Das Wichtigste in Kürze
- Der Dr.I ist der bekannteste Jäger des Ersten Weltkriegs: ein wendiger Dreidecker, den Reinhold Platz 1917 bei Fokker entwarf.
- Der Ruhm stammt von Manfred von Richthofen: Er erzielte seine letzten Luftsiege im Dr.I und starb am 21. April 1918 in der roten 425/17.
- Kurze Karriere: Flügelbrüche, eine Zwangspause im Herbst 1917 und schwache Höhenleistung sorgten dafür, dass schon im Sommer 1918 die Fokker D.VII übernahm.
- Kein Original hat überlebt: Was du heute im Museum oder in der Luft siehst, ist ein Nachbau – oft mit modernem Sternmotor statt Umlaufmotor.
- Erkennungsformel: drei Flügel, Achsflügel über den Rädern, Kommaruder ohne Flosse.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist der Fokker Dr.I?
- 2.Technik: klein, leicht, extrem wendig
- 3.Flügelbrüche und Flugverbot
- 4.Der Rote Baron und andere Asse
- 5.Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen
- 6.Dreidecker, Doppeldecker oder Sopwith?
- 7.Kein Original, aber viele Nachbauten
- 8.Fototipps speziell für den Dr.I
- 9.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
- 10.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | Fokker-Flugzeugwerke, Schwerin (Mecklenburg) |
|---|---|
| Konstrukteur | Reinhold Platz |
| Bauart | Einsitziger Dreidecker mit geschweißtem Stahlrohrrumpf, Holzflügeln und Stoffbespannung, starres Spornradfahrwerk |
| Erstflug | 5. Juli 1917 |
| Fronteinsatz | ab Ende August / September 1917 (Vorserie F.I), in größerer Zahl ab Frühjahr 1918 |
| Stückzahl | rund 320 Serienmaschinen, Fertigung bis Mai 1918 (Angaben schwanken je nach Quelle) |
| Status | historisch – kein Original erhalten; zu sehen sind ausschließlich Nachbauten |
| Triebwerk | 1 × Oberursel Ur.II, 9-Zylinder-Umlaufmotor, rund 110 PS (Nachbau des französischen Le Rhône 9J) |
| Länge | rund 5,8 m |
| Spannweite (oberer Flügel) | rund 7,2 m |
| Höhe | rund 2,95 m |
| Flügelfläche | rund 18,7 m² |
| Leer- / max. Startmasse | rund 383–406 kg / rund 585 kg (je nach Quelle) |
| Höchstgeschwindigkeit | je nach Quelle rund 160–180 km/h |
| Bewaffnung | 2 × synchronisiertes Maschinengewehr LMG 08/15 (7,92 mm) |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Drei kurze, übereinander liegende Tragflächen, die nach oben hin breiter werden – der obere Flügel ist der längste
- Kaum Verspannungsdrähte: Die Flügel sind freitragend gebaut, außen sitzt nur je eine schlanke Strebe zwischen den Ebenen
- Kleiner „Achsflügel“ als vierte Mini-Tragfläche über der Radachse des Fahrwerks
- Kommaförmiges Seitenruder ohne feste Flosse und ein dreieckiges Höhenleitwerk
- Runde Motorhaube mit offenem Unterteil: Dahinter dreht sich beim Original ein Umlaufmotor samt Zylindern mit dem Propeller
- Sehr kurzer, gedrungener Rumpf von nur knapp sechs Metern Länge, zwei MG direkt vor dem Piloten
Aktualisiert: Oktober 2026 – Drei Flügel übereinander, ein knallroter Anstrich und ein Name, den fast jeder kennt: Der Fokker Dr.I ist das Flugzeug des „Roten Barons“ Manfred von Richthofen und damit der berühmteste Jäger des Ersten Weltkriegs. Gebaut wurden nur rund 320 Exemplare, eingesetzt wurde er kaum ein Jahr, und kein einziges Original hat überlebt. Trotzdem begegnest du dem Dreidecker heute in Museen und – mit etwas Glück – sogar in der Luft, als liebevoll gebauter Nachbau. Hier erfährst du, wie der Dr.I entstand, warum seine Karriere so kurz war, woran du ihn sicher erkennst und wo du flugfähige Repliken siehst.
Dreidecker im Hangar abhaken
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Was ist der Fokker Dr.I?
