Das Wichtigste in Kürze
- Der S-64 ist ein fliegender Kran: Sikorsky baute ihn ohne Kabine, damit Lasten direkt unter dem Schwerpunkt hängen. Erstflug war am 9. Mai 1962.
- Militärisch hieß der Typ CH-54 Tarhe und diente der US Army vor allem im Vietnamkrieg als Lastenträger und Bergungshubschrauber.
- Seit 1992 gehört das Typzertifikat Erickson, die den S-64 als „Air-Crane“ weiterbaut, modernisiert und als Löschhubschrauber bekannt gemacht hat.
- Schnellster Erkennungsweg: freier Raum unter dem Rumpfträger, abgesetzte Cockpitgondel und lange Fahrwerksbeine – das hat kein anderer Hubschrauber am Himmel.
- In Europa siehst du ihn am ehesten im Sommer bei Waldbränden, etwa in Italien oder Griechenland, wo S-64 im Auftrag der Behörden löschen.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| Hersteller | Sikorsky; seit 1992 Erickson als Typzertifikatsinhaber und Hersteller |
|---|---|
| ICAO-Typcode | S64 (gilt auch für den militärischen CH-54) |
| Erstflug | 9. Mai 1962 |
| Bauart | Lastenhubschrauber („Flying Crane“) mit Hauptrotor und Heckrotor, ohne Kabine |
| Triebwerke | 2 × Wellenturbine der Baureihe JFTD12A (militärisch T73), beim S-64E Version -4A, beim S-64F Version -5A |
| Hauptrotor | sechs Blätter, rund 22 m Durchmesser |
| Rumpflänge | rund 21,3 m |
| Max. Abfluggewicht (CH-54B) | rund 21,3 t |
| Max. Außenlast | S-64E rund 9,1 t, S-64F rund 11,3 t (Herstellerangabe Erickson) |
| Höchstgeschwindigkeit | S-64E 115 kn, S-64F 104 kn (Herstellerangabe Erickson) |
| Löschtank (Air-Crane) | rund 10.000 l (2.650 US-Gallonen), Befüllung per Schnorchel |
| Besatzung | 2 bis 3 |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Kein geschlossener Rumpf: Zwischen Cockpit und Heckausleger spannt sich nur ein schlanker Träger, darunter ist der Blick frei
- Cockpitgondel ganz vorn, deutlich abgesetzt, mit einem nach hinten gerichteten Fenster für den Lastenführer
- Lange, weit gespreizte Fahrwerksbeine, die so hoch sind, dass der Hubschrauber über eine Last „drüberrollen“ kann
- Zwei Turbinen oben auf dem Träger neben dem Rotormast, dazu ein großer Sechsblattrotor
- Bei der Löschversion: großer Tank unter dem Rumpfträger und ein herabhängender Schnorchel zum Wasserfassen
- Viele zivile Maschinen tragen Namen auf der Nase und US-Kennzeichen, bei Erickson oft mit der Endung …AC
Aktualisiert: Oktober 2026 – Es gibt Hubschrauber, die du erst bestimmen musst, und es gibt den S-64 Skycrane. Wer ihn einmal gesehen hat, vergisst ihn nicht: vorn eine kleine Cockpitgondel, hinten ein Heckausleger – und dazwischen praktisch nichts außer einem schlanken Träger, unter dem Bauteile, Baumstämme oder ein riesiger Wassertank hängen. Der „fliegende Kran“ von Sikorsky ist seit über sechzig Jahren im Einsatz, erst bei der US Army, heute als Erickson Air-Crane vor allem gegen Waldbrände. Hier erfährst du, woran du ihn erkennst, welche Versionen es gibt und wo deine Chancen auf eine Sichtung am besten stehen.
Den fliegenden Kran in deinen Hangar
Mit Planetrack hältst du deine Skycrane-Sichtung mit Foto, Typ, Kennzeichen, Betreiber und Spot fest – ein Eintrag, um den dich viele in der Community beneiden werden. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Was ist der S-64 Skycrane?
