Das Wichtigste in Kürze
- Spirit Airlines war ein US-Ultra-Low-Cost-Carrier aus Florida und gehörte keiner Allianz an.
- Codes: IATA NK, ICAO NKS, Rufzeichen „SPIRIT WINGS“.
- Die Flotte bestand nur aus der Airbus-A320-Familie – zuletzt A320, A321, A320neo und A321neo im gelben Kleid.
- Die Übernahme durch JetBlue scheiterte: Ein US-Bundesgericht stoppte sie im Januar 2024 nach einer Klage des Justizministeriums.
- Zwei Chapter-11-Verfahren (November 2024 und August 2025) retteten Spirit nicht – am 2. Mai 2026 endete der Flugbetrieb.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Spirit Airlines im Überblick
- 2.Codes und Rufzeichen
- 3.Vom Charterflieger zum Ultra-Low-Cost-Carrier
- 4.Die Flotte: nur Airbus A320-Familie
- 5.A320 oder A320neo? So unterscheidest du sie
- 6.Woran du Spirit erkennst
- 7.Fusionspoker: Frontier, JetBlue und das Gericht
- 8.Zwei Insolvenzen und das Ende
- 9.Ehemalige Spirit-Flugzeuge heute spotten
- 10.Einordnung: Spirit im US-Billigflugmarkt
- 11.Häufige Verwechslungen
- 12.Fazit
Steckbrief
| IATA-Code | NK |
|---|---|
| ICAO-Code | NKS |
| Rufzeichen | SPIRIT WINGS |
| Drehkreuze | FLL, DTW |
| Status | Historisch – Flugbetrieb am 2. Mai 2026 eingestellt |
| Geschäftsmodell | Ultra-Low-Cost-Carrier: sehr niedriger Grundpreis, fast jede Zusatzleistung kostet extra |
| Ursprung | Anfang der 1980er-Jahre als Charterveranstalter Charter One in Michigan; seit 1992 Linienflüge unter dem Namen Spirit |
| Sitz | Zuletzt Dania Beach, Florida (ab 2024), davor lange Miramar, Florida |
| Wichtigste Basen | Fort Lauderdale (FLL) und Detroit (DTW), dazu Basen u. a. in Las Vegas, Orlando, Atlanta, Dallas/Fort Worth und Chicago-O’Hare |
| Allianz | keine |
| Flotte (Stand Februar 2026) | 125 Flugzeuge der Airbus-A320-Familie: 60 A320, 15 A320neo, 29 A321, 21 A321neo |
| Frühere Typen | Airbus A319 (bis 2025), davor McDonnell Douglas DC-9 und MD-80 |
| Vielfliegerprogramm | Free Spirit |
| Markenzeichen | Knallgelber Rumpf mit schwarzem Schriftzug „spirit“ (Lackierung ab 2014) |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich Spirit Airlines?
- Fast komplett gelb lackierter Rumpf – Spirit war die auffälligste Airline auf US-Vorfeldern
- Schwarzer Schriftzug „spirit“ in Kleinbuchstaben auf dem Rumpf
- Ausschließlich Airbus A320-Familie: A320, A321 und die neo-Versionen, bis 2025 auch A319
- US-Kennzeichen mit N vorn; viele Spirit-Maschinen tragen ein Kennzeichen, das auf NK endet
- Flugnummern mit NK, auf dem Tracker der ICAO-Code NKS
- Fotos meist aus Fort Lauderdale, Detroit, Orlando, Las Vegas oder der Karibik
Kaum ein Flugzeug fiel auf amerikanischen Vorfeldern so auf wie ein Airbus von Spirit Airlines: Rumpf in Signalgelb, schwarzer Schriftzug, dazu ein Ruf als härtester Billigflieger der USA. Seit dem 2. Mai 2026 ist Schluss – Spirit hat den Flugbetrieb eingestellt. Für Spotter wird die Airline damit vom Alltagsmotiv zum Archivthema. Diese Seite zeigt dir, was Spirit ausgemacht hat, warum die Fusion mit JetBlue scheiterte, wie es zu zwei Insolvenzen kam und wie du ehemalige Spirit-Flugzeuge heute noch zuordnest.
