Das Wichtigste in Kürze
- Die F-111 ist historisch: Die USAF hat die letzten Jagdbomber 1996 ausgemustert, die EF-111A Raven 1998, Australien seine F-111C im Dezember 2010.
- Erkennungsmerkmal Nummer eins: Schwenkflügel plus zwei Sitze nebeneinander – diese Kombination hatte sonst kaum ein Kampfjet.
- England war F-111-Land: F-111F des 48. Geschwaders in Lakenheath, F-111E und EF-111A des 20. Geschwaders in Upper Heyford.
- Bekanntester Einsatz von England aus: der Angriff auf Libyen im April 1986, bei dem F-111 aus Lakenheath und EF-111A aus Upper Heyford beteiligt waren.
- Heute siehst du die Aardvark nur noch im Museum, unter anderem in Duxford, Cosford, Dayton und Tucson.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist die F-111?
- 2.Die Versionen im Überblick
- 3.Woran du die F-111 erkennst
- 4.Die F-111 in England: Lakenheath und Upper Heyford
- 5.Einsätze: Libyen 1986 und der Golfkrieg
- 6.Australien: die letzte Heimat der „Pig“
- 7.Wo du die F-111 heute siehst
- 8.Fototipps für die F-111 im Museum
- 9.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
- 10.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | General Dynamics, Fort Worth (Texas); EF-111A-Umbau durch Grumman |
|---|---|
| Rolle | Schwenkflügel-Jagdbomber und Langstrecken-Angriffsflugzeug, als FB-111A strategischer Bomber, als EF-111A Störflugzeug |
| Erstflug | 21. Dezember 1964 (F-111A) |
| Indienststellung | 1967 bei der US Air Force |
| Gebaut | 563 Flugzeuge von 1964 bis 1976, davon 76 FB-111A |
| Besatzung | 2 (Pilot und Waffensystemoffizier nebeneinander) |
| Triebwerke | 2 × Pratt & Whitney TF30 mit Nachbrenner |
| Flügelpfeilung | 16° bis 72,5° |
| Länge | rund 22,4 m (F-111F) |
| Spannweite | rund 19,2 m ausgeschwenkt, rund 9,7 m angelegt (F-111F) |
| Höhe | rund 5,2 m |
| Max. Startgewicht | rund 45 t (F-111F) |
| Höchstgeschwindigkeit | über Mach 2 in großer Höhe |
| Status | historisch: USAF 1996 (EF-111A 1998), Australien 2010 ausgemustert |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Schwenkflügel: beim Start und Landen weit ausgestreckt, im schnellen Flug eng nach hinten angelegt
- Zwei Sitze nebeneinander unter einer breiten Haube – nicht hintereinander wie bei Tornado oder F-14
- Sehr lange, spitze Nase und ein langer, schlanker Rumpf – die F-111 wirkt deutlich größer als ein typischer Kampfjet
- Ein einzelnes, hohes Seitenleitwerk über zwei dicht nebeneinander liegenden Triebwerken
- Viertelkreisförmige Lufteinläufe seitlich unter der Flügelwurzel
- Hohes, robustes Fahrwerk mit großen Rädern; die EF-111A trägt zusätzlich einen langen Bauch-Radom und einen Behälter auf der Leitwerksspitze
Aktualisiert: Oktober 2026 – Eine lange, spitze Nase, Flügel, die sich im Flug nach hinten falten, und zwei Besatzungsmitglieder, die Schulter an Schulter sitzen: Das ist die General Dynamics F-111. Mehr als zwei Jahrzehnte lang donnerte sie von zwei Plätzen in England aus über Europa, heute ist sie Geschichte. Hier erfährst du, woher der Schwenkflügel-Bomber kommt, woran du ihn erkennst, was in Lakenheath und Upper Heyford passierte und wo du die Aardvark heute noch aus der Nähe siehst.
Die Aardvark in deinen Hangar
Mit Planetrack hältst du jede F-111, die du im Museum entdeckst, mit Foto, Kennung und Ort fest und hakst den Typ in deinem Hangar ab. Die App startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Was ist die F-111?
