Das Wichtigste in Kürze
- Der Learjet 75 ist der letzte neu gebaute Learjet. Bombardier beendete die Produktion der Marke 2021, die letzte Maschine wurde am 28. März 2022 ausgeliefert.
- Technisch ist er eine modernisierte Learjet 45XR: neue TFE731-40BR-Triebwerke, Garmin-G5000-Cockpit, effizientere Winglets und eine überarbeitete Kabine.
- Es gab drei Versionen: den Learjet 75, den kürzeren Learjet 70 (nur 13 gebaut) und ab 2019 den Learjet 75 Liberty mit sechs Sitzen.
- Rund 169 Exemplare der 70/75-Familie entstanden – der Typ ist damit deutlich seltener als frühere Learjets.
- Im Tracking läuft er als LJ75 (Learjet 70: LJ70). Vom Learjet 45 trennst du ihn verlässlich nur über Typcode oder Kennzeichen.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist der Learjet 75?
- 2.Learjet 70, 75 und 75 Liberty: die Versionen
- 3.Das Ende der Learjet-Produktion
- 4.So erkennst du den Learjet 75
- 5.Verwechslungsgefahr: Familie und Konkurrenz
- 6.Wer fliegt den Learjet 75?
- 7.Wo du den Learjet 75 antriffst
- 8.Fototipps für den Learjet 75
- 9.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
- 10.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | Bombardier (Marke Learjet, Endmontage in Wichita, USA) |
|---|---|
| Klasse | Leichter bis mittlerer Businessjet |
| ICAO-Typcode | LJ75 (Learjet 75 und 75 Liberty), LJ70 (Learjet 70) |
| Vorgestellt | Mai 2012 |
| FAA-Zulassung Learjet 75 | 14. November 2013 |
| Erste Auslieferungen | ab Oktober 2013 |
| Learjet 75 Liberty | vorgestellt im Juni 2019, sechs Passagiersitze |
| Produktionsende | angekündigt am 11. Februar 2021 für Ende 2021; letzte Auslieferung am 28. März 2022 |
| Stückzahl | rund 169 (davon 13 Learjet 70 und 156 Learjet 75) |
| Triebwerke | 2 × Honeywell TFE731-40BR, je rund 17,1 kN |
| Länge | rund 17,7 m |
| Spannweite | rund 15,5 m |
| Höhe | rund 4,3 m |
| Max. Startgewicht | rund 9,75 t |
| Kabine | ebener Boden, rund 1,50 m breit und 1,55 m hoch; Länge rund 6,0 m (Learjet 70: rund 5,4 m) |
| Passagiere | Learjet 75: bis zu 9; Learjet 70: bis zu 7; Liberty: 6 |
| Reichweite | rund 2.040 nm (ca. 3.780 km); Liberty laut Hersteller rund 2.080 nm |
| Reisegeschwindigkeit | bis rund 465 kn im Schnellflug, typisch Mach 0,76 |
| Dienstgipfelhöhe | 51.000 ft |
| Avionik | Garmin G5000 mit Touchscreen-Bedienung |
| Besatzung | 2 Piloten |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Schlanker Rumpf mit T-Leitwerk und zwei Triebwerken seitlich am Heck – die klassische Learjet-Silhouette
- An den Flügelspitzen Winglets statt Tiptanks: Damit trennst du ihn sofort vom älteren Learjet 35/36
- Höherer, runderer Rumpfquerschnitt als bei den alten Learjets, weil die Kabine einen ebenen Boden hat
- Von außen nahezu baugleich mit dem Learjet 45/45XR – den Ausschlag gibt der Typcode LJ75 oder das Kennzeichen
- Der Learjet 70 ist die kürzere Schwester, analog zum Learjet 40 gegenüber dem 45
- Im Cockpitfenster siehst du bei guter Sicht die großen Garmin-Displays – ein Detail für Nahaufnahmen am Vorfeld
Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein schlanker Jet mit T-Leitwerk rollt zum General-Aviation-Vorfeld, an den Flügelspitzen kleine, nach oben gezogene Winglets. Auf den ersten Blick ein Learjet wie viele andere. Zeigt dein Tracking-Dienst aber LJ75, hast du das letzte Kapitel einer Luftfahrtlegende vor der Linse: den Learjet 75, den letzten neu gebauten Learjet überhaupt. Hier liest du, wie der Typ entstand, wie du ihn vom fast identischen Learjet 45 trennst und warum die Produktion 2021/22 endete.
