Das Wichtigste in Kürze
- Die M-346 Master ist ein zweistrahliger Jettrainer von Leonardo, gebaut für die letzte Ausbildungsstufe vor modernen Kampfjets wie Eurofighter und F-35.
- Schnellster Erkennungsweg: zwei Düsen im Heck, mächtige Vorflügelwurzeln und eine lange Tandemhaube ohne Tiptanks.
- In der italienischen Luftwaffe heißt sie T-346A und fliegt beim 61° Stormo in Lecce-Galatina sowie an der internationalen Flugschule IFTS in Decimomannu.
- Auch deutsche Luftwaffen-Piloten durchlaufen an der IFTS die Phase-IV-Ausbildung auf der M-346.
- Nutzer in Europa und darüber hinaus: Italien, Polen, Griechenland, Israel, Singapur, Katar, Turkmenistan; Österreich hat 2025 die bewaffnete M-346FA bestellt.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist die Leonardo M-346 Master?
- 2.Entstehung: vom Gemeinschaftsprojekt zum Eigengewächs
- 3.Technik im Überblick
- 4.Die Merkmale, die zur Bestimmung reichen
- 5.M-346, Hawk, MB-339 oder T-7?
- 6.Die italienische Luftwaffe und die IFTS
- 7.Wer fliegt die M-346?
- 8.Spotting-Tipps für die M-346
- 9.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
- 10.Einordnung: der Trainer der neuen Generation
- 11.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | Leonardo (ehemals Aermacchi bzw. Alenia Aermacchi), Werk Venegono Superiore |
|---|---|
| Rolle | Fortgeschrittenen- und Lead-in-Trainer; als M-346FA auch leichtes Kampfflugzeug |
| Italienische Bezeichnung | T-346A |
| Erstflug | 15. Juli 2004 (Prototyp) |
| Indienststellung Italien | ab 2015 im Ausbildungsbetrieb |
| Besatzung | 2 (Tandem, hinterer Sitz erhöht) |
| Triebwerke | 2 × Honeywell/ITEC F124-GA-200, je rund 28 kN Schub, ohne Nachbrenner |
| Länge | 11,49 m |
| Spannweite | 9,72 m |
| Höhe | 4,76 m |
| Max. Startgewicht | rund 9,5 t (je nach Quelle 9.500 bis 9.600 kg) |
| Höchstgeschwindigkeit | 1.090 km/h im Horizontalflug (Herstellerangabe) |
| Dienstgipfelhöhe | 13.715 m (45.000 ft) |
| Lastvielfache | +8 g / −3 g |
| Flugsteuerung | Fly-by-Wire, vierfach redundant |
| Außenlaststationen | 5 beim Trainer laut Leonardo, 7 bei der M-346FA |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Zwei Triebwerksdüsen nebeneinander im Heck – bei einem Jettrainer dieser Größe selten
- Große Vorflügelwurzeln (LERX), die sich vom Flügel bis fast zum Cockpit nach vorn ziehen
- Lufteinlässe tief seitlich unter diesen Wurzeln, nicht neben dem Cockpit
- Lange, durchgehende Tandemhaube mit deutlich erhöhtem hinteren Sitz und spitzer, leicht abgesenkter Nase
- Leicht gepfeilter Trapezflügel ohne Tiptanks, ein einzelnes Seitenleitwerk
- In Italien meist grau oder mit auffälligen Schulungsanstrichen und italienischem Rondell, in Polen und Israel mit eigenen Hoheitszeichen
Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein kleiner, grauer Jet zieht im steilen Bogen über den Platz, im Heck glühen zwei Düsen nebeneinander, und unter der langen Haube sitzen zwei Piloten hintereinander. Für einen Kampfjet ist er zu klein, für einen klassischen Trainer zu kraftvoll: Das ist sehr wahrscheinlich eine Leonardo M-346 Master. Auf ihr lernen angehende Eurofighter- und F-35-Piloten aus Italien, Deutschland und weiteren Ländern den letzten Schritt vor dem Kampfflugzeug. Hier erfährst du, wie die M-346 entstanden ist, woran du sie erkennst und wo du sie in Europa vor die Linse bekommst.