Gelbe Airbusse im Hangar
Mit Planetrack postest du Fotos mit Flugzeugtyp, Kennzeichen, Airline und Flughafen – so landet auch die Spirit-A320 aus deinem USA-Archiv sauber in deinem Hangar. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Spirit Airlines im Überblick
Spirit Airlines war eine US-amerikanische Ultra-Low-Cost-Airline mit Sitz in Florida. Ihre Wurzeln liegen in Michigan: Anfang der 1980er-Jahre entstand dort der Charterveranstalter Charter One, der Pauschalreisen ab Detroit anbot. 1992 nahm das Unternehmen den Namen Spirit Airlines an und startete am 1. Juni 1992 in den Linienverkehr – der erste Flug verband Detroit mit Atlantic City.
Ende 1999 zog die Zentrale nach Miramar in Südflorida. Fort Lauderdale wurde zur wichtigsten Basis, Detroit blieb lange der zweite Schwerpunkt. Im April 2024 bezog Spirit eine neue Zentrale in Dania Beach, nur wenige Kilometer vom Flughafen Fort Lauderdale entfernt. Lange genutzt hat die Airline sie nicht: Im August 2026 wurde das Gebäude im Insolvenzverfahren versteigert.
Wie Frontier oder Allegiant gehörte Spirit keiner Allianz an. Das Netz umfasste vor allem Strecken innerhalb der USA, dazu Ziele in der Karibik sowie in Mittel- und Südamerika. Basen mit stationierten Flugzeugen und Crews gab es unter anderem in Fort Lauderdale, Detroit, Orlando, Las Vegas, Atlanta, Dallas/Fort Worth, Chicago-O’Hare, Houston, Los Angeles, Miami und Newark.
Codes und Rufzeichen
- IATA-Code NK: stand in jeder Spirit-Flugnummer, auf Anzeigetafeln und Tickets.
- ICAO-Code NKS: erschien im Flugplan der Flugsicherung und auf Flugtrackern.
- Rufzeichen SPIRIT WINGS: so meldeten sich die Besatzungen im Funk.
Der Code NK hat eine hübsche Nebenwirkung für Spotter: Viele Spirit-Flugzeuge trugen ein US-Kennzeichen, das ebenfalls auf NK endet. Ein N-Kennzeichen nach dem Muster „N…NK“ ist deshalb ein starker Hinweis auf eine ehemalige Spirit-Maschine – auch dann noch, wenn sie längst umlackiert ist. Wie amerikanische Kennzeichen aufgebaut sind, erklärt der Guide zu den US-N-Nummern.
Archivfotos richtig beschriften
Wenn du alte USA-Fotos sortierst: Notiere bei Spirit immer das Kennzeichen, nicht nur die Airline. Nur so kannst du später nachvollziehen, welcher Airbus es war – und ob er inzwischen bei einer anderen Airline fliegt. Wie das per Kennzeichen geht, zeigt der Artikel Flugzeug nach Kennzeichen verfolgen.
Vom Charterflieger zum Ultra-Low-Cost-Carrier
Bis Mitte der 2000er-Jahre war Spirit eine eher unauffällige Billigairline. Den Wandel brachte das Jahr 2006: Die Investmentgesellschaft Indigo Partners stieg ein, und Ben Baldanza, seit 2005 Präsident, wurde Chef. Unter ihm baute Spirit das Modell des Ultra-Low-Cost-Carriers konsequent auf – nach dem Vorbild europäischer Billigflieger.
Der Kern: Der Ticketpreis deckt nur den Sitz und den Transport. Alles andere kostet extra, von der Sitzplatzwahl über aufgegebenes Gepäck bis zum Getränk an Bord. 2010 ging Spirit als erste US-Airline so weit, auch für Handgepäck im Gepäckfach Gebühren zu verlangen. Zusatzerlöse machten zeitweise mehr als 40 Prozent der Einnahmen aus. Wie dieses Modell rechnerisch funktioniert, erklärt der Artikel Wie Billigflieger funktionieren.
