Das Wichtigste in Kürze
- Kleinster Citation aller Zeiten: Die Mustang (Model 510) war Cessnas Very Light Jet für vier Passagiere und wurde von 2006 bis 2017 ausgeliefert.
- Ein Pilot reicht: Der Jet ist für den Ein-Pilot-Betrieb zugelassen und war damit ideal für Eigner, die von Propellermaschinen umsteigen.
- Garmin G1000 im Cockpit: Die Mustang setzt auf ein Glascockpit, das viele Piloten aus modernen Kleinflugzeugen kennen.
- Rund 480 Exemplare: Nach dem Boom 2008 bis 2010 brach die Nachfrage ein, auch weil Cessna mit der Citation M2 selbst Konkurrenz schuf.
- Im Tracking als C510: In Europa prägen Charterfirmen wie die österreichische GlobeAir das Bild des Typs.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist die Cessna Citation Mustang?
- 2.Technik: klein, einfach, mit Airliner-Höhen
- 3.Aufstieg und Ende der Produktion
- 4.Wer fliegt die Mustang?
- 5.So erkennst du die Citation Mustang
- 6.Häufige Verwechslungen
- 7.Spotting-Tipps für die Mustang
- 8.Sicherheit: Der Unfall von Friedrichshafen
- 9.Die Mustang in der Citation-Familie
- 10.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | Cessna Aircraft Company (heute Textron Aviation), Werk Independence, Kansas |
|---|---|
| Offizielle Bezeichnung | Cessna Model 510 |
| Klasse | Very Light Jet (VLJ) |
| ICAO-Typcode | C510 (Wirbelschleppenkategorie L) |
| Programmstart | 2002, vorgestellt auf der US-Messe NBAA |
| Erstflug | 23. April 2005 |
| FAA-Musterzulassung | 8. September 2006, Flug in Vereisung ab November 2006 |
| Erste Auslieferung | November 2006 |
| Produktionsende | Mai 2017, knapp 480 gebaute Exemplare |
| Besatzung | 1 oder 2 Piloten (für Ein-Pilot-Betrieb zugelassen) |
| Passagiere | typisch 4 in der Kabine, ein weiterer Platz vorn statt Copilot möglich |
| Triebwerke | 2 × Pratt & Whitney Canada PW615F am Heck, je rund 6,5 kN Schub |
| Länge | 12,37 m |
| Spannweite | 13,16 m |
| Höhe | 4,09 m |
| Max. Startgewicht | rund 3.920 kg |
| Reisegeschwindigkeit | bis rund 340 kn (etwa 630 km/h) |
| Reichweite | rund 1.150 NM / etwa 2.100 km (Nachschlagewerke) |
| Dienstgipfelhöhe | 41.000 ft |
| Avionik | Garmin G1000, ab 2010 optional mit synthetischer Sicht (High Sierra) |
| Status | nicht mehr in Produktion, weiterhin im Einsatz (Stand Oktober 2026) |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Sehr kleiner Zweistrahler mit gut 12 Metern Länge – die Spannweite ist sogar etwas größer als die Rumpflänge
- Zwei schlanke Triebwerksgondeln seitlich am Heck, darüber das gepfeilte Seitenleitwerk
- Fast gerade, nur leicht zugespitzte Flügel ohne Winglets, tief am Rumpf angesetzt
- Kurzer, rundlicher Rumpf mit nur wenigen ovalen Kabinenfenstern und spitz zulaufender Nase
- Einstiegstür vorn links, dahinter nur eine kurze Fensterreihe bis zu den Triebwerken
- Typischer Abstellort: General-Aviation-Vorfeld, in Europa häufig mit österreichischem OE-Kennzeichen
Aktualisiert: Oktober 2026 – Am Rand des GA-Vorfelds parkt ein Jet, der neben den Gulfstreams und Globals fast verloren wirkt: kurzer Rumpf, zwei kleine Triebwerke am Heck, gerade Flügel. Gut möglich, dass du gerade eine Cessna Citation Mustang vor dir hast – den kleinsten Jet, der je das Citation-Logo trug. Gebaut wird die Mustang seit 2017 nicht mehr, doch in Europa ist sie dank Charterfirmen und Privateignern weiterhin regelmäßig unterwegs. Hier erfährst du, wie der Typ entstand, wer ihn fliegt und wie du ihn sicher von seinen Konkurrenten unterscheidest.
