Das Wichtigste in Kürze
- Einstiegsjet von Embraer: Die Phenom 100 (EMB-500) ist ein Very Light Jet für vier bis fünf Passagiere, der seit Ende 2008 ausgeliefert wird.
- Ein Pilot reicht: Der Jet ist für den Ein-Pilot-Betrieb zugelassen – ein Grund, warum ihn Eigner, Lufttaxi-Firmen und Charterbetreiber schätzen.
- Beliebt in der Ausbildung: Die Royal Air Force schult auf der Phenom T1 Mehrmotorenpiloten, die Flugakademie von Emirates schulte Kadetten auf der Phenom 100EV.
- Mehrere Ausbaustufen: Auf die Ur-Version folgten 100E, 100EV mit Touchscreen-Cockpit und stärkeren Triebwerken sowie 2023 die 100EX.
- Im Tracking als E50P: Die größere Schwester Phenom 300 läuft als E55P – und trägt im Gegensatz zur 100 Winglets.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| Hersteller | Embraer (Brasilien), Endmontage seit 2016 in Melbourne, Florida |
|---|---|
| Offizielle Bezeichnung | EMB-500 (Marktname Phenom 100) |
| Klasse | Very Light Jet (VLJ) |
| ICAO-Typcode | E50P (Wirbelschleppenkategorie L) |
| Programmvorstellung | November 2005, NBAA-Messe |
| Erstflug | 26. Juli 2007 in São José dos Campos |
| Zulassung | Dezember 2008 (Brasilien und FAA), April 2009 (EASA) |
| Erste Auslieferung | 24. Dezember 2008 |
| Besatzung | 1 oder 2 Piloten (für Ein-Pilot-Betrieb zugelassen) |
| Passagiere | typisch 4 bis 5, je nach Ausstattung bis zu 7 Plätze |
| Triebwerke | 2 × Pratt & Whitney Canada PW617F am Heck, rund 7,5 kN (ab 100EV rund 7,7 kN) Schub |
| Länge | 12,82 m |
| Spannweite | 12,30 m |
| Höhe | 4,35 m |
| Max. Startgewicht | rund 4.750 bis 4.800 kg je nach Version |
| Reichweite | rund 1.180 NM / 2.180 km (100EV, vier Insassen, mit Reserven) |
| Dienstgipfelhöhe | 41.000 ft |
| Avionik | Garmin G1000 (Basisversion), Prodigy Touch auf Basis Garmin G3000 (ab 100EV) |
| Status | in Produktion als Phenom 100EX (Stand Oktober 2026) |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Sehr kleiner Jet mit knapp 13 Metern Länge – neben einem Airliner wirkt er fast wie ein Spielzeug
- Zwei Triebwerke hinten am Rumpf und ein T-Leitwerk mit dem Höhenleitwerk ganz oben
- Flügel ohne Winglets – das wichtigste Merkmal gegenüber der größeren Phenom 300
- Kurzer, rundlicher Rumpf mit kurzer Nase und vergleichsweise großen Kabinenfenstern
- Abstellung am General-Aviation-Vorfeld, häufig mit Lufttaxi-, Schul- oder Privatkennzeichen
Sie ist kaum länger als ein Linienbus, fliegt aber so hoch wie ein Airliner: Die Embraer Phenom 100 gehört zur Klasse der Very Light Jets – Businessjets für vier bis fünf Passagiere, die oft nur ein einzelner Pilot fliegt. Für Lufttaxi-Firmen, Charterbetreiber und Flugschulen ist sie ein günstiger Einstieg in die Jetwelt, für dich als Spotter ein kleiner Typ, der am GA-Vorfeld schnell zwischen größeren Jets untergeht. Hier erfährst du, wie die Phenom 100 entstanden ist, welche Versionen es gibt, wer sie fliegt und woran du sie sicher erkennst.