Das Modell machte Spirit groß – und zur Zielscheibe von Spott. Für viele Amerikaner wurde die gelbe Airline zum Sinnbild für enge Sitze und Gebühren. Gleichzeitig gilt der Druck der Ultra-Low-Cost-Carrier als ein Grund dafür, dass die großen Netzwerk-Airlines eigene Basis-Tarife einführten. Neben den eng bestuhlten Reihen bot Spirit vorn breitere Sitze an, die als Big Front Seat vermarktet wurden.
1992
Aus Charter One wird Spirit Airlines, erster Linienflug Detroit–Atlantic City.
2006
Indigo Partners steigt ein, Spirit wird zum Ultra-Low-Cost-Carrier.
2014
Die knallgelbe Lackierung löst das blaue Design ab.
2022–2024
Fusionspläne mit Frontier und JetBlue, Kartellklage, Übernahmeverbot.
2024–2026
Zwei Insolvenzverfahren, Schrumpfkurs und Ende des Flugbetriebs am 2. Mai 2026.
Die Flotte: nur Airbus A320-Familie
Spirit setzte jahrelang auf eine einheitliche Airbus-Flotte – typisch für einen Billigflieger, weil Piloten, Technik und Ersatzteile dann für alle Flugzeuge passen. Nach dem Stand vom Februar 2026, also kurz vor dem Ende, sah die Flotte so aus:
| Typ | Anzahl (Feb. 2026) | Generation | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|---|
| Airbus A320-200 | 60 | ceo | Größter Teil der Flotte, schlankere Triebwerke der älteren Generation |
| Airbus A320neo | 15 | neo | Große Pratt-&-Whitney-Getriebefan-Triebwerke |
| Airbus A321-200 | 29 | ceo | Längster Rumpf, zusätzliche Türen vor und hinter dem Flügel |
| Airbus A321neo | 21 | neo | Lange Version mit neuen Triebwerken |
| Airbus A319-100 | ausgemustert 2025 | ceo | Kürzeste Version, letzter Abschied Anfang 2025 |
Im Dezember 2025 zählte Spirit noch 131 Flugzeuge, die Flotte schrumpfte also bis zuletzt. Offene Bestellungen bei Airbus wurden im Oktober 2025 an den Leasinggeber AerCap übertragen – ein klares Zeichen, dass Spirit nicht mehr mit Wachstum plante.
Die A320 war das Rückgrat der Airline. Die A321 brachte mehr Sitze auf stark nachgefragte Strecken. Die neo-Versionen A320neo und A321neo waren als Sparwunder gedacht – wurden aber zum Problem.
Die Triebwerksfrage
Spirits neos flogen mit dem Getriebefan-Triebwerk PW1100G von Pratt & Whitney. Wegen eines Fertigungsproblems bei Triebwerksteilen mussten weltweit zahlreiche dieser Triebwerke vorzeitig zur Inspektion. Bei Spirit standen dadurch ab 2023/2024 etliche moderne Flugzeuge am Boden – ausgerechnet die sparsamsten der Flotte. Für eine Airline, die von maximaler Auslastung jedes Flugzeugs lebt, war das ein harter Schlag.
Ehemalige Spirit-Airbusse im Blick
Setz Kennzeichen auf deine Wunschliste und lass dich benachrichtigen, wenn ein bestimmter Airbus in deiner Nähe anfliegt oder landet – egal, für wen er heute fliegt. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
A320 oder A320neo? So unterscheidest du sie
Auf Spirit-Fotos verraten dir vor allem die Triebwerke die Generation. Die Lackierung hilft nicht, denn alle Varianten trugen das gleiche Gelb.
