Das Wichtigste in Kürze
- Zwei Wege führen zum Taschenradar: Entweder steckt der SDR-Stick per OTG-Adapter direkt am Android-Handy, oder ein kleiner Raspberry Pi dekodiert und schickt die Karte per WLAN auf jedes Smartphone – auch aufs iPhone.
- Kein Netz nötig: Die Signale kommen direkt aus den Transpondern der Flugzeuge. Das Dekodieren klappt ohne Internet, nur Kartenhintergründe brauchen Netz oder einen Offline-Cache.
- Die Antenne ist winzig: Für 1090 MHz reicht ein Viertelwellen-Strahler von rund 6,9 Zentimetern – eine kurze Stabantenne auf einer Metallfläche genügt für den Spot.
- Weniger Gain ist am Flughafen mehr: Direkt neben der Piste sind die Signale so stark, dass zu viel Verstärkung den Stick übersteuert.
- Strom ist der Engpass: Ein SDR-Stick saugt den Handy-Akku spürbar leer. Eine Powerbank mit genug Reserve gehört ins Set.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Die kurze Antwort: Was du für ADS-B unterwegs brauchst
- 2.Warum ein eigener Empfänger am Spot Sinn ergibt
- 3.Variante 1: SDR-Stick direkt am Android-Handy
- 4.Variante 2: Raspberry Pi als WLAN-Radar
- 5.Die beiden Varianten im Vergleich
- 6.Die Antenne: klein, aber entscheidend
- 7.Gain am Flughafen: Weniger ist mehr
- 8.Strom: Powerbank richtig wählen
- 9.So läuft ein Spot-Tag mit Taschenradar
- 10.Welche Variante passt zu dir?
- 11.Worauf du achten solltest
- 12.Fazit
Du stehst am Zaun, die Kamera ist bereit, und am Horizont blinkt ein Landelicht. Ist das der A350, auf den du wartest, oder doch nur ein weiterer A320? Flugradar-Apps beantworten die Frage meist – vorausgesetzt, das Mobilfunknetz spielt mit und die Daten kommen ohne große Verzögerung an. Mit mobilem ADS-B-Empfang am Spot machst du dich davon unabhängig: Ein kleiner SDR-Stick, eine Antenne von wenigen Zentimetern, dein Smartphone und eine Powerbank ergeben ein Taschenradar, das die Signale der Flugzeuge direkt aus der Luft fischt. Dieser Guide zeigt dir, welche Varianten es gibt, was du wirklich brauchst und wie du typische Fehler am Flughafen vermeidest.
Vom Radarpunkt zur echten Sichtung
Dein Taschenradar zeigt dir, was anfliegt. In Planetrack postest du, was du tatsächlich vor der Linse hattest – mit Foto, Flugzeugtyp, Kennzeichen, Airline, Flughafen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Die kurze Antwort: Was du für ADS-B unterwegs brauchst
Ein mobiles ADS-B-Set besteht aus denselben vier Bausteinen wie eine feste Station: Antenne, Empfänger, Dekoder und Strom. Der Unterschied liegt nur darin, wer das Dekodieren übernimmt. Bei Android-Geräten kann das Handy selbst die Rohsignale des SDR-Sticks auswerten. Beim iPhone und bei allen, die das Handy schonen wollen, erledigt das ein kleiner Rechner wie ein Raspberry Pi, der die fertige Karte per WLAN aufs Display schickt.
Wie ADS-B grundsätzlich funktioniert – Transponder, 1090 MHz, Positionsmeldungen –, erklärt der Grundlagen-Artikel Flugverfolgung mit ADS-B für Spotter. Für das mobile Set reicht dir ein Gedanke: Jedes Flugzeug mit ADS-B-Out sendet seine Position, Höhe, Geschwindigkeit und Kennung selbst aus. Wer in Funkreichweite steht und einen passenden Empfänger hat, hört mit – ganz ohne Server, Abo oder Mobilfunk.