Kleine Jets, saubere Sammlung
Mit Planetrack postest du jede Sichtung mit Foto, Flugzeugtyp, Kennzeichen, Betreiber, Flughafen und Spot – die Phenom 100 bekommt in deinem Hangar ihre eigene Zeile neben der Phenom 300. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Was ist die Embraer Phenom 100?
Die Phenom 100 ist der kleinste Jet im Businessjet-Programm von Embraer. Offiziell ist sie als EMB-500 zugelassen, „Phenom 100“ ist der Marktname. Sie gehört zur Klasse der Very Light Jets (VLJ) – einer Kategorie besonders leichter Strahlflugzeuge, die Mitte der 2000er-Jahre einen regelrechten Boom erlebte. Die Idee: Jets so klein und wirtschaftlich zu machen, dass sie für Eigner, die selbst fliegen, für Lufttaxi-Dienste und für kleinere Charterfirmen bezahlbar werden.
Embraer gab im April 2005 grünes Licht für die Entwicklung eines Very Light Jets und eines etwas größeren Light Jets. Den Namen Phenom 100 und ein Modell in Originalgröße präsentierte der Hersteller im November 2005 auf der US-Fachmesse NBAA. Schon auf der europäischen Messe EBACE im Mai 2006 meldete Embraer die ersten 50 Bestellungen. Der Prototyp hob am 26. Juli 2007 in São José dos Campos zum Erstflug ab.
Im Dezember 2008 erteilten die brasilianische Luftfahrtbehörde und die US-amerikanische FAA die Musterzulassung, am 24. Dezember 2008 ging der erste Jet an einen Kunden. Die europäische Zulassung durch die EASA folgte im April 2009. Der Start verlief holpriger als geplant: Ursprünglich wollte Embraer schon 2008 deutlich mehr Flugzeuge ausliefern, tatsächlich waren es nur zwei. In den Jahren 2009 und 2010 lief die Produktion dann mit jeweils rund 100 Auslieferungen auf Hochtouren.
Technisch setzt die Phenom 100 auf eine klassische Auslegung: tief angesetzte Flügel, zwei Triebwerke vom Typ PW617F von Pratt & Whitney Canada am Heck und ein T-Leitwerk. Die Zelle besteht überwiegend aus Aluminium, rund ein Fünftel entfällt auf Verbundwerkstoffe. Ins Cockpit kam ursprünglich ein Garmin-G1000-Glascockpit, wie es auch in vielen modernen Kleinflugzeugen steckt – ein Vorteil für Piloten, die von Propellermaschinen umsteigen.
Die Versionen im Überblick
Embraer hat die Phenom 100 über die Jahre schrittweise modernisiert. Von außen erkennst du die Unterschiede kaum, für Piloten und Betreiber sind sie dagegen spürbar.
Phenom 100
Die erste Serienversion mit G1000-Avionik und zwei PW617F-E-Triebwerken mit je rund 7,5 kN Schub. Eine Besonderheit war die automatische Leistungsreserve: Fällt beim Start ein Triebwerk aus, liefert das verbleibende kurzzeitig mehr Schub. Die meisten heute fliegenden Phenom 100 stammen aus den Boomjahren 2009 und 2010.
Phenom 100E
Die 100E brachte Multifunktions-Spoiler, die unter anderem beim Abbremsen nach der Landung helfen. Auch sie ist äußerlich praktisch nicht von der Basisversion zu unterscheiden.
Phenom 100EV
Mit der 100EV („Evolution“, erste Auslieferung im März 2017) zog das Touchscreen-Cockpit Prodigy Touch ein, das auf dem Garmin G3000 basiert. Dazu kamen die stärkeren PW617F1-E mit rund 7,7 kN Schub. Das Ergebnis: Der Steigflug auf 41.000 Fuß dauert laut Nachschlagewerken nur noch rund 25 statt 33 Minuten, und an heißen, hoch gelegenen Flugplätzen braucht der Jet spürbar weniger Startstrecke. Mit vier Insassen und Reserven kommt die 100EV auf rund 1.180 nautische Meilen (etwa 2.180 Kilometer) – genug etwa für Flüge von München nach London oder von Zürich nach Madrid.
