Flughafenentgelte erklärt: Lande-, Passagier- und Lärmentgelte

Landeentgelt, Passagierentgelt, Lärmzuschlag und Abstellgebühr: Wie Flughafenentgelte aufgebaut sind, wer sie genehmigt, was Steuern und Sicherheitsgebühren davon unterscheidet – und was du davon am Zaun siehst.

Planetrack RedaktionVeröffentlicht: 15. Oktober 202613 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Entgelt, nicht Steuer: Flughafenentgelte zahlt die Airline an den Flughafenbetreiber für Pisten, Vorfeld und Terminals. Steuern und behördliche Gebühren laufen getrennt davon.
  • Drei große Bausteine: ein Entgelt pro Start und Landung, ein Entgelt pro abfliegendem Passagier und ein Entgelt fürs Abstellen des Flugzeugs – dazu kommen Lärm- und oft auch Emissionskomponenten.
  • Lärm kostet extra: In Deutschland müssen Entgeltordnungen nach Lärmschutzgesichtspunkten gestaffelt sein. Laute Flugzeuge und Bewegungen in den Nachtrandzeiten werden teurer.
  • Frankfurt misst statt schätzt: Fraport stuft jeden Flugzeugtyp anhand der vor Ort gemessenen Lärmwerte ein, seit 2024 in eine von 16 Lärmkategorien.
  • Genehmigungspflichtig: Jede Entgeltordnung muss von der Luftfahrtbehörde des Landes genehmigt werden; große Flughäfen müssen ihre Pläne vorher mit den Airlines beraten.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Flughafenentgelte: die kurze Antwort
  2. 2.Die Bausteine einer Entgeltordnung
  3. 3.Das Lärmentgelt: Geld für Ruhe
  4. 4.Wer genehmigt die Entgelte?
  5. 5.Was nicht zu den Flughafenentgelten gehört
  6. 6.Selbst nachrechnen: Was kostet ein Umlauf pro Passagier?
  7. 7.Was Entgelte am Zaun verändern
  8. 8.Worauf du beim Lesen achten solltest
  9. 9.Fazit

Jede Landung, die du am Zaun fotografierst, löst irgendwo eine Rechnung aus. Der Flughafen stellt der Airline das Aufsetzen auf der Piste in Rechnung, dazu jeden Passagier, der abfliegt, die Stunden auf der Parkposition und den Lärm, den das Flugzeug beim Anflug über die Dächer trägt. Diese Flughafenentgelte sind trockene Tabellen voller Gewichtsklassen und Zuschläge. Für Spotter sind sie trotzdem spannend, denn sie erklären einiges, was du am Flughafen beobachtest: warum leise Jets so schnell die Flotten übernehmen, warum es kurz vor der Nachtruhe voll wird und warum Low-Cost-Airlines ihre Maschinen so schnell wieder in die Luft bringen. Dieser Guide zeigt dir, wie Lande-, Passagier- und Lärmentgelte aufgebaut sind, wer sie genehmigt und was sie von Steuern und Behördengebühren unterscheidet.

Wissen, was gleich landet

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Flughafenentgelte: die kurze Antwort

Flughafenentgelte sind Preise, die der Flughafenbetreiber den Airlines für die Nutzung seiner Infrastruktur berechnet. Gemeint sind Start- und Landebahnen samt Befeuerung und Navigationshilfen, Rollwege, Vorfeldflächen, Abstellpositionen und Terminals. Die Airline bekommt die Rechnung und legt die Kosten über den Ticketpreis oder die Frachtrate auf ihre Kunden um.

In Deutschland regelt § 19b des Luftverkehrsgesetzes (LuftVG), wie das funktioniert. Der Betreiber muss eine Entgeltordnung aufstellen, die mindestens das Starten, Landen und Abstellen von Flugzeugen sowie die Abfertigung von Passagieren und Fracht abdeckt. Die Entgelte müssen sich an objektiven, transparenten und diskriminierungsfreien Kriterien orientieren, vorab festgelegt sein und sich an den Kosten ausrichten. Bevor sie gelten, braucht es die Genehmigung der Luftfahrtbehörde des Bundeslandes. Für Frankfurt ist das das hessische Wirtschafts- und Verkehrsministerium.