Der S-64 ist ein schwerer Lastenhubschrauber in Kranbauweise. Statt eines geschlossenen Rumpfs mit Laderaum hat er nur einen tragenden Längsträger, an dem Cockpit, Triebwerke, Rotorgetriebe, Fahrwerk und Heckausleger hängen. Die Idee dahinter: Die Last hängt direkt unter dem Rotor und damit nahe am Schwerpunkt, und sie kann so groß sein, wie sie will – sie muss ja nirgends hineinpassen.
Sikorsky hatte das Kranprinzip schon in den späten 1950er-Jahren mit dem S-60 erprobt, der noch Kolbenmotoren hatte. Für den S-64 setzte das Unternehmen auf Turbinen. Weil es zu dieser Zeit keine passende Wellenturbine gab, entstand gemeinsam mit Pratt & Whitney eine Wellenleistungsversion des Strahltriebwerks JT12 – die JFTD12, militärisch T73 genannt. Am 9. Mai 1962 flog der erste von drei Prototypen.
Neben der US Army interessierte sich auch Deutschland früh für den Typ: Die Bundeswehr erprobte zwei der Prototypen, und der Weser-Flugzeugbau arbeitete an einer eigenen Variante. Ein Skycrane des Weser-Flugzeugbaus war 1964 sogar für die Schweizerischen Bundesbahnen im Einsatz. Zu einer Beschaffung kam es aber nicht – den schweren Transport übernahm in Deutschland später der Sikorsky CH-53.
Vom CH-54 Tarhe zur Air-Crane
Militärisch: der CH-54 Tarhe
Die US Army bestellte im Juni 1963 die ersten sechs Maschinen zur Erprobung und führte den Typ als CH-54 Tarhe ein. Im Vietnamkrieg wurde er zum unverzichtbaren Lastenträger: Er flog Haubitzen und Planierraupen in schwer zugängliches Gelände, hob Patrouillenboote und barg über 380 abgeschossene oder notgelandete Flugzeuge. Für Truppen- und Materialtransporte gab es einen ansteckbaren Container, den sogenannten „People Pod“, der auch als Feldlazarett oder Gefechtsstand dienen konnte.
Am 20. April 1965 hob ein CH-54A sogar 90 Personen – drei Besatzungsmitglieder und 87 Soldaten. 1971 stellte der Typ einen Höhenrekord im Horizontalflug auf. Die stärkere CH-54B mit leistungsfähigeren Turbinen und Doppelrädern am Hauptfahrwerk folgte als zweite Serienversion. Die Army National Guard flog die letzten CH-54 bis Anfang 1993.
Zivil: Sikorsky S-64 und Erickson
Parallel bot Sikorsky den Typ zivil als S-64 an. Der wichtigste Kunde wurde ein Unternehmen aus Oregon: Jack Erickson kaufte im Dezember 1971 drei S-64 und gründete in Central Point die Firma Erickson Air-Crane. Anfangs ging es vor allem um Holzernte mit dem Hubschrauber, schnell kamen Bauprojekte hinzu – etwa das Setzen von Klimaanlagen auf Hochhausdächer oder die Montage von Strommasten. Dafür entwickelte Erickson 1974 eine Vorrichtung, die das Drehen der Last am Seil verhindert.
Der große Schritt folgte 1992: Erickson kaufte Sikorsky das Typzertifikat und die Fertigungsrechte ab und wurde damit selbst zum Hersteller. Aus dem Skycrane wurde die S-64 Air-Crane. Im selben Jahr baute Erickson den ersten S-64 mit fest eingebautem Löschtank – der Beginn der Karriere als Helitanker. Seitdem hat das Unternehmen den Typ immer weiter modernisiert, unter anderem mit modernisierter Avionik und Hauptrotorblättern aus Verbundwerkstoff.
Im April 2024 übernahm das US-Unternehmen Helicopter Express Ericksons S-64-Flotte und den Flugbetrieb. Erickson selbst bleibt Hersteller sowie Wartungs- und Überholungsbetrieb für den S-64. Für Spotter heißt das: Auf vielen bekannten Air-Cranes können sich Betreibername und Schriftzüge ändern, während Kennzeichen und Spitznamen oft bleiben.