Phenom 100EX
2023 folgte die 100EX mit überarbeiteter Kabine und neuen Avionik-Funktionen. Dazu gehört ein System, das die Crew bei der Landung warnt, wenn die verbleibende Piste knapp wird. Stand Oktober 2026 ist die 100EX die aktuelle Produktionsversion.
Militär- und Staatsversionen
In Uniform trägt der Jet eigene Namen: Die britische Royal Air Force fliegt ihn als Phenom T1, die brasilianische Luftwaffe zwei 100EV als U-100. Pakistans Luftwaffe nutzt die Phenom 100 laut Nachschlagewerken für VIP-Transporte, und auch das texanische Verkehrsministerium hat mehrere Exemplare in seiner Flotte.
| Version | Neu gegenüber Vorgänger | Triebwerke |
|---|---|---|
| Phenom 100 | Basisversion mit Garmin G1000 | PW617F-E, ca. 7,5 kN |
| Phenom 100E | Multifunktions-Spoiler | PW617F-E |
| Phenom 100EV | Prodigy-Touch-Cockpit, bessere Hot-and-High-Leistung | PW617F1-E, ca. 7,7 kN |
| Phenom 100EX | Kabine und Avionik überarbeitet, Pisten-Warnsystem | PW617F1-E |
Seit Juli 2016 läuft die Endmontage im Embraer-Werk in Melbourne, Florida, wo auch die größeren Businessjets des Herstellers entstehen. Nach den Lieferstatistiken, die in Nachschlagewerken zusammengetragen sind, wurden bis Ende 2025 rund 435 Phenom 100 ausgeliefert – nach dem Boom der ersten Jahre meist zwischen 6 und 20 Jets pro Jahr.
E50P im Tracking filtern
Die Phenom 100 läuft unter dem ICAO-Typcode E50P, die Phenom 300 unter E55P. Mit diesem Filter siehst du schnell, ob eine kleine Phenom deinen Flughafen ansteuert. Wie die Codes aufgebaut sind, erklärt der Beitrag ICAO-Typcodes erklärt.
Einsatz: Charter, Lufttaxi und Flugschulen
Die Phenom 100 ist ein typisches Mehrzweck-Werkzeug der Business Aviation. Ihre Betreiber lassen sich grob in vier Gruppen einteilen.
Eigner, die selbst fliegen. Weil der Jet für den Ein-Pilot-Betrieb zugelassen ist, steigen viele Besitzer selbst ins Cockpit – oft nach Jahren auf Kolbenmotor- oder Turbopropmaschinen. Das vertraute Garmin-Cockpit erleichtert den Umstieg.
Lufttaxi- und Charterfirmen. Für kurze Geschäftsreisen mit wenigen Passagieren ist die Phenom 100 wirtschaftlich attraktiv. In den USA startete etwa die Charterfirma JetSuite Ende der 2000er-Jahre mit einer Flotte aus Phenom 100. Auch in Europa fliegt der Typ bei Lufttaxi- und Managementfirmen, die Strecken innerhalb des Kontinents bedienen. Worin sich solche Flüge von regulären Linienverbindungen unterscheiden, erklärt der Beitrag Charterflug und Linienflug.
Flugschulen und Ausbildungsprogramme. Hier spielt die Phenom 100 eine besondere Rolle. Für angehende Berufspiloten ist sie ein idealer Schritt vom Propellerflugzeug zum Jet: zwei Triebwerke, Reiseflughöhen wie im Airlinerbetrieb, ein modernes Glascockpit, aber überschaubare Betriebskosten. Die britische Royal Air Force setzt den Jet als Phenom T1 seit 2018 bei der No. 45 Squadron in RAF Cranwell für die Ausbildung von Mehrmotorenpiloten und Missionsbesatzungen ein. Grundlage ist ein Vertrag aus dem Jahr 2016 über fünf Jets, die bis 2033 Besatzungen von Royal Air Force und Royal Navy schulen. Die Flugakademie von Emirates schulte ihre Kadetten auf fünf Phenom 100EV; 2023 kündigte Emirates an, diese Jets für einen Charterdienst in der Region umzuwidmen. Wenn dich der Weg ins Cockpit interessiert, lohnt ein Blick in den Beitrag zur ATPL-Ausbildung und ihren Kosten.
