Das Wichtigste in Kürze
- Air Belgium ist eine belgische Airline, gegründet 2016 und mit Sitz in Mont-Saint-Guibert – nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Ferienflieger von 1979 bis 2000.
- Codes: IATA KF, ICAO ABB, Rufzeichen „AIR BELGIUM“.
- Drei Passagier-Anläufe scheiterten: Hongkong ab Charleroi (2018), die Karibik-Strecken ab 2019 und zuletzt Mauritius und Südafrika – am 3. Oktober 2023 endete der Linienverkehr.
- Die Flotte wechselte komplett: erst A340-300, dann A330-900 und A330-200, heute nur noch Frachter wie die Boeing 747-8F.
- Seit April 2025 gehört das Frachtgeschäft zu CMA CGM; die Marke Air Belgium besteht innerhalb der Luftfrachtsparte des Konzerns weiter.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Air Belgium im Überblick
- 2.Codes und Rufzeichen
- 3.Phase 1: A340 ab Charleroi nach Hongkong
- 4.Phase 2: Karibik, Corona und der Abschied vom A340
- 5.Phase 3: A330neo und der Umzug nach Brüssel
- 6.Phase 4: Fracht aus Lüttich und die 747-8F
- 7.Restrukturierung, Konkurs und CMA CGM
- 8.Woran du Air Belgium erkennst
- 9.Air Belgium spotten
- 10.Häufige Verwechslungen
- 11.Fazit
Steckbrief
| IATA-Code | KF |
|---|---|
| ICAO-Code | ABB |
| Rufzeichen | AIR BELGIUM |
| Drehkreuze | CRL, BRU, LGG |
| Geschäftsmodell heute | Frachtairline mit Frachtcharter, ACMI- und Wet-Lease-Einsätzen; seit 2025 Teil der Luftfrachtsparte von CMA CGM |
| Sitz | Mont-Saint-Guibert in der Provinz Wallonisch-Brabant, Belgien |
| Gegründet | 27. Mai 2016 von Niky Terzakis, früher Chef von TNT Airways |
| Erster kommerzieller Flug | 29. März 2018 mit einem A340-300 im Auftrag von Surinam Airways |
| Basen im Lauf der Zeit | Charleroi (CRL) für die ersten Passagierflüge, Brüssel (BRU) ab 2021, Lüttich (LGG) für die A330-Frachter |
| Passagierflotte (historisch) | Airbus A340-300 (2018–2022), Airbus A330-900 (2021–2024), Airbus A330-200 (bis 2024) |
| Frachtflotte | Boeing 747-8F; die A330-200P2F wurden 2025 ausgeflottet (Stand 2026 laut Flottenquellen zwei 747-8F) |
| Ende Linienverkehr | Planmäßige Passagierflüge endeten am 3. Oktober 2023 |
| Konzern | CMA CGM (Übernahme des Frachtgeschäfts am 30. April 2025 nach dem Konkurs der Air Belgium NV) |
| Allianz | keine |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich Air Belgium?
- Belgisches Kennzeichen mit OO-, bei der A340- und A330neo-Flotte meist OO-AB…
- Auf dem Tracker mit ICAO-Code ABB, im Funk mit dem Rufzeichen „AIR BELGIUM“
- Heute nur noch als Frachter unterwegs: Boeing 747-8F, bis 2025 auch umgebaute Airbus A330 ohne Kabinenfenster
- Die 747-8F erkennst du an gezackten Triebwerksverkleidungen, gebogenen Flügelspitzen ohne Winglet und dem kurzen Oberdeck
- Historisch: Vierstrahliger A340-300 in Charleroi, später zweistrahliger A330-900 mit nach oben geschwungenen Sharklets
- Fliegt oft unter fremder Flugnummer: Bei ACMI-Einsätzen steht der Name des Auftraggebers im Flugplan, nicht Air Belgium
Air Belgium gehört zu den Airlines, deren Geschichte du fast vollständig im eigenen Fotoarchiv nachzeichnen kannst – sofern du in den letzten Jahren in Belgien unterwegs warst. Gebrauchte A340 in Charleroi, nagelneue A330neo in Brüssel, A330-Frachter in Lüttich und schließlich Jumbo-Frachter: Innerhalb von nicht einmal zehn Jahren hat sich das Unternehmen mehrfach neu erfunden. Diese Seite ordnet die Phasen ein und zeigt dir, woran du die Flugzeuge erkennst.
