Das Wichtigste in Kürze
- Die MB-339 ist der Nachfolger der MB-326: Aermacchi übernahm deren Zelle, baute aber einen neuen Vorderrumpf mit erhöhtem Lehrersitz.
- Seit 1982 fliegen die Frecce Tricolori die Kunstflugversion MB-339PAN – mit neun Maschinen in Formation plus einem Solisten.
- Schnellster Erkennungsweg: lange, abgesenkte Nase, gestufte Haube und gerader Tiefdecker-Flügel.
- Italien stellt um: Die Grundausbildung ist auf die M-345 gewechselt, die Frecce Tricolori bekommen die M-346 als Nachfolger.
- Exportiert wurde der Typ unter anderem nach Argentinien, Neuseeland, Malaysia, Peru, Nigeria, Eritrea und in die Vereinigten Arabischen Emirate.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist die Aermacchi MB-339?
- 2.Die wichtigsten Versionen
- 3.So erkennst du die MB-339
- 4.MB-339, L-39, Hawk oder Alpha Jet?
- 5.Die MB-339 bei den Frecce Tricolori
- 6.Im Dienst der Aeronautica Militare
- 7.Im Export und im Einsatz
- 8.Wo du die MB-339 heute siehst
- 9.Fototipps für die MB-339
- 10.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
- 11.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | Aermacchi, Varese (Italien) – heute Teil von Leonardo |
|---|---|
| Rolle | Zweisitziger Jettrainer und leichtes Erdkampfflugzeug |
| ICAO-Typcode | M339 |
| Erstflug | 12. August 1976 (Prototyp MB-339X) |
| Indienststellung | 1979 bei der Aeronautica Militare |
| Gebaut | rund 230 Maschinen (Angaben je nach Quelle bis 237) |
| Besatzung | 2 (Schüler vorn, Lehrer hinten erhöht) |
| Triebwerk | 1 × Rolls-Royce Viper 632-43, 17,8 kN Schub |
| Länge | 10,97 m |
| Spannweite | 10,85 m |
| Höhe | 3,96 m |
| Max. Startgewicht | 5.900 kg |
| Höchstgeschwindigkeit | rund 900 km/h |
| Reichweite | rund 1.700 km |
| Nachfolger in Italien | M-345 (Grundausbildung), M-346 (Fortgeschrittene und Frecce Tricolori) |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Lange, deutlich nach unten geneigte Nase – der Rumpfbug wirkt wie abgeknickt und gibt den Blick nach vorn frei
- Stark gestufte Tandemhaube: Der hintere Sitz liegt spürbar höher als der vordere
- Tanks an den Flügelspitzen bei den Trainings- und Exportversionen; die Kunstflugmaschinen der Frecce Tricolori fliegen ohne sie
- Gerader, tief angesetzter Flügel mit kaum sichtbarer Pfeilung
- Ein einzelnes Strahltriebwerk mit Einläufen in den Flügelwurzeln und einer Schubdüse unter dem Leitwerk
- Hohes, leicht gepfeiltes Seitenleitwerk mit kleiner Rückenflosse
Aktualisiert: Oktober 2026 – Neun Jets in enger Formation, ein Solist dazu, und am Ende zieht sich ein riesiges Band aus Grün, Weiß und Rot über den Himmel: Das Bild der Frecce Tricolori kennt fast jeder Airshow-Fan. Das Flugzeug dahinter ist die Aermacchi MB-339, ein zweisitziger Jettrainer aus Varese. Seit Ende der 1970er-Jahre haben auf ihr Generationen italienischer Militärpiloten das Jetfliegen gelernt, dazu kamen Exportkunden von Argentinien bis Malaysia. Hier erfährst du, wie du die MB-339 erkennst, welche Versionen es gibt, welche Rolle sie bei den Frecce Tricolori spielt und wo du sie heute noch siehst.
Deine MB-339 im Hangar
Mit Planetrack hältst du jede MB-339 fest, die du auf einer Airshow, am Fliegerhorst oder im Museum siehst – mit Foto, Kennung und Ort – und hakst den Typ in deinem Hangar ab. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Was ist die Aermacchi MB-339?
