BAE Systems Hawk

Tief angesetzter Flügel, seitliche Lufteinläufe, ein Triebwerk und eine gestufte Tandemkanzel: Die Hawk ist seit fünf Jahrzehnten der Jettrainer der Royal Air Force, das Flugzeug der Red Arrows und einer der erfolgreichsten Exporttrainer überhaupt.

Auch bekannt als: Hawker Siddeley Hawk · BAe Hawk · HS.1182 · Hawk T1 · Hawk T1A · Hawk T2 · Hawk 128 · Hawk 132 · Hawk 200 · CT-155 Hawk

GroßbritannienBAE Systems / AvroMilitärflugzeugeICAO-Typcode: HAWK14 Min. Lesezeit

1974

Erstflug

1.000+

verkaufte Maschinen

seit 1980

Display-Saisons der Red Arrows

HAWK

ICAO-Typcode

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Hawk ist der Standard-Jettrainer der Royal Air Force: entwickelt von Hawker Siddeley, Erstflug 1974, seit 1976 im Dienst.
  • Schnellster Erkennungsweg: tiefer Flügel, seitliche Lufteinläufe, ein Triebwerk und der gewölbte Rücken über der gestuften Kanzel.
  • Die Red Arrows fliegen die Hawk T1 seit der Saison 1980; nach bisheriger Planung bleibt sie bei der Staffel bis Ende der Saison 2029.
  • Exporterfolg: Über 1.000 Hawks gingen an 18 Betreiber, von Finnland über Indien bis Australien; die US Navy fliegt mit der T-45 Goshawk einen eigenen Ableger.
  • Heute siehst du sie vor allem in Großbritannien: bei den Red Arrows, im Mach Loop und rund um RAF Valley.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist die BAE Systems Hawk?
  2. 2.Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen
  3. 3.Die Generationen: von der T1 zur Hawk 128
  4. 4.Die Hawk bei der Royal Air Force
  5. 5.Die Red Arrows und ihre roten Hawks
  6. 6.Exportnutzer weltweit
  7. 7.Sonderfall T-45 Goshawk
  8. 8.Hawk, Alpha Jet, L-39 oder M-346?
  9. 9.Wo du die Hawk heute siehst
  10. 10.Fototipps für die Hawk
  11. 11.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
  12. 12.Fazit

Steckbrief

HerstellerHawker Siddeley, später British Aerospace, heute BAE Systems
RolleZweisitziger Jettrainer; Export- und Einsitzerversionen auch als leichtes Kampfflugzeug
ICAO-TypcodeHAWK
Erstflug21. August 1974 in Dunsfold (Prototyp XX154, Pilot Duncan Simpson)
Indienststellung RAF1976, Auslieferung der Hawk T1 ab November 1976
HauptversionenT1/T1A (RAF), Exportserien 50, 60, 100 und 120, Hawk 128 (RAF: T2), Einsitzer Hawk 200, US-Navy-Ableger T-45 Goshawk
Verkauftüber 1.000 Maschinen an 18 Betreiber
Triebwerk1 × Rolls-Royce Turbomeca Adour, bei der Hawk 128 Adour Mk 951 mit rund 29 kN
Länge (Hawk 128)12,43 m
Spannweite (Hawk 128)9,94 m
Höhe (Hawk 128)3,98 m
Max. Startgewicht (Hawk 128)rund 9,1 t
Höchstgeschwindigkeitrund Mach 0,84 im Horizontalflug, im Sturzflug bis Mach 1,2
Red Arrowsseit 1979 auf Hawk, erste Display-Saison 1980, Basis RAF Waddington

Erkennungsmerkmale

Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Tief angesetzter, leicht gepfeilter Flügel mit einfachen Flügelspitzen ohne Tanks
  • Ein einzelnes Triebwerk mit einer Schubdüse am Heck, die Lufteinläufe sitzen seitlich am Rumpf vor der Flügelwurzel
  • Gestufte Tandemkanzel mit hoch gesetztem Fluglehrersitz – daraus ergibt sich der typisch gewölbte Rücken
  • Einzelnes, gepfeiltes Seitenleitwerk und ein Höhenleitwerk, das unter dem Seitenleitwerk am Rumpfende sitzt
  • Hawk T2/128: längere, spitzere Nase und Glascockpit; bei der RAF meist glänzend schwarz lackiert
  • Red-Arrows-Hawk T1: knallrot mit weißen Akzenten, unter dem Rumpf ein Behälter für das Rauchsystem