Historische Sichtungen sauber sichern
Mit Planetrack legst du deine Air-Belgium-Fotos mit Kennzeichen, Typ, Airline und Flughafen in deinem Hangar ab – vom A340 bis zur 747-8F. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Air Belgium im Überblick
Air Belgium ist eine belgische Airline mit Sitz in Mont-Saint-Guibert, einem Ort südöstlich von Brüssel in der Provinz Wallonisch-Brabant. Gegründet wurde sie am 27. Mai 2016. Hinter dem Projekt stand Niky Terzakis, der vorher TNT Airways geleitet hatte – die Frachtairline aus Lüttich, die heute als ASL Airlines Belgium fliegt. Das Startkapital von rund 20 Millionen Euro kam von europäischen und asiatischen Investoren.
Die Idee war ambitioniert: Belgien sollte nach dem Ende der Sabena wieder eine eigene Langstrecken-Airline nach Asien bekommen, die nicht im Schatten der Brussels Airlines und ihres Lufthansa-Netzes steht. Ursprünglich standen Ziele wie Hongkong und mehrere Städte in Festlandchina auf dem Plan. Gestartet ist am Ende nur Hongkong – und auch das nicht lange.
Wichtig für die Einordnung: Es gab schon einmal eine Air Belgium, eine Charterairline, die von 1979 bis 2000 flog. Mit dem heutigen Unternehmen hat sie außer dem Namen nichts zu tun. Wenn du in Datenbanken oder alten Fotosammlungen auf den Namen stößt, lohnt der Blick aufs Datum.
Codes und Rufzeichen
- IATA-Code KF: stand in den Flugnummern der Linienflüge, etwa nach Mauritius oder in die Karibik.
- ICAO-Code ABB: taucht im Flugplan der Flugsicherung und auf Flugtrackern auf – auch bei vielen Frachtflügen.
- Rufzeichen AIR BELGIUM: so meldet sich die Besatzung im Funk.
Bei Air Belgium ist der ICAO-Code für dich wichtiger als die Flugnummer. Ein großer Teil des Geschäfts lief und läuft als ACMI – also Flugzeug, Crew, Wartung und Versicherung im Paket für einen Auftraggeber. Dann verkauft eine andere Airline die Tickets oder den Frachtraum, und am Gate oder im Frachtsystem steht ihre Flugnummer. Den Unterschied zwischen solchen Einsätzen und klassischem Linienverkehr erklärt der Artikel Charterflug und Linienflug.
Tracker richtig lesen
Fliegt ein Flugzeug von Air Belgium im Auftrag einer anderen Gesellschaft, zeigt der Tracker oft trotzdem ABB oder das belgische OO-Kennzeichen. Mit einem Sichtungs-Alarm für den Code ABB benachrichtigt dich Planetrack, sobald eine Maschine bei dir anfliegt. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
Phase 1: A340 ab Charleroi nach Hongkong
Bevor Air Belgium die erste eigene Strecke eröffnete, brauchte sie das Luftverkehrsbetreiberzeugnis. Das kam erst im März 2018, deutlich später als geplant. Auch der Startflughafen wechselte: Statt wie zunächst vorgesehen in Brüssel-Zaventem begann der Betrieb am Flughafen Brüssel-Charleroi. Für einen Platz, der sonst vor allem von Low-Cost-Airlines lebt, war ein vierstrahliger Langstreckenjet ein ungewohnter Anblick.
