Das Wichtigste in Kürze
- Der Bell 429 ist ein leichter Zweimot-Hubschrauber mit Platz für einen Piloten und bis zu sieben Passagiere, ausgelegt für Instrumentenflug mit nur einem Piloten.
- Schnellster Erkennungsweg: vier Hauptrotorblätter, Heckrotor in X-Form und zwei Abgasauslässe hinter dem Mast.
- Entwickelt für die Luftrettung: Flacher Boden und optionale Heckklappen erlauben das Einladen einer Trage von hinten.
- Polizei-Favorit: Behörden in Schweden, Neuseeland, Australien, Thailand und Nordamerika fliegen den Typ.
- In der Schweiz führt Air Zermatt den Typ auf ihrer Website bei Flotte und Wartung – ein Grund, im Oberwallis die Augen offen zu halten.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist der Bell 429?
- 2.Entstehung: Eine Kabine für die Trage
- 3.Technik: Was den 429 ausmacht
- 4.Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen
- 5.Bell 429, H145, H135 oder AW109?
- 6.Einsatz: Luftrettung, Polizei und Firmenflüge
- 7.Wo du den Bell 429 in Europa antriffst
- 8.Fototipps speziell für den Bell 429
- 9.Der Bell 429 in der Bell-Familie
- 10.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
- 11.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | Bell (Bell Textron), Endmontage in Mirabel, Kanada |
|---|---|
| Programm-Partner | Korea Aerospace Industries und Mitsui Bussan Aerospace |
| ICAO-Typcode | B429 |
| Erstflug | 27. Februar 2007 |
| Zulassung | Transport Canada 1. Juli 2009, FAA Juli 2009, EASA September 2009 |
| Erstauslieferung | 7. Juli 2009 an Air Methods (Betreiber MercyOne) |
| Triebwerke | 2 × Pratt & Whitney Canada PW207D1/D2, je 719 shp Startleistung |
| Hauptrotor | 4 Blätter aus Verbundwerkstoff, rund 11 m Durchmesser |
| Heckrotor | 4 Blätter in X-Anordnung (zwei versetzte Zweiblattrotoren) |
| Länge | rund 12,7 m |
| Sitzplätze | 1 Pilot + bis zu 7 Passagiere |
| Max. Reisegeschwindigkeit | 155 kn (287 km/h) |
| Reichweite (Herstellerangabe) | rund 761 km (411 nm) |
| Max. Abfluggewicht | 3.175 kg, mit Gewichtserhöhung (IGW) 3.402 kg |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Vierblättriger Hauptrotor mit schlanken, an den Spitzen gepfeilten Blättern
- Heckrotor in X-Form: vier Blätter, die nicht im rechten Winkel, sondern scherenartig versetzt stehen
- Zwei Abgasauslässe hinter dem Rotormast – das Zeichen für den Zweimotorer
- Hohe, kastenförmige Kabine mit großen, breit öffnenden Seitentüren und flachem Boden
- Bei Rettungsmaschinen oft eine zweiflügelige Heckklappe unter dem Leitwerksträger zum Einladen der Trage
- Meist Kufen, als Option ein einziehbares Radfahrwerk
Aktualisiert: Oktober 2026 – Über einer Unfallstelle schwebt ein kompakter Hubschrauber mit hoher Kabine, am Heck dreht sich ein Rotor, dessen Blätter wie eine halb geöffnete Schere aussehen. Hinter dem Mast ziehen zwei Abgasfahnen nach hinten. Das ist sehr wahrscheinlich ein Bell 429 GlobalRanger, Bells leichter Zweimotorer für Luftrettung, Polizei und Firmenflüge. Hier erfährst du, wie der Typ entstand, woran du ihn sicher erkennst und wo du ihm in Europa begegnest.
B429 für deinen Hangar
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Was ist der Bell 429?
Der Bell 429 ist ein leichter zweimotoriger Mehrzweckhubschrauber mit vierblättrigem Hauptrotor. Er bietet Platz für einen Piloten und bis zu sieben Passagiere, in der Rettungsversion für Besatzung, Notarzt und einen Patienten auf der Trage. Angetrieben wird er von zwei Wellenturbinen des Typs Pratt & Whitney Canada PW207D1 oder PW207D2, die laut Bell jeweils 719 shp (536 kW) Startleistung liefern. Hinter dem Triebwerkshersteller steht der Konzern Pratt & Whitney.