Aktualisiert: Oktober 2026 – Neun rote Jets ziehen in der Diamond-Nine-Formation über den Platz, der Rauch wechselt auf Rot, Weiß und Blau: Wer die Red Arrows gesehen hat, kennt die Hawk. Dabei ist der britische Jettrainer weit mehr als ein Airshow-Star. Seit fast fünf Jahrzehnten lernen RAF-Piloten auf ihm das schnelle Fliegen, und rund um den Globus fliegt er bei Luftwaffen von Finnland bis Australien. Hier erfährst du, wie du die Hawk sicher erkennst, wie sich die Generationen unterscheiden, wer sie fliegt und wo du sie als Spotter vor die Linse bekommst.

Deine Hawk im Hangar

Mit Planetrack hältst du jede Hawk fest, die du auf einer Airshow, im Mach Loop oder im Museum siehst – mit Foto, Kennung und Spot – und hakst den Typ in deinem Hangar ab. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Was ist die BAE Systems Hawk?

Die Hawk ist ein zweisitziger, einstrahliger Unterschall-Jettrainer. Sie schließt die Lücke zwischen der Grundschulung auf Propellerflugzeugen und dem Kampfjet: Formationsflug, Tiefflug, Kunstflug, Navigation und in späteren Versionen auch die Arbeit mit simulierten Sensoren und Waffen. Exportkunden nutzen bewaffnete Versionen zudem als leichtes Kampfflugzeug.

Ihren Ursprung hat sie in einem Problem der Royal Air Force. In den 1960er-Jahren suchte die RAF einen Nachfolger für die kleine Folland Gnat, die als Trainer im Betrieb aufwendig war. Hawker Siddeley begann 1968 auf eigene Rechnung mit Studien, die Leitung hatte Chefkonstrukteur Ralph Hooper. Am 1. Oktober 1971 entschied sich die RAF für den Entwurf HS.1182, im März 1972 folgte der Hauptvertrag über 175 Maschinen.

Diese erste Hawk, XX154, hob am 21. August 1974 in Dunsfold ab, am Steuer saß Hawker-Siddeley-Chefpilot Duncan Simpson. Ab November 1976 lieferte der Hersteller die Hawk T1 an die RAF aus. Hawker Siddeley ging 1977 in British Aerospace auf, 1999 entstand daraus BAE Systems. Angetrieben wird jede Hawk von einem Adour-Mantelstromtriebwerk aus der britisch-französischen Kooperation von Rolls-Royce und Turbomeca, das heute zu Safran gehört.

1974Erstflug von XX154 in Dunsfold
1.000+verkaufte Hawks für 18 Betreiber
HAWKICAO-Typcode in Flugplänen und Tracking-Diensten

Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen

Die Hawk ist klein und auf Airshows schnell. Drei Beobachtungen genügen trotzdem, um sie von anderen Trainern zu trennen.

Flügel unten am Rumpf

Der Flügel sitzt tief und ist leicht gepfeilt, die Spitzen enden ohne Tanks. Damit unterscheidet sich die Hawk sofort vom Alpha Jet mit hohem Flügel und von der L-39 mit festen Spitzentanks.

Ein Triebwerk, zwei Einläufe

Links und rechts am Rumpf, vor der Flügelwurzel, sitzt je ein halbrunder Lufteinlauf. Beide führen zu einem einzigen Adour-Triebwerk, hinten siehst du nur eine Düse.

Gewölbter Rücken

Der Fluglehrer sitzt deutlich höher als der Schüler. Die gestufte Kanzel geht in einen markanten Buckel über, der bis zum Seitenleitwerk ausläuft – im Profil das Hawk-Erkennungszeichen schlechthin.

Dazu kommt das Höhenleitwerk, das tief am Rumpfende unter dem Seitenleitwerk ansetzt. Am Ende bestätigt die Kennung die genaue Maschine: bei der RAF eine Seriennummer aus zwei Buchstaben und drei Ziffern wie XX154, bei Exportkunden das jeweilige nationale System.