Die F-111 ist ein zweistrahliges Kampfflugzeug mit Schwenkflügeln, entwickelt und gebaut von General Dynamics in Fort Worth, Texas. Ihre Wurzeln liegen im Programm TFX (Tactical Fighter Experimental) Anfang der 1960er-Jahre. Die Idee dahinter: ein gemeinsames Grundmuster für Air Force und Navy, das bei der Luftwaffe als schneller Tiefangriffsbomber und bei der Marine als trägergestützter Abfangjäger dient. Die Navy-Version F-111B kam allerdings nie über die Erprobung hinaus. Sieben Exemplare wurden fertig, 1968 stieg die Navy aus – ihren Platz übernahm später die Grumman F-14 Tomcat, die das Schwenkflügel-Prinzip weiterführte.
Der Erstflug der F-111A fand am 21. Dezember 1964 statt, 1967 übernahm die US Air Force die ersten Maschinen. Bis 1976 baute General Dynamics 563 Flugzeuge, darunter 76 FB-111A für das Strategic Air Command. Als Antrieb dienten zwei Mantelstromtriebwerke vom Typ TF30 von Pratt & Whitney mit Nachbrenner, die je nach Version unterschiedlich stark ausgelegt waren.
Technisch war die F-111 ein Sprung nach vorn: Schwenkflügel, ein Geländefolgeradar für den Tiefflug bei Nacht und schlechtem Wetter und viel Treibstoff an Bord für große Reichweiten. Die Kehrseite waren hohe Kosten, Gewichtsprobleme und ein holpriger Start. Beim ersten Kampfeinsatz in Vietnam 1968 gingen von sechs entsandten Flugzeugen binnen weniger Wochen drei verloren. Erst mit ausgereiften Versionen wurde die F-111 zu dem Präzisionsbomber, für den sie heute bekannt ist.
Die Flugzeugsparte von General Dynamics in Fort Worth, aus der auch die F-16 Fighting Falcon stammt, ging 1993 an Lockheed. Ihr Erbe liegt heute bei Lockheed Martin.
Die Versionen im Überblick
Für Museumsbesucher und Fotografen lohnt ein Blick auf die Version, denn die Geschichte jeder Maschine hängt eng daran.
| Version | Rolle | Anmerkung |
|---|---|---|
| F-111A | erste Serienversion | 159 Flugzeuge, Basis für die EF-111A |
| F-111B | Abfangjäger für die Navy | 7 Erprobungsflugzeuge, 1968 abgebrochen |
| F-111C | Exportversion für Australien | 24 bestellt, Einsatz bis 2010 |
| F-111D | Version mit modernisierter Avionik | 96 Flugzeuge |
| F-111E | verbesserte Lufteinläufe | 94 Flugzeuge, u. a. in Upper Heyford |
| F-111F | stärkste Triebwerke, Präzisionsbomber | 106 Flugzeuge, u. a. in Lakenheath |
| FB-111A / F-111G | strategischer Bomber, später umgebaut | 76 Flugzeuge |
| EF-111A Raven | Störflugzeug für die elektronische Kampfführung | 42 Umbauten aus F-111A |
Eine britische Version gab es auf dem Papier ebenfalls: Die Royal Air Force bestellte 50 F-111K, stornierte den Auftrag aber im Januar 1968. Zwei teilweise gebaute Maschinen flogen nie als F-111K.
Eine Sonderrolle spielt die EF-111A Raven. Grumman baute dafür 42 F-111A zu Störflugzeugen um, Erstflug war 1977. Die Crews nannten sie „Spark Vark“. Außen erkennst du sie am langen kanuförmigen Radom unter dem Rumpf, in dem die Störsender saßen, und an einem tropfenförmigen Empfängerbehälter auf der Spitze des Seitenleitwerks. Die letzte EF-111A ging im Mai 1998 in den Ruhestand.
Praxis-Tipp: Seriennummer lesen
Am Leitwerk der F-111 steht die USAF-Seriennummer, meist verkürzt. Aus ihr liest du das Beschaffungsjahr ab, also etwa „74“ bei 74-0177. Wie das System funktioniert, erklärt der Beitrag US-Militärkennzeichen.
Woran du die F-111 erkennst
Weil sie nicht mehr fliegt, wirst du die F-111 fast immer am Boden in einer Ausstellung bestimmen. Drei Blicke reichen.
Cockpit ansehen
Pilot und Waffensystemoffizier sitzen nebeneinander unter einer breiten, zweiteiligen Haube. Das ist bei Kampfjets selten und das sicherste Unterscheidungsmerkmal zu Tornado, F-14 und Phantom.
Flügelstellung prüfen
Die Flügel lassen sich zwischen 16 und 72,5 Grad schwenken. In Museen stehen sie oft weit ausgestreckt, manchmal aber auch voll angelegt – dann wirkt die F-111 fast wie ein Pfeil.