Die MB-339 ist ein zweisitziger Jettrainer mit Tandemcockpit, der sich auch als leichtes Erdkampfflugzeug einsetzen lässt. Gebaut hat sie Aermacchi, ein Traditionsunternehmen aus Varese in der Lombardei, das sich über Jahrzehnte einen Namen mit Schulflugzeugen gemacht hat. Heute gehört die frühere Aermacchi zur Flugzeugsparte des Konzerns Leonardo, deshalb findest du den Typ hier unter diesem Hersteller.
Mitte der 1970er-Jahre suchte die italienische Luftwaffe (Aeronautica Militare) einen Ersatz für zwei ältere Muster: den Trainer MB-326 und die Schulversion der Fiat G.91T. Aermacchi prüfte mehrere komplett neue Entwürfe, entschied sich aber für den pragmatischen Weg: Die bewährte Zelle der MB-326 wurde verstärkt und bekam einen völlig neuen Vorderrumpf. Der entscheidende Unterschied: Der hintere Sitz liegt deutlich höher, sodass der Fluglehrer über den Kopf des Schülers hinweg nach vorn schauen kann – besonders bei Landungen und Waffenübungen ein großer Vorteil. Diese Lösung war günstiger als eine Neukonstruktion und erfüllte die Anforderungen. Ausgewählt wurde sie 1975.
Der Prototyp MB-339X flog zum ersten Mal am 12. August 1976. Ab 1979 übernahm die Aeronautica Militare die ersten Flugzeuge. Angetrieben wird die MB-339 von einem Rolls-Royce Viper, einem einfachen Strahltriebwerk mit 17,8 kN Schub in der Grundversion. Insgesamt entstanden rund 230 Maschinen; je nach Quelle schwanken die Angaben leicht, weil Prototypen und Nachbauten unterschiedlich gezählt werden.
Die wichtigsten Versionen
Aus dem Grundmuster entstanden zahlreiche Varianten – viele davon maßgeschneidert für einzelne Exportkunden. Für dich als Spotter sind diese besonders relevant:
| Version | Rolle | Was sie ausmacht |
|---|---|---|
| MB-339A | Grundtrainer | Ursprüngliche Serienversion für Italien, analoge Instrumente |
| MB-339PAN | Kunstflug | Version der Frecce Tricolori mit Rauchgeneratoren, ohne Spitzentanks |
| MB-339K Veltro II | Erdkampf | Einsitzer mit zwei 30-mm-Kanonen, Erstflug 1980, blieb ohne Käufer |
| MB-339C | Trainer | Überarbeitete Avionik, stärkeres Viper-680-Triebwerk, Erstflug 1985 |
| MB-339CB | Trainer | Version für Neuseeland |
| MB-339CD | Fortgeschrittenentrainer | Italienische Digitalversion mit Multifunktionsdisplays und HUD |
| MB-339FD | Export | Exportfassung der CD |
| MB-339NAT | Kunstflug | Version für das Kunstflugteam der Vereinigten Arabischen Emirate |
Die MB-339CD – das „CD“ steht für Completamente Digitale – hat in beiden Cockpits drei farbige Bildschirme und ein Head-up-Display. Damit konnten italienische Flugschüler schon auf dem Trainer mit einem Cockpit arbeiten, das modernen Kampfjets ähnelt. Daneben gab es Länderversionen für Malaysia, Peru, Nigeria und Eritrea, die sich vor allem in Avionik und Ausrüstung unterscheiden.
Eine Kuriosität am Rande: Ende der 1980er-Jahre bewarb sich Aermacchi zusammen mit Lockheed mit der T-Bird II, einer MB-339-Variante, für das US-Ausbildungsprogramm JPATS. Den Zuschlag bekam allerdings ein Turboprop-Trainer auf Basis der Pilatus PC-9, die spätere Beechcraft T-6 Texan II.
So erkennst du die MB-339
Die MB-339 sieht auf den ersten Blick anderen Jettrainern ihrer Generation ähnlich. Mit drei gezielten Blicken bestimmst du sie trotzdem sicher.
Die Nase ansehen
Kaum ein anderer Jettrainer hat eine so lange, deutlich nach unten geneigte Nase. Von der Seite wirkt der Bug fast wie abgeknickt – das verschafft beiden Piloten gute Sicht nach vorn.
