Das Wichtigste in Kürze
- IATA LBC, ICAO EDHL: Regionalflughafen im Lübecker Stadtteil Blankensee mit einer 2.102 Meter langen Bahn 07/25.
- Über 100 Jahre Fluggeschichte: 1917 Fliegerschule, dann Luftwaffen-Fliegerhorst, nach 1945 RAF Lübeck und Station der Berliner Luftbrücke.
- „Hamburg-Lübeck“ für Ryanair: Von 2000 bis 2014 machte Ryanair den Platz zum Low-Cost-Standort für den Großraum Hamburg, im Rekordjahr 2005 kamen rund 716.000 Passagiere.
- Eigentümer im Wechsel: Stadt, Infratil, Stadt, privater Investor, PuRen – mit Insolvenzen 2014 und 2015. Seit 2016 gehört der Flughafen Winfried Stöcker.
- Ryanair ist zurück: Seit März 2025 fliegt die Airline wieder nach London-Stansted, Málaga und Palma de Mallorca.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Steckbrief
- 2.Tätigkeitsfelder
- 3.Struktur & Marken
- 4.Geschichte im Zeitraffer
- 5.Was du als Spotter wissen solltest
- 6.Stärken und Schwächen
- 7.Vom Fliegerhorst zur RAF-Basis
- 8.Zivilflughafen an der Zonengrenze
- 9.Hamburg-Lübeck: Die Ryanair-Jahre
- 10.Eigentümer im Wechsel: Infratil, Investoren, Insolvenzen
- 11.Lübeck Air: Das Experiment mit der eigenen Airline
- 12.Ryanair ist zurück
- 13.Spotten in Lübeck: Was du wissen musst
- 14.Lübeck im Vergleich und in der Region
- 15.Fazit
- 16.Häufige Fragen
Steckbrief
| IATA-Code | LBC |
|---|---|
| ICAO-Code | EDHL |
| Betreiber | Stöcker Flughafen GmbH & Co. KG – gehört seit 2016 dem Lübecker Unternehmer Winfried Stöcker, Gründer des Labordiagnostik-Herstellers Euroimmun |
| Lage | Im Stadtteil Blankensee, rund 8 km südlich der Lübecker Altstadt in Schleswig-Holstein, etwa 16 m über dem Meer |
| Start- und Landebahn | Eine Bahn 07/25, 2.102 m lang, Asphalt |
| Instrumentenanflug | Instrumentenlandesystem in beiden Richtungen – Kategorie II für Landungen auf der 07, Kategorie I auf der 25 |
| Terminal | Ein Passagierterminal; der Ankunftsbereich wurde 1997 neu gebaut und erweitert |
| Linienverkehr 2026 | Ryanair nach London-Stansted, Málaga und Palma de Mallorca, dazu Pauschal- und Sonderflüge von Reiseveranstaltern |
| Verkehr 2022 | Knapp 83.000 Passagiere und gut 23.000 Flugbewegungen (einschließlich allgemeiner Luftfahrt) |
| Bisheriger Höchststand | Rund 716.000 Passagiere im Jahr 2005 |
| Anbindung | Eigener Haltepunkt Lübeck Flughafen an der Bahnstrecke Lübeck–Lüneburg, rund 300 m vom Terminal; Stadtbus (Linie 6) ab ZOB; Autobahn A 20, Ausfahrt Lübeck-Süd |
| Vorgeschichte | 1917 als preußische Fliegerschule eröffnet, ab den 1930er-Jahren Fliegerhorst der Luftwaffe, nach 1945 britisch genutzt |
| Offizielle Website | www.flughafen-luebeck.de |
Tätigkeitsfelder
Struktur & Marken
Geschichte im Zeitraffer
Flughafen Lübeck aus Spotter-Sicht
Deine Checkliste für Flughafen Lübeck
- Einen Ryanair-Jet auf der Bahn 07/25 erwischt – meist eine Boeing 737-800 oder eine 737-8-200
- Die Betriebsrichtung vorher geprüft: bei Westwind Landungen über die 25 von Osten, bei Ostwind über die 07 von Westen
- Einen Pauschal- oder Sonderflug eines Reiseveranstalters notiert – die Zeiten stehen in der Abflugtafel
- Einen Geschäftsreisejet oder ein Flugzeug der allgemeinen Luftfahrt fotografiert – sie machen den Großteil der Bewegungen aus
- Mit dem Regionalzug angereist und am Haltepunkt Lübeck Flughafen ausgestiegen
- Das Kennzeichen jeder Sichtung notiert – auch bei wenigen Flügen der beste Weg, Sichtungen sauber zu sortieren