Warum ein eigener Empfänger am Spot Sinn ergibt
Flugradar-Apps sind bequem, aber sie haben am Zaun drei Schwächen. Erstens hängen sie am Mobilfunknetz, und gerade an abgelegenen Spotterplätzen oder auf vollen Besucherterrassen ist das Netz oft zäh. Zweitens laufen die Daten über Server, bevor sie bei dir ankommen. Je nach Dienst und Abo kann die Anzeige dadurch ein Stück hinter der Realität liegen – wie sich das auswirkt, beleuchtet der Artikel Wie genau sind ETA-Prognosen auf Flugradar-Seiten?. Drittens filtern manche Dienste bestimmte Flugzeuge aus der öffentlichen Ansicht – mehr dazu im Artikel Warum ein Flugzeug nicht auf Flightradar erscheint.
Dein eigener Empfänger zeigt dagegen genau das, was deine Antenne gerade hört, praktisch ohne Verzögerung. Am Spot heißt das: Du siehst, wann der Anflug auf den Endteil eindreht, wann ein Flugzeug abhebt und welches Kennzeichen gerade auf die Piste rollt – vorausgesetzt, die Antenne hat freie Sicht. Für die Frage „Wann muss ich die Kamera hochnehmen?“ ist das Gold wert.
Eine Einschränkung solltest du kennen: Flugzeuge, die nur Mode S ohne ADS-B senden, erscheinen auf großen Flugradar-Karten oft über MLAT. Dafür werten Server die Laufzeitunterschiede zwischen mehreren Empfängern aus. Allein am Spot hast du diese Rechenbasis nicht, deshalb fehlen dir solche Positionen. Die Hintergründe stehen im Artikel MLAT/Multilateration erklärt.
Variante 1: SDR-Stick direkt am Android-Handy
Der schlankste Aufbau: Antenne an den Stick, Stick per OTG-Adapter ans Handy, App starten. Viele Android-Geräte unterstützen USB-OTG, also den Betrieb als USB-Host. Ob deines dazugehört, findest du im Datenblatt oder ganz praktisch mit einem USB-Stick am Adapter heraus.
Als Software für dieses Setup ist Avare ADS-B (auch als ADSB Receiver bekannt) ein Beispiel. Laut der Beschreibung auf rtl-sdr.com arbeitet die App mit gängigen RTL-SDR-Sticks auf RTL2832U-Basis und einem OTG-Kabel, läuft komplett auf dem Gerät und braucht weder Cloud noch Gebühren. Neben 1090 MHz kann sie auch das 978-MHz-UAT dekodieren, das nur in den USA für die allgemeine Luftfahrt genutzt wird und dir in Europa daher wenig bringt, bietet einstellbaren Gain, Bias-Tee für aktive Antennen, Filter, Annäherungsalarme und Datenaufzeichnung. Daneben gibt es weitere Android-Apps für denselben Zweck; die Auswahl ändert sich regelmäßig, prüf daher vor dem Kauf einer Pro-Version die aktuellen Bewertungen im Store und ob dein Stick unterstützt wird.
Dafür spricht
- Minimales Gepäck: Stick, Antenne, Adapter
- Kein zweiter Rechner, kein WLAN-Setup
- Schnell aufgebaut, ideal für spontane Spot-Besuche
Dagegen spricht
- Funktioniert nur mit Android-Geräten mit OTG-Unterstützung
- Stick und Dekodieren kosten deutlich Handy-Akku
- Nicht jeder Stick wird von jedem Handy erkannt
Ein Detail macht den Unterschied: Der Stick bezieht seinen Strom aus dem Handy. Nutzer berichten, dass der Akku dabei schnell schrumpft. Ein OTG-Kabel mit zusätzlichem Ladeeingang löst das, denn darüber versorgt die Powerbank Handy und Stick gleichzeitig. Achte beim Kauf darauf, dass das Kabel ausdrücklich OTG und Laden parallel unterstützt.
