Bücker Bü 133 Jungmeister

Ein winziger Einsitzer mit rundem Sternmotor, der Rollen und Loopings fliegt, als wäre er dafür geboren: Der Bücker Jungmeister war in den 1930ern das Maß aller Dinge im Kunstflug und flog in der Schweiz bis Ende der 1960er-Jahre. So erkennst du ihn.

Auch bekannt als: Jungmeister · Bü 133C · Bücker 133 · CASA 1.133 · SSH T-133

DeutschlandBückerHistorische Flugzeuge11 Min. Lesezeit

1935

Erstflug

1 Sitz

reiner Kunstflieger

6,60 m

Spannweite

~160 PS

Sternmotor Sh 14A

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Jungmeister ist die einsitzige Kunstflug-Variante der Bücker-Familie: abgeleitet von der zweisitzigen Bü 131 Jungmann, aber kleiner und stärker motorisiert.
  • Erkennungsformel: winziger Doppeldecker, ein einziges offenes Cockpit, runder Sternmotor bei der Bü 133C.
  • Die Schweiz ist der wichtigste Nebenschauplatz: Dornier baute in Altenrhein Jungmeister in Lizenz, die Fliegertruppe nutzte sie über Jahrzehnte.
  • Viele heute fliegende Exemplare gehen auf ausgemusterte Schweizer Militärmaschinen zurück, die nach dem Dienstende in private Hand kamen.
  • Im Kunstflug blieb der Typ lange konkurrenzfähig: Noch in den 1960er-Jahren tauchte er auf internationalen Wettbewerben auf.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist der Bücker Jungmeister?
  2. 2.Entstehung: vom Jungmann zum Jungmeister
  3. 3.Die Schweizer Geschichte: Jungmeister aus Altenrhein
  4. 4.Lizenzbauten, Exporte und Nachbauten
  5. 5.Im Kunstflug: lange an der Spitze
  6. 6.So erkennst du den Jungmeister
  7. 7.Jungmeister, Jungmann, Tiger Moth oder Stearman?
  8. 8.Wo du flugfähige Jungmeister siehst
  9. 9.Fototipps für den Jungmeister
  10. 10.Fazit

Steckbrief

HerstellerBücker Flugzeugbau, Lizenzbau bei Dornier in Altenrhein (Schweiz) und CASA (Spanien)
KonstrukteurAnders J. Andersson
Erstflug21. August 1935 (Prototyp Bü 133 V1, D-EVEO), geflogen von Luise Hoffmann
BauartEinsitziger Kunstflug-Doppeldecker, offenes Cockpit, Spornradfahrwerk
HauptversionBü 133C ab 1937 mit verkürztem Rumpf und Sternmotor
Triebwerk (Bü 133C)1 × Siemens-Halske Sh 14A, Siebenzylinder-Sternmotor, rund 160 PS
Stückzahlje nach Quelle rund 250 bis 280 inklusive Lizenzbauten
Länge (Bü 133C)rund 6,0 m
Spannweite6,60 m
Höherund 2,2 m
Leermasserund 420 bis 425 kg
Max. Abflugmasse585 kg
Höchstgeschwindigkeitrund 220 km/h
Reichweiterund 500 km
Statushistorisch, einzelne Exemplare privat flugfähig

Erkennungsmerkmale

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  • Sehr kleiner Doppeldecker mit nur 6,60 m Spannweite – neben einer Tiger Moth wirkt er fast wie ein Modell
  • Nur ein offenes Cockpit hinter den Flügeln; die zweisitzige Jungmann hat zwei
  • Bei der Hauptversion Bü 133C ein runder Sternmotor unter einer kurzen, rundlichen Haube statt einer schmalen Reihenmotor-Nase
  • Ober- und Unterflügel leicht nach hinten gepfeilt, mit Querrudern an beiden Flügelpaaren
  • Gedrungener, kurzer Rumpf mit Spornrad; am Boden steht die Nase deutlich hoch
  • In der Luft: auffallend schnelle Rollen und enge Figuren – kaum ein Oldtimer bewegt sich so wendig

Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein winziger Doppeldecker mit rundem Sternmotor zieht über den Platz, rollt in Sekundenbruchteilen um die Längsachse und hängt kurz darauf senkrecht in der Luft. Im Cockpit sitzt nur eine Person: Das ist sehr wahrscheinlich ein Bücker Bü 133 Jungmeister. In den 1930er-Jahren war er das Flugzeug, mit dem man Kunstflugwettbewerbe gewann, und in der Schweiz blieb er über drei Jahrzehnte im Dienst. Hier erfährst du, wie der Jungmeister entstand, warum er so eng mit Altenrhein verbunden ist, wie du ihn von Jungmann, Tiger Moth und Co. unterscheidest und wo du heute noch einen zu sehen bekommst.

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Was ist der Bücker Jungmeister?

Der Jungmeister ist ein einsitziger Kunstflug-Doppeldecker der Berliner Firma Bücker Flugzeugbau. Er entstand als Ableger der zweisitzigen Bü 131 Jungmann: gleiche Bauweise, gleiche Grundform, aber kleiner, leichter im Handling und mit mehr Leistung pro Kilogramm. Bücker übernahm laut gängigen Darstellungen rund 40 Prozent der Bauteile von der Jungmann – der Rest wurde auf den neuen Zweck zugeschnitten.

Mit 6,60 Metern Spannweite und rund sechs Metern Länge ist der Jungmeister ein ausgesprochen kleines Flugzeug. Die Hauptversion Bü 133C wiegt leer nur gut 400 Kilogramm und darf mit knapp 600 Kilogramm abheben. Der Siemens-Halske Sh 14A, ein Siebenzylinder-Sternmotor mit rund 160 PS, bringt sie auf etwa 220 km/h. Für Langstrecken war der Jungmeister nie gedacht: Seine Stärke ist das, was zwischen Start und Landung im engen Luftraum über dem Platz passiert.

Konstruiert hat ihn der Schwede Anders J. Andersson, Chefkonstrukteur bei Bücker. Firmengründer Carl Clemens Bücker, ein ehemaliger Marineflieger, hatte zuvor in Schweden das Unternehmen Svenska Aero geführt und gründete 1933 in Berlin-Johannisthal seinen eigenen Betrieb. 1935 zog die Firma nach Rangsdorf südlich von Berlin, wo auch der Jungmeister seine ersten Flüge machte.

1935Erstflug des Prototyps am 21. August in Rangsdorf
~250–280gebaute Exemplare je nach Quelle, inklusive Lizenzbau
1Sitzplatz – ein reiner Kunstflieger

Entstehung: vom Jungmann zum Jungmeister

Die Jungmann flog im April 1934 zum ersten Mal und verkaufte sich schnell. Für den Kunstflug war ein Schulzweisitzer aber nicht ideal: Wer Wettbewerbe gewinnen wollte, brauchte ein leichteres, wendigeres Flugzeug. Bücker reagierte mit dem Jungmeister. Der Prototyp Bü 133 V1 mit dem Kennzeichen D-EVEO startete am 21. August 1935 zum Erstflug, am Steuer saß Werkspilotin Luise Hoffmann – sie gilt als erste Einfliegerin Deutschlands.

Der Prototyp hatte noch einen hängenden Reihenmotor von Hirth. Durchgesetzt hat sich aber erst die Bü 133C ab 1937: Sie bekam einen etwas kürzeren Rumpf und den Siemens-Sternmotor unter einer rundlichen Haube. Diese Kombination prägte das Bild des Jungmeisters und macht ihn bis heute leicht von seinem großen Bruder unterscheidbar.

