Das Wichtigste in Kürze
- Der Learjet 60 ist der größte klassische Learjet: ein Midsize-Jet, entstanden durch Strecken und Überarbeiten des Learjet 55.
- Schnellster Erkennungsweg: Learjet-Silhouette mit Winglets, zwei Delta-Finnen unter dem Heck und ein langer, schlanker Rumpf.
- Im Tracking findest du alle Varianten – 60, 60SE und 60XR – unter dem Typcode LJ60; die Variante klärt nur das Kennzeichen.
- Mehr als 400 Exemplare entstanden zwischen 1993 und 2012/2013 in Wichita; die Produktion ist beendet, der Typ ist heute ein Gebrauchtflugzeug.
- Neben Firmen und Charterbetreibern nutzen Ambulanzflug-Anbieter und Behörden den Typ, etwa die US-Luftfahrtbehörde FAA zur Vermessung von Navigationsanlagen.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist der Bombardier Learjet 60?
- 2.Learjet 60, 60SE oder 60XR?
- 3.Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen
- 4.Verwechslungsgefahr: die Learjet-Familie und ihre Nachbarn
- 5.Wer den Learjet 60 fliegt
- 6.Wo du den Learjet 60 antriffst
- 7.Spotting-Tipps für Genf, Zürich, Nürnberg und Salzburg
- 8.Fototipps für den Learjet 60
- 9.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
- 10.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | Learjet, seit 1990 Teil von Bombardier; Fertigung in Wichita (Kansas, USA) |
|---|---|
| Klasse | Midsize-Businessjet |
| ICAO-Typcode | LJ60 (auch für 60SE und 60XR) |
| Abstammung | Gestreckte und überarbeitete Weiterentwicklung des Learjet 55 |
| Erstflug | Oktober 1990 (Prototyp) |
| FAA-Zulassung | Januar 1993 |
| Varianten | Learjet 60, 60SE (ab 2004), 60XR (im Dienst ab 2007) |
| Produktion | 1993 bis 2012/2013, mehr als 400 Exemplare (400. Maschine im Februar 2012) |
| Triebwerke | 2 × Pratt & Whitney Canada PW305A, je rund 20,5 kN |
| Länge | rund 17,9 m |
| Spannweite | rund 13,3 m |
| Höhe | rund 4,5 m |
| Kabine | rund 5,4 m lang, rund 1,8 m breit, rund 1,7 m hoch |
| Passagiere | typisch 6 bis 8, maximal rund 10 |
| Max. Startgewicht | rund 10,7 t |
| Reichweite | rund 2.400 nm (Learjet 60, 4 Passagiere), rund 2.240 nm (60XR) |
| Dienstgipfelhöhe | 51.000 ft |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Klassisches Learjet-Profil: tief angesetzter Flügel, T-Leitwerk und zwei Triebwerke seitlich am Heck
- Winglets statt Flügelspitzentanks – das trennt ihn sofort vom älteren Learjet 35/36
- Zwei kleine, schräg nach unten zeigende Delta-Finnen unter dem Heck statt einer einzelnen Bauchflosse
- Spürbar gestreckter Rumpf mit langer Fensterreihe – länger als der Learjet 55, aus dem er entstanden ist
- Schlanke Nase und für die Größe recht kurze Spannweite von gut 13 Metern; der Learjet 45 wirkt mit über 14 Metern breiter
- Im Tracking als LJ60 geführt – auch der modernisierte 60XR läuft unter diesem Code
Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein kleiner weißer Jet rollt zur Piste: T-Leitwerk, zwei Triebwerke am Heck, eine spitze Nase und unter dem Leitwerk zwei winzige, schräg abstehende Flossen. Keine Tanks an den Flügelspitzen, dafür kleine Winglets. Das ist sehr wahrscheinlich ein Learjet 60 – der größte Vertreter der klassischen Learjet-Linie und bis heute ein gefragtes Arbeitspferd für Charter- und Ambulanzflüge. Hier erfährst du, wie du ihn sicher bestimmst, wie er sich von Learjet 35, 45 und 75 unterscheidet und wo du ihn als Spotter am ehesten erwischst.