Der allererste kommerzielle Einsatz war am 29. März 2018 ein Auftragsflug für Surinam Airways zwischen Amsterdam und Paramaribo. Die eigene Strecke Charleroi–Hongkong startete am 3. Juni 2018, nachdem der ursprünglich geplante Termin Ende April wegen fehlender Überflugrechte über Russland verschoben werden musste. Die Strecke lief nur einen Sommer: Im September 2018 wurde sie für den Winter ausgesetzt, Anfang 2019 gab Air Belgium sie endgültig auf.
Geflogen wurde mit dem Airbus A340-300, einem gebrauchten Vierstrahler mit großer Reichweite. Insgesamt setzte Air Belgium vier A340-300 ein. Für viele Spotter war das eine der letzten Gelegenheiten, den Typ regelmäßig an einem belgischen Flughafen zu fotografieren.
Phase 2: Karibik, Corona und der Abschied vom A340
Nach Hongkong richtete sich der Blick nach Westen. Im Dezember 2019 nahm Air Belgium Flüge ab Charleroi nach Fort-de-France auf Martinique und Pointe-à-Pitre auf Guadeloupe auf – ein Markt, auf dem auch Air France, Corsair und Air Caraïbes unterwegs sind. Kurz darauf brachte die Corona-Pandemie den Flugbetrieb fast zum Stillstand. Im Dezember 2020 liefen die Karibik-Flüge wieder an.
Am 26. März 2022 endete das A340-Kapitel: Die OO-ABB landete aus Pointe-à-Pitre in Charleroi und war der letzte Vierstrahler, der für Air Belgium im Einsatz war. Wer genau hinschaut, findet die Unterschiede zwischen dem A340 und seinem Nachfolger schnell – der Guide A330 oder A340? zeigt dir die Merkmale von Triebwerken bis Fahrwerk.
2018: Hongkong
A340-300 ab Charleroi, nach einem Sommer wieder eingestellt.
2019–2022: Karibik
Martinique und Guadeloupe ab Charleroi, unterbrochen durch die Pandemie.
2021–2023: Süden ab Brüssel
A330-900 nach Mauritius, später auch nach Südafrika.
Ab Oktober 2023: nur noch Fracht und ACMI
Linienverkehr eingestellt, Frachter und Auftragsflüge bleiben.
Phase 3: A330neo und der Umzug nach Brüssel
Als Ersatz für die A340 holte Air Belgium zwei Airbus A330-900. Die erste, OO-ABG, kam im Oktober 2021, die zweite, OO-ABF, rund zwei Monate später. Gleichzeitig verlagerte sich der Linienverkehr an den Flughafen Brüssel: Ab dem 15. Oktober 2021 flog Air Belgium von dort nach Mauritius. Später rückte Afrika stärker in den Fokus – 2023 konzentrierte sich das Programm auf Mauritius und Südafrika. Dazu kamen zwei ältere A330-200.
Parallel verdienten die Flugzeuge Geld im Wet-Lease. Die A330neo flogen eine Zeit lang für Condor, unter anderem für einige Wochen zwischen Frankfurt und Punta Cana, und eine Maschine war später an LOT Polish Airlines vermietet. Wer damals in Frankfurt eine A330neo mit OO-Kennzeichen sah, hatte also mit hoher Wahrscheinlichkeit Air Belgium vor der Linse.
Ausgerechnet die modernsten Flugzeuge wurden zum Problem. Belgische Medien berichteten von Schwierigkeiten mit den Trent-7000-Triebwerken von Rolls-Royce. Am 21. August 2023 kehrte die OO-ABF auf dem Weg von Brüssel nach Johannesburg um und blieb danach am Boden. Im Januar 2024 kündigte Air Belgium an, beide A330-900 abzugeben; laut ch-aviation verließ die letzte im November 2024 die Flotte. Wie solche Leasing-Rückgaben ablaufen, erklärt der Artikel Flugzeugleasing.
OO-ABG oder OO-ABF im Archiv?