§ 19bLuftverkehrsgesetz: Rechtsgrundlage der Entgeltordnungen
5 Mio.Fluggastbewegungen pro Jahr: darüber gelten verschärfte Regeln
16Lärmkategorien in Frankfurt, seit 2024

Die Bausteine einer Entgeltordnung

Jeder Flughafen gestaltet seine Entgeltordnung etwas anders, die Grundbausteine ähneln sich aber stark. Fraport hat die Struktur für Frankfurt in einer Übersicht zusammengestellt, sie eignet sich gut als Beispiel.

Entgelt Wofür es anfällt Typische Bemessung Wohin das Geld geht (Beispiel FRA)
Lande- und Startentgelt jede Landung und jeden Start Höchststartgewicht, Lärmkategorie, Uhrzeit; in FRA auch Passagiere und Fracht Pistensystem, Navigationshilfen, Lärmmessanlagen
Passagierentgelt jeden abfliegenden Passagier pro Kopf, oft gestaffelt nach Ziel (z. B. innereuropäisch oder Langstrecke) Terminals, Passagiertransport zwischen den Terminals
Sicherheitsentgelt abfliegende Passagiere bzw. Fracht pro Passagier oder pro 100 kg Fracht Kontrollen von Personal und Fracht am Zugang zum Sicherheitsbereich
Abstellentgelt jedes abgestellte Flugzeug Größe der Position, Parkdauer, Lage am Terminal oder auf dem Vorfeld Vorfelder und Abstellpositionen
Entgelt für Schallschutzprogramme abfliegende Passagiere bzw. Fracht abhängig von Lärmkategorie und Uhrzeit gesetzliche Schallschutzmaßnahmen im Umland

Daneben gibt es an vielen Flughäfen weitere Positionen: Entgelte für zentrale Infrastruktur wie die Gepäckförderanlage, für Fluggastbrücken oder für die Betreuung von Passagieren mit eingeschränkter Mobilität. Letztere ist EU-weit in einer eigenen Verordnung geregelt (Verordnung (EG) Nr. 1107/2006) und läuft deshalb meist als separates Entgelt.

Lande- und Startentgelt

Das klassische Landeentgelt bemisst sich am höchstzulässigen Startgewicht (Maximum Take-off Weight, MTOW). Je schwerer das Flugzeug, desto mehr Belastung für die Piste und desto höher das Entgelt. Ein Airbus A380 zahlt deshalb pro Landung ein Vielfaches dessen, was ein Regionaljet kostet. Viele Flughäfen haben das reine Gewichtsprinzip aber längst ergänzt: In Frankfurt hängen Lande- und Startentgelt zusätzlich von der Lärmkategorie, der An- oder Abflugzeit und von der Zahl der Passagiere und der Frachtmenge an Bord ab.

Passagierentgelt

Das Passagierentgelt fällt pro abfliegendem Fluggast an, ankommende Passagiere zählen meist nicht. Häufig gibt es Staffeln nach Ziel, weil Langstreckenpassagiere andere Terminalbereiche, mehr Gepäck und bei Nicht-Schengen-Zielen Passkontrollen nutzen. Für Umsteiger gelten an manchen Drehkreuzen eigene Sätze. Deshalb hängen die Entgelte an einem Hub wie Frankfurt oder München eng mit dem Geschäftsmodell der Heimat-Airline zusammen.

Abstellentgelt

Wer parkt, zahlt. Das Abstellentgelt richtet sich nach Größe und Lage der Position und nach der Parkdauer. Eine Position direkt am Terminal mit Fluggastbrücke ist wertvoller als eine Außenposition auf dem Vorfeld. Für Airlines ist das ein Anreiz, Bodenzeiten kurz zu halten oder Flugzeuge für längere Standzeiten auf günstigere Flächen zu schleppen. Wie ein Umlauf am Gate abläuft, beschreibt der Guide zum Turnaround, die verschiedenen Positionstypen erklärt der Artikel über Gates, Fluggastbrücken und Außenpositionen.