Staaten und Behörden. Neben den bereits genannten Luftstreitkräften nutzen Behörden die Phenom 100 für Dienstreisen und Verbindungsflüge.
Da sich Betreiber im Businessjet-Bereich schnell ändern und viele Jets in Managementflotten wechseln, gilt: Prüfe Betreiberangaben immer am konkreten Kennzeichen. Der Beitrag Flugzeug nach Kennzeichen verfolgen zeigt dir, wie das geht.
So erkennst du die Phenom 100
Auf dem Vorfeld ist die Phenom 100 vor allem eins: klein. Mit 12,82 Metern Länge und 12,30 Metern Spannweite gehört sie zu den kleinsten Jets, die du überhaupt zu sehen bekommst. Das Grundlayout ist klassisch: zwei Triebwerke hinten seitlich am Rumpf, ein T-Leitwerk mit dem Höhenleitwerk ganz oben auf der Seitenflosse und tief angesetzte Flügel.
Der Rumpf wirkt kurz und rundlich, die Nase ist kurz und stumpf. Die Kabinenfenster sind im Verhältnis zur Rumpfgröße recht groß, und du zählst nur wenige davon. Das wichtigste Detail sitzt an den Flügelspitzen: Die Phenom 100 hat keine Winglets. Genau daran trennst du sie am einfachsten von der größeren Phenom 300, die dasselbe Familien-Design trägt, aber Winglets und stärker gepfeilte Flügel hat.
Größe einschätzen
Wirkt der Jet neben einem Kleinbus oder Tankwagen winzig, bist du im Very-Light-Jet-Segment.
Leitwerk prüfen
Sitzt das Höhenleitwerk ganz oben auf der Seitenflosse (T-Leitwerk) und hängen zwei Triebwerke am Heck, passt das zur Phenom.
Flügelspitzen ansehen
Gerade Flügelspitzen sprechen für die Phenom 100, Winglets für die Phenom 300.
Kennzeichen bestätigen
Die Version – 100, 100E, 100EV oder 100EX – verrät dir nur das Kennzeichen in einer Datenbank.
Häufige Verwechslungen
Im Segment der kleinen Jets gibt es mehrere Muster in ähnlicher Größe. Ein genauer Blick auf Leitwerk, Triebwerkslage und Flügel bringt dich meist schnell ans Ziel.
| Verwechslung | Woran du sie trennst |
|---|---|
| Embraer Phenom 300 | deutlich länger, Winglets, stärker gepfeilte Flügel, mehr Fenster |
| Cessna Citation Mustang | Höhenleitwerk nicht ganz oben auf der Seitenflosse, gerade Flügel |
| HondaJet | Triebwerke auf Pylonen über den Flügeln statt am Rumpf |
| Cirrus Vision Jet | nur ein Triebwerk oben auf dem Rumpf, V-Leitwerk |
| Pilatus PC-24 | größerer, kantigerer Rumpf, deutlich mehr Platz in der Kabine |
| Cessna Citation CJ3 | längerer Rumpf, Höhenleitwerk tiefer an der Seitenflosse |
Gerade die Citation-Familie ist ein häufiger Stolperstein, weil sie in Europa sehr verbreitet ist. Der Blick aufs Leitwerk entscheidet: Bei der Phenom sitzt das Höhenleitwerk wie ein „T“ ganz oben, bei den meisten Citations tiefer. Einen größeren Überblick über die Businessjet-Familien liefert der Beitrag Businessjet-Typen unterscheiden.
