Dassault Falcon 20

Mit ihr begann die Falcon-Familie, mit ihr startete Federal Express 1973 den Nachtexpress – und als Zieldarsteller fliegt sie bis heute: Die Falcon 20 ist ein Businessjet mit erstaunlichem Lebenslauf.

Auch bekannt als: Mystère 20 · Fan Jet Falcon · Falcon 200 · Falcon 20DC · HU-25 Guardian · CC-117 · Falcon Gardian

FrankreichDassault AviationBusinessjetsICAO-Typcode: FA2011 Min. Lesezeit

FA20

ICAO-Typcode

1963

Erstflug

17,15 m

Länge

1973

Erster FedEx-Nachtflug

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Falcon 20 ist der Urahn aller Falcons: Erstflug 1963, in Frankreich als Mystère 20 bekannt, in den USA von Pan Am als Fan Jet Falcon vermarktet.
  • FedEx-Geschichte: Mit 14 Falcon 20 startete Federal Express am 17. April 1973 den Nachtexpress ab Memphis zu 25 US-Städten.
  • Erkennungsweg: zwei Hecktriebwerke, Kreuzleitwerk mit Höhenruder ein Stück oberhalb des Rumpfes, gepfeilter Flügel ohne Winglets.
  • Zweites Leben als Zieldarsteller: In Großbritannien und Frankreich üben Streitkräfte mit umgebauten Falcon 20 elektronische Kampfführung und Schießtraining.
  • Seltenheit: Im DACH-Raum ist eine Falcon 20 heute eine Ausnahmesichtung – jede Begegnung lohnt den Eintrag in die Sammlung.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist die Dassault Falcon 20?
  2. 2.Pan Am und der „Fan Jet Falcon“
  3. 3.Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen
  4. 4.Die Varianten im Überblick
  5. 5.Die FedEx-Geschichte: Wie ein Businessjet den Nachtexpress erfand
  6. 6.Zieldarstellung und elektronische Kampfführung
  7. 7.Behörden, Forschung und Fracht: weitere Einsatzfelder
  8. 8.Falcon 20, HS 125 oder Learjet 35?
  9. 9.Wo du die Falcon 20 heute noch antriffst
  10. 10.Fototipps für die Falcon 20
  11. 11.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
  12. 12.Fazit

Steckbrief

HerstellerDassault Aviation (Frankreich), damals Avions Marcel Dassault
FamilieFalcon; erster Typ der Reihe, Vorläufer von Falcon 50, 900 und 2000
ICAO-TypcodeFA20
Andere NamenMystère 20 (Frankreich), Fan Jet Falcon (USA, Pan Am)
Erstflug4. Mai 1963 in Bordeaux-Mérignac (Prototyp F-WLKB)
ZulassungJuni 1965 in Frankreich und den USA
Bauzeit1965 bis 1988
Stückzahlrund 500 Falcon 20 und Falcon 200 (Quellen nennen leicht abweichende Zahlen)
Triebwerke2 × General Electric CF700 (je rund 20 kN); Falcon 200 und HU-25 mit Garrett ATF3, über 100 Maschinen später auf Garrett TFE731 umgerüstet
Länge17,15 m
Spannweiterund 16,3 m
Höhe5,32 m
Passagierebis zu 14, typisch rund 10
Max. Startgewicht13,0 t (Falcon 20F), 14,5 t (Falcon 200)
Reichweiterund 3.300 km (Falcon 20F), rund 4.650 km (Falcon 200)
StatusProduktion beendet; Einzelexemplare fliegen noch in Zieldarstellung, Forschung und Fracht