Das spricht für die neo
- Deutlich größerer Triebwerksdurchmesser, das Triebwerk wirkt fast rund und sitzt tief
- Pratt-&-Whitney-Getriebefan mit charakteristischer Verkleidung
- Immer mit Sharklets an den Flügelspitzen
- Auf Trackern als A20N bzw. A21N geführt
Das spricht für die ceo
- Kleinere, schlankere Triebwerke
- Ältere Exemplare mit kleinen Wingtip-Fences statt Sharklets
- Kein Getriebefan-Geräusch beim Start
- Auf Trackern als A320 bzw. A321 geführt
Sharklets allein sind kein sicheres Merkmal, weil auch viele spätere ceo-Flugzeuge sie ab Werk hatten. Die Triebwerke sind der zuverlässigere Weg. Mehr Details findest du im Guide A320neo oder ceo?. Wenn du A320 und A321 auseinanderhalten willst, hilft dir der Artikel zur A320-Familie: Die A321 hat einen sichtbar längeren Rumpf und zusätzliche Notausgänge vor und hinter dem Flügel.
Woran du Spirit erkennst
2014 wechselte Spirit zur Lackierung, die alle kennen: ein fast vollständig gelber Rumpf mit großem, schwarzem Schriftzug „spirit“ in Kleinbuchstaben. Davor trug die Flotte ab 2007 ein weiß-blaues Design, noch früher andere, deutlich schlichtere Farbschemata. Das Gelb war Marketing pur – billig, laut, unübersehbar. Auf Fotos wirkte es je nach Licht von Zitronengelb bis Senf, bei grellem Mittagslicht neigt es zum Ausbrennen.
Sonderbemalungen waren selten – in den letzten Monaten vor dem Ende trugen einzelne A320 noch besondere Motive. Wer solche Varianten noch im Archiv hat, besitzt inzwischen echte Raritäten. Wie du Sonderlackierungen systematisch sammelst, zeigt der Artikel Sonderlackierungen sammeln und dokumentieren.
Achtung Verwechslung
Gelbe Flugzeuge sind selten, aber nicht einzigartig. Achte auf den Schriftzug und den Typ: Spirit flog ausschließlich Airbus A320-Familie. Eine gelbe 737 oder ein gelber Regionaljet war nie Spirit.
Gelb richtig belichten
Die gelbe Lackierung reflektiert stark. Bei Sonne von vorn lohnt sich eine leichte Unterbelichtung, damit der Rumpf nicht ausfrisst. Mit Planetrack planst du über den Sonnenstand-Planer, wann das Licht an deinem Spot von der richtigen Seite kommt.
Fusionspoker: Frontier, JetBlue und das Gericht
Spirits letzte Jahre waren geprägt von Übernahmeplänen. Im Februar 2022 kündigten Spirit und Frontier Airlines einen Zusammenschluss an. Zwei Ultra-Low-Cost-Carrier mit Airbus-Flotten – das passte auf dem Papier gut, zumal Frontier zum Umfeld von Indigo Partners gehörte, jenem Investor, der Spirit einst zum Billigflieger umgebaut hatte.
Dann grätschte JetBlue dazwischen. Im April 2022 bot die New Yorker Airline rund 3,6 Milliarden US-Dollar in bar. Nach monatelangem Hin und Her lehnten Spirits Aktionäre das Frontier-Angebot ab, und im Juli 2022 einigte sich Spirit mit JetBlue auf eine Übernahme für 33,50 US-Dollar je Aktie. Im Oktober 2022 stimmten die Aktionäre zu.
Das US-Justizministerium klagte gegen die Übernahme. Sein Argument: Wenn der größte Ultra-Low-Cost-Carrier verschwindet und seine Flugzeuge mit weniger Sitzen in JetBlue-Bestuhlung fliegen, steigen die Preise für preisbewusste Reisende. Der Prozess begann im Oktober 2023. Am 16. Januar 2024 untersagte Bundesrichter William G. Young in Boston die Übernahme. Die Spirit-Aktie verlor an diesem Tag fast die Hälfte ihres Werts. Am 4. März 2024 beendete JetBlue den Vertrag endgültig.