Praxis-Tipp für Airshows

Bei Formationsflügen siehst du die Hawk oft von unten. Achte dann auf den tiefen, schlanken Flügel ohne Tanks und die einzelne Düse. Von unten erkennst du außerdem bei den Red Arrows den Rauchbehälter unter dem Rumpf, der bei Ausbildungs-Hawks fehlt.

Die Generationen: von der T1 zur Hawk 128

Hinter dem Namen Hawk steckt eine ganze Familie. BAE hat die Zelle über Jahrzehnte weiterentwickelt und für Exportkunden immer neue Serien aufgelegt, deren Nummern grob die Generation verraten.

Serie Typische Merkmale Beispiele für Nutzer
Hawk T1 / T1A Erste RAF-Generation, analoges Cockpit; T1A mit Bewaffnungsoption RAF, Red Arrows
Hawk 50 Erste Exportserie, Erstflug 17. Mai 1976 Finnland (Mk 51), Kenia, Indonesien
Hawk 60 Stärkeres Triebwerk, mehr Zuladung Schweiz (Mk 66), Saudi-Arabien, VAE, Südkorea
Hawk 100 Zweisitziger Waffentrainer mit modernerer Avionik Kanada (CT-155), Malaysia
Hawk 120 bis 132 Neue Generation mit überarbeitetem Flügel und Rumpf, Glascockpit Südafrika, Australien, RAF (T2), Indien
Hawk 165 bis 167 Aktuelle Exportversionen der neuen Generation Saudi-Arabien, Oman, Katar
Hawk 200 Einsitziges leichtes Kampfflugzeug Indonesien, Malaysia, Oman

Der wichtigste Schnitt liegt zwischen der alten und der neuen Generation. Die Hawk 128 flog am 27. Juli 2005 in Warton erstmals und ging als Hawk T2 an die RAF. Sie hat ein Glascockpit nach dem Vorbild moderner Kampfjets, damit Schüler den Umgang mit Displays, Sensoren und Systemen schon im Trainer lernen. Von außen fällt vor allem die längere, spitzere Nase auf. Die Hawk 128 misst 12,43 Meter in der Länge bei 9,94 Metern Spannweite und wird vom Adour Mk 951 mit rund 29 Kilonewton Schub angetrieben. Im Horizontalflug erreicht sie rund Mach 0,84, im Sturzflug bis Mach 1,2.

Ein Sonderfall ist die Hawk 200: Sie hat nur ein Cockpit und eine Nase, die mehr Platz für Elektronik bietet. Ohne die gestufte Kanzel wirkt sie wie ein kleiner Kampfjet – ein Rätsel für alle, die die Hawk nur als Zweisitzer kennen.

Die Hawk bei der Royal Air Force

Für die RAF war die Hawk über Jahrzehnte das Bindeglied zum Kampfjet. Die T1 übernahm die Fortgeschrittenen-Ausbildung und die Waffenschulung, eine Teilflotte wurde zur T1A umgerüstet, die Sidewinder-Raketen und einen Kanonenbehälter tragen konnte.

Die ganz großen Zeiten der T1 sind vorbei. Im Juli 2021 kündigte das britische Verteidigungsministerium an, alle T1 außerhalb der Red Arrows bis zum 31. März 2022 auszumustern. Die Ausbildung liegt seitdem bei der Hawk T2: Sie fliegt bei der No. 4 Flying Training School in RAF Valley auf Anglesey, aufgeteilt auf die No. IV und die No. XXV (Fighter) Squadron. Die erste T2 kam 2009 zur RAF, die Ausbildung auf dem neuen Muster begann im April 2012. Nach der Grundschulung auf der Beechcraft Texan wechseln die Schüler auf die Hawk, danach geht es zum Eurofighter Typhoon oder zur F-35.

Ein Kuriosum steht in RAF Leeming in Yorkshire: Dort betreiben RAF und katarische Luftwaffe gemeinsam eine Staffel mit Hawk 167, die Katar gehören. Wer in Nordengland unterwegs ist, kann also Hawks in katarischen Farben über britischem Boden sehen.

Stand Oktober 2026: Flugbetrieb im Blick behalten

Am 23. September 2026 stürzte eine Hawk T2 in RAF Valley ab, beide Besatzungsmitglieder retteten sich mit dem Schleudersitz und wurden nur leicht verletzt. Ob und in welchem Umfang die Hawks danach wieder fliegen, solltest du vor einer Reise nach Anglesey oder in den Mach Loop in aktuellen RAF-Meldungen prüfen.

