Das Wichtigste in Kürze
- Der Eckwert ist eine Planungszahl: Er legt fest, wie viele Starts und Landungen pro Stunde an einem koordinierten Flughafen höchstens als Slots vergeben werden – nicht, wie viele technisch irgendwie möglich wären.
- Die Piste ist fast immer der Engpass: Terminals lassen sich erweitern, Pisten kaum. Deshalb bestimmen Anzahl, Abstand und Lage der Bahnen die stündliche Kapazität am stärksten.
- Abstand entscheidet: Liegen parallele Bahnen weit genug auseinander, dürfen sie unabhängig voneinander betrieben werden. In München sind es rund 2.300 Meter, in Düsseldorf nur rund 500 – mit völlig unterschiedlichen Folgen.
- Kreuzende Bahnen kosten Kapazität: Hamburg kommt mit zwei sich kreuzenden Bahnen auf höchstens rund 48 Bewegungen pro Stunde, München mit zwei unabhängigen Parallelbahnen auf 90.
- Für Spotter ist der Eckwert ein Taktgeber: Wer weiß, wie dicht ein Flughafen in der Spitze getaktet ist, kann Wellen, Pausen und Ausweichpisten besser einplanen.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Flughafenkapazität: die kurze Antwort
- 2.Wer den Eckwert festlegt
- 3.Warum fast immer die Piste der Engpass ist
- 4.Pistensysteme im Vergleich
- 5.Deutsche und europäische Beispiele
- 6.Gemischter oder getrennter Betrieb
- 7.Wenn die Kapazität plötzlich sinkt
- 8.Was die Zahlen für deine Spotter-Planung bedeuten
- 9.Worauf du achten solltest
- 10.Fazit
Am Zaun wirkt es manchmal, als käme ein Flieger nach dem anderen ohne Ende herein – und an einem anderen Flughafen wartest du zwanzig Minuten auf die nächste Landung. Dahinter steckt mehr als nur Nachfrage. Jeder größere Flughafen hat eine festgelegte Kapazität in Bewegungen pro Stunde, und die ergibt sich vor allem aus dem Pistensystem. Dieser Guide erklärt, was der Eckwert ist, warum zwei Bahnen nicht gleich zwei Bahnen sind und was die Zahlen für deine Planung am Spot bedeuten.
Pisten, Wind und Verkehr auf einen Blick
Planetrack zeigt dir zu jedem Flughafen Wetter, Wind und aktive Pisten – und auf der Spot-Karte, wo du den Betrieb am besten siehst. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flughafenkapazität: die kurze Antwort
Die Kapazität eines Flughafens beschreibt, wie viele Starts und Landungen er in einem bestimmten Zeitraum sicher abwickeln kann – in der Praxis meist pro Stunde. An stark nachgefragten Flughäfen wird daraus ein verbindlicher Wert abgeleitet, der Koordinierungseckwert. Er legt fest, wie viele Slots pro Stunde vergeben werden dürfen. Was über diesen Wert hinausgeht, bekommt schlicht keinen Platz im Flugplan.
Wichtig ist der Unterschied zwischen drei Größen:
- Technische Kapazität: Was Pisten, Luftraum und Flugsicherung unter guten Bedingungen theoretisch hergeben.
- Eckwert: Die festgelegte Obergrenze für die Slotvergabe – meist etwas unter dem technischen Maximum, damit Verspätungen und Wetter nicht sofort zum Chaos führen.
- Tatsächliche Bewegungen: Was in einer konkreten Stunde wirklich passiert. In Randzeiten liegt das weit unter dem Eckwert, in Spitzen nah daran.
Wer den Eckwert festlegt
In Deutschland übernimmt der Flughafenkoordinator der Bundesrepublik Deutschland (fluko) die Slotvergabe an den stark ausgelasteten Flughäfen. Diese sind als Level 3 eingestuft, also voll koordiniert: Wer dort starten oder landen will, braucht vorab einen Slot. Aktuell betrifft das Berlin Brandenburg, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Hannover, Köln/Bonn, München und Stuttgart. Daneben gibt es Level-2-Flughäfen, an denen Flugpläne nur abgestimmt, aber nicht streng koordiniert werden.