Technik in Kürze
Zwei JFTD12A-Wellenturbinen sitzen oben auf dem Rumpfträger neben dem Rotormast. Beim S-64E ist es die Version -4A, beim stärkeren S-64F die Version -5A. Sie treiben einen sechsblättrigen Hauptrotor mit rund 22 Metern Durchmesser an. Die Rumpflänge gibt Erickson mit rund 21,3 Metern an, das maximale Abfluggewicht des CH-54B liegt bei rund 21,3 Tonnen.
Besonders ist das Cockpit: Neben den beiden Piloten, die nach vorn schauen, gibt es einen nach hinten gerichteten Arbeitsplatz mit großem Fenster. Von hier kann ein Besatzungsmitglied die Maschine beim Absetzen der Last präzise steuern, während es den Haken im Blick hat. Laut Erickson trägt der S-64E bis zu rund 9,1 Tonnen Außenlast, der S-64F bis zu rund 11,3 Tonnen.
Die Löschversion hat einen fest unter dem Träger montierten Tank mit rund 10.000 Litern. Gefüllt wird er im Schwebeflug über einen Schnorchel mit rund 46 Zentimetern Durchmesser – laut gängigen Angaben in etwa 45 Sekunden. Erickson bietet neben dem Schnorchel für Teiche und Seen auch eine Variante für Meerwasser an. Statt Wasser kann der Tank auch Löschmittel mit Zusätzen aufnehmen.
Die Merkmale, die zur Bestimmung reichen
Verwechslungsgefahr gibt es beim S-64 kaum. Mit drei Blicken bist du sicher.
Unter den Rumpf schauen
Ist zwischen Cockpit und Heck nur ein schmaler Träger und darunter freier Raum – oder ein großer Tank –, dann ist es ein Skycrane.
Cockpit und Fahrwerk
Die Kanzel sitzt als eigene Gondel ganz vorn. Die Fahrwerksbeine sind lang und weit gespreizt, der Hubschrauber steht fast wie auf Stelzen.
Rotor und Turbinen
Sechs Rotorblätter und zwei Turbinen oben auf dem Träger. Hängt ein dicker Schlauch unter dem Tank, hast du eine Löschmaschine vor dir.
Für die Bestimmung der einzelnen Maschine helfen Kennzeichen und Spitzname. Viele zivile S-64 sind in den USA registriert, die Erickson-Flotte trug häufig Kennzeichen mit der Endung „AC“ wie N173AC oder N189AC. Dazu haben viele Maschinen einen Namen auf der Nase – in Australien etwa ist eine Air-Crane mit dem Namen „Elvis“ bekannt geworden, in Kanada hob die „Olga“ in den 1970er-Jahren die Spitze des CN Tower in Toronto an ihren Platz. Wie du einzelne Maschinen per Kennzeichen findest, erklärt der Guide Ein bestimmtes Flugzeug per Kennzeichen verfolgen.
Praxis-Tipp: Namen notieren
Fotografier bei jeder Air-Crane auch die Nase mit dem Spitznamen. Die Namen sind unter Fans oft bekannter als die Kennzeichen und helfen dir später, die Maschine eindeutig zuzuordnen. In Planetrack richtest du für den Typ oder ein bestimmtes Kennzeichen einen Sichtungs-Alarm ein und bekommst Bescheid, wenn die Maschine an einem Flughafen anfliegt oder landet.
