Das Wichtigste in Kürze
- Die L-159 ALCA ist Tschechiens leichter Kampfjet: eine stark weiterentwickelte Ableitung der L-39/L-59-Familie mit westlichem Triebwerk, Radar und NATO-Bewaffnung.
- ALCA steht für Advanced Light Combat Aircraft – gedacht für Bodenunterstützung, Luftpolizei gegen langsame Ziele, Aufklärung und Ausbildung.
- Schnellster Erkennungsweg: L-39-Silhouette mit Tiptanks, aber längere Radarnase und mehr Lastträger unter den Flügeln.
- Versionen: L-159A als Einsitzer, L-159T1 und T2 als Doppelsitzer, L-159E als Exportbezeichnung für die Maschinen von Draken International.
- Nutzer: die tschechische Luftwaffe, der Irak und private Aggressor-Anbieter in den USA.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist die Aero L-159 ALCA?
- 2.Entstehung: ein Kampfjet für die neue NATO-Ära
- 3.Technik im Überblick
- 4.Die Merkmale, die zur Bestimmung reichen
- 5.L-159, L-39, M-346 oder Hawk?
- 6.Wer fliegt die L-159?
- 7.Spotting-Tipps für die L-159
- 8.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
- 9.Einordnung: Leichtkampfflugzeuge im Wandel
- 10.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | Aero Vodochody, Vodochody nördlich von Prag (Tschechien) |
|---|---|
| Rolle | Leichtes Unterschall-Kampfflugzeug (L-159A) und Fortgeschrittenentrainer (L-159T) |
| ICAO-Typcode | L159 |
| Erstflug | August 1997 (zweisitziger Prototyp); L-159A: 18. August 1998 |
| Einführung | Auslieferung der ersten L-159A an die tschechische Luftwaffe im Jahr 2000 |
| Gebaute L-159A | 72 |
| Besatzung | 1 (L-159A) oder 2 (L-159T1, T2) |
| Triebwerk | 1 × Honeywell/ITEC F124-GA-100, rund 28 kN Schub, ohne Nachbrenner |
| Länge | 12,72 m |
| Spannweite | 9,54 m (mit Flügelendtanks) |
| Höhe | 4,87 m |
| Leergewicht | 4.350 kg |
| Max. Startgewicht | 8.000 kg |
| Höchstgeschwindigkeit | 936 km/h in Bodennähe (Herstellerangabe) |
| Dienstgipfelhöhe | 13.200 m |
| Außenlaststationen | 7 (eine unter dem Rumpf, je drei unter den Flügeln) |
| Radar | Grifo-L-Pulsdopplerradar in der L-159A; die T1 fliegt ohne Radar |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Lange, spitz zulaufende Nase mit Radar – deutlich gestreckter als bei der L-39 Albatros
- Tanks an den Flügelspitzen, wie bei der L-39, an einem geraden, nicht gepfeilten Flügel
- Zwei halbrunde Lufteinlässe seitlich am Rumpf, direkt hinter dem Cockpit, und eine einzelne Düse im Heck
- L-159A: einsitzige, kurze Cockpithaube; L-159T1 und T2: lange Haube mit zwei Sitzen hintereinander
- Bis zu drei Lastträger unter jedem Flügel plus einer unter dem Rumpf – oft mit Zusatztanks oder Übungsbehältern
- Grau-in-Grau-Tarnung und tschechisches Rondell (blau, weiß, rot) – bei Draken in den USA mit zivilem N-Kennzeichen
Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein kleiner grauer Jet mit Tanks an den Flügelspitzen rollt an, das Triebwerk klingt deutlich ziviler als bei einem Gripen, und beim Abheben fällt die lange, spitze Nase auf. Auf den ersten Blick denkst du an eine L-39 Albatros – doch es sitzt nur ein Pilot drin, und unter den Flügeln hängen auffällig viele Lastträger. Das ist sehr wahrscheinlich eine Aero L-159 ALCA, der leichte Kampfjet der tschechischen Luftwaffe. Hier erfährst du, wie die L-159 entstanden ist, wie du sie von ihrer Verwandtschaft unterscheidest und wo du sie heute noch vor die Linse bekommst.
L-159 im Hangar
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Was ist die Aero L-159 ALCA?