Variante 2: Raspberry Pi als WLAN-Radar
Wer ein iPhone hat oder das Handy für Kamera-Apps, Navigation und Community freihalten will, lagert das Dekodieren aus. Ein Raspberry Pi mit SDR-Stick empfängt die Signale, dekodiert sie mit readsb und zeigt die Karte über tar1090 an. Das Handy öffnet nur noch eine Webseite. Laut Projektdokumentation erreichst du tar1090 unter der IP-Adresse des Pi mit dem Pfad /tar1090. Wie du beides einrichtest, beschreibt der Guide readsb und tar1090 installieren.
Für den Weg ins Handy gibt es zwei übliche Ansätze:
- Der Pi bucht sich in den Hotspot deines Handys ein. Du richtest das WLAN vorab zu Hause ein. Am Spot schaltest du den Hotspot an, der Pi verbindet sich, und du rufst seine Adresse im Browser auf. Vorteil: Kartenkacheln laden weiter über dein Mobilfunknetz.
- Der Pi spannt ein eigenes WLAN auf. Dann ist er völlig unabhängig vom Netz. Fertig konfiguriert bringt das zum Beispiel Stratux mit, ein Open-Source-Projekt für Piloten der allgemeinen Luftfahrt. Laut Projektseite läuft es auf einem Raspberry Pi, empfängt 1090 MHz und optional OGN-Signale auf 868 MHz, öffnet ein eigenes WLAN mit Weboberfläche und eignet sich nach Angaben der Entwickler ausdrücklich auch für den Einsatz in Europa. Gedacht ist es für Cockpit-Apps, die Weboberfläche zeigt dir am Spot aber ebenfalls den Verkehr.
Welcher Rechner sich neben dem Klassiker noch eignet, vergleicht der Artikel ADS-B-Empfang ohne Raspberry Pi. Für den mobilen Einsatz zählen vor allem geringer Stromverbrauch, kleines Gehäuse und eingebautes WLAN.
Zu Hause vorbereiten, nicht am Zaun
Richte Software, WLAN-Zugang und Kartenansicht komplett daheim ein und teste das Set einmal im Garten oder auf dem Balkon. Am Spot fehlen dir Tastatur, Bildschirm und Geduld – und der interessanteste Anflug kommt garantiert, während du gerade eine Konfigurationsdatei suchst.
Die beiden Varianten im Vergleich
| Kriterium | Stick am Android-Handy | Raspberry Pi mit WLAN |
|---|---|---|
| Geeignete Smartphones | Android mit USB-OTG | alle mit Browser, auch iPhone |
| Gepäck | Stick, Antenne, OTG-Kabel | Pi, Stick, Antenne, Kabel, Gehäuse |
| Aufbauzeit am Spot | sehr kurz | kurz, wenn vorkonfiguriert |
| Strombedarf | aus Handy-Akku oder Powerbank über Ladekabel | eigene Powerbank für den Pi |
| Handy-Akku | stark belastet | geschont, nur Display und WLAN |
| Mehrere Zuschauer | nur ein Display | mehrere Geräte im selben WLAN |
| Datenaufzeichnung | je nach App | über readsb/tar1090 möglich |
Für den spontanen Abstecher an die Besucherterrasse reicht Variante 1. Wenn du regelmäßig ganze Tage am Spot verbringst oder mit Freunden unterwegs bist, die alle auf dieselbe Karte schauen wollen, lohnt sich der Pi.
Die Antenne: klein, aber entscheidend
Der Stick ist schnell gekauft, über die Qualität des Empfangs entscheidet aber die Antenne. Die gute Nachricht für unterwegs: Für 1090 MHz liegt die Wellenlänge bei rund 27,5 Zentimetern, ein Viertelwellen-Strahler misst damit etwa 6,9 Zentimeter. Hat dein Stick eine Teleskopantenne, schiebst du sie auf genau diese Länge ein, statt sie voll auszuziehen. Steht der Strahler auf einer Metallfläche – Magnetfuß auf dem Autodach, Blechdose, Metallplatte in der Fototasche –, bildet diese das Gegengewicht.