| Datum | Ereignis |
|---|---|
| Februar 2022 | Fusion mit Frontier angekündigt |
| April 2022 | Gegenangebot von JetBlue |
| Juli 2022 | Frontier-Deal abgelehnt, Einigung mit JetBlue |
| Oktober 2023 | Beginn des Kartellprozesses |
| 16. Januar 2024 | Gericht untersagt die Übernahme |
| 4. März 2024 | JetBlue beendet den Vertrag |
| Januar 2025 | Neues Frontier-Angebot, von Spirit abgelehnt |
Zwei Insolvenzen und das Ende
Ohne Partner und mit vielen gegroundeten Flugzeugen geriet Spirit schnell in Not. Am 18. November 2024 beantragte die Airline Gläubigerschutz nach Chapter 11 des US-Insolvenzrechts, der Flugbetrieb lief weiter. Die Aktie wurde von der New Yorker Börse genommen. Ein erneutes Übernahmeangebot von Frontier im Januar 2025 lehnte Spirit ab. Im Frühjahr 2025 verließ die Airline das Verfahren mit neuer Führung.
Die Erholung hielt nicht. Im August 2025 warnte Spirit, dass ohne zusätzliches Geld das nächste Jahr nicht zu überstehen sei, und am 29. August 2025 folgte das zweite Chapter-11-Verfahren. Spirit setzte auf einen radikalen Schrumpfkurs: weniger Strecken, Hunderte Piloten und rund ein Drittel der Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter in den unbezahlten Zwangsurlaub, weniger Flugzeuge.
Im Frühjahr 2026 stiegen die Kerosinpreise infolge des Konflikts rund um die Straße von Hormus massiv. Für eine Airline ohne finanzielle Reserven war das nicht mehr zu stemmen. Spirit verhandelte über staatliche Hilfe, die Gespräche scheiterten. Am 2. Mai 2026 stellte Spirit Airlines den Flugbetrieb ein. Der letzte Flug ging von Detroit – dem Ort, an dem alles begonnen hatte – nach Dallas/Fort Worth.
Was nach dem Ende geschah
- Geleaste Flugzeuge gingen an ihre Eigentümer zurück, andere wurden langfristig abgestellt.
- Die Zentrale in Dania Beach wurde im August 2026 für 93,25 Millionen US-Dollar versteigert.
- Wettbewerber wie Frontier und JetBlue übernahmen Teile des Angebots, JetBlue baute in Fort Lauderdale aus.
Noch offen (Stand Oktober 2026)
- Wo die einzelnen Flugzeuge dauerhaft landen und in welcher Lackierung sie danach fliegen
- Ob Teile der Marke oder der Rechte verwertet werden
Eine Lektion bleibt: Spirit ist ein Beispiel dafür, wie schnell ein Billigflieger in Schieflage gerät, wenn Kosten steigen und Flugzeuge nicht fliegen. Ähnliche Schicksale kennst du aus Europa – der Überblick Große Airline-Pleiten in Europa zeigt Parallelen.
Ehemalige Spirit-Flugzeuge heute spotten
Im Liniendienst siehst du kein Flugzeug mehr mit NK-Flugnummer. Trotzdem lohnt sich die Suche nach den gelben Airbussen – noch.
- Abstellflächen: Nach einem Airline-Ende werden viele Flugzeuge auf großen Abstellplätzen in trockenen Regionen geparkt. Wie diese Orte funktionieren, erklärt der Artikel zu Flugzeugfriedhöfen und Boneyards.
- Überführungsflüge: Flugzeuge, die an Leasinggeber zurückgehen, fliegen oft ohne Passagiere zu Wartungsbetrieben oder neuen Betreibern. Wie du solche Flüge findest, zeigt der Guide zu Überführungsflügen.
- Zwischenlackierungen: Ein ehemaliger Spirit-Airbus kann mit überstrichenem Schriftzug, aber noch gelbem Rumpf auftauchen. Solche Mischformen erklärt der Artikel Hybrid-Liveries erkennen.
