APU, Bodenstrom und PCA: So bekommt ein Flugzeug am Boden Energie

Hilfstriebwerk im Heck, Bodenstromkabel aus der Fluggastbrücke, dicker Klimaschlauch unter dem Rumpf: Wie ein Flugzeug zwischen Landung und Start mit Strom, Luft und Druckluft versorgt wird – und wie du das am Zaun erkennst.

Planetrack RedaktionVeröffentlicht: 15. Oktober 202613 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Drei Quellen, ein Ziel: Am Boden braucht ein Verkehrsflugzeug Strom, klimatisierte Luft und zum Triebwerksstart Druckluft. Liefern können das die bordeigene APU oder Geräte vom Flughafen.
  • Die APU ist eine kleine Gasturbine: Sie sitzt meist im Heckkonus, treibt einen Generator an und liefert bei den meisten Typen zusätzlich Zapfluft für Klimaanlage und Triebwerksstart.
  • Bodenstrom heißt meistens 115 Volt bei 400 Hertz: Die GPU kommt als Dieselwagen, als fest installierter Umformer am Standplatz oder direkt unter der Fluggastbrücke.
  • PCA ersetzt die Klimaanlage an Bord: Vorkonditionierte Luft wird über einen dicken Schlauch in das Klimasystem des Flugzeugs geblasen – die APU kann dann aus bleiben.
  • Am Zaun erkennbar: Flimmernde Luft und ein hohes Pfeifen am Heck verraten die laufende APU, Kabel und Schlauch unter dem Rumpf die Versorgung durch den Flughafen.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Die kurze Antwort
  2. 2.Die APU: das Kraftwerk im Heck
  3. 3.Bodenstrom: die GPU
  4. 4.PCA: Klimaluft vom Flughafen
  5. 5.APU oder Bodengerät: der direkte Vergleich
  6. 6.Der Ablauf am Gate: Wer wann übernimmt
  7. 7.Am Zaun lesen: Was läuft gerade?
  8. 8.Typische Situationen auf dem Vorfeld
  9. 9.Fazit

Die Triebwerke sind aus, die Passagiere steigen aus, aber im Cockpit leuchten weiter alle Displays, die Kabine bleibt angenehm kühl, und in der Bordküche laufen die Öfen. Irgendwoher muss die Energie kommen. Ein geparktes Verkehrsflugzeug hat dafür zwei Möglichkeiten: Es versorgt sich selbst über sein Hilfstriebwerk (APU), oder es hängt am Flughafen – mit Bodenstrom (GPU) und vorkonditionierter Luft (PCA). Dieser Guide erklärt dir, wie die drei Systeme funktionieren, warum Flughäfen lieber Kabel als Kerosin sehen und woran du am Zaun erkennst, was gerade läuft.

Halte fest, was du am Gate siehst

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Die kurze Antwort

Ein Flugzeug am Boden braucht drei Dinge: Strom für Avionik, Beleuchtung, Küche und Bordunterhaltung, klimatisierte Luft für die Kabine und – kurz vor der Abfahrt – Druckluft oder genug elektrische Leistung, um die Triebwerke zu starten. Die APU im Heck kann alles davon liefern. Der Flughafen kann Strom und Klimaluft übernehmen, sodass die APU erst kurz vor dem Anlassen der Triebwerke gebraucht wird. Wie viel davon an einem Standplatz möglich ist, hängt von der Ausstattung der Position und von den Regeln des jeweiligen Flughafens ab.

115 VWechselspannung des typischen Bordnetzes großer Verkehrsflugzeuge
400 HzNetzfrequenz im Flugzeug – achtmal so hoch wie im europäischen Stromnetz
28 VGleichspannung, die vor allem kleinere Flugzeuge zusätzlich nutzen

Die APU: das Kraftwerk im Heck

Die Auxiliary Power Unit ist im Kern eine kleine Gasturbine. Bei fast allen Jets sitzt sie im Heckkonus, hinter dem Druckschott – deshalb siehst du an vielen Verkehrsflugzeugen ganz hinten eine kleine Abgasöffnung, manchmal mittig in der Spitze, manchmal seitlich versetzt. Die APU zieht Treibstoff aus den normalen Tanks und erzeugt daraus zweierlei:

  • Wellenleistung, die über ein Getriebe einen Generator antreibt. Der speist das Bordnetz, bei großen Verkehrsflugzeugen typischerweise mit 115 Volt Wechselstrom bei 400 Hertz.
  • Druckluft (Zapfluft, englisch Bleed Air), entweder aus einem eigenen Lastverdichter oder abgezweigt aus dem Verdichter der Turbine. Diese Luft speist die Klimaanlagen (Packs) und die Druckluftanlasser der Haupttriebwerke.