Der Dr.I ist ein einsitziges Jagdflugzeug mit drei übereinander angeordneten Tragflächen, gebaut von den Fokker-Flugzeugwerken in Schwerin. Firmenchef war der Niederländer Anthony Fokker, der während des Ersten Weltkriegs in Deutschland Flugzeuge für die Fliegertruppe baute. Die Geschichte des Unternehmens bis zu den späteren Verkehrsflugzeugen findest du auf der Seite zum Hersteller Fokker.
Den Anstoß gab 1917 ein Gegner: Der britische Sopwith Triplane war an der Westfront durch seine Steigleistung und Wendigkeit aufgefallen, und Fokker wollte rasch etwas Vergleichbares anbieten. Sein Chefkonstrukteur Reinhold Platz kopierte das britische Flugzeug aber nicht, sondern entwarf eine eigene Konstruktion. Statt vieler Spanndrähte bekam der Dreidecker freitragende Holzflügel, die ihre Festigkeit aus kräftigen Holmen bezogen. Der Rumpf bestand aus einem geschweißten Stahlrohrgerüst mit Stoffbespannung – eine Bauweise, mit der Fokker vielen Konkurrenten voraus war.
Der erste Prototyp hieß intern V.4, die überarbeitete Fassung V.5 erhielt längere Flügel und ausgeglichene Ruder. Der Erstflug fand am 5. Juli 1917 statt. Die beiden ersten Vorserienmaschinen liefen noch unter der Bezeichnung F.I, die Serie dann als Dr.I – „Dr“ für Dreidecker.
Technik: klein, leicht, extrem wendig
Mit knapp sechs Metern Länge und gut sieben Metern Spannweite ist der Dr.I erstaunlich klein. Die drei Flügel lieferten auf kleiner Spannweite viel Auftrieb, der kurze Rumpf machte das Flugzeug sehr drehfreudig. Piloten lobten vor allem die Wendigkeit und die Steigleistung im Kurvenkampf.
Angetrieben wurde der Dreidecker von einem Oberursel Ur.II, einem neunzylindrigen Umlaufmotor mit rund 110 PS. Bei dieser Bauart steht die Kurbelwelle fest, und der gesamte Motor dreht sich mitsamt Zylindern und Propeller. Das ergab eine gute Kühlung, aber auch einen kräftigen Kreiseleffekt: Der Dr.I drehte in eine Richtung deutlich williger als in die andere, was erfahrene Piloten gezielt nutzten. Geschmiert wurde mit Rizinusöl im Verlustverfahren – ein Teil davon landete zwangsläufig auf Maschine und Pilot. Der Ur.II war ein deutscher Nachbau des französischen Le Rhône 9J; einzelne Dr.I flogen sogar mit erbeuteten Le-Rhône-Motoren.
Die Schwächen zeigten sich schnell. Der Dreidecker war langsamer als die meisten alliierten Jäger von 1918, und der Umlaufmotor verlor in großer Höhe deutlich an Leistung. Hinzu kam ab 1918 minderwertiges Ersatzschmieröl, das zu Motorstörungen führte. Bewaffnet war der Dr.I mit zwei synchronisierten Maschinengewehren, die durch den Propellerkreis feuerten.
Der vierte Flügel
Zwischen den Rädern sitzt eine kleine Profilverkleidung über der Achse. Dieser „Achsflügel“ trägt im Flug ein wenig mit. Manche zählen ihn deshalb augenzwinkernd als vierte Tragfläche – für dich ist er vor allem ein gutes Erkennungsmerkmal.
Flügelbrüche und Flugverbot
Kaum an der Front, geriet der Dreidecker in die Schlagzeilen. Im Oktober 1917 stürzten mit Heinrich Gontermann und Günther Pastor zwei Piloten tödlich ab, nachdem sich in der Luft Flügelteile gelöst hatten. Die Inspektion der Fliegertruppen verhängte daraufhin am 2. November 1917 ein Flugverbot. Untersuchungen machten vor allem mangelhafte Fertigung und eindringende Feuchtigkeit verantwortlich, die das Holz der Flügel schwächte.
Nach Verstärkungen durfte der Dr.I Ende November wieder fliegen, in größerer Zahl kam er aber erst im Frühjahr 1918 an die Front. Ganz verschwanden die Probleme nie: Im März 1918 wurde Lothar von Richthofen, der Bruder des Roten Barons, nach einem Bruch des oberen Flügels schwer verletzt. Spätere Untersuchungen in den USA zeigten, dass der obere Flügel aerodynamisch stärker belastet war als die unteren – ein Punkt, den man bei der Konstruktion unterschätzt hatte.