- Neue Betreiber: Wenn ein Airbus umregistriert wird, verschwindet oft auch das „NK“ im Kennzeichen. Über die Seriennummer des Flugzeugs kannst du die Spur trotzdem halten.
Wer in die USA reist, findet im Artikel Planespotting in den USA die wichtigsten Regeln vor Ort. An großen Flughäfen wie Las Vegas oder Dallas/Fort Worth, wo Spirit früher regelmäßig zu sehen war, triffst du heute vor allem die Wettbewerber.
Sicherheit und Regeln
Abstellflächen und Wartungsbereiche sind in aller Regel Privatgelände. Fotografiere nur von öffentlich zugänglichen Bereichen aus, betritt keine abgesperrten Flächen und lass die Drohne zu Hause.
Einordnung: Spirit im US-Billigflugmarkt
Spirit war nicht der erste Billigflieger der USA – Pioniere wie People Express oder Pacific Southwest Airlines kamen Jahrzehnte früher. Und anders als Southwest Airlines setzte Spirit nicht auf Boeing 737 und eine Mischung aus günstigen Preisen und Service, sondern auf den absoluten Tiefstpreis.
Der engste Verwandte war Frontier: ebenfalls Ultra-Low-Cost, ebenfalls Airbus A320-Familie, ebenfalls aus dem Umfeld von Indigo Partners. Auch außerhalb der USA hinterließ das Modell Spuren – Airlines wie Volaris in Mexiko oder JetSMART in Chile gehören zur selben Investorenfamilie. Neuere US-Airlines wie Avelo und Breeze besetzen dagegen eher Nischen mit Direktverbindungen abseits der großen Drehkreuze.
Häufige Verwechslungen
- Spirit mit Frontier verwechseln – beide flogen A320-Familie, Frontier aber mit Tieren am Leitwerk, Spirit mit gelbem Rumpf.
- Spirit für eine aktive Airline halten – seit dem 2. Mai 2026 fliegt Spirit nicht mehr.
- NK für einen Ländercode halten – NK ist der IATA-Code der Airline, kein Hinweis auf ein Land.
- Jeden gelben Airbus als Spirit notieren – nach dem Ende tauchen Ex-Spirit-Maschinen in Zwischenlackierungen auf. Notiere den aktuellen Betreiber.
- Sharklets als neo-Beweis nehmen – auch viele A320ceo hatten Sharklets. Entscheidend sind die Triebwerke.
Dein USA-Archiv in Planetrack
Poste deine Spirit-Sichtungen mit Typ, Kennzeichen, Airline und Flughafen, tausch dich in der Community über ehemalige Spirit-Airbusse aus und lass dich benachrichtigen, wenn ein bestimmtes Kennzeichen bei dir landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
Spirit Airlines war die lauteste Airline am US-Himmel – optisch wie geschäftlich. Der knallgelbe Airbus stand für Tiefstpreise, Gebühren und einen Billigflieger, der den Markt verändert hat. Doch die gescheiterte Fusion mit JetBlue, Triebwerksprobleme, zwei Insolvenzen und schließlich teures Kerosin brachten Spirit am 2. Mai 2026 zum Stillstand. Für Spotter heißt das: Archivfotos sauber beschriften, Kennzeichen notieren und die Augen offen halten, wo die gelben Airbusse wieder auftauchen.
Kurzfazit
Spirit Airlines (IATA NK, ICAO NKS) war ein US-Ultra-Low-Cost-Carrier mit gelber Airbus-A320-Familie. Nach der gescheiterten JetBlue-Übernahme und zwei Chapter-11-Verfahren endete der Flugbetrieb am 2. Mai 2026.
Zusammenfassung
- Spirit erkennst du auf Fotos sofort am knallgelben Rumpf und an der reinen Airbus-A320-Familie.
- Für Spotter ist Spirit seit Mai 2026 ein Archivthema: Die gelben Airbusse fliegen nicht mehr unter NK, viele gingen an Leasinggeber zurück.
