.
Boeing AH-64 Apache
Radfahrwerk, kantige Seitenverkleidungen und der schräge X-Heckrotor sprechen klar für den Apache.
Mil Mi-24 Hind
Einziehbares Fahrwerk und eine Kabine für Soldaten hat unter den Klassikern nur die Mi-24.
Airbus Helicopters Tiger
Dreiblättriger Heckrotor und ein Höhenleitwerk mit Endscheiben deuten auf den deutsch-französischen Tiger.
Mehr Unterscheidungsmerkmale für Drehflügler aller Art findest du im Guide Hubschraubertypen erkennen.
Wer fliegt die Cobra heute?
Die Cobra wurde in viele Länder exportiert, und einige Flotten sind noch aktiv. Weil Militärbestände sich laufend ändern, gilt die Übersicht mit Stand Oktober 2026 als Orientierung, nicht als vollständige Liste.
| Land | Version(en) | Status und Hinweise |
|---|---|---|
| USA – Marine Corps | AH-1Z | Einziger Cobra-Typ der Marines seit Oktober 2020 |
| Japan | AH-1S (Lizenzbau Fuji) | Im Dienst; Japan beschloss im Dezember 2022, die Cobras durch unbemannte Systeme zu ersetzen |
| Türkei | AH-1W u. a. | Seit April 2022 fliegt die Marine die früheren Heeres-AH-1W |
| Taiwan | AH-1W | 1992 und 1997 bestellt, beim Heer im Dienst |
| Iran | AH-1J International | 1971 gekauft, weiter in Nutzung |
| Jordanien | AH-1F | 2014 übernahm das Land 16 Maschinen aus Israel |
| Südkorea, Pakistan | AH-1-Varianten | Als Nutzer geführt |
| Bahrain | AH-1F (modernisiert), AH-1Z | Zwölf AH-1Z bestellt, die ersten sechs kamen Mitte 2022 |
| Tschechien | AH-1Z | Vier bestellt 2019, sechs weitere von den USA übergeben; erste Maschinen im Juli 2023, Basis Náměšť nad Oslavou |
| Nigeria | AH-1Z | Zwölf bestellt, US-Freigabe im April 2022 |
Ausgemustert haben die Cobra unter anderem die US Army (aktiver Dienst März 1999, Reserve September 2001), Israel (Ende 2013), die spanische Marine (1985) und die Philippinen (Ende Dezember 2024). Pakistan hatte AH-1Z bestellt, der Auftrag liegt aber seit Jahren auf Eis. Die Slowakei bekam 2023 AH-1Z angeboten, entschied sich im Dezember 2024 jedoch für den UH-60 Black Hawk.
Auch zivil war die Cobra unterwegs: Der US Forest Service nutzte umgebaute „Firewatch“-Cobras zur Beobachtung von Waldbränden, die letzten gingen im Oktober 2021 außer Dienst.
Bestände ändern sich laufend
Ausmusterungen, Weitergaben und neue Bestellungen verschieben die Liste der Cobra-Nutzer jedes Jahr. Bevor du eine Tour planst, prüf aktuelle Meldungen der jeweiligen Streitkräfte oder Airshow-Teilnehmerlisten.
Die Cobra in Österreich: Flying Bulls in Salzburg
Die für Spotter im DACH-Raum spannendste Cobra steht in Salzburg. Die Flying Bulls betreiben eine Bell Cobra 209/AH-1F mit dem US-Kennzeichen N11FX. Laut den Flying Bulls wurde sie 1967 gebaut, 1976 auf den AH-1S-Standard modernisiert und diente später als Lehrobjekt an einer Mechanikerschule. Ein US-Sammler entdeckte sie 2010 in schlechtem Zustand, ab 2019 wurde sie für die Flying Bulls restauriert. Im März 2021 kam sie nach Salzburg.
Die Maschine fliegt vor allem bei Airshows. Wenn sie nicht unterwegs ist, kannst du sie im Hangar-7 am Flughafen Salzburg aus nächster Nähe ansehen. Tipps zum Fotografieren vor Ort gibt dir die Spot-Seite Hangar-7 am Flughafen Salzburg. Die Flying Bulls bezeichnen sie als eine von nur zwei klassischen Cobras in Europa.