Den letzten Learjet in den Hangar holen
Mit Planetrack postest du deine Learjet-75-Sichtung mit Foto, Kennzeichen, Betreiber, Flughafen und Spot und baust dir Schritt für Schritt deine Businessjet-Sammlung auf. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Was ist der Learjet 75?
Der Learjet 75 ist ein zweistrahliger Businessjet für bis zu neun Passagiere und zwei Piloten. Er stammt von Bombardier, das die traditionsreiche Marke Learjet 1990 übernommen hatte, und wurde im Learjet-Werk in Wichita, Kansas montiert. Dort hatte 1963 alles begonnen: Am 7. Oktober 1963 flog der erste Learjet 23 – der Jet, mit dem Bill Lear das Segment der kleinen, schnellen Geschäftsreiseflugzeuge praktisch erfand.
Der Learjet 75 ist kein komplett neues Flugzeug, sondern eine gründliche Modernisierung des Learjet 45XR. Bombardier stellte ihn im Mai 2012 zusammen mit der kürzeren Schwester Learjet 70 vor, die den Learjet 40XR ablöste. Als Versuchsträger dienten umgebaute 40XR und 45XR, von denen zwei schon im Sommer 2012 mit der neuen Technik in der Luft waren. Am 14. November 2013 erteilte die US-Luftfahrtbehörde FAA die Musterzulassung für den Learjet 75, die ersten Auslieferungen liefen bereits ab Oktober 2013 an.
Was ist neu gegenüber dem 45XR? Vier Punkte stechen heraus:
- Triebwerke: Zwei Honeywell TFE731-40BR mit je rund 17,1 kN Schub und Schubumkehr. Hinter dem Triebwerk steht Honeywell Aerospace, dessen TFE731-Familie schon im Learjet 35 steckte.
- Cockpit: Ein Garmin G5000 mit großen Displays und Touchscreen-Bedienung ersetzt die ältere Avionik.
- Aerodynamik: Neu gestaltete, effizientere Winglets und weniger Luftwiderstand. Zusammen mit rund 90 Kilogramm weniger Gewicht im Bug ergibt das einige Prozent mehr Reichweite.
- Kabine: Eine komplett überarbeitete Einrichtung mit ebenem Boden, rund 1,50 Meter breit und 1,55 Meter hoch.
Learjet 70, 75 und 75 Liberty: die Versionen
Die Familie ist überschaubar, die Unterschiede sind aber für Sammler wichtig.
| Merkmal | Learjet 70 | Learjet 75 | Learjet 75 Liberty |
|---|---|---|---|
| ICAO-Typcode | LJ70 | LJ75 | LJ75 |
| Basis | Learjet 40XR | Learjet 45XR | Learjet 75 |
| Vorgestellt | 2012 | 2012 | Juni 2019 |
| Passagiere | bis zu 7 | bis zu 9 | 6 |
| Kabinenlänge | rund 5,4 m | rund 6,0 m | wie Learjet 75 |
| Gebaut | 13 | 156 (inkl. Liberty) | in der 75er-Zahl enthalten |
Der Learjet 70 blieb ein Randmodell: Spätestens 2016 ruhte seine Fertigung mangels Bestellungen, nur 13 Exemplare entstanden. Wer einen LJ70 im Tracking entdeckt, hat also eine echte Seltenheit erwischt.
Der Learjet 75 Liberty kam im Juni 2019. Statt bis zu neun gibt es hier sechs Sitze, die Ausstattung ist schlanker. Bombardier wollte damit Kunden ansprechen, die sonst bei leichten Jets wie der Embraer Phenom 300 oder der Cessna Citation CJ4 gelandet wären. Der Hersteller nannte für die Liberty eine Reichweite von rund 2.080 nautischen Meilen. Äußerlich unterscheidet sie sich nicht vom normalen 75, und auch im Tracking erscheint sie als LJ75.
Das Ende der Learjet-Produktion
Am 11. Februar 2021 verkündete Bombardier, die Fertigung aller Learjet-Modelle bis Ende 2021 einzustellen. Der Konzern wollte sich auf die größeren und margenstärkeren Familien Challenger und Global konzentrieren, etwa die Global 7500. Die Nachfrage war in den Jahren davor deutlich gesunken: 2016 gingen noch 24 Learjet 70/75 an Kunden, 2017 nur noch 14.