Das Lärmentgelt: Geld für Ruhe

Am interessantesten aus Spottersicht ist der Lärmanteil. § 19b LuftVG schreibt vor, dass Entgeltordnungen von Flughäfen nach Lärmschutzgesichtspunkten gestaffelt sein müssen. Eine Staffelung nach Schadstoffemissionen soll zusätzlich erfolgen. Das ist kein Detail am Rand: Der Gesetzgeber nutzt die Entgelte bewusst als Steuerungsinstrument.

Dafür gibt es zwei grundsätzliche Wege:

  • Zertifikatsbasiert: Das Flugzeug wird nach seinem Lärmzeugnis eingestuft. Grundlage sind die Lärmstandards der ICAO im Anhang 16 zum Chicagoer Abkommen, unterteilt in Kapitel. Ältere Jets erfüllen nur Kapitel 3, neuere Kapitel 4, und für neu entwickelte Muster gilt der strengere Standard nach Kapitel 14. Je besser das Zeugnis, desto günstiger die Klasse.
  • Messwertbasiert: Der Flughafen misst den Lärm, den jeder Typ vor Ort tatsächlich erzeugt, und ordnet ihn danach ein. Das bildet reale Anflug- und Startverfahren ab, setzt aber ein dichtes Netz an Messstellen voraus.

Frankfurt ist das bekannteste Beispiel für den zweiten Weg. Fraport misst den Fluglärm nach eigenen Angaben seit 1964 kontinuierlich, berücksichtigt ihn seit den 1990er-Jahren in den Entgelten und hat 2001 als erster deutscher Flughafen eine Entgeltkomponente auf Basis tatsächlich gemessenen Lärms eingeführt. Seitdem wurde die Spreizung mehrfach verschärft, zuletzt 2024. Heute ordnet Fraport jeden Flugzeugtyp anhand seines in Frankfurt gemessenen Durchschnittswerts einer von 16 Lärmkategorien zu. Start und Landung werden getrennt betrachtet, die Lärmzertifikate fließen zusätzlich ein. Nach Fraport-Angaben wurde der lärmabhängige Anteil der Lande- und Startentgelte seit 2012 um rund 100 Prozent angehoben. Welche Spots sich in Frankfurt für die Beobachtung von Starts und Landungen eignen, zeigt der Guide zum Planespotting am Flughafen Frankfurt.

Wo diese Messstellen stehen und wie du ihre Daten liest, zeigt der Artikel Fluglärm messen. Viele Flughäfen veröffentlichen Flugspuren und Messwerte zudem in Portalen, die auch für die Spot-Planung nützlich sind – mehr dazu im Guide zu WebTrak und Fluglärmportalen.

Zuschläge in den Randstunden

Die zweite Stellschraube ist die Uhrzeit. Bewegungen in den Nachtrandzeiten kosten an vielen Flughäfen spürbar mehr als am Tag. In Frankfurt regt ein Zuschlag die Airlines dazu an, Flüge aus den Randstunden in den Tag zu verlegen; in der Mediationsnacht von 23 bis 5 Uhr gilt dort ohnehin das Nachtflugverbot. Welche Regeln an anderen deutschen Flughäfen gelten, fasst der Artikel zum Nachtflugverbot an deutschen Flughäfen zusammen.

Was du am Zaun davon merkst

Die Randstunden vor der Nachtruhe sind oft besonders dicht belegt, gerade an Drehkreuzen. Airlines versuchen, verspätete Umläufe noch vor der Kernzeit abzuschließen, und an Frachtflughäfen wie Leipzig/Halle verläuft das Nachtgeschäft nach eigenen Regeln. Ein Blick auf die Uhr lohnt sich also nicht nur fürs Licht.