Bell vermarktet den Typ unter dem Beinamen GlobalRanger und positioniert ihn für fünf Einsatzfelder: Firmen- und VIP-Transport, Luftrettung (HEMS), öffentliche Sicherheit mit Polizei, Suche und Rettung sowie Brandbekämpfung, Offshore- und Energieeinsätze und Arbeitsflüge wie Leitungskontrollen. Für Behörden und Streitkräfte gibt es zudem eine als 429M bezeichnete Ausführung.
Gebaut wird der Hubschrauber im kanadischen Mirabel bei Montreal. Bell selbst sitzt in Fort Worth, Texas, und gehört zum Textron-Konzern – damit ist Bell eine Schwester von Textron Aviation, dem Hersteller von Cessna und Beechcraft.
Entstehung: Eine Kabine für die Trage
Die Geschichte des Bell 429 beginnt beim Vorgänger. Der zweimotorige Bell 427 war für viele Luftrettungsbetreiber zu eng: Eine Trage passte nur mit Mühe hinein, und eine Zulassung für den Instrumentenflug fehlte. Genau diese beiden Punkte sind im Rettungsdienst entscheidend, denn Patienten müssen schnell und flach eingeladen werden, und Einsätze enden nicht, wenn Wolken aufziehen.
Bell zeigte 2004 zunächst eine gestreckte 427 unter der Bezeichnung 427s3i, verwarf diesen Ansatz aber. Stattdessen wählte das Unternehmen eine neue Zelle aus seinem MAPL-Programm (Modular Affordable Product Line), einem Baukasten für künftige Hubschrauber. Vom 427 übernahm der 429 eine weiterentwickelte Triebwerks- und Getriebetechnik, Rumpf und Rotorblätter stammen aus dem MAPL-Konzept. Als Partner waren Korea Aerospace Industries und das japanische Unternehmen Mitsui Bussan Aerospace beteiligt.
Wichtige MAPL-Komponenten testete Bell zunächst an einer umgebauten 427. Der erste echte Bell 429 hob am 27. Februar 2007 ab. Die Flugerprobung führte die Testmaschinen unter anderem zu Höhentests nach Colorado und zu Hitzetests nach Arizona. Die Zulassung verzögerte sich, vor allem wegen Engpässen bei Teilen und Material.
Bis Mitte 2009 hatte Bell rund 300 Absichtserklärungen gesammelt. Dass der Erstkunde ein Luftrettungsbetreiber war, passt zur Entstehungsgeschichte: Der 429 wurde von Anfang an rund um die Trage gedacht.
Technik: Was den 429 ausmacht
Der Bell 429 ist kein aufgeblasener Einmotorer, sondern von Grund auf als Zweimotorer konstruiert. Einige Details sind für Spotter direkt sichtbar, andere stecken im Cockpit.
Hauptrotor: Vier Blätter aus Verbundwerkstoff sitzen an einem Rotorkopf mit elastischen Biegeelementen. Die Blattspitzen sind gepfeilt, um den Lärm zu senken. Der Rotordurchmesser liegt bei rund elf Metern.
Heckrotor: Statt eines klassischen Zwei- oder Vierblattrotors mit gleichen Abständen nutzt der 429 zwei übereinander gesetzte Zweiblattrotoren, die in ungleichem Winkel versetzt sind. Von der Seite sieht das aus wie ein X oder eine Schere. Auch diese Bauweise dient vor allem der Lärmminderung.
Kabine: Der Innenraum ist laut Bell rund 5,8 Kubikmeter groß, inklusive eines Gepäckraums von etwa 2,1 Kubikmetern. Der Boden ist flach, die Sitze lassen sich ausbauen, die Ladefläche liegt auf Tragehöhe. Große, weit öffnende Seitentüren und optionale Heckklappen unter dem Leitwerksträger machen das Ein- und Ausladen von Patienten einfach.