Die L-159 ist ein einstrahliges Unterschall-Kampfflugzeug des tschechischen Herstellers Aero Vodochody, dessen Werk mit eigener Piste nördlich von Prag liegt. ALCA steht für Advanced Light Combat Aircraft. Gemeint ist ein leichtes, vergleichsweise günstiges Flugzeug, das Bodentruppen unterstützt, Aufklärung fliegt, im Luftpolizeidienst langsame Ziele abfängt und zugleich Piloten für moderne Kampfjets ausbildet.
Technisch stammt die L-159 aus der Familie des Strahltrainers L-39 Albatros und dessen Weiterentwicklung L-59. Von der Grundform hat sie den geraden Flügel mit Tiptanks und die seitlichen Lufteinlässe übernommen. Unter der Haut steckt aber fast alles Neue: ein westliches Triebwerk, ein Mehrzweckradar, ein Glascockpit mit Head-up-Display und eine Bewaffnung nach NATO-Standard.
Laut Aero kann die L-159 Luft-Luft- und Luft-Boden-Lenkwaffen sowie lasergelenkte Bomben tragen. Dazu nennt der Hersteller ein Abfangen langsamer Ziele bei Tag und Nacht, den Betrieb von unbefestigten Pisten und eine Lebensdauer der Zelle von bis zu 8.000 Flugstunden.
Entstehung: ein Kampfjet für die neue NATO-Ära
Nach dem Ende des Kalten Kriegs stand die tschechische Luftwaffe vor einem Problem: Ihre Flotte bestand aus sowjetischen Typen, die teuer im Betrieb waren und nicht zu westlichen Standards passten. Ein komplett neues Kampfflugzeug war zu teuer. Aero Vodochody setzte deshalb darauf, die bewährte L-39/L-59-Zelle mit westlicher Technik aufzurüsten; erste Studien gab es Anfang der 1990er-Jahre, die eigentliche Entwicklung lief ab 1994.
Als Erstes entstand auf Basis einer L-59-Zelle ein zweisitziger Prototyp, der im August 1997 zum ersten Mal flog. Bei der Avionik arbeitete Aero mit US-Partnern zusammen, 1998 stieg Boeing als strategischer Partner bei Aero Vodochody ein und zog sich 2004 wieder zurück. Bereits im Juli 1997 hatte die tschechische Regierung 72 einsitzige L-159A bestellt. Der erste Einsitzer startete am 18. August 1998, im Jahr 2000 begann die Auslieferung an die Luftwaffe.
Schnell zeigte sich, dass 72 Flugzeuge mehr waren, als die Luftwaffe benötigte und finanzieren konnte. 2003 wurde die aktive Flotte auf rund zwei Dutzend Maschinen zurückgefahren, der Rest ging ins Lager. Diese eingelagerten L-159A prägen die weitere Geschichte des Typs: Sie wurden zu Doppelsitzern umgebaut, getauscht und ins Ausland verkauft.
Mit der Weiterentwicklung der Zweisitzer T1+ und T2 nahm Aero 2017 die L-159-Fertigung nach langer Pause wieder auf. 2018 stellte der Hersteller zudem auf der Farnborough Airshow eine stärker bewaffnete Kampfvariante unter dem Namen F/A-259 vor, die gemeinsam mit Israel Aerospace Industries entstanden war.
Technik im Überblick
Das Herz der L-159 ist das F124-GA-100, ein Mantelstromtriebwerk von Honeywell und ITEC mit rund 28 Kilonewton Schub. Einen Nachbrenner gibt es nicht. Aero hebt die tauschbaren Triebwerksmodule hervor, dazu eine Hilfsturbine (APU) und Systeme zur Sauerstoff- und Stickstofferzeugung an Bord.
Die einsitzige L-159A trägt das Mehrzweckradar Grifo-L, ein Pulsdopplerradar aus der italienischen Grifo-Familie, die heute zu Leonardo gehört. Im Cockpit sitzen Multifunktionsdisplays, ein Head-up-Display und HOTAS-Bedienung, also Schalter direkt an Steuerknüppel und Leistungshebel. Ein Radarwarnempfänger und Täuschkörperwerfer schützen das Flugzeug, der Schleudersitz ist null-null-fähig, funktioniert also auch am Boden im Stand.
Unter Rumpf und Flügeln gibt es sieben Außenlaststationen. Je nach Quelle und Ausrüstung gehören Kanonenbehälter mit 20 Millimetern, ungelenkte Raketen, Sidewinder-Luft-Luft-Lenkwaffen, Maverick-Lenkflugkörper, Freifall- und lasergelenkte Bomben sowie Zusatztanks zum Repertoire.