Schon kurz nach dem Erstflug zeigte der Jungmeister auf Wettbewerben, was er konnte. Bekannte deutsche Kunstflieger der Zeit wie Albert Falderbaum, Otto Heinrich Graf von Hagenburg und Liesel Bach flogen ihn auf Wettbewerben und Flugtagen. Ab 1938 war die Bü 133C außerdem Standardtrainer der Luftwaffe für die fortgeschrittene Ausbildung im Kunstflug und Luftkampf. Für Flugvorführungen stellte die Luftwaffe 1938 eine Kunstflugstaffel mit neun Jungmeistern auf, die im Jahr darauf auf dem internationalen Flugmeeting in Brüssel auftrat. Wie sich Formationskunstflug seither entwickelt hat, zeigt der Überblick zu den Kunstflugstaffeln Europas.

Sternmotor oder Reihenmotor?

Die meisten Jungmeister, denen du heute begegnest, sind Bü 133C mit rundem Sternmotor. Siehst du einen sehr kleinen Einsitzer mit schmaler, hoher Nase, kann es ein früher Jungmeister mit Hirth-Motor oder ein spanischer Lizenzbau sein – im Zweifel klärt das Kennzeichen.

Die Schweizer Geschichte: Jungmeister aus Altenrhein

Kaum ein Land ist so eng mit den Bücker-Doppeldeckern verbunden wie die Schweiz. 1936 führte die Fliegertruppe Jungmann und Jungmeister als Trainer ein. Sie kaufte zunächst eine kleine Zahl Maschinen in Deutschland und erwarb gleichzeitig die Lizenzrechte. Gebaut wurde anschließend bei den Dornier-Werken in Altenrhein am Bodensee, dem Schweizer Ableger des deutschen Herstellers Dornier.

Zur genauen Zahl der Schweizer Jungmeister gibt es unterschiedliche Angaben: Je nach Quelle entstanden in Altenrhein zwischen gut 45 und gut 50 Lizenzbauten, und auch die Zahl der importierten Maschinen wird verschieden angegeben. Insgesamt flog die Schweizer Fliegertruppe rund 50 Jungmeister. Dazu kamen fast 90 in Altenrhein gebaute Jungmann.

Die Fliegertruppe setzte den Jungmeister für Kunstflug- und Fortgeschrittenenschulung ein und hielt ihn bemerkenswert lange im Dienst: bis Ende der 1960er-Jahre. Danach wurden die Maschinen verkauft. Für die Oldtimer-Szene war das ein Glücksfall: Gut erhaltene, sorgfältig gewartete Militärflugzeuge kamen zu vergleichsweise günstigen Preisen auf den Markt. Gängige Darstellungen sehen genau darin einen Grund, warum neu gebaute Jungmeister aus dieser Zeit kaum Käufer fanden. Viele der heute fliegenden Exemplare in Europa und Nordamerika haben deshalb eine Schweizer Vergangenheit.

Wer der Schweizer Militärfliegerei nachspüren will, ist im Flieger-Flab-Museum Dübendorf richtig. Das Museum dokumentiert die Geschichte der Schweizer Luftwaffe, in der die Bücker-Trainer jahrzehntelang zum Alltag gehörten. Ob ein Jungmeister gerade ausgestellt ist, solltest du vor dem Besuch prüfen. Am alten Produktionsort Altenrhein betreibt das Fliegermuseum Altenrhein heute flugfähige Oldtimer mit Schweizer Bezug – einen Jungmeister führt es nach eigener Flottenübersicht allerdings nicht. Jungmeister, die heute in der Schweiz zugelassen sind, tragen ein HB-Kennzeichen; wie das System funktioniert, erklärt der Beitrag zu den Schweizer HB-Kennzeichen.

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Lizenzbauten, Exporte und Nachbauten

Neben der Schweiz baute auch Spanien den Jungmeister: CASA fertigte von 1940 bis 1942 rund 25 Maschinen als CASA 1.133 für die spanische Luftwaffe. Sie flogen zunächst mit Hirth-Motoren und erhielten später Siemens-Sternmotoren. Dazu kamen in Deutschland gebaute Bü 133C, die Spanien bereits besaß.