Keinen Cobra-Auftritt verpassen
Setz die Cobra auf deine Wunschliste und lass dich per Sichtungs-Alarm benachrichtigen, wenn Typ oder Kennzeichen an einem Flughafen anfliegen oder landen. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Cobra-Spotting: Airshows, Museen und Militärflugplätze
Weil die Cobra im deutschsprachigen Raum kaum im Alltagsbetrieb fliegt, sind Airshows deine beste Chance. In Österreich ist die AIRPOWER in Zeltweg das größte Ereignis, einen Überblick über weitere Veranstaltungen findest du unter Airshows in Europa. Ob dort eine Cobra – etwa die der Flying Bulls oder eine tschechische AH-1Z – auftritt, hängt vom jeweiligen Programm ab.
Wer gezielt nach der tschechischen AH-1Z sucht, landet in Náměšť nad Oslavou, der Basis der tschechischen Kampfhubschrauber. Dort gelten wie an jedem Militärflugplatz eigene Regeln: Bleib auf öffentlichem Grund und informiere dich vorab. Was erlaubt ist und was nicht, steht im Beitrag Am Militärflugplatz fotografieren. Wie du Militärbewegungen online im Blick behältst, erklärt Militärflugzeuge verfolgen.
Bereit für deine Cobra-Jagd?
- Ich habe geprüft, ob die Cobra im Programm der Airshow steht.
- Ich kenne die Display-Linie und die Sonnenrichtung zur Vorführzeit.
- Ich habe eine Verschlusszeit gewählt, die den Rotor nicht einfriert.
- Mein Standpunkt am Militärflugplatz ist öffentlich und erlaubt.
- Akku voll, Speicherkarte frei, Zoom für Display und Static Display dabei.
Fototipps speziell für die Cobra
Die Cobra ist ein dankbares, aber anspruchsvolles Motiv: Ihr schmaler Rumpf verschwindet frontal fast, im Profil wirkt sie dagegen lang und elegant.
Profil oder Dreiviertel
Von der Seite zeigst du Tandem-Cockpit, Stummelflügel und Leitwerk zugleich. Die Dreiviertelansicht von vorn bringt den Kinnturm ins Bild.
Rotor in Bewegung
Mit zu kurzer Verschlusszeit steht der Zweiblattrotor still, und die Cobra wirkt wie geparkt. Etwas längere Zeiten und Mitziehen bringen Bewegung ins Bild.
Static Display nutzen
Am Boden kannst du Details wie Haubenform, Turm und Triebwerksgondeln festhalten – genau die Merkmale, an denen du die Version bestimmst.
Wie du Rotoren und Propeller sauber in Bewegung zeigst, steht im Guide Airshows fotografieren. Wann das Licht an der Display-Linie passt, planst du mit dem Beitrag Sonnenstand planen für deinen Fotospot. Allgemeine Tipps rund um Drehflügler bekommst du unter Hubschrauber spotten.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für eine AH-1, wenn …
- der Rumpf von vorn extrem schmal wirkt
- zwei Mann hintereinander unter einer langen Haube sitzen
- der Hubschrauber auf Kufen steht
- du Stummelflügel mit Waffenstationen siehst
Sieh genauer hin, wenn …
- du vier Rotorblätter zählst – dann ist es eine AH-1Z, keine klassische Cobra
- die Maschine nur von hinten oder im Gegenlicht zu sehen ist
- der Hubschrauber zwar schmal ist, aber eine Kabinentür hat – dann eher eine Huey
Es ist keine Cobra, wenn …
- sie auf Rädern steht
- der Heckrotor wie ein schiefes X aussieht
- eine Passagierkabine hinter dem Cockpit liegt
- der Heckrotor drei Blätter hat und das Höhenleitwerk Endscheiben trägt
Wer die Bell-Familie komplett sammeln will, findet bei den zivilen Verwandten wie der Bell 206 JetRanger und der Bell 412 weitere Huey-Gene, während der Kipprotor V-22 Osprey zeigt, wohin Bell sich technisch weiterentwickelt hat.
Fazit
Die AH-1 Cobra hat ein ganzes Genre begründet. Aus Huey-Technik und einem messerschmalen Rumpf entstand 1965 der erste echte Kampfhubschrauber, und seine Grundidee lebt in der AH-1Z Viper bis heute weiter. Für Spotter ist die Cobra ein seltener, aber lohnender Fang: im Alltag kaum zu sehen, bei Airshows und in Salzburg dafür umso eindrucksvoller.
Kurzfazit
Schmaler Rumpf, Tandem-Cockpit, Kufen: Das ist eine Cobra. Zwei Blätter und ein Triebwerk bedeuten Army-Cobra, zwei Gondeln die SuperCobra, vier Blätter die Viper. In Österreich wartet die Flying-Bulls-Cobra im Hangar-7, in Tschechien fliegt die AH-1Z.