Die Versionen
| Version | Sitze | Was sie ausmacht |
|---|---|---|
| L-159A | 1 | Kampfversion mit Grifo-L-Radar; 72 Stück gebaut |
| L-159B | 2 | Zweisitziger Kampftrainer für den Export; Ungarn leaste 2008 bis 2010 ein Exemplar |
| L-159T1 | 2 | Trainer, umgebaut aus eingelagerten L-159A, ohne Radar |
| L-159T1+ | 2 | Weiterentwickelte T1 mit erweiterter Kampffähigkeit |
| L-159T2 | 2 | Kampftrainer, umgebaut aus L-159A, für Tschechien |
| L-159E | 1 | Bezeichnung der ehemals tschechischen L-159A bei Draken International (USA) |
Einsitzer oder Doppelsitzer? So schaust du hin
Achte auf die Cockpithaube. Bei der L-159A ist sie kurz, dahinter beginnt gleich der Rumpfrücken. T1 und T2 haben eine lange Haube mit zwei Sitzen, wobei der hintere erhöht liegt. Ob eine T1 oder T2 vor dir steht, verrät dir am Ende nur die Kennung.
Die Merkmale, die zur Bestimmung reichen
Die L-159 wird in Mitteleuropa vor allem mit ihrer eigenen Verwandtschaft verwechselt. Drei Blicke helfen.
Nase prüfen
Die L-159 hat eine lange, spitz zulaufende Nase mit Radar. Bei der L-39 ist der Bug kürzer und runder. Im Seitenprofil wirkt die L-159 dadurch gestreckter.
Haube zählen
Kurze, einsitzige Haube heißt fast sicher L-159A – die L-39 gibt es nur als Doppelsitzer. Bei einer langen Haube musst du auf Nase und Lastträger achten.
Unter die Flügel schauen
Drei Lastträger pro Flügel plus einer unter dem Rumpf sind typisch für die L-159. Oft hängen dort Zusatztanks, die die Silhouette zusätzlich verändern.
Die Hoheitszeichen grenzen weiter ein: Tschechien zeigt das Rondell mit blauen, weißen und roten Keilen, die Draken-Maschinen in den USA tragen zivile N-Kennzeichen. Einzelne Seriennummern schlägst du am besten in einer Militärdatenbank wie Scramble nach.
L-159, L-39, M-346 oder Hawk?
Gerade auf Airshows stehen mehrere Jettrainer und Leichtkampfflugzeuge nebeneinander. Der Finder hilft beim Eingrenzen.
Schnellbestimmung: leichter Jet mit einem Pilotensitz oder zwei
Aero L-159 ALCA
Tiptanks, spitze Radarnase und ein einzelnes Triebwerk passen zur L-159. Bei nur einem Sitz ist es eine L-159A, sonst prüf die Kennung für T1 oder T2.
Aero L-39 Albatros
Tiptanks mit kurzer Nase und zwei Sitzen: Das ist eher die L-39, der Ahne der L-159.
Leonardo M-346 Master
Zwei Triebwerke und eine deutlich größere, moderne Zelle sprechen für die M-346.
BAE Systems Hawk
Kein Tiptank, leicht gepfeilter Flügel und Einlässe an der Flügelwurzel: Das passt zur Hawk.
Auch der Alpha Jet taucht auf Airshows häufig auf. Er hat aber zwei Triebwerke und einen hoch angesetzten, gepfeilten Flügel – mit der L-159 verwechselst du ihn kaum. Ähnlicher in der Grundidee ist die italienische MB-339: ebenfalls ein Jettrainer mit Tiptanks und einem Triebwerk, aber ohne die spitze Radarnase. Wer sich einen breiten Überblick über europäische Militärjets verschaffen will, startet mit Kampfjets in Europa erkennen.
Wer fliegt die L-159?