M-346 im Hangar
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Was ist die Leonardo M-346 Master?
Die M-346 ist ein zweisitziger, zweistrahliger Jettrainer für die fortgeschrittene Ausbildung von Militärpiloten. Gebaut wird sie im ehemaligen Aermacchi-Werk in Venegono Superiore nördlich von Mailand, das heute zum Konzern Leonardo gehört. Je nach Zeitpunkt der Entwicklung findest du sie deshalb auch als Aermacchi M-346 oder Alenia Aermacchi M-346.
Ihre Aufgabe ist der Feinschliff vor dem Wechsel auf ein Frontflugzeug. In der NATO-Logik ist das die Phase IV, oft auch Lead-in Fighter Training (LIFT) genannt. Leonardo beschreibt die Flugeigenschaften als bewusst nah an modernen Kampfjets wie dem Eurofighter Typhoon und der F-35. Dazu tragen die digitale Fly-by-Wire-Steuerung, ein hohes Schub-Gewicht-Verhältnis und die Fähigkeit bei, auch bei großen Anstellwinkeln kontrollierbar zu bleiben.
Das Cockpit entspricht dem eines modernen Kampfflugzeugs: Head-up-Display, Multifunktionsbildschirme und HOTAS-Bedienung, also wichtige Schalter direkt an Steuerknüppel und Leistungshebel. Laut Leonardo gehören außerdem ein Helmdisplay, Nachtsichtbrillen-Tauglichkeit, Sprachsteuerung und eine Luftbetankungssonde zu den Optionen. Eine Hilfsturbine (APU) erlaubt den Betrieb unabhängig von Bodengeräten.
Entstehung: vom Gemeinschaftsprojekt zum Eigengewächs
Die Geschichte der M-346 beginnt mit einer ungewöhnlichen Partnerschaft. Anfang der 1990er-Jahre taten sich Aermacchi und das russische Konstruktionsbüro Jakowlew zusammen, um einen modernen Trainer zu entwickeln, als Yak/AEM-130 bezeichnet. Unterschiedliche industrielle Vorstellungen führten Ende der 1990er-Jahre zur Trennung. Jakowlew entwickelte daraus die Jak-130 für Russland, Aermacchi baute die Grundauslegung zur M-346 mit westlichen Triebwerken und westlicher Avionik um.
Im Jahr 2000 fiel die Wahl auf das Honeywell/ITEC F124 als Antrieb – dieselbe Triebwerksfamilie, die auch in der tschechischen Aero L-159 ALCA steckt, dort allerdings als einzelnes Triebwerk. Der erste Prototyp wurde 2003 vorgestellt und startete am 15. Juli 2004 zum Erstflug. Im Testprogramm durchbrach ein Prototyp Ende 2008 im Sturzflug die Schallmauer.
Den Namen „Master“ bekam der Jet über einen Online-Wettbewerb. Er spielt auf die Rolle als letzter Lehrmeister vor dem Kampfjet an. Die italienische Luftwaffe stellte 2010 in Venegono die ersten Maschinen ihrer Bestellung vor; die militärische Musterzulassung folgte 2011, ab 2015 lief der reguläre Ausbildungsbetrieb. In Italien heißt der Typ seit 2012 offiziell T-346A.
Die Erprobung verlief nicht ohne Rückschläge: Ein Prototyp ging 2011 auf dem Rückflug von der Dubai Airshow verloren, 2013 stürzte ein Testflugzeug in Ligurien ab. In beiden Fällen konnten sich die Piloten retten.