Zusammenfassung
- Der Prototyp Bell Model 209 flog am 7. September 1965, ab 1967 setzte die US Army die AH-1G in Vietnam ein.
- Aus der einmotorigen Grundversion wurden mit TOW-Lenkflugkörpern und 20-mm-Kanone die Versionen AH-1Q, AH-1S, AH-1E, AH-1P und AH-1F.
- Für die Marines entstand die zweimotorige Linie: AH-1J SeaCobra (Einführung 1971), AH-1T, AH-1W SuperCobra (ab 1986) und schließlich die vierblättrige AH-1Z Viper (Erstflug 2000).
- Heute fliegen Cobras unter anderem in Japan, Südkorea, Jordanien, Pakistan, Bahrain, der Türkei, Taiwan und Iran, die AH-1Z zusätzlich in Tschechien und Bahrain.
Häufige Fragen
War die Cobra wirklich der erste Kampfhubschrauber?
Sie gilt als erster Hubschrauber, der von Anfang an als Kampfhubschrauber gebaut wurde. Vorher hatten Armeen Transporthubschrauber wie die UH-1 mit Waffen nachgerüstet. Bell nutzte zwar bewährte Huey-Komponenten, entwarf aber einen eigenen, schmalen Rumpf mit Tandem-Cockpit – das Grundprinzip, dem später Apache, Mi-24 (teilweise) und Tiger folgten.
Was ist der Unterschied zwischen Cobra, SuperCobra und Viper?
Cobra steht meist für die einmotorigen Army-Versionen AH-1G bis AH-1F. SuperCobra ist die zweimotorige AH-1W des US Marine Corps mit GE-T700-Triebwerken. Viper heißt die AH-1Z mit vierblättrigem Rotor und neuem Cockpit. Von außen trennst du die Viper am sichersten über die Blattzahl.
Fliegt die US Army noch Cobras?
Nein. Die Army nahm die Cobra im März 1999 aus dem aktiven Dienst, die Reserve folgte im September 2001. Abgelöst wurde sie vom AH-64 Apache. Das US Marine Corps hat die letzten AH-1W im Oktober 2020 ausgemustert und fliegt seitdem nur noch die AH-1Z.
Was hat die AH-1Z mit der UH-1Y gemeinsam?
Sehr viel. Laut Bell teilen sich die beiden Marine-Hubschrauber rund 85 Prozent der Bauteile. Gemeinsam sind unter anderem Triebwerke, Rotorsystem, Antriebsstrang und Leitwerksträger. Das vereinfacht Wartung und Ersatzteilversorgung an Bord von Schiffen.
Wo kann ich in Europa eine Cobra sehen?
Die bekannteste klassische Cobra im deutschsprachigen Raum gehört den Flying Bulls in Salzburg und steht im Hangar-7, wenn sie nicht bei Airshows unterwegs ist. Militärisch fliegt in Mitteleuropa die tschechische Luftwaffe die AH-1Z. Dazu kommen Airshows, bei denen gelegentlich türkische oder US-Marine-Cobras auftauchen – das hängt jedes Jahr vom Teilnehmerfeld ab.
Taucht die Cobra auf dem Flugradar auf?
Selten verlässlich. Militärhubschrauber senden oft keine oder nur eingeschränkte Daten. Die zivil registrierte Cobra der Flying Bulls läuft unter dem US-Kennzeichen N11FX. Für alle anderen gilt: Termine von Airshows und Tagen der offenen Tür sind die bessere Planungsgrundlage.
Warum hat die Cobra Kufen und keine Räder?
Das Kufenlandegestell stammt aus der Huey-Tradition: leicht, robust und auf unbefestigtem Gelände praktisch. Erst spätere Kampfhubschrauber wie der Apache setzten auf Radfahrwerke. Für dich als Spotter ist das ein schnelles Unterscheidungsmerkmal.
Bell AH-1 Cobra / Viper sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
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Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Hangar-7 Salzburg
Der Hangar-7 am Flughafen Salzburg ist Ausstellungshalle, Gourmet-Adresse und Heimat der Flying Bulls zugleich. Unter einer gläsernen Kuppel stehen flugfähige Klassiker wie die frühere Tito-DC-6B, eine B-25J, eine P-38 Lightning und eine Corsair – bei freiem Eintritt und direkt gegenüber der Besucherterrasse.
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Österreichs zweitgrößter Flughafen hat nur eine Piste, einen Anflug fast immer von Norden über Bayern und einen Wintersamstag, der aus dem ruhigen Regionalflughafen einen der spannendsten Charterplätze der Alpen macht – mit Hangar-7 und Bergkulisse als Zugabe.
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