Die folgende Übersicht fasst die bekannten Nutzer zusammen. Stückzahlen ändern sich durch Ausmusterungen, Umbauten und Verkäufe; die Angaben sind deshalb bewusst vorsichtig formuliert.
| Nutzer | Status (Stand Oktober 2026, soweit bekannt) |
|---|---|
| Tschechien | Hauptnutzer seit 2000; Flotte aus L-159A und Doppelsitzern, Zukunft wegen F-35-Einführung in Diskussion |
| Irak | Gebrauchte L-159A und T1 seit Ende 2015, Einsätze gegen den IS |
| Draken International (USA) | Ehemals tschechische Maschinen als L-159E für Aggressor-Training, erste Übergabe September 2015 |
| Private Halter in den USA | Einzelne L-159A, die zuvor über einen Tausch nach Spanien gelangt waren |
| Ungarn (historisch) | Ein geleaster Doppelsitzer von 2008 bis 2010 |
Tschechien
Die tschechischen L-159 sind seit Langem auf dem Fliegerhorst Čáslav östlich von Prag zu Hause, wo auch die Gripen des Landes stationiert sind. Laut tschechischen Quellen fliegen die Einsitzer bei einer taktischen Staffel, die Doppelsitzer bei einer Ausbildungsstaffel. Die L-159 übernimmt dabei Aufgaben, für die ein Gripen zu teuer wäre: Ausbildung, Unterstützung von Bodentruppen, Übungsziele und die Abwehr langsamer Luftfahrzeuge.
Mit der Bestellung der F-35A steht die L-159 vor einem Umbruch. Tschechische Berichte sprechen davon, dass nur ein Teil der Flotte modernisiert und etwa bis Mitte der 2030er-Jahre weiterbetrieben wird, während ältere Einsitzer nicht mehr umgerüstet werden. Im Zusammenhang mit dem Ausbau von Čáslav für die F-35 war zudem von einer Verlegung der L-159 nach Náměšť nad Oslavou die Rede. Ob und wann das umgesetzt ist, prüfst du vor einer Tour am besten aktuell.
Seit 2023 wird außerdem öffentlich darüber diskutiert, L-159 an die Ukraine abzugeben. Eine bestätigte Lieferung ist uns bei Redaktionsschluss nicht bekannt.
Irak
Der Irak entschied sich nach längeren Verhandlungen für gebrauchte tschechische Maschinen. Laut Aero umfasste der Vertrag zehn L-159A und zwei T1, die ersten Flugzeuge kamen Ende 2015 an. Ab 2016 setzte die irakische Luftwaffe die Jets gegen den sogenannten Islamischen Staat ein, unter anderem Ende 2016 bei den Kämpfen um Mossul. Danach standen die Maschinen zeitweise am Boden; seit 2022 fliegen sie laut Berichten wieder.
Draken International und weitere US-Halter
Der US-Anbieter Draken International stellt dem amerikanischen Militär Flugzeuge zur Verfügung, die in Übungen den Gegner spielen. 2014 vereinbarte Draken die Übernahme von 21 überzähligen tschechischen L-159, die erste Maschine wurde im September 2015 übergeben. Bei Draken laufen sie als L-159E und tragen US-Zivilkennzeichen. Die L-159 ist dafür gut geeignet: Sie hat ein Radar, ist günstig im Betrieb und kann moderne Bedrohungen im Training simulieren.
Eine Kuriosität sind drei L-159A, die über Spanien in die USA kamen. 2009 tauschte Tschechien mehrere L-159 mit dem Hersteller EADS-CASA gegen Transportflugzeuge vom Typ C-295; die Einsitzer wurden später an einen privaten US-Halter weiterverkauft.
Keine Militär-Seltenheit verpassen
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Spotting-Tipps für die L-159
Die L-159 ist kein Flugzeug, das du zufällig an einem deutschen Verkehrsflughafen siehst. Mit etwas Planung sind die Chancen trotzdem realistisch.
In Tschechien
Die erste Adresse ist die Umgebung des Stützpunkts der tschechischen L-159. Bleib dabei konsequent auf öffentlichem Grund, beachte Sperrschilder und informiere dich über die lokalen Fotoregeln – bei Militäreinrichtungen können sie strenger sein, als du es von zivilen Flughäfen gewohnt bist. Die Grundlagen findest du im Artikel Militärflugplätze fotografieren: die Regeln.
Wer ohnehin in der Region ist, verbindet das gut mit einem Besuch am Flughafen Prag – Tipps dazu im Guide Planespotting in Prag – oder im Luftfahrtmuseum Prag-Kbely, das die Geschichte der tschechoslowakischen und tschechischen Militärfliegerei zeigt. Auch das Aero-Werk in Vodochody liegt nur wenige Kilometer nördlich von Prag, Sichtungen dort sind allerdings Glückssache.