Wer basteln mag, findet Bauanleitungen für Groundplane- und Spider-Antennen im Artikel 1090-MHz-Antenne selber bauen. Für mobile Einsätze gelten ein paar zusätzliche Regeln:
- Hoch und frei aufstellen. ADS-B braucht Sichtverbindung. Schon das eigene Auto, ein Erdwall oder dein Körper schatten die Antenne ab. Auf dem Kameratasche-Deckel oder an einer kleinen Stange klappt es besser als in der Hosentasche.
- Kurze Kabel. Lange, dünne Koaxkabel schlucken auf 1090 MHz spürbar Signal. Unterwegs reicht meist ein kurzes Stück zwischen Antenne und Stick.
- Senkrecht ausrichten. ADS-B ist vertikal polarisiert. Eine schräg liegende Antenne empfängt schlechter.
Wie du einen festen Standort systematisch optimierst, erklärt Den besten Antennenstandort finden. Unterwegs kannst du aber fast immer einfach ein paar Meter nach oben oder zur Seite gehen – ein Vorteil, den eine Dachantenne nicht hat.
Der Lieblingsflieger meldet sich selbst
Mit Sichtungs-Alarmen benachrichtigt dich Planetrack, wenn ein beobachtetes Kennzeichen, ein Typ, eine Airline oder eine Special Livery anfliegt oder landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Gain am Flughafen: Weniger ist mehr
Zu Hause stellen viele Feeder den Gain hoch, um weit entfernte Flugzeuge zu erwischen. Am Flughafen ist die Lage umgekehrt. Die Maschinen rollen in wenigen hundert Metern an dir vorbei, im Endanflug sind sie oft nur wenige hundert Meter hoch. Ihre Signale kommen so stark an, dass ein zu hoch eingestellter Stick übersteuert: Nachrichten werden verstümmelt, starke Signale überdecken schwache, und auf der Karte springen oder verschwinden Flugzeuge.
Besonders deutlich wird das bei Sticks mit eingebautem Vorverstärker. Was auf dem Dach für Reichweite sorgt, ist neben der Piste oft zu viel des Guten. So gehst du vor:
1. Mit Autogain starten
readsb bringt eine softwareseitige Autogain-Funktion mit, viele Android-Apps eine eigene Automatik. Für den ersten Test am Spot ist das ein guter Ausgangspunkt.
2. Nahverkehr beobachten
Rollen Flugzeuge direkt vor dir, sollten sie stabil auf der Karte stehen. Springen sie oder fehlen Nachrichten, ist der Gain wahrscheinlich zu hoch.
3. Schrittweise senken
Reduziere die Verstärkung in kleinen Stufen und beobachte, ob die nahen Maschinen sauberer erscheinen, ohne dass der Anflug in einigen Kilometern Entfernung verschwindet.
4. Wert notieren
Hast du einen passenden Wert für deinen Stammspot gefunden, schreib ihn auf. Beim nächsten Besuch sparst du dir die Sucherei.
Mehr zu Gain, Filtern und Vorverstärkern findest du im Artikel ADS-B-Reichweite steigern. Einen zusätzlichen LNA brauchst du am Spot normalerweise nicht – im Gegenteil, er verschärft das Übersteuerungsproblem.
Strom: Powerbank richtig wählen
Der unterschätzte Teil des mobilen Sets ist die Stromversorgung. Ein SDR-Stick arbeitet ständig, und das Dekodieren beschäftigt den Prozessor. Ein paar Grundregeln:
- Kapazität mit Reserve. Plane so, dass die Powerbank Handy und Empfänger über deinen gesamten Spot-Tag bringt – inklusive Display, das du immer wieder einschaltest, und Kamera-Akku, falls du ihn ebenfalls über USB lädst.