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- Eigener Bahnhaltepunkt nur wenige Gehminuten vom Terminal
- Ruhiger, überschaubarer Platz ohne Gedränge – gut für entspanntes Fotografieren
- Wenige Linienflüge, die sich über die Abflugtafel exakt planen lassen
- Gut mit Hamburg zu einem Spottertag in Norddeutschland kombinierbar
- Viel Geschichte: Fliegerhorst, RAF-Basis und Station der Berliner Luftbrücke
Wo es hakt
- Nur eine Handvoll Linienflüge pro Woche – an manchen Tagen passiert im Linienverkehr gar nichts
- Kaum Typenvielfalt: Im Linienverkehr fast nur Boeing 737 von Ryanair
- Keine offizielle Besucherterrasse, die derzeit nachweislich geöffnet ist
- Verkehrsangebot war in der Vergangenheit sehr wechselhaft – Flugplan vor jedem Besuch prüfen
Lübeck-Blankensee ist einer dieser Flughäfen, an denen an manchen Tagen nur eine Handvoll Jets landet – und trotzdem steckt hier mehr Luftfahrtgeschichte als an manchem Großflughafen. Preußische Fliegerschule, Luftwaffen-Fliegerhorst, britische Basis während der Berliner Luftbrücke, dann „Hamburg-Lübeck“ für Ryanair, zwei Insolvenzen in zwei Jahren und eine Reihe von Eigentümern aus Neuseeland, China und schließlich Lübeck selbst. Seit 2025 fliegt Ryanair wieder. Für dich als Spotter ist LBC ein ruhiger, gut planbarer Platz mit Bahnanschluss und eine schöne Ergänzung zum großen Nachbarn Hamburg.
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Vom Fliegerhorst zur RAF-Basis
Die Geschichte des Flughafens beginnt mitten im Ersten Weltkrieg. Ab 1916 wurde in Blankensee südlich von Lübeck ein Militärflugplatz angelegt, 1917 nahm dort die preußische Fliegerschule Lübeck den Betrieb auf. Nach Kriegsende wurde der Platz entmilitarisiert, ein Teil der Gebäude verschwand in den 1920er-Jahren, das Flugfeld lag weitgehend brach.
Mit der Aufrüstung ab 1933 kehrte das Militär zurück. Die Luftwaffe baute Blankensee zum Fliegerhorst aus, in den folgenden Jahren lagen hier wechselnd Sturzkampf- und Kampfverbände. 1940 diente der Platz als Basis für den deutschen Angriff auf Dänemark und Norwegen. 1944 wurde die Bahn auf rund 1.800 Meter betoniert, und in den letzten Kriegsmonaten tauchten hier sogar die ersten Strahlflugzeuge auf – die Messerschmitt Me 262 und der Strahlbomber Arado Ar 234. Am 2. Mai 1945, dem Tag, an dem britische Truppen Lübeck erreichten, endeten die deutschen Flüge.
Danach übernahm die Royal Air Force. Als RAF Lübeck blieb der Platz bis zur Wiedervereinigung unter britischer Verantwortung. Seine bekannteste Episode erlebte er 1948/49: Während der sowjetischen Blockade Berlins setzte die RAF hier rund 30 Dakotas ein – die militärische Version der Douglas DC-3 –, die Versorgungsgüter wie Kohle nach Berlin flogen, an Spitzentagen mit bis zu 100 Einsätzen. Das große Ganze der Versorgungsflüge erzählt der Beitrag zur Berliner Luftbrücke, die Geschichte des Flugzeugs selbst der Beitrag zur Douglas DC-3.
Zivilflughafen an der Zonengrenze
Ab Mai 1955 wurde in Blankensee wieder zivil mit Motorflugzeugen geflogen. Der Platz lag nur wenige Kilometer von der innerdeutschen Grenze entfernt. Die Bundeswehr nutzte Lübeck rund ein halbes Jahrhundert lang für Zieldarstellungsflüge – zivil betriebene Maschinen, die für die Luftabwehr Ziele schleppten oder simulierten. Über die Jahre waren das unter anderem Spitfire, Hawker Sea Fury, OV-10 Bronco, Geschäftsreisejets vom Typ IAI Westwind und zuletzt Pilatus PC-9.