Erkennungsmerkmale

Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Zwei Triebwerke hinten am Rumpf, seitlich über der Flügelhinterkante angesetzt
  • Kreuzleitwerk: Das Höhenleitwerk sitzt ein Stück oberhalb des Rumpfes am Seitenleitwerk – nicht ganz oben wie beim T-Leitwerk eines Learjets
  • Tief angesetzter, deutlich gepfeilter Flügel ohne Winglets und ohne Spitzentanks
  • Schlanker Rumpf mit spitz zulaufender Nase, insgesamt rund 17 m lang – klein neben heutigen Langstrecken-Falcons
  • Frachtversionen mit großer Ladetür vorn links und zugeplatteten Kabinenfenstern
  • Militärische Zieldarsteller mit Behältern unter den Flügeln, zusätzlichen Antennen und oft auffälliger Speziallackierung

Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein schlanker, etwas altmodisch wirkender Zweistrahler zieht über den Platz, die Triebwerke klingen rauer als bei modernen Businessjets, und unter den Flügeln hängen seltsame Behälter: Gut möglich, dass du gerade eine Dassault Falcon 20 siehst. Mit ihr begann 1963 die Falcon-Familie, mit ihr baute Federal Express 1973 sein Nachtnetz auf – und als Zieldarsteller für Streitkräfte fliegt sie bis heute. Hier erfährst du, wie du den Klassiker erkennst, welche Varianten es gibt und wo du überhaupt noch eine Chance auf eine Sichtung hast.

FA20 im Hangar abhaken

Mit Planetrack hältst du jede Falcon-Sichtung mit Foto, Kennzeichen, Flughafen und Spot fest – gerade bei so seltenen Typen wie der Falcon 20 lohnt sich das. Die App startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Was ist die Dassault Falcon 20?

Die Falcon 20 ist ein zweistrahliger Geschäftsreisejet von Dassault Aviation und zugleich der erste Vertreter der Falcon-Familie, zu der heute Langstreckenjets wie die Falcon 8X gehören. In Frankreich hieß das Flugzeug zunächst Mystère 20 – eine Anspielung auf die Mystère-Jagdflugzeuge, mit denen Dassault in den 1950er-Jahren bekannt geworden war. Je nach Einrichtung bietet die Kabine Platz für bis zu 14 Passagiere, typisch waren rund zehn Sitze.

Dassault gab das Projekt Anfang der 1960er-Jahre frei. Der Prototyp mit dem Kennzeichen F-WLKB hob am 4. Mai 1963 in Bordeaux-Mérignac ab, damals noch mit Pratt-&-Whitney-JT12-Strahltriebwerken. Im Juli 1964 flog er erstmals mit den General Electric CF700, die zum Standard der Serie wurden. Im Juni 1965 folgten die Musterzulassungen in Frankreich und den USA. Im selben Monat stellte die französische Pilotin Jacqueline Auriol mit dem Prototyp einen Geschwindigkeitsrekord auf – ein PR-Erfolg für das junge Programm.

Gebaut wurde die Falcon 20 von 1965 bis 1988. Zusammen mit der Weiterentwicklung Falcon 200 entstanden rund 500 Maschinen; die genauen Zahlen schwanken je nach Quelle leicht, weil Prototypen und Sonderversionen unterschiedlich gezählt werden. Die Kunden kamen aus der Wirtschaft, aus Behörden und von zahlreichen Luftstreitkräften.

FA20ICAO-Typcode in Flugplänen und Tracking-Diensten
1963Erstflug des Prototyps in Bordeaux-Mérignac
~500gebaute Falcon 20 und Falcon 200 bis 1988

Pan Am und der „Fan Jet Falcon“

Dass aus dem französischen Geschäftsreisejet ein weltweiter Erfolg wurde, verdankt Dassault vor allem einem Partner: Pan American World Airways. Dassault hatte in den USA kein eigenes Vertriebsnetz und suchte einen Händler für den amerikanischen Kontinent. Pan Am bestellte 1963 zunächst 40 Maschinen und sicherte sich Optionen auf 120 weitere. Bis 1967 wuchsen die festen Bestellungen auf rund 160 Flugzeuge an.