Technik im Überblick
Die M-346 ist mit gut 11,5 Metern Länge und knapp 9,7 Metern Spannweite ein kompakter Jet. Auffällig ist das Verhältnis von Größe zu Leistung: Zwei Mantelstromtriebwerke ohne Nachbrenner liefern zusammen rund 56 Kilonewton Schub. Je nach Beladung kommt die M-346 damit auf ein Schub-Gewicht-Verhältnis in der Nähe von eins.
Die Fly-by-Wire-Steuerung ist vierfach redundant ausgelegt. Laut Leonardo bleibt der Jet auch bei hohen Anstellwinkeln „sorglos“ steuerbar; Nachschlagewerke nennen Anstellwinkel von bis zu 40 Grad. Eine Rettungsfunktion namens PARS bringt das Flugzeug auf Knopfdruck aus einer ungewöhnlichen Fluglage zurück in den Horizontalflug – eine wertvolle Sicherheitsreserve, wenn Flugschüler die Orientierung verlieren.
Das vielleicht wichtigste Merkmal sieht man von außen nicht: das Embedded Tactical Training System (ETTS). Es simuliert an Bord Radar, Sensoren, Waffen und gegnerische Flugzeuge. So üben Schüler Luftkampf- und Bodenangriffsmissionen, ohne dass echte Gegner in der Luft sein müssen. Über eine Live-Virtual-Constructive-Verbindung lassen sich fliegende Jets, Simulatoren am Boden und computergenerierte Bedrohungen in einer Übung verbinden.
Die Versionen
| Version | Was sie ausmacht |
|---|---|
| M-346 (AJT) | Grundversion als Fortgeschrittenen- und Lead-in-Trainer; laut Leonardo mit fünf Außenlaststationen |
| T-346A | Bezeichnung der italienischen Luftwaffe für ihre M-346 |
| M-346FT | „Fighter Trainer“: Trainer mit erweiterten Einsatzfähigkeiten |
| M-346FA | „Fighter Attack“: bewaffnete Version mit Grifo-Radar und sieben Außenlaststationen |
| M-346 Block 20 | Neuer Fertigungsstandard, unter anderem für Indonesien und eine kanadische Testpilotenschule genannt |
| Bielik / Lavi | Lokale Namen in Polen und Israel |
Trainer oder FA? So schaust du hin
Von außen sehen Trainer und M-346FA sehr ähnlich aus. Hinweise geben Lastträger mit echter Bewaffnung statt Übungsbehältern, eine taktische Tarnlackierung und der Nutzer. Sicher wird es erst mit der Kennung – die schlägst du in einer Militärdatenbank wie Scramble nach.
Die Merkmale, die zur Bestimmung reichen
Unter den Jettrainern Europas fällt die M-346 durch ihre fast schon kampfjetartige Form auf. Drei Blicke genügen meist.
Heck prüfen
Zwei Düsen nebeneinander sind das stärkste Merkmal. Hawk, MB-339, L-39 und L-159 haben nur ein Triebwerk.
Vorflügelwurzeln suchen
Die breiten Verlängerungen an der Flügelwurzel ziehen sich weit nach vorn. Darunter liegen die Lufteinlässe – im Seitenprofil gut zu sehen.
Haube und Flügelspitzen
Lange Tandemhaube mit erhöhtem hinteren Sitz, aber keine Tiptanks an den Flügelspitzen. Das trennt sie sofort von MB-339 und L-39.
Die Hoheitszeichen grenzen weiter ein: das italienische Rondell in Grün-Weiß-Rot, das polnische rot-weiße Schachbrett, der blaue Davidstern Israels oder das griechische Rondell. Bei Maschinen der IFTS kann der Nutzer täuschen, denn dort fliegen Schüler aus mehreren Ländern auf italienischen Jets.
M-346, Hawk, MB-339 oder T-7?
Auf Airshows und bei Übungen stehen oft mehrere Trainer nebeneinander. Der Finder hilft beim Eingrenzen.
Schnellbestimmung: moderner Jettrainer
Leonardo M-346 Master
Zwei Düsen, große Vorflügelwurzeln und ein einzelnes Seitenleitwerk passen zur M-346. Prüf noch die Hoheitszeichen – in Russland fliegt mit der Jak-130 eine sehr ähnlich ausgelegte Verwandte.