LJ60 im Hangar abhaken
Mit Planetrack hältst du jede Learjet-Sichtung mit Foto, Kennzeichen, Betreiber, Flughafen und Spot fest und baust dir deine Businessjet-Sammlung auf. Die App startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Was ist der Bombardier Learjet 60?
Der Learjet 60 ist ein zweistrahliger Midsize-Businessjet. Er entstand bei Learjet in Wichita, Kansas – jener Firma, die Bill Lear 1962 gegründet hatte und die 1990 an den kanadischen Konzern Bombardier ging. Der 60er ist damit das erste große Learjet-Projekt der Bombardier-Ära und wurde auch als „Bombardier Learjet 60“ vermarktet.
Technisch ist er eine Weiterentwicklung des Learjet 55, der ab 1979 flog und in rund 147 Exemplaren entstand. Learjet streckte dessen Rumpf, setzte stärkere Triebwerke von Pratt & Whitney Canada ein und überarbeitete die Aerodynamik gründlich: neue Flügelwurzel-Verkleidung, neue Triebwerksaufhängungen, ein geänderter Übergang zum Leitwerk, Winglets mit spitz zulaufender Hinterkante und zwei sogenannte Delta-Finnen unter dem Heck, die die einzelne Bauchflosse ersetzen.
Der Prototyp flog im Oktober 1990, im Januar 1993 erteilte die US-Luftfahrtbehörde FAA die Zulassung, noch im selben Jahr gingen die ersten Maschinen an Kunden. Die Kabine ist rund 5,4 Meter lang, rund 1,8 Meter breit und rund 1,7 Meter hoch. Typisch sind sechs bis acht Sitze in Einzelsesseln links und rechts eines Mittelgangs; zugelassen ist der Jet für bis zu rund zehn Passagiere. Geflogen wird er von zwei Piloten.
Bekannt ist der Learjet 60 vor allem für seine Steigleistung. Bei maximalem Gewicht klettert er in rund 18,5 Minuten auf 41.000 Fuß. Die Reichweite gibt die Literatur für den ursprünglichen Learjet 60 mit rund 2.400 nautischen Meilen an, gerechnet mit vier Passagieren, zwei Piloten und Reserven; der schwerere 60XR kommt auf rund 2.240 nautische Meilen. Für Europa heißt das: Viele Strecken quer über den Kontinent und bis in den Mittelmeerraum sind je nach Beladung und Wind nonstop möglich.
Learjet 60, 60SE oder 60XR?
Über die Bauzeit von rund zwei Jahrzehnten hat Bombardier den Typ mehrfach aufgefrischt. Der Rumpf blieb gleich, verändert wurden vor allem Cockpit und Kabine.
| Merkmal | Learjet 60 | Learjet 60SE | Learjet 60XR |
|---|---|---|---|
| ICAO-Typcode | LJ60 | LJ60 | LJ60 |
| Indienststellung | 1993 | ab 2004 | ab Juli 2007 |
| Triebwerke | 2 × PW305A | 2 × PW305A | 2 × PW305A |
| Cockpit | ursprüngliche Avionik | weitgehend wie Learjet 60 | Rockwell Collins Pro Line 21 |
| Reichweite (4 Passagiere) | ca. 2.400 nm | ca. 2.400 nm | ca. 2.240 nm |
| Von außen unterscheidbar? | – | praktisch nein | praktisch nein |
Ende der 1990er-Jahre ließ die Nachfrage nach. Bombardier reagierte 2004 mit dem Learjet 60SE, einer aufgewerteten Ausführung mit überarbeiteter Kabine. Der eigentliche Modernisierungsschritt folgte mit dem Learjet 60XR: Er flog am 3. April 2006 erstmals und kam im Juli 2007 in Dienst. Neu waren das Glascockpit Pro Line 21 von Rockwell Collins, ein moderneres Flugmanagementsystem, elektronische Karten, Bremsen mit drei Rotorscheiben, LED-Kabinenbeleuchtung und bessere Schalldämmung. Der 60XR ist rund 430 Kilogramm schwerer als der ursprüngliche 60er, was die Reichweite etwas reduziert.