- Stabile Spannung für den Pi. Ein Raspberry Pi reagiert empfindlich auf Unterspannung, die sich in Abstürzen oder Fehlern beim Speicherzugriff zeigen kann. Nutze eine Powerbank, die die vom Hersteller für dein Modell empfohlene Stromstärke liefern kann, und ein kurzes, ordentliches USB-Kabel.
- Keine Auto-Abschaltung. Manche Powerbanks schalten ab, wenn wenig Strom fließt. Bei sparsamen Aufbauten kann das passieren, mitten im Anflug. Teste das zu Hause.
- Sparsame Hardware. Ein kleiner, stromsparender Pi hält an derselben Powerbank deutlich länger durch als ein leistungsstarkes Modell. Für ADS-B allein reicht wenig Rechenleistung.
Wenn du mit dem Flugzeug zum Spotten reist: Für Powerbanks gelten im Handgepäck eigene Regeln, die der Artikel Powerbanks und Lithium-Akkus im Flugzeug zusammenfasst.
Hitze und Kälte im Blick behalten
Ein Stick in einem kleinen Gehäuse, der in der prallen Sonne auf dem Autodach liegt, wird schnell heiß – und warme Sticks laufen instabiler. Im Winter verlieren Akkus dagegen in der Kälte an Leistung. Halte Powerbank und Handy möglichst in der Jacke, den Stick im Schatten. Was bei längerem Betrieb im Freien zusätzlich zählt, steht im Artikel ADS-B-Empfänger im Freien betreiben.
So läuft ein Spot-Tag mit Taschenradar
Am Spot selbst hilft dir der Empfänger vor allem bei Timing und Auswahl. Ein paar Beispiele aus der Praxis:
- Am Besucherhügel München siehst du auf der Karte, auf welcher der beiden Parallelbahnen der nächste Anflug eindreht, und kannst dich rechtzeitig umpositionieren.
- An der Aussichtsplattform Zeppelinheim am Flughafen Frankfurt hilft dir die Höhenangabe, Anflüge von abfliegendem Verkehr zu unterscheiden.
- Am Affenfelsen in Hamburg erkennst du über das Kennzeichen, ob die Maschine, die gerade aufsetzt, die besondere Lackierung ist, auf die du wartest.
Welche Bahn gerade in Betrieb ist, hängt vom Wind ab – dein Taschenradar zeigt dir das live. Wie die Wahl der Betriebsrichtung funktioniert, erklärt Betriebsrichtung am Flughafen verstehen. Und wenn du nach dem Spot-Tag wissen willst, was du eigentlich fotografiert hast, hilft dir der Artikel Sichtungen mit ADS-B-Logs abgleichen: Die Aufzeichnung deines eigenen Empfängers ist dafür eine hervorragende Quelle.
Welche Variante passt zu dir?
Stick am Android-Handy, wenn …
- du ein Android-Gerät mit OTG-Unterstützung hast
- du möglichst wenig Gepäck willst
- du meist nur ein, zwei Stunden am Spot bist
Raspberry Pi mit WLAN, wenn …
- du ein iPhone nutzt
- du ganze Tage am Spot verbringst und den Handy-Akku schonen willst
- mehrere Leute gleichzeitig auf die Karte schauen sollen
Lieber bei der Flugradar-App bleiben, wenn …
- dein Spot gutes Netz hat und dir ein paar Sekunden Verzögerung egal sind
- du kein zusätzliches Gerät mitschleppen willst
- du vor allem MLAT-Ziele wie ältere Maschinen verfolgen willst
Wenn du noch unschlüssig bist, welcher Stick zu dir passt, hilft der Vergleich der SDR-Sticks für ADS-B. Viele Spotter nutzen denselben Stick abwechselnd zu Hause und unterwegs.