BAE Systems Hawk
Ein Triebwerk, leicht gepfeilter Flügel ohne Tiptanks und kleine Einlässe: Das ist eher die Hawk.
Aermacchi MB-339
Ein Triebwerk und Tanks an den Flügelspitzen sprechen für die MB-339, den Vorgänger der M-346 in Italien.
Boeing T-7A Red Hawk
Zwei schräge Seitenleitwerke und ein einzelnes Triebwerk passen zur T-7A, dem neuen US-Trainer.
Der Alpha Jet hat zwar ebenfalls zwei Triebwerke, aber einen hoch angesetzten, stark gepfeilten Flügel und eine ältere, kantigere Form. Und der Turboprop-Trainer Pilatus PC-21 steht in vielen Ausbildungssystemen eine Stufe vor der M-346 – mit seinem Propeller ist er kaum zu verwechseln. Einen breiteren Überblick über Militärjets bietet Kampfjets in Europa erkennen.
Die italienische Luftwaffe und die IFTS
Hauptnutzer ist die Aeronautica Militare. Ihre T-346A fliegen beim 61° Stormo auf dem Fliegerhorst Lecce-Galatina in Apulien, dem traditionellen Zentrum der italienischen Jetausbildung. Dort lernen Schüler zunächst auf leichteren Jets, bevor sie auf der T-346A in die Lead-in-Phase wechseln. Die älteren MB-339 werden an der Schule schrittweise durch den einstrahligen Trainer M-345 ersetzt.
Eine Besonderheit ist die International Flight Training School (IFTS). Leonardo und die italienische Luftwaffe gaben sie 2018 auf der Farnborough Airshow bekannt; sie startete in Galatina und zog später auf den Fliegerhorst Decimomannu auf Sardinien. Dort entstand ein eigener Campus mit Simulatoren, Hörsälen und Unterkünften. Die Flotte umfasst laut Übersichten 22 M-346, die meisten davon im Besitz der Luftwaffe, vier hat Leonardo direkt bereitgestellt.
Zu den ersten ausländischen Kunden zählten Katar und Deutschland. Die deutsche Luftwaffe schickt angehende Kampfpiloten zur Phase-IV-Ausbildung nach Italien, später kamen unter anderem Japan und die britische Royal Air Force hinzu. Für deutsche Spotter ist das eine schöne Verbindung: Wer heute einen jungen Eurofighter-Piloten im Cockpit sieht, hat gute Chancen, dass er auf einer M-346 seinen Feinschliff bekommen hat. Wo du den Eurofighter in Deutschland erlebst, steht im Guide Eurofighter in Deutschland spotten.
Frecce Tricolori
Im September 2024 stellte die italienische Luftwaffe die M-346 als neues Flugzeug ihrer Kunstflugstaffel vor. Die Frecce Tricolori fliegen seit Anfang der 1980er-Jahre die MB-339 in der Version PAN, der Wechsel auf die zweistrahlige M-346 ist der größte Umbruch seit Jahrzehnten. Der Übergang zieht sich über mehrere Jahre; welche Jets bei einer bestimmten Show fliegen, entnimmst du dem aktuellen Programm. Mehr zur Staffel und ihrer Heimatbasis Rivolto findest du im Beitrag Frecce Tricolori.
Keine M-346 verpassen
Setz die M-346 oder einzelne Kennungen auf deine Wunschliste und lass dich per Sichtungs-Alarm benachrichtigen, wenn sie an deinem Flughafen anfliegen. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Wer fliegt die M-346?