Pan Am vermarktete das Flugzeug in Nord- und Südamerika als „Fan Jet Falcon“, ausgestattet wurden die US-Maschinen in einem Pan-Am-Betrieb in Burbank. Der Name setzte sich durch: Aus dem Fan Jet Falcon wurde die Falcon 20, und „Falcon“ wurde zur Marke für sämtliche Businessjets von Dassault – bis heute. Wer die Familie kennenlernen will, findet den direkten Nachfolger in der dreistrahligen Falcon 50 und den modernen Zweistrahler-Erben in der Falcon 2000.

Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen

Die Falcon 20 ist kein großes Flugzeug, und die Unterschiede zu anderen Businessjets der 1960er- und 1970er-Jahre sind fein. Drei Beobachtungen bringen dich aber sicher auf die richtige Spur.

Triebwerke zählen

Zwei Triebwerke hinten seitlich am Rumpf. Siehst du ein drittes mittig im Heck, ist es eine Falcon 50 oder größer.

Leitwerk ansehen

Das Höhenleitwerk sitzt ein gutes Stück über dem Rumpf am Seitenleitwerk und bildet ein Kreuz. Ein T-Leitwerk ganz oben spricht dagegen für einen Learjet.

Flügelspitzen prüfen

Gepfeilter Flügel, glatte Spitzen – keine Winglets und keine Tanks. Damit scheiden Learjets mit Spitzentanks und viele moderne Jets aus.

Diese Kombination grenzt die Falcon 20 sicher von den meisten Typen ab. Die letzte Bestätigung liefert wie immer das Kennzeichen, mit dem du Baujahr, Variante und Betreiber nachschlagen kannst. Wie du Kennzeichen liest und zuordnest, erklärt der Guide Flugzeugkennzeichen verstehen.

Praxis-Tipp: aufs Geräusch achten

Die CF700 gehört zu einer frühen Generation von Mantelstromtriebwerken und klingt deutlich rauer als die Antriebe moderner Businessjets. Viele Spotter hören eine Falcon 20 mit Originaltriebwerken, bevor sie sie sehen. Maschinen mit nachgerüsteten Garrett-Triebwerken sind leiser.

Die Varianten im Überblick

Über ein Vierteljahrhundert Bauzeit hat Dassault die Falcon 20 immer wieder verbessert. Für Spotter ist das relevant, weil sich die Versionen teils äußerlich, vor allem aber im Kennzeichen-Lebenslauf unterscheiden.

Variante Besonderheit Triebwerk
Falcon 20C erste Serienversion CF700
Falcon 20D / 20E stärkere Triebwerksversionen CF700
Falcon 20F verbesserte Hochauftriebshilfen an der Flügelvorderkante, mehr Treibstoff CF700
Falcon 20-5 (C-5, D-5, E-5, F-5) nachträglich umgerüstete Maschinen Garrett TFE731
Falcon 20G / HU-25 Guardian Seeüberwachung, US-Küstenwache Garrett ATF3
Falcon 200 letzte zivile Ausbaustufe, Erstflug 1980, größere Reichweite Garrett ATF3
Falcon 20DC Frachtumbau mit großer Ladetür, u. a. für Federal Express CF700

Mehr als 100 Falcon 20 erhielten im Lauf der Jahre die sparsameren Garrett TFE731; die letzten Umrüstsätze wurden um 2005 verkauft. Die Falcon 200 und die militärische Falcon 20G nutzten dagegen das Garrett ATF3, ein Triebwerk mit ungewöhnlicher Bauweise und eigener Gondelform. Kurios ist die Falcon 30, eine vergrößerte Version für rund 30 Passagiere: Sie flog 1973 als Prototyp, ging aber nie in Serie.

Die FedEx-Geschichte: Wie ein Businessjet den Nachtexpress erfand

Für viele Luftfahrtfans ist die Falcon 20 vor allem eines: das erste Flugzeug von Federal Express. Am 17. April 1973 startete das junge Unternehmen von Memphis aus seinen regulären Nachtbetrieb – mit 14 Falcon 20, die 25 US-Städte verbanden. In der ersten Nacht waren es nach Unternehmensangaben 186 Sendungen. Aus diesem bescheidenen Anfang entstand das Drehkreuz am Flughafen Memphis, heute einer der größten Frachtflughäfen der Welt.