Versionen im Überblick
| Version | Herkunft | Was sie auszeichnet |
|---|---|---|
| S-60 | späte 1950er-Jahre | Vorläufer mit Kolbenmotoren, Erprobung des Kranprinzips |
| S-64 / YCH-54A | ab 1962 | Prototypen und Vorserie, Erprobung auch in Deutschland |
| CH-54A Tarhe | US Army, 1960er-Jahre | erste Serienversion mit T73-P-1-Turbinen |
| CH-54B Tarhe | US Army, ab Ende der 1960er-Jahre | stärkere T73-P-700, Doppelräder am Hauptfahrwerk |
| S-64B | zivil | Zivilversion auf Basis des CH-54A, nur wenige gebaut |
| S-64E | Erickson | modernisierte Ex-CH-54A plus Neubau, rund 9,1 t Außenlast |
| S-64F | Erickson | modernisierte Ex-CH-54B mit JFTD12-5A, rund 11,3 t Außenlast |
Erickson hat seit der Übernahme nach eigenen Angaben mehrere tausend Änderungen an Zelle, Instrumenten und Nutzlastsystemen umgesetzt. Ein Meilenstein war die Zulassung von Hauptrotorblättern aus Verbundwerkstoff, die die Leistung vor allem bei Hitze und in großer Höhe verbessern und den Treibstoffverbrauch senken. Verbundblätter fertigt Erickson seit 2015. Darüber hinaus gab es Konzepte für eine weiter modernisierte S-64F+ mit neuen Triebwerken und optional pilotenlosem Betrieb – im Alltag der Spotter spielt sie keine Rolle.
Betreiber weltweit
Gebaut wurden – je nach Zählweise mit allen Prototypen und Militärmaschinen – rund 100 Exemplare. Viele davon sind längst ausgemustert oder verunglückt, die fliegenden Maschinen verteilen sich auf wenige Betreiber. Die Übersicht ist eine Momentaufnahme:
USA: Den größten Bestand führt nach der Übernahme von 2024 Helicopter Express, die mit der Erickson-Flotte nach Berichten auf rund 19 Maschinen kam. Weitere S-64 fliegen bei kleineren Spezialbetrieben wie Siller Helicopters. Im Auftrag von Feuerwehren und Behörden sind die Air-Cranes vor allem in Kalifornien und im Westen der USA unterwegs. Die Waldbrandsaison ist für den Typ Hochbetrieb – und leider auch eine riskante Zeit, wie mehrere Unfälle über die Jahre zeigen.
Südkorea: Der Korea Forest Service gehört zu den wenigen staatlichen Betreibern, die eigene S-64E besitzen.
Italien: Über das Tochterunternehmen European Air-Crane fliegen S-64 im Auftrag der italienischen Feuerwehr, des Corpo Nazionale dei Vigili del Fuoco.
Griechenland: Erickson stellt gemeinsam mit einem lokalen Partner in der Waldbrandsaison, grob von Mai bis Oktober, Air-Cranes samt Besatzung und Technik bereit – inklusive Schnorchel für Meerwasser.
Australien: Air-Cranes werden saisonal zur Waldbrandbekämpfung eingeflogen, bekannt sind dort Maschinen mit Namen wie „Elvis“, „The Incredible Hulk“ und „Isabelle“.
| Ort | Trefferchance | Warum |
|---|---|---|
| Westen der USA im Sommer | hoch | Hauptsaison der Waldbrandbekämpfung |
| Griechenland und Italien im Sommer | mittel | saisonale Löschverträge, Einsätze aber lageabhängig |
| Pima Air & Space Museum, Tucson | sicher | Skycrane als Ausstellungsstück |
| Flugausstellung Hermeskeil | sicher | Skycrane in der Hubschraubersammlung |
| Mitteleuropa im Alltag | sehr gering | kein regulärer Betreiber im deutschsprachigen Raum |
Einsatzorte wechseln mit der Brandlage
Löschhubschrauber werden dorthin verlegt, wo es brennt. Feste Standorte gibt es höchstens für die Dauer eines Vertrags. Verlass dich bei einer Tour nicht auf ältere Meldungen und halte dich von Einsatzstellen fern.