Cockpit: Ein Glascockpit mit Autopilot und Flugregler gehört zur Grundausstattung. Bell nennt sein Avionik-Paket BasiX-Pro; der Autopilot ist in drei- oder vierachsiger Ausführung erhältlich. Der Hubschrauber ist für Instrumentenflug mit nur einem Piloten und den Betrieb nach Kategorie A ausgelegt, kann also nach einem Triebwerksausfall sicher weiterfliegen. Was Instrumentenflug im Unterschied zum Sichtflug bedeutet, erklärt der Beitrag Sichtflug und Instrumentenflug.
Fahrwerk: Serienmäßig steht der 429 auf Kufen. Optional gibt es ein einziehbares Radfahrwerk, das den Luftwiderstand senkt und die Reisegeschwindigkeit leicht erhöht.
Spotter-Wissen: Das Gewichtsthema
Standardmäßig liegt das maximale Abfluggewicht bei 3.175 kg. Transport Canada erlaubte später per Ausnahmegenehmigung bis zu 3.402 kg, laut Bell haben seitdem mehr als 25 Länder diese Erhöhung anerkannt. FAA und EASA gingen hier nicht automatisch mit. Für dich als Spotter heißt das: Zwei äußerlich gleiche 429 können je nach Registrierungsland unterschiedlich beladen werden – das Kennzeichen verrät, wo eine Maschine zu Hause ist.
Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen
In der Klasse der leichten Zweimotorer tummeln sich mehrere ähnlich große Muster. Mit drei Blicken grenzt du den Bell 429 trotzdem sicher ein.
Heckrotor ansehen
Der X-förmige Vierblatt-Heckrotor ist das beste Einzelmerkmal. Ein Fenestron im Seitenleitwerk spricht gegen den 429, ein klassischer Zweiblatt-Heckrotor ebenfalls.
Abgasauslässe zählen
Hinter dem Rotormast siehst du zwei Auslässe. Damit scheiden Einmotorer wie Bell 407 oder H125 aus.
Kabinenform prüfen
Die Kabine ist hoch und eher kastenförmig, die Nase kurz. Unter dem Heck sitzt bei vielen Maschinen eine zweiflügelige Klappe.
Ob Rettung, Polizei oder Firmeneinsatz, verraten dir Lackierung, Kennungen und Anbauten wie Suchscheinwerfer, Wärmebildkamera oder Rettungswinde. Den Typ bestätigt am Ende das Kennzeichen. Bei Schweizer Maschinen hilft dir der Beitrag zu den HB-Kennzeichen, bei US-Maschinen der Guide zu den N-Nummern. Das Baujahr ermittelst du mit Flugzeugalter herausfinden.
Bell 429, H145, H135 oder AW109?
Im Rettungs- und Polizeidienst konkurriert der 429 vor allem mit Mustern von Airbus Helicopters und Leonardo. Der Finder hilft beim Eingrenzen.
Schnellbestimmung: leichte Zweimotorer
Bell 429 GlobalRanger
X-Heckrotor, Kufen und die hohe, kompakte Kabine sind das typische 429-Bild. Zähl zur Sicherheit die Abgasauslässe: zwei müssen es sein.
Airbus H135 oder H145
Der Fenestron ist das Markenzeichen der aktuellen Airbus-Zweimotorer. Der H145 ist der größere der beiden, der H135 wirkt kompakter.
Leonardo AW109
Spitze Nase, schlanker Rumpf und meist ein einziehbares Radfahrwerk sprechen für den AW109. Die Kufenversion Trekker sieht dem 429 ähnlicher, hat aber die typische lange Nase.
Zum Vertiefen lohnen sich die Seiten zum Airbus H145, zum Airbus H135, zum Leonardo AW109 und zum größeren Leonardo AW169. Auch der ältere BK 117 mit seinen Heckklappen kann aus der Ferne an den 429 erinnern, hat aber einen deutlich anderen Rumpf mit hochgesetztem Heckausleger. Einen Überblick über alle gängigen Drehflügler gibt dir der Guide Hubschraubertypen erkennen.