Ein trauriges Kapitel der Platzgeschichte ist der Absturz einer Cessna Citation im Mai 1987: Beim Landeanflug auf Lübeck kamen beide Piloten ums Leben, der damalige schleswig-holsteinische Ministerpräsident Uwe Barschel überlebte schwer verletzt.
Für den Linienverkehr blieb Lübeck lange bedeutungslos. 1997 wurde immerhin der Ankunftsbereich des Terminals neu gebaut und erweitert – eine Investition, die sich erst einige Jahre später auszahlen sollte.
Hamburg-Lübeck: Die Ryanair-Jahre
Der große Sprung kam im Jahr 2000. Ryanair nahm Flüge nach London-Stansted auf und vermarktete den Platz als „Hamburg-Lübeck“ – als günstige Alternative zum rund 60 Kilometer entfernten Flughafen Hamburg. Das Muster war dasselbe wie in Frankfurt-Hahn: niedrige Gebühren an einem kleineren Flughafen, dafür ein bekannter Großstadtname auf dem Ticket. Weitere Strecken folgten, ab 2006 flog außerdem Wizz Air nach Danzig und baute ihr Angebot nach Osteuropa aus.
Die Passagierzahlen stiegen deutlich: 2005 waren es rund 716.000 – bis heute der Rekord –, nach einem Rückgang 2009 noch einmal rund 688.000. Wirtschaftlich blieb der Flughafen trotzdem ein Zuschussgeschäft – 2011 stand ein Defizit von über sechs Millionen Euro in den Büchern. Gleichzeitig zogen sich Ausbaupläne für eine längere Bahn und ein neues Terminal über Jahre hin und wurden von mehreren Klagen begleitet. Ab 2010 sanken die Zahlen deutlich und erreichten das alte Niveau nicht mehr.
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Eigentümer im Wechsel: Infratil, Investoren, Insolvenzen
Der eigentliche rote Faden der jüngeren Lübecker Flughafengeschichte sind die Eigentümerwechsel. Kaum ein deutscher Regionalflughafen hat so viele erlebt:
| Zeitraum | Eigentümer | Was passierte |
|---|---|---|
| bis 2005 | Stadt Lübeck | Aufbau des Linienverkehrs mit Ryanair |
| 2005–2009 | Infratil (Neuseeland), 90 % | hohe Passagierzahlen; Rückzug Ende Oktober 2009 |
| 2009–2013 | Stadt Lübeck | Suche nach einem Käufer, ein Verkaufsanlauf gerät Ende 2012 politisch ins Stocken |
| 2013–2014 | Privater Investor | Rückzug im Frühjahr 2014, Insolvenz im April 2014 |
| 2014–2016 | PuRen Germany GmbH | Tochter einer chinesischen Gruppe; Insolvenz im September 2015 |
| seit 2016 | Winfried Stöcker | Betrieb durch die Stöcker Flughafen GmbH & Co. KG |
Die Neuseeländer von Infratil – die damals auch an anderen europäischen Regionalflughäfen beteiligt waren – übernahmen 2005 neunzig Prozent der Anteile. Nach vier Jahren gaben sie auf, Ende Oktober 2009 war die Stadt wieder alleinige Eigentümerin. Ein neuer Verkaufsanlauf geriet im November 2012 politisch ins Stocken, 2013 ging der Flughafen dann an einen privaten Investor.
Dann ging es Schlag auf Schlag. Im Frühjahr 2014 zog sich der Investor zurück, am 23. April 2014 stellte der Flughafen einen Insolvenzantrag. Im selben Sommer verließ Ryanair Lübeck nach 14 Jahren. Im Juli 2014 übernahm die PuRen Germany GmbH, Tochter einer chinesischen Unternehmensgruppe, mit ehrgeizigen Plänen – darunter Flugzeuge des chinesischen Herstellers COMAC, für die es aber weder Airline noch Zulassung gab. Am 30. September 2015 stellte auch die PuRen-Gesellschaft einen Insolvenzantrag.
