Das Wichtigste in Kürze
- Die Caravan ist der Lastesel unter den Einmots: ein Turboprop-Hochdecker für Fracht, Zubringerflüge, Fallschirmspringer und Wasserflugzeug-Einsätze.
- Schnellster Erkennungsweg: Flügel oben mit Strebe, ein Turboprop in der langen Nase, starres Fahrwerk, oft eine Frachtgondel unter dem Bauch.
- Es gibt zwei Rumpflängen: die ursprüngliche 208 und die rund 1,2 m längere 208B Grand Caravan.
- FedEx war Geburtshelfer: Für den Paketdienst entstanden die fensterlosen Frachter Cargomaster und Super Cargomaster.
- In Tracking-Diensten erscheint der Typ als C208; deutsche Maschinen tragen Kennzeichen der Gruppe D-F.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Was ist die Cessna 208 Caravan?
- 2.Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen
- 3.Die Versionen im Überblick
- 4.Fracht, Zubringer, Wasserflugzeug: wo die Caravan fliegt
- 5.Caravan, PC-12, Kodiak oder Twin Otter?
- 6.Spotting-Tipps: so bekommst du die Caravan vor die Linse
- 7.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
- 8.Fazit
Steckbrief
| Hersteller | Cessna Aircraft Company, heute Textron Aviation (Wichita, Kansas) |
|---|---|
| ICAO-Typcode | C208 (gilt für Caravan, Grand Caravan und Cargomaster) |
| Erstflug Prototyp | 9. Dezember 1982 |
| Zulassung (FAA) | Oktober 1984, Auslieferungen ab 1985 |
| Gestreckte Version 208B | Erstflug 1986 als Super Cargomaster, Passagierversion Grand Caravan ab 1990 |
| Gebaute Exemplare | mehr als 3.000 (Stand 2022) |
| Triebwerk Caravan | 1 × Pratt & Whitney Canada PT6A-114A, 675 shp |
| Triebwerk Grand Caravan EX | 1 × Pratt & Whitney Canada PT6A-140, 867 shp |
| Länge | 11,5 m (Caravan) / 12,7 m (Grand Caravan EX) |
| Spannweite | 15,9 m |
| Höhe | rund 4,5 m (Caravan) / 4,7 m (Grand Caravan EX mit Frachtgondel) |
| Max. Startgewicht | 3.629 kg (Caravan) / 3.995 kg (Grand Caravan EX) |
| Insassen | 10 bis 14 laut Hersteller, je nach Version und Zulassung |
| Max. Reisegeschwindigkeit | 186 ktas (Caravan) / 185 ktas (Grand Caravan EX), rund 345 km/h |
| Max. Reichweite (Herstellerangabe) | 1.982 km (Caravan) / 1.689 km (Grand Caravan EX) |
| Startstrecke (Herstellerangabe) | 626 m (Caravan) / 658 m (Grand Caravan EX) |
| Cockpit | Garmin G1000, heute G1000 NXi |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Hochdecker mit langem, geradem Flügel und einer Strebe pro Seite
- Ein einzelnes PT6-Turboprop-Triebwerk in einer langen, schlanken Nase, meist mit Dreiblattpropeller
- Starres Bugradfahrwerk mit kräftigen Federbeinen, im Wasserflugzeug-Einsatz auf großen Amphibienschwimmern
- Häufig eine flache Frachtgondel (Cargo Pod) unter dem Rumpfbauch
- Kastiger Rumpf mit großer Frachttür hinten links; reine Frachter haben gar keine Kabinenfenster
- Rund 16 m Spannweite – deutlich größer als jede Cessna-Kolbenmaschine
Aktualisiert: Oktober 2026 – Über dem Sprungplatz kreist eine Maschine mit hohem Flügel und langer Nase, ein feines Turbinensingen mischt sich ins Propellerbrummen, und unter dem Bauch hängt eine flache Kiste: Sehr wahrscheinlich ist das eine Cessna 208 Caravan. Der einmotorige Turboprop ist eines der vielseitigsten Arbeitsflugzeuge der Welt. Er fliegt Pakete für Expressdienste, bringt Passagiere auf abgelegene Inseln, setzt Fallschirmspringer ab und landet auf Schwimmern auf Seen. Hier erfährst du, wie du die Caravan sicher bestimmst, welche Versionen es gibt und wo du sie vor die Kamera bekommst.