Emissionsentgelte

Neben Lärm berücksichtigen viele große Flughäfen auch Schadstoffe, meist die Stickoxid-Emissionen der Triebwerke im Lande- und Startzyklus. Grundlage sind die Emissionsdaten, die für jedes Triebwerk im Zulassungsprozess ermittelt werden. Das Prinzip ist das gleiche wie beim Lärm: Sauberere Triebwerke senken die Rechnung. Wie hoch der Anteil ist und nach welcher Formel er berechnet wird, legt jeder Flughafen in seiner Entgeltordnung fest.

Laute Klassiker gezielt erwischen

Setz ältere Typen oder ein bestimmtes Kennzeichen auf deine Wunschliste im Hangar und lass dich per Sichtungs-Alarm benachrichtigen, wenn sie im Anflug sind. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Wer genehmigt die Entgelte?

Ein Flughafen kann seine Preise nicht einfach nach Belieben festsetzen. Das deutsche Verfahren stützt sich auf zwei Ebenen.

EU-Ebene: Die Richtlinie 2009/12/EG über Flughafenentgelte gilt für Flughäfen mit mehr als fünf Millionen Fluggastbewegungen pro Jahr sowie für den jeweils größten Flughafen eines Mitgliedstaats. Sie verlangt diskriminierungsfreie Entgelte, mindestens jährliche Konsultationen mit den Airlines, Transparenz über Kosten und Investitionen und eine unabhängige Aufsichtsbehörde. Eine Differenzierung aus Gründen des Umweltschutzes ist ausdrücklich erlaubt, solange die Kriterien objektiv und transparent sind.

Bundesrecht: § 19b LuftVG setzt das um und geht teils darüber hinaus. Für Flughäfen über der Fünf-Millionen-Schwelle gilt:

  • Der Entwurf einer neuen Entgeltordnung muss den Nutzern mindestens sechs Monate vor Inkrafttreten samt Begründung vorgelegt werden.
  • Flughafen und Airlines müssen sich mindestens einmal jährlich beraten. Der Flughafen legt dafür Unterlagen zu Leistungen, Kostenstruktur, Erlösen und geplanten Investitionen vor; die Airlines liefern Prognosen zu Verkehr und Flotte.
  • Die Behörde prüft, ob die Entgelte in einem angemessenen Verhältnis zu den erwarteten Kosten stehen. Legen Flughafen und Nutzer eine schriftliche Einigung vor, kann diese Kostenprüfung entfallen.
  • Genehmigte Entgelte werden in den Nachrichten für Luftfahrer bekanntgemacht.

Ist eine Entgeltordnung genehmigt, darf der Betreiber nicht davon abweichen. Rabatte für einzelne Airlines ohne sachlichen Grund wären ein Verstoß gegen das Diskriminierungsverbot. Anreizprogramme für neue Strecken gibt es trotzdem, sie müssen aber allen Nutzern unter gleichen Bedingungen offenstehen.

1. Entwurf

Der Flughafen kalkuliert Kosten und Investitionen und erarbeitet eine neue Entgeltordnung.

2. Konsultation

Airlines und Verbände bekommen Entwurf und Begründung und verhandeln mit dem Flughafen über Höhe und Struktur.

3. Antrag

Der Betreiber reicht die Entgeltordnung bei der Luftfahrtbehörde des Landes ein.

4. Genehmigung

Die Behörde prüft Kriterien, Kostenbezug und Lärmstaffelung und erteilt die Genehmigung.

5. Veröffentlichung

Die Entgelte werden bekanntgemacht und gelten ab dem festgelegten Stichtag für alle Nutzer.

Was nicht zu den Flughafenentgelten gehört

Im Ticketpreis stecken noch weitere Abgaben, die oft mit Flughafenentgelten verwechselt werden. Sie gehen aber nicht an den Flughafen.