Proportionen beachten
Mit gut 22 Metern Länge ist sie größer als die meisten Jagdbomber. Die lange Nase, das einzelne hohe Seitenleitwerk und das hohe Fahrwerk geben ihr den typisch schweren Look.
Ein besonderes Detail ist die Rettungskapsel. Anstelle zweier Schleudersitze trennt sich im Notfall das komplette Cockpit vom Rumpf und schwebt an Fallschirmen zu Boden. Für die Besatzung bedeutete das Schutz vor Wind und Wetter nach dem Aufschlag – für Museumsbesucher eine interessante Fußnote, denn einzelne Kapseln werden separat ausgestellt.
Schnellbestimmung: Welcher Schwenkflügler steht vor dir?
General Dynamics F-111
Sitze nebeneinander, ein hohes Leitwerk und die lange Nase ergeben das Aardvark-Bild. Ein langer Bauch-Radom deutet auf die EF-111A Raven.
Panavia Tornado
Kompakter Schwenkflügler mit Tandemcockpit und großem Leitwerk: Das passt zum Tornado.
Grumman F-14 Tomcat
Zwei Seitenleitwerke und weit auseinanderliegende Triebwerke sprechen für die F-14.
Den großen Schwenkflügel-Bomber der USAF, die Rockwell B-1B Lancer, verwechselst du eher nicht: Sie hat vier Triebwerke und ist um ein Vielfaches größer. Einen Überblick über aktuelle und historische Muster gibt der Beitrag Kampfjets in Europa erkennen.
Die F-111 in England: Lakenheath und Upper Heyford
Für europäische Spotter ist die F-111 untrennbar mit zwei Plätzen in England verbunden. Über mehr als zwei Jahrzehnte waren hier die meisten F-111 außerhalb der USA stationiert.
RAF Upper Heyford: F-111E und EF-111A
Upper Heyford in Oxfordshire war ab 1970 die Heimat des 20th Tactical Fighter Wing. Die ersten beiden F-111E landeten im September 1970, im November 1971 meldete das Geschwader Einsatzbereitschaft. Von Januar 1972 bis Oktober 1993 flog der Verband von hier aus F-111-Einsätze, verteilt auf drei Staffeln.
1983 kam die 42nd Electronic Combat Squadron hinzu, im Februar 1984 trafen die ersten EF-111A Raven ein. Damit standen in Upper Heyford sowohl Bomber als auch Störflugzeuge – eine Kombination, die im April 1986 eine wichtige Rolle spielte.
Die letzten F-111E verließen Upper Heyford am 7. Dezember 1993. Am 30. September 1994 gab die US Air Force den Platz an das britische Verteidigungsministerium zurück. Heute ist ein Teil des Geländes als Wohnsiedlung Heyford Park bebaut, andere Flächen werden gewerblich genutzt. Mehrere gehärtete Flugzeugschutzbauten stehen seit 2010 als Denkmal unter Schutz, und ein 2019 eröffnetes Heritage Centre bietet geführte Touren über das ehemalige Flugfeld an. Wenn du dich für die Geschichte des Kalten Krieges interessierst, ist das ein lohnender Abstecher – aktuelle Termine erfährst du direkt beim Heritage Centre.
RAF Lakenheath: F-111F
In Lakenheath in Suffolk tauschte das 48th Tactical Fighter Wing 1977 seine F-4D Phantom gegen die F-111F. Der Wechsel lief als Teil einer großen Umschichtung von Flugzeugen innerhalb der USAF. Neben mehreren Einsatzstaffeln betrieb das Geschwader eine eigene Ausbildungsstaffel.
Die F-111F war die leistungsstärkste Version mit den kräftigsten TF30-Triebwerken und wurde in Lakenheath zum Präzisionsbomber mit lasergelenkten Waffen. Ab 1992 löste die F-15E Strike Eagle sie ab; die letzte F-111 verließ Lakenheath am 16. Dezember 1992. Heute fliegt das 48th Fighter Wing dort F-15E und F-35A. Die Leitwerkskennung LN ist geblieben – sie stand auch schon auf den F-111F.
Lakenheath ist ein aktiver Militärflugplatz
Wenn du heute rund um Lakenheath fotografierst, bleib auf öffentlichem Grund und halte dich an Schilder und Anweisungen. Was an Militärflugplätzen erlaubt ist, erklärt der Beitrag Militärflugplatz fotografieren: die Regeln.