Poste deine Sichtung mit Foto, Kennzeichen und Spot und teile sie mit der Community – historische Flotten sind dort besonders gefragt. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
Phase 4: Fracht aus Lüttich und die 747-8F
Schon im Januar 2021 kündigte Air Belgium einen zweiten Geschäftszweig an: reine Frachtflüge mit vier Airbus A330-200F ab dem Flughafen Lüttich. Die Maschinen, frühere Frachter von Qatar Airways, gehörten der französischen Reederei-Gruppe CMA CGM; Air Belgium stellte Crew und Betrieb. Drei der Flugzeuge wechselten später direkt zu CMA CGM Air Cargo. Die letzte, OO-SEA, flog zuletzt im Auftrag von Air France und ging im Oktober 2023 an den Leasinggeber zurück.
Ein weiterer Partner war die chinesische Hongyuan Group, die Anfang 2022 ihren Anteil auf 49 Prozent aufstockte. Für sie betrieb Air Belgium die größten Flugzeuge der Firmengeschichte: Boeing 747-8F. Ende 2023 waren laut ch-aviation drei 747-8F im Bestand, im September 2024 noch zwei. Dazu kamen zwei A330-Frachter aus Passagierumbauten, also A330-200P2F. Sie waren von Altavair geleast und verließen die Flotte 2025, weil sich Air Belgium auf Frachter mit mehr als 100 Tonnen Nutzlast konzentrieren wollte.
| Typ | Rolle | Zeitraum | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|---|
| Airbus A340-300 | Passagiere, Langstrecke | 2018–2022 | Vier Triebwerke, historisch |
| Airbus A330-900 | Passagiere, Linie und Wet-Lease | 2021–2024 | Sharklets, Trent 7000, historisch |
| Airbus A330-200 | Passagiere | bis 2024 | Klassische A330 ohne Sharklets, historisch |
| Airbus A330-200F | Fracht für CMA CGM | 2021–2023 | Werksfrachter, historisch |
| Airbus A330-200P2F | Fracht | etwa 2022–2025 | Umbau aus Passagierflugzeug, historisch |
| Boeing 747-8F | Fracht, u. a. für Hongyuan | spätestens ab 2023, bis heute | Längste 747, gezackte Triebwerke |
Nach dem Abschied der A330P2F im Jahr 2025 führen Flottenquellen nur noch zwei Boeing 747-8F. Die Angaben auf der Website von Air Belgium sind dabei nicht immer auf dem neuesten Stand. Prüf deshalb vor einer gezielten Tour die aktuelle Lage in einer Flottendatenbank.
Restrukturierung, Konkurs und CMA CGM
Die Passagierflüge rechneten sich nie. Bereits Ende 2022 brauchte Air Belgium frisches Kapital, um eine Pleite abzuwenden. Am 18. September 2023 zog der Verwaltungsrat die Reißleine: Das Unternehmen beantragte ein gerichtliches Reorganisationsverfahren und kündigte an, den Linienverkehr am 3. Oktober 2023 einzustellen. Seit der Gründung hatten sich laut ch-aviation Verluste von mehr als 119 Millionen Euro angesammelt.
Am Ende reichte auch das nicht. Am 30. April 2025 erklärte das Handelsgericht von Wallonisch-Brabant die Air Belgium NV für insolvent. Am selben Tag übernahm CMA CGM das Frachtgeschäft mit 124 Arbeitsplätzen, darunter 72 Piloten. Die Marke Air Belgium besteht seither innerhalb der Luftfrachtsparte des Konzerns weiter. Damit reiht sich Air Belgium in eine lange Liste belgischer Airline-Wechsel ein – von Sabena über Sobelair bis VLM Airlines. Den größeren Zusammenhang findest du im Überblick zu großen Airline-Pleiten in Europa.
Stand Oktober 2026
Die Rolle von Air Belgium innerhalb von CMA CGM kann sich weiter verändern – etwa wenn Flugzeuge zwischen den Gesellschaften des Konzerns wechseln. Behandle Flottenangaben deshalb als Momentaufnahme.