  • Luftverkehrsteuer: Eine Bundessteuer auf Abflüge von deutschen Flughäfen. Sie ist pro Passagier nach drei Ländergruppen des Zielorts gestaffelt, wird von der Airline abgeführt und fließt in den Bundeshaushalt.
  • Luftsicherheitsgebühr: Die Kontrolle von Passagieren und Handgepäck ist in Deutschland eine hoheitliche Aufgabe der Luftsicherheitsbehörde. Die Kosten dafür werden über eine Gebühr erhoben, die ebenfalls über die Airline auf das Ticket umgelegt wird. Nicht verwechseln mit dem Sicherheitsentgelt des Flughafens, das etwa die Kontrollen von Personal und Fracht abdeckt.
  • Flugsicherungsgebühren: Für die Lotsendienste im An- und Abflug und auf der Strecke berechnet die Flugsicherung eigene Gebühren. Wie die DFS Deutsche Flugsicherung arbeitet, erklärt ein eigener Artikel. Die EU-Richtlinie über Flughafenentgelte nimmt diese Gebühren ausdrücklich aus.
  • Bodenverkehrsdienste: Bodenabfertigung, Betankung oder Catering kauft die Airline als Dienstleistung ein, entweder beim Flughafen selbst oder bei unabhängigen Anbietern. Auch das ist kein Flughafenentgelt im Sinne der Richtlinie.

Flughafenentgelte

  • gehen an den Flughafenbetreiber
  • refinanzieren Pisten, Vorfeld und Terminals
  • werden von der Landesbehörde genehmigt
  • sind nach Lärm und oft nach Emissionen gestaffelt

Steuern und Behördengebühren

  • gehen an den Staat oder die Flugsicherung
  • finanzieren Haushalt, Kontrollen oder Lotsendienste
  • werden per Gesetz oder Verordnung festgelegt
  • landen trotzdem ebenfalls im Ticketpreis

Selbst nachrechnen: Was kostet ein Umlauf pro Passagier?

Die echten Sätze stehen in der Entgeltordnung jedes Flughafens, viele davon sind öffentlich. Mit dem Rechner unten kannst du nachvollziehen, wie sich ein Lande- und ein Passagierentgelt auf den einzelnen Fluggast verteilen. Die vorausgefüllten Werte sind reine Beispielwerte, keine Tarife eines bestimmten Flughafens.

Wie verteilen sich die Entgelte auf den Fluggast?

Trag Beispielwerte aus einer Entgeltordnung ein und sieh, was pro abfliegendem Passagier zusammenkommt.

Vereinfachte Rechnung ohne Sicherheits-, PRM- und Infrastrukturentgelte, ohne Steuern und ohne Flugsicherungsgebühren. Für echte Werte die Entgeltordnung des jeweiligen Flughafens heranziehen.

Spiel ein wenig mit der Passagierzahl: Die Kosten pro Landung verteilen sich auf alle Köpfe an Bord. Genau deshalb setzen Billigflieger auf dicht bestuhlte Kabinen und hohe Auslastung. Wie das Modell im Detail funktioniert, zeigt der Artikel Wie Billigflieger funktionieren. Airlines wie Ryanair oder easyJet verhandeln mit Flughäfen besonders hart und verlagern Kapazität dorthin, wo die Gesamtkosten aus Entgelten und Steuern niedriger ausfallen.

Was Entgelte am Zaun verändern

Flughafenentgelte sind mehr als Buchhaltung. Sie wirken über Jahre auf Flotten, Flugpläne und damit auf das, was du vor die Linse bekommst.

