Das Wichtigste in Kürze
- Der Learjet 75 ist die letzte Learjet-Generation. Am 28. März 2022 ging die letzte neue Maschine an ihren Kunden, danach endete der Bau der Marke.
- Er ist eine Weiterentwicklung der Learjet 45XR: neue Honeywell-Triebwerke, Garmin-G5000-Cockpit, neue Winglets und eine überarbeitete Kabine.
- Drei Varianten: Learjet 75, die kürzere Learjet 70 (nur 13 Stück) und ab 2019 die sechssitzige Learjet 75 Liberty.
- 169 Exemplare insgesamt – im Vergleich zu früheren Learjet-Modellen eine kleine Serie, die nicht mehr wächst.
- Im Tracking erscheint er als LJ75 (Learjet 70: LJ70). Vom Learjet 45 trennst du ihn verlässlich nur über Typcode oder Kennzeichen.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Learjet: eine Marke, die den Businessjet geprägt hat
- 2.Warum die 75 die letzte Generation blieb
- 3.Was in der finalen Generation steckt
- 4.Learjet 70, 75 und Liberty im Vergleich
- 5.So bestimmst du einen Learjet 75 am Flughafen
- 6.Verwechslungskandidaten außerhalb der Familie
- 7.Wo die letzten Learjets unterwegs sind
- 8.Fototipps für den letzten Learjet
- 9.Fazit
Steckbrief
| Marke / Hersteller | Learjet, seit 1990 Teil von Bombardier |
|---|---|
| Endmontage | Wichita, Kansas (USA) |
| Klasse | Leichter bis mittlerer Businessjet |
| ICAO-Typcode | LJ75 (Learjet 75 und 75 Liberty), LJ70 (Learjet 70) |
| Basis | Learjet 45XR (Learjet 75) bzw. Learjet 40XR (Learjet 70) |
| FAA-Musterzulassung | 14. November 2013 |
| Produktion | 2013 bis 2022 |
| Letzte Auslieferung | 28. März 2022 |
| Gebaut | 169 (156 Learjet 75, 13 Learjet 70) |
| Triebwerke | 2 × Honeywell TFE731-40BR mit je rund 17,1 kN Schub, mit Schubumkehr |
| Länge / Spannweite / Höhe | rund 17,7 m / 15,5 m / 4,3 m |
| Max. Startgewicht | rund 9,75 t |
| Kabine | ebener Boden, rund 1,50 m breit, 1,55 m hoch; Länge rund 6,05 m (Learjet 70: rund 5,4 m) |
| Passagiere | Learjet 75: bis zu 9; Learjet 70: bis zu 7; Liberty: 6 |
| Reichweite | rund 2.040 nm (ca. 3.780 km); Liberty laut Hersteller rund 2.080 nm |
| Reisegeschwindigkeit | typisch Mach 0,76, im Schnellflug bis rund 465 kn |
| Dienstgipfelhöhe | 51.000 ft |
| Avionik | Garmin G5000 mit Touchscreen-Bedienung |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Klassische Learjet-Linie: schlanker Rumpf, spitze Nase, T-Leitwerk und zwei Triebwerke seitlich am Heck
- Schräg nach oben gestellte Winglets an den Flügelspitzen, keine Tiptanks wie beim Learjet 35/36
- Rumpf höher und runder als bei den frühen Learjets, weil die Kabine einen ebenen Boden hat
- Außen fast identisch mit dem Learjet 45/45XR – sicher wird die Bestimmung erst über Typcode LJ75 oder Kennzeichen
- Der Learjet 70 ist kürzer und wirkt gedrungener, analog zum Learjet 40
- Große Garmin-Bildschirme im Cockpit, bei Vorfeld-Nahaufnahmen durch die Frontscheiben erkennbar
Aktualisiert: Oktober 2026 – Es gibt Flugzeuge, deren Bedeutung man ihnen nicht ansieht. Der Learjet 75 ist so einer. Auf dem Vorfeld steht ein weißer, schlanker Jet mit T-Leitwerk und hochgezogenen Winglets, kaum anders als seine Vorgänger. Und doch ist er das Ende einer Linie, die 1963 in Wichita begann: Mit ihm lief der letzte neue Learjet vom Band. Auf dieser Seite geht es um die finale Generation der Marke – wie sie entstand, warum sie die letzte blieb und woran du sie draußen am Zaun erkennst.