Die FedEx-Maschinen waren keine gewöhnlichen Businessjets. Für den Frachtdienst bekamen sie als Falcon 20DC eine große Frachttür vorn, einen verstärkten Kabinenboden und zugeplattete Fenster. Jede Maschine kostete damals rund 1,2 Millionen US-Dollar. Die Flotte wuchs auf gut 30 Exemplare.

Den Wechsel zu größeren Flugzeugen ermöglichte erst das US-Deregulierungsgesetz von 1977, das die Beschränkungen für reine Frachtairlines aufhob. FedEx Express kaufte daraufhin die ersten Boeing 727-100, die zum neuen Rückgrat der Flotte wurden. Die Falcons blieben noch einige Jahre im Zubringerdienst und wurden 1985 ausgemustert. Wie sich das Geschäftsmodell der Expressdienste seitdem entwickelt hat, liest du im Beitrag über die Integratoren DHL, FedEx und UPS.

Die erste FedEx-Falcon im Museum

Die erste Falcon 20 von Federal Express ist erhalten und steht im Steven F. Udvar-Hazy Center des Smithsonian bei Washington. Für alle, die sich für Frachtgeschichte interessieren, ist sie ein Pflichtmotiv.

Zieldarstellung und elektronische Kampfführung

Ihr vielleicht spannendstes zweites Leben führt die Falcon 20 im Dienst der Streitkräfte – allerdings meist ohne militärische Hoheitszeichen. Mehrere Luftwaffen nutzten Falcon 20 mit Spezialausrüstung für die elektronische Kampfführung, etwa Norwegen und Spanien, die ihre Maschinen 2022 beziehungsweise 2015 ausmusterten. Die pakistanische Luftwaffe setzt nach verfügbaren Übersichten weiterhin modifizierte Falcon 20 in dieser Rolle ein.

Besonders bekannt sind die zivilen Dienstleister, die im Auftrag der Militärs fliegen:

  • In Großbritannien betreibt Draken Europe eine Flotte von rund 15 stark umgebauten Falcon 20. Das Unternehmen ging 2020 aus der Flugdienstsparte von Cobham in Bournemouth hervor, die ihrerseits auf FR Aviation zurückgeht. Die Falcons simulieren gegnerische Bedrohungen und schleppen Zielkörper, damit Marine, Luftwaffe und Heer realistisch trainieren können.
  • In Frankreich setzt der Dienstleister AvDef (Aviation Défense Service) Falcon 20 für Zielschlepp, Störsendereinsätze und Erprobungsflüge für die französischen Streitkräfte ein.

Typisch für diese Zieldarsteller sind Behälter unter den Flügeln – Störsender, Sensoren oder Winden für Schleppziele – sowie zusätzliche Antennen am Rumpf. Wer so eine Maschine sieht, erkennt sofort, dass hier kein Geschäftsreisender an Bord sitzt. Wie du militärische und behördliche Flüge online im Blick behältst, steht im Guide Militärflugzeuge online verfolgen. Ein vergleichbares Aufgabenprofil haben übrigens oft umgebaute Learjet 35/36.

Flotten und Einsätze ändern sich

Viele Falcon 20 sind über 50 Jahre alt. Betreiber mustern Maschinen aus oder ersetzen sie durch jüngere Typen. Prüf vor einer gezielten Suche aktuelle Flottenlisten und Übungsankündigungen, statt dich auf ältere Angaben zu verlassen.