Kleine Jets, saubere Sammlung
Mit Planetrack postest du jede Sichtung mit Foto, Flugzeugtyp, Kennzeichen, Betreiber, Flughafen und Spot – die Mustang bekommt in deinem Hangar ihre eigene Zeile neben den größeren Citations. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Was ist die Cessna Citation Mustang?
Die Citation Mustang, offiziell Cessna Model 510, ist ein zweistrahliger Very Light Jet (VLJ). So nennt man die Klasse besonders leichter Strahlflugzeuge, die Mitte der 2000er-Jahre einen regelrechten Boom erlebte. Die Idee dahinter: Jets so klein, einfach und wirtschaftlich zu bauen, dass sie für Eigner, die selbst fliegen, für Lufttaxi-Dienste und für kleine Charterfirmen bezahlbar werden.
Cessna – seit 2014 Teil von Textron Aviation – war mit der Citation-Familie zu diesem Zeitpunkt längst eine feste Größe im Businessjet-Markt. Mit der Mustang wollte der Hersteller die Lücke unterhalb der CitationJet-Reihe schließen und Piloten abholen, die bisher Kolbenmotor- oder Turbopropmaschinen flogen. Vorgestellt wurde das Projekt auf der US-Fachmesse NBAA im Jahr 2002, damals mit einem angekündigten Preis von rund 2,4 Millionen US-Dollar.
Der Prototyp hob am 23. April 2005 zum Erstflug ab. Am 8. September 2006 erteilte die US-Luftfahrtbehörde FAA die Musterzulassung, im November 2006 folgte die Freigabe für Flüge in bekannte Vereisungsbedingungen – für einen Jet, der in Europa auch im Winter über die Alpen fliegt, keine Nebensache. Die erste Serienmaschine wurde im November 2006 übergeben. Gebaut wurde die Mustang im Cessna-Werk in Independence, Kansas.
Technik: klein, einfach, mit Airliner-Höhen
Technisch setzt die Mustang auf eine bewährte, unspektakuläre Auslegung. Die Flügel sitzen tief am Rumpf, sind nur leicht zugespitzt und kaum gepfeilt. Das Tragwerk hat drei Holme, die Zelle besteht überwiegend aus Aluminium. Zwei Pratt & Whitney Canada PW615F mit je rund 6,5 Kilonewton Schub hängen in Gondeln seitlich am Heck. Mehr zum Triebwerkshersteller findest du auf der Seite zu Pratt & Whitney, zu dessen kanadischer Tochter die PW600-Familie gehört.
Ins Cockpit baute Cessna das Garmin G1000 – ein Glascockpit, das viele Piloten aus modernen Kleinflugzeugen kennen. Für Umsteiger aus der Cessna 172 oder ähnlichen Mustern war das ein echtes Verkaufsargument: Die Bedienlogik blieb vertraut, nur Geschwindigkeit und Flughöhe änderten sich deutlich. Die Mustang steigt bis auf 41.000 Fuß und erreicht laut Nachschlagewerken Reisegeschwindigkeiten um 340 Knoten, also etwa 630 km/h. Die Reichweite liegt je nach Quelle bei rund 1.150 nautischen Meilen, also gut 2.100 Kilometern – genug, um etwa von Linz nach London oder von Zürich nach Lissabon zu kommen, abhängig von Wind, Beladung und Reserven.