Mitte April 2016 verlegte Wizz Air als letzte Linienairline ihre Lübecker Strecken nach Hamburg – damit endete der Linienverkehr vorerst. Im Juni 2016 stimmte die Lübecker Bürgerschaft dem Verkauf an Winfried Stöcker zu, den Gründer des Lübecker Labordiagnostik-Unternehmens Euroimmun. Er führt den Flughafen seitdem über eine eigene Objekt- und Betreibergesellschaft. Wie sich Insolvenzen auf der Airline-Seite in Europa ausgewirkt haben, zeigt übrigens der Beitrag zu den großen Airline-Pleiten in Europa.
2000 – Ryanair kommt
Mit London-Stansted beginnt die Low-Cost-Ära, Lübeck wird zu „Hamburg-Lübeck“.
2005–2009 – Infratil
Die neuseeländische Gesellschaft hält 90 Prozent, die Passagierzahlen bleiben hoch – bis zum Rückzug Ende 2009.
2014 – erste Insolvenz
Der private Investor springt ab, der Flughafen meldet Insolvenz an, Ryanair zieht ab.
2015 – zweite Insolvenz
Auch die PuRen Germany GmbH scheitert, 2016 endet der Linienverkehr vorerst.
Seit 2016 – Stöcker
Ein Lübecker Unternehmer übernimmt, bringt Lübeck Air an den Start und holt Ryanair zurück.
Lübeck Air: Das Experiment mit der eigenen Airline
Ohne Linienverkehr setzte der neue Eigentümer auf eine eigene Lösung. Lübeck Air war zunächst ab 2016 mit einem Geschäftsreisejet vom Typ Dassault Falcon 7X für Charterflüge unterwegs. 2020 folgte der Linienverkehr: Am 17. August 2020 – wegen der Corona-Pandemie später als geplant – startete der erste Flug nach München, dazu kam Stuttgart. Lübeck Air war dabei eine virtuelle Airline: Die ATR 72-500 flog im Auftrag der dänischen Air Alsie.
In den folgenden Jahren wuchs das Netz um saisonale Ziele wie Salzburg, Bern und Olbia. Ab Mai 2022 setzte German Airways eine Embraer E190 für Lübeck Air ein, 2023 kamen weitere angemietete Flugzeuge hinzu. Im März 2023 kündigte Lübeck Air das Aus für die Stuttgart-Strecke und den Abschied von der ATR an, ab dem 28. Oktober 2023 ruhte der Flugbetrieb ganz – zunächst nur für den Winter, nach Angaben einer Sprecherin vom Januar 2024 dann auch für den Sommer 2024. Seither ist die Marke nicht wieder geflogen und damit für Spotter ein historisches Kapitel.
Parallel brachte die Ferienairline Sundair ab Mai 2022 Mittelmeerflüge nach Lübeck und stationierte für den Sommer 2024 einen Airbus A319. Daneben bieten Reiseveranstalter Charter- und Pauschalreisen ab Blankensee an – den Unterschied zwischen beiden Flugarten erklärt der Beitrag Charterflug und Linienflug.
Ryanair ist zurück
Dann kam die überraschendste Wendung: Ryanair kündigte nach gut zehn Jahren ihre Rückkehr an. Seit dem 30. März 2025 fliegt die Airline wieder ab Lübeck – nach London-Stansted, Málaga und Palma de Mallorca. Laut Flughafen fliegen London und Palma mehrmals pro Woche, auch Málaga wird regelmäßig bedient. Auch der bereits veröffentlichte Sommerflugplan 2027 enthält wieder alle drei Ziele.
Vom Niveau der frühen Ryanair-Jahre mit mehreren Hunderttausend Fluggästen ist Lübeck zwar weit entfernt, aber zum ersten Mal seit 2016 gibt es wieder einen verlässlichen Linienverkehr mit einer großen Airline.
| Jahr | Passagiere | Flugbewegungen | Einordnung |
|---|---|---|---|
| 2005 | rund 716.000 | – | bisheriger Rekord |
| 2007 | gut 612.000 | knapp 17.500 | Ryanair und Wizz Air |
| 2009 | rund 688.000 | – | letzte Erholung vor dem Rückgang |
| 2013 | rund 367.000 | – | vor der ersten Insolvenz |
| 2014 | rund 169.000 | – | Insolvenz, Ryanair zieht ab |
| 2022 | knapp 83.000 | gut 23.000 | Lübeck Air und Sundair |
Für dich als Spotter bedeutet das: Im Linienverkehr dominiert eine Boeing-737-Flotte, meist die Boeing 737-800 oder die 737-8-200. Welche Konzerngesellschaft genau fliegt, erkennst du am Kennzeichen – den Aufbau des Konzerns erklärt die Seite zur Ryanair Holdings.