Behörden, Forschung und Fracht: weitere Einsatzfelder

Neben Zieldarstellung und Fracht hat die Falcon 20 viele Nischen besetzt:

  • US-Küstenwache: Ab 1982 erhielt die Coast Guard 41 HU-25 Guardian auf Basis der Falcon 20G. Die letzte ging im September 2014 nach 32 Jahren in den Ruhestand.
  • Französische Marine: Die Seeüberwachungsversion Falcon 200 Gardian flog vor allem in den Überseegebieten im Pazifik. Sie wird nach französischen Berichten bis etwa 2027 durch die Falcon 50M ersetzt.
  • Regierungs- und VIP-Transport: Belgien nutzte zwei Falcon 20 bis Dezember 2016, Kanada setzte den Typ als CC-117 von 1970 bis 1989 ein, Australien von 1967 bis 1989.
  • Forschung: Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) betreibt in Oberpfaffenhofen eine Falcon 20E als fliegendes Messlabor für die Atmosphären- und Klimaforschung.
  • Fracht in den USA: Mehrere US-Bedarfsfrachter fliegen nach verfügbaren Übersichten weiterhin Falcon 20 – etwa für eilige Teile, die nicht auf einen Linienflug warten können.

Falcon 20, HS 125 oder Learjet 35?

Die häufigsten Verwechslungen passieren mit anderen klassischen Businessjets mit Hecktriebwerken. Der Finder hilft dir beim Eingrenzen.

Schnellbestimmung: klassischer Businessjet mit Hecktriebwerken

Drei Fragen, eine Einschätzung. Das Kennzeichen bleibt die letzte Instanz.

Wahrscheinlich

Dassault Falcon 20 oder Falcon 200

Kreuzleitwerk, glatte Flügelspitzen und ein schlanker Rumpf passen zur Falcon 20. Behälter unter den Flügeln deuten auf einen Zieldarsteller, eine große Tür vorn links auf einen Frachter.

Wahrscheinlich

Learjet 35/36

T-Leitwerk und Spitzentanks sind das klassische Learjet-Bild. Auch Learjets fliegen als Zieldarsteller – ein Grund mehr, genau hinzusehen.

Wahrscheinlich

Hawker Siddeley HS 125 / Hawker 800

Die lange Rückenflosse vor dem Seitenleitwerk und die Flügelverkleidung unter dem Rumpf sprechen für die britische 125er-Familie.

Mehr Details zur britischen Konkurrenz findest du auf der Seite zur HS 125. Einen Überblick, wie du Gulfstream, Global, Falcon, Citation und Challenger generell auseinanderhältst, bietet der Guide Businessjet-Typen unterscheiden.

Wo du die Falcon 20 heute noch antriffst

Ehrlich gesagt: In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist die Falcon 20 eine Rarität. Im regulären Geschäftsreiseverkehr spielt sie praktisch keine Rolle mehr. Deine Chancen hängen von Sonderfällen ab.

Ort / Anlass Trefferchance Warum
Militärübungen in Nordsee und Ärmelkanal gering bis mittel Britische und französische Zieldarsteller unterstützen Übungen
Forschungsflughafen Oberpfaffenhofen gering DLR-Messflugzeug, Einsätze nach Kampagnenplan
Großbritannien (Raum Bournemouth) mittel Heimat der Draken-Europe-Flotte
USA mittel Bedarfsfrachter und Charterbetreiber
Udvar-Hazy Center bei Washington sicher Die erste FedEx-Falcon als Museumsexponat

Weil die Einsätze kaum planbar sind, hilft Tracking: Zieldarsteller sind häufig per ADS-B zu sehen, und ihre Kennzeichen sind in Spotterkreisen bekannt. Wie du einzelne Maschinen gezielt verfolgst, erklärt der Beitrag Flugverfolgung mit ADS-B. Und wie du einordnest, wie besonders deine Sichtung wirklich ist, steht im Guide Seltene Flugzeuge spotten.

Keine Falcon 20 mehr verpassen

Richte einen Sichtungs-Alarm für den Typ FA20 oder für bestimmte Kennzeichen ein – Planetrack benachrichtigt dich, sobald eine Falcon 20 anfliegt oder landet. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.