Die Kabine ist klein, aber durchdacht: vier Sitze im hinteren Bereich, dazu eine Toilette. Fliegt der Jet mit nur einem Piloten, kann ein fünfter Passagier vorn rechts Platz nehmen. Der Einstieg liegt vorn links. Die Mustang ist für den Ein-Pilot-Betrieb zugelassen; im gewerblichen Einsatz hängt die Besatzung von den Vorschriften des jeweiligen Landes und des Betreibers ab.
Laut Nachschlagewerken genügen der Mustang beim maximalen Startgewicht rund 950 Meter Startstrecke. Damit kommt sie auf vielen kleineren Plätzen zurecht, die für größere Businessjets zu kurz sind – einer der Gründe, warum sie so häufig an Regionalflughäfen auftaucht.
Mustang High Sierra
Eine eigenständige Version mit neuem Typcode gab es nicht. Ab 2010 bot Cessna aber die Ausstattungsvariante High Sierra an: hochwertigere Kabinenausstattung und erweiterte Avionik, unter anderem mit synthetischer Sicht, die das Gelände vor dem Flugzeug dreidimensional auf dem Bildschirm darstellt. Von außen ist eine High Sierra nicht von einer normalen Mustang zu unterscheiden – das klärt nur das Kennzeichen.
C510 im Tracking filtern
Die Mustang läuft unter dem ICAO-Typcode C510, abgeleitet von der Modellnummer 510. Mit diesem Filter siehst du schnell, ob eine Mustang deinen Flughafen ansteuert. Wie die Codes aufgebaut sind, erklärt der Beitrag ICAO-Typcodes erklärt.
Aufstieg und Ende der Produktion
Die Mustang startete in einem günstigen Moment. Kurz nach der Auslieferung der ersten Jets lief die Produktion schnell hoch: Nach den Lieferzahlen, die in Nachschlagewerken zusammengetragen sind, verließen 2008 gut 100 und 2009 sogar 125 Mustangs das Werk. Danach ließ die Nachfrage spürbar nach – die Finanzkrise traf das Businessjet-Geschäft hart, und der VLJ-Boom kühlte ab.
Dazu kam Konkurrenz aus dem eigenen Haus. 2011 kündigte Cessna die Citation M2 an, einen etwas größeren und schnelleren Einstiegsjet auf Basis der CitationJet-Reihe, Ende 2013 begannen die Auslieferungen. Damit gab es im eigenen Programm eine attraktive Alternative mit mehr Kabine und Leistung. In den Jahren 2014 bis 2016 lieferte Cessna nur noch jeweils rund zehn Mustangs aus. Im Mai 2017 endete die Produktion schließlich nach knapp 480 Exemplaren; Cessna begründete den Schritt mit der schwachen Nachfrage.
| Jahr | Auslieferungen (laut Nachschlagewerken) |
|---|---|
| 2006 | 1 |
| 2007 | 45 |
| 2008 | 101 |
| 2009 | 125 (Rekordjahr) |
| 2010 | 73 |
| 2011–2013 | zusammen rund 100 |
| 2014–2017 | zusammen rund 30 |
Für Spotter heißt das: Jede Mustang, die du heute siehst, stammt spätestens aus dem Jahr 2017, die meisten stammen aus den Jahren 2008 bis 2010. Wie du das genaue Alter eines Jets herausfindest, zeigt der Beitrag Flugzeug nach Kennzeichen verfolgen.
Wer fliegt die Mustang?
Laut Nachschlagewerken ist etwa die Hälfte der Flotte in den USA und Kanada registriert, überwiegend bei Privateignern mit einem einzelnen Flugzeug. Ein Teil dieser Jets fliegt zusätzlich im Charterbetrieb. In Europa sieht das Bild etwas anders aus.
Charter- und Lufttaxifirmen. Der bekannteste europäische Mustang-Betreiber ist die österreichische GlobeAir mit Sitz in Hörsching am Flughafen Linz. Die 2007 gegründete Firma bezeichnet ihre Flotte selbst als die weltweit größte mit modernen Citation Mustangs und bietet damit Charterflüge zu vielen hundert europäischen Flughäfen an. Größere Mustang-Bestände gibt es laut Nachschlagewerken in Europa außerdem auf den Britischen Inseln, in Frankreich und in Deutschland. Das erklärt, warum dir in Mitteleuropa auffällig viele Mustangs mit OE-Kennzeichen begegnen – wie die österreichische Registrierung aufgebaut ist, erklärt der Beitrag zu den österreichischen OE-Kennzeichen.