Die Haube prüfen
Zwei Sitze hintereinander, der hintere spürbar erhöht. Die Haube ist dadurch stark gestuft und reicht weit nach hinten.
Auf Flügel und Spitzen achten
Gerader, tief angesetzter Flügel. Trainingsversionen tragen meist Tanks an den Flügelspitzen, die Frecce-Maschinen fliegen mit glatten Flügelenden.
Dazu kommen die kleinen Lufteinläufe in den Flügelwurzeln, eine einzelne Schubdüse unter dem Heck und ein hohes Seitenleitwerk. Im Vorbeiflug wirkt die MB-339 schlank und etwas länger als die Aero L-39 Albatros, mit der sie oft verwechselt wird.
Praxis-Tipp: Rauch und Farbe allein reichen nicht
Grün-weiß-roter Rauch heißt nicht automatisch MB-339 – ab dem Wechsel auf die M-346 trägt auch der Nachfolger diese Farben. Notier dir deshalb immer die Militärkennung oder die Nummer am Leitwerk. Erst damit kannst du die Geschichte der Maschine sauber nachverfolgen.
MB-339, L-39, Hawk oder Alpha Jet?
Auf europäischen Airshows begegnen dir die Jettrainer verschiedener Länder oft am selben Tag. Dieser Finder hilft beim Eingrenzen.
Schnellbestimmung: Jettrainer
Aermacchi MB-339
Abgesenkte lange Nase, ein Triebwerk und ein gerader Tiefdecker-Flügel ergeben das typische MB-339-Bild – mit oder ohne Spitzentanks.
Aero L-39 Albatros
Kurze, spitze Nase und halbrunde Einläufe hinter dem Cockpit sprechen für den tschechischen Trainer – mehr auf der Seite zur L-39 Albatros.
BAE Systems Hawk
Gepfeilter Flügel ohne Spitzentanks und Einläufe dicht am Cockpit deuten auf den britischen Trainer der Red Arrows. Details beim BAE Systems Hawk.
Dassault/Dornier Alpha Jet
Zwei Triebwerke und ein hoch angesetzter Flügel – so fliegt die Patrouille de France. Mehr zum Alpha Jet.
Leonardo M-346 Master
Deutlich größer, zweistrahlig und mit modernem Flügel: der Nachfolger der MB-339 in Italien. Mehr zur M-346.
Turboprop-Trainer wie die Pilatus PC-21 oder die PC-7 verraten sich dagegen sofort durch den Propeller. Einen Überblick über alle Kampf- und Trainingsjets, die dir in Europa begegnen, bekommst du im Guide Kampfjets in Europa erkennen.
Die MB-339 bei den Frecce Tricolori
Weltberühmt wurde die MB-339 als Flugzeug der Frecce Tricolori. Die italienische Kunstflugstaffel wurde am 1. März 1961 als 313° Gruppo Addestramento Acrobatico gegründet und ist auf dem Fliegerhorst Rivolto in der Provinz Udine im Nordosten Italiens zu Hause. Offiziell heißt sie Pattuglia Acrobatica Nazionale, kurz PAN – daher auch die Typbezeichnung der Kunstflugversion.
Das Team begann mit der F-86E Sabre und flog ab 1964 die Fiat G.91 PAN. 1982 stieg es auf die MB-339PAN um. Die Kunstflugmaschinen haben Generatoren, die farbigen Rauch erzeugen, und fliegen ohne die Flügelspitzentanks der Trainingsversion. Bei einer Vorführung sind neun Jets in enger Formation plus ein Solist in der Luft – damit zählen die Frecce Tricolori zu den größten Jet-Kunstflugstaffeln. Den Abschluss bildet traditionell die Rauchspur in den italienischen Nationalfarben.
Auch kunstflugtechnisch hat die MB-339 einen Ruf: Die Frecce zeigen mit ihr Figuren wie den Lomcovák, ein taumelndes Überschlagmanöver, das man sonst eher von propellergetriebenen Kunstflugzeugen kennt.
Ramstein 1988
Zur Geschichte der MB-339 gehört auch ihr dunkelstes Kapitel. Am 28. August 1988 stießen bei einem Flugtag auf der Ramstein Air Base in Rheinland-Pfalz drei MB-339 der Frecce Tricolori während einer Figur zusammen. Eine Maschine stürzte brennend in die Zuschauer. Drei Piloten und 67 Zuschauer kamen ums Leben, Hunderte wurden schwer verletzt. Das Unglück veränderte die Sicherheitsregeln für Flugtage in Deutschland nachhaltig – die Hintergründe liest du im Beitrag Flugtagunglück von Ramstein 1988.