- Die Geschichte der Airline ist ein Lehrstück über den US-Billigflugmarkt: Fusionspoker mit Frontier und JetBlue, Kartellprozess, Triebwerksprobleme, zwei Insolvenzen.
- Ehemalige Spirit-Flugzeuge tauchen nach dem Ende in Zwischenlackierungen oder bei neuen Betreibern auf – das Kennzeichen hilft beim Zuordnen.
Häufige Fragen
Fliegt Spirit Airlines noch?
Nein. Spirit Airlines hat den Flugbetrieb am 2. Mai 2026 eingestellt, nachdem Gespräche über staatliche Hilfe gescheitert waren. Der letzte Flug ging von Detroit nach Dallas/Fort Worth. Seitdem ist Spirit eine historische Airline.
Welchen IATA- und ICAO-Code hatte Spirit Airlines?
Der IATA-Code war NK, der ICAO-Code NKS. Im Funk meldeten sich die Besatzungen mit dem Rufzeichen „SPIRIT WINGS“.
Warum ist die Fusion mit JetBlue gescheitert?
JetBlue hatte sich im Juli 2022 mit Spirit auf eine Übernahme für 33,50 US-Dollar je Aktie geeinigt. Das US-Justizministerium klagte dagegen, weil es höhere Preise und weniger Angebot für Fluggäste befürchtete. Im Januar 2024 untersagte ein Bundesrichter in Boston die Übernahme, im März 2024 beendete JetBlue den Vertrag.
Welche Flugzeuge flog Spirit?
Ausschließlich Airbus-Jets der A320-Familie. Im Februar 2026 waren es 125 Flugzeuge: 60 A320, 15 A320neo, 29 A321 und 21 A321neo. Die A319 hatte Spirit 2025 ausgemustert. In den Anfangsjahren flog die Airline McDonnell Douglas DC-9 und MD-80.
Wie oft war Spirit insolvent?
Zweimal innerhalb von gut neun Monaten. Im November 2024 beantragte Spirit Gläubigerschutz nach Chapter 11 und kam im Frühjahr 2025 wieder heraus. Am 29. August 2025 folgte das zweite Verfahren. Trotz Schrumpfkurs reichte das Geld nicht – stark gestiegene Kerosinpreise im Frühjahr 2026 gaben den letzten Ausschlag.
Was ist ein Ultra-Low-Cost-Carrier?
Eine Airline, die den Grundpreis so weit wie möglich drückt und fast alles andere extra berechnet: Sitzplatzwahl, Handgepäck im Fach, aufgegebene Koffer, Getränke. Spirit war 2010 die erste US-Airline, die Gebühren für Handgepäck im Gepäckfach verlangte.
Wo sind die Spirit-Flugzeuge heute?
Ein großer Teil der Flotte war geleast und ging an die Leasinggeber zurück, andere Maschinen wurden in die Langzeitabstellung überführt. Einzelne ehemalige Spirit-Airbusse dürften nach und nach bei anderen Airlines auftauchen. Über das Kennzeichen kannst du ein Flugzeug weiterverfolgen, auch wenn es umregistriert wird.
Kann ich Spirit-Flugzeuge noch fotografieren?
Im Liniendienst nicht mehr. Mit Glück siehst du ehemalige Spirit-Airbusse noch in Gelb auf Abstellflächen oder bei Überführungsflügen zu Leasinggebern und Wartungsbetrieben. Fotografiere dabei nur von öffentlichen Bereichen aus.
Spirit Airlines im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
Airbus A320 (ceo)
Der Jet, mit dem Airbus den Kurzstreckenmarkt umgekrempelt hat: Die A320 der ersten Generation ist seit 1988 im Dienst und noch immer an fast jedem Flughafen zu sehen. So erkennst du sie und ihre Varianten.
FlugzeugtypAirbus A320neo
Die Neuauflage des Bestsellers: Die A320neo kombiniert die bewährte A320-Zelle mit einer neuen Triebwerksgeneration und ist heute an fast jedem großen Flughafen zu sehen.