Exportiert wurde der Jungmeister in rund ein Dutzend Länder. Zu den militärischen Nutzern gehörten unter anderem Jugoslawien, Kroatien, die Slowakei, Ungarn, Rumänien und Südafrika; Litauen erwarb kurz vor dem Krieg einige Exemplare. Die Firma Bücker selbst überlebte den Zweiten Weltkrieg nicht: Nach 1945 wurde der Betrieb eingestellt, das Werk in Rangsdorf von der sowjetischen Besatzungsmacht demontiert.

Ganz verschwunden ist der Jungmeister damit nicht. In den späten 1960er-Jahren entstanden in Deutschland noch einmal einige wenige Neubauten – je nach Quelle bei Wolf Hirth in Nabern oder bei Bitz in Augsburg. Die Stückzahlen blieben im einstelligen Bereich – auch, weil zur selben Zeit die günstigen Ex-Schweizer Flugzeuge auf den Markt kamen. Später wurden noch einzelne weitere Exemplare fertiggestellt, etwa in Österreich und Frankreich, und in Polen entstand mit der SSH T-133 ein moderner Nachbau mit Sternmotor, von dem nur ein Prototyp gebaut wurde.

Version Besonderheit
Bü 133A Prototyp mit Hirth-Reihenmotor
Bü 133C Hauptversion ab 1937, kürzerer Rumpf, Siemens-Sternmotor Sh 14A
Bü 133D verbesserte Serienversion, ebenfalls mit Sternmotor
Dornier-Lizenzbau Fertigung in Altenrhein für die Schweizer Fliegertruppe
CASA 1.133 spanische Lizenzfertigung, zunächst mit Hirth-Motor
SSH T-133 polnischer Nachbau, nur ein Prototyp

Im Kunstflug: lange an der Spitze

Was den Jungmeister besonders macht, ist seine Wendigkeit. Kurze Flügel, wenig Masse und ein für die Zeit kräftiger Motor ergeben ein Flugzeug, das sehr schnell rollt und enge Figuren fliegt. In den 1930er-Jahren gewann der Typ zahlreiche internationale Kunstflugwettbewerbe, und er blieb erstaunlich lange konkurrenzfähig: Noch in den 1960er-Jahren traten Piloten mit dem Jungmeister auf internationalen Meisterschaften an.

Auch in den USA hatte er eine Fangemeinde. Der Kunstflieger Bevo Howard flog einen rot-weiß karierten Jungmeister auf Airshows; er verunglückte 1971 mit dem Flugzeug tödlich. Die Maschine wurde danach als nicht flugfähiges Ausstellungsstück wieder aufgebaut und gehört zur Sammlung des National Air and Space Museum der Smithsonian Institution.

Heute dominieren speziell für den Wettbewerb gebaute Eindecker wie die Extra EA-300 den Kunstflugsport. Wer beide Typen nacheinander in der Luft sieht, erkennt aber schnell, wo die Ursprünge liegen: Auch der Jungmeister zeigt schon die schnellen Rollen und harten Richtungswechsel, die modernes Akro prägen. Auch Trainer wie die Pilatus PC-7, mit der die Schweizer Luftwaffe heute ausbildet, stehen in dieser Tradition der Kunstflugschulung.

So erkennst du den Jungmeister

Auf Oldtimer-Treffen stehen oft mehrere kleine Doppeldecker nebeneinander. Vier Beobachtungen bringen dich sicher zum Jungmeister.

Größe einschätzen

Mit 6,60 Metern Spannweite ist der Jungmeister einer der kleinsten Doppeldecker auf jedem Vorfeld. Neben einer Tiger Moth wirkt er deutlich gedrungener.

Cockpits zählen

Nur ein offenes Cockpit hinter den Flügeln heißt Jungmeister. Zwei Sitze hintereinander sprechen für die Jungmann.

Nase prüfen

Die Bü 133C trägt einen runden Sternmotor unter einer kurzen Haube. Die Jungmann hat dagegen eine schmale, hohe Nase mit hängendem Reihenmotor.