Einen spektakulären Großauftrag gab es 2008: Die europäische Fractional- und Chartergesellschaft Jet Republic wollte 25 Learjet 60XR fest und weitere 85 als Option übernehmen. Der Auftrag platzte, weil das Unternehmen das nötige Kapital nicht zusammenbekam. Im Februar 2012 lieferte Bombardier den 400. Learjet 60 aus, im Juli desselben Jahres kündigte der Hersteller eine Produktionspause an, aus der 2013 das endgültige Ende wurde. Insgesamt entstanden je nach Quelle gut 400 bis rund 430 Exemplare.
Für dich als Spotter ist die Varianten-Frage reine Kennzeichen-Recherche. Mit der Registrierung findest du in Datenbanken die Seriennummer – und daraus die Version. Wie das geht, erklärt der Beitrag Flugzeug nach Kennzeichen verfolgen. Wie alt eine bestimmte Maschine ist, zeigt dir der Guide Flugzeugalter herausfinden.
Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen
Kleine Businessjets mit T-Leitwerk und Hecktriebwerken sehen auf den ersten Blick alle ähnlich aus. Mit drei Schritten kommst du trotzdem schnell zum Learjet 60.
Learjet-Silhouette erkennen
Spitze, schlanke Nase, tief angesetzter Flügel, T-Leitwerk und zwei Triebwerke direkt am Rumpfheck: Das ist die typische Learjet-Form. Im Vergleich zu einer Challenger wirkt der Rumpf zierlicher, die Kabine niedriger.
Flügelspitzen und Heck prüfen
Winglets statt Spitzentanks schließen den Learjet 35/36 aus. Schau dann unter das Leitwerk: Zwei kleine, schräg nach unten abstehende Delta-Finnen sind ein Kennzeichen der Learjet-55/60-Linie.
Länge und Typcode
Knapp 18 Meter Länge bei nur gut 13 Metern Spannweite – der Rumpf wirkt im Verhältnis zum Flügel lang. Bestätige mit dem Tracking-Dienst: LJ60.
Was hinter den vierstelligen Codes steckt und warum Varianten oft denselben Code teilen, erklärt der Beitrag ICAO-Typcodes erklärt.
Praxis-Tipp: Delta-Finnen von der Seite
Die beiden Flossen unter dem Heck siehst du am besten im Seitenprofil beim Rollen oder kurz nach dem Abheben. Achte darauf, dass sie auf deinem Foto gut zu erkennen sind – postest du die Sichtung mit Planetrack samt Foto, Typ und Kennzeichen, hast du den Beleg für deine Bestimmung gleich dabei.
Verwechslungsgefahr: die Learjet-Familie und ihre Nachbarn
Die größte Verwechslungsgefahr kommt aus dem eigenen Haus. Learjet 35, 45, 55, 60 und 75 teilen das Grundlayout, unterscheiden sich aber in Details. Der Finder hilft beim Eingrenzen.
Schnellbestimmung: Welcher Learjet?
Learjet 60 (oder 60XR)
Winglets, langer schlanker Rumpf und Delta-Finnen unter dem Heck passen zum Learjet 60. Welche Variante es ist, verrät die Seriennummer hinter dem Kennzeichen.
Learjet 35/36
Die Tanks an den Flügelspitzen sind das klassische Learjet-Merkmal der älteren Generation. Der 35er ist deutlich kürzer als der 60er.
Learjet 45 oder Learjet 75
Die jüngere Learjet-Generation ist eine Neukonstruktion mit Honeywell-Triebwerken und größerer Spannweite. Der Learjet 75 ist die modernisierte Fassung des 45.
Der Learjet 35/36 ist der Klassiker mit Spitzentanks und ebenfalls ein verbreiteter Ambulanzjet. Der Learjet 45 und sein Nachfolger Learjet 75 sind ähnlich lang wie der 60er, aber eine eigene Konstruktion mit breiterem Flügel und Honeywell-Triebwerken. Den Learjet 55, aus dem der 60er hervorging, triffst du heute nur noch selten; er hat einen kürzeren Rumpf und schwächere Triebwerke.