Spotten in Lübeck: Was du wissen musst
Lübeck ist kein Flughafen mit ausgebautem Besucherbereich. Auf seiner Website erwähnt der Flughafen eine große Aussichtsterrasse zur Luftseite als Teil eines geplanten Konferenzzentrums, nennt aber keinen Eröffnungstermin. Bis dahin fotografierst du von öffentlichen Wegen außerhalb des Zauns. Allgemeine Tipps für kleine Plätze wie diesen sammelt der Beitrag Spotting an kleinen Regionalflughäfen, einen Überblick über ähnliche Ziele bietet der Beitrag zu Regionalflughäfen in Deutschland.
Die Bahn 07/25 verläuft grob von West nach Ost. Bei Westwind – in Norddeutschland der Normalfall – wird Richtung 25 gestartet und gelandet, die Maschinen kommen dann von Osten herein. Bei Ostwind dreht sich das Bild, dann gilt Betriebsrichtung 07, für die der Flughafen seit 2014 ein Instrumentenlandesystem der Kategorie II hat. Wie du die Richtung schon am Vorabend abschätzt, erklärt der Beitrag Betriebsrichtung am Flughafen verstehen.
Licht und Bahn zusammen denken
Bei einer Ost-West-Bahn steht die Sonne mittags im Süden. Von der Nordseite des Platzes hast du sie tagsüber im Rücken, von der Südseite fotografierst du um die Mittagszeit gegen das Licht. Mit dem Beitrag zum Sonnenstand am Fotospot planst du das vorher.
Der Linienverkehr ist überschaubar. Ein Spottertag in Lübeck lohnt sich vor allem, wenn du gezielt einen Ryanair-Umlauf erwischen oder einen Pauschalflug sehen willst. Die Zeiten stehen in der Abflug- und Ankunftstafel; zwischen den Linienflügen sorgen Privatflieger, Flugschulen und Geschäftsreisejets für Betrieb. Gerade die allgemeine Luftfahrt macht in Lübeck den größten Teil der Flugbewegungen aus.
Flugplan prüfen
Ryanair fliegt nicht täglich auf jeder Strecke. Ein Blick in die Abflugtafel zeigt, ob an deinem Tag überhaupt ein Jet kommt.
Wind und Betriebsrichtung checken
Westwind heißt meist Richtung 25, Ostwind Richtung 07. Daraus ergibt sich, von welcher Seite die Landungen kommen.
Mit der Bahn anreisen
Der Haltepunkt Lübeck Flughafen liegt rund 300 Meter vom Terminal. Ohne Auto ist das eine der bequemsten Anreisen an einen Regionalflughafen.
Mit Hamburg kombinieren
Wer schon im Norden ist, kann Lübeck gut mit einem Besuch in Hamburg verbinden und so Low-Cost- und Drehkreuzverkehr an einem Wochenende sehen.
Kennzeichen mitschreiben
Bei wenigen Flügen lohnt sich das doppelt: So erkennst du später, welche Maschine Lübeck wie oft angeflogen hat.
Zaun bleibt Zaun
Rund um den Flughafen grenzen Wald, Felder und Wohngebiete an das Gelände. Absperrungen, Sicherheitsbereiche und Hinweise des Flughafens gelten ausnahmslos – auch für Leitern, Drohnen und Stative am Zaun. Feldwege nicht zuparken und keine Privatflächen betreten. Was erlaubt ist, fasst der Beitrag Ist Planespotting erlaubt? zusammen.
Spots rund um Lübeck finden
Die Spot-Karte in Planetrack zeigt dir Anreise, bestes Licht, Bewertungen und Community-Fotos – dazu Wetter, Wind und Pisten am Flughafen. Planetrack startet bald. Die Warteliste findest du unten auf dieser Seite.