Ein Stück Learjet-Geschichte für deinen Hangar
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Learjet: eine Marke, die den Businessjet geprägt hat
Um den Learjet 75 einzuordnen, lohnt ein Blick zurück. Der Erfinder und Unternehmer Bill Lear wollte Anfang der 1960er-Jahre ein kleines, schnelles Strahlflugzeug für Geschäftsreisende bauen – deutlich flinker als die damals üblichen Propellermaschinen. Am 7. Oktober 1963 hob in Wichita, Kansas, der erste Learjet 23 ab, ein Jahr später ging das erste Serienflugzeug an einen Kunden. Der Name Learjet wurde in vielen Sprachen zum Synonym für Privatjets schlechthin.
1967 übernahm der Gates-Konzern die Mehrheit, später firmierte das Unternehmen als Gates Learjet. 1990 kaufte der kanadische Konzern Bombardier die Marke und machte sie zum Einstieg in seine Businessjet-Palette, unterhalb der größeren Challenger und Global. Unter Bombardier entstand Mitte der 1990er-Jahre die neue Learjet-45-Familie, aus der viele Jahre später der Learjet 75 hervorging.
Zu den bekanntesten Modellen gehört der Learjet 35/36 mit seinen markanten Tanks an den Flügelspitzen, der jahrzehntelang als Geschäftsreise-, Ambulanz- und Zieldarstellungsflugzeug flog. Mit dem Learjet 45 folgte eine modernere Generation mit Winglets und größerer Kabine. Daneben lief eine Weile der längere Learjet 60. Im Juni 2017 lieferte Learjet sein 3.000. Flugzeug aus – ein Meilenstein, den kaum ein Businessjet-Hersteller erreicht hat.
Warum die 75 die letzte Generation blieb
Eigentlich sollte nach der 45er-Familie ein ganz neuer Learjet kommen. Bombardier startete 2007 den Learjet 85, einen größeren Jet mit Rumpf aus Verbundwerkstoff. Das Programm geriet in Verzug, wurde im Januar 2015 auf Eis gelegt und im Oktober 2015 endgültig gestrichen. Damit blieb nur ein Weg, die Baureihe frisch zu halten: die bewährte Learjet 45 gründlich zu modernisieren.
Genau das passierte mit Learjet 70 und 75. Bombardier stellte beide 2012 vor; als Versuchsträger dienten umgebaute 40XR und 45XR, von denen bis Juli 2012 bereits zwei mit der neuen Technik geflogen waren. Die US-Luftfahrtbehörde FAA erteilte dem Learjet 75 am 14. November 2013 die Musterzulassung; noch 2013 gingen die ersten 18 Maschinen an Kunden. Die Verzögerungen bei der Zulassung kosteten allerdings Bestellungen.
Die Zahlen zeigen, wie schnell sich der Markt drehte. Nach 33 Auslieferungen im Jahr 2014 und 32 im Jahr 2015 ging es abwärts: 24 Maschinen 2016, 14 im Jahr 2017, danach jeweils 12 in den Jahren 2018 und 2019. Die kürzere Learjet 70 fand kaum Käufer, ihre Fertigung ruhte spätestens 2016. Im Juni 2017 ging der 100. Learjet 75 an seinen Eigner.
| Jahr | Ausgelieferte Learjet 70/75 |
|---|---|
| 2013 | 18 |
| 2014 | 33 |
| 2015 | 32 |
| 2016 | 24 |
| 2017 | 14 |
| 2018 | 12 |
| 2019 | 12 |
Mit der Learjet 75 Liberty versuchte Bombardier im Juni 2019 einen neuen Anlauf: weniger Sitze, schlankere Ausstattung, ein Preis, der Kunden aus der Klasse der leichten Jets locken sollte. Das Ende hielt sie nicht auf. Im Februar 2021 gab Bombardier bekannt, die Learjet-Produktion zum Jahresende einzustellen und sich ganz auf die größeren Challenger- und Global-Jets wie die Global 7500 zu konzentrieren. Der letzte Learjet 75 verließ im Januar 2022 die Montage, ausgeliefert wurde er am 28. März 2022.