Privateigner. Wer seinen Jet selbst fliegt, schätzt an der Mustang die überschaubare Komplexität, die Garmin-Avionik und die Zulassung für einen Piloten. Für viele Eigner war sie der erste Jet überhaupt.
Ausbildung. Weil die Mustang die Lücke zwischen Kleinflugzeug und Airliner-Cockpit gut überbrückt, nutzen einige Ausbildungsbetriebe den Typ. Laut deutschsprachigen Nachschlagewerken setzte etwa Turkish Airlines zwei Mustangs in der Pilotenschulung ein. Zertifizierte Vollflugsimulatoren für den Typ gibt es unter anderem in Italien, Großbritannien und den USA.
Da sich Betreiber im Businessjet-Bereich schnell ändern und Jets häufig zwischen Eignern und Managementfirmen wechseln, gilt: Prüfe die Angaben immer am konkreten Kennzeichen. Flotten und Einsätze geben hier den Stand Oktober 2026 nur grob wieder.
Mustang im Anflug? Du weißt es zuerst
Planetrack benachrichtigt dich per Sichtungs-Alarm, wenn ein beobachteter Typ oder ein bestimmtes Kennzeichen im Anflug ist – ideal für kleine Jets ohne festen Flugplan. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
So erkennst du die Citation Mustang
Auf dem Vorfeld ist die Mustang vor allem eines: klein. Mit 12,37 Metern Länge und 13,16 Metern Spannweite gehört sie zu den kleinsten Jets, die du überhaupt zu sehen bekommst. Eine Besonderheit, die beim Einordnen hilft: Die Spannweite ist größer als die Rumpflänge. Aus der Draufsicht oder im Überflug wirkt die Mustang dadurch eher breit und gedrungen.
Das Grundlayout entspricht dem klassischen Businessjet: zwei Triebwerke seitlich am Heck, ein gepfeiltes Seitenleitwerk und tief angesetzte Flügel. Die Flügel sind fast gerade und enden ohne Winglets – typisch für die kleineren Citations. Der Rumpf ist kurz und rundlich, die Nase läuft spitz zu, und du zählst nur wenige ovale Kabinenfenster.
Größe einschätzen
Wirkt der Jet neben einem Tankwagen oder Kleinbus winzig, bist du im Very-Light-Jet-Segment.
Triebwerkslage prüfen
Zwei Gondeln seitlich am Heck sprechen für Mustang, Phenom 100 oder kleine Citations. Sitzen sie über den Flügeln oder oben auf dem Rumpf, ist es ein anderer Typ.
Leitwerk ansehen
Sitzt das Höhenleitwerk als T ganz oben auf der Seitenflosse, denk an die Phenom 100. Bei der Mustang ragt die Seitenflosse über das Höhenleitwerk hinaus.
Kennzeichen bestätigen
Typ, Baujahr und Ausstattung wie High Sierra verrät dir verlässlich nur das Kennzeichen in einer Datenbank.
Häufige Verwechslungen
Im Segment der kleinsten Jets gibt es mehrere Muster in sehr ähnlicher Größe. Ein genauer Blick auf Leitwerk, Triebwerkslage und Proportionen bringt dich meist schnell ans Ziel.