Einsatz: Luftrettung, Polizei und Firmenflüge
Luftrettung: Hier liegen die Wurzeln des Typs. Erstkunde war der US-Luftrettungsbetreiber Air Methods, und in Nordamerika fliegen viele 429 als Rettungshubschrauber. Auch in Japan setzt der große Hubschrauberbetreiber Nakanihon Air den Typ laut Bell in der Luftrettung ein und hat 2026 zwei weitere Maschinen bestellt.
Polizei und Behörden: Für Polizeiflugstaffeln ist der 429 attraktiv, weil er zwei Triebwerke, Instrumentenflug und eine geräumige Kabine für Einsatzkräfte und Kameratechnik verbindet. Bell nennt unter anderem die Polizei von New South Wales und Queensland in Australien sowie die Royal Thai Police. Die Maschinen der neuseeländischen Polizei erreichten 2024 zusammen 15.000 Flugstunden. Nach Angaben gängiger Nachschlagewerke fliegen außerdem die schwedische und die slowakische Polizei, die kanadische Küstenwache sowie mehrere US-Polizeibehörden, darunter das NYPD, den Typ.
Firmen und VIP: Mit bis zu sieben Passagieren und dem großen Gepäckraum ist der 429 auch als Firmenhubschrauber gefragt. Auf der AERO Friedrichshafen 2026 meldete Bell drei neue Bestellungen von VIP-Kunden aus Großbritannien und Estland.
Militär: Auch einige Streitkräfte nutzen den Typ. Nach Angaben gängiger Nachschlagewerke flog die australische Marine drei 429, auch das Verteidigungsministerium von Oman und die jamaikanische Armee werden als Betreiber geführt.
Flotten ändern sich
Behörden flotten neue Hubschrauber ein, geben ältere ab oder tauschen den Betreiber. Die genannten Nutzer sind eine Momentaufnahme mit Stand Oktober 2026. Vor einer gezielten Tour prüfst du aktuelle Angaben der Behörde oder den Typcode B429 in Tracking-Diensten.
Wo du den Bell 429 in Europa antriffst
Im deutschsprachigen Raum ist der Bell 429 deutlich seltener als H135 und H145, die die Luftrettung in Deutschland, Österreich und der Schweiz prägen. Umso spannender ist der Fang.
Schweiz: Am ehesten lohnt ein Blick auf Air Zermatt. Die Helikopter-Airline aus dem Oberwallis nennt den Bell 429 auf ihrer Website im Abschnitt zur Helikopterflotte und führt ihn auch in ihrer Wartungsgenehmigung. Wie viele Maschinen sie davon aktuell einsetzt, gibt sie nicht an. Mit etwas Glück siehst du einen 429 rund um die Heliports Zermatt und Raron. Wie die Schweizer Flugrettung insgesamt aufgestellt ist, zeigt dir die Seite zur Rega – die allerdings auf Airbus- und Leonardo-Muster setzt.
Restliches Europa: Polizeihubschrauber in Schweden und der Slowakei, dazu Firmen- und Chartermaschinen, etwa in Großbritannien. Bei Messen und Flugtagen stellt Bell den 429 gern aus; die AERO in Friedrichshafen war 2026 Schauplatz einer Bestellmeldung.
| Ort | Trefferchance | Warum |
|---|---|---|
| Zermatt und Raron (Wallis) | niedrig bis mittel | Air Zermatt führt den Typ bei Flotte und Wartung |
| Polizeistandorte in Schweden und der Slowakei | mittel | Behördenflotten mit Bell 429 |
| Messen und Flugtage in Europa | niedrig bis mittel | Ausstellungs- und Firmenmaschinen |
| Rettungshubschrauber-Stationen in Deutschland | niedrig | Hier dominieren Airbus-Muster |
| Nordamerika und Australien | hoch | Große Flotten bei Rettung und Polizei |
Viele 429 senden ADS-B-Daten, im Tiefflug und bei Behördeneinsätzen ist der Empfang aber lückenhaft oder bewusst eingeschränkt. Wie du Rettungs- und Polizeihubschrauber trotzdem findest, erklärt der Beitrag Hubschrauber auf dem Flugradar verfolgen. Wie selten eine Sichtung bei dir wirklich ist, schätzt du mit Wie selten ist meine Sichtung? ein.