Die letzte Maschine, ein Learjet 75 Liberty, verließ im Januar 2022 die Montagelinie in Wichita. Ausgeliefert wurde sie am 28. März 2022 an den Kunden Northern Aircraft Management. Damit endete nach fast sechs Jahrzehnten der Bau neuer Learjets. Insgesamt hat die Marke über alle Modelle hinweg mehr als 3.000 Flugzeuge hervorgebracht. Bombardier hat zugesagt, die Flotte weiterhin zu betreuen – Learjets bleiben also noch lange in der Luft, es kommen nur keine neuen mehr hinzu.
Für Spotter hat das eine klare Folge: Die Population ist endlich. Neue Kennzeichen kommen nur noch durch Halterwechsel hinzu, nicht durch Neubauten. Wie du das Baujahr einer Maschine herausfindest, erklärt Flugzeugalter herausfinden.
So erkennst du den Learjet 75
Die Grundform kennst du von allen Learjets: schlanker Rumpf, T-Leitwerk, zwei Triebwerke am Heck. Für die Feinbestimmung helfen drei Schritte.
Flügelspitzen prüfen
Winglets statt dicker Tanks: Damit fallen die klassischen Learjets 24, 25, 35 und 36 sofort heraus. Der Learjet 75 gehört zur modernen 45er-Generation.
Rumpf und Länge einschätzen
Der Rumpf ist höher und runder als bei den alten Learjets. Wirkt der Jet kurz und gedrungen, kann es ein Learjet 40 oder 70 sein. Deutlich länger und gestreckter ist der Learjet 60.
Typcode abgleichen
Learjet 45 und 75 sehen von außen nahezu gleich aus. Erst der Typcode LJ75 oder eine Kennzeichen-Abfrage macht die Bestimmung sicher.
Wie du ein bestimmtes Flugzeug per Kennzeichen findest und seine Daten abfragst, steht in Flugzeug nach Kennzeichen verfolgen.
Praxis-Tipp: Cockpit im Blick
Am Vorfeld lohnt sich ein Detailfoto durch die Cockpitscheiben: Die großen Garmin-Bildschirme des Learjet 75 unterscheiden sich vom älteren Cockpit vieler Learjet 45. Mit Planetrack legst du Gesamt- und Detailaufnahme in einer Sichtung ab und hast die Belege später zusammen.
Verwechslungsgefahr: Familie und Konkurrenz
In der Größenklasse des Learjet 75 tummeln sich viele Typen. Der Finder grenzt die Kandidaten ein.
Schnellbestimmung: Learjet 75 oder nicht?
Learjet 75 / 70
Winglets, T-Leitwerk und der Typcode passen. Ob 75, 75 Liberty oder 70, klärt das Kennzeichen.
Learjet 40, 45 oder 60
Gleiche Generation, aber älteres Modell. Der Learjet 45 sieht dem 75 fast zum Verwechseln ähnlich.
Learjet 35/36
Der Klassiker mit Tiptanks aus den 1970er-Jahren.
Hawker 800XP
Bulligerer Rumpf, Höhenleitwerk nicht ganz oben.
Cessna Citation
Höhenleitwerk tief am Heck – typisch etwa für die Citation XLS.
Der wichtigste Doppelgänger ist der Learjet 45, aus dem der 75 hervorgegangen ist. Die Hawker 800XP wirkt deutlich wuchtiger und trägt ihr Höhenleitwerk nicht ganz oben. Die Citation Excel/XLS trägt ihr Höhenleitwerk deutlich tiefer am Seitenleitwerk, die größere Citation Latitude zwar ein T-Leitwerk, aber einen sichtbar dickeren Rumpf. Die Pilatus PC-24 und die Phenom 300 haben ebenfalls ein T-Leitwerk, wirken aber kürzer und gedrungener. Die Gulfstream G280 und die Challenger 300 spielen eine Klasse höher und sind spürbar größer. Eine Übersicht der großen Familien gibt der Guide Businessjet-Typen unterscheiden.
LJ75 im Anflug? Lass dich wecken
Richte einen Sichtungs-Alarm für den Typ LJ75 oder einzelne Kennzeichen ein – Planetrack benachrichtigt dich, wenn ein Learjet 75 anfliegt oder landet. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Wer fliegt den Learjet 75?
Der Learjet 75 ist vor allem in privater und gewerblicher Hand: Unternehmen, Eigner und Charterbetreiber nutzen ihn für Strecken, die für leichte Jets zu lang und für große Kabinenjets zu kurz sind. Mit rund 2.040 nautischen Meilen Reichweite, also etwa 3.780 Kilometern, schafft er europäische Distanzen problemlos ohne Zwischenstopp. Die hohe Dienstgipfelhöhe von 51.000 Fuß setzt die Learjet-Tradition fort, über dem dichten Linienverkehr zu fliegen.