Der Koordinator veröffentlicht pro Flugplanperiode die sogenannten Kapazitätsparameter. Darin stecken nicht nur Pisten, sondern auch An- und Abflugverfahren, Staffelungsregeln, Rollwege, Vorfeldpositionen, Terminals und Kontrollstellen. Dazu kommen Einschränkungen aus Umwelt- und Nachbarschaftsrecht, etwa Nachtflugregeln. Wie Slots im Detail vergeben, getauscht und verloren werden, erklärt der Guide Slots an Flughäfen. Die Flugsicherung selbst – in Deutschland die DFS – liefert die Zahlen dazu, wie viele Anflüge sie in einer Stunde sicher staffeln kann.
Warum fast immer die Piste der Engpass ist
Terminals, Vorfelder und Gepäckanlagen lassen sich erweitern, teilweise sogar in wenigen Jahren. Eine neue Piste braucht dagegen oft Jahrzehnte von der ersten Planung bis zur Eröffnung – wenn sie überhaupt kommt. Deshalb ist das Pistensystem an fast allen großen Flughäfen der eigentliche Flaschenhals. Wie viele Bewegungen eine Bahn schafft, hängt an vier Faktoren.
1. Pistenbelegungszeit
Ein landendes Flugzeug blockiert die Bahn, bis es sie über einen Abrollweg verlassen hat. Ein startendes blockiert sie vom Aufrollen bis kurz nach dem Abheben. Schnellabrollwege, die schräg von der Piste abzweigen, verkürzen diese Zeit spürbar. Jede Sekunde, die ein Flugzeug weniger auf der Bahn verbringt, ist auf die Stunde gerechnet bares Kapazitätsgold.
2. Staffelung im Anflug
Im Endanflug müssen Flugzeuge Mindestabstände einhalten. Hinter großen, schweren Maschinen sind diese Abstände größer, weil die Wirbelschleppen nachfolgende Flugzeuge gefährden können. Landet hinter einem Airbus A380 ein Regionaljet, braucht es deutlich mehr Luft als zwischen zwei Mittelstreckenjets. Ein hoher Anteil an Langstreckenflugzeugen senkt deshalb die mögliche Zahl der Landungen pro Stunde. Die Hintergründe stehen im Artikel Wirbelschleppen und Staffelung.
3. Mischung aus Starts und Landungen
Auf einer einzelnen Bahn lassen sich Starts geschickt in die Lücken zwischen Landungen schieben. Ein guter Fluglotse holt so aus einer Bahn mehr heraus, als wenn nur gelandet oder nur gestartet würde. Diese Mischung ist aber anspruchsvoll und funktioniert nur, wenn der Takt im Anflug sauber steht.
4. Wetter und Betriebsrichtung
Bei schlechter Sicht greifen größere Abstände, weil Flugzeuge mit Instrumenten anfliegen und die Bahn länger frei bleiben muss. Starker Wind, Gewitter oder eine Betriebsrichtung, die das Pistensystem ungünstig nutzt, drücken die Kapazität zusätzlich. Wie Wind über die Laufrichtung entscheidet, zeigt der Guide Betriebsrichtung am Flughafen verstehen; wie Instrumentenanflüge ablaufen, steht in ILS-Anflug erklärt.
Gegenwind verlangsamt den Takt
Bei starkem Gegenwind sind Flugzeuge im Endanflug über Grund langsamer. Bei gleichen Distanzabständen vergeht dann mehr Zeit zwischen zwei Landungen. Manche Großflughäfen staffeln deshalb nach Zeit statt nach Distanz, um bei Gegenwind weniger Kapazität zu verlieren.
Pistensysteme im Vergleich
Wie viel ein Flughafen schafft, hängt stark davon ab, wie seine Bahnen zueinander liegen. Die wichtigsten Grundformen:
| Pistensystem | Typisches Beispiel | Betrieb | Kapazitätswirkung |
|---|---|---|---|
| Eine einzelne Bahn | Gatwick (im Regelbetrieb) | Starts und Landungen auf derselben Bahn | stark begrenzt, Effizienz hängt an Rollwegen und Takt |
| Eng liegende Parallelbahnen | Düsseldorf (rund 500 m Abstand) | Bahnen abhängig voneinander, oft nur als Ausweich- oder Zusatzbahn | wenig mehr als eine Bahn |
| Weit auseinander liegende Parallelbahnen | München (rund 2.300 m Abstand) | unabhängige Starts und Landungen auf beiden Bahnen | annähernd doppelte Kapazität einer Bahn |
| Kreuzende Bahnen | Hamburg (05/23 und 15/33) | Kreuzungsbereich wird abwechselnd genutzt | deutlich unter zwei unabhängigen Bahnen |
| Kombination mehrerer Systeme | Frankfurt (drei Parallelbahnen plus Startbahn 18) | Mischung aus getrennten Lande- und Startbahnen | hohe Kapazität, aber komplexe Abhängigkeiten |
Die Pistennummern in der Tabelle geben die Ausrichtung der Bahnen an. Wenn du wissen willst, wie die Bezeichnungen mit L, C und R zustande kommen, lies den Artikel Pistenbezeichnungen am Flughafen.