Einsätze: Libyen 1986 und der Golfkrieg
Der bekannteste Einsatz von England aus war Operation El Dorado Canyon am 14. April 1986. 18 F-111 des 48. Geschwaders aus Lakenheath griffen gemeinsam mit vier EF-111A aus Upper Heyford Ziele in Libyen an. Weil Überflugrechte über mehrere europäische Länder fehlten, mussten die Flugzeuge einen weiten Umweg fliegen: Hin- und Rückflug summierten sich auf rund 10.300 Kilometer und etwa 13 Stunden mit mehreren Luftbetankungen. Eine F-111 ging dabei verloren.
Im Golfkrieg 1991 spielte die F-111F ihre Stärken voll aus. Die 66 eingesetzten F-111F warfen einen Großteil der lasergelenkten Bomben des Krieges ab und gingen gezielt gegen gepanzerte Fahrzeuge vor. Auch F-111E aus Upper Heyford waren am Krieg beteiligt – die Maschine, die heute in Duxford steht, ist ein Veteran von Desert Storm.
Danach ging es schnell: Die FB-111A verschwand Anfang der 1990er-Jahre aus dem Dienst, die Jagdbomber-Versionen folgten bis 1996. Bei der Abschiedsfeier am 27. Juli 1996 machte die Air Force den Spitznamen Aardvark offiziell. Die EF-111A hielt noch bis Mai 1998 durch.
Australien: die letzte Heimat der „Pig“
Australien war der einzige Exportkunde. Die Regierung kündigte die Bestellung von 24 F-111 bereits im Oktober 1963 an, doch strukturelle Probleme verzögerten die Übernahme um Jahre. Erst am 1. Juli 1973 landeten die ersten sechs F-111C auf der RAAF Base Amberley in Queensland. Später ergänzten ehemalige USAF-Maschinen die Flotte, darunter 15 F-111G, die vor allem für die Ausbildung genutzt und 2007 ausgemustert wurden.
Die Australier nannten die F-111 liebevoll „Pig“. Berühmt wurde sie dort für das Dump and Burn: Die Besatzung ließ Treibstoff am Heck ab und entzündete ihn mit dem Nachbrenner, sodass ein langer Feuerschweif hinter dem Flugzeug entstand. Den wohl bekanntesten Auftritt hatte eine F-111C über der Sydney Harbour Bridge bei der Abschlussfeier der Olympischen Spiele 2000.
Am 3. Dezember 2010 endete die Ära mit den letzten Flügen der No. 6 Squadron über Südost-Queensland. Weil die Zellen Asbest enthielten, wurden 23 nicht für Museen ausgewählte F-111C und F-111G im November 2011 auf einer Deponie bei Ipswich vergraben. Einige Exemplare blieben erhalten, etwa im RAAF Museum Point Cook, im Amberley Aviation Heritage Centre und im Queensland Air Museum in Caloundra.
Wo du die F-111 heute siehst
Fliegende F-111 gibt es nicht mehr. Dafür stehen weltweit zahlreiche Exemplare in Museen und auf Militärbasen. Für Spotter aus Deutschland liegen die beiden britischen Museen am nächsten.
| Ort | Exemplar | Hintergrund |
|---|---|---|
| IWM Duxford (England) | F-111E 67-0120 | Flog beim 20. Geschwader in Upper Heyford, Desert-Storm-Veteran, seit 1993 im Museum |
| RAF Museum Cosford (England) | F-111F 74-0177 | Lakenheath-Maschine mit Kennung LN |
| National Museum of the USAF, Dayton (USA) | u. a. F-111A 67-0067 | Große Sammlung zur Geschichte der US Air Force |
| Pima Air & Space Museum, Tucson (USA) | eine F-111 | Große Sammlung mit viel Freigelände in Arizona |
| RAAF Museum Point Cook (Australien) | F-111C und F-111G | Erinnerung an die australische F-111-Ära |
Großbritannien
Im American Air Museum des Imperial War Museum Duxford steht die F-111E 67-0120. Sie flog bis 1993 beim 20. Geschwader in Upper Heyford, war im Golfkrieg im Einsatz und ist eine Leihgabe des US-Luftwaffenmuseums. Wie du am besten hinkommst und wo die guten Fotopositionen liegen, steht auf der Spot-Seite IWM Duxford. Wenn du den Besuch mit einer Flugshow verbinden willst, hilft der Beitrag IWM Duxford und seine Airshows.