Der Wechsel zur M-346
Lange war die M-345 als Nachfolgerin für die Frecce im Gespräch. Am 12. September 2024 präsentierten die italienische Luftwaffe und Leonardo dann aber die M-346 als neues Flugzeug der Staffel, mit einer neuen Lackierung von Pininfarina. Für das Team sind 15 Maschinen in einer eigenen PAN-Ausführung bestellt. Wann genau die letzte MB-339PAN ihre Rauchspur zieht, hängt von den Auslieferungen ab – Stand Oktober 2026 lohnt sich jeder Frecce-Auftritt mit MB-339 umso mehr. Mehr zur Staffel findest du im Beitrag Frecce Tricolori, einen Vergleich mit anderen Teams in der Übersicht Kunstflugstaffeln Europas.
Frecce-Auftritt im Logbuch
Setz die MB-339 auf deine Wunschliste und poste deine Frecce-Bilder mit Typ, Kennung und Airshow-Ort in der Community – beim Foto der Woche hat bunter Rauch gute Karten. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Im Dienst der Aeronautica Militare
Neben dem Kunstflug war die MB-339 jahrzehntelang das Rückgrat der italienischen Jetausbildung. Zentrale Heimat war der 61° Stormo in Galatina in Apulien, wo angehende Militärpiloten auf der Version A ihre Grundausbildung am Jet absolvierten. Die MB-339CD übernahm die nächste Stufe: Auf ihr trainieren Schüler, die für Kampfjets oder ferngesteuerte Luftfahrzeuge ausgewählt wurden. Die Luftwaffe nennt für die CD außerdem eine Nebenrolle in der Abwehr langsamer, tief fliegender Ziele.
Inzwischen läuft der Generationswechsel. Die Grundausbildung hat die M-345 übernommen; laut italienischen Nachschlagewerken wurden die letzten MB-339A im Juni 2025 in Galatina verabschiedet. Für die fortgeschrittene Ausbildung setzt Italien schon länger die M-346 Master ein. Aktiv bleiben vorerst die MB-339CD und die PAN-Maschinen der Frecce Tricolori.
Im Export und im Einsatz
Die MB-339 hat auch außerhalb Italiens Spuren hinterlassen – teils mit echter Einsatzgeschichte.
- Argentinien: Die Marineflieger erhielten 1981 zehn MB-339A. Im Falklandkrieg 1982 waren einige davon in Port Stanley stationiert. Am 21. Mai 1982 griff eine Maschine die britische Landungsflotte an und beschädigte die Fregatte HMS Argonaut leicht; mehrere MB-339 gingen verloren oder wurden von den Briten erbeutet.
- Neuseeland: Die Royal New Zealand Air Force flog von 1991 bis 2002 18 MB-339CB. Neun davon gingen 2012 an den US-Dienstleister Draken International und später an das französische Unternehmen SDTS, das die Jets für Ausbildungs- und Zieldarstellungsaufträge nutzt.
- Vereinigte Arabische Emirate: Das Kunstflugteam Al Fursan fliegt modernisierte MB-339NAT.
- Eritrea: Die eritreische Luftwaffe setzte ihre MB-339CE im Grenzkrieg mit Äthiopien 1998 bis 2000 ein.
- Weitere Nutzer: Malaysia, Peru, Nigeria und Ghana betrieben den Typ ebenfalls; diese Flotten sind inzwischen ausgemustert oder abgestellt.
Für Spotter in Mitteleuropa sind die Exportmaschinen eher Raritäten. Am ehesten begegnen dir die französischen Zivil-MB-339 oder die Emirate-Jets bei internationalen Airshows. Wie du solche Flüge online aufspürst, erklärt der Beitrag Militärflugzeuge online verfolgen.