Die Fertigung endete im Mai 1918. Den höchsten Frontbestand erreichte der Dreidecker Ende April 1918 mit rund 170 Maschinen. Bereits im Juni und Juli 1918 löste ihn die schnellere Fokker D.VII ab.
Der Rote Baron und andere Asse
Dass ein Flugzeug mit so kurzer Karriere bis heute weltberühmt ist, liegt an seinen Piloten. Manfred von Richthofen flog schon ab Ende August 1917 eine der Vorserienmaschinen und erzielte darin Anfang September seine ersten Dreidecker-Siege. Als Kommandeur des Jagdgeschwaders I – bei den Alliierten wegen der bunten Bemalung und der häufigen Verlegungen als „Flying Circus“ bekannt – erzielte er seine letzten Luftsiege im Dreidecker. Mit offiziell 80 Abschüssen war er das erfolgreichste Jagdflieger-Ass des Krieges.
Am 21. April 1918 fiel Richthofen in seiner roten Dr.I 425/17, die nördlich von Vaux-sur-Somme in einem Feld niederging. Die Royal Air Force schrieb den Abschuss zunächst dem kanadischen Piloten Roy Brown zu; heute gehen viele Historiker davon aus, dass ihn ein Schuss vom Boden traf. Die Maschine wurde von Andenkenjägern schnell zerlegt. Der Motor liegt heute im Imperial War Museum in London, weitere Teile verteilen sich auf Sammlungen in Kanada und Australien.
Auch andere Namen sind eng mit dem Dreidecker verbunden:
- Werner Voss flog die Vorserienmaschine F.I 103/17 mit einem aufgemalten Gesicht auf der Motorhaube. Er fiel am 23. September 1917 nach einem legendären Luftkampf gegen mehrere Piloten der britischen No. 56 Squadron.
- Kurt Wolff wurde in der zweiten Vorserienmaschine 102/17 abgeschossen.
- Josef Jacobs erzielte rund 30 seiner Luftsiege im Dreidecker und flog eine schwarz lackierte Maschine.
Nicht jeder rote Dreidecker ist „der“ Richthofen
Fast jeder Nachbau trägt Richthofens Farben, weil sie am bekanntesten sind. Richthofen flog aber mehrere Dreidecker, und viele Maschinen seines Geschwaders waren nur teilweise rot. Die Bemalung sagt bei einer Replik nichts über ein konkretes historisches Flugzeug – das Kennzeichen verrät, welche Maschine du wirklich vor dir hast.
Keinen Flugtag mit Dreidecker verpassen
Setz das Kennzeichen eines Nachbaus auf deine Liste – Planetrack meldet sich per Sichtungs-Alarm, wenn die Maschine anfliegt oder landet. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen
Flügel zählen
Drei Tragflächen übereinander, die obere die längste, die untere die kürzeste. Dazu fast keine Spanndrähte, nur eine schlanke Strebe außen zwischen den Ebenen.
Auf das Fahrwerk schauen
Über der Radachse sitzt der kleine Achsflügel. Bei den Schul- und Kunstflugdoppeldeckern späterer Jahrzehnte findest du dort meist nur eine nackte Achse.
Leitwerk prüfen
Das Seitenruder hat die Form eines Kommas und steht ohne feste Flosse direkt am Rumpfende. Das Höhenleitwerk ist ein flaches Dreieck.
Ein Nachbau mit Sternmotor wirkt vorn oft etwas runder und breiter als das Original, weil der Zylinderstern hinter der Haube anders sitzt. Am Klang hörst du den Unterschied ebenfalls: Ein echter Umlaufmotor knattert unregelmäßiger und wird für die Landung oft per Zündunterbrechung „geblippt“. Wie du Motoren am Geräusch auseinanderhältst, zeigt Flugzeugtypen am Geräusch erkennen.
Dreidecker, Doppeldecker oder Sopwith?
Auf Oldtimer-Treffen stehen Weltkriegs-Nachbauten oft neben späteren Schul- und Kunstflugdoppeldeckern. Der Finder hilft beim Eingrenzen.