Angelassen wird die APU elektrisch, im einfachsten Fall mit den Bordbatterien. Das macht sie zum Schlüssel für die Unabhängigkeit eines Flugzeugs: Mit geladenen Batterien und funktionierender APU kann eine Crew auch auf einer Außenposition ohne jede Bodenausrüstung alle Systeme hochfahren und die Triebwerke starten.

Ein bisschen Geschichte

Hilfsaggregate gibt es fast so lange wie Motorflug: Schon im Zweiten Weltkrieg nutzten große Bomber kleine Kolbenmotoren, um Generatoren anzutreiben, und frühe deutsche Strahltriebwerke wurden mit einem eigenen kleinen Zweitaktmotor angelassen, dem Riedel-Anlasser. Als erstes Strahlverkehrsflugzeug mit einer Hilfsgasturbine gilt die Boeing 727 aus den 1960er-Jahren. Sie sollte auch auf kleinen Flughäfen ohne viel Bodenausrüstung auskommen – genau das Argument, das die APU bis heute begründet.

Wer baut APUs?

Den Markt teilen sich im Wesentlichen zwei Anbieter: Honeywell als klarer Marktführer und Pratt & Whitney Canada, eine Tochter von Pratt & Whitney. Pratt & Whitney Canada liefert etwa die APUs für den Airbus A380 und die Boeing 787. In der A320-Familie gab es lange die Wahl zwischen einem Honeywell-Gerät und der APS3200 von Pratt & Whitney; beim A320neo hat Airbus die Option von Pratt & Whitney gestrichen, dort kommt die APU von Honeywell. Für Spotter ist der Hersteller meist nicht sichtbar, hörbar aber manchmal schon: Unterschiedliche APU-Muster klingen spürbar anders.

Die APU im Flug

Normalerweise schaltet die Crew die APU ab, sobald die Triebwerke laufen und deren Generatoren das Bordnetz übernommen haben – manche Airlines lassen sie bis nach dem Start an, um die Triebwerke beim Abheben nicht mit Zapfluft für die Klimaanlage zu belasten. Im Reiseflug ist die APU dann eine Reserve: Fällt ein Triebwerksgenerator aus, kann sie Strom liefern. Für zweistrahlige Langstreckenflüge nach ETOPS-Regeln, die weit entfernt von Ausweichflughäfen verlaufen, spielt eine zuverlässig startbare APU deshalb eine wichtige Rolle.

Das bekannteste Beispiel für den Nutzen im Notfall ist US-Airways-Flug 1549 im Januar 2009: Nach dem Vogelschlag und dem Ausfall beider Triebwerke startete die Crew die APU, sodass das Flugzeug bis zur Notwasserung auf dem Hudson mit Strom versorgt blieb.

Nicht verwechseln solltest du die APU mit der Ram Air Turbine (RAT). Das ist ein kleines Windrad, das im Notfall aus Rumpf oder Flügel ausklappt und vom Fahrtwind angetrieben wird. Die RAT hat weder Motor noch Treibstoff und liefert nur das Nötigste für Steuerung und wichtige Instrumente – am Boden spielt sie keine Rolle.

Bodenstrom: die GPU

Die Ground Power Unit liefert Strom von außen. Ein Kabel wird an eine Außensteckdose des Flugzeugs gesteckt, meist an der Unterseite des vorderen Rumpfs. Die Stecker sind international genormt, sodass dieselbe Ausrüstung an fast alle Verkehrsflugzeuge passt. Großraumflugzeuge haben häufig mehrere Anschlüsse, weil ein einzelnes Kabel für ihren Bedarf nicht ausreicht.