Warum der Abstand so wichtig ist
Parallele Bahnen dürfen nur dann völlig unabhängig voneinander für Anflüge genutzt werden, wenn sie weit genug auseinanderliegen. Die ICAO gibt dafür Mindestabstände der Pistenachsen vor, die je nach Verfahren und Radarüberwachung deutlich über einem Kilometer liegen. Frankfurt brauchte für die Landebahn Nordwest sogar eine Ausnahmegenehmigung, weil ihr Abstand zur alten Nordbahn mit rund 1.400 Metern knapp unter dem geforderten Wert liegt. Darunter müssen die Anflüge auf beide Bahnen miteinander abgestimmt werden, was die Kapazität deutlich drückt. Bei sehr eng liegenden Bahnen ist ein gleichzeitiger Betrieb oft gar nicht möglich.
Deutsche und europäische Beispiele
Frankfurt: Kapazität durch die Landebahn Nordwest
Am Flughafen Frankfurt gibt es vier Bahnen: die drei Parallelbahnen 07R/25L, 07C/25C und 07L/25R sowie die Startbahn 18 nach Süden. Die Landebahn Nordwest (07L/25R) wird nur für Landungen genutzt, die Startbahn 18 nur für Starts. Vor ihrer Eröffnung lag Frankfurt 2010 bei rund 83 Bewegungen pro Stunde. Mit der neuen Bahn ab Oktober 2011 wurde die Kapazität schrittweise erhöht, seit 2018 liegt der Eckwert bei 104 Bewegungen pro Stunde. Der Sprung kam vor allem daher, dass die neue Bahn erstmals unabhängige Parallelanflüge erlaubt. Langfristig, nach dem Ausbau mit Terminal 3, gelten bis zu 126 Bewegungen pro Stunde als möglich.
Für dich am Zaun bedeutet das: Der Verkehr verteilt sich auf mehrere Bahnen, und von welchem Spot aus du was siehst, hängt stark von der Betriebsrichtung ab. Einen Überblick über die Standorte gibt der Frankfurt-Guide, von der Aussichtsplattform Zeppelinheim am Ostende des Geländes siehst du bei Westbetrieb vor allem die Landungen auf der Südbahn 25L.
München: zwei unabhängige Parallelbahnen
Der Flughafen München hat zwei 4.000 Meter lange Bahnen, 08L/26R und 08R/26L. Ihre Achsen liegen rund 2.300 Meter auseinander, die Schwellen sind zusätzlich versetzt. Damit können beide Bahnen nach ICAO-Regeln unabhängig betrieben werden. Die Slot-Kapazität liegt bei 90 Bewegungen pro Stunde. Eine dritte Bahn sollte die Kapazität auf 120 Bewegungen erhöhen; sie wurde 2011 planfestgestellt, ein Münchner Bürgerentscheid stoppte das Projekt aber 2012 vorerst. Wie du den Betrieb vor Ort erlebst, beschreiben der München-Guide und der Steckbrief zum Besucherhügel.
Hamburg: zwei Bahnen, die sich kreuzen
Am Flughafen Hamburg kreuzen sich die Bahnen 05/23 und 15/33. Weil der Kreuzungsbereich nur von einem Flugzeug gleichzeitig genutzt werden kann, schaffen beide Bahnen zusammen maximal rund 48 Starts und Landungen pro Stunde. Dazu kommen Bahnbenutzungsregeln aus Lärmschutzgründen und Nachtflugbeschränkungen zwischen 23 und 6 Uhr. Für Spotter ist Hamburg dadurch übersichtlich: Der Takt ist ruhiger, und mit dem Wissen über die bevorzugten Bahnen lässt sich gut planen. Mehr dazu im Hamburg-Guide und am Affenfelsen.