Worauf du achten solltest
- Regeln am Spot respektieren. Eine Antenne auf dem Stativ oder ein Pi am Zaun kann Fragen von Sicherheitspersonal auslösen. Bleib auf öffentlichen Flächen, befestige nichts am Flughafenzaun und erklär freundlich, was du machst. Was rund um den Zaun erlaubt ist, steht in Ist Planespotting erlaubt? und im Artikel zum Hausrecht des Flughafenbetreibers.
- Empfangen ist nicht gleich veröffentlichen. Ob und wie du empfangene Daten weitergeben darfst, hängt vom Land ab. Einen Überblick gibt der Artikel zur Rechtslage beim ADS-B-Empfang.
- Offline-Karten laden. Ohne Netz bleibt der Kartenhintergrund grau. Flugzeuge siehst du trotzdem, Orientierung fällt aber leichter mit vorgeladener Karte.
- Kabel sichern. Ein abgerissener OTG-Adapter oder ein Stick, der aus der Buchse rutscht, beendet die Session. Ein kurzes Verlängerungskabel entlastet die Buchse am Handy.
- Das Set nicht über die Kamera stellen. Das Taschenradar ist ein Hilfsmittel. Wer nur aufs Display schaut, verpasst den Moment, in dem das Flugzeug wirklich vorbeikommt.
Ist dein mobiles ADS-B-Set einsatzbereit?
- Die Antenne ist auf rund 6,9 cm eingestellt und steht auf einer Metallfläche.
- Stick und App beziehungsweise Pi und WLAN habe ich zu Hause getestet.
- Die Powerbank ist voll und schaltet bei geringer Last nicht ab.
- Ich habe ein OTG-Kabel mit Ladeeingang oder ein passendes Kabel für den Pi dabei.
- Die Karte für die Flughafenregion ist offline verfügbar.
- Ich weiß, wie ich den Gain senke, falls nahe Flugzeuge springen.
Spot, Licht und Sichtung in einer App
Finde Spots mit Anreise, bestem Licht und Community-Fotos auf der Spot-Karte, prüf Wetter, Wind und Pisten am Flughafen und sammle deine Sichtungen im Hangar. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Fazit
Mobiler ADS-B-Empfang macht aus deinem Spotterplatz eine kleine Radarstation. Android-Nutzer kommen mit SDR-Stick, OTG-Kabel und einer App wie Avare ADS-B am schnellsten ans Ziel. iPhone-Nutzer und alle, die den Handy-Akku schonen wollen, setzen auf einen Raspberry Pi mit readsb und tar1090 oder ein fertiges Projekt wie Stratux, das die Karte per WLAN liefert. In beiden Fällen gilt: Antenne kurz und frei, Gain am Flughafen niedrig, Powerbank mit Reserve – und alles zu Hause testen, bevor du dich an den Zaun stellst. Wer noch ganz am Anfang steht, findet in Planespotting für Einsteiger und der Ausrüstungs-Checkliste den passenden Rahmen.
Kurzfazit
Ein SDR-Stick mit 6,9-cm-Antenne, ein Smartphone und eine Powerbank reichen für ein Taschenradar ohne Netz und ohne Verzögerung. Android dekodiert direkt per OTG, beim iPhone übernimmt ein Raspberry Pi per WLAN. Am Flughafen den Gain senken, dann siehst du jeden Anflug, bevor er am Zaun vorbeikommt.
Zusammenfassung
- Für mobilen ADS-B-Empfang brauchst du Antenne, SDR-Stick, ein Gerät zum Dekodieren und Strom. Am Android-Handy erledigt eine App das Dekodieren direkt, beim iPhone übernimmt das meist ein Raspberry Pi mit WLAN.
- Apps wie Avare ADS-B für Android arbeiten mit gängigen RTL2832U-Sticks und OTG-Kabel und laufen ohne Cloud direkt auf dem Gerät.
- Ein Raspberry Pi mit readsb und tar1090 stellt die Karte im Browser bereit; Projekte wie Stratux bringen einen eigenen WLAN-Hotspot gleich mit.