Lübeck passt zu dir, wenn …
- du einen ruhigen Platz ohne Gedränge suchst
- du ohne Auto anreisen willst
- dich die Geschichte von Fliegerhorst, RAF und Luftbrücke reizt
Bedingt geeignet, wenn …
- du nur einen festen Tag Zeit hast und nicht weißt, ob Ryanair fliegt
- du dich vor allem für Geschäftsreisejets und allgemeine Luftfahrt interessierst
Eher woanders, wenn …
- du Typenvielfalt und Großraumflugzeuge suchst
- du eine geöffnete Besucherterrasse mit Gastronomie erwartest
Lübeck im Vergleich und in der Region
Der wichtigste Bezugspunkt ist der Flughafen Hamburg, rund eine Autostunde entfernt. Dort findest du alles, was Lübeck fehlt: viel Verkehr, Großraumflugzeuge und mit dem Affenfelsen und der Besucherterrasse zwei feste Spotterplätze. Alle Tipps für die Hansestadt bündelt der Beitrag Planespotting in Hamburg.
Weiter östlich liegt der Flughafen Rostock-Laage, ein ebenfalls kleiner Platz mit militärischer Mitnutzung. Wer die deutsche Nordseeküste mitnehmen will, findet auf dem Flughafen Sylt im Sommer Ferienverkehr, und jenseits der Grenze ist der Flughafen Kopenhagen das große Drehkreuz Skandinaviens. Die Lübecker Geschichte als Low-Cost-Ableger einer Metropole teilt der Platz mit Frankfurt-Hahn – beide sind gute Beispiele dafür, wie stark Regionalflughäfen von einer einzigen Airline abhängen können.
Fazit
Der Flughafen Lübeck ist ein Lehrstück darüber, wie zerbrechlich das Geschäftsmodell eines kleinen Regionalflughafens sein kann. Über hundert Jahre Fluggeschichte, ein Boom mit Ryanair, mehrere Eigentümerwechsel, zwei Insolvenzen und ein eigenes Airline-Experiment liegen hinter dem Platz. Seit 2016 gehört er einem Lübecker Unternehmer, seit 2025 bringt Ryanair wieder regelmäßig Jets nach Blankensee.
Für Spotter ist Lübeck kein Ziel für die große Typenjagd, sondern einer für den gezielten Besuch: Flugplan prüfen, Betriebsrichtung abschätzen, mit dem Zug anreisen – und vielleicht danach noch nach Hamburg weiterfahren.
Kurzfazit
LBC ist der frühere Fliegerhorst Lübeck-Blankensee, einst „Hamburg-Lübeck“ für Ryanair, nach zwei Insolvenzen seit 2016 im Besitz von Winfried Stöcker und seit 2025 wieder mit Ryanair-Linienflügen. Plane nach Flugplan und Betriebsrichtung – und nutz den eigenen Bahnhalt.
Zusammenfassung
- Lübeck-Blankensee ist ein kleiner Flughafen mit großer Geschichte – vom Fliegerhorst über die Berliner Luftbrücke bis zum Billigflug-Standort für Hamburg.
- Kaum ein deutscher Flughafen hat so oft den Eigentümer gewechselt: Nach Infratil, einem kurzen Privatinvestor und der chinesischen PuRen-Gruppe gehört er seit 2016 Winfried Stöcker.
- Nach Jahren fast ohne Linienverkehr und dem Zwischenspiel von Lübeck Air bringt Ryanair seit 2025 wieder regelmäßige Jets nach Blankensee.
- Für Spotter ist LBC ein ruhiger Ergänzungsplatz zu Hamburg: wenig Verkehr, aber gut planbar und per Bahn erreichbar.
Häufige Fragen
Was sind die Codes des Flughafens Lübeck?
Der IATA-Code ist LBC, der ICAO-Code EDHL. LBC steht auf Tickets und Gepäckanhängern, EDHL nutzen Flugsicherung und Flugverfolgungsdienste.
Wem gehört der Flughafen Lübeck?
Seit 2016 dem Lübecker Unternehmer Winfried Stöcker, Gründer des Labordiagnostik-Unternehmens Euroimmun. Betreiberin ist die Stöcker Flughafen GmbH & Co. KG. Davor gehörte der Flughafen nacheinander der Stadt Lübeck, mehrheitlich der neuseeländischen Infratil, wieder der Stadt, einem privaten Investor und der PuRen Germany GmbH.
Welche Airlines fliegen ab Lübeck?