Die Übersicht fasst die bekannten Nutzer zusammen. Stückzahlen stammen aus öffentlich zugänglichen Übersichten und können sich durch Nachbestellungen und Verluste ändern. Nach diesen Angaben waren bis Herbst 2025 gut 100 Maschinen ausgeliefert.
| Nutzer | Stand Oktober 2026, soweit bekannt |
|---|---|
| Italien | Hauptnutzer als T-346A: Schulbetrieb in Lecce-Galatina, IFTS in Decimomannu, Umstieg der Frecce Tricolori |
| Israel | 30 Maschinen als „Lavi“, ausgeliefert 2014 bis 2016, Basis Hatzerim |
| Polen | 16 Maschinen als „Bielik“, Ausbildung in Dęblin; ein Verlust 2024 |
| Singapur | 12 Maschinen, stationiert im französischen Cazaux |
| Griechenland | 10 Maschinen seit 2023 für ein gemeinsames Ausbildungszentrum mit Elbit Systems |
| Katar | 6 Maschinen |
| Turkmenistan | 6 Maschinen |
| Österreich | 12 M-346FA bestellt (Kaufabschluss November 2025), Auslieferung Ende der 2020er-Jahre vorgesehen |
| Weitere Bestellungen | u. a. Nigeria (M-346FA), dazu Berichte über Block-20-Aufträge aus Indonesien und von der Testpilotenschule ITPS in Kanada |
Polen
Die polnische Luftwaffe nennt ihre M-346 Bielik, nach dem Seeadler. Der erste Vertrag wurde 2014 unterzeichnet, die letzte der 16 Maschinen kam Ende 2022. Im Juli 2024 verunglückte ein Bielik bei einem Übungsflug für eine Vorführung zum Jubiläum der polnischen Luftwaffe in Gdynia; der Pilot kam ums Leben.
Singapur
Singapur bildet seine Jetpiloten aus Platzgründen im Ausland aus. Die M-346 der Republic of Singapore Air Force sind deshalb auf dem französischen Luftwaffenstützpunkt Cazaux südwestlich von Bordeaux stationiert – ein ungewöhnlicher Anblick mitten in Frankreich.
Österreich
Für Spotter im DACH-Raum besonders spannend: Das österreichische Bundesheer hat sich für die bewaffnete M-346FA entschieden und damit einen Nachfolger für die 2020 ausgemusterten Saab 105 gewählt. Der Kauf wurde laut Berichten im November 2025 abgeschlossen: zwölf Maschinen, dazu Optionen auf zwölf weitere. Bis sie in Österreich fliegen, vergehen noch einige Jahre. Bis dahin ist die AIRPOWER in Zeltweg der beste Ort in Österreich, um ausländische M-346 zu sehen, sofern sie gemeldet sind.
Spotting-Tipps für die M-346
Die M-346 landet selten an zivilen Verkehrsflughäfen. Mit etwas Planung sind die Chancen in Italien aber hoch.
In Italien
Die erste Adresse ist die Umgebung der Schulbasen Lecce-Galatina und Decimomannu. Bei regem Schulbetrieb startet dort an Werktagen eine Rotte nach der anderen. Bleib konsequent auf öffentlichem Grund und informiere dich über lokale Fotoregeln – bei Militärplätzen sind sie oft strenger als an Verkehrsflughäfen. Die Grundlagen stehen im Artikel Militärflugplätze fotografieren: die Regeln.
Nahe Varese, nordöstlich des Flughafens Mailand-Malpensa, liegt das Leonardo-Werk Venegono mit eigener Piste, wo neue Maschinen eingeflogen werden. Ganz in der Nähe von Malpensa zeigt das Museum Volandia die italienische Luftfahrtgeschichte. Wer mehr über die Tradition der Aeronautica Militare erfahren will, plant einen Abstecher ins Museo Storico dell’Aeronautica Militare in Vigna di Valle nördlich von Rom ein.
Airshows
Italienische, polnische und andere M-346 tauchen regelmäßig bei europäischen Flugtagen auf, teils als Solo-Display, teils im Static Display. Gute Gelegenheiten bieten das Royal International Air Tattoo in Fairford oder die AIRPOWER. Welche Veranstaltungen sich lohnen, zeigt die Übersicht Airshows in Europa, und wie du dort scharfe Bilder bekommst, erklärt Airshows fotografieren.