Das RAF Museum Cosford in den West Midlands zeigt die F-111F 74-0177 mit der Lakenheath-Kennung LN, zugeordnet der 492. Staffel. Infos zum Besuch findest du auf der Spot-Seite RAF Museum Cosford.
Auf der Basis Lakenheath selbst steht nach verfügbaren Angaben eine F-111F als Ausstellungsstück, sie ist aber nur mit Zugang zur Basis zu sehen.
USA
Das National Museum of the US Air Force in Dayton zeigt die F-111 in seinen Hallen, darunter die F-111A 67-0067. Die Spot-Seite National Museum of the U.S. Air Force hilft bei der Planung. Im Pima Air & Space Museum in Tucson ist ebenfalls eine F-111 ausgestellt; weil dort viele Flugzeuge im Freien stehen, lohnt sich ein Blick auf das Licht; mehr dazu auf der Spot-Seite Pima Air & Space Museum. Die allererste F-111 überhaupt, 63-9766, ist auf der Edwards Air Force Base in Kalifornien erhalten. Warum Arizona auch sonst ein Magnet für Fans ausgemusterter Militärjets ist, erklärt der Beitrag Flugzeugfriedhöfe und Boneyards.
Museumsfunde sammeln
Poste deine F-111-Fotos mit Typ, Seriennummer und Museum, finde Ausstellungen über die Spot-Karte und setz fehlende Exemplare auf deine Wunschliste. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Fototipps für die F-111 im Museum
Ein ausgestellter Jet ist geduldig, aber Hallen haben ihre eigenen Tücken.
Weitwinkel einpacken
Mit über 22 Metern Länge passt die F-111 in engen Hallen kaum aufs Bild. Ein Weitwinkel hilft, verzerrt aber die lange Nase – geh lieber ein paar Schritte zurück, wenn der Platz es zulässt.
Cockpit von vorn
Das Nebeneinander der beiden Sitze ist das Markenzeichen. Eine Frontalaufnahme mit Blick auf die breite Haube erzählt die Besonderheit sofort.
Details sammeln
Seriennummer, Leitwerkskennung, Staffelwappen und Missionsmarkierungen machen aus einem Typfoto eine Geschichte. Fotografier sie einzeln mit.
Licht und Reflexe beachten
In Hallen mischt sich Kunstlicht mit Tageslicht. Weißabgleich manuell setzen und Blitz meiden, damit Lack und Glas nicht spiegeln.
Bei Exemplaren im Freien zählt dagegen der Sonnenstand. Wann das Licht auf der Seite mit der Kennung liegt, kannst du vorab berechnen – wie, zeigt der Guide Sonnenstand planen für deinen Fotospot.
Bereit für deinen F-111-Museumstag?
- Ich habe Öffnungszeiten und Eintritt direkt beim Museum geprüft.
- Ich weiß, in welcher Halle die F-111 steht.
- Ein Weitwinkelobjektiv ist eingepackt.
- Ich habe mir Seriennummer und Geschichte der Maschine vorher angesehen.
- Ich kenne die Fotoregeln des Museums, etwa zu Stativen.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für die F-111, wenn …
- zwei Sitze nebeneinander unter einer breiten Haube liegen
- die Flügel schwenkbar sind und der Rumpf auffällig lang ist
- ein einzelnes hohes Seitenleitwerk über zwei Triebwerken sitzt
- die Nase lang und spitz nach vorn ausläuft
Sieh genauer hin, wenn …
- unter dem Rumpf ein langer Radom sitzt – dann ist es die EF-111A Raven
- die Maschine australische Hoheitszeichen trägt – dann ist es meist eine F-111C oder F-111G
- ein Zweisitzer mit festem Flügel daneben steht – denk an die F-4 Phantom II
Es ist keine F-111, wenn …
- die beiden Besatzungsmitglieder hintereinander sitzen
- zwei Seitenleitwerke nebeneinander stehen
- vier Triebwerke unter dem Rumpf hängen
- nur ein Triebwerk im Heck sitzt
Willst du die Geschichte einzelner Maschinen tiefer recherchieren, helfen Militär-Datenbanken wie Scramble. Und wer Militärjets lieber in der Luft erlebt, findet beim Royal International Air Tattoo in Fairford die Nachfolger der F-111 im Flug.