Im Linienverkehr fliegt seit März 2025 wieder Ryanair – nach London-Stansted, Málaga und Palma de Mallorca. Dazu kommen Pauschal- und Sonderflüge von Reiseveranstaltern. Flugpläne ändern sich, prüf vor dem Besuch die aktuelle Abflugtafel des Flughafens.
Warum hieß der Flughafen früher Hamburg-Lübeck?
Ryanair vermarktete Lübeck ab 2000 als günstige Alternative für den Großraum Hamburg. Der Name sollte Reisenden aus der Metropolregion zeigen, dass der Platz auch für sie in Frage kommt. Mit dem Flughafen Hamburg hat Lübeck organisatorisch nichts zu tun.
Was war Lübeck Air?
Lübeck Air war eine virtuelle Airline des Flughafeneigentümers. Ab August 2020 flog sie nach München und Stuttgart, zunächst mit einer gecharterten ATR 72-500, später auch mit Flugzeugen anderer Anbieter wie einer Embraer E190 von German Airways. Ende Oktober 2023 stellte sie den Flugbetrieb ein und ist seitdem nicht wieder geflogen.
Was hat Lübeck mit der Berliner Luftbrücke zu tun?
Als RAF Lübeck war der Flughafen 1948/49 einer der Startplätze der Luftbrücke. Von hier flogen rund 30 Dakotas der Royal Air Force Versorgungsgüter wie Kohle nach Berlin. Mehr dazu im Beitrag zur Berliner Luftbrücke.
Wie komme ich ohne Auto zum Flughafen Lübeck?
Am einfachsten mit dem Regionalzug: Der Haltepunkt Lübeck Flughafen liegt an der Strecke Lübeck–Lüneburg, vom Bahnsteig sind es rund 300 Meter bis zum Terminal. Alternativ fährt die Stadtbuslinie 6 vom ZOB am Lübecker Hauptbahnhof.
Gibt es am Flughafen Lübeck eine Besucherterrasse?
Der Flughafen nennt auf seiner Website eine große Aussichtsterrasse zur Luftseite als Teil eines geplanten Konferenzzentrums, ein Eröffnungstermin ist dort nicht angegeben. Bis dahin fotografierst du von öffentlichen Wegen außerhalb des Zauns – prüf vor Ort, was erlaubt ist.
Sichtungen rund um Flughafen Lübeck sammeln
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Passende Airlines
Die Fluggesellschaften dazu – mit IATA- und ICAO-Code, Rufzeichen und Lackierung.
Ryanair
Europas größte Low-Cost-Airline aus Irland: fast reine Boeing-737-Flotte, Punkt-zu-Punkt-Verkehr statt Drehkreuz und mehrere Schwestergesellschaften, die unter Ryanair-Flugnummern fliegen.
W6 / WZZWizz Air
Ungarns Low-Cost-Airline aus Budapest: reine Airbus-Flotte mit Schwerpunkt A321neo, drei Gesellschaften mit HA-, 9H- und G-Kennzeichen und ein Netz, das von Mittel- und Osteuropa bis in den Nahen Osten reicht.
ZQ / GERGerman Airways
Wet-Lease-Spezialist aus Köln mit Wurzeln bis 1955: German Airways fliegt ausschließlich Embraer E190 – meist für KLM Cityhopper, seit 2026 auch für Condor – und trägt Schwarz-Rot-Gold am Leitwerk.
SR / SDRSundair
Kleiner deutscher Ferienflieger mit Sitz in Stralsund und Schwerpunkt Berlin: eine Handvoll Airbus A320 und A319, Charterflüge ans Mittelmeer und eine kroatische Schwester, die unter Sundair-Flugnummern fliegt.
Typische Flugzeuge
Boeing 737-800
Das Arbeitspferd der Kurz- und Mittelstrecke: Die 737-800 ist die meistgebaute Version der 737 Next Generation und an vielen Flughäfen Europas ein Dauergast.
FlugzeugtypBoeing 737-8-200 (MAX 200)
Von außen eine MAX 8, mit einem kleinen, aber entscheidenden Unterschied: einem zusätzlichen Paar Notausgangstüren hinter dem Flügel. So erkennst du die 737-8-200, die Boeing für Ryanair entwickelt hat.
FlugzeugtypATR 72-500
Sechs Propellerblätter, Hochdecker, T-Leitwerk – und von außen fast nicht von der -600 zu unterscheiden: Die ATR 72-500 ist die meistgebaute ATR 72 vor der aktuellen Generation. So grenzt du sie sauber ab.