Drei Bauformen siehst du auf dem Vorfeld:

Bauform Wie sie funktioniert Wo du sie siehst Typischer Vorteil
Mobile Diesel-GPU Verbrennungsmotor treibt Generator an, auf Anhänger oder Fahrzeug Außenpositionen, Wartungsbereiche, kleinere Flughäfen flexibel, braucht keinen Netzanschluss
Fester Umformer am Standplatz wandelt Netzstrom in 400 Hertz um, Kabel kommt aus einer Grube oder einem Mast Vorfeldpositionen moderner Flughäfen leise, keine Abgase am Flugzeug
GPU an der Fluggastbrücke Umformer hängt unter der Brücke, Kabel wird direkt eingesteckt Gebäudepositionen mit Brücke kurze Wege, schnell angeschlossen
Mobile Elektro-GPU batterie- oder netzgespeistes Gerät auf Rädern zunehmend an Flughäfen mit Klimazielen flexibel ohne Dieselabgase

Warum 400 Hertz?

Haushaltsstrom in Europa hat 50 Hertz. Flugzeuge nutzen achtmal so viel, weil Transformatoren, Generatoren und Elektromotoren bei höherer Frequenz für dieselbe Leistung kleiner und leichter gebaut werden können. Im Flugzeug zählt jedes Kilogramm, am Boden hat das Folgen: Der Flughafen kann nicht einfach eine Steckdose anbieten, sondern braucht Frequenzumformer, die das Netz auf das Bordformat bringen. Kleinere Flugzeuge, etwa Turboprops und Business Jets, arbeiten zusätzlich oder vorrangig mit 28 Volt Gleichstrom – deshalb haben viele GPUs beide Ausgänge.

Was Bodenstrom nicht kann

Strom allein bringt die großen Triebwerke klassischer Jets nicht in Gang. Ihre Anlasser sind Luftturbinen, die Druckluft brauchen. Die übliche Kette lautet daher: GPU oder Batterie startet die APU, die APU liefert Zapfluft, die Zapfluft dreht die Triebwerke hoch. Ohne APU braucht es ein eigenes Anlassgerät am Boden (Air Start Unit, ASU), einen Kompressorwagen, der über einen Schlauch Druckluft einspeist.

Ausnahme Boeing 787

Die Boeing 787 verzichtet weitgehend auf Zapfluft – nur die Triebwerkseinläufe werden noch mit Zapfluft enteist. Kabinendruck, Klimatisierung, Flügelenteisung und sogar der Triebwerksstart laufen elektrisch. Ihre APU liefert deshalb nur Strom, und Bodenstrom spielt für sie eine noch größere Rolle als bei klassisch aufgebauten Typen. Woran du den Dreamliner sonst erkennst, steht im Vergleich A350 oder Boeing 787?.

PCA: Klimaluft vom Flughafen

Strom ist nur die halbe Miete. Eine voll besetzte Kabine heizt sich im Sommer auf der Position schnell auf, im Winter kühlt sie aus. An Bord übernehmen das die Klimaanlagen, die mit Zapfluft der APU arbeiten. Soll die APU aus bleiben, muss die Luft von außen kommen. Das ist Pre-Conditioned Air (PCA): Ein Klimagerät am Boden kühlt oder heizt Luft und bläst sie über einen dicken, flexiblen Schlauch in einen Anschluss am Rumpfbauch. Von dort verteilt das Klimasystem des Flugzeugs sie wie gewohnt in die Kabine.

Auch PCA gibt es mobil auf Rädern und fest installiert, besonders oft direkt an der Fluggastbrücke. Den Schlauch erkennst du leicht: Er ist deutlich dicker als ein Bodenstromkabel und hängt von der Brücke oder aus einer Bodengrube zum Rumpf. Wie solche Gebäude- und Außenpositionen aufgebaut sind, beschreibt der Artikel Gates, Fluggastbrücken und Außenpositionen.

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APU oder Bodengerät: der direkte Vergleich

Kriterium APU GPU + PCA vom Flughafen
Energiequelle Kerosin aus den Bordtanks meist Stromnetz des Flughafens, teils Diesel
Lärm am Standplatz deutlich hörbar, hohes Pfeifen leise, besonders bei festen Anlagen
Abgase am Vorfeld ja, direkt am Flugzeug bei festen Anlagen keine vor Ort
Verschleiß zählt Betriebsstunden der APU, Wartungskosten für die Airline schont die APU
Unabhängigkeit volle Autarkie, auch auf entlegenen Positionen nur, wo Ausrüstung bereitsteht
Triebwerksstart liefert Druckluft für den Anlasser Strom allein reicht bei klassischen Jets nicht