Airshows und Übungen
Tschechische L-159 nehmen regelmäßig an NATO-Übungen und Flugtagen teil. Gute Gelegenheiten bieten Veranstaltungen in Mitteleuropa, etwa die AIRPOWER in Zeltweg, wenn tschechische Teilnehmer gemeldet sind. Welche Airshows sich lohnen, zeigt dir die Übersicht Airshows in Europa. Wie du dort scharfe Bilder bekommst, erklärt Airshows fotografieren.
Online verfolgen
Militärische Jets senden oft keine oder nur eingeschränkte Positionsdaten. Welche Wege es trotzdem gibt, Verlegungen und Übungsflüge zu erkennen, beschreibt der Guide Militärflugzeuge online verfolgen.
Bereit für deine L-159-Tour?
- Ich habe geprüft, wo die L-159 aktuell stationiert ist und ob Flugbetrieb stattfindet.
- Ich kenne die Fotoregeln in Tschechien und bleibe außerhalb militärischer Sperrbereiche.
- Ich habe die Startrichtung anhand des Windes abgeschätzt.
- Brennweite passt – die L-159 ist klein, ich brauche eher mehr Tele.
- Kurze Verschlusszeit und Serienbild sind eingestellt.
Fototipps
Mehr Brennweite einplanen
Mit knapp 13 Metern Länge und rund 9,5 Metern Spannweite ist die L-159 kleiner als ein Gripen. Für formatfüllende Bilder brauchst du deutlich mehr Tele.
Seitenprofil zeigt die Nase
Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal zur L-39 ist die Nase. Im Seitenprofil oder in der Dreiviertelansicht kommt sie am besten zur Geltung.
Bewaffnung festhalten
Behälter und Tanks unter den Flügeln machen jedes Bild individuell. Ein Detailbild der Lastträger erleichtert später auch die Bestimmung.
Licht planen
Graue Tarnung wirkt bei Gegenlicht schnell flau. Mit der Sonne im Rücken bleibt die Zeichnung erhalten.
Mit Planetrack prüfst du dafür den Sonnenstand-Planer am Spot sowie Wetter, Wind und Pistenrichtung am Flughafen – so weißt du, wo du dich hinstellst.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für die L-159, wenn …
- Tiptanks und eine lange, spitze Nase zusammenkommen
- nur ein Pilot unter einer kurzen Haube sitzt
- drei Lastträger unter jedem Flügel hängen
- tschechische Hoheitszeichen oder ein US-Zivilkennzeichen mit grauer Tarnung zu sehen sind
Sieh genauer hin, wenn …
- du einen Doppelsitzer mit Tiptanks siehst – dann kann es auch eine L-39 sein
- die Maschine nur frontal oder im Gegenlicht zu sehen ist
- du nur ein Bild aus großer Entfernung hast
Es ist keine L-159, wenn …
- zwei Triebwerksdüsen im Heck sitzen
- die Flügel deutlich gepfeilt sind und keine Tiptanks tragen
- der Jet Canards oder einen Deltaflügel hat
- ein Nachbrenner beim Start aufleuchtet
Einordnung: Leichtkampfflugzeuge im Wandel
Die L-159 steht für eine Klasse, die lange als Nische galt: leichte, günstige Jets zwischen Trainer und vollwertigem Kampfflugzeug. Vergleichbare Konzepte gibt es mit der Northrop F-5 aus einer früheren Generation oder mit bewaffneten Varianten moderner Trainer wie der M-346. In den USA führt die Air Force für die Pilotenausbildung die neue Boeing T-7A Red Hawk ein. Für Tschechien war die L-159 nach dem Abschied von sowjetischen Typen wie der MiG-21 ein wichtiger Schritt zur NATO-Kompatibilität. Für Aero Vodochody bildete sie das Bindeglied zwischen der klassischen L-39 und modernen westlichen Systemen.
Fazit
Die Aero L-159 ALCA ist ein Stück tschechischer Luftfahrtgeschichte: eine L-39-Zelle mit westlichem Herz, Radar und NATO-Bewaffnung, gebaut in deutlich größerer Stückzahl, als die eigene Luftwaffe am Ende brauchte. Gerade das macht sie spannend, denn so fliegt sie heute nicht nur in Tschechien, sondern auch im Irak und als Übungsgegner in den USA. Mit der Einführung der F-35 in Tschechien ist ihre Zukunft dort offen. Wer sie sehen will, plant die Tour deshalb besser früher als später.