C208 im Hangar sammeln
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Was ist die Cessna 208 Caravan?
Die Caravan ist ein einmotoriger Turboprop-Hochdecker für Nutzlast. Wo eine Cessna 172 vier Personen trägt, nimmt die Caravan je nach Version und Zulassung zehn bis vierzehn Insassen mit oder mehr als anderthalb Tonnen Fracht. Gebaut wurde sie für Einsätze, bei denen eine Turbine als robust und anspruchslos gilt und ein starres Fahrwerk auf kurzen, unbefestigten Pisten zurechtkommen muss.
Hinter dem Typ steht die Cessna Aircraft Company aus Wichita, die heute zu Textron Aviation gehört. Das Projekt startete im November 1981, der Prototyp flog am 9. Dezember 1982. Die US-Luftfahrtbehörde FAA ließ das Serienmuster im Oktober 1984 zu, ab 1985 gingen die ersten Maschinen an Kunden.
Entscheidend für den Erfolg war ein Großkunde: FedEx. Der Expressdienst suchte einen kleinen Frachter für die Zubringerstrecken seines Netzes und bekam von Cessna eine fensterlose Version, die 208A Cargomaster. Auf Wunsch von FedEx folgte eine um rund 1,2 Meter gestreckte Ausführung, die 208B Super Cargomaster, die 1986 erstmals flog. Aus ihr leitete Cessna die Passagierversion Grand Caravan ab, die ab 1990 ausgeliefert wurde.
Seitdem wurde die Caravan laufend modernisiert. 2008 zog das Glascockpit Garmin G1000 ein, heute ist es das G1000 NXi. Um die Jahreswende 2012/2013 kam die Grand Caravan EX mit dem deutlich stärkeren Triebwerk PT6A-140 hinzu. 2016 kündigte Textron an, die Fertigung von Wichita nach Independence in Kansas zu verlegen. Bis 2022 waren mehr als 3.000 Caravans ausgeliefert.
Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen
Auf den ersten Blick wirkt die Caravan wie eine sehr große Cessna. Genau das ist der Schlüssel: Sie hat die klassischen Cessna-Gene, aber eine Turbine und die Proportionen eines kleinen Transporters.
Hochdecker mit Strebe
Der lange, gerade Flügel sitzt oben auf dem Rumpf und wird auf jeder Seite von einer schrägen Strebe gestützt. Mit fast 16 Metern Spannweite wirkt er im Verhältnis zum Rumpf sehr breit.
Ein Turboprop, lange Nase
Vorn sitzt ein einzelnes PT6-Triebwerk in einer schlanken, auffällig langen Motorhaube, meist mit Dreiblattpropeller. Am Boden verrät das helle Pfeifen der Turbine den Unterschied zur Kolben-Cessna.
Starres Fahrwerk, oft mit Gondel
Bugrad und zwei kräftige Hauptfahrwerksbeine bleiben immer draußen. Unter dem Rumpf hängt bei vielen Maschinen eine flache Frachtgondel, die das Profil unverwechselbar macht.
Passen alle drei Punkte, bist du sehr nah dran. Welche Version du vor dir hast, klärt am Ende das Kennzeichen, denn im Flugplan steht für alle Varianten nur C208. Wie du Kennzeichen liest und nachschlägst, erklärt der Guide Flugzeug-Kennzeichen verstehen. In Deutschland fällt die Caravan wegen ihres Startgewichts in die Gruppe D-F für einmotorige Flugzeuge zwischen 2.000 und 5.700 kg; die Systematik steht im Beitrag zu den deutschen Kennzeichen und Gewichtsklassen.
Praxis-Tipp: auf die Gondel achten
Die Frachtgondel unter dem Bauch ist das schnellste Fernmerkmal. Kaum ein anderer einmotoriger Hochdecker trägt so eine Kiste. Fehlt sie, helfen Strebe, Nase und Fahrwerk weiter.