Düsseldorf: Parallelbahnen mit engem Abstand
Der Flughafen Düsseldorf hat zwei parallele Bahnen, 05R/23L und 05L/23R, aber nur rund 500 Meter Abstand. Ein gleichzeitiger unabhängiger Betrieb ist damit nicht möglich. Hinzu kommt der sogenannte Angerlandvergleich von 1965, der die Kapazität und das Nachtstartverbot rechtlich festschreibt. Der Flughafen hat 2015 eine Änderung der Betriebsgenehmigung beantragt, die bis zu 60 koordinierte Bewegungen pro Stunde in Spitzenzeiten vorsieht; das Verfahren war lange umstritten. Den Spotter-Blick auf diesen Flughafen bietet der Düsseldorf-Guide.
Dichte Wellen, seltene Gäste
Mit Sichtungs-Alarmen meldet dir Planetrack, wenn ein beobachtetes Kennzeichen, ein Typ oder eine Special Livery im Anflug ist – auch mitten in der Spitzenstunde. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
London-Heathrow: getrennter Betrieb am Limit
Der Flughafen London-Heathrow hat zwei parallele Ost-West-Bahnen, 09L/27R und 09R/27L. Statt einer Stundenzahl wird hier vor allem mit einer Jahresobergrenze von 480.000 Bewegungen gearbeitet, und die beiden Bahnen sind zu über 98 Prozent ausgelastet. Heathrow arbeitet in der Regel im getrennten Betrieb: Eine Bahn dient für Landungen, die andere für Starts. Bei Westbetrieb tauschen die Bahnen täglich um 15 Uhr Ortszeit ihre Rollen, damit Anwohner unter den Anflugrouten feste Ruhephasen haben. Bei Ostbetrieb gibt es diesen Wechsel bislang nicht. Wer das weiß, steht an Spots wie der Myrtle Avenue zur richtigen Zeit an der richtigen Bahn. Mehr im Heathrow-Guide.
London-Gatwick: das Lehrstück der einzelnen Bahn
Der Flughafen London-Gatwick zeigt, was eine einzelne Bahn leisten kann. Die Hauptbahn 08R/26L galt bis 2017 als verkehrsreichste Einbahn-Anlage der Welt, mit bis zu 55 Bewegungen pro Stunde. Die parallele Nordbahn liegt nur rund 200 Meter daneben und dient bisher als Ausweichbahn, wenn die Hauptbahn gesperrt ist. 2025 hat die britische Regierung Pläne genehmigt, die Nordbahn zu versetzen und regulär zu nutzen. Spotter-Infos dazu bietet der Gatwick-Guide.
Gemischter oder getrennter Betrieb
Bei mehreren Bahnen stellt sich die Frage, wie sie aufgeteilt werden. Beide Varianten haben ihre Logik.
Gemischter Betrieb (Mixed Mode)
- Starts und Landungen auf jeder Bahn
- holt aus jeder Bahn mehr Bewegungen heraus
- flexibel bei Verkehrsspitzen in eine Richtung
- höhere Anforderungen an die Lotsen und an den Takt im Anflug
Getrennter Betrieb (Segregated Mode)
- eine Bahn nur für Landungen, eine nur für Starts
- einfachere Abläufe und weniger Kreuzungen
- ermöglicht planbare Lärmpausen für Anwohner
- verschenkt in der Regel etwas Kapazität
Welche Variante ein Flughafen fährt, hängt nicht nur an der Technik, sondern auch an Genehmigungen und Absprachen mit dem Umland. Für dich heißt das: Bei getrenntem Betrieb ist eindeutig, wo gelandet wird – und wo du dich mit dem Teleobjektiv aufstellen solltest.
Wenn die Kapazität plötzlich sinkt
Der Eckwert gilt für normale Bedingungen. Im Alltag gibt es viele Gründe, warum ein Flughafen kurzfristig weniger schafft:
- Pistensperrungen und Bauarbeiten: Fällt eine Bahn aus, bricht die Kapazität ein und der Verkehr läuft über ungewohnte Routen. Für Spotter kann das eine Chance sein, wie der Artikel Pistensperrungen und Bauarbeiten zeigt.
- Schlechte Sicht: Bei Nebel greifen größere Abstände, und die Flugsicherung reduziert die Zahl der Anflüge.