Was in der finalen Generation steckt
Von außen wirkt der Learjet 75 wie ein alter Bekannter. Die Neuerungen sitzen im Detail und vor allem im Inneren.
Triebwerke. Zwei Honeywell TFE731-40BR liefern je rund 17,1 kN Schub und haben eine Schubumkehr. Die TFE731-Familie von Honeywell Aerospace begleitet Learjet seit Jahrzehnten – schon der Learjet 35 flog mit Vorgängerversionen.
Cockpit. Das Garmin G5000 mit großen Displays und Touchscreen-Bedienteilen ersetzte die ältere Avionik der 45er-Reihe. Für die Piloten war das der größte Sprung.
Aerodynamik. Neue, schräg gestellte Winglets, deren Form an die der großen Global-Jets angelehnt ist, und kleinere Verbesserungen senkten den Luftwiderstand um rund 2 Prozent. Zusammen mit weniger Gewicht im Bug stieg die Reichweite um etwa 4 Prozent. Wie sich verschiedene Flügelspitzen unterscheiden, zeigt der Guide Winglets, Sharklets und Raked Wingtips erkennen.
Kabine. Der ebene Kabinenboden blieb, die Einrichtung wurde komplett neu gestaltet. Die Kabine des Learjet 75 ist rund 6 Meter lang, 1,50 Meter breit und 1,55 Meter hoch und bietet Platz für bis zu neun Passagiere. Die Bordküche lässt sich mit einer Schiebetür abtrennen, das Gepäckfach liegt außen im Heck.
Leistung. Die Dienstgipfelhöhe liegt bei 51.000 Fuß, typisch reist der Jet mit Mach 0,76, schneller geht es bis rund 465 Knoten. Mit etwa 2.040 nautischen Meilen Reichweite deckt er innereuropäische Strecken ohne Zwischenlandung ab.
Hoch über dem Linienverkehr
Learjets waren schon immer für große Flughöhen bekannt. Mit 51.000 Fuß fliegt auch der Learjet 75 deutlich über den üblichen Reiseflughöhen der Airliner – im Tracking siehst du ihn deshalb oft in Flugflächen, in denen sonst kaum Verkehr unterwegs ist.
Learjet 70, 75 und Liberty im Vergleich
Für Sammler zählt jede Variante. So unterscheiden sich die drei:
| Merkmal | Learjet 70 | Learjet 75 | Learjet 75 Liberty |
|---|---|---|---|
| Typcode | LJ70 | LJ75 | LJ75 |
| Basis | Learjet 40XR | Learjet 45XR | Learjet 75 |
| Kabinenlänge | rund 5,4 m | rund 6,05 m | wie Learjet 75 |
| Passagiere | bis zu 7 | bis zu 9 | 6 |
| Gebaut | 13 | 156 (inkl. Liberty) | in der 75er-Zahl enthalten |
| Besonderheit | sehr selten | Hauptmodell | schlanke Ausstattung, letzte Bauform |
Die Learjet 70 ist der eigentliche Sammler-Leckerbissen: Mit nur 13 gebauten Exemplaren gehört sie zu den seltensten modernen Businessjets überhaupt. Die Liberty hat sechs Einzelsitze, kein serienmäßiges Hilfstriebwerk und eine reduzierte Ausstattung; Bombardier gab rund 2.080 nautische Meilen Reichweite an. Gegner im Markt waren leichte Jets wie die Embraer Phenom 300, die Cessna Citation CJ4 oder die Pilatus PC-24.
LJ75 oder LJ70 im Anflug?