| Verwechslung | Woran du sie trennst |
|---|---|
| Embraer Phenom 100 | T-Leitwerk ganz oben, Rumpf etwas länger als die Spannweite |
| HondaJet | Triebwerke auf Pylonen über den Flügeln statt am Rumpf |
| Cirrus Vision Jet | nur ein Triebwerk oben auf dem Rumpf, V-Leitwerk |
| Cessna Citation CJ3 | deutlich längerer Rumpf mit mehr Fenstern, größere Triebwerke |
| Embraer Phenom 300 | größer, Winglets, stärker gepfeilte Flügel |
| Pilatus PC-24 | größerer, kantiger Rumpf, Triebwerke hoch am Heck |
Am häufigsten verwechselt wird die Mustang mit der Phenom 100. Beide sind Very Light Jets mit Hecktriebwerken, beide fliegen bis 41.000 Fuß und beide sind für einen Piloten zugelassen. Der Blick aufs Leitwerk entscheidet am schnellsten. Innerhalb der Citation-Familie hilft die Größe: Die Mustang ist der kürzeste und zierlichste Citation, schon die Einstiegsmodelle der CitationJet-Reihe wirken spürbar gestreckter. Einen größeren Überblick über die Businessjet-Familien liefert der Beitrag Businessjet-Typen unterscheiden.
Es spricht für eine Mustang, wenn …
- ein sehr kleiner Jet mit zwei Hecktriebwerken vor dir steht
- die Flügel fast gerade sind und ohne Winglets enden
- die Seitenflosse über das Höhenleitwerk hinausragt
- dein Tracking den Code C510 anzeigt
Sieh genauer hin, wenn …
- du den Jet nur frontal siehst und Leitwerk und Proportionen nicht erkennst
- der Rumpf auffällig lang wirkt – dann könnte es eine größere Citation sein
- keine Größenreferenz wie Fahrzeuge oder andere Jets im Bild ist
Es ist keine Mustang, wenn …
- das Höhenleitwerk als T ganz oben auf der Seitenflosse sitzt
- die Triebwerke über den Flügeln oder oben auf dem Rumpf montiert sind
- Winglets an den Flügelspitzen sitzen
Spotting-Tipps für die Mustang
Wie alle Businessjets fliegt die Mustang nach Bedarf, nicht nach Flugplan. Dazu kommt ihre geringe Größe – sie verlangt dir mehr Brennweite und gutes Timing ab als ein Airliner.
- Österreich im Blick behalten. Durch die große GlobeAir-Flotte hast du an österreichischen Flughäfen gute Chancen. In Linz sitzt der Betreiber selbst, in Salzburg lohnt die Besucherterrasse, und auch am Flughafen Wien ist der Typ ein Thema – dort ist die Besucherterrasse ein guter Startpunkt.
- Business-Aviation-Hotspots ansteuern. Am Flughafen Genf mit seiner Aussichtsterrasse (mehr im Genf-Guide), am Flughafen Zürich mit dem Butzenbüel, in Nizza oder in Paris-Le Bourget gehören kleine Jets zum Alltag.
- Kleinere Plätze nicht vergessen. Weil die Mustang mit vergleichsweise kurzen Pisten auskommt, landet sie auch an Regionalflughäfen wie Friedrichshafen, die größere Businessjets seltener sehen.
- Alarme statt Zufall. Mit dem Typcode C510 und einem Benachrichtigungsdienst musst du nicht stundenlang am Zaun warten. Wie du solche Alarme einrichtest, erklärt der Beitrag Benachrichtigungen für Flugzeuge einrichten.
- Lange Brennweite einpacken. Mit gut 12 Metern Länge ist die Mustang winzig. Ein Telezoom bis 400 mm oder mehr hilft, sie beim Rollen formatfüllend aufs Bild zu bekommen.
- Schräge Seitenansicht anpeilen. Für die sichere Bestimmung brauchst du Leitwerk und Flügelspitzen im Bild. Eine Dreiviertelansicht im Anflug oder beim Rollen zeigt beides am besten.
Weitere Tipps rund um Privatjets findest du im Guide Businessjets spotten, und im Artikel General Aviation spotten geht es um das Treiben am GA-Vorfeld. Ob deine Mustang-Sichtung eher Alltag oder etwas Besonderes ist, kannst du mit dem Beitrag Wie selten ist meine Sichtung? einordnen.