Es ist eine Phenom 100, wenn …
- ein sehr kleiner Jet mit zwei Hecktriebwerken und T-Leitwerk vor dir steht
- die Flügelspitzen gerade enden, ohne Winglets
- dein Tracking den Code E50P anzeigt
Sieh genauer hin, wenn …
- du den Jet nur von vorn siehst und die Flügelspitzen nicht erkennst
- das Höhenleitwerk auf deinem Foto nicht eindeutig oben sitzt
- du die Version bestimmen willst – das klappt nur übers Kennzeichen
Es ist keine Phenom 100, wenn …
- Winglets an den Flügelspitzen sitzen – dann ist es eher eine Phenom 300
- die Triebwerke über den Flügeln oder oben auf dem Rumpf montiert sind
- das Höhenleitwerk deutlich unterhalb der Leitwerksspitze sitzt
Phenom im Anflug? Du weißt es zuerst
Planetrack benachrichtigt dich per Sichtungs-Alarm, wenn ein beobachteter Typ oder ein bestimmtes Kennzeichen im Anflug ist – ideal für kleine Jets ohne festen Flugplan. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Spotting-Tipps für die Phenom 100
Wie alle Businessjets fliegt die Phenom 100 nach Bedarf, nicht nach Flugplan. Dazu kommt ihre geringe Größe – sie verlangt dir mehr Brennweite und gutes Timing ab als ein Airliner.
- Business-Aviation-Flughäfen wählen. Gute Chancen hast du am Flughafen Genf, am Flughafen Zürich, in Nizza, Paris-Le Bourget oder London-Luton. In Genf ist die Aussichtsterrasse ein bewährter Startpunkt, in Zürich der Butzenbüel. In Le Bourget kannst du einen Besuch im Musée de l’Air mit Businessjet-Spotting verbinden.
- Kleinere Plätze nicht vergessen. Weil die Phenom 100 mit vergleichsweise kurzen Pisten auskommt, landet sie auch an Regionalflughäfen, die größere Businessjets meiden. Im Winter lohnen sich Flughäfen nahe den Skigebieten, etwa Salzburg.
- Alarme statt Zufall. Mit dem Typcode E50P und einem Benachrichtigungsdienst musst du nicht stundenlang am Zaun warten. Wie du solche Alarme einrichtest, erklärt der Beitrag Benachrichtigungen für Flugzeuge einrichten.
- Lange Brennweite einpacken. Mit knapp 13 Metern Länge ist die Phenom 100 winzig. Ein Telezoom bis 400 mm oder mehr hilft dir, sie formatfüllend aufs Bild zu bekommen – besonders beim Rollen in der Ferne.
- Seitenansicht anpeilen. Für die sichere Bestimmung brauchst du Flügelspitzen und Leitwerk im Bild. Schräge Seitenansichten im Anflug oder beim Rollen zeigen beides am besten.
Weitere Tipps rund um die Jagd auf Privatjets findest du im Guide Businessjets spotten, und im Artikel General Aviation spotten geht es um die kleineren Muster am GA-Vorfeld.
Privatsphäre respektieren
Kleine Businessjets gehören oft Privatpersonen oder fliegen für Firmenkunden. Fotografiere die Flugzeuge, nicht die Passagiere, und bleib auf öffentlich zugänglichen Flächen. Absperrungen an GA-Terminals sind verbindlich.
Sicherheit: Der Unfall von Gaithersburg
Der bekannteste Unfall mit einer Phenom 100 ereignete sich am 8. Dezember 2014 in Gaithersburg im US-Bundesstaat Maryland. Beim Anflug auf einen kleinen Flugplatz stürzte der Jet in ein Wohngebiet. Die drei Insassen und drei Menschen in einem Wohnhaus kamen ums Leben. Die US-Unfalluntersuchungsbehörde NTSB sah die wahrscheinliche Ursache in Fehlern des Piloten: Die Enteisungsanlage war bei Vereisungsbedingungen nicht eingeschaltet, die Anfluggeschwindigkeit passte nicht zu Wetter und Gewicht. Die Behörde empfahl daraufhin automatische Warnungen zur Aktivierung der Eisschutzsysteme bei Jets, die mit nur einem Piloten fliegen.