Die Versionen im Überblick
Für Spotter sind vor allem zwei Fragen wichtig: Ist der Rumpf kurz oder lang, und hat die Kabine Fenster? Daraus ergibt sich fast die ganze Typenfamilie.
| Version | Rumpf | Kabine | Triebwerk | Typischer Einsatz |
|---|---|---|---|---|
| 208 Caravan (zeitweise als Caravan 675 vermarktet) | kurz, 11,5 m | mit Fenstern | PT6A-114, heute PT6A-114A | Utility, Passagiere, Wasserflugzeug |
| 208A Cargomaster | kurz | ohne Fenster | PT6A-114-Familie | Fracht, entwickelt für FedEx |
| 208B Super Cargomaster | lang, rund 1,2 m gestreckt | ohne Fenster | PT6A-114-Familie | Fracht-Zubringer |
| 208B Grand Caravan | lang | mit Fenstern | PT6A-114A | Zubringer, Fallschirmspringer |
| 208B Grand Caravan EX | lang, 12,7 m | mit Fenstern | PT6A-140, 867 shp | aktuelles Topmodell, Zubringer und Fracht |
| Caravan Amphibian | kurz (auch als Grand Caravan EX Amphibian) | mit Fenstern | PT6A-114A bzw. PT6A-140 | Schwimmer mit einziehbaren Rädern |
Die Längendifferenz von rund 1,2 Metern siehst du am besten im Verhältnis von Rumpf zu Flügel: Bei der kurzen 208 wirkt der Flügel fast überdimensioniert, die Grand Caravan wirkt gestreckter und hat hinter der Tragfläche sichtbar mehr Rumpf. Wer beide einmal nebeneinander gesehen hat, erkennt den Unterschied später auch ohne Vergleich.
Die Grand Caravan EX ist von außen schwer von einer älteren Grand Caravan zu trennen. Das stärkere Triebwerk sitzt in einer ähnlichen Haube, die Unterschiede sind Details. Hier lohnt der Blick ins Register: Baujahr und Seriennummer verraten die Version zuverlässig.
Sonderversionen und Umbauten
- Militär: Das US-Verteidigungsministerium führt die Caravan als U-27A, die brasilianische Luftwaffe als C-98. Die bewaffnete Version AC-208 mit Außenlaststationen unter den Flügeln setzte die irakische Luftwaffe ab Januar 2014 im Kampfeinsatz ein.
- Fallschirmsprung-Ausrüstung: Für den Absetzbetrieb werden viele Caravans mit einer großen Sprungtür auf der linken Seite ausgerüstet, durch die mehrere Springer schnell nacheinander aussteigen.
- Umbauten mit mehr Leistung: Verschiedene Firmen bieten Nachrüstungen mit stärkeren Triebwerken an, etwa mit einem Honeywell TPE331 oder größeren PT6-Versionen. Solche Maschinen erkennst du oft an abweichenden Propellern oder geänderten Motorhauben.
- eCaravan: Eine experimentell auf Elektroantrieb umgebaute Caravan flog am 28. Mai 2020 in Moses Lake im US-Bundesstaat Washington. Ein Serienmuster ist daraus nicht hervorgegangen.
- Fertigung in China: Ab 2013 montierte der chinesische Hersteller CAIGA in Shijiazhuang Caravans aus Bausätzen, die aus den USA geliefert wurden.
Caravan auf Schwimmern nicht verpassen
Setz die Caravan auf die Wunschliste in deinem Hangar und richte Sichtungs-Alarme für den Typ, eine Airline oder einzelne Kennzeichen ein: Planetrack benachrichtigt dich, wenn sie an deinem Flughafen anfliegen. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Fracht, Zubringer, Wasserflugzeug: wo die Caravan fliegt
Die Stärke der Caravan liegt in ihrer Vielseitigkeit. Bis März 2022 hatte die weltweite Flotte rund 24 Millionen Flugstunden gesammelt – verteilt auf ganz unterschiedliche Aufgaben.
Paketzubringer. Der bekannteste Betreiber ist FedEx Express. Der Expressdienst nutzt die Caravan, um Sendungen von kleineren Flughäfen zu den großen Sortierzentren zu bringen, wo die Frachtjets übernehmen. Die fensterlosen Cargomaster und Super Cargomaster in FedEx-Farben sind in den USA ein vertrauter Anblick. Wie die großen Integratoren ihre Netze aufbauen, erklärt der Beitrag DHL, FedEx und UPS im Vergleich. FedEx war übrigens auch Erstkunde der größeren, zweimotorigen Cessna 408 SkyCourier, deren erstes Serienexemplar der Paketdienst im Mai 2022 übernahm.