FlugzeugtypAirbus A321 (ceo)
Der lange Airbus aus Hamburg: Die A321ceo ist der gestreckte Ableger der A320 und seit 1994 bei Lufthansa im Einsatz. Vier Türpaare und schlanke Proportionen verraten sie – so erkennst du sie sicher.
FlugzeugtypAirbus A321neo
Der lange Bruder der A320neo: Die A321neo ist der größte Jet der Familie und fliegt als LR und XLR sogar über den Atlantik. So erkennst du sie und ihre Varianten.
FlugzeugtypAirbus A319
Kurz, kompakt und seit 1996 im Liniendienst: Die A319 ist das gestutzte Mitglied der A320-Familie. So trennst du sie sicher von A318, A320 und A319neo.
Weitere Airlines
Frontier Airlines
Ultra-Low-Cost-Airline aus Denver mit reiner Airbus-A320-Familie: Jedes Flugzeug trägt ein eigenes Tier auf dem Seitenleitwerk – ein Sammelprojekt für Spotter in den USA.
Low-CostJetBlue Airways
Die New Yorker Airline zwischen Low-Cost und Netzwerk: reine Airbus-Flotte, bunte Leitwerksmuster in Blautönen, die Mint-Kabine – und seit 2021 Schmalrumpf-Transatlantikflüge nach London, Paris, Amsterdam, Dublin und Edinburgh.
Low-CostAllegiant Air
Die Ferien-Low-Cost-Airline aus Las Vegas fliegt Urlauber aus kleinen US-Städten nonstop in die Sonne – mit wenigen Flügen pro Woche, gebrauchten Airbus-Jets, neuen Boeing 737 MAX und einer Vergangenheit voller MD-80.
Low-CostSouthwest Airlines
Die Low-Cost-Pionierin aus Dallas: seit 1971 in der Luft, größter Boeing-737-Betreiber der Welt und Vorbild für Ryanair und Co. – mit einer Flotte, die nur aus einem Typ besteht, und Sonderlackierungen für ganze US-Bundesstaaten.
Low-CostAvelo Airlines
Eine US-Airline mit überraschend langer Vorgeschichte: Aus der Casino-Fluglinie von Elko und der Charterairline Xtra Airways wurde 2021 der Billigflieger Avelo. Heute fliegt er Boeing 737-800 ab Basen wie New Haven, Wilmington und Lakeland – und hat Embraer E195-E2 bestellt.
Low-CostBreeze Airways
Die jüngste Airline von JetBlue-Gründer David Neeleman: gestartet 2021 mit Embraer-Jets, heute eine reine Airbus-A220-300-Flotte, Punkt-zu-Punkt-Strecken zwischen unterversorgten US-Städten – und ein Rufzeichen, das noch an den alten Namen Moxy erinnert.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Airbus
Europäisches Luft- und Raumfahrtunternehmen und einer der beiden großen Hersteller von Verkehrsflugzeugen – mit Flugzeugfamilien vom A220 bis zum A350.
HerstellerPratt & Whitney
US-Triebwerkshersteller aus Connecticut, der mit dem JT8D die Kurzstrecke der 1960er prägte, mit dem JT9D den Jumbo antrieb und heute mit dem Getriebefan PW1000G unter A220, A320neo und E2 hängt. Für Spotter ist P&W der Grund, warum so viele Neos zeitweise am Boden standen.
FlughafenFlughafen Las Vegas Harry Reid (LAS)
Vom Wüstenflugplatz Alamo Field zum Tor in die Glücksspielmetropole: vier Pisten direkt am Strip, Southwest-737 im Minutentakt, Spielautomaten im Terminal, die geheimnisvollen weißen Janet-Jets – und ein offizieller Spotterplatz mit der Sonne im Rücken.
FlughafenFlughafen Dallas/Fort Worth
Zwischen Dallas und Fort Worth liegt einer der flächengrößten Flughäfen der Welt: sieben Bahnen, fünf halbrunde Terminals, die Hochbahn Skylink und das mit Abstand größte Drehkreuz von American Airlines.
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