Die Tabelle erklärt, warum sich Flughäfen und Airlines in eine Richtung bewegen. Bodengeräte senken Lärm und Luftschadstoffe direkt am Gebäude, wo Bodenpersonal arbeitet, und sparen der Airline Treibstoff und Wartungskosten an der APU. Viele Flughäfen begrenzen deshalb in ihren Benutzungsvorschriften, wie lange eine APU vor der Abfahrt und nach der Ankunft laufen darf, wenn die Position mit Bodenstrom und PCA ausgestattet ist. Die genauen Zeitfenster und Ausnahmen – etwa bei großer Hitze, bei technischen Problemen oder für Typen mit besonderem Bedarf – unterscheiden sich von Flughafen zu Flughafen und stehen in den jeweiligen Betriebsregeln und Luftfahrthandbüchern.

Was für Bodenversorgung spricht

  • weniger Lärm für Anwohner, Bodenpersonal und Passagiere
  • keine Abgase der APU direkt am Terminal
  • weniger Kerosinverbrauch und APU-Verschleiß
  • mit Ökostrom am Netz deutlich klimafreundlicher

Wo die APU unverzichtbar bleibt

  • auf Positionen ohne Ausrüstung oder auf kleinen Flughäfen
  • beim Triebwerksstart klassischer Jets ohne Anlassgerät
  • als Reserve im Flug und bei ETOPS-Langstrecken
  • wenn die Bodenklimatisierung bei Extremwetter nicht ausreicht

Der Ablauf am Gate: Wer wann übernimmt

Im Turnaround wechselt die Energieversorgung mehrmals. Ein typischer Ablauf an einer gut ausgestatteten Gebäudeposition sieht so aus:

1. Ankunft auf der Position

Kurz vor dem Abstellen startet die Crew oft die APU oder hat sie schon laufen. Nach dem Stopp werden die Triebwerke abgeschaltet, die APU hält das Bordnetz am Leben.

2. Bodenstrom und PCA anschließen

Die Bodencrew steckt das GPU-Kabel ein und legt den PCA-Schlauch an. Sobald die Crew auf Bodenstrom umgeschaltet hat, darf die APU aus.

3. Ruhe am Heck

Während Reinigung, Catering, [Betankung](/blog/flugzeugbetankung-hydrant) und Beladung läuft das Flugzeug am Flughafen-Netz. Das Heck bleibt still.

4. APU-Start vor der Abfahrt

Kurz vor dem Pushback startet die Crew die APU, übernimmt die Versorgung und gibt Kabel und Schlauch frei.

5. Pushback und Triebwerksstart

Beim Zurückschieben liefert die APU Zapfluft für die Anlasser. Laufen die Triebwerke, übernehmen deren Generatoren, und die APU wird abgeschaltet.

Wie das Zurückschieben selbst funktioniert, erklärt der Artikel Pushback, welche Fahrzeuge dabei im Einsatz sind, der Beitrag über Flugzeugschlepper. Wer die Leute hinter Kabeln und Schläuchen kennenlernen will, liest den Überblick Arbeiten auf dem Vorfeld.

Am Zaun lesen: Was läuft gerade?

Für Spotter ist die Energieversorgung mehr als Technik-Trivia. Sie verrät dir, in welcher Phase sich ein Flugzeug befindet – besonders dort, wo du auf Gebäudepositionen blickst, etwa von der Besucherterrasse Hamburg oder der Besucherterrasse Düsseldorf.

Die APU läuft, wenn …

  • über dem Heckkonus die Luft sichtbar flimmert
  • ein hohes, gleichmäßiges Pfeifen oder Heulen zu hören ist
  • es auf der Leeseite leicht nach Kerosin riecht
  • zusätzlich die rote Kollisionswarnleuchte blinkt – dann steht der Pushback kurz bevor

Bodenversorgung ist aktiv, wenn …

  • ein Kabel vom Brückenkopf oder aus dem Boden zum vorderen Rumpf führt
  • ein dicker Schlauch unter dem Rumpfbauch hängt
  • das Heck ruhig bleibt, obwohl Licht und Bordküche laufen

Gleich geht es los, wenn …

  • Kabel und Schlauch abgezogen werden
  • die APU plötzlich anläuft
  • der Schlepper an der Bugradgabel hängt

Ein paar Praxistipps aus diesem Wissen:

  • Abfahrt abschätzen: Der Wechsel von Bodenstrom auf APU ist ein verlässliches Zeichen, dass die Abfahrt naht. Wer das sieht, hat Zeit, die Kamera auf Pushback und Rollweg auszurichten.
  • Hitzeflimmern am Heck einplanen: Die APU-Abgase sind heiß. Fotografierst du ein Flugzeug von hinten-seitlich mit langer Brennweite, kann die Luft hinter dem Heck das Bild weich machen. Ein Schritt zur Seite hilft oft mehr als jede Bearbeitung.
  • Ton aufnehmen: Das Hochlaufen einer APU ist ein beliebtes Motiv für Audio- und Videoaufnahmen. Wie du Triebwerks- und APU-Sound sauber einfängst, steht im Guide Triebwerkssound aufnehmen. Den Pegel auf dem Vorfeld solltest du nicht unterschätzen – mehr dazu im Artikel Fluglärm und Gehör und im Beitrag Fluglärm messen.
  • Bei Vorfeldführungen fragen: Auf einer Vorfeldrundfahrt kommst du nah an Gebäudepositionen heran und kannst Brücken-GPU und PCA-Geräte aus der Nähe sehen.

Typische Situationen auf dem Vorfeld

Nicht jede Position ist gleich ausgestattet, und das siehst du dem Betrieb an.

Außenpositionen ohne Brücke: Hier fahren Passagiere mit dem Bus zum Flugzeug. Bodenstrom kommt dort entweder aus einer festen Anlage im Boden oder von einem mobilen Wagen. Fehlt beides, bleibt die APU während des gesamten Aufenthalts an. Auf Remote-Positionen großer Drehkreuze wie München oder Frankfurt lohnt der Blick, welche Lösung jeweils im Einsatz ist.

Defekte APU: Eine APU darf unter bestimmten Bedingungen vorübergehend außer Betrieb sein, ohne dass das Flugzeug am Boden bleiben muss. Dann braucht die Maschine auf jedem Flughafen Bodenstrom, Klimaluft und ein Anlassgerät. Siehst du einen Kompressorwagen mit dickem Schlauch am Rumpf, während die Triebwerke angelassen werden, ist das häufig der Grund.

Wintermorgen: Nach einer kalten Nacht auf der Position braucht die Kabine viel Wärme. Neben PCA und APU ist dann oft auch die Enteisung Teil des Programms – ein guter Tag für Detailfotos vom Vorfeld.

Hitzetage: Bei hohen Temperaturen kommen Bodenklimageräte an ihre Grenzen, vor allem bei großen, voll besetzten Maschinen. Manche Flughäfen erlauben in solchen Fällen längere APU-Laufzeiten. Das hörst du: An heißen Nachmittagen pfeift es auf dem Vorfeld deutlich mehr.

Wartungsbereich: In Hangars und auf Wartungspositionen laufen Flugzeuge oft stundenlang am Bodenstrom, während Techniker an Systemen arbeiten. Wie die großen Checks ablaufen, beschreibt der Artikel Flugzeugwartung.

Kennst du die Energieversorgung am Gate?

Hak ab, was du schon sicher erkennst – am Ende siehst du, ob du das Vorfeld lesen kannst.

  • Ich finde den APU-Auslass am Heck meines Lieblingstyps.
  • Ich kann Bodenstromkabel und PCA-Schlauch unterscheiden.
  • Ich weiß, warum ein klassischer Jet für den Triebwerksstart Druckluft braucht.
  • Ich erkenne am Wechsel auf APU, dass der Pushback naht.
  • Ich weiß, warum die Boeing 787 eine Ausnahme ist.

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Fazit

Ein geparktes Flugzeug ist nie wirklich aus. Entweder versorgt es sich über seine APU im Heck, oder der Flughafen übernimmt mit Bodenstrom bei 115 Volt und 400 Hertz und mit vorkonditionierter Luft über den PCA-Schlauch. Weil Bodengeräte leiser und sauberer sind, setzen Flughäfen zunehmend auf sie und begrenzen die APU-Nutzung. Unverzichtbar bleibt das Hilfstriebwerk trotzdem: als unabhängige Energiequelle auf einfachen Positionen, als Druckluftlieferant für den Triebwerksstart und als Reserve im Flug.