Privatsphäre respektieren
Kleine Businessjets gehören oft Privatpersonen oder fliegen für Firmenkunden. Fotografiere die Flugzeuge, nicht die Passagiere, und bleib auf öffentlich zugänglichen Flächen. Absperrungen an GA-Terminals sind verbindlich.
Sicherheit: Der Unfall von Friedrichshafen
Im deutschsprachigen Raum ist vor allem ein Unglück mit einer Mustang in Erinnerung geblieben: Am 14. Dezember 2017 stürzte eine in Österreich registrierte Mustang im Anflug auf den Flughafen Friedrichshafen ab. Alle drei Menschen an Bord kamen ums Leben. Betreiber war ein Lufttaxiunternehmen aus Bregenz. Der Fall wurde von den zuständigen Behörden untersucht; zu den Details verweisen wir auf die offiziellen Untersuchungsberichte.
Insgesamt gilt die Mustang als solide und gutmütige Konstruktion. Wie bei allen Jets im Ein-Pilot-Betrieb hängt die Sicherheit aber stark von Ausbildung, Erfahrung und sauberer Flugvorbereitung ab – ein Thema, das die Branche seit dem VLJ-Boom intensiv begleitet.
Die Mustang in der Citation-Familie
Die Mustang bildete viele Jahre die unterste Stufe der Citation-Familie. Darüber folgten die Modelle der CitationJet-Reihe wie die Citation CJ3 und die Citation CJ4, dann Midsize-Jets wie die Citation XLS und die Citation Latitude bis hin zur Citation Longitude. Für Cessna war die Mustang der Einstieg, über den Kunden später auf größere Citations wechseln konnten.
Nach dem Produktionsende übernahm die Citation M2 die Rolle des kleinsten Cessna-Jets. Die Mustang selbst bleibt aber ein wichtiger Typ im Gebrauchtmarkt und bei Charterfirmen – und damit noch viele Jahre ein fester Bestandteil der europäischen Business Aviation.
Bereit für die Mustang-Jagd?
- Ich weiß, dass die Mustang im Tracking als C510 läuft.
- Ich trenne Mustang und Phenom 100 sicher über das Leitwerk.
- Ich erkenne die Mustang an ihrer geringen Länge zwischen den größeren Citations.
- Ich habe einen Flughafen mit viel Business Aviation ausgewählt.
- Ich habe eine lange Brennweite für kleine Jets im Gepäck.
Fazit
Die Cessna Citation Mustang ist ein kompakter Very Light Jet, der Cessna 2006 in die kleinste Jetklasse brachte. Eigner flogen sie selbst, Charterfirmen wie GlobeAir machten sie in Europa zu einem vertrauten Anblick. Auch wenn die Produktion 2017 nach knapp 480 Exemplaren endete, begegnet dir die Mustang an Business-Aviation-Flughäfen weiterhin regelmäßig – du musst sie zwischen den großen Jets nur erst einmal entdecken.
Kurzfazit
Winzig, zwei Hecktriebwerke, gerade Flügel ohne Winglets, kein T-Leitwerk: Das ist die Citation Mustang. Im Tracking steht sie als C510, in Mitteleuropa trägt sie oft ein österreichisches OE-Kennzeichen.
Zusammenfassung
- Die Cessna Citation Mustang ist ein zweistrahliger Very Light Jet mit Hecktriebwerken, der 2002 angekündigt, 2005 erstmals geflogen und 2006 von der FAA zugelassen wurde.
- Zwei Pratt & Whitney Canada PW615F bringen den gut 3,9 Tonnen schweren Jet auf bis zu 41.000 Fuß und rund 340 Knoten Reisegeschwindigkeit.
- Bis zum Produktionsende im Mai 2017 entstanden knapp 480 Maschinen im Werk Independence, Kansas. Nachfolger im Einstiegssegment ist die Citation M2.
- In Europa fliegt die Mustang vor allem bei Charter- und Lufttaxifirmen und bei Privateignern. Für Spotter ist sie ein häufiger, aber leicht zu übersehender Gast an Business-Aviation-Flughäfen.