Woran du Air Belgium erkennst
Bei einer Airline, die so oft für andere fliegt, ist die Bemalung kein sicheres Merkmal. Mal trugen die Flugzeuge die eigenen Farben, mal neutrale oder fremde Lackierungen. Darum lohnt der Blick auf die Details, die nicht wechseln.
Sichere Merkmale
- Belgisches Kennzeichen mit OO- am Rumpf
- ICAO-Code ABB im Tracker, Rufzeichen „AIR BELGIUM“
- Typ passt zur Zeit: A340 bis 2022, A330neo bis 2024, danach Frachter
Unsichere Merkmale
- Flugnummer – bei ACMI-Flügen steht oft die des Auftraggebers
- Lackierung – Frachter fliegen teils neutral oder in Kundenfarben
- Flughafen – feste Basen sind bei Auftragsflügen kein Muster
Bei den Frachtern hilft dir die Typenkunde. Die 747-8F ist die längste Version des Jumbos: Achte auf die gezackten Hinterkanten der GEnx-Triebwerksverkleidungen, die nach hinten gezogenen Flügelspitzen ohne klassisches Winglet und das kurze Oberdeck ohne Fensterreihe. Wie du sie von der älteren 747-400F trennst, zeigt der Guide Boeing 747-100 bis 747-8.
Bei den A330-Frachtern gibt es einen feinen Unterschied: Werksneue A330-200F haben unter der Nase eine auffällige Verkleidung, die das Bugfahrwerk tiefer setzt und so den Frachtraum waagerecht hält. Umgebaute A330P2F haben diese Beule in der Regel nicht. Mehr Merkmale für Frachter ohne Fenster findest du im Artikel Frachtflugzeuge erkennen.
Air-Belgium-Sichtung vollständig?
- Kennzeichen mit OO- lesbar fotografiert
- Genauen Typ notiert (A340-300, A330-900, A330F oder 747-8F)
- ICAO-Code im Tracker abgeglichen
- Auftraggeber oder Flugnummer bei ACMI-Flügen vermerkt
- Datum und Flughafen festgehalten
Air Belgium spotten
Klassische Spottertage mit garantiertem Air-Belgium-Besuch gibt es nicht mehr. Die Linienflüge sind eingestellt, und die Frachter fliegen dorthin, wo ein Auftrag wartet. Trotzdem lohnt sich der Blick auf die belgischen Flughäfen: In Lüttich ist Frachtverkehr das Kerngeschäft – Standorte dafür zeigt der Spotterplatz am Flughafen Lüttich – und in Brüssel bietet dir die Spotterzone in Steenokkerzeel einen offiziellen Platz direkt an der Piste.
Für historische Bilder sind Charleroi und Brüssel die Orte, an denen A340 und A330neo regelmäßig zu sehen waren. Diese Fotos gehören heute zu den gefragten Belegen einer kurzen Flottenära. Beim Einordnen hilft dir der Artikel Flugzeug-Kennzeichen verstehen.
Gute Chancen, wenn …
- ein Tracker einen Flug mit ABB oder einem bekannten OO-Kennzeichen anzeigt
- du an einem Frachtflughafen wie Lüttich stehst
Prüf es vorher, wenn …
- du nach Spotterberichten von vor 2024 planst
- eine Maschine gerade für einen anderen Auftraggeber fliegt
Kein Air-Belgium-Tag, wenn …
- du auf A340 oder A330neo mit Passagieren hoffst – beide sind Geschichte
Sicherheit und Regeln
Fotografiere nur von öffentlich zugänglichen Bereichen aus. Absperrungen und Sicherheitsbereiche an Frachtflughäfen sind tabu, auch wenn nachts weniger los ist. Drohnen haben in Flughafennähe nichts verloren.
Häufige Verwechslungen
- Air Belgium (2016) mit Air Belgium (1979–2000) gleichsetzen – zwei völlig verschiedene Unternehmen mit gleichem Namen.