Online verfolgen
Schulflüge senden oft nur eingeschränkte oder gar keine Positionsdaten. Welche Wege es trotzdem gibt, Verlegungen und Übungsflüge zu erkennen, beschreibt der Guide Militärflugzeuge online verfolgen.
Bereit für deine M-346-Tour?
- Ich habe geprüft, ob an der Basis Flugbetrieb stattfindet – Feiertage und Ferien eingerechnet.
- Ich kenne die Fotoregeln vor Ort und bleibe außerhalb militärischer Sperrbereiche.
- Ich habe die Startrichtung anhand des Windes abgeschätzt.
- Brennweite passt – die M-346 ist klein, ich brauche eher mehr Tele.
- Kurze Verschlusszeit und Serienbild sind eingestellt.
Fototipps
Mehr Brennweite einplanen
Mit knapp 11,5 Metern Länge und unter 10 Metern Spannweite ist die M-346 ein kleines Motiv. Für formatfüllende Bilder brauchst du deutlich mehr Tele als an einem Verkehrsflughafen.
Dreiviertelansicht von oben
Die großen Vorflügelwurzeln zeigen sich am besten, wenn der Jet sich in eine Kurve legt. Die Oberseite in einer Steilkurve ist das typische M-346-Motiv.
Wasserdampf bei Feuchtigkeit
Bei hoher Luftfeuchtigkeit bilden sich über den Vorflügelwurzeln oft Kondensschleier. Bei Vorführungen in Küstennähe lohnt es sich, darauf zu achten.
Licht planen
Graue Lackierungen wirken bei Gegenlicht schnell flau. Mit der Sonne im Rücken bleibt die Zeichnung erhalten.
Mit Planetrack prüfst du dafür den Sonnenstand-Planer am Spot sowie Wetter, Wind und Pistenrichtung am Flughafen – so weißt du, wo du dich hinstellst.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für die M-346, wenn …
- zwei Düsen nebeneinander im Heck sitzen
- große Vorflügelwurzeln bis fast zum Cockpit reichen
- eine lange Tandemhaube ohne Tiptanks zu sehen ist
- italienische, polnische, israelische oder griechische Hoheitszeichen aufgemalt sind
Sieh genauer hin, wenn …
- russische oder andere Hoheitszeichen auftauchen – dann kann es eine Jak-130 sein
- du die Maschine nur frontal oder im Gegenlicht siehst
- Bewaffnung unter den Flügeln hängt – dann könnte es eine M-346FA sein
Es ist keine M-346, wenn …
- nur eine Düse im Heck sitzt
- Tanks an den Flügelspitzen hängen
- der Jet zwei Seitenleitwerke hat
- beim Start ein Nachbrenner aufleuchtet
Einordnung: der Trainer der neuen Generation
Die M-346 steht für einen Wandel in der Pilotenausbildung. Früher flogen Schüler auf einfachen Trainern wie Hawk, Alpha Jet oder L-39 und lernten Radar und Waffeneinsatz erst auf dem teuren Kampfjet. Heute verlagert sich ein großer Teil davon auf den Trainer: Simulierte Sensoren und Gegner im ETTS machen die M-346 zu einem fliegenden Klassenzimmer für Luftkampf. Das spart Flugstunden auf Eurofighter und F-35. In den USA geht die Boeing T-7A Red Hawk einen ähnlichen Weg, in Italien schließt die M-346 die Lücke zwischen M-345 und Frontflugzeug.
Fazit
Die Leonardo M-346 Master ist der Jettrainer, auf dem Europas nächste Generation von Kampfpiloten ihren Feinschliff bekommt – auch Deutsche an der IFTS in Sardinien. Mit zwei Triebwerken, großen Vorflügelwurzeln und Fly-by-Wire wirkt sie selbst fast wie ein kleiner Kampfjet. Für Spotter bleibt sie spannend, weil sich ihr Einsatzgebiet ausweitet: Die Frecce Tricolori stellen auf sie um, Österreich hat die bewaffnete FA-Version bestellt, und weitere Länder kommen hinzu.