Schnellbestimmung: Oldtimer mit mehreren Flügeln
Fokker Dr.I (Nachbau)
Drei freitragende Flügel, Achsflügel und Kommaruder: Das ist der Fokker-Dreidecker. Prüf am Kennzeichen, um welche Replik es sich handelt.
Sopwith Triplane (Nachbau)
Der britische Dreidecker hat lange, schmale Flügel mit vielen Spanndrähten und eine andere Leitwerksform. Er ist als Replik noch seltener als der Fokker.
Doppeldecker einer späteren Epoche
Zwei Flügel heißen meist Schul- oder Kunstflugzeug, etwa Tiger Moth oder Bücker Jungmeister. Viele davon fliegen auf denselben Oldtimer-Treffen wie Weltkriegs-Repliken.
Die de Havilland DH.82 Tiger Moth und die Bücker Bü 133 Jungmeister sind die Doppeldecker, die du auf Oldtimer-Treffen am häufigsten neben Weltkriegs-Nachbauten siehst. Beide stammen aus den 1930er-Jahren und tragen eine feste Seitenflosse. Wer den Blick für historische Muster schärfen will, findet mehr in Oldtimer am Himmel erkennen.
Kein Original, aber viele Nachbauten
Einige Dreidecker überdauerten den Krieg, doch keiner ist erhalten. Die 528/17 diente später in Adlershof als Versuchsträger und für Filmaufnahmen und ging vermutlich Ende der 1930er-Jahre bei einem Absturz verloren. Die 152/17, in der Richthofen mehrere Luftsiege errungen hatte, stand im Berliner Zeughaus und wurde im Zweiten Weltkrieg bei einem Luftangriff zerstört – ebenso ein Dreidecker, den Fokker 1932 aus vorhandenen Teilen zusammengesetzt hatte. Erhalten sind nur einzelne Bauteile.
Umso größer ist die Welt der Repliken. Sie reichen von exakten Museumsnachbauten bis zu flugfähigen Maschinen, die Hobbybauer nach Bausätzen oder Plänen errichten. Bekannte Selbstbau-Varianten sind etwa die Entwürfe von Airdrome, Redfern und Sands. Weil originale Umlaufmotoren rar und teuer sind, fliegen die meisten Nachbauten mit Sternmotoren von Warner oder Continental. Nur wenige Repliken haben einen echten Le Rhône 9J oder einen nachgebauten Oberursel-Motor.
Statische Nachbauten im Museum
- Das Deutsche Museum in München zeigt einen Nachbau in den Farben, in denen Richthofen seinen letzten Flug antrat. Prüf vor dem Besuch, ob das Exponat aktuell ausgestellt ist.
- Das phanTechnikum in Wismar besitzt ebenfalls eine Replik.
- Weitere Dreidecker-Nachbauten tauchen immer wieder in Sammlungen und Sonderausstellungen auf. Häuser mit Schwerpunkt auf früher Luftfahrt wie das Aviodrome in Lelystad, das niederländische Fokker-Geschichte zeigt, oder das Technik Museum Sinsheim lohnen einen Blick ins aktuelle Ausstellungsverzeichnis – einen Dreidecker garantieren wir dort nicht.
Wer deutsche Militärluftfahrt im Zusammenhang sehen möchte, plant einen Besuch im Militärhistorischen Museum Berlin-Gatow ein; Hinweise für Fotografen am Gelände stehen beim Spot Luftwaffenmuseum Berlin-Gatow.
Fliegende Nachbauten
Die meisten flugfähigen Dreidecker stehen in Großbritannien und den USA. In den Vereinigten Staaten ist die Old Rhinebeck Aerodrome im Bundesstaat New York bekannt, wo ein Nachbau mit Umlaufmotor zur Sammlung gehört. In Großbritannien fliegen Weltkriegs-Repliken bei Warbird- und Oldtimer-Veranstaltungen, etwa auf den Airshows in Duxford im Imperial War Museum Duxford oder bei den Flugtagen der Shuttleworth Collection in Old Warden (Spot-Infos). Ein fester Dreidecker-Auftritt ist dort nicht garantiert – das Programm wechselt von Jahr zu Jahr.