Leg einen Sichtungs-Alarm für den Typ oder ein bestimmtes Kennzeichen an – Planetrack benachrichtigt dich, wenn die Maschine anfliegt oder landet. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
So bestimmst du einen Learjet 75 am Flughafen
Die Silhouette verrät dir schnell, dass ein Learjet vor dir steht. Welche Generation es ist, klärst du in drei Schritten.
1. Flügelspitzen ansehen
Tanks an den Spitzen bedeuten einen klassischen Learjet wie 24, 25, 35 oder 36. Winglets bedeuten die modernere Generation ab dem Learjet 45 – dazu gehört der 75.
2. Proportionen abschätzen
Gedrungen und kurz: eher Learjet 40 oder 70. Normal proportioniert: 45 oder 75. Deutlich gestreckt mit langem Rumpf: der Learjet 60.
3. Typcode oder Kennzeichen prüfen
Zwischen 45 und 75 gibt es außen praktisch keinen verlässlichen Unterschied. Erst LJ75 im Tracking oder eine Kennzeichen-Abfrage mit Baujahr ab 2013 macht die Sache sicher.
Wie du eine Maschine über ihr Kennzeichen findest, steht in Flugzeug nach Kennzeichen verfolgen. Das Baujahr ermittelst du mit den Tipps aus Flugzeugalter herausfinden – bei einem Learjet-Look mit Baujahr 2013 oder später ist ein 70 oder 75 sehr wahrscheinlich.
Schnellcheck: Welcher Learjet ist das?
Learjet 75 / 70
Die letzte Generation. Ob 75, Liberty oder einer der 13 Learjet 70, klärt das Kennzeichen.
Learjet 40, 45 oder 60
Die Vorgängergeneration aus den 1990er- und 2000er-Jahren – dem 75 zum Verwechseln ähnlich.
Klassischer Learjet
Ein Learjet 35/36 oder älter, erkennbar an den Tiptanks.
Verwechslungskandidaten außerhalb der Familie
Neben den eigenen Geschwistern gibt es einige Jets, die aus der Ferne ähnlich wirken:
- Die Cessna Citation Excel/XLS trägt ihr Höhenleitwerk tief, nicht oben auf dem Seitenleitwerk.
- Die Hawker 800XP ist bulliger und hat ihr Höhenleitwerk etwa auf halber Höhe.
- Phenom 300 und PC-24 haben ebenfalls T-Leitwerke, wirken aber kürzer und rundlicher; die PC-24 erkennst du zusätzlich an ihrer stumpfen Nase.
- Challenger 300/350 und Gulfstream G280 sind eine Klasse größer mit spürbar breiterem Rumpf.
Wer tiefer einsteigen will, findet die großen Familien im Überblick unter Businessjet-Typen unterscheiden.
Spricht für den Learjet 75
- T-Leitwerk, Hecktriebwerke und Winglets
- schlanker, aber recht hoher Rumpf
- Typcode LJ75 im Tracking
- Baujahr 2013 oder später
Genauer hinsehen
- gleiche Optik, aber LJ45 im Tracking – dann der Vorgänger
- auffällig kurz – dann eher Learjet 70 oder 40
- Liberty oder normaler 75 – nur über das Kennzeichen zu klären
Kein Learjet 75
- Tanks an den Flügelspitzen
- Höhenleitwerk tief am Rumpf
- deutlich breiterer, bauchiger Rumpf
Wo die letzten Learjets unterwegs sind
Der Learjet 75 fliegt überwiegend für Eigner, Firmen und Charterbetreiber. Viele Maschinen sind in Nordamerika registriert, in Europa tauchen sie unter unterschiedlichen Kennzeichen-Präfixen auf. Welche Betreiber wie viele Exemplare haben, ändert sich durch Verkäufe laufend – prüfe Details deshalb immer aktuell über das Kennzeichen.
Für Sichtungen in Europa lohnen sich vor allem Flughäfen mit viel Geschäftsreiseverkehr:
- Genf: Der Flughafen Genf gehört zu den wichtigsten Businessjet-Plätzen Europas. Von der Aussichtsterrasse überblickst du das Geschehen, mehr steht im Planespotting-Guide Genf.