Flügel ansehen

Beide Flügel sind leicht nach hinten gepfeilt und tragen Querruder. Bei der Tiger Moth sitzen die Querruder dagegen nur am Unterflügel.

Am Ende bestätigt das Kennzeichen die Bestimmung. Manche Jungmeister tragen eine historische Lackierung mit alter Militärkennung, das zivile Kennzeichen steht dann kleiner am Rumpf oder Leitwerk. In Deutschland zugelassene Exemplare tragen als leichte einmotorige Flugzeuge ein Kennzeichen mit D-E; mehr dazu im Beitrag zu den deutschen Luftfahrzeugkennzeichen. Allgemeine Bestimmungstipps für Oldtimer liefert der Ratgeber Oldtimer am Himmel erkennen.

Jungmeister, Jungmann, Tiger Moth oder Stearman?

Der Finder hilft dir, wenn mehrere historische Doppeldecker gleichzeitig vor dir stehen.

Schnellbestimmung: kleiner Doppeldecker

Drei Fragen, eine Einschätzung. Kennzeichen oder Infotafel bleiben die letzte Instanz.

Wahrscheinlich

Bücker Bü 133 Jungmeister

Winziger Einsitzer mit Sternmotor und Querrudern an beiden Flügeln: Das passt zum Jungmeister in der Hauptversion Bü 133C. Prüf zur Sicherheit das Kennzeichen.

Wahrscheinlich

Bücker Bü 131 Jungmann

Zwei Sitze und eine schmale Reihenmotor-Nase sprechen für die Jungmann, den zweisitzigen großen Bruder des Jungmeisters.

Wahrscheinlich

de Havilland DH.82 Tiger Moth

Ein weit vorn sitzender, gepfeilter Oberflügel und Querruder nur unten deuten auf die Tiger Moth.

Wahrscheinlich

Boeing-Stearman Kaydet

Ein Sternmotor an einem großen, zweisitzigen Doppeldecker ist eher eine Stearman.

Es spricht für den Jungmeister, wenn …

  • der Doppeldecker auffallend klein und gedrungen ist
  • nur ein offenes Cockpit vorhanden ist
  • vorn ein runder Sternmotor unter kurzer Haube sitzt
  • das Flugzeug in der Luft extrem schnell rollt

Sieh genauer hin, wenn …

  • ein Einsitzer eine schmale Reihenmotor-Nase hat – dann könnte es ein früher Jungmeister oder ein spanischer Lizenzbau sein
  • der Doppeldecker zwar klein ist, aber zwei Sitze hat
  • eine moderne Lackierung und Avionik auf einen Nachbau hindeuten

Es ist kein Jungmeister, wenn …

  • du zwei Cockpits hintereinander siehst
  • das Flugzeug nur eine Tragfläche hat
  • die Spannweite deutlich über acht Meter liegt
  • die Querruder nur am Unterflügel sitzen

Wo du flugfähige Jungmeister siehst

Der Jungmeister ist deutlich seltener als Tiger Moth oder Jungmann. Eine verlässliche Zahl flugfähiger Exemplare gibt es nicht; es sind aber nur noch wenige, verteilt auf Privatbesitzer in Europa und Nordamerika. Entsprechend musst du Begegnungen planen.

Ort Was dich erwartet Hinweis
Oldtimer-Fliegertreffen Hahnweide Großes Treffen historischer Flugzeuge in Baden-Württemberg, Bücker-Doppeldecker sind dort klassische Gäste ob ein Jungmeister dabei ist, verraten die Teilnehmerlisten
Flieger-Flab-Museum Dübendorf Geschichte der Schweizer Luftwaffe, in der der Jungmeister bis Ende der 1960er diente Museumsbesuch; Exponate vorher prüfen
Verkehrshaus Luzern Schweizer Verkehrs- und Luftfahrtgeschichte gut kombinierbar mit Dübendorf
Flugplatzfeste in Deutschland Private Oldtimer als Gäste zwischen moderner General Aviation Übersicht im Beitrag Flugplatzfeste in Deutschland
IWM Duxford und Old Warden Britische Airshows mit regem Oldtimer-Flugbetrieb Gastflugzeuge wechseln von Show zu Show

Keine Garantie auf einen Jungmeister

Fast alle fliegenden Jungmeister sind in Privatbesitz. Ob einer zu einem Treffen kommt, hängt von Besitzer, Wartung und Wetter ab. Prüf vor einer weiten Anreise das Programm und die Teilnehmerlisten des Veranstalters.