Commuter- und Inselverkehr. In den USA, in der Karibik, in Afrika und im Pazifik fliegen kleine Airlines mit der Grand Caravan auf Strecken, für die ein Regionalflugzeug zu groß wäre. Ein Beispiel ist Southern Airways Express, die Caravans neben Pilatus PC-12 einsetzt. Kurze, raue Pisten sind für die Caravan kein Problem; laut Hersteller reichen der Basisversion rund 626 Meter Startstrecke.
Wasserflugzeug. Auf Wipaire-Amphibienschwimmern mit einziehbaren Rädern wird die Caravan zum Wasserflugzeug, das auch auf normalen Pisten landen kann. Damit konkurriert sie mit Klassikern wie der DHC-2 Beaver und der DHC-3 Otter, die bei Wasserflug-Airlines wie Harbour Air und Kenmore Air den Ton angeben.
Fallschirmsprung, Ausbildung, Hilfsflüge. An vielen Sprungplätzen ist die Caravan die Standard-Absetzmaschine: Sie steigt schnell, trägt viele Springer und hat die passende Tür. Dazu kommen VIP-Transport, Vermessung, Ambulanz- und humanitäre Einsätze.
| Ort | Trefferchance | Warum |
|---|---|---|
| Fallschirmsprungplätze | hoch | Caravan als verbreitete Absetzmaschine |
| Kleinere Verkehrsflughäfen und Verkehrslandeplätze | mittel | Utility-, Vermessungs- und Überführungsflüge |
| Große Drehkreuze im DACH-Raum | niedrig | kaum Bedarf an einmotorigen Zubringern |
| USA, Kanada, Karibik, Afrika | hoch | Paketzubringer, Inselverkehr, Wasserflugzeuge |
Einsätze ändern sich
Welche Caravan wo stationiert ist, wechselt mit Saison und Betreiber. Gerade Absetzmaschinen werden oft nur für die Sprungsaison gechartert. Prüf vor einer Tour aktuell, ob am Platz Betrieb ist.
Caravan, PC-12, Kodiak oder Twin Otter?
Einmotorige und kleine zweimotorige Turboprops sehen sich auf den ersten Blick ähnlich. Der Finder hilft dir, mit drei Beobachtungen einzugrenzen.
Schnellbestimmung: kleiner Utility-Turboprop
Cessna 208 Caravan
Ein Turboprop, Hochdecker mit Strebe und Frachtgondel sind das typische Caravan-Bild. Schau jetzt auf die Rumpflänge: kurz heißt 208, gestreckt heißt 208B Grand Caravan.
Pilatus PC-12
Tiefdecker, T-Leitwerk und Winglets passen zur PC-12. Sie fährt ihr Fahrwerk ein und hat keine Flügelstrebe.
Twin Otter oder Do 228
Zwei Triebwerke an einem hoch angesetzten Flügel deuten auf DHC-6 Twin Otter oder Dornier Do 228. Die Twin Otter hat Flügelstreben, die Do 228 nicht.
Die wichtigsten Abgrenzungen im Detail:
- Pilatus PC-12: Tiefdecker mit T-Leitwerk und Einziehfahrwerk. Gemeinsam ist nur das PT6-Triebwerk.
- Daher Kodiak: Ebenfalls ein einmotoriger Turboprop-Hochdecker mit Strebe und starrem Fahrwerk – die gefährlichste Verwechslung. Die Kodiak ist kleiner und gedrungener, steht hoch auf ihrem Fahrwerk und hat eine kürzere Nase. Im Zweifel hilft das Kennzeichen.
- Pilatus PC-6 Porter: Hochdecker mit Strebe und Turboprop, aber mit Spornrad hinten statt Bugrad und deutlich kleiner.
- DHC-6 Twin Otter und Dornier Do 228: Zwei Triebwerke – damit ist die Caravan sofort raus.
- Cessna 182 Skylane: Gleiche Familienoptik, aber Kolbenmotor, viel kleinerer Rumpf und keine Turbine.
Einen größeren Überblick über Propellerflugzeuge findest du im Beitrag Turboprops unterscheiden, für Kolbenmaschinen im Guide Kleinflugzeuge erkennen.
Spotting-Tipps: so bekommst du die Caravan vor die Linse
Die Caravan ist kein Flugplan-Flugzeug für große Drehkreuze. Du findest sie dort, wo kleine Flugzeuge arbeiten. Mit etwas Vorbereitung klappt es trotzdem gezielt.