Außerhalb der Familie kommen vor allem Jets derselben Größenklasse infrage. Die Cessna Citation Excel/XLS hat kein T-Leitwerk, ihr Höhenleitwerk sitzt tief am Rumpf. Der Hawker 800XP wirkt bulliger, trägt das Höhenleitwerk auf halber Flossenhöhe und hat einen deutlich größeren Rumpfquerschnitt. Die Challenger 300/350 teilt das T-Leitwerk, ist aber rund drei Meter länger und spürbar dicker. Eine Übersicht über alle großen Businessjet-Familien bietet der Guide Gulfstream, Global, Falcon, Citation und Challenger unterscheiden.
Wer den Learjet 60 fliegt
Der Learjet 60 war von Anfang an ein Flugzeug für viele Hände. Neben Privat- und Firmenbesitzern setzten ihn Fractional-Anbieter und Charterbetreiber ein, die einen schnellen Jet mit vergleichsweise geräumiger Kabine für Europa- und Kontinentalstrecken brauchten. Weil keine neuen Maschinen mehr gebaut werden, hat sich das Bild verschoben: Heute fliegen viele Learjet 60 in zweiter oder dritter Hand bei kleineren Charterfirmen.
Ambulanzflüge
Ein wichtiger Einsatzbereich ist die Patientenrückholung. Learjets verschiedener Baureihen gehören seit Jahrzehnten zu den am häufigsten genutzten Ambulanzjets, lange vor allem der Learjet 35. Der 60er bringt dafür einige Vorteile mit: Seine Kabine ist länger als bei 35 und 55, sodass neben der Trage Platz für medizinisches Gerät und Begleitpersonal bleibt. Reisegeschwindigkeit und Reichweite erlauben Rückholflüge aus dem Mittelmeerraum, von den Kanaren oder aus Osteuropa meist ohne Tankstopp.
In Deutschland sitzen mehrere Anbieter von Ambulanz- und Geschäftsflügen am Flughafen Nürnberg, der deshalb überdurchschnittlich viele kleine Businessjets sieht. Welche Betreiber gerade Learjet 60 in ihrer Flotte haben, ändert sich allerdings laufend – Maschinen werden verkauft, umgerüstet oder durch größere Typen wie die Challenger 604/605 ersetzt. Prüf vor einer gezielten Suche deshalb aktuelle Daten, statt dich auf ältere Flottenlisten zu verlassen.
Ambulanzflüge: Respekt vor dem Einsatz
Hinter einem Ambulanzflug steht ein Patient. Fotografiere aus öffentlich zugänglichen Bereichen, halte Abstand zu Krankenwagen und Übergabeplätzen und veröffentliche keine Bilder, auf denen Patienten oder Personal erkennbar sind.
Behörden und Militär
Auch Staaten haben den Learjet 60 genutzt. Die US-Luftfahrtbehörde FAA setzte mehrere Maschinen zur Flugvermessung ein, also zur Kontrolle von Navigationsanlagen und Anflugverfahren. Die malaysische Zivilluftfahrtbehörde nutzte zwei Exemplare für dieselbe Aufgabe. Dazu kommen VIP-Transporter einzelner Regierungen und Streitkräfte, etwa in Mexiko, Kolumbien, Nordmazedonien und Malta. Solche Maschinen tragen oft auffällige Behörden- oder Militärkennzeichen und sind in Europa echte Seltenheiten.
Seltene Kennzeichen nicht verpassen
Richte Sichtungs-Alarme für den Typ LJ60 oder einzelne Kennzeichen ein – Planetrack benachrichtigt dich, wenn sie anfliegen oder landen. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Wo du den Learjet 60 antriffst
Businessjets fliegen ohne veröffentlichten Flugplan, und der Learjet 60 ist inzwischen deutlich seltener als moderne Typen wie Citation oder Challenger 350. Er ist aber in Europa weiterhin präsent, vor allem bei Charter- und Ambulanzbetreibern. Entsprechend gilt: Er taucht dort auf, wo Geschäftsreise- und Ambulanzverkehr zusammenkommen.