- Air Belgium mit Brussels Airlines verwechseln – Brussels Airlines ist die Netzwerk-Airline im Lufthansa-Konzern, Air Belgium war ein unabhängiger Langstrecken-Neuling.
- A340 und A330 durcheinanderbringen – zählen hilft: vier Triebwerke beim A340, zwei beim A330.
- Eine A330neo mit OO-Kennzeichen in Frankfurt für Condor halten – während des Wet-Lease flog dort Air Belgium für Condor.
- Jeden A330-Frachter für einen Werksfrachter halten – die Verkleidung unter der Nase trennt A330-200F und P2F.
- Air Belgium mit ASL Airlines Belgium verwechseln – beide Frachtairlines haben Wurzeln in Belgien, aber unterschiedliche Codes und Eigentümer.
Frachter im Blick behalten
Lass dich benachrichtigen, wenn eine 747-8F oder ein bestimmtes Kennzeichen bei dir anfliegt oder landet – und plane mit Wetter, Wind und aktiver Piste den passenden Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
Air Belgium hat in wenigen Jahren mehr Wandel erlebt als manche Airline in Jahrzehnten: vom A340-Abenteuer in Charleroi über moderne A330neo mit Triebwerksproblemen bis zur Frachtairline mit Jumbo-Frachtern. Für Spotter bedeutet das zweierlei. Die Passagierflotte ist abgeschlossene Geschichte und damit ein klar abgegrenztes Sammelgebiet. Die heutige Frachtflotte dagegen tauchte unregelmäßig auf und verlangt einen wachen Blick auf Tracker, Kennzeichen und Auftraggeber.
Kurzfazit
Air Belgium (IATA KF, ICAO ABB) startete 2018 mit A340-300 ab Charleroi, flog später A330-900 ab Brüssel und stellte den Linienverkehr im Oktober 2023 ein. Heute ist sie eine Frachtairline unter dem Dach von CMA CGM – das OO-Kennzeichen ist das sicherste Erkennungsmerkmal.
Zusammenfassung
- Air Belgium ist ein Lehrstück dafür, wie schwer Langstrecke ohne Netzwerk-Partner ist – und für Spotter eine der spannendsten Flottengeschichten Belgiens der letzten Jahre.
- A340 und A330neo von Air Belgium sind Geschichte. Fotos davon gehören heute ins Archiv und sind als historische Sichtungen wertvoll.
- Aktuell begegnet dir Air Belgium als Frachtairline mit Boeing 747-8F, häufig im Auftrag anderer Gesellschaften.
- Das Kennzeichen mit OO- und der ICAO-Code ABB auf dem Tracker sind die sichersten Merkmale, weil Bemalung und Flugnummer je nach Auftraggeber wechseln.
Häufige Fragen
Welchen IATA- und ICAO-Code hat Air Belgium?
Air Belgium nutzt den IATA-Code KF und den ICAO-Code ABB. Im Funk meldet sich die Besatzung mit „AIR BELGIUM“. Bei ACMI-Einsätzen für andere Airlines kann auf der Anzeigetafel allerdings die Flugnummer des Auftraggebers stehen – auf dem Tracker siehst du dann trotzdem oft ABB.
Fliegt Air Belgium noch Passagiere?
Nein, jedenfalls nicht im Linienverkehr. Im September 2023 kündigte Air Belgium an, die planmäßigen Passagierflüge zum 3. Oktober 2023 einzustellen und sich auf Fracht und ACMI zu konzentrieren. Die letzten Passagierflugzeuge, zwei A330-900, schieden bis November 2024 aus.
Welche Flugzeuge hatte Air Belgium?
Für Passagiere zunächst gebrauchte Airbus A340-300, ab 2021 zwei A330-900 und dazu zwei A330-200. In der Fracht flog Air Belgium vier A330-200F für CMA CGM, später zwei umgebaute A330-200P2F sowie Boeing 747-8F. Die A330P2F gab Air Belgium 2025 ab; seither besteht die Flotte nach aktuellen Flottenangaben aus zwei 747-8F.