Der Fall wird in der Ausbildung häufig als Beispiel dafür genannt, wie anspruchsvoll der Ein-Pilot-Betrieb eines Jets ist – auch wenn das Flugzeug selbst modern und gut ausgestattet ist.
Die Phenom 100 in der Embraer-Familie
Mit der Phenom 100 stieg Embraer in das Segment der kleinsten Businessjets ein. Anders als die Legacy 600, die aus einem Regionaljet abgeleitet wurde, ist die Phenom eine eigenständige Neukonstruktion. Sie bildete gemeinsam mit der Phenom 300 die Basis für Embraers heutiges Businessjet-Portfolio, das nach oben über die Praetor 500 bis zu größeren Mustern reicht. Viele Kunden steigen mit der Phenom 100 ein und wechseln später auf die größere Schwester – ein Konzept, das sich durch die gemeinsame Designsprache auch auf dem Vorfeld zeigt.
Bereit für die Phenom-Jagd?
- Ich weiß, dass die Phenom 100 im Tracking als E50P läuft.
- Ich trenne Phenom 100 und Phenom 300 sicher über die Winglets.
- Ich unterscheide das T-Leitwerk der Phenom vom tiefer sitzenden Höhenleitwerk der Citations.
- Ich habe einen Flughafen mit viel Business Aviation ausgewählt.
- Ich habe eine lange Brennweite für kleine Jets im Gepäck.
Fazit
Die Embraer Phenom 100 ist ein kompakter Very Light Jet mit großer Bandbreite: Eigner fliegen sie selbst, Lufttaxi- und Charterfirmen nutzen sie für kurze Geschäftsreisen, und Ausbildungsbetreiber wie die Royal Air Force bereiten auf ihr künftige Jetpiloten vor. Mit Hecktriebwerken, T-Leitwerk und geraden Flügelspitzen ist sie gut zu erkennen – wenn du sie zwischen den größeren Jets am GA-Vorfeld erst einmal entdeckt hast.
Kurzfazit
Winzig, zwei Hecktriebwerke, T-Leitwerk, keine Winglets: Das ist die Phenom 100. Mit Winglets ist es eine Phenom 300. Im Tracking steht sie als E50P, die genaue Version klärst du über das Kennzeichen.
Zusammenfassung
- Die Embraer Phenom 100 ist ein zweistrahliger Very Light Jet mit Hecktriebwerken und T-Leitwerk, offiziell als EMB-500 zugelassen.
- Sie bietet typischerweise vier bis fünf Passagieren Platz, fliegt bis 41.000 Fuß hoch und kommt in der Version 100EV mit Reserven auf rund 1.180 nautische Meilen.
- Nach dem Erstflug 2007 folgten Ende 2008 die Zulassungen in Brasilien und den USA, 2009 die europäische Zulassung. Seit 2016 werden die Jets in Melbourne, Florida, endmontiert.
- Typische Betreiber sind Privateigner, Lufttaxi- und Charterfirmen, Flugschulen und einige Luftstreitkräfte. Für Spotter ist sie ein häufiger, aber leicht zu übersehender Gast am GA-Vorfeld.
Häufige Fragen
Was ist die Embraer Phenom 100?
Ein sehr leichter Businessjet (Very Light Jet) des brasilianischen Herstellers Embraer. Er hat zwei Triebwerke am Heck, ein T-Leitwerk und Platz für typischerweise vier bis fünf Passagiere. Die offizielle Typbezeichnung lautet EMB-500, die ersten Jets wurden im Dezember 2008 ausgeliefert.
Welchen ICAO-Typcode hat die Phenom 100?