Schweiz: Der Flughafen Genf ist einer der wichtigsten Businessjet-Flughäfen Europas, mit ganzjährigem Verkehr und Spitzen in der Wintersaison. Tipps für die Spots dort sammelt der Planespotting-Guide für Genf. Am Flughafen Zürich sorgt besonders das Weltwirtschaftsforum im Januar für viele Businessjets in kurzer Zeit; Spots und Anfahrt beschreibt der Planespotting-Guide für Zürich.
Deutschland und Österreich: In Nürnberg hast du wegen der ansässigen Ambulanz- und Charteranbieter gute Karten; einen Überblick über die Spots gibt der Planespotting-Guide für Nürnberg. In Salzburg bringen Festspiele und Skisaison Geschäftsflieger in die Stadt, in München und Köln/Bonn tauchen Learjets verteilt übers Jahr auf.
Europäische Hotspots: Paris-Le Bourget ist ein reiner Geschäftsflughafen und damit einer der besten Orte, um ältere Businessjets in Serie zu sehen.
| Ort | Trefferchance | Warum |
|---|---|---|
| Nürnberg | mittel | Ansässige Ambulanz- und Charteranbieter |
| Genf | mittel | Ganzjährig starker Businessjet-Verkehr |
| Paris-Le Bourget | mittel | Reiner Geschäftsflughafen |
| Zürich, Salzburg | niedrig bis mittel | Saison- und Veranstaltungsspitzen |
| Kleine Regionalflughäfen | niedrig | Einzelne Ambulanz- oder Charterflüge, oft kurzfristig |
Kurzfristige Einsätze, gefilterte Daten
Ambulanzflüge entstehen oft innerhalb weniger Stunden, und manche Businessjet-Betreiber lassen ihre Positionsdaten in Tracking-Diensten filtern. Plane mit Wahrscheinlichkeiten und halte den Filter auf LJ60 offen, statt auf einen festen Termin zu setzen.
Spotting-Tipps für Genf, Zürich, Nürnberg und Salzburg
In Genf ist die Aussichtsterrasse der naheliegende Startpunkt: Der Flughafen hat nur eine große Piste, jeder Jet kommt also an derselben Stelle vorbei. In Zürich bietet der Butzenbüel gute Sicht aufs Pistensystem. In Nürnberg ist die Besucherterrasse ein guter erster Anlaufpunkt, in Salzburg die Besucherterrasse, von der aus du kleine Jets beim Rollen nah vor die Linse bekommst.
Bereit für die Learjet-Suche?
- Ich habe einen Tracking-Dienst mit Filter auf LJ60 offen.
- Ich kenne die voraussichtliche Betriebsrichtung.
- Ich weiß, wo am Flughafen das GA- oder Ambulanz-Vorfeld liegt.
- Mein Standpunkt ist öffentlich zugänglich und erlaubt.
- Ich habe genug Brennweite für einen Jet von nur 18 Metern Länge dabei.
Mehr zum Spotten kleiner Jets abseits der Linienmaschinen steht in den Guides Businessjets spotten und General Aviation spotten.
Fototipps für den Learjet 60
Der Learjet 60 ist nicht einmal halb so lang wie eine A320. Das verändert deine Fotoplanung spürbar.
Mehr Brennweite
Für formatfüllende Bilder brauchst du bei knapp 18 Metern Länge deutlich mehr Brennweite als bei Linienjets. Welche Objektive sich eignen, steht im Guide Brennweite fürs Planespotting.
Schnell sein beim Start
Der Learjet 60 ist für seine Steigleistung bekannt. Nach dem Abheben zieht er steil nach oben – halte die Kamera schon beim Startlauf bereit.
Kennzeichen sichern
Das Kennzeichen sitzt meist am hinteren Rumpf oder am Triebwerk. Ein scharfes Belegfoto entscheidet später, ob du einen 60, 60SE oder 60XR erwischt hast.
Weiß braucht Licht
Die meisten Learjets sind überwiegend weiß. Mit der Sonne im Rücken bleiben Zierstreifen und Kennzeichen sichtbar; belichte eher knapp, damit das Weiß nicht ausfrisst.