Warum wurden die A330-900 von Air Belgium stillgelegt?
Belgische Medien nannten Probleme mit den Rolls-Royce-Trent-7000-Triebwerken. Eine Maschine, OO-ABF, kehrte im August 2023 auf einem Flug von Brüssel nach Johannesburg um und blieb danach am Boden. Anfang 2024 kündigte die Airline an, beide A330neo abzugeben; laut ch-aviation verließ die letzte im November 2024 die Flotte.
Wem gehört Air Belgium?
Am 30. April 2025 erklärte das Handelsgericht von Wallonisch-Brabant die Air Belgium NV für insolvent. Am selben Tag übernahm die französische Reederei-Gruppe CMA CGM das Frachtgeschäft und 124 Arbeitsplätze. Vorher hielt die chinesische Hongyuan Group 49 Prozent, den Rest belgische Anteilseigner, darunter die wallonische Förderbank Wallonie Entreprendre.
Ist Air Belgium dieselbe Airline wie die Air Belgium von früher?
Nein. Es gab von 1979 bis 2000 schon eine belgische Charterairline namens Air Belgium. Die heutige Air Belgium wurde 2016 komplett neu gegründet und hat mit dem älteren Unternehmen nur den Namen gemeinsam. Achte beim Sortieren alter Fotos deshalb auf das Datum.
Wo kann ich Air Belgium spotten?
Das hängt stark davon ab, für wen die Frachter gerade fliegen. Belgische Flughäfen wie Lüttich und Brüssel sind naheliegende Orte, aber feste Umläufe sind bei ACMI-Flügen selten. Am verlässlichsten ist ein Alarm für den ICAO-Code ABB oder für einzelne Kennzeichen.
Air Belgium im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
Airbus A340-300
Vier schlanke Triebwerke, ein drittes Fahrwerksbein unter dem Rumpf und der Rumpf einer A330: Die A340-300 ist Airbus’ klassischer Langstrecken-Vierstrahler – und verschwindet gerade aus Europas Flotten. So erkennst du sie, solange es noch geht.
FlugzeugtypAirbus A330-900neo
Klassischer A330-Rumpf, aber mit Sharklets, schwarzer Cockpit-Maske und deutlich größeren Triebwerken: Die A330-900neo ist die Neuauflage eines Langstrecken-Klassikers. So erkennst du sie sicher.
FlugzeugtypAirbus A330-200F
Fensterloser A330-Rumpf, Frachttor vorn links und eine auffällige Beule unter der Nase: Die A330-200F ist der Werksfrachter der A330-Familie. So erkennst du ihn und weißt, wer ihn heute noch fliegt.
FlugzeugtypAirbus A330-200P2F und A330-300P2F
Großraum-Airbus ohne Fenster, aber auch ohne Beule unter der Nase: Das ist die A330P2F, der Umbaufrachter der Elbe Flugzeugwerke aus Dresden. So erkennst du beide Versionen und findest sie an Europas Frachtdrehkreuzen.
FlugzeugtypBoeing 747-8F
Kurzer Buckel, langer Rumpf, keine Fenster und Flügelspitzen ohne Winglets: Die 747-8F ist der modernste Jumbo-Frachter – und die allerletzte gebaute 747 war genau so eine. So erkennst du sie und findest sie an den Cargo-Drehkreuzen.
Weitere Airlines
ASL Airlines Belgium
Die frühere TNT Airways aus Lüttich fliegt heute für die irische ASL-Gruppe: 737-Frachter im europäischen Nachtnetz von FedEx und Jumbo-Frachter auf Langstrecke nach China und Nordamerika.
FrachtCMA CGM Air Cargo
Die Frachtairline der französischen Reederei CMA CGM: 2021 gestartet, heute mit Boeing 777F und A330-200F ab Paris-CDG unterwegs, mit Air Belgium im Konzern und als Erstbetreiberin des Airbus A350F vorgesehen.