Die Red Arrows und ihre roten Hawks

Am bekanntesten ist die Hawk als Flugzeug des Royal Air Force Aerobatic Team. Im August 1979 übernahmen die Red Arrows ihre erste Hawk und lösten damit die Folland Gnat ab, die erste Display-Saison mit dem neuen Muster flog die Staffel 1980. Seitdem ist die rote Hawk fast ein Synonym für britischen Kunstflug. Neun Maschinen fliegen das Display, eine zehnte reist als Reserve mit. Heimat ist seit Oktober 2022 RAF Waddington in Lincolnshire, zuvor war es lange RAF Scampton.

Die Display-Hawks gehören zur ersten Generation T1 (teils als T1A geführt) und haben ein leistungsgesteigertes Triebwerk. Unter dem Rumpf tragen sie einen Behälter mit Tanks für Diesel und Farbstoff. Dieser Mix wird in den heißen Abgasstrahl gespritzt und erzeugt den weißen, roten oder blauen Rauch. Die Hawk passt gut zu dieser Aufgabe: Sie reagiert präzise, verträgt hohe Lastvielfache und ist als Trainer vergleichsweise einfach zu warten. Ihr Nachteil zeigt sich auf Überseetouren, denn ohne Luftbetankung muss das Team viele Zwischenstopps einplanen.

Nach bisheriger Planung bleibt die Hawk T1 bei den Red Arrows bis zum Ende der Display-Saison 2029 im Einsatz. Den Nachfolger sieht die britische Verteidigungsplanung in einem neuen Jettrainer-System vor; Typ und Zeitplan sind aber noch offen. Für Spotter heißt das: Die nächsten Saisons sind die letzten Gelegenheiten, die roten Hawks live zu sehen. Die ganze Geschichte der Staffel steht im Porträt der Red Arrows, einen Vergleich mit anderen Teams bietet der Überblick über die Kunstflugstaffeln Europas.

Kennungen sammeln statt vergessen

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Exportnutzer weltweit

Kaum ein westlicher Trainer hat sich so gut verkauft. Über 1.000 Hawks gingen an 18 Betreiber; nach Angaben von BAE stehen heute noch rund 650 Maschinen in 16 Ländern im Dienst. Eine Auswahl der wichtigsten Nutzer:

Land Versionen Besonderheiten
Finnland Mk 51, Mk 51A, Mk 66 50 Mk 51 ab 1980, die meisten bei Valmet in Halli montiert; Kunstflugteam Midnight Hawks
Schweiz Mk 66 20 Maschinen von 1990 bis 2002, 18 davon 2007 an Finnland verkauft
Indien Hawk 132 über 100 Maschinen für die Luftwaffe, dazu die Marine; Kunstflugteam Surya Kiran
Saudi-Arabien Hawk 65, 165 große Flotte, Kunstflugteam Saudi Hawks
Australien Hawk 127 bei den No. 76 und No. 79 Squadron als Zubringer zum Kampfjet
Südafrika Hawk 120 bei der 85 Combat Flying School
Kanada CT-155 (Hawk 115) im März 2024 ausgemustert – historisch
USA (Navy) T-45 Goshawk eigener, trägertauglicher Ableger

Finnland ist für europäische Spotter der interessanteste Exportkunde. Die Luftwaffe bestellte im Dezember 1977 insgesamt 50 Hawk Mk 51, von denen 46 bei Valmet in Halli montiert wurden. Später kamen sieben Mk 51A und die 18 gebrauchten Schweizer Mk 66 hinzu. Unmodernisierte Mk 51 schieden zwischen 2011 und 2016 aus, die modernisierten Maschinen sollen nach finnischen Angaben bis in die frühen 2030er-Jahre fliegen. Mit vier Hawks tritt das Team Midnight Hawks auf, Basis ist Tikkakoski bei Jyväskylä.

Die Schweiz ist ein Stück Hawk-Geschichte im deutschsprachigen Raum. Die 20 Hawk Mk 66 der Schweizer Luftwaffe flogen von 1990 bis 2002 in der Pilotenausbildung. Wer Schweizer Militärluftfahrt vertiefen will, findet im Flieger-Flab-Museum Dübendorf die passende Sammlung; welche Exponate gerade zu sehen sind, prüfst du am besten vorab.