S64 auf die Wunschliste
Setz den Skycrane in Planetrack auf deine Wunschliste und richte für den Typ S64 oder bekannte Kennzeichen einen Sichtungs-Alarm ein – so erfährst du, sobald einer an einem Flughafen anfliegt. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Skycrane verfolgen und finden
Einen Flugplan für Löschhubschrauber gibt es nicht. Viele zivile S-64 senden aber ADS-B-Daten und tauchen mit dem Typcode S64 in Tracking-Diensten auf – gerade bei Einsätzen jedoch nicht immer lückenlos. Wie du Drehflügler auf dem Radar findest, erklärt der Beitrag Hubschrauber auf dem Flugradar finden. Ehemals militärische Maschinen und Behördenflüge behandelt der Guide Militärflugzeuge online verfolgen.
Wer eine Reise plant, schaut im Sommer in den Westen der USA. Was du dort beim Spotten beachten musst, liest du in Planespotting in den USA: Regeln und in den Tipps für eine Spotting-Reise in die USA. Für Südeuropa lohnt der Planespotting-Guide Griechenland – dort teilen sich Air-Crane, Canadair CL-415 und andere Löschflieger in der Brandsaison den Himmel.
Garantiert triffst du den Typ im Museum. Im Pima Air & Space Museum in Tucson steht ein Skycrane, in Deutschland führt die Flugausstellung Hermeskeil einen Sikorsky Skycrane in ihrer großen Hubschraubersammlung. Prüf vor dem Besuch, ob das Exponat gerade zugänglich ist.
Fototipps speziell für den Skycrane
Die offene Bauweise ist fotografisch ein Geschenk: Gegen den Himmel zeichnet sich die Silhouette mit dem freien Raum unter dem Träger unverwechselbar ab.
Rotor in Bewegung zeigen
Der große Sechsblattrotor dreht vergleichsweise langsam. Starte bei etwa 1/125 s und geh beim sicheren Mitziehen weiter herunter, damit die Blätter verwischen. Wie das klappt, zeigt der Guide Mitzieher-Technik.
Seitenprofil wählen
Nur im Profil siehst du Cockpitgondel, Träger, Fahrwerk und Tank auf einmal. Von vorn wirkt der Skycrane schmal und verliert seinen Charakter.
Last oder Wasser mitnehmen
Ein Bauteil am Haken oder der Schnorchel im Wasser erzählt, wofür der Typ gebaut ist. Lass im Bildausschnitt genug Platz nach unten.
Abstand halten
Bei Löscheinsätzen haben Einsatzkräfte Vorrang. Fotografier aus sicherer Entfernung und blockiere keine Zufahrten oder Wasserentnahmestellen.
Grundlagen zu Verschlusszeiten bei Rotoren findest du im Guide Propeller fotografieren: die richtige Verschlusszeit, allgemeine Tipps im Beitrag Hubschrauber spotten. Wie besonders eine Skycrane-Sichtung in Europa ist, kannst du mit dem Beitrag Wie selten ist meine Sichtung? einordnen.
Bereit für deine Skycrane-Session?
- Ich halte mich von Brand- und Einsatzstellen fern.
- Ich stehe auf öffentlichem Grund und blockiere keine Rettungswege.
- Meine Verschlusszeit ist lang genug für den Sechsblattrotor.
- Ich fotografiere auch die Nase mit dem Spitznamen.
- Ich habe die aktuelle Lage und lokale Regeln vorher geprüft.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für den S-64, wenn …
- unter dem Rumpfträger freier Raum oder ein großer Tank zu sehen ist
- die Cockpitgondel deutlich abgesetzt ganz vorn sitzt
- lange, gespreizte Fahrwerksbeine den Hubschrauber wie auf Stelzen stehen lassen
- ein Sechsblattrotor und zwei Turbinen oben auf dem Träger sitzen
Sieh genauer hin, wenn …
- ein großer Hubschrauber einen Löschbehälter am Seil trägt – das machen auch CH-53, Super Puma oder Mi-8
- der Rumpf zwar schlank wirkt, aber eine geschlossene Kabine mit Fenstern hat
Einen Rundumblick über Drehflügler bietet der Guide Hubschraubertypen erkennen. Weitere Typen aus dem Hause Sikorsky findest du beim UH-60 Black Hawk und beim S-92; Sikorsky selbst gehört seit 2015 zu Lockheed Martin.