Viele Maschinen sind in Nordamerika registriert, in Europa begegnet dir der Typ unter verschiedenen Kennzeichen-Präfixen. Konkrete Flottenzahlen einzelner Betreiber ändern sich durch Verkäufe laufend; prüfe sie im Zweifel tagesaktuell über das Kennzeichen.
Wo du den Learjet 75 antriffst
Businessjets sammeln sich dort, wo Geld, Messen und Tourismus zusammenkommen. Typische Orte in Europa:
- Genf: Der Flughafen Genf ist eine der größten Businessjet-Drehscheiben Europas. Von der Aussichtsterrasse hast du den Verkehr gut im Blick, Tipps gibt der Planespotting-Guide Genf.
- Paris-Le Bourget: Der reine Geschäftsreiseflughafen Paris-Le Bourget ist ganzjährig ein Hotspot, alle zwei Jahre kommt die Paris Air Show dazu.
- Côte d’Azur: Am Flughafen Nizza steigt der Businessjet-Verkehr im Sommer deutlich an.
- Salzburg: Am Flughafen Salzburg bringen Wintersaison und Festspiele viele Geschäftsreisejets. Gute Standorte sind die Besucherterrasse und das Umfeld des Hangar-7.
- London: Der Flughafen London-Luton hat einen großen Anteil an Privat- und Geschäftsflügen.
| Ort | Trefferchance | Warum |
|---|---|---|
| Genf, Paris-Le Bourget | mittel | sehr viel Businessjet-Verkehr aus aller Welt |
| Nizza, Salzburg | gering bis mittel | stark saisonal, Spitzen im Sommer bzw. Winter |
| Luton | gering bis mittel | viel Geschäftsverkehr, breiter Typenmix |
Mehr zum Spotten kleiner Jets und Propellermaschinen findest du in General Aviation spotten und im Guide Businessjets spotten.
Nicht immer sichtbar
Viele Eigner lassen ihre Flugdaten in Tracking-Diensten einschränken. Ein fehlender Eintrag heißt nicht, dass kein Learjet unterwegs ist – achte auf Messetermine, Saison und Wochentage.
Fototipps für den Learjet 75
Brennweite einplanen
Mit knapp 18 Metern Länge ist der Learjet 75 kurz. Auf Distanz brauchst du eine lange Brennweite, damit er das Bild füllt.
Kennzeichen sichern
Weil Learjet 45 und 75 fast gleich aussehen, ist ein lesbares Kennzeichen Pflicht – sonst bleibt die Sichtung unbestimmt.
Licht von der richtigen Seite
Weiße Rümpfe mit dünnen Zierlinien brauchen gutes Seitenlicht. Den passenden Zeitpunkt planst du mit dem Sonnenstand-Planer.
Bereit für den letzten Learjet?
- Ich habe einen Tracking-Filter auf LJ75 und LJ70 gesetzt.
- Ich kenne den Unterschied zwischen Tiptanks und Winglets.
- Ich weiß, dass Learjet 45 und 75 nur übers Kennzeichen sicher zu trennen sind.
- Mein Standort hat Blick aufs General-Aviation-Vorfeld.
- Ich habe eine Brennweite dabei, die auch kleine Jets füllt.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für den Learjet 75, wenn …
- Winglets, T-Leitwerk und zwei Hecktriebwerke zu sehen sind
- der Rumpf schlank, aber höher als bei alten Learjets wirkt
- im Tracking-Dienst LJ75 steht
- die Kennzeichen-Abfrage ein Baujahr ab 2013 ergibt
Sieh genauer hin, wenn …
- der Jet wie ein 75 aussieht, aber LJ45 im Tracking steht – dann ist es der Vorgänger
- er kürzer wirkt – dann kann es ein Learjet 70 oder 40 sein
- du Liberty und normalen 75 unterscheiden willst – das geht nur über das Kennzeichen
Es ist kein Learjet 75, wenn …
- dicke Tanks an den Flügelspitzen hängen – dann ein klassischer Learjet
- das Höhenleitwerk tief am Rumpf sitzt – dann eher eine Citation
- der Rumpf deutlich breiter und bauchiger ist – dann eher eine Challenger
Fazit
Der Learjet 75 ist das Schlusskapitel einer Marke, die vor über 60 Jahren den kleinen, schnellen Businessjet erfunden hat. Technisch ist er eine konsequent modernisierte Learjet 45 mit neuen Triebwerken, Garmin-Cockpit und effizienteren Winglets. Rund 169 Exemplare der 70/75-Familie entstanden, die letzte Maschine ging im März 2022 an ihren Kunden. Für dich als Spotter heißt das: Die Flotte wächst nicht mehr, und wer einen LJ75 – oder gar einen der nur 13 gebauten LJ70 – erwischt, hält ein Stück Luftfahrtgeschichte im Bild fest.