Wie du kleinere Flugplätze mit Oldtimer-Betrieb findest und dich dort richtig verhältst, steht im Beitrag General Aviation spotten.

Bereit für deine Jungmeister-Jagd?

Hak ab, was du schon erledigt hast.

  • Ich habe ein Oldtimer-Treffen oder einen Flugtag mit historischen Kunstfliegern gefunden.
  • Ich habe die Teilnehmerliste auf einen Jungmeister geprüft.
  • Ich kenne die Wettervorhersage – Oldtimer fliegen nur bei ruhigen Bedingungen.
  • Ich weiß, wo die Sonne während der Vorführungen steht.
  • Ich habe eine passende Verschlusszeit für Propellerbilder im Kopf.

Fototipps für den Jungmeister

Der Jungmeister ist klein, schnell in den Figuren und fliegt nah am Publikum – eine Herausforderung, aber ein lohnendes Motiv.

Propeller drehen lassen

Eine zu kurze Verschlusszeit friert den Propeller ein. Mit etwas längerer Belichtung und sauberem Mitziehen entsteht die Propellerscheibe. Wie du die Zeit wählst, erklärt der Beitrag Propeller fotografieren.

Figuren vorausahnen

Kunstflugprogramme folgen einer festen Abfolge. Beobachte den ersten Durchgang und such dir dann den Moment, in dem der Jungmeister dir die Oberseite oder die Silhouette zeigt.

Am Boden Details sammeln

Sternmotor, Einzelcockpit und Querruder an beiden Flügeln fotografierst du am besten auf dem Vorfeld – dort sieht man, was ihn vom Jungmann unterscheidet.

Licht planen

Auf Flugtagen ist die Showlinie fest. Wann die Sonne günstig steht, kannst du vorab berechnen, wie der Beitrag Sonnenstand am Fotospot planen zeigt – im Gegenlicht verschwindet der kleine Doppeldecker schnell als Scherenschnitt.

Mehr zur Technik bei Flugvorführungen liest du im Beitrag Airshows fotografieren. Und weil der Jungmeister so selten ist, lohnt sich ein Blick auf Wie selten ist meine Sichtung?.

Fazit

Der Bücker Jungmeister ist ein kleines Flugzeug mit großer Geschichte: in Berlin konstruiert, in Altenrhein in Serie gebaut, jahrzehntelang von der Schweizer Fliegertruppe geflogen und bis in die 1960er auf Kunstflugwettbewerben zu Hause. Heute ist er selten, aber nicht verschwunden – vor allem dank der vielen ehemaligen Schweizer Maschinen, die in private Hände kamen.

Kurzfazit

Winziger Doppeldecker, ein einziges offenes Cockpit, runder Sternmotor und Querruder an beiden Flügeln: Das ist der Jungmeister. Die besten Chancen hast du auf Oldtimer-Treffen wie der Hahnweide und bei historischen Flugtagen – mit einem Blick auf die Teilnehmerliste vorher.

Zusammenfassung

  • Der Prototyp flog am 21. August 1935 in Rangsdorf bei Berlin, gesteuert von Werkspilotin Luise Hoffmann.
  • Ab 1937 setzte sich die Bü 133C mit Siemens-Sternmotor durch und wurde zum gefragten Kunstflug- und Fortgeschrittenentrainer.
  • Die Schweiz erwarb 1936 neben ersten Flugzeugen auch die Lizenzrechte; Dornier baute die Maschinen in Altenrhein am Bodensee.
  • Für Spotter ist der Jungmeister heute ein seltenes Ziel auf Oldtimer-Treffen, Airshows und in Museen.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Jungmann und Jungmeister?