Wo du die MB-339 heute siehst
| Ort | Chance | Warum |
|---|---|---|
| Airshows mit Frecce Tricolori | hoch | Vorführungen in Italien und im Ausland, solange die MB-339PAN fliegt |
| Italienische Fliegerhorste | mittel | Trainingsbetrieb mit der MB-339CD, Tage der offenen Tür |
| Luftfahrtmuseen in Italien | hoch | Vigna di Valle zeigt den Typ in Frecce-Farben |
| Internationale Airshows | gering bis mittel | Al Fursan oder zivil betriebene Exemplare |
Wer die Frecce Tricolori live sehen will, schaut am besten in den Airshow-Kalender: Das Team tritt jede Saison in Italien und bei ausgewählten Veranstaltungen im Ausland auf. Welche Events sich lohnen, listet Airshows in Europa für Planespotter. Willst du in der Nähe eines Fliegerhorsts fotografieren, lies vorher die Hinweise in Militärflugplätze fotografieren – in Italien gelten an militärischen Anlagen strenge Regeln.
Am Boden bietet das Museo Storico dell’Aeronautica Militare in Vigna di Valle am Braccianosee einen eigenen Bereich zu den italienischen Kunstflugstaffeln, darunter eine MB-339 in Frecce-Farben. Tipps für den Besuch findest du auf der Spot-Seite Vigna di Valle; kombinieren lässt sich das gut mit einem Tag in Rom-Fiumicino. Im Norden zeigt Volandia direkt am Flughafen Mailand-Malpensa die Luftfahrt- und Industriegeschichte der Region, in der Aermacchi zu Hause ist – Infos zum Besuch auf der Spot-Seite Volandia.
Bereit für die Frecce Tricolori?
- Ich habe eine Airshow mit Frecce-Auftritt gefunden und den Termin geprüft.
- Ich weiß, wo die Showline liegt und wo die Sonne zur Display-Zeit steht.
- Meine Brennweite reicht für Formation und Solist.
- Ich plane auch weitwinklige Bilder für die Rauchspuren ein.
- Ich notiere mir die Nummern der Maschinen am Leitwerk.
Fototipps für die MB-339
Kunstflugvorführungen sind schnell und weiträumig. Diese Punkte helfen dir zu besseren Bildern:
Zwei Brennweiten bereithalten
Für den Solisten und enge Passes brauchst du 400 bis 600 mm, für die Formation mit Rauchbahnen eher ein Standardzoom oder sogar Weitwinkel.
Auf den Topside-Pass warten
Wenn die Formation im Kurvenflug die Oberseite zeigt, kommen Lackierung, Haube und Nase am besten zur Geltung.
Licht vorab planen
Ein Display gegen die Sonne frisst Farben. Mit dem Sonnenstand-Planer in Planetrack siehst du vorher, wo die Sonne zur Vorführung steht.
Im Museum Details sammeln
Nahaufnahmen von Nase, Haube und Kennung verraten dir später die Version – und machen dein Hangar-Album komplett.
Wie du Flugvorführungen technisch sauber festhältst, zeigt der Guide Airshows fotografieren.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für die MB-339, wenn …
- die Nase lang und deutlich abgesenkt ist
- die Haube stark gestuft ist
- ein gerader Tiefdecker-Flügel mit einem Triebwerk kombiniert ist
- im Tracking-Dienst M339 als Typ steht
Sieh genauer hin, wenn …
- die Nase kurz und spitz wirkt – dann kann es eine L-39 oder eine ältere MB-326 sein
- die Maschine grün-weiß-roten Rauch zieht, aber auffällig groß ist – vielleicht schon eine M-346
- keine Spitzentanks zu sehen sind – dann ist es meist eine Frecce-Maschine, prüf die Kennung
Es ist keine MB-339, wenn …
- zwei Triebwerke im Rumpf oder in Gondeln stecken
- der Flügel deutlich gepfeilt ist und keine Spitzentanks trägt
- vorn ein Propeller dreht
Fazit
Die Aermacchi MB-339 ist mehr als ein Schulflugzeug: Sie hat die italienische Militärfliegerei über vier Jahrzehnte geprägt, flog in zwei Kriegen und ist seit 1982 das Gesicht der Frecce Tricolori. Lange, abgesenkte Nase, gestufte Haube und gerader Flügel machen sie gut erkennbar, die Kennung liefert die Geschichte dahinter. Weil die M-346 die Kunstflugrolle übernimmt, lohnt sich ein Frecce-Auftritt mit MB-339 jetzt besonders.