- Paris-Le Bourget: Le Bourget ist ein reiner Geschäftsreiseflughafen und ganzjährig gut besucht.
- Nizza: Am Flughafen Nizza steigt der Businessjet-Verkehr in der Sommersaison deutlich.
- Salzburg: Am Flughafen Salzburg bringen Wintersaison und Festspielzeit viele Privatjets. Gute Standorte sind die Besucherterrasse und der Bereich am Hangar-7.
- London-Luton: Der Flughafen London-Luton hat einen großen Anteil an Privat- und Geschäftsflügen.
Nicht jeder Flug ist sichtbar
Viele Eigner lassen ihre Daten in Tracking-Diensten sperren oder anonymisieren. Fehlt ein LJ75 auf der Karte, kann er trotzdem anfliegen – Messetermine, Saison und Wochentag sind oft die besseren Hinweise.
Wie selten deine Sichtung im Vergleich ist, kannst du mit Wie selten ist meine Sichtung? einschätzen. Mehr Tipps zu kleinen Jets bekommst du in Businessjets spotten und General Aviation spotten.
Fototipps für den letzten Learjet
Lange Brennweite
Knapp 18 Meter Länge sind wenig. Auf größere Distanz brauchst du ordentlich Brennweite, damit der Jet das Bild füllt.
Kennzeichen lesbar halten
Weil 45 und 75 fast gleich aussehen, macht erst ein lesbares Kennzeichen die Sichtung eindeutig. Ein zusätzliches Detailfoto lohnt sich.
Licht planen
Weiße Rümpfe mit feinen Zierstreifen brauchen Seitenlicht. Mit dem Sonnenstand-Planer findest du den passenden Zeitpunkt für deinen Standort.
Sammler-Tipp: Gesamtbild plus Cockpit
Am Vorfeld lohnt ein Blick durch die Frontscheiben: Die großen Garmin-Displays sind ein gutes Indiz für die letzte Generation. Mit Planetrack postest du deine Sichtung mit Foto, Typ und Kennzeichen und hast den Beleg in deinem Hangar.
Bereit für den Learjet 75?
- Mein Tracking-Filter steht auf LJ75 und LJ70.
- Ich unterscheide Tiptanks und Winglets auf einen Blick.
- Ich weiß, dass 45 und 75 nur über Kennzeichen oder Typcode sicher zu trennen sind.
- Mein Spot hat Sicht aufs General-Aviation-Vorfeld.
- Ich habe eine Brennweite dabei, die auch kleine Jets füllt.
Fazit
Der Learjet 75 ist kein revolutionäres Flugzeug, sondern das sorgfältig modernisierte Schlusskapitel einer Marke, die das Segment der kleinen, schnellen Businessjets geprägt hat. Neue Triebwerke, Garmin-Cockpit und neue Winglets machten die bewährte 45er-Basis noch einmal konkurrenzfähig, doch der Markt hatte sich verschoben. Nach 169 Maschinen der 70/75-Familie und der letzten Auslieferung am 28. März 2022 ist die Geschichte der Learjet-Neubauten abgeschlossen. Für dich heißt das: Jede LJ75-Sichtung ist ein Treffer aus einer endlichen Serie – und ein LJ70 eine echte Rarität.
Kurzfazit
T-Leitwerk, Winglets, schlanker Rumpf und der Typcode LJ75 kennzeichnen die letzte Learjet-Generation. Weil der Learjet 45 fast gleich aussieht, gehört das Kennzeichen immer mit aufs Foto.
Zusammenfassung
- Learjet begann 1963 in Wichita mit dem Learjet 23 und prägte das Segment der kleinen, schnellen Businessjets. 1990 übernahm Bombardier die Marke.
- Learjet 70 und 75 entstanden als Modernisierung von 40XR und 45XR. Die FAA ließ den Learjet 75 am 14. November 2013 zu, noch im selben Jahr begannen die Auslieferungen.