Wann das Licht an deinem Spot passt, berechnest du mit dem Sonnenstand-Planer – wie das geht, zeigt der Guide Sonnenstand planen für deinen Fotospot. Ob deine Sichtung eher Alltag oder ein seltener Fang ist, hilft dir der Beitrag Wie selten ist meine Sichtung? einzuschätzen. Viele Learjets sind übrigens nicht im Land ihres Betreibers registriert – warum, erklärt Offshore-Registrierungen und Leasing.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für den Learjet 60, wenn …
- du T-Leitwerk, Hecktriebwerke und Winglets siehst
- unter dem Heck zwei kleine Delta-Finnen sitzen
- der Rumpf mit knapp 18 Metern lang und schlank wirkt
- im Tracking-Dienst LJ60 steht
Sieh genauer hin, wenn …
- der Flügel auffallend breit wirkt – dann kann es ein Learjet 45 oder 75 sein
- der Jet etwas kürzer erscheint – dann kommt ein seltener Learjet 55 infrage
- du zwischen 60 und 60XR unterscheiden willst – das geht nur übers Kennzeichen
Es ist kein Learjet 60, wenn …
- an den Flügelspitzen Tanks sitzen – dann ist es ein Learjet 35/36
- das Höhenleitwerk tief am Rumpf oder auf halber Flossenhöhe sitzt – dann eher eine Citation oder Hawker
- der Rumpf deutlich dicker und länger als 20 Meter ist – dann eher eine Challenger
- der Typcode LJ35, LJ45 oder LJ75 lautet
Fazit
Der Learjet 60 ist der Schlusspunkt der klassischen Learjet-Linie: ein gestreckter, kräftiger Learjet 55 mit Pratt-&-Whitney-Triebwerken, Winglets und Delta-Finnen. Neu gebaut wird er seit 2013 nicht mehr, doch im Charter- und Ambulanzgeschäft fliegt er weiter. Für Spotter macht ihn genau das reizvoll: Er ist kein Alltagsjet mehr, aber auch keine Unmöglichkeit – und jede Maschine hat ihre eigene Geschichte, die du über das Kennzeichen nachverfolgen kannst.
Kurzfazit
Knapp 18 Meter, T-Leitwerk, Winglets statt Spitzentanks und zwei Delta-Finnen unter dem Heck: Das ist der Learjet 60. Der Typcode LJ60 bestätigt ihn, das Kennzeichen verrät, ob es ein 60, 60SE oder 60XR ist.
Zusammenfassung
- Der Learjet 60 flog als Prototyp im Oktober 1990, erhielt im Januar 1993 die FAA-Zulassung und kam im selben Jahr in Dienst.
- Bombardier legte 2004 den 60SE und 2007 den 60XR mit Rockwell-Collins-Pro-Line-21-Cockpit nach; 2012 stoppte die Fertigung, 2013 war endgültig Schluss.
- Winglets, Delta-Finnen, Rumpflänge und der Typcode LJ60 trennen ihn von Learjet 35, 45, 55 und 75.
- An Businessjet-Flughäfen wie Genf, Zürich, Nürnberg oder Paris-Le Bourget ist er weniger häufig als moderne Typen, aber regelmäßig zu sehen – oft als Ambulanz- oder Charterjet.
Häufige Fragen
Welchen ICAO-Typcode hat der Learjet 60?
Der Learjet 60 läuft unter LJ60. Das gilt auch für die späteren Ausführungen 60SE und 60XR, die keinen eigenen Code bekommen haben. Wer im Tracking-Dienst nach LJ60 filtert, sieht also alle Varianten auf einmal.
Was ist der Unterschied zwischen Learjet 60 und 60XR?
Von außen kaum einer. Der 60XR bekam vor allem ein neues Cockpit mit Rockwell Collins Pro Line 21, ein moderneres Flugmanagementsystem, bessere Bremsen und eine überarbeitete Kabine mit LED-Licht und mehr Dämmung. Er flog im April 2006 erstmals und kam im Juli 2007 in Dienst. Unterscheiden kannst du die beiden nur über das Kennzeichen beziehungsweise die Seriennummer.