Sonderfall T-45 Goshawk

Die US Navy brauchte in den 1980er-Jahren einen Trainer, mit dem angehende Marineflieger auch Landungen auf Flugzeugträgern üben können. McDonnell Douglas und British Aerospace entwickelten dafür aus der Hawk-60-Serie die T-45 Goshawk. Sie bekam ein verstärktes Fahrwerk für harte Trägerlandungen, eine Vorrichtung für den Katapultstart, einen Fanghaken und ein größeres Höhenleitwerk. Statt der Luftbremse unter dem Rumpf hat sie zwei Luftbremsen seitlich am Heck.

Die erste T-45A flog am 16. April 1988, ab 1991 war der Typ einsatzbereit. Bis zur letzten Auslieferung im November 2009 entstanden 221 Maschinen; alle T-45A wurden inzwischen auf den Standard T-45C mit Glascockpit gebracht. Die Goshawks fliegen in Kingsville (Texas), Meridian (Mississippi) und Pensacola (Florida). Für europäische Spotter ist sie eine echte Reiseaufgabe.

Hawk, Alpha Jet, L-39 oder M-346?

Auf Airshows und in Museen stehen oft mehrere Jettrainer nebeneinander. Der Finder hilft dir beim Eingrenzen.

Schnellbestimmung: europäischer Jettrainer

Drei Fragen, eine Einschätzung. Die Kennung bleibt die letzte Instanz.

Wahrscheinlich

BAE Systems Hawk

Tiefer Flügel, seitliche Einläufe und eine einzelne Düse sind das typische Hawk-Bild. Sieh dir jetzt die Nase an: lang und spitz spricht für die T2 oder eine andere Hawk der neuen Generation. Achtung: Die M-346 hat ebenfalls einen tiefen Flügel, aber zwei Triebwerke.

Wahrscheinlich

Dassault/Dornier Alpha Jet

Hoher, gepfeilter Flügel und zwei Triebwerke seitlich am Rumpf sind das Markenzeichen des Alpha Jet, etwa bei der Patrouille de France.

Wahrscheinlich

Aero L-39 Albatros

Fast gerade Flügel mit festen Tanks an den Spitzen und ein einzelnes Triebwerk deuten auf die L-39. Auch die italienische MB-339 trägt Spitzentanks, hat aber einen schlankeren, längeren Rumpf.

Mehr Details findest du auf den Seiten zum Alpha Jet, zur Aero L-39 Albatros, zur Aermacchi MB-339 und zur Leonardo M-346. Eine moderne Konkurrenz aus den USA ist die Boeing T-7A Red Hawk, die trotz ähnlichen Namens nichts mit der britischen Hawk zu tun hat und an ihren zwei Seitenleitwerken sofort auffällt. Einen größeren Bogen über alle Militärjets schlägt der Guide Kampfjets in Europa erkennen.

Wo du die Hawk heute siehst

Fliegend ist die Hawk für deutsche Spotter vor allem eine Sache für Großbritannien und Skandinavien. Drei Gelegenheiten stechen heraus.

Ort Trefferchance Was dich erwartet
Mach Loop in Wales mittel, wetter- und betriebsabhängig Hawk T2 aus RAF Valley im Tiefflug, oft auf Augenhöhe oder von oben
Britische Airshows hoch in der Saison Red Arrows mit Hawk T1, dazu oft Hawk T2 im Static Display
Finnische Flugtage mittel Midnight Hawks und Ausbildungs-Hawks der finnischen Luftwaffe
RAF Museum Cosford Ausstellung RAF-Geschichte von der Gnat bis zu modernen Jets; welche Hawk ausgestellt ist, wechselt

Der Mach Loop ist der spektakulärste Spot: Die Hawks der Flugschule in Valley gehören dort zu den häufigsten Gästen. Den sichersten Blick auf die Red Arrows bekommst du auf großen britischen Shows wie dem Royal International Air Tattoo in Fairford oder der Farnborough Airshow. Welche Veranstaltungen sich sonst lohnen, zeigt der Überblick zu den Airshows in Europa. In London ergänzt das RAF Museum Hendon den Museumsbesuch.