NetzwerkBrussels Airlines
Belgiens Netzwerk-Airline mit Drehkreuz Brüssel: entstanden aus dem Erbe der Sabena, seit 2009 in der Star Alliance, seit 2017 vollständig Teil der Lufthansa Group – und der Konzernspezialist für Afrika.
NetzwerkSabena
Historische belgische Nationalairline von 1923 bis 2001: Sabena flog von Brüssel nach Europa, Nordamerika und vor allem nach Afrika – mit Caravelle, Boeing 707, 747 und zuletzt Airbus A330 und A340, bis der Konkurs im November 2001 alles beendete.
NetzwerkSurinam Airways
Die staatliche Airline Surinames verbindet Paramaribo mit der Karibik, Miami und Amsterdam. Regional fliegt sie Boeing 737-800, die Langstrecke nach Schiphol läuft über geleaste Großraumjets.
FerienfliegerCondor
Einer der bekanntesten deutschen Ferienflieger: Condor fliegt ab Frankfurt und weiteren deutschen Flughäfen zu Urlaubszielen auf Kurz-, Mittel- und Langstrecke.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Flughafen Brüssel-Charleroi
Belgiens zweitgrößter Passagierflughafen liegt in Gosselies bei Charleroi, rund 46 Kilometer südlich von Brüssel: eine Piste, zwei Terminals, Ryanairs erste Basis auf dem Kontinent, viel Wizz Air – und eine lange Industriegeschichte rund um Fairey, SABCA und Sonaca.
FlughafenFlughafen Lüttich
Belgiens größter Frachtflughafen und einer der fünf größten Europas: eine lange Hauptbahn bei Bierset, Betrieb rund um die Uhr, Jumbo-Frachter, E-Commerce aus China über Cainiao – und seit Januar 2026 praktisch ohne Linienpassagiere.
FlughafenFlughafen Brüssel-Zaventem
Belgiens größter Flughafen liegt in Zaventem vor den Toren Brüssels: drei Pisten, Heimat von Brussels Airlines und TUI fly Belgium, ein großes Frachtzentrum, Militär auf der Melsbroek-Seite – und zwei offizielle Spotting-Plattformen.
HerstellerAirbus
Europäisches Luft- und Raumfahrtunternehmen und einer der beiden großen Hersteller von Verkehrsflugzeugen – mit Flugzeugfamilien vom A220 bis zum A350.
Wo du Air Belgium vor die Linse bekommst
Spotting-Spots, an denen diese Airline regelmäßig zu sehen ist – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.
Spotterzonen in Steenokkerzeel am Flughafen Brüssel
Rund um Steenokkerzeel liegen die wichtigsten Spotterpunkte des Flughafens Brüssel – allen voran die offizielle Plattform an der Piste 25L neben dem Tervuursesteenweg. Hier erfährst du, welcher Standpunkt bei welcher Betriebsrichtung funktioniert und wann das Licht passt.
SpotterpunktSpotterplätze am Flughafen Lüttich
Lüttich ist einer der größten Frachtflughäfen Europas: Jumbo-Frachter, 777F und 737-Frachter an einer langen Piste, Betrieb rund um die Uhr – und Zaunspots auf beiden Seiten, für die du eine Leiter und einen Plan brauchst.
Passende Guides aus dem Blog
- A330 oder A340? Triebwerkszahl, Fahrwerk und Varianten erkennen
- Frachtflugzeuge erkennen: So bestimmst du jeden Frachter am Zaun
- Boeing 747-100 bis 747-8: Jumbo-Varianten sicher erkennen
- Große Airline-Pleiten in Europa: Von Swissair bis Alitalia
- Flugzeugleasing erklärt: Dry Lease, Sale-and-Lease-back und die großen Leasinggesellschaften
- Flugzeug-Kennzeichen verstehen: So liest du jede Registrierung