Die Phenom 100 läuft unter E50P, Wirbelschleppenkategorie Light. Die größere Phenom 300 hat den Code E55P. Mit dem Filter E50P findest du die kleine Phenom gezielt in Tracking-Diensten.
Wie unterscheide ich Phenom 100 und Phenom 300?
Am schnellsten über die Flügelspitzen: Die Phenom 300 trägt Winglets und hat stärker gepfeilte Flügel, die Phenom 100 endet mit geraden Flügelspitzen. Außerdem ist die 300 deutlich länger und hat mehr Kabinenfenster. Beide teilen sich das Grunddesign mit Hecktriebwerken und T-Leitwerk.
Kann die Phenom 100 mit einem Piloten fliegen?
Ja. Die Phenom 100 ist für den Ein-Pilot-Betrieb zugelassen, kann aber auch mit zwei Piloten geflogen werden. Im gewerblichen Einsatz hängt die Besatzung von den Vorschriften des jeweiligen Landes und des Betreibers ab.
Was sind 100E, 100EV und 100EX?
Das sind die Ausbaustufen des Musters. Die 100E bekam Multifunktions-Spoiler, die 100EV (ab 2017) ein Touchscreen-Cockpit auf Garmin-G3000-Basis und stärkere PW617F1-E-Triebwerke für bessere Leistungen an heißen und hoch gelegenen Plätzen. Die 100EX von 2023 brachte Kabinen- und Avionik-Neuerungen, darunter ein Warnsystem gegen das Überrollen der Piste.
Warum nutzen Flugschulen die Phenom 100?
Sie ist ein vergleichsweise einfacher Einstieg in den Jetbetrieb: moderne Glascockpit-Avionik, zwei Triebwerke, hohe Reisegeschwindigkeit und Höhen bis 41.000 Fuß, aber geringe Größe und Betriebskosten. Die britische Royal Air Force fliegt sie als Phenom T1 in der Mehrmotorenausbildung, die Flugakademie von Emirates nutzte die 100EV für die Kadettenschulung.
Wo kann ich die Phenom 100 spotten?
An Flughäfen mit viel Business Aviation wie Genf, Zürich, Nizza, Paris-Le Bourget oder London-Luton, aber auch an kleineren Regionalflughäfen. Weil sie kurze Pisten nutzen kann, taucht sie oft dort auf, wo größere Businessjets selten sind.
Gab es schwere Unfälle mit der Phenom 100?
Der bekannteste ist der Absturz bei Gaithersburg, Maryland, im Dezember 2014, bei dem drei Insassen und drei Menschen am Boden starben. Die US-Unfalluntersuchungsbehörde NTSB sah die Ursache vor allem bei Pilotenfehlern im Umgang mit Vereisung und Anfluggeschwindigkeit und empfahl automatische Warnungen zur Enteisung bei Ein-Pilot-Jets.
Embraer Phenom 100 sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Verwandte Flugzeugtypen
Embraer Phenom 300
Seit Jahren der meistausgelieferte Light Jet der Welt: Die Phenom 300 fliegt bei NetJets, Charterfirmen und Eignern, die selbst im Cockpit sitzen. So erkennst du sie und so findest du sie in Europa.
BusinessjetCessna Citation Mustang
Der kleinste Jet, der je das Citation-Logo trug: Die Mustang brachte Cessna 2006 in die Klasse der Very Light Jets. Gebaut wird sie nicht mehr, am Business-Aviation-Vorfeld in Europa ist sie aber ein Dauergast.
BusinessjetHondaJet HA-420
Zwei Triebwerke auf Pylonen über den Flügeln, eine spitz geschwungene Nase und ein Rumpf aus Verbundwerkstoff: Der HondaJet ist der erste Jet des Honda-Konzerns und einer der markantesten Kleinjets am GA-Vorfeld.
BusinessjetCirrus Vision Jet SF50
Ein Triebwerk oben auf dem Rücken, ein V-Leitwerk statt Seitenflosse und ein Fallschirm für das ganze Flugzeug: Der Cirrus Vision Jet ist der kleinste Jet am GA-Vorfeld und sieht aus wie kein anderer.