Bereit für deine Caravan-Session?
- Ich habe einen Sprungplatz oder Flugplatz mit Caravan-Betrieb gefunden.
- Ich weiß, ob dort am Wochenende oder unter der Woche geflogen wird.
- Ich kenne die Pistenrichtung und weiß, wo die Sonne steht.
- Mein Standpunkt ist öffentlich zugänglich und stört den Betrieb nicht.
- Ich habe eine Verschlusszeit für sichtbare Propellerbewegung eingeplant.
Sprungplätze im Blick behalten. An Sprungplätzen startet die Absetzmaschine bei gutem Wetter immer wieder. Das gibt dir viele Versuche für Start, Steigflug und Landung. Achte auf Absperrungen und Landezonen der Springer und halte Abstand.
Tracking nutzen. Viele Caravans senden ADS-B-Daten. Unter dem Code C208 findest du sie in Tracking-Diensten und siehst, ob gerade eine in deiner Nähe unterwegs ist. Wie das funktioniert, erklärt der Guide zur Flugverfolgung mit ADS-B.
Propeller sichtbar machen. Ein komplett eingefrorener Propeller lässt jedes Turboprop-Foto statisch wirken. Mit einer längeren Belichtungszeit bekommst du eine Propellerscheibe ins Bild. Welche Werte funktionieren, steht im Beitrag Propeller fotografieren: die richtige Verschlusszeit.
Seitenprofil für die Version
Im sauberen Seitenprofil siehst du Rumpflänge, Fensterreihe und Gondel auf einen Blick – ideal, um später 208 und 208B zu unterscheiden.
Dreiviertelansicht im Steigflug
Schräg von vorn zeigen sich lange Nase, Strebe und der breite Flügel zugleich. Bei Absetzmaschinen bekommst du dazu oft die offene Sprungtür ins Bild.
Licht von der Seite
Der kastige Rumpf und die Gondel werfen klare Schatten. Flaches Seitenlicht modelliert die Form besser als harte Mittagssonne.
Wann das Licht an deinem Standpunkt passt, kannst du vorab berechnen; wie, steht im Guide Sonnenstand planen für deinen Fotospot. Ob dein Standort rechtlich in Ordnung ist, klärt der Artikel Ist Planespotting erlaubt?. Und falls du gerade erst einsteigst, bringt dich Planespotting für Einsteiger schnell auf Kurs.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für eine Caravan, wenn …
- der Flügel oben sitzt und von einer Strebe pro Seite gestützt wird
- vorn ein einzelner Turboprop in einer langen Nase arbeitet
- das Fahrwerk starr ist und ein Bugrad hat
- eine flache Frachtgondel unter dem Rumpf hängt
Sieh genauer hin, wenn …
- die Maschine kompakt wirkt und hoch auf dem Fahrwerk steht – das kann eine Kodiak sein
- du nur einen Propeller hörst, aber kein Turbinenpfeifen – dann eher eine Kolben-Cessna
- du die Rumpflänge nicht einschätzen kannst – dann entscheidet das Kennzeichen über 208 oder 208B
Fazit
Die Cessna 208 Caravan ist das Arbeitstier unter den einmotorigen Turboprops. Hochdecker mit Strebe, ein Turboprop in der langen Nase und das starre Fahrwerk liefern den Typ, die Rumpflänge die Version, das Kennzeichen die Bestätigung. Im DACH-Raum findest du sie vor allem an Sprungplätzen und kleineren Flughäfen, weltweit als Paketzubringer, Inselflieger und Wasserflugzeug.
Kurzfazit
Flügel oben mit Strebe, ein PT6-Turboprop, starres Fahrwerk und oft eine Frachtgondel: Das ist die Caravan. Kurzer Rumpf heißt 208, langer Rumpf 208B Grand Caravan. Wer sie gezielt sucht, filtert nach C208 und schaut an Fallschirmsprungplätzen vorbei.
Zusammenfassung
- Die Caravan flog erstmals im Dezember 1982 und wird seit 1985 ausgeliefert; bis 2022 kamen mehr als 3.000 Exemplare zusammen.
- Aus der Basisversion gingen die gestreckte 208B Grand Caravan und die stärkere Grand Caravan EX mit PT6A-140 hervor.
- Hochdecker mit Strebe, ein Propeller und starres Fahrwerk trennen sie von PC-12, Twin Otter, Do 228 und Kodiak.