FlugzeugtypEmbraer E190
Der Regionaljet mit Mittelstrecken-Komfort: Die E190 bringt rund 100 Passagiere in einer 2+2-Kabine ohne Mittelsitz in die Luft – und wird gern mit ihrer Nachfolgerin E190-E2 verwechselt.
FlugzeugtypDouglas DC-3 / C-47
Zwei Sternmotoren, Spornrad, schräg stehender Rumpf am Boden: Die DC-3 und ihre Militärschwester C-47 sind Legenden. So erkennst du sie und so findest du die letzten Flieger in Europa.
FlugzeugtypMesserschmitt Me 262
Dreieckiger Rumpf, zwei Strahltriebwerke unter den Flügeln, Bugradfahrwerk: Die Me 262 war der erste Strahljäger im Truppeneinsatz. Heute siehst du sie als Original im Museum oder als flugfähigen Nachbau mit modernen Triebwerken.
FlugzeugtypDassault Falcon 7X
Drei Triebwerke am Heck, Sidesticks statt Steuerhorn: Die Falcon 7X war 2005 der erste Businessjet mit voller Fly-by-Wire-Steuerung. So erkennst du sie und trennst sie von der fast gleichen Falcon 8X.
Spotting-Spots rund um Flughafen Lübeck
Spots, an denen du die passenden Flugzeuge regelmäßig vor die Linse bekommst – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.
Affenfelsen am Flughafen Hamburg
Der bekannteste Spotterpunkt am Hamburger Flughafen: Vom Affenfelsen an der Holtkoppel schaust du ohne Leiter über den Zaun auf die Piste 15/33 – mit Kiosk-Café direkt nebenan und der Sonne am Vormittag im Rücken.
BesucherterrasseBesucherterrassen am Flughafen Hamburg
Zwei Terrassen auf Ebene 3 der Terminals, täglich von 6 bis 22 Uhr geöffnet und direkt an der S1: Der einfachste Einstieg ins Spotten in Hamburg – mit Blick aufs Vorfeld, Ferngläsern und kurzen Wegen zu Café und Toilette.
Weitere Einträge
Flughafen Hamburg
Mitten in der Stadt, seit 1911 am selben Ort und mit zwei Pisten, die sich kreuzen: Hamburg ist kein Drehkreuz, aber ein Flughafen mit viel Europaverkehr, Emirates-Langstrecke, Lufthansa Technik nebenan – und dem Affenfelsen als bekanntestem Spotterpunkt.
Airline-GruppeRyanair Holdings
Hinter der gelben Harfe stecken fünf Airlines mit eigenen Zulassungen, Codes und Kennzeichen. Ryanair Holdings ist Europas größte Airline-Gruppe nach Fluggästen – und für Spotter ein Puzzle aus EI-, 9H-, SP- und G-Registrierungen.
FlughafenFlughafen Rostock-Laage
Ein Militärflugplatz mit zivilem Terminal: In Laage bildet die Luftwaffe alle ihre Eurofighter-Piloten aus, während nebenan Ferienjets nach Antalya und Kreta starten. Für Spotter ist RLG ein seltener Mix aus wenig Linienverkehr und viel Kampfjet-Lärm.
FlughafenFlughafen Sylt
Deutschlands nördlichster Verkehrsflughafen mit Linienflügen seit 1919: zwei Bahnen bei Tinnum, Saisonverkehr aus Deutschland, der Schweiz, Österreich und Luxemburg – und im Sommer ein Vorfeld voller Businessjets.
Passende Guides aus dem Blog
- Die Berliner Luftbrücke 1948/49: Rosinenbomber, Logistik und Flughäfen
- Planespotting in Hamburg: Spots, Licht und der Abstecher nach Finkenwerder
- Regionalflughäfen in Deutschland für Spotter: Paderborn, Münster, Memmingen, Friedrichshafen und weitere
- Spotting an Regionalflughäfen: Warum kleine Airports oft die besseren Spots sind
- Betriebsrichtung am Flughafen verstehen: Wind, Pisten und was das für deinen Spot bedeutet
- Ist Planespotting erlaubt? Was in Deutschland, Österreich und der Schweiz am Flughafen gilt
- Sonnenstand planen: So stehst du am Flughafen nie im Gegenlicht