- Gewitter und starker Seitenwind: Einzelne Bahnen oder Betriebsrichtungen werden unbrauchbar.
- Engpässe im Luftraum: Auch wenn der Flughafen Platz hätte, kann der umliegende Luftraum ausgelastet sein. Dann regelt die europäische Netzsteuerung bei Eurocontrol den Zufluss über Verspätungsauflagen.
- Nachtregeln: In den Randzeiten greifen Beschränkungen, die den Verkehr auslaufen lassen. Mehr dazu in Nachtflugverbot an deutschen Flughäfen.
Was die Zahlen für deine Spotter-Planung bedeuten
Ein Eckwert von 104 heißt nicht, dass du in Frankfurt in jeder Stunde 104 Flugzeuge siehst. An Drehkreuzen kommt der Verkehr in Wellen: Erst landet eine dichte Folge von Zubringern, dann starten die Anschlussflüge. Dazwischen gibt es ruhigere Phasen. Wie diese Wellen entstehen und wie du sie nutzt, beschreibt der Artikel Hub-Wellen verstehen.
1. Pistensystem verstehen
Finde heraus, wie viele Bahnen der Flughafen hat, wie sie liegen und welche für Starts oder Landungen genutzt werden.
2. Betriebsrichtung prüfen
Der Wind bestimmt, aus welcher Richtung gelandet wird. Erst damit weißt du, welcher Spot an diesem Tag funktioniert.
3. Spitzenzeiten finden
Schau dir Ankunfts- und Abflugpläne an. Die dichtesten Phasen sind ideal für Masse, ruhige Phasen für Spotwechsel und Pausen.
4. Besonderheiten einplanen
Bahnwechsel wie in Heathrow, Nachtregeln oder angekündigte Sperrungen verändern den Ablauf. Prüfe sie vor dem Losfahren.
Worauf du achten solltest
- Eckwert ist nicht Live-Verkehr. Die Zahl beschreibt eine Obergrenze für die Planung, nicht die Bewegungen in einer bestimmten Stunde.
- Stunden- und Jahreszahlen nicht verwechseln. Heathrow arbeitet mit einer Jahresgrenze, deutsche Flughäfen meist mit stündlichen Werten. Beide lassen sich nicht direkt vergleichen.
- Zwei Bahnen sind nicht doppelte Kapazität. Abstand, Kreuzungen und Betriebsart entscheiden, ob eine zweite Bahn wirklich unabhängig nutzbar ist.
- Werte ändern sich. Eckwerte werden je Flugplanperiode neu festgelegt. Die hier genannten Zahlen geben den Stand zum Zeitpunkt der Recherche wieder.
- Sicherheit vor Ausbeute. Auch wenn es in der Spitzenstunde hektisch wird: Bleib auf öffentlichen Flächen. Was rund um Zaun und Anflugschneise gilt, fasst Ist Planespotting erlaubt? zusammen.
Kennst du die Kapazität deines Hausflughafens?
- Ich weiß, wie viele Bahnen mein Flughafen hat und wie sie liegen.
- Ich weiß, ob die Bahnen unabhängig oder nur abhängig betrieben werden.
- Ich kenne die bevorzugte Betriebsrichtung und den Einfluss des Windes.
- Ich weiß, wann die Spitzenzeiten und Hub-Wellen liegen.
- Ich kenne Nachtregeln und übliche Bahnwechsel.
Jede Bewegung festhalten
Poste deine Sichtungen mit Foto, Flugzeugtyp, Kennzeichen, Airline und Spot, sammle sie im Hangar und hol dir Likes und Kommentare aus der Community. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
Die Kapazität eines Flughafens ist kein Zufall, sondern das Ergebnis aus Pistenlage, Staffelung, Betriebsart und Regeln. Der Eckwert macht daraus eine verbindliche Zahl für die Slotvergabe. Frankfurt zeigt, wie viel eine zusätzliche, unabhängig nutzbare Bahn bringt, Hamburg, wie kreuzende Bahnen bremsen, und Heathrow, wie es aussieht, wenn ein Flughafen dauerhaft am Limit läuft. Wer diese Zusammenhänge kennt, liest den Betrieb am Zaun wie einen Fahrplan.