Kurzfazit
Zwei Düsen im Heck, große Vorflügelwurzeln, lange Tandemhaube ohne Tiptanks: Das ist die M-346. Die besten Chancen hast du an den italienischen Schulbasen Lecce-Galatina und Decimomannu sowie bei europäischen Airshows – prüf vor der Reise den aktuellen Flugbetrieb.
Zusammenfassung
- Die M-346 geht auf ein italienisch-russisches Gemeinschaftsprojekt mit Jakowlew zurück; nach der Trennung entwickelte Aermacchi sie allein weiter, der Prototyp flog am 15. Juli 2004.
- Fly-by-Wire, hohe Schubkraft und ein eingebautes Taktik-Simulationssystem machen sie zum Sprungbrett auf Kampfjets der neuesten Generation.
- In Europa ist sie vor allem in Italien, Polen und Griechenland zu sehen; Italien bildet an der IFTS auch Piloten anderer Nationen aus.
- Für Spotter lohnen sich die Umgebung der italienischen Schulbasen, Airshows und – mit dem Wechsel der Frecce Tricolori auf die M-346 – auch Kunstflugvorführungen.
Häufige Fragen
Warum heißt die M-346 „Master“?
Der Name stammt aus einem Online-Wettbewerb mit mehreren tausend Vorschlägen. Er funktioniert international und spielt auf die Rolle als letzter Trainer vor dem Kampfjet an – also auf den „Meister“, bei dem Piloten den Feinschliff bekommen.
Was ist der Unterschied zwischen M-346 und T-346A?
Technisch keiner, der sich von außen zeigt. T-346A ist die militärische Bezeichnung der italienischen Luftwaffe für ihre M-346. Polen nennt den Typ Bielik (Seeadler), Israel Lavi.
Ist die M-346 mit der Jak-130 verwandt?
Ja. Aermacchi und das russische Konstruktionsbüro Jakowlew begannen in den 1990er-Jahren ein gemeinsames Trainerprojekt. Ende der 1990er-Jahre trennten sich die Wege: Jakowlew baute daraus die Jak-130, Aermacchi die M-346. Beide teilen die Grundauslegung, unterscheiden sich aber bei Triebwerken, Avionik und Details der Zelle.
Hat die M-346 einen Nachbrenner?
Nein. Die beiden Honeywell/ITEC F124-GA-200 arbeiten ohne Nachbrenner und liefern jeweils rund 28 Kilonewton Schub. Im Horizontalflug nennt Leonardo bis zu 1.090 km/h. Im Testprogramm hat ein Prototyp im Sturzflug die Schallmauer durchbrochen.
Wo werden deutsche Piloten auf der M-346 ausgebildet?
An der International Flight Training School (IFTS), die Leonardo und die italienische Luftwaffe gemeinsam betreiben. Sie begann in Lecce-Galatina und sitzt inzwischen auf dem Fliegerhorst Decimomannu auf Sardinien. Die Luftwaffe gehörte zu den ersten ausländischen Kunden der Phase-IV-Ausbildung.
Kauft Österreich die M-346?
Ja. Österreich hat sich für zwölf Maschinen der bewaffneten Version M-346FA entschieden und den Kauf laut Berichten im November 2025 abgeschlossen, dazu Optionen auf weitere zwölf. Die Auslieferung ist für das Ende der 2020er-Jahre vorgesehen. Wo das Bundesheer sie stationiert, prüfst du zum gegebenen Zeitpunkt am besten aktuell.
Fliegen die Frecce Tricolori schon die M-346?
Die italienische Luftwaffe hat im September 2024 die M-346 als Nachfolger der MB-339PAN für ihre Kunstflugstaffel vorgestellt. Der Übergang zieht sich über mehrere Jahre. Ob bei einer bestimmten Show schon die neuen Jets fliegen, prüfst du am besten im aktuellen Programm.