Bereit für deine Hawk-Session?

Hak ab, was du schon erledigt hast.

  • Ich habe eine Airshow mit Red Arrows, einen Flugtag in Finnland oder einen Mach-Loop-Termin gefunden.
  • Ich habe geprüft, ob die Hawks aktuell fliegen.
  • Ich weiß, wo die Vorführlinie liegt und wo die Sonne zur Display-Zeit steht.
  • Ich kenne die Regeln zum Fotografieren an Militärflugplätzen.
  • Akku voll, Speicherkarte frei, Brennweite reicht für kleine, schnelle Jets.

Was du an Militärflugplätzen beachten musst, klärt der Artikel zu den Regeln am Militärflugplatz. Wie du militärische Flüge online mitverfolgst, erklärt Militärflugzeuge online verfolgen.

Fototipps für die Hawk

Die Hawk ist mit knapp zehn Metern Spannweite klein und bei Vorführungen schnell. Ein paar Punkte machen den Unterschied.

Formation als Motiv

Bei den Red Arrows ist die Formation das Bild. Lass etwas Luft um die Gruppe herum, statt einzelne Jets formatfüllend zu jagen – die Diamond Nine wirkt erst als Ganzes.

Kurze Verschlusszeit

Ohne Propeller musst du keine Drehbewegung zeigen. Eine kurze Belichtungszeit friert Jet und Rauch scharf ein, gerade im Mach Loop.

Profil für die Version

Willst du T1 und T2 dokumentieren, brauchst du ein Seitenbild. Nur im Profil siehst du klar, wie lang die Nase ist und wie der Rücken über der Kanzel verläuft.

Schwarze Hawks belichten

Die glänzend schwarzen T2 schlucken Licht und spiegeln zugleich stark. Flaches Licht von der Seite zeigt die Konturen am besten, mittags droht ein schwarzer Fleck mit Reflexen.

Wie du Vorführungen generell planst, steht im Beitrag Airshows fotografieren.

Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt

Es spricht für eine Hawk, wenn …

  • der Flügel tief am Rumpf sitzt und keine Spitzentanks hat
  • du seitliche Lufteinläufe und nur eine Schubdüse siehst
  • über der gestuften Kanzel ein deutlicher Buckel bis zum Leitwerk läuft
  • im Tracking-Dienst HAWK als Typ steht

Sieh genauer hin, wenn …

  • ein Fanghaken am Heck hängt – dann ist es wahrscheinlich eine T-45 Goshawk
  • nur ein Cockpit zu sehen ist – das kann eine Hawk 200 sein
  • du zwei Düsen bei tiefem Flügel siehst – das spricht eher für die M-346

Es ist keine Hawk, wenn …

  • der Flügel hoch am Rumpf sitzt und zwei Triebwerke arbeiten – dann ist es der Alpha Jet
  • an den Flügelspitzen feste Tanks hängen – dann eher L-39 oder MB-339
  • zwei Seitenleitwerke über einer Düse stehen – das ist die T-7A Red Hawk
  • vorn ein Propeller dreht – dann bist du bei PC-21 oder Texan

Ein naher Verwandter im Geiste ist übrigens der Hawker Hunter: ebenfalls aus dem Hause Hawker, aber ein einsitziger Jäger der 1950er-Jahre mit deutlich stärker gepfeiltem Flügel. Auch der Senkrechtstarter Harrier stammt aus derselben Firmenfamilie.

Fazit

Die Hawk ist das Flugzeug, auf dem Generationen britischer Kampfpiloten das schnelle Fliegen gelernt haben, und das Gesicht der Red Arrows. Erkennen kannst du sie am tiefen Flügel, den seitlichen Einläufen, der einzelnen Düse und dem gewölbten Rücken; die Generation verrät die Nase. Mit über 1.000 verkauften Maschinen fliegt sie bis heute auf mehreren Kontinenten. Für dich als Spotter gilt: Die roten T1 der Red Arrows sind nach heutiger Planung nur noch wenige Saisons zu sehen – Großbritannien und Finnland bleiben die besten Ziele.

Kurzfazit

Tiefer Flügel, seitliche Einläufe, eine Düse, gewölbter Rücken: Das ist die Hawk. Kurze Nase heißt erste Generation wie die T1, lange Nase neue Generation wie die T2. Fliegend siehst du sie am sichersten bei den Red Arrows, im Mach Loop und in Finnland.