Typ B429 auf die Wunschliste
Setz in Planetrack den Bell 429 oder einzelne Kennzeichen auf deine Wunschliste und lass dich per Sichtungs-Alarm benachrichtigen, wenn sie an deinem Flughafen anfliegen oder landen. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Fototipps speziell für den Bell 429
Hubschrauber verlangen eine andere Technik als Jets, und beim 429 kommen zwei Besonderheiten dazu: der auffällige X-Heckrotor und die Einsatzsituationen, in denen du ihn oft triffst.
Rotor in Bewegung zeigen
Mit 1/125 s oder länger verwischen die vier Hauptrotorblätter zu einer Scheibe. Zu kurze Zeiten frieren sie ein, und der Hubschrauber wirkt wie geparkt.
Heck mit ins Bild
Der X-Heckrotor ist das Erkennungszeichen. Eine Seitenansicht oder leichte Dreiviertelansicht von hinten zeigt ihn am besten.
Heckklappen beim Landen
An Kliniklandeplätzen öffnen Rettungsteams oft die Heckklappen. Aus respektvollem Abstand und ohne Patienten im Bild ergibt das ein starkes Motiv.
Serien schießen
Bei langen Belichtungszeiten sitzt nicht jedes Bild. Fotografiere Serien und wähle später das schärfste aus.
Mehr zur Belichtung bei Rotoren und Propellern liest du im Guide Propeller fotografieren: die richtige Verschlusszeit. Wann das Licht an deinem Standort passt, berechnest du mit dem Sonnenstand-Planer-Guide; in Planetrack zeigt dir der Sonnenstand-Planer direkt für deinen Spot, wann Gegenlicht droht. Allgemeine Tipps rund um Drehflügler sammelt der Beitrag Hubschrauber spotten.
Bei Einsätzen gilt: Abstand halten
Rettungs- und Polizeihubschrauber sind im Einsatz, wenn du sie siehst. Halte Landeplätze und Zufahrten frei, folge Anweisungen der Einsatzkräfte und fotografiere keine Patienten. Was du tun solltest, wenn dich die Polizei beim Fotografieren anspricht, steht im Beitrag Polizeikontrolle beim Spotten.
Der Bell 429 in der Bell-Familie
Bell hat die Hubschrauberwelt mehrfach geprägt. Der Bell 206 JetRanger machte die Turbine in der leichten Zivilklasse zum Standard, der Bell 407 führte die Linie als Einmotorer mit Vierblattrotor fort. Der 429 setzt eine Stufe darüber an: zwei Turbinen, IFR-Ausstattung und eine Kabine, die für die Trage gemacht ist. Wer noch mehr Größe und Leistung braucht, landet beim mittleren Zweimotorer Bell 412, der auf der legendären UH-1 „Huey“ aufbaut.
Wer selbst einmal einen Hubschrauber fliegen möchte, findet im Beitrag Hubschrauberpilot werden die Wege dorthin. Hubschraubergeschichte zum Anfassen bietet das Hubschraubermuseum Bückeburg.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für den Bell 429, wenn …
- der Heckrotor vier Blätter in X-Form hat
- du zwei Abgasauslässe hinter dem Rotormast siehst
- die Kabine hoch und kastenförmig ist und eine kurze Nase hat
- im Tracking-Dienst B429 als Typ steht
Sieh genauer hin, wenn …
- der Hubschrauber auf Rädern steht – das ist beim 429 eine seltene Option, häufiger ist es ein AW109
- Heckklappen zu sehen sind – die haben auch H145 und BK 117
- du nur die Silhouette von unten siehst und den Heckrotor nicht erkennst
Fazit
Der Bell 429 GlobalRanger ist Bells Antwort auf die Frage, wie ein moderner leichter Zweimotorer für Rettung und Polizei aussehen muss: viel Kabine, flacher Boden, Heckklappen, zwei Turbinen und Instrumentenflug mit nur einem Piloten. Seit 2009 hat er sich weltweit eine Flotte von mehr als 500 Maschinen erarbeitet. In Mitteleuropa bleibt er ein vergleichsweise seltener Anblick – genau das macht ihn für Spotter reizvoll. Wenn du gerade erst einsteigst, bringt dich der Guide Planespotting für Einsteiger schnell auf Kurs.