Wie unterscheide ich den Learjet 60 vom Learjet 35?
Am einfachsten an den Flügelspitzen. Der Learjet 35/36 trägt große, zigarrenförmige Kraftstofftanks an den Flügelenden, der Learjet 60 hat stattdessen Winglets. Dazu ist der 60er deutlich länger und hat zwei Delta-Finnen unter dem Heck.
Wie unterscheide ich den Learjet 60 vom Learjet 45?
Beide sind ähnlich lang und tragen Winglets. Der Learjet 45 ist aber eine eigenständige Neukonstruktion mit Honeywell-Triebwerken und einem breiteren Flügel von gut 14,5 Metern Spannweite. Der Learjet 60 wirkt schlanker und „spitzer“, seine Wurzeln im Learjet 55 sind an Rumpf und Leitwerk erkennbar. Endgültige Sicherheit gibt der Typcode: LJ45 oder LJ60.
Warum wird der Learjet 60 gern als Ambulanzflugzeug genutzt?
Learjets verschiedener Baureihen gehören seit Jahrzehnten zu den häufigsten Ambulanzjets. Der 60er bietet als größter klassischer Learjet mehr Kabinenlänge als 35 oder 55, eine Reichweite von gut 2.000 nautischen Meilen und eine hohe Reisegeschwindigkeit. Damit lassen sich Patientenrückholungen innerhalb Europas und aus dem Mittelmeerraum ohne Zwischenstopp fliegen. Welche Anbieter aktuell welche Maschinen einsetzen, ändert sich allerdings laufend.
Wird der Learjet 60 noch gebaut?
Nein. Bombardier legte die Fertigung im Juli 2012 auf Eis, 2013 endete sie endgültig. Die gesamte Marke Learjet hat Bombardier 2021 eingestellt; der letzte Learjet, ein Learjet 75, wurde im März 2022 ausgeliefert. Alle Learjet 60 sind also Gebrauchtflugzeuge.
Wie schnell steigt ein Learjet 60?
Sehr schnell für seine Klasse. In der Literatur wird angegeben, dass er bei maximalem Gewicht in rund 18,5 Minuten auf 41.000 Fuß steigt. Die zugelassene Dienstgipfelhöhe liegt bei 51.000 Fuß – für dich am Boden bedeutet das vor allem: Ist er abgehoben, ist er schnell weg.
Bombardier Learjet 60 sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
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BusinessjetCessna Citation Excel/XLS
Gerader Flügel, Kreuzleitwerk, Stehhöhe in der Kabine: Die Citation Excel und ihre XLS-Nachfolger gehören zu den meistgebauten Midsize-Jets überhaupt. In Europa begegnen sie dir oft mit portugiesischem Kennzeichen bei NetJets Europe.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Bombardier
Bombardier hat den Regionaljet in Europa populär gemacht, die heutige A220 entwickelt und Learjet, Canadair und de Havilland Canada unter einem Dach vereint. Heute baut der Konzern aus Montreal nur noch Businessjets – und die siehst du an Genf, Le Bourget oder Nizza öfter, als du denkst.
FlughafenFlughafen Genf
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FlughafenFlughafen Zürich
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FlughafenFlughafen Nürnberg
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Wo du die Bombardier Learjet 60 siehst
Konkrete Standpunkte mit Betriebsrichtung, Lichtzeiten, Koordinaten und einer ehrlichen Einschätzung, ob sich die Anreise lohnt.
Aussichtsterrasse Flughafen Genf
Im vierten Stock von Terminal 1 schaust du über das Vorfeld auf die längste Piste der Schweiz und die Jurakette dahinter. Die Terrasse Panorama kostet nichts, du kommst ohne Sicherheitskontrolle hinein – und dank Business-Aviation, easyJet-Basis und Langstreckengästen wird es selten langweilig. Einziger Haken: Sie ist nur von Mitte März bis Ende Oktober offen.
SpotterhügelButzenbüel und Spotterhügel am Flughafen Zürich
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BesucherterrasseBesucherterrasse Flughafen Nürnberg
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