  • Leisere Typen setzen sich schneller durch. Lärmgestaffelte Entgelte machen neue Muster wie den A320neo oder den A321neo an lärmsensiblen Flughäfen zusätzlich attraktiv. Wie du neo und ceo am Zaun auseinanderhältst, erklärt der Artikel A320neo oder ceo?. Ältere, lautere Maschinen werden im Vergleich teurer und tauchen seltener auf – ein Grund mehr, Klassiker zu fotografieren, solange sie noch kommen.
  • Die Randstunden bleiben voll. Nachtzuschläge und Nachtflugregeln schieben Bewegungen in den Tag und verdichten den Verkehr kurz vor der Ruhezeit. Zusammen mit den Hub-Wellen an Drehkreuzen ergibt das die typischen Spitzenzeiten.
  • Kurze Bodenzeiten. Abstellentgelte und knappe Gate-Positionen belohnen schnelle Umläufe. Flugzeuge mit langen Standzeiten werden häufig auf Außenpositionen geschleppt, was du von manchen Spots gut beobachten kannst.
  • Standortentscheidungen. Die Höhe von Entgelten und Steuern fließt in die Frage ein, wo eine Airline Flugzeuge stationiert. Wenn ein Flughafen Strecken verliert oder neue gewinnt, steckt oft auch eine Kostenrechnung dahinter.
  • Slots sind etwas anderes. An voll ausgelasteten Flughäfen entscheidet nicht der Preis, wer starten darf, sondern die Zeitnische. Wie die Vergabe läuft, erklärt der Artikel Slots an Flughäfen.

Lies die Entgeltordnung selbst

Entgeltordnungen großer Flughäfen sind meist öffentlich. Wer einmal die Lärmkategorien des Heimatflughafens durchsieht, erfährt nebenbei, welche Typen dort als laut oder leise gelten – und welche Zeitfenster der Flughafen teurer macht.

Worauf du beim Lesen achten solltest

  • Stand prüfen. Entgeltordnungen ändern sich regelmäßig, oft jährlich. In Frankfurt gilt seit August 2026 eine neue Fassung. Zitiere daher nie Zahlen ohne Gültigkeitsdatum.
  • Bemessungsgrundlage beachten. Manche Positionen gelten pro Start und Landung, andere pro abfliegendem Passagier oder pro 100 Kilogramm Fracht. Wer Werte vergleicht, muss die Bemessungsgrundlage mitdenken.
  • Rabatte und Anreize. Viele Flughäfen bieten Anreizprogramme für neue Strecken oder Wachstum. Sie stehen in eigenen Anlagen und verändern die effektive Belastung deutlich.
  • Nicht alles steht in einer Tabelle. Bodenverkehrsdienste, Treibstoff und Flugsicherung kommen getrennt dazu und können zusammen mehr ausmachen als die eigentlichen Flughafenentgelte.

Verstehst du die Rechnung hinter der Landung?

Hak ab, was du nach dem Lesen erklären könntest.

  • Ich weiß, dass Flughafenentgelte an den Betreiber gehen und von der Landesbehörde genehmigt werden.
  • Ich kenne die Bausteine Lande-, Passagier- und Abstellentgelt.
  • Ich kann erklären, warum laute Typen und Nachtrandzeiten mehr kosten.
  • Ich kann Luftverkehrsteuer und Luftsicherheitsgebühr von Flughafenentgelten unterscheiden.
  • Ich weiß, wo ich die Entgeltordnung meines Heimatflughafens finde.

Dein Hangar für jeden Flughafen

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Fazit

Flughafenentgelte sind das Preisschild der Infrastruktur: Die Airline zahlt für jede Landung, jeden abfliegenden Passagier und jede Stunde auf der Parkposition. In Deutschland sind die Entgeltordnungen genehmigungspflichtig, müssen nach Lärm gestaffelt sein und werden an großen Flughäfen vorab mit den Airlines beraten. Frankfurt zeigt, wie weit das gehen kann: gemessener Lärm, 16 Kategorien, Zuschläge in den Randstunden. Steuern, Sicherheitsgebühren und Flugsicherung kommen getrennt dazu. Für dich am Zaun heißt das: Hinter vielen Mustern im Flugplan, von leisen Neo-Jets bis zur vollen letzten Stunde vor der Nachtruhe, steckt auch eine Entgeltlogik.

Kurzfazit

Lande-, Passagier- und Abstellentgelt bilden das Gerüst, Lärm- und Emissionsanteile setzen die Anreize. Wer die Entgeltordnung seines Heimatflughafens kennt, versteht besser, welche Typen dort auftauchen, warum es zu bestimmten Zeiten voll wird – und wann sich der Weg zum Spot besonders lohnt.