Kurzfazit
Lange Hängenase, erhöhter Lehrersitz, ein Triebwerk, gerader Flügel: Das ist die MB-339. Fliegend erlebst du sie vor allem bei den Frecce Tricolori, am Boden in italienischen Museen wie Vigna di Valle.
Zusammenfassung
- Aermacchi entwickelte die MB-339 Mitte der 1970er-Jahre als Ersatz für MB-326 und Fiat G.91T; der Erstflug fand am 12. August 1976 statt, 1979 begann der Dienst in der italienischen Luftwaffe.
- Die wichtigsten Versionen sind der Grundtrainer MB-339A, die Kunstflugversion MB-339PAN und die digitalisierte MB-339CD mit Glascockpit und Head-up-Display.
- Bekannt wurde der Typ vor allem durch die Frecce Tricolori, die ihn seit 1982 fliegen – und tragischerweise durch das Flugtagunglück von Ramstein 1988.
- In Italien hat die M-345 die Version A in der Grundausbildung abgelöst; für die Frecce Tricolori ist die M-346 als Nachfolger bestellt.
Häufige Fragen
Welches Flugzeug fliegen die Frecce Tricolori?
Die italienische Kunstflugstaffel fliegt seit 1982 die MB-339PAN, eine Kunstflugversion des Aermacchi-Trainers mit Rauchgeneratoren. Vorher flog das Team die Fiat G.91 PAN. Als Nachfolger hat die italienische Luftwaffe im September 2024 die Leonardo M-346 vorgestellt. Die ganze Geschichte der Staffel liest du im Beitrag Frecce Tricolori.
Welchen ICAO-Typcode hat die MB-339?
Die MB-339 läuft unter M339. Im Alltag hilft dir der Code vor allem bei Maschinen, die mit ADS-B-Transponder unterwegs sind, etwa zivil betriebenen Exemplaren. Militärische Flüge tauchen in Tracking-Diensten oft gar nicht oder ohne Typangabe auf.
Was bedeutet „PAN“ in MB-339PAN?
PAN steht für Pattuglia Acrobatica Nazionale, die nationale Kunstflugstaffel – also die offizielle Bezeichnung der Frecce Tricolori. Die PAN-Maschinen haben Rauchgeneratoren und fliegen ohne die sonst typischen Flügelspitzentanks.
Was ist der Unterschied zwischen MB-339A und MB-339CD?
Die A ist die ursprüngliche Serienversion mit klassischen Rundinstrumenten. Die CD („Completamente Digitale“) hat in beiden Cockpits drei farbige Multifunktionsdisplays und ein Head-up-Display. Die italienische Luftwaffe nutzt sie für die fortgeschrittene Ausbildung angehender Kampfjet- und Drohnenpiloten.
Fliegt die MB-339 noch?
Ja, Stand Oktober 2026 fliegt sie noch. In Italien sind vor allem die Kunstflugmaschinen der Frecce Tricolori und die MB-339CD aktiv; die Version A wurde laut italienischen Nachschlagewerken im Juni 2025 aus der Grundausbildung verabschiedet. Dazu kommen Nutzer wie die Vereinigten Arabischen Emirate mit ihrem Kunstflugteam Al Fursan sowie ein privater französischer Ausbildungsdienstleister.
Was hatte die MB-339 mit dem Unglück von Ramstein zu tun?
Am 28. August 1988 kollidierten bei einem Flugtag auf der Ramstein Air Base drei MB-339 der Frecce Tricolori. Eine Maschine stürzte in die Zuschauermenge. Drei Piloten und 67 Zuschauer starben, Hunderte wurden schwer verletzt. Was das Unglück für Flugtage in Deutschland bedeutete, steht im Beitrag Flugtagunglück von Ramstein 1988.
War die MB-339 im Falklandkrieg im Einsatz?
Ja. Die argentinischen Marineflieger hatten 1981 zehn MB-339A erhalten, einige davon waren 1982 in Port Stanley stationiert. Am 21. Mai 1982 griff eine Maschine die britische Landungsflotte an und beschädigte die Fregatte HMS Argonaut leicht. Mehrere Exemplare gingen verloren oder fielen den Briten in die Hände.
Aermacchi MB-339 sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
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