In Deutschland sind fliegende Dreidecker eine echte Seltenheit. Auf der ILA in Berlin war 2004 ein flugfähiger Nachbau zu sehen. Ob ein Weltkriegs-Nachbau bei Oldtimer-Treffen wie der Hahnweide dabei ist, verrät nur das aktuelle Programm. Welche Shows in Europa überhaupt historische Flugzeuge zeigen, sammelt Airshows in Europa. Flugfähige Repliken sind zivil registriert; was ein deutsches Kennzeichen über Gewichtsklasse und Zulassung verrät, erklärt Deutsche Luftfahrzeugkennzeichen.
Wetter entscheidet alles
Ein Dreidecker-Nachbau ist leicht, offen und windempfindlich. Schon mäßiger Seitenwind oder Regen kann einen angekündigten Auftritt kippen. Prüf Programm und Wetter am Veranstaltungstag, nicht nur Wochen vorher.
Bereit für deinen Dreidecker-Tag?
- Ich habe im Programm geprüft, ob ein Weltkriegs-Nachbau angekündigt ist.
- Ich kenne Display-Linie, Windrichtung und Sonnenstand.
- Ich habe ein Teleobjektiv dabei – der Dr.I ist sehr klein.
- Ich habe längere Verschlusszeiten für drehende Propeller geübt.
- Ich habe Wetterschutz und genug Speicherplatz eingepackt.
Fototipps speziell für den Dr.I
Der Dreidecker fliegt langsam, eng und tief – das macht ihn fotografisch dankbar, aber auch tückisch.
Propeller drehen lassen
Bei langsam drehenden Propellern alter Muster friert eine kurze Verschlusszeit das Blatt komplett ein. Wie du das vermeidest, steht in Propeller fotografieren.
Mitziehen statt Einfrieren
Bei Vorbeiflügen schwenkst du mit und lässt den Hintergrund verwischen. Wie das sauber klappt, zeigt die Mitzieher-Technik.
Seitenlicht für die Flügel
Drei Flügel werfen Schatten aufeinander. Mit flachem Seitenlicht bleibt jede Ebene erkennbar. Den passenden Standpunkt planst du mit dem Sonnenstand-Planer in Planetrack.
Details am Boden
Achsflügel, Kommaruder, MG-Attrappen und die Motorhaube sind die Details, die Kenner auf deinen Bildern suchen. Ein Detailfoto im Static-Bereich ergänzt jede Flugaufnahme.
Wie selten ein Dreidecker in deiner Sammlung ist, ordnest du mit Seltenheit einer Sichtung einschätzen ein: Ein fliegender Nachbau zählt in Mitteleuropa klar zu den Raritäten.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für einen Fokker Dr.I, wenn …
- du drei Tragflächen fast ohne Spanndrähte siehst
- über der Radachse ein kleiner Zusatzflügel sitzt
- das Seitenruder kommaförmig ohne feste Flosse ist
- der Rumpf auffällig kurz und gedrungen wirkt
Sieh genauer hin, wenn …
- die Motorhaube vorn sehr breit wirkt – dann steckt oft ein Sternmotor dahinter
- der Nachbau sichtbar kleiner ist – dann vielleicht eine verkleinerte Selbstbau-Replik
- die Maschine Richthofen-Rot trägt – das sagt nichts über ihre Herkunft
Es ist kein Fokker Dr.I, wenn …
- du nur zwei Tragflächen zählst – dann ein Doppeldecker
- die drei Flügel lang, schmal und stark verspannt sind – dann eher ein Sopwith Triplane
- die Kabine geschlossen ist oder ein Einziehfahrwerk verbaut ist
Spätere Jäger wie die Hawker Hurricane oder die Supermarine Spitfire zeigen, wie schnell sich der Jagdflugzeugbau nach 1918 vom Mehrdecker zum Ganzmetall-Eindecker entwickelte. Bei Fokker selbst führte der Weg nach dem Krieg in die Niederlande und zu Verkehrsflugzeugen – bis hin zur Fokker F27 Friendship. Ein deutscher Zeitgenosse aus der Verkehrsluftfahrt ist die Junkers F 13, die schon 1919 als Ganzmetallflugzeug flog.
Fazit
Der Fokker Dr.I war technisch kein Wurf für die Ewigkeit: zu langsam, mit heiklen Flügeln und einem Motor, der in der Höhe schlappmachte. Seinen Platz in der Geschichte verdankt er der Wendigkeit im Kurvenkampf und vor allem Manfred von Richthofen. Weil kein Original überlebt hat, ist jeder Dreidecker, den du heute siehst, ein Nachbau – und ein fliegender ist in Mitteleuropa eine Sichtung, die in deinem Hangar heraussticht.