Fazit
Der S-64 ist der vielleicht eigenwilligste Hubschrauber, der heute noch im Einsatz ist: ein fliegendes Gerüst mit Rotor, gebaut für Lasten, die in keinen Laderaum passen. Vom CH-54 in Vietnam über Baustellen in Nordamerika bis zu Waldbränden in Kalifornien, Griechenland und Australien hat er eine erstaunliche Karriere hinter sich. Die Bestimmung ist leicht – die Sichtung umso schwerer, denn in Mitteleuropa fliegt er kaum.
Kurzfazit
Freier Raum unter dem Rumpfträger, abgesetzte Cockpitgondel, Stelzenfahrwerk und Sechsblattrotor: Das ist der Skycrane. Fliegend erwischst du ihn am ehesten in der Waldbrandsaison in Südeuropa oder im Westen der USA, sicher im Museum in Tucson oder Hermeskeil.
Zusammenfassung
- Sikorsky entwickelte den S-64 Skycrane aus dem kolbenmotorgetriebenen S-60 der späten 1950er-Jahre. Der erste von drei Prototypen flog am 9. Mai 1962.
- Die US Army bestellte den Typ als CH-54 Tarhe und setzte ihn in Vietnam zum Transport von Geschützen, Fahrzeugen und zur Bergung von über 380 abgeschossenen Flugzeugen ein.
- Erickson kaufte Ende 1971 seine ersten S-64, übernahm 1992 Typzertifikat und Fertigungsrechte von Sikorsky und machte die Air-Crane mit einem Löschtank von rund 10.000 Litern zum Symbol der Waldbrandbekämpfung.
- Im April 2024 übernahm Helicopter Express Ericksons S-64-Flotte samt Flugbetrieb; Erickson bleibt Hersteller und Wartungsbetrieb des Typs.
Häufige Fragen
Welchen ICAO-Typcode hat der S-64 Skycrane?
Der Typ läuft unter S64. Der Code gilt sowohl für den zivilen Sikorsky S-64 und die Erickson Air-Crane als auch für den militärischen CH-54 Tarhe. Die Klassifizierung lautet H2T, also Hubschrauber mit zwei Turbinen.
Was ist der Unterschied zwischen Skycrane und Air-Crane?
„Skycrane“ ist Sikorskys ursprünglicher Name für den S-64. Als Erickson 1992 Typzertifikat und Fertigungsrechte übernahm, wurde daraus die S-64 Air-Crane. Technisch ist es derselbe Grundtyp, die Erickson-Maschinen wurden aber über die Jahre stark modernisiert.
Was unterscheidet S-64E und S-64F?
Der S-64E geht auf den CH-54A zurück, der S-64F auf den stärkeren CH-54B. Die F-Version hat leistungsstärkere Triebwerke und trägt laut Erickson rund 11,3 Tonnen Außenlast statt rund 9,1 Tonnen beim S-64E.
Wie viel Wasser fasst der Tank einer Air-Crane?
Der fest eingebaute Tank fasst rund 10.000 Liter (2.650 US-Gallonen). Über einen Schnorchel mit rund 46 Zentimetern Durchmesser saugt die Air-Crane im Schwebeflug Wasser aus Seen, Becken oder – mit dem passenden Schnorchel – aus dem Meer. Ein voller Tank ist laut gängigen Angaben in rund 45 Sekunden befüllt.
Gibt es den S-64 in Deutschland?
Im regulären Betrieb nicht. Historisch erprobte die Bundeswehr zwei Prototypen, und der Weser-Flugzeugbau arbeitete mit dem Typ. Heute siehst du ihn hierzulande am ehesten im Museum – unsere Seite zur Flugausstellung Hermeskeil führt einen Skycrane im Bestand.
Was hat der CH-54 mit dem S-64 zu tun?
Der CH-54 Tarhe ist die militärische Version des S-64 für die US Army. Viele heutige zivile S-64E und S-64F sind umgebaute, ehemalige CH-54A und CH-54B.
Sikorsky S-64 Skycrane / Erickson S-64 Air-Crane sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
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