Kurzfazit
Vier Hauptrotorblätter, X-Heckrotor, zwei Abgasauslässe und eine hohe Kabine: Das ist der Bell 429. In der Schweiz lohnt ein Blick nach Zermatt und Raron, weltweit auf Polizei und Luftrettung. Filtere nach B429, halte bei Einsätzen Abstand und notier das Kennzeichen.
Zusammenfassung
- Der Bell 429 entstand aus Bells MAPL-Konzept und dem Wunsch der Luftrettung nach mehr Kabine als beim Bell 427; Erstflug war 2007, die Zulassungen folgten 2009.
- Zwei Pratt-&-Whitney-Canada-Turbinen, ein Vierblattrotor und ein Glascockpit mit Autopilot machen ihn zum IFR-fähigen Arbeitsgerät für Rettung, Polizei und Firmenflüge.
- Laut Bell sind weltweit mehr als 500 Maschinen im Einsatz, die zusammen über 735.000 Flugstunden gesammelt haben.
- Erkennbar ist der Typ an X-Heckrotor, zwei Abgasauslässen und der hohen Kabine – im Tracking läuft er als B429.
Häufige Fragen
Welchen ICAO-Typcode hat der Bell 429?
Der Bell 429 läuft unter B429. Mit diesem Code findest du die Maschinen in Tracking-Diensten, sofern sie Positionsdaten senden. Bei Polizei- und manchen Rettungseinsätzen sind die Daten allerdings nicht immer sichtbar.
Was bedeutet GlobalRanger?
GlobalRanger ist der Beiname, den Bell dem 429 gegeben hat. Er knüpft an die bekannten Namen JetRanger und LongRanger an, steht aber für ein komplett neues Muster mit zwei Turbinen. Im Alltag sprechen die meisten Betreiber und Spotter einfach vom „429“.
Wie unterscheide ich Bell 429 und Airbus H145?
Schau aufs Heck: Der H145 hat in der aktuellen Version einen ummantelten Heckrotor (Fenestron) im Seitenleitwerk, ältere Versionen einen offenen Heckrotor an der Seite. Der Bell 429 hat einen frei laufenden Vierblatt-Heckrotor in X-Form. Dazu wirkt der H145 länger und hat eine stärker gerundete Nase.
Wie unterscheide ich Bell 429 und Bell 407?
Beide haben vier Hauptrotorblätter. Der Bell 407 ist aber ein Einmotorer mit nur einem Abgasauslass und einem klassischen Zweiblatt-Heckrotor. Der 429 hat zwei Abgasauslässe, den X-förmigen Heckrotor und eine sichtbar höhere, breitere Kabine.
Darf der Bell 429 mit nur einem Piloten nach Instrumentenflugregeln fliegen?
Ja, der Bell 429 ist für Instrumentenflug mit einem Piloten ausgelegt und nach Kategorie A zugelassen, kann also bei einem Triebwerksausfall weiterfliegen. Laut Bell gibt es optional auch eine Zwei-Piloten-Ausstattung.
Was hat es mit der Gewichtserhöhung auf sich?
Transport Canada genehmigte nach der Zulassung einen Betrieb mit bis zu 3.402 kg statt 3.175 kg Abfluggewicht (Increased Gross Weight, IGW). Laut Bell haben inzwischen mehr als 25 Länder diese Erhöhung anerkannt. FAA und EASA folgten der kanadischen Ausnahmeregelung nicht ohne Weiteres, deshalb hängt das zulässige Gewicht davon ab, wo eine Maschine registriert ist.
Wo sehe ich in der Schweiz einen Bell 429?
Am ehesten im Oberwallis: Air Zermatt nennt den Bell 429 auf ihrer Website bei Flotte und Wartung, ohne Stückzahlen anzugeben. Darüber hinaus fliegen einzelne Maschinen bei Firmen- und Charterbetreibern in Europa – welche gerade wo stationiert sind, prüfst du am besten über das Kennzeichen.
Bell 429 GlobalRanger sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
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