Kurzfazit
Drei kaum verspannte Flügel, ein Achsflügel über den Rädern und ein Kommaruder ohne Flosse: Das ist der Fokker Dr.I. Originale gibt es keine mehr, statische Nachbauten zeigt etwa das Deutsche Museum, fliegende Repliken triffst du am ehesten bei Oldtimer-Flugtagen in Großbritannien und den USA.
Zusammenfassung
- Anthony Fokker ließ den Dreidecker 1917 entwickeln, nachdem britische Sopwith-Dreidecker an der Westfront Eindruck gemacht hatten; Reinhold Platz baute daraus eine eigene Konstruktion.
- Nach dem Erstflug am 5. Juli 1917 kamen die ersten Vorserienmaschinen F.I im Spätsommer an die Front, Werner Voss fiel im September 1917 in der 103/17.
- Flügelbrüche führten im November 1917 zu einem Flugverbot, die Serie lief bis Mai 1918, der Spitzenbestand an der Front lag im April 1918 bei rund 170 Maschinen.
- Heute gibt es nur Nachbauten: statisch etwa im Deutschen Museum in München, fliegend vor allem bei Oldtimer-Flugtagen in Großbritannien und den USA, in Deutschland nur selten.
Häufige Fragen
Was bedeutet die Bezeichnung „Dr.I“?
Das Kürzel „Dr“ steht für Dreidecker, die römische Eins für den ersten Typ dieser Klasse eines Herstellers. Die ersten beiden Vorserienmaschinen liefen zunächst als F.I, bevor die Militärbehörde die neue Klasse Dr einführte. Intern hieß der Prototyp bei Fokker V.4, die überarbeitete Fassung V.5.
Ist der Fokker Dr.I eine Kopie des Sopwith Triplane?
Nein. Der britische Sopwith-Dreidecker gab den Anstoß, Fokker ließ daraufhin einen eigenen Dreidecker entwickeln. Reinhold Platz wählte aber eine ganz andere Bauweise: freitragende Holzflügel fast ohne Verspannung und einen geschweißten Stahlrohrrumpf.
In welcher Maschine starb der Rote Baron?
Manfred von Richthofen starb am 21. April 1918 in der Fokker Dr.I mit der Nummer 425/17, die nördlich von Vaux-sur-Somme in Frankreich niederging. Wer den tödlichen Schuss abgab, ist bis heute umstritten; viele Historiker gehen von Bodenbeschuss aus. Die Maschine wurde von Andenkenjägern rasch zerlegt, der Motor ist heute im Imperial War Museum in London zu sehen.
Wie viele Fokker Dr.I gibt es noch?
Kein einziges Original ist erhalten. Einzelne Maschinen gab es nach dem Krieg zwar noch, sie gingen aber später verloren – zwei Dreidecker aus Berliner Sammlungen wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört. Was du heute siehst, sind Nachbauten, von Museumsrepliken bis zu flugfähigen Selbstbauten.
Haben die flugfähigen Nachbauten einen echten Umlaufmotor?
Nur wenige. Originale Umlaufmotoren sind selten und teuer, deshalb fliegen viele Repliken mit Sternmotoren etwa von Warner oder Continental. Einige Nachbauten nutzen einen Le Rhône 9J oder einen nachgebauten Oberursel-Motor. Am Klang und am stillstehenden Zylinderstern erkennst du den Unterschied.
Gibt es einen ICAO-Typcode für den Fokker Dr.I?
Für das historische Muster nennen wir keinen Code, weil wir dafür keinen verlässlichen Eintrag gefunden haben. Bei Nachbauten zählt ohnehin das Kennzeichen: Flugfähige Repliken sind zivil registriert, in Deutschland etwa im D-Register, und darüber eindeutig zuzuordnen.
Wo sehe ich in Deutschland einen Fokker-Dreidecker?
Statisch zeigt das Deutsche Museum in München einen Nachbau in den Farben von Richthofens letzter Maschine, auch das phanTechnikum in Wismar besitzt eine Replik. Fliegende Nachbauten tauchen nur gelegentlich auf Flugtagen und Oldtimer-Treffen auf; ob einer angekündigt ist, prüfst du im jeweiligen Programm.
Fokker Dr.I sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
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