Fazit
Die F-111 war ein ehrgeiziges, teures und anfangs umstrittenes Projekt, das am Ende zu einem der wirkungsvollsten Angriffsflugzeuge seiner Zeit wurde. Schwenkflügel, Sitze nebeneinander und die lange Nase machen sie unverwechselbar. Für Spotter in Europa bleibt sie vor allem mit Lakenheath und Upper Heyford verbunden, wo sie von 1970 bis 1993 den Himmel prägte. Heute begegnest du ihr nur noch im Museum – in Duxford und Cosford sogar mit echter England-Vergangenheit.
Kurzfazit
Schwenkflügel, Sitze Seite an Seite, Rettungskapsel und lange Nase: Das ist die General Dynamics F-111. Sie fliegt seit 2010 nirgends mehr, doch in Duxford und Cosford stehen zwei Exemplare, die einst in Upper Heyford und Lakenheath zu Hause waren.
Zusammenfassung
- Die F-111 ging aus dem TFX-Programm hervor, flog erstmals am 21. Dezember 1964 und war ab 1967 bei der US Air Force im Dienst.
- Bis 1976 entstanden 563 Flugzeuge in mehreren Versionen, dazu kamen 42 Umbauten zum Störflugzeug EF-111A.
- Von 1970 bis 1993 prägten F-111 den Himmel über Ostengland, vor allem rund um RAF Lakenheath und RAF Upper Heyford.
- Australien war der einzige Exportkunde und flog die F-111 bis 2010, bekannt für das spektakuläre „Dump and Burn“.
Häufige Fragen
Warum heißt die F-111 „Aardvark“?
Der Spitzname spielt auf die lange, nach unten gezogene Nase an, die an ein Erdferkel erinnert. Lange war er nur inoffiziell im Umlauf, offiziell übernahm die US Air Force den Namen Aardvark erst bei der Abschiedszeremonie am 27. Juli 1996 – also genau zu dem Zeitpunkt, als die Jagdbomber-Versionen ausgemustert wurden.
Fliegt heute noch irgendwo eine F-111?
Nein. Die USAF hat ihre letzten F-111F 1996 und die EF-111A Raven im Mai 1998 außer Dienst gestellt. Australien flog als letzter Betreiber noch bis zum 3. Dezember 2010. Flugfähige Exemplare gibt es nicht, du findest die F-111 nur noch in Museen und als Denkmal.
Welche F-111 waren in England stationiert?
In RAF Lakenheath flog das 48. Tactical Fighter Wing ab 1977 die F-111F, bis die letzte Maschine im Dezember 1992 abzog. In RAF Upper Heyford war das 20. Tactical Fighter Wing mit der F-111E stationiert; die ersten Maschinen kamen im September 1970, die letzten verließen den Platz im Dezember 1993. Dazu kam ab 1984 die 42. Electronic Combat Squadron mit der EF-111A Raven.
Was ist der Unterschied zwischen F-111 und Tornado?
Beide haben Schwenkflügel und zwei Mann Besatzung. Beim Tornado sitzen die beiden hintereinander, bei der F-111 nebeneinander. Die F-111 ist außerdem deutlich länger und schwerer und hat eine auffällig lange Nase.
Was ist die Rettungskapsel der F-111?
Statt zwei einzelner Schleudersitze hat die F-111 ein Cockpit, das sich im Notfall als Ganzes abtrennt und mit der Besatzung an Fallschirmen zu Boden geht. Einige solcher Kapseln sind heute eigenständig ausgestellt.
Was bedeutet „Dump and Burn“?
Bei Vorführungen ließen australische F-111 Treibstoff aus einem Auslass am Heck ab und zündeten ihn mit dem Nachbrenner. Heraus kam ein langer Feuerschweif hinter dem Flugzeug. Am bekanntesten ist der Überflug über die Sydney Harbour Bridge zum Abschluss der Olympischen Spiele 2000.
Wo kann ich eine F-111 in Großbritannien sehen?
Im American Air Museum des IWM Duxford steht die F-111E 67-0120, die bis 1993 in Upper Heyford flog. Das RAF Museum Cosford zeigt die F-111F 74-0177 mit Lakenheath-Code LN.
General Dynamics F-111 Aardvark sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
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Wo du die General Dynamics F-111 Aardvark siehst
Konkrete Standpunkte mit Betriebsrichtung, Lichtzeiten, Koordinaten und einer ehrlichen Einschätzung, ob sich die Anreise lohnt.
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