Fototipps für die Falcon 20

Die Falcon 20 ist klein, schnell im Bild und oft unerwartet da. Ein paar Punkte helfen dir, das seltene Motiv nicht zu verschenken.

Brennweite bereithalten

Mit rund 17 Metern Länge ist die Falcon 20 deutlich kleiner als ein Airliner. Plane mehr Brennweite ein, als du für eine A320 brauchen würdest.

Unterflügellasten zeigen

Bei Zieldarstellern sind die Behälter unter den Flügeln das Spannende. Eine leicht seitliche Perspektive von unten bringt sie und das Kreuzleitwerk ins Bild.

Kennzeichen scharf bekommen

Bei so seltenen Maschinen zählt die Dokumentation. Mach zur Sicherheit eine Aufnahme, auf der das Kennzeichen klar lesbar ist.

Licht im Rücken

Viele Falcon 20 tragen dunkle oder sehr helle Speziallackierungen. Flaches Licht von hinten bewahrt die Details in beiden Fällen.

Wann die Sonne an deinem Standort richtig steht, berechnest du mit dem Guide Sonnenstand planen für deinen Fotospot. Allgemeine Tipps zum Spotten von Geschäftsreiseflugzeugen findest du im Beitrag Businessjets spotten, und wer sich für Frachtversionen interessiert, wird im Guide Frachtflugzeuge erkennen fündig.

Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt

Es spricht für die Falcon 20, wenn …

  • zwei Triebwerke hinten am Rumpf sitzen
  • das Höhenleitwerk ein Stück über dem Rumpf ein Kreuz bildet
  • die Flügel ohne Winglets und Tanks enden
  • im Tracking-Dienst FA20 als Typ steht

Sieh genauer hin, wenn …

  • die Triebwerksgondeln ungewöhnlich geformt sind – dann kann es eine Falcon 200 oder HU-25 sein
  • eine lange Rückenflosse vor dem Seitenleitwerk sitzt – Hinweis auf die HS 125
  • die Maschine deutlich größer wirkt – dann prüf die Falcon 2000

Es ist keine Falcon 20, wenn …

  • du drei Triebwerke am Heck siehst – dann bist du bei Falcon 50, 900, 7X oder 8X
  • das Höhenleitwerk ganz oben als T-Leitwerk sitzt
  • Tanks an den Flügelspitzen hängen
  • moderne Winglets an den Flügelenden sitzen

Wenn du dich für Klassiker generell begeisterst, hilft dir der Guide Historische Flugzeuge erkennen beim Einordnen weiterer Oldtimer.

Fazit

Die Falcon 20 ist ein Flugzeug mit drei Leben: Erst Geschäftsreisejet und Markenbegründer der Falcon-Familie, dann Startflotte des Nachtexpresses von Federal Express, schließlich Arbeitspferd für Zieldarstellung, Forschung und Fracht. Erkennen lässt sie sich an Kreuzleitwerk, glatten Flügelspitzen und zwei Hecktriebwerken. Die eigentliche Herausforderung ist, überhaupt noch eine vor die Linse zu bekommen.

Kurzfazit

Zwei Hecktriebwerke, Höhenleitwerk ein Stück über dem Rumpf, Flügel ohne Winglets: Das ist die Falcon 20. Im DACH-Raum ist sie eine Ausnahmesichtung – am ehesten bei Militärübungen oder als Forschungsflugzeug. Wer sie sicher sehen will, besucht die erste FedEx-Falcon im Udvar-Hazy Center.

Zusammenfassung

  • Dassault entwickelte die Falcon 20 ab Anfang der 1960er-Jahre, der Prototyp flog am 4. Mai 1963, die Serienfertigung lief von 1965 bis 1988.
  • Pan Am verhalf dem Jet mit einer Großbestellung zum Durchbruch auf dem amerikanischen Markt und gab ihm den Namen Fan Jet Falcon.
  • Federal Express baute ab 1973 sein Nachtnetz mit umgebauten Falcon 20DC auf und musterte die Flotte 1985 aus; die erste FedEx-Falcon steht im Udvar-Hazy Center.
  • Heute fliegen Falcon 20 vor allem als Zieldarsteller und Trainingsflugzeuge für elektronische Kampfführung, als Forschungsträger und vereinzelt als Bedarfsfrachter in den USA.