Leonardo M-346 Master sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Verwandte Flugzeugtypen
Aermacchi MB-339
Lange, abgesenkte Nase, erhöhter Lehrersitz und grün-weiß-roter Rauch: Die Aermacchi MB-339 hat Generationen italienischer Militärpiloten ausgebildet und ist seit 1982 das Flugzeug der Frecce Tricolori.
MilitärAero L-159 ALCA
Spitze Radarnase, Tiptanks, ein einzelnes Strahltriebwerk: Die Aero L-159 ALCA ist Tschechiens leichter Kampfjet aus der L-39-Familie. So erkennst du sie, trennst die Versionen und weißt, wo sie fliegt.
MilitärBAE Systems Hawk
Tief angesetzter Flügel, seitliche Lufteinläufe, ein Triebwerk und eine gestufte Tandemkanzel: Die Hawk ist seit fünf Jahrzehnten der Jettrainer der Royal Air Force, das Flugzeug der Red Arrows und einer der erfolgreichsten Exporttrainer überhaupt.
MilitärBoeing T-7A Red Hawk
Ein Triebwerk, zwei Seitenleitwerke, ein erhöhter Hintersitz: Die T-7A Red Hawk von Boeing und Saab löst die betagte T-38 als Fortgeschrittenen-Trainer der US Air Force ab. So erkennst du sie – und so steht es um das Programm.
MilitärDassault/Dornier Alpha Jet
Hoch angesetzter, gepfeilter Flügel, zwei Triebwerke seitlich am Rumpf, gestufte Tandemkanzel: Der Alpha Jet ist das deutsch-französische Gemeinschaftsprojekt der 1970er-Jahre – bei der Luftwaffe Leichtkampfflugzeug, in Frankreich Trainer und Kunstflug-Ikone.
MilitärAero L-39 Albatros
Spitze Nase, zwei hintereinander gestufte Cockpits, feste Tanks an den Flügelspitzen: Die Aero L-39 Albatros war der Standard-Jettrainer des Warschauer Pakts und ist heute ein Liebling von Kunstflugteams und privaten Jet-Besitzern.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Leonardo
Leonardo aus Rom ist mehr als ein Name auf der Hubschraubertür: Der italienische Konzern baut AW139 und AW169, Jettrainer und Transporter, hält die Hälfte an ATR und fertigt Rumpfteile für Boeing und Airbus. Hier erfährst du, wie du seine Spuren am Flughafen erkennst.
HerstellerHoneywell Aerospace
Der Zulieferer aus Phoenix baut keine Flugzeuge, steckt aber in fast jedem: Hilfsturbinen im Heck von 737 und A320, Glascockpits in Business-Jets, Warnsysteme gegen Bodenberührung und Triebwerke wie TFE731 und HTF7000. Seit Juni 2026 ist Honeywell Aerospace ein eigenständiges Unternehmen.
MuseumMuseo Storico dell'Aeronautica Militare Vigna di Valle
Das Museum der italienischen Luftwaffe liegt am Ufer des Bracciano-Sees nordwestlich von Rom – auf dem Gelände des ältesten Flugplatzes Italiens. In fünf Hangars führt es chronologisch von Luftschiffen und Doppeldeckern über die Schneider-Rennflugzeuge mit dem Weltrekordhalter Macchi MC.72 bis zu Starfighter, Tornado und Eurofighter.
MuseumVolandia – Parco e Museo del Volo
Volandia liegt in den restaurierten Hallen der Caproni-Werke, nur einen Fußweg vom Terminal 1 in Mailand-Malpensa entfernt. Hier steht der Caproni Ca.1 von 1910, Italiens ältestes erhaltenes Flugzeug, dazu rund 100 Luftfahrzeuge vom DC-3 über die frühere Staats-DC-9 bis zum Starfighter und zum Kipprotor AW609.
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