BusinessjetPilatus PC-24
Ein Businessjet, der auf Gras, Kies und Schnee landen darf und eine Frachttür wie ein Lieferwagen hat: Der Pilatus PC-24 aus der Schweiz ist ein Sonderling unter den Jets. So erkennst du ihn.
BusinessjetCessna Citation CJ3/CJ3+
Gerader Flügel, T-Leitwerk, zwei Williams-Triebwerke am Heck: Die Citation CJ3 ist seit 2004 einer der Standard-Light-Jets an jedem Business-Aviation-Vorfeld. So erkennst du sie und trennst sie von CJ2, CJ4 und Phenom 300.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Embraer
Vom Zubringer-Turboprop Bandeirante zum E195-E2 mit 146 Sitzen: Embraer aus São José dos Campos gilt nach Airbus und Boeing als dritte große Kraft im Verkehrsflugzeugbau – und baut nebenbei Businessjets, den Militärtransporter C-390 und den Super Tucano. Hier erfährst du, wie du die Familien auseinanderhältst und wo du sie in Europa vor die Linse bekommst.
HerstellerPratt & Whitney
US-Triebwerkshersteller aus Connecticut, der mit dem JT8D die Kurzstrecke der 1960er prägte, mit dem JT9D den Jumbo antrieb und heute mit dem Getriebefan PW1000G unter A220, A320neo und E2 hängt. Für Spotter ist P&W der Grund, warum so viele Neos zeitweise am Boden standen.
FlughafenFlughafen Genf
Zweitgrößter Flughafen der Schweiz mit nur einer Piste – dafür der längsten des Landes. Genf lebt von easyJet, SWISS und einer der stärksten Business-Aviation-Szenen Europas. Mit der kostenlosen Terrasse Panorama und dem Bahnhof direkt am Terminal ist er außerdem eines der bequemsten Spotting-Ziele der Schweiz.
FlughafenFlughafen Paris-Le Bourget
Hier landete Lindbergh 1927, hier steht das Art-déco-Terminal von 1937, und alle zwei Jahre zeigt die Luftfahrtindustrie hier auf der Paris Air Show ihre Neuheiten. Linienflüge gibt es in Le Bourget längst nicht mehr – dafür Falcon, Gulfstream und Global in einer Dichte, die in Europa kaum ein anderer Flughafen erreicht.
Wo du die Embraer Phenom 100 siehst
Konkrete Standpunkte mit Betriebsrichtung, Lichtzeiten, Koordinaten und einer ehrlichen Einschätzung, ob sich die Anreise lohnt.
Aussichtsterrasse Flughafen Genf
Im vierten Stock von Terminal 1 schaust du über das Vorfeld auf die längste Piste der Schweiz und die Jurakette dahinter. Die Terrasse Panorama kostet nichts, du kommst ohne Sicherheitskontrolle hinein – und dank Business-Aviation, easyJet-Basis und Langstreckengästen wird es selten langweilig. Einziger Haken: Sie ist nur von Mitte März bis Ende Oktober offen.
SpotterhügelButzenbüel und Spotterhügel am Flughafen Zürich
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BesucherterrasseBesucherterrasse Flughafen Salzburg
Die Besucherterrasse am Terminal 1 ist der einfachste Einstieg ins Spotting in Salzburg: kostenlos, mit dem Obus erreichbar und mit Blick über das Vorfeld auf die Piste 15/33, den Hangar-7 und die Salzburger Berge. An Winter-Samstagen wird sie zum Treffpunkt der Szene.
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Im alten Pariser Flughafenterminal von 1937 steht eines der größten Luftfahrtmuseen der Welt: zwei Concorde, eine begehbare Air-France-747, die A380 Nummer vier und von den Terrassen der Blick auf Europas wichtigsten Businessjet-Flughafen. So holst du als Spotter das Meiste aus dem Besuch heraus.
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