Zusammenfassung

  • Flughafenentgelte refinanzieren die Infrastruktur eines Flughafens und werden nach § 19b Luftverkehrsgesetz von der Landesluftfahrtbehörde genehmigt.
  • Typische Bestandteile sind Lande- und Startentgelt, Passagierentgelt, Abstellentgelt sowie Lärm- und Emissionsanteile; Sicherheits- und PRM-Entgelte kommen je nach Flughafen hinzu.
  • Luftverkehrsteuer, Luftsicherheitsgebühr und Flugsicherungsgebühren gehören nicht zu den Flughafenentgelten, landen aber ebenfalls im Ticketpreis.
  • Für Spotter erklären die Entgelte manches Muster am Zaun: leisere Neo- und MAX-Jets, Umläufe vor der Nachtruhe und kurze Bodenzeiten am Terminal.

Häufige Fragen

Was sind Flughafenentgelte?

Flughafenentgelte sind Preise, die ein Flughafenbetreiber den Airlines für die Nutzung seiner Infrastruktur berechnet: Start- und Landebahnen, Rollwege, Vorfeld, Abstellpositionen und Terminalanlagen. In Deutschland legt der Betreiber sie in einer Entgeltordnung fest, die von der Luftfahrtbehörde des jeweiligen Bundeslandes genehmigt werden muss.

Wer zahlt die Flughafenentgelte?

Rechnungsempfänger ist die Airline. Sie gibt die Kosten in aller Regel über den Ticketpreis an die Passagiere weiter, bei Fracht über die Frachtrate. Als Fluggast zahlst du also indirekt, aber nicht direkt an den Flughafen.

Wonach richtet sich das Landeentgelt?

Klassisch nach dem höchstzulässigen Startgewicht (MTOW) des Flugzeugs. Viele Flughäfen kombinieren das mit einer Lärmkomponente, die von der Lärmklasse oder dem gemessenen Lärm des Typs abhängt, und mit Zuschlägen für bestimmte Tageszeiten. In Frankfurt fließen zudem Passagierzahl und Frachtmenge mit ein.

Was ist ein Lärmentgelt?

Ein Lärmentgelt ist ein lärmabhängiger Teil der Flughafenentgelte. Lautere Flugzeugtypen zahlen pro Start oder Landung mehr als leisere, Bewegungen in den Nachtrandzeiten kosten zusätzlich. Das Luftverkehrsgesetz schreibt eine solche Staffelung nach Lärmschutzgesichtspunkten vor. Die Einnahmen fließen unter anderem in Schallschutzprogramme für Anwohner.

Ist die Luftverkehrsteuer ein Flughafenentgelt?

Nein. Die Luftverkehrsteuer ist eine Bundessteuer auf Abflüge von deutschen Flughäfen, gestaffelt nach Ländergruppen des Zielorts. Sie geht an den Staat, nicht an den Flughafen. Auch die Luftsicherheitsgebühr für die behördliche Passagierkontrolle und die Gebühren der Flugsicherung sind keine Flughafenentgelte.

Warum sind Flughafenentgelte für Spotter interessant?

Weil sie Verhalten steuern. Lärmzuschläge machen laute, alte Typen teurer, Nachtzuschläge verlagern Bewegungen in den Tag, und Abstellentgelte belohnen kurze Bodenzeiten. Wer die Logik kennt, versteht besser, welche Typen an einem Flughafen auftauchen und wann es am Zaun voll wird.

Wo finde ich die Entgeltordnung eines Flughafens?

Die meisten großen Flughäfen veröffentlichen ihre Entgeltordnung auf ihrer Website, meist im Bereich für Airlines oder Geschäftskunden. Fraport bietet für Frankfurt zusätzlich eine Infografik und einen Online-Rechner an. Genehmigte Entgelte für große deutsche Flughäfen werden außerdem in den Nachrichten für Luftfahrer bekanntgemacht.

PT

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