Häufige Fragen
Was ist die Cessna Citation Mustang?
Ein Very Light Jet des US-Herstellers Cessna, offiziell Model 510. Der Jet hat zwei Triebwerke am Heck, bietet in der Kabine typischerweise vier Passagieren Platz und kann von einem einzelnen Piloten geflogen werden. Ausgeliefert wurde er von November 2006 bis 2017.
Welchen ICAO-Typcode hat die Citation Mustang?
Die Mustang läuft unter C510, Wirbelschleppenkategorie Light. Der Code leitet sich direkt von der Modellnummer 510 ab. Mit diesem Filter findest du den Typ gezielt in Tracking-Diensten.
Wird die Citation Mustang noch gebaut?
Nein. Cessna beendete die Produktion im Mai 2017 nach knapp 480 Exemplaren. Als Grund nannte der Hersteller die schwache Nachfrage, zu der auch die eigene, etwas größere Citation M2 beigetragen hatte. Die gebauten Jets sind aber weiterhin weltweit im Einsatz.
Wie unterscheide ich Mustang und Embraer Phenom 100?
Beide sind fast gleich groß und haben Hecktriebwerke. Bei der Phenom 100 sitzt das Höhenleitwerk als T ganz oben auf der Seitenflosse, bei der Mustang nicht. Außerdem ist die Mustang breiter als lang, während die Phenom 100 etwas länger als breit ist. Im Zweifel klärt das Kennzeichen den Typ.
Wie viele Passagiere passen in die Mustang?
In der Standardauslegung gibt es vier Sitze in der Kabine sowie eine Toilette. Fliegt nur ein Pilot, kann der rechte Cockpitsitz zusätzlich von einem Passagier genutzt werden.
Was ist die Mustang High Sierra?
Eine 2010 eingeführte Ausstattungsvariante mit hochwertigerer Kabine und erweiterter Avionik, darunter synthetische Sicht im Garmin-Cockpit. Von außen ist sie nicht von einer normalen Mustang zu unterscheiden.
Wo kann ich die Citation Mustang spotten?
An Flughäfen mit viel Business Aviation, im DACH-Raum etwa in Genf, Zürich, Salzburg, Wien oder Linz. In Österreich ist die Charterfirma GlobeAir mit Sitz in Hörsching bei Linz ein großer Mustang-Betreiber. Weil der Jet kurze Pisten nutzen kann, taucht er auch an kleineren Regionalflughäfen auf.
Cessna Citation Mustang sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Verwandte Flugzeugtypen
Embraer Phenom 100
Klein, schnell und oft nur mit einem Piloten im Cockpit: Die Phenom 100 ist Embraers Einstieg in die Welt der Very Light Jets. Seit 2008 fliegt sie bei Eignern, Lufttaxi-Firmen, Flugschulen und Luftstreitkräften.
BusinessjetHondaJet HA-420
Zwei Triebwerke auf Pylonen über den Flügeln, eine spitz geschwungene Nase und ein Rumpf aus Verbundwerkstoff: Der HondaJet ist der erste Jet des Honda-Konzerns und einer der markantesten Kleinjets am GA-Vorfeld.
BusinessjetCirrus Vision Jet SF50
Ein Triebwerk oben auf dem Rücken, ein V-Leitwerk statt Seitenflosse und ein Fallschirm für das ganze Flugzeug: Der Cirrus Vision Jet ist der kleinste Jet am GA-Vorfeld und sieht aus wie kein anderer.
BusinessjetCessna Citation CJ3/CJ3+
Gerader Flügel, T-Leitwerk, zwei Williams-Triebwerke am Heck: Die Citation CJ3 ist seit 2004 einer der Standard-Light-Jets an jedem Business-Aviation-Vorfeld. So erkennst du sie und trennst sie von CJ2, CJ4 und Phenom 300.