Kurzfazit
Der Eckwert sagt dir, wie dicht ein Flughafen in der Spitze getaktet sein kann, das Pistensystem erklärt, warum. Unabhängige Parallelbahnen bringen am meisten, eng liegende oder kreuzende Bahnen deutlich weniger. Für deine Planung zählen am Ende Betriebsrichtung, Spitzenzeiten und die Frage, welche Bahn gerade wofür genutzt wird.
Zusammenfassung
- Kapazität wird an koordinierten Flughäfen in Bewegungen pro Stunde ausgedrückt. In Deutschland legt der Flughafenkoordinator die Werte fest, auf deren Basis Slots vergeben werden.
- Den größten Einfluss haben Pistenanzahl, Pistenabstand, Betriebsart (gemischt oder getrennt), Staffelung wegen Wirbelschleppen und Rollzeiten auf der Bahn.
- Frankfurt liegt seit 2018 bei 104 Bewegungen pro Stunde, München bei 90, Hamburg kommt mit zwei kreuzenden Bahnen auf maximal rund 48.
- Heathrow arbeitet mit einer festen Jahresobergrenze von 480.000 Bewegungen und ist nahezu voll ausgelastet; Gatwick galt lange als verkehrsreichste Einbahn-Anlage der Welt.
Häufige Fragen
Was ist der Eckwert eines Flughafens?
Der Eckwert, genauer Koordinierungseckwert, gibt an, wie viele Starts und Landungen an einem koordinierten Flughafen pro Zeiteinheit – meist pro Stunde – als Slots vergeben werden dürfen. Er wird aus der Kapazität von Pisten, Luftraum, Vorfeld und Terminals abgeleitet und bildet die Obergrenze für die Flugplanung. Mit der tatsächlichen Zahl an Bewegungen in einer bestimmten Stunde ist er nicht identisch.
Wer legt den Eckwert in Deutschland fest?
Die Koordinierung an den deutschen Level-3-Flughäfen übernimmt der Flughafenkoordinator der Bundesrepublik Deutschland (fluko). Die Kapazitätsparameter werden mit Flughafen, Flugsicherung und Airlines abgestimmt und saisonal veröffentlicht. Koordiniert sind Berlin Brandenburg, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Hannover, Köln/Bonn, München und Stuttgart.
Wie viele Flugbewegungen schafft Frankfurt pro Stunde?
Der Koordinierungseckwert in Frankfurt liegt seit 2018 bei 104 Bewegungen pro Stunde. Möglich wurde das vor allem durch die 2011 eröffnete Landebahn Nordwest, die erstmals unabhängige Parallelanflüge erlaubt. Langfristig gelten nach dem Ausbau mit Terminal 3 bis zu 126 Bewegungen pro Stunde als möglich.
Warum hat Hamburg weniger Kapazität als München?
Hamburg hat zwei Bahnen, die sich kreuzen. Startet oder landet ein Flugzeug auf der einen, ist der Kreuzungsbereich für die andere blockiert. Beide Bahnen zusammen schaffen deshalb höchstens rund 48 Bewegungen pro Stunde. München hat zwei parallele Bahnen mit rund 2.300 Metern Abstand, die unabhängig voneinander betrieben werden können, und kommt auf 90.
Was bedeutet gemischter und getrennter Betrieb?
Im gemischten Betrieb (Mixed Mode) wird auf einer Bahn sowohl gestartet als auch gelandet. Im getrennten Betrieb (Segregated Mode) dient eine Bahn nur für Landungen und eine andere nur für Starts. Heathrow arbeitet in der Regel getrennt und wechselt bei Westbetrieb die Rollen der Bahnen täglich, was Anwohnern planbare Ruhephasen gibt.
Warum zählen Wirbelschleppen für die Kapazität?
Hinter großen Flugzeugen entstehen Luftwirbel, die nachfolgende Maschinen gefährden können. Die Flugsicherung hält deshalb je nach Gewichtsklasse größere Abstände ein. Je mehr schwere Langstreckenjets in einer Stunde landen, desto weniger Bewegungen passen insgesamt hinein.
Was bringt mir der Eckwert als Spotter?
Er zeigt dir, wie dicht der Betrieb in Spitzenzeiten ist. An hoch ausgelasteten Flughäfen folgen Landungen im Abstand von ein bis zwei Minuten, Pausen sind selten. An Flughäfen mit Hub-Wellen wechseln dichte Ankunfts- und Abflugphasen mit ruhigeren Zeiten. Wer das weiß, plant Ankunft am Spot, Akku und Pausen besser.
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