- Direkt am Flughafen hilft niedriger Gain gegen Übersteuerung. MLAT-Positionen für Flugzeuge ohne ADS-B fehlen offline, weil dafür mehrere Empfänger zusammenarbeiten müssen.
Häufige Fragen
Kann ich ADS-B direkt mit dem Smartphone empfangen?
Nicht mit dem Smartphone allein, denn es hat keinen Empfänger für 1090 MHz. Du brauchst einen SDR-Stick mit Antenne. Bei Android-Geräten mit USB-OTG-Unterstützung steckst du den Stick über ein OTG-Kabel direkt an und dekodierst mit einer App wie Avare ADS-B. Alternativ empfängt ein kleiner Rechner wie ein Raspberry Pi die Signale und schickt die Karte per WLAN aufs Handy.
Funktioniert ein SDR-Stick am iPhone?
In der Regel nicht direkt. Für das iPhone ist der übliche Weg ein separater Empfänger, etwa ein Raspberry Pi mit SDR-Stick, der ein WLAN aufspannt oder sich ins Handy-Hotspot-Netz einbucht. Die Karte öffnest du dann im Browser, bei tar1090 unter der Adresse des Pi mit dem Pfad /tar1090.
Brauche ich am Spot Internet für mobilen ADS-B-Empfang?
Für den Empfang selbst nicht. Die Flugzeuge senden ihre Daten per Funk, und der Stick empfängt sie direkt. Internet brauchst du nur für Kartenkacheln, Fotos und Zusatzinfos aus Datenbanken. Lade Karten vorher offline herunter, wenn du an einem Spot mit schlechtem Netz stehst.
Wie lang muss die Antenne für 1090 MHz sein?
Ein Viertel der Wellenlänge, also rund 6,9 Zentimeter. Hat dein Stick eine Teleskopantenne, schiebst du sie auf diese Länge ein, statt sie voll auszuziehen. Steht sie auf einer Metallfläche wie einem Autodach oder einer Blechdose, arbeitet sie als einfache Groundplane-Antenne.
Warum sehe ich direkt am Flughafen weniger Flugzeuge als erwartet?
Häufig ist der Gain zu hoch. Flugzeuge in wenigen hundert Metern Entfernung liefern so starke Signale, dass der Stick übersteuert und Nachrichten verloren gehen. Senke die Verstärkung oder nutze Autogain. Außerdem senden nicht alle Luftfahrzeuge ADS-B, und deren MLAT-Positionen fehlen dir ohne Netzwerk.
Welche Powerbank brauche ich für ein mobiles ADS-B-Set?
Für den Stick am Android-Handy reicht eine gewöhnliche Powerbank, die das Handy über ein OTG-Kabel mit Ladeanschluss oder zwischendurch nachlädt. Für einen Raspberry Pi brauchst du eine Powerbank, die die vom Hersteller geforderte Spannung und Stromstärke stabil liefert und nicht automatisch abschaltet, wenn wenig Strom fließt.
Ist mobiler ADS-B-Empfang erlaubt?
Die Rechtslage unterscheidet sich je nach Land und danach, ob du nur empfängst oder Daten weitergibst und veröffentlichst. Einen Überblick für Deutschland, Österreich und die Schweiz gibt unser Artikel zur Rechtslage beim ADS-B-Empfang. Am Spot selbst gelten zusätzlich die Regeln des Flughafengeländes.
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Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Flughafen München
Zweitgrößter Flughafen Deutschlands und zweites Drehkreuz der Lufthansa: zwei parallele 4.000-Meter-Bahnen im Erdinger Moos, ein Terminal 2 nur für Lufthansa und Star Alliance – und mit dem Besucherpark einer der bequemsten Spotterplätze des Landes.
FlughafenFlughafen Frankfurt
Deutschlands größter Flughafen und Heimatdrehkreuz der Lufthansa: vier Start- und Landebahnen, zwei Passagierterminals und ein Verkehrsmix vom Regionaljet bis zum Großraumfrachter.
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