Zusammenfassung

  • Die RAF suchte in den 1960er-Jahren einen Nachfolger für die Folland Gnat; Hawker Siddeley gewann mit dem Entwurf HS.1182, der Hauptvertrag über 175 Maschinen folgte 1972.
  • Die neue Generation Hawk 128 mit Glascockpit flog 2005 erstmals und bildet bei der RAF als Hawk T2 in RAF Valley angehende Kampfjetpiloten aus.
  • Wichtige Exportnutzer sind unter anderem Finnland, Indien, Saudi-Arabien, Australien und Südafrika; die Schweiz flog die Hawk von 1990 bis 2002.
  • Für deutsche Spotter ist die Hawk vor allem eine Reiseaufgabe: Großbritannien, Finnland und Airshows mit Red Arrows oder Midnight Hawks sind die besten Gelegenheiten.

Häufige Fragen

Ist die Hawk ein Hawker-Siddeley- oder ein BAE-Flugzeug?

Beides, nacheinander. Entwickelt wurde sie bei Hawker Siddeley als HS.1182. 1977 ging Hawker Siddeley in British Aerospace auf, 1999 entstand daraus BAE Systems. Deshalb liest du je nach Baujahr und Quelle „Hawker Siddeley Hawk“, „BAe Hawk“ oder „BAE Systems Hawk“.

Welchen ICAO-Typcode hat die Hawk?

Die Hawk läuft unter HAWK. Militärische Maschinen senden aber nicht immer Positionsdaten oder tauchen in Tracking-Diensten ohne Typangabe auf. Verlass dich deshalb nicht allein auf den Code, sondern auch auf Kennung und Silhouette.

Welche Hawk fliegen die Red Arrows?

Die Hawk T1 der ersten RAF-Generation, in der Literatur oft auch als T1A geführt. Die Display-Maschinen haben ein leistungsgesteigertes Triebwerk und unter dem Rumpf einen Behälter mit Diesel und gefärbtem Diesel, aus dem der weiße, rote und blaue Rauch entsteht.

Wie unterscheide ich Hawk T1 und Hawk T2?

Am besten an der Nase und der Farbe: Die T2 (Hawk 128) hat eine sichtbar längere, spitzere Nase und ist bei der RAF in der Regel glänzend schwarz. Die T1 wirkt kürzer und gedrungener. Rote T1 gehören zu den Red Arrows, die übrigen RAF-T1 wurden bis März 2022 ausgemustert.

Was ist die T-45 Goshawk?

Der Trainer der US Navy, abgeleitet aus der Hawk-60-Serie. McDonnell Douglas und BAE machten daraus ein trägertaugliches Flugzeug mit verstärktem Fahrwerk, Fanghaken und seitlichen Luftbremsen. Der Erstflug war am 16. April 1988, gebaut wurden 221 Maschinen.

Hatte die Schweiz Hawks?

Ja. Die Schweizer Luftwaffe flog von 1990 bis 2002 insgesamt 20 Hawk Mk 66. 2007 kaufte Finnland 18 dieser Maschinen, die dort nach einer Überholung seit den 2010er-Jahren in der Ausbildung fliegen.

Wo sehe ich heute eine Hawk fliegen?

Am sichersten in Großbritannien: bei den Red Arrows auf Airshows, im Tiefflug im Mach Loop in Wales und rund um RAF Valley auf Anglesey. In Finnland fliegt die Luftwaffe die Hawk weiter, auch mit dem Kunstflugteam Midnight Hawks. Prüf vor jeder Tour, ob gerade geflogen wird – nach einem Absturz im September 2026 lohnt der Blick in aktuelle Meldungen besonders.

BAE Systems Hawk sammeln statt nur sehen

Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Früher Zugang, Vorteile zum Start und Mitsprache bei neuen Features.

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Spitze Nase, zwei hintereinander gestufte Cockpits, feste Tanks an den Flügelspitzen: Die Aero L-39 Albatros war der Standard-Jettrainer des Warschauer Pakts und ist heute ein Liebling von Kunstflugteams und privaten Jet-Besitzern.

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Wo du die BAE Systems Hawk siehst

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