BusinessjetCessna Citation CJ4
Leicht gepfeilter Flügel, T-Leitwerk, zwei kräftige Williams-Triebwerke am Heck: Die Citation CJ4 ist das größte Mitglied der CitationJet-Familie. So erkennst du sie und trennst sie sicher von CJ3, Phenom 300 und Co.
BusinessjetEmbraer Phenom 300
Seit Jahren der meistausgelieferte Light Jet der Welt: Die Phenom 300 fliegt bei NetJets, Charterfirmen und Eignern, die selbst im Cockpit sitzen. So erkennst du sie und so findest du sie in Europa.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Textron Aviation
Skyhawk auf dem Flugplatz, Citation am Businessjet-Terminal, King Air beim Rettungsdienst, Caravan im Frachtnetz von FedEx: Hinter all diesen Mustern steht Textron Aviation aus Wichita. Hier erfährst du, wie Cessna, Beechcraft und Hawker unter ein Dach kamen, wie du die Familien auseinanderhältst und wo du sie in Europa vor die Linse bekommst.
HerstellerPratt & Whitney
US-Triebwerkshersteller aus Connecticut, der mit dem JT8D die Kurzstrecke der 1960er prägte, mit dem JT9D den Jumbo antrieb und heute mit dem Getriebefan PW1000G unter A220, A320neo und E2 hängt. Für Spotter ist P&W der Grund, warum so viele Neos zeitweise am Boden standen.
FlughafenFlughafen Linz
Der frühere Blue Danube Airport ist klein im Passagierverkehr, aber Österreichs zweitwichtigster Frachtflughafen. Dazu teilt er sich die Piste mit dem Fliegerhorst Vogler des Bundesheers – und bietet Spottern eine Dachterrasse und Spotterlöcher im Zaun.
FlughafenFlughafen Genf
Zweitgrößter Flughafen der Schweiz mit nur einer Piste – dafür der längsten des Landes. Genf lebt von easyJet, SWISS und einer der stärksten Business-Aviation-Szenen Europas. Mit der kostenlosen Terrasse Panorama und dem Bahnhof direkt am Terminal ist er außerdem eines der bequemsten Spotting-Ziele der Schweiz.
Wo du die Cessna Citation Mustang siehst
Konkrete Standpunkte mit Betriebsrichtung, Lichtzeiten, Koordinaten und einer ehrlichen Einschätzung, ob sich die Anreise lohnt.
Aussichtsterrasse Flughafen Genf
Im vierten Stock von Terminal 1 schaust du über das Vorfeld auf die längste Piste der Schweiz und die Jurakette dahinter. Die Terrasse Panorama kostet nichts, du kommst ohne Sicherheitskontrolle hinein – und dank Business-Aviation, easyJet-Basis und Langstreckengästen wird es selten langweilig. Einziger Haken: Sie ist nur von Mitte März bis Ende Oktober offen.
SpotterhügelButzenbüel und Spotterhügel am Flughafen Zürich
Den klassischen Spotterhügel beim Heligrill im Westen des Zürcher Flughafens gibt es seit September 2023 nicht mehr, und der Butzenbüel ist ein Parkhügel hinter The Circle – kein Spotterpunkt. Hier erfährst du, was es mit beiden Orten auf sich hat und wo du heute im Westen und rund um den Zaun legal spottest.
BesucherterrasseBesucherterrasse Flughafen Salzburg
Die Besucherterrasse am Terminal 1 ist der einfachste Einstieg ins Spotting in Salzburg: kostenlos, mit dem Obus erreichbar und mit Blick über das Vorfeld auf die Piste 15/33, den Hangar-7 und die Salzburger Berge. An Winter-Samstagen wird sie zum Treffpunkt der Szene.
BesucherterrasseBesucherterrasse Flughafen Wien
Die lange Dachterrasse auf Terminal 3 war jahrelang der bequemste Spot in Wien – derzeit ist sie wegen der Bauarbeiten an der Süderweiterung geschlossen. Hier liest du, was offiziell bekannt ist und welche legalen Alternativen dir am Flughafen Wien bleiben.
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