Die Bü 131 Jungmann ist ein zweisitziger Schuldoppeldecker mit hängendem Reihenmotor. Der Jungmeister ist sein einsitziger Ableger für Kunstflug: etwas kleiner, stärker motorisiert und in der Hauptversion Bü 133C mit einem runden Sternmotor. Rund 40 Prozent der Bauteile übernahm Bücker von der Jungmann.

Wer hat den Jungmeister konstruiert?

Chefkonstrukteur bei Bücker war der Schwede Anders J. Andersson. Er war Firmengründer Carl Clemens Bücker aus Schweden nach Deutschland gefolgt, wo Bücker zuvor das Unternehmen Svenska Aero geführt hatte.

Wie viele Jungmeister wurden gebaut?

Die Angaben schwanken je nach Quelle zwischen rund 250 und 280 Exemplaren. Dazu zählen die Lizenzbauten bei Dornier in der Schweiz und bei CASA in Spanien sowie einige wenige Nachbauten aus den späten 1960er-Jahren.

Warum ist der Jungmeister so eng mit der Schweiz verbunden?

Die Schweiz führte Jungmann und Jungmeister 1936 als Trainer ein, kaufte zunächst einige Maschinen in Deutschland und sicherte sich die Lizenz. Den Großteil baute dann Dornier im Werk Altenrhein. Die Fliegertruppe nutzte den Jungmeister bis Ende der 1960er-Jahre; danach gelangten viele Maschinen in Privatbesitz und fliegen teils bis heute.

Hat der Jungmeister immer einen Sternmotor?

Nein. Der Prototyp hatte einen Hirth-Reihenmotor, und auch die spanischen Lizenzbauten von CASA flogen zunächst mit Hirth-Motoren, bevor sie Siemens-Sternmotoren erhielten. Die meisten Jungmeister, die du heute siehst, sind aber Bü 133C mit Sternmotor.

Wo sehe ich einen fliegenden Jungmeister?

Am ehesten auf Oldtimer-Treffen wie der Hahnweide oder auf Flugtagen in der Schweiz und in Großbritannien. Feste Termine gibt es nicht – welche privaten Jungmeister gerade fliegen, hängt von Besitzern, Wartung und Wetter ab. Prüf vor der Anreise die Teilnehmerlisten der Veranstalter.

Bücker Bü 133 Jungmeister sammeln statt nur sehen

Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Zwei offene Sitze hintereinander, ein nach hinten gepfeilter Oberflügel und ein Reihenmotor, der kopfüber in der Nase hängt: Die Tiger Moth hat Tausende Piloten ausgebildet und fliegt bis heute. So erkennst du sie und hier triffst du sie in Europa.

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Ein kräftiger Doppeldecker mit rundem Sternmotor, gelben Flügeln und zwei offenen Cockpits: Auf der Stearman lernten Zehntausende US-Piloten das Fliegen. Heute knattert sie über Airshows, trägt Wingwalker und fliegt Rundflüge – auch in Europa.

GA

Extra EA-300 / EA-330

Spornrad, große Glashaube, sechs Zylinder Boxer-Power und Lastvielfache von ±10 g: Die Extra 300 und ihre Nachfolger aus Hünxe am Niederrhein sind die Maßstäbe im Wettbewerbskunstflug. So erkennst du die Varianten und findest sie auf Airshows.

Militär

Pilatus PC-7

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Messerschmitt Bf 108 Taifun

Ein schneller Viersitzer aus Ganzmetall, entstanden 1934 für einen Europarundflug: Die Messerschmitt Bf 108 Taifun ist die große Schwester-Idee hinter der Bf 109 und heute ein seltener Oldtimer. So erkennst du sie, so unterscheidest du die französische Nord 1002 und hier fliegen noch Exemplare.

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TT

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