Kurzfazit

APU heißt Selbstversorgung mit Kerosin, GPU und PCA heißen Strom und Klimaluft vom Flughafen. Wer am Zaun auf flimmernde Luft am Heck, Kabel am Bug und Schläuche unter dem Rumpf achtet, erkennt sofort, in welcher Phase der Abfertigung ein Flugzeug steckt – und weiß, wann sich die Kamera für den Pushback lohnt.

Zusammenfassung

  • Ohne laufende Triebwerke versorgt sich ein Flugzeug entweder über sein Hilfstriebwerk (APU) oder über Bodenstrom (GPU) und vorkonditionierte Luft (PCA) vom Flughafen.
  • Bodengeräte sind leiser und verursachen am Standplatz weniger Abgase als die APU. Viele Flughäfen schränken deshalb die APU-Laufzeit ein, wenn Bodenstrom und PCA verfügbar sind.
  • Für den Triebwerksstart braucht ein klassisches Verkehrsflugzeug Druckluft – meist von der APU, ersatzweise von einem Anlassgerät am Boden. Die Boeing 787 startet ihre Triebwerke dagegen elektrisch.
  • Für Spotter lohnt der Blick ins Detail: Wer APU-Abgas, Bodenstromkabel und Klimaschläuche erkennt, versteht Abläufe am Gate besser und kann Abfahrten genauer abschätzen.

Häufige Fragen

Was ist eine APU im Flugzeug?

Die APU (Auxiliary Power Unit, deutsch Hilfstriebwerk) ist eine kleine Gasturbine, die meist im Heck sitzt. Sie treibt einen Generator für die Bordelektrik an und liefert bei den meisten Typen zusätzlich Druckluft für Klimaanlage und Triebwerksstart. Zum Vortrieb trägt sie nichts bei.

Was bedeutet GPU am Flughafen?

GPU steht für Ground Power Unit, also Bodenstromaggregat. Es versorgt ein geparktes Flugzeug über ein Kabel mit Strom, in der Regel mit 115 Volt Wechselstrom bei 400 Hertz, kleinere Flugzeuge zusätzlich oder stattdessen mit 28 Volt Gleichstrom. Es gibt mobile Geräte mit Dieselmotor und fest installierte Umformer, die am Stromnetz des Flughafens hängen.

Was ist PCA?

PCA steht für Pre-Conditioned Air, also vorkonditionierte Luft. Ein Klimagerät am Boden kühlt oder heizt Luft und bläst sie über einen dicken Schlauch in das Klimasystem des Flugzeugs. So bleibt die Kabine temperiert, ohne dass die APU laufen muss.

Warum nutzen Flugzeuge 400 Hertz statt 50 Hertz?

Mit höherer Frequenz kommen Transformatoren, Generatoren und Motoren für dieselbe Leistung mit weniger Eisen und Kupfer aus. Im Flugzeug zählt jedes Kilogramm, deshalb hat sich 400 Hertz als Standard für Bordnetze etabliert. Am Boden muss der Flughafen den Netzstrom daher umformen.

Kann ein Flugzeug seine Triebwerke mit Bodenstrom starten?

Bei klassischen Verkehrsflugzeugen nicht direkt. Ihre Anlasser arbeiten mit Druckluft. Die liefert meist die APU, die selbst elektrisch angelassen wird. Fällt die APU aus, hilft ein Anlassgerät am Boden (Air Start Unit). Die Boeing 787 ist eine Ausnahme: Sie verzichtet weitgehend auf Zapfluft und startet ihre Triebwerke elektrisch.

Läuft die APU auch im Flug?

Normalerweise wird sie nach dem Anlassen der Triebwerke abgeschaltet, manchmal erst nach dem Start. Im Flug dient sie als Reserve, wenn ein Triebwerk oder Generator ausfällt. Bei Langstrecken über abgelegenen Gebieten nach ETOPS-Regeln ist ihre zuverlässige Verfügbarkeit besonders wichtig.

Woran erkenne ich, dass die APU läuft?

Am Heckkonus flimmert die Luft über dem kleinen Abgasauslass, oft ist ein hohes, gleichmäßiges Pfeifen oder Heulen zu hören, und manchmal riecht es nach Kerosin. Hängen dagegen Bodenstromkabel und Klimaschlauch am Rumpf und bleibt das Heck ruhig, versorgt der Flughafen das Flugzeug.

PT

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