Kurzfazit
Tiptanks, lange spitze Radarnase, ein Triebwerk ohne Nachbrenner und viele Lastträger: Das ist die L-159. Die besten Chancen hast du in Tschechien und bei mitteleuropäischen Airshows – prüf vor der Reise die aktuelle Stationierung.
Zusammenfassung
- Die L-159 entstand in den 1990er-Jahren als Ersatz für sowjetische Kampfjets der tschechischen Luftwaffe; der Erstflug des Prototyps fand im August 1997 statt.
- Gebaut wurden 72 L-159A, doch Tschechien brauchte schon nach wenigen Jahren nur einen Teil davon – überzählige Maschinen gingen in den Irak, in die USA und wurden zu Doppelsitzern umgebaut.
- Von der L-39 unterscheidest du sie an der längeren Radarnase, den zusätzlichen Lastträgern und – beim Einsitzer – an der kurzen Haube.
- Die besten Chancen hast du in Tschechien und bei mitteleuropäischen Airshows; in den USA fliegt sie als „Gegner“ in Luftkampfübungen.
Häufige Fragen
Wofür steht ALCA?
ALCA ist die Abkürzung für Advanced Light Combat Aircraft, also ein fortgeschrittenes leichtes Kampfflugzeug. Der Name beschreibt das Konzept: kein Überschalljäger, sondern ein günstiger, wendiger Jet für Bodenunterstützung, Ausbildung und Luftraumüberwachung gegen langsame Ziele.
Welchen ICAO-Typcode hat die L-159?
Die L-159 läuft unter L159. Bei militärischen Flügen taucht der Code allerdings nur auf, wenn der Transponder entsprechende Daten sendet – das ist längst nicht immer der Fall.
Wie unterscheide ich L-159 und L-39 Albatros?
Beide teilen die Grundform mit geradem Flügel, Tiptanks und seitlichen Einlässen. Die L-159 hat aber eine sichtbar längere, spitzere Nase mit Radar, mehr Lastträger unter den Flügeln und – als L-159A – nur einen Sitz. Die L-39 ist immer ein Doppelsitzer mit kürzerer, rundlicherer Nase.
Hat die L-159 einen Nachbrenner?
Nein. Das Honeywell/ITEC F124-GA-100 ist ein Mantelstromtriebwerk ohne Nachbrenner mit rund 28 Kilonewton Schub. Die L-159 bleibt damit im Unterschallbereich, laut Hersteller bei bis zu 936 km/h in Bodennähe.
Welche Länder fliegen die L-159?
Hauptnutzer ist die tschechische Luftwaffe. Der Irak hat ab 2015 gebrauchte Maschinen erhalten und sie gegen den sogenannten Islamischen Staat eingesetzt. In den USA nutzen private Anbieter wie Draken International die L-159 als Aggressor-Flugzeug. Ungarn hatte von 2008 bis 2010 einen Doppelsitzer geleast.
Was ist die L-159E?
L-159E ist die Bezeichnung für die ehemals tschechischen Maschinen, die Draken International ab 2015 übernommen hat. Sie fliegen mit US-Zivilkennzeichen und spielen in Übungen für Piloten des US-Militärs den Gegner.
Was passiert mit der L-159 in Tschechien?
Tschechien führt die F-35A ein. Nach tschechischen Berichten bleibt ein modernisierter Teil der L-159-Flotte voraussichtlich bis etwa Mitte der 2030er-Jahre im Dienst, ältere Einsitzer dagegen nicht. Endgültige Entscheidungen und Stationierungen können sich ändern – prüf vor einer Reise den aktuellen Stand.
Aero L-159 ALCA sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
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Aero L-39 Albatros
Spitze Nase, zwei hintereinander gestufte Cockpits, feste Tanks an den Flügelspitzen: Die Aero L-39 Albatros war der Standard-Jettrainer des Warschauer Pakts und ist heute ein Liebling von Kunstflugteams und privaten Jet-Besitzern.
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Hoch angesetzter, gepfeilter Flügel, zwei Triebwerke seitlich am Rumpf, gestufte Tandemkanzel: Der Alpha Jet ist das deutsch-französische Gemeinschaftsprojekt der 1970er-Jahre – bei der Luftwaffe Leichtkampfflugzeug, in Frankreich Trainer und Kunstflug-Ikone.
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Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Honeywell Aerospace
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