Kurzfazit
Winglets, T-Leitwerk, schlanker Rumpf und der Typcode LJ75: Das ist der Learjet 75, der letzte neu gebaute Learjet. Vom fast identischen Learjet 45 trennt ihn nur der Typcode oder das Kennzeichen – also immer das Kennzeichen mitfotografieren.
Zusammenfassung
- Bombardier stellte den Learjet 70 und 75 im Mai 2012 als Nachfolger von Learjet 40XR und 45XR vor; zwei umgebaute Versuchsträger flogen bereits im Sommer 2012.
- Die FAA ließ den Learjet 75 am 14. November 2013 zu, die Auslieferungen begannen im Oktober 2013. Die Fertigung des Learjet 70 ruhte spätestens ab 2016 mangels Bestellungen.
- Im Juni 2019 folgte der Learjet 75 Liberty mit sechs Sitzen und einem Preis-Leistungs-Fokus.
- Am 11. Februar 2021 kündigte Bombardier das Ende der gesamten Learjet-Produktion an, um sich auf Challenger und Global zu konzentrieren. Die letzte Maschine, ein Learjet 75 Liberty, ging im März 2022 an den Kunden.
Häufige Fragen
Welchen ICAO-Typcode hat der Learjet 75?
Der Learjet 75 und der Learjet 75 Liberty laufen unter LJ75, der kürzere Learjet 70 unter LJ70. Der äußerlich sehr ähnliche Learjet 45 hat den Code LJ45. Mehr zum System steht in ICAO-Typcodes erklärt.
Wird der Learjet 75 noch gebaut?
Nein. Bombardier hat am 11. Februar 2021 angekündigt, die Learjet-Produktion bis Ende 2021 einzustellen. Die letzte Maschine wurde im Januar 2022 fertig und am 28. März 2022 ausgeliefert. Damit endete nach rund sechs Jahrzehnten die Fertigung der Marke Learjet. Bombardier betreut die bestehende Flotte aber weiterhin.
Was ist der Unterschied zwischen Learjet 45 und Learjet 75?
Der Learjet 75 baut auf dem 45XR auf, hat aber stärkere TFE731-40BR-Triebwerke, ein Garmin-G5000-Glascockpit mit Touchscreens, effizientere Winglets und eine neu gestaltete Kabine. Weniger Luftwiderstand und Gewicht bringen ihm einige Prozent mehr Reichweite. Von außen sind beide kaum zu unterscheiden – hier hilft nur der Typcode oder das Kennzeichen.
Was ist der Learjet 75 Liberty?
Die Liberty ist eine 2019 vorgestellte Ausstattungsvariante des Learjet 75 mit sechs Passagiersitzen. Bombardier positionierte sie preislich gegen leichte Jets und nannte eine Reichweite von rund 2.080 nautischen Meilen. Im Tracking erscheint sie ebenfalls als LJ75.
Wie viele Learjet 75 gibt es?
Insgesamt entstanden rund 169 Maschinen der Familie: 156 Learjet 75 (inklusive Liberty) und 13 Learjet 70. Das ist für einen Businessjet eine kleine Serie – zum Vergleich: Vom Learjet 35/36 wurden mehrere hundert Exemplare gebaut.
Ist der Learjet 75 eine seltene Sichtung?
In Europa ist er kein Alltagsgast, aber auch keine Rarität. Mit Geduld triffst du ihn an Businessjet-Drehscheiben wie Genf oder Paris-Le Bourget. Weil die Stückzahl klein ist und keine neuen Maschinen mehr dazukommen, lohnt sich jede Sichtung für die Sammlung. Einordnen hilft Wie selten ist meine Sichtung?.
Wie hoch fliegt der Learjet 75?
Die Dienstgipfelhöhe liegt bei 51.000 Fuß, also rund 15,5 Kilometern. Damit fliegt er deutlich über dem dichten Airliner-Verkehr – das ist seit jeher eine Learjet-Tradition.
Bombardier Learjet 75 sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
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