- Nach starken Anfangsjahren sanken die Auslieferungen deutlich; die Learjet-70-Fertigung ruhte spätestens 2016. 2019 kam die Liberty als günstigere Sechssitzer-Version.
- Im Februar 2021 kündigte Bombardier das Ende aller Learjet-Neubauten an. Die letzte Maschine wurde im Januar 2022 fertig und am 28. März 2022 ausgeliefert; Bombardier betreut die Flotte weiter.
Häufige Fragen
Warum gilt der Learjet 75 als letzte Learjet-Generation?
Weil nach ihm kein neues Learjet-Modell mehr in Serie ging. Der als Nachfolger gedachte Verbundwerkstoff-Jet Learjet 85 wurde 2015 gestrichen, und im Februar 2021 kündigte Bombardier das Ende der gesamten Learjet-Produktion an. Die letzte neu gebaute Maschine war ein Learjet 75, ausgeliefert am 28. März 2022.
Welchen Typcode hat der Learjet 75?
Learjet 75 und 75 Liberty laufen unter LJ75, die kürzere Learjet 70 unter LJ70. Der äußerlich fast gleiche Learjet 45 hat LJ45. Wie das System funktioniert, erklärt ICAO-Typcodes erklärt.
Wie viele Learjet 75 wurden gebaut?
Insgesamt entstanden 169 Maschinen der Familie: 156 Learjet 75 (Liberty eingeschlossen) und 13 Learjet 70. Weil keine neuen mehr dazukommen, ist die Population endlich.
Was unterscheidet den Learjet 75 vom Learjet 45?
Technisch einiges: stärkere TFE731-40BR-Triebwerke, ein Garmin G5000 mit Touchscreens, neue Winglets, weniger Luftwiderstand und eine neue Kabine. Optisch dagegen fast nichts – am Flughafen hilft nur der Typcode oder das Kennzeichen.
Was ist die Learjet 75 Liberty?
Eine 2019 vorgestellte, schlanker ausgestattete Version mit sechs Sitzen, die ab 2020 erhältlich war. Bombardier positionierte sie gegen leichte Jets und nannte rund 2.080 nautische Meilen Reichweite. Im Tracking steht sie ebenfalls als LJ75.
Fliegen Learjets nach dem Produktionsende weiter?
Ja. Bombardier hat zugesagt, die bestehende Flotte weiter zu unterstützen. Über alle Modelle hinweg wurden mehr als 3.000 Learjets ausgeliefert, ein großer Teil davon ist noch im Einsatz. Neue Maschinen kommen nur nicht mehr hinzu.
Wo sehe ich in Europa einen Learjet 75?
Am ehesten an Businessjet-Drehscheiben wie Genf, Paris-Le Bourget oder saisonal in Nizza und Salzburg. Eine Garantie gibt es nicht, der Typ ist eher ein gelegentlicher Gast.
Learjet 75 sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
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FlughafenFlughafen Paris-Le Bourget
Hier landete Lindbergh 1927, hier steht das Art-déco-Terminal von 1937, und alle zwei Jahre zeigt die Luftfahrtindustrie hier auf der Paris Air Show ihre Neuheiten. Linienflüge gibt es in Le Bourget längst nicht mehr – dafür Falcon, Gulfstream und Global in einer Dichte, die in Europa kaum ein anderer Flughafen erreicht.
Wo du die Learjet 75 siehst
Konkrete Standpunkte mit Betriebsrichtung, Lichtzeiten, Koordinaten und einer ehrlichen Einschätzung, ob sich die Anreise lohnt.
Aussichtsterrasse Flughafen Genf
Im vierten Stock von Terminal 1 schaust du über das Vorfeld auf die längste Piste der Schweiz und die Jurakette dahinter. Die Terrasse Panorama kostet nichts, du kommst ohne Sicherheitskontrolle hinein – und dank Business-Aviation, easyJet-Basis und Langstreckengästen wird es selten langweilig. Einziger Haken: Sie ist nur von Mitte März bis Ende Oktober offen.
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