Häufige Fragen

Welchen ICAO-Typcode hat die Falcon 20?

Die Falcon 20 läuft in Flugplänen und Tracking-Diensten unter FA20. Unter diesem Code erscheinen in der Regel auch die Falcon 200 und die militärischen Ableger. Die jüngeren Falcons haben eigene Codes, etwa FA50 für die dreistrahlige Falcon 50.

Ist die Mystère 20 dasselbe Flugzeug wie die Falcon 20?

Ja. In Frankreich hieß der Jet ursprünglich Mystère 20, in Anlehnung an die Mystère-Kampfflugzeuge von Dassault. Für den US-Markt taufte Vertriebspartner Pan Am ihn Fan Jet Falcon, daraus wurde später kurz Falcon 20 – und der Name Falcon für die ganze Businessjet-Familie.

Warum flog FedEx mit so kleinen Flugzeugen?

Federal Express setzte zu Beginn auf umgebaute Falcon 20 mit großer Frachttür und verstärktem Boden. Erst nachdem das US-Deregulierungsgesetz von 1977 die Beschränkungen für reine Frachtairlines aufgehoben hatte, kaufte das Unternehmen größere Maschinen, zuerst Boeing 727-100. Die Falcons blieben noch bis 1985 im Dienst.

Was bedeutet Zieldarstellung bei der Falcon 20?

Streitkräfte brauchen für das Training realistische „Gegner“. Umgebaute Falcon 20 schleppen Zielkörper für Schießübungen oder simulieren mit Störsendern und Sensoren elektronische Bedrohungen, gegen die Schiffsbesatzungen, Radarstellungen und Kampfpiloten üben. Betreiber sind zivile Dienstleister im Auftrag der Militärs.

Was ist der Unterschied zwischen Falcon 20 und Falcon 200?

Die Falcon 200 ist die letzte Ausbaustufe der Baureihe, Erstflug 1980. Sie hat Garrett-ATF3-Triebwerke, mehr Treibstoff und eine deutlich größere Reichweite von rund 4.650 Kilometern. Äußerlich unterscheiden sie sich vor allem durch die Triebwerksgondeln; im Feld klärt meist erst das Kennzeichen die Variante.

Was war die HU-25 Guardian?

Die Seenot- und Überwachungsversion der US-Küstenwache auf Basis der Falcon 20G mit ATF3-Triebwerken. 41 Maschinen wurden ab 1982 geliefert, die letzte HU-25 ging im September 2014 nach 32 Dienstjahren in den Ruhestand.

Wo sehe ich heute noch eine Falcon 20?

In Mitteleuropa nur mit Glück. Am ehesten triffst du sie bei Militärübungen, an denen die britischen oder französischen Zieldarsteller teilnehmen, oder als seltenen Gast an Forschungsflughäfen. In den USA fliegen noch einige Exemplare als Bedarfsfrachter. Die erste FedEx-Falcon kannst du im Steven F. Udvar-Hazy Center bei Washington besichtigen.

Dassault Falcon 20 sammeln statt nur sehen

Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Früher Zugang, Vorteile zum Start und Mitsprache bei neuen Features.

Verwandte Flugzeugtypen

Flughäfen & Hersteller dazu

Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.

Alle Flughäfen & Hersteller →

Passende Guides aus dem Blog

TT

Planetrack Redaktion

Die Flugzeugtypen-Datenbank entsteht aus eigener Beobachtung an Flughäfen, Community-Sichtungen und öffentlich zugänglichen Quellen. Gesicherte Angaben stehen im Steckbrief, alles Veränderliche ist als solches gekennzeichnet.

← Alle Flugzeugtypen von Dassault Aviation