- Spotten lohnt sich an Fallschirmsprungplätzen, kleineren Verkehrsflughäfen mit Frachtzubringern und an Wasserflugzeug-Basen.
Häufige Fragen
Welchen ICAO-Typcode hat die Cessna 208 Caravan?
Alle Versionen laufen unter C208 – egal ob kurze Caravan, gestreckte Grand Caravan oder Frachter. Die Variante verrät dir deshalb erst das Kennzeichen oder ein genauer Blick auf die Rumpflänge.
Was ist der Unterschied zwischen Caravan und Grand Caravan?
Die Grand Caravan (208B) ist rund 1,2 m länger als die ursprüngliche 208. Das bringt mehr Platz für Fracht oder Passagiere. Die aktuelle Grand Caravan EX hat zusätzlich das stärkere Triebwerk PT6A-140 mit 867 shp.
Welche Rolle spielt FedEx bei der Caravan?
FedEx gab den Anstoß für die reinen Frachtversionen: zuerst die fensterlose 208A Cargomaster, dann die gestreckte 208B Super Cargomaster, die 1986 erstmals flog. FedEx betreibt bis heute eine Flotte von weit über 200 Caravans und nutzt sie als Zubringer im Paketnetz.
Gibt es die Caravan als Wasserflugzeug?
Ja. Die Caravan Amphibian steht auf Amphibienschwimmern von Wipaire mit einziehbaren Rädern und kann damit auf Wasser und an Land starten und landen. Textron bietet sie ab Werk an.
Wie unterscheide ich die Caravan von der Pilatus PC-12?
Über den Flügel: Die Caravan ist ein Hochdecker mit Strebe und starrem Fahrwerk, die PC-12 ein Tiefdecker mit Einziehfahrwerk, T-Leitwerk und Winglets.
Wo sehe ich in Deutschland eine Caravan?
Am ehesten an Fallschirmsprungplätzen, wo sie als Absetzmaschine im Einsatz ist, und an Flugplätzen mit Utility- oder Frachtverkehr. Deutsche Maschinen erkennst du an der Kennzeichengruppe D-F für einmotorige Flugzeuge zwischen 2.000 und 5.700 kg.
Gibt es eine elektrische Caravan?
Als Experiment ja: Eine umgebaute Caravan mit Elektromotor, die sogenannte eCaravan, flog am 28. Mai 2020 in Moses Lake im US-Bundesstaat Washington. Ein Serienprodukt ist daraus bisher nicht entstanden.
Cessna 208 Caravan sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
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Pilatus PC-12
Ein einziger Turboprop vorn, ein hohes T-Leitwerk und eine riesige Frachttür hinten links: Die Pilatus PC-12 aus der Schweiz ist Geschäftsflugzeug, Ambulanz und Arbeitstier in einem. So erkennst du sie.
TurbopropDaher Kodiak 100 und Kodiak 900
Kantiger Hochdecker, starres Fahrwerk, ein Turboprop vorn und eine Frachttür, durch die auch Fässer passen: Die Kodiak aus Sandpoint ist für Graspisten, Inseln und Seen gebaut. So erkennst du Kodiak 100 und Kodiak 900.
TurbopropPilatus PC-6 Porter
Langer, schmaler Bug, Spornrad hinten, ein verstrebter Flügel wie ein Brett: Die Pilatus PC-6 Porter landet dort, wo andere nicht einmal anrollen. So erkennst du die STOL-Legende aus der Zentralschweiz.
TurbopropDe Havilland Canada DHC-6 Twin Otter
Hochdecker mit Flügelstreben, starres Fahrwerk, zwei schlanke PT6-Turboprops: Die Twin Otter landet auf Strand, Wasser, Schnee und Schotter. So erkennst du den kanadischen Klassiker.
TurbopropDe Havilland Canada DHC-3 Otter
Der „King Beaver“ aus Kanada: Die DHC-3 Otter trägt rund zehn Fluggäste auf Schwimmern, Ski oder Rädern – heute meist mit Turbine statt Sternmotor. So erkennst du den großen Buschflieger.
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Dicker Sternmotor, Hochdecker mit Streben, Schwimmer statt Räder: Die DHC-2 Beaver ist seit 1947 das Sinnbild des Buschflugzeugs. So erkennst du den kanadischen Klassiker und findest ihn vor der Linse.
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