Das Wichtigste in Kürze
- Der CN235 ist ein zweimotoriger Turboprop-Transporter, entwickelt ab 1980 von CASA und IPTN – einer der erfolgreichsten Leichttransporter seiner Klasse.
- Schnellster Erkennungsweg: Hochdecker plus Heckrampe plus Vierblatt-Propeller.
- Von der C295 trennst du ihn über Propeller (vier statt sechs Blätter), Länge (21,4 statt 24,5 m) und die fehlenden Winglets.
- Größter Betreiber ist die Türkei mit fast 60 Maschinen, dazu kommen unter anderem Frankreich, Spanien, Südkorea, Indonesien und die US-Küstenwache.
- In Tracking-Diensten läuft der Typ unter CN35 – Militärflüge senden aber nicht immer offen.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| Hersteller | CASA (Spanien) und IPTN (Indonesien) über Airtech, heute Airbus Defence and Space und Indonesian Aerospace (PTDI) |
|---|---|
| Rolle | Taktischer Transporter, Seeraumüberwachung, Such- und Rettungsdienst, früher auch Regionalverkehr |
| ICAO-Typcode | CN35 |
| Erstflug | 11. November 1983 (CASA-Prototyp), 30. Dezember 1983 (IPTN-Prototyp) |
| Zulassung | Juni 1986 in Spanien und Indonesien, Dezember 1986 durch die FAA |
| Indienststellung | März 1988 |
| Triebwerke | 2 × General Electric CT7-9C3 (Turboprop, je rund 1.300 kW) |
| Propeller | Vierblättrig, Hamilton Sundstrand 14RF |
| Länge | 21,40 m |
| Spannweite | 25,81 m |
| Höhe | 8,18 m |
| Max. Startgewicht | rund 16,1 t (je nach Version abweichend) |
| Kapazität | bis 51 Passagiere, 35 Fallschirmspringer oder 18 Krankentragen |
| Reisegeschwindigkeit | rund 450 km/h |
| Gebaute Exemplare | knapp 290 (Stand der verfügbaren Quellen) |
Erkennungsmerkmale
Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?
- Hochdecker mit zwei Turboprops, die weit vorn an der Flügelvorderkante sitzen
- Propeller mit vier Blättern – die größere C295 hat sechs, sichelförmig geschwungene Blätter
- Stark hochgezogenes Heck mit großer Laderampe unter dem Leitwerk
- Konventionelles Leitwerk: Das Höhenleitwerk sitzt am Rumpf, nicht oben auf der Flosse wie bei der ATR
- Hauptfahrwerk in seitlichen Verkleidungen am Rumpf, der Rumpf hängt dadurch tief über dem Boden
- Kompakter, gedrungener Rumpf von gut 21 m Länge – sichtbar kürzer als die C295
Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein kompakter Hochdecker mit zwei Propellern brummt über die Piste, das Heck zieht sich steil nach oben, und darunter siehst du die Kontur einer Laderampe: Das ist sehr wahrscheinlich ein CN235 – oder seine große Schwester, die C295. Der zweimotorige Transporter aus spanisch-indonesischer Gemeinschaftsproduktion fliegt seit über 35 Jahren für Luftwaffen, Marinen und Küstenwachen auf mehreren Kontinenten. Hier erfährst du, woran du ihn erkennst, wer ihn heute betreibt und wie du ihn sicher von der C295 unterscheidest.
CN35 im Blick behalten
Mit Planetrack hältst du jede CN235-Sichtung mit Foto, Kennung, Betreiber und Spot fest und hakst den Typ in deinem Hangar ab. Die App startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Was ist der CN235?
Der CN235 ist ein leichter Transporter mit zwei Turboprop-Triebwerken, entstanden als Gemeinschaftsprojekt des spanischen Herstellers CASA und des indonesischen Unternehmens IPTN. Beide gründeten im Oktober 1979 die gemeinsame Firma Airtech, ab 1980 lief die Entwicklung offiziell, und 1981 stellten sie das Flugzeug auf der Paris Air Show vor. Das Ziel war ein robustes Flugzeug für rund 35 Passagiere oder militärische Fracht – gleichermaßen interessant für Regionalairlines wie für Streitkräfte.
Gebaut wurden zwei Prototypen parallel: Der spanische flog am 11. November 1983, der indonesische am 30. Dezember 1983. Nach der Zulassung im Juni 1986 durch Spanien und Indonesien sowie im Dezember 1986 durch die US-Behörde FAA ging der Typ im März 1988 in Dienst. Die Fertigung teilten sich die Partner auf: Getafe bei Madrid und Bandung auf Java bauten jeweils eigene Linien, die Komponenten kamen aus beiden Ländern.
Aus CASA wurde über mehrere Zwischenschritte ein Teil von Airbus, heute Airbus Defence and Space – daher läuft der Typ inzwischen meist als Airbus CN235. Der indonesische Partner heißt heute PT Dirgantara Indonesia (PTDI) beziehungsweise Indonesian Aerospace. Mehr zum Konzern findest du auf der Seite zu Airbus.
Aufbau und Technik
Das Konzept folgt dem klassischen Muster taktischer Transporter: hoch angesetzter Flügel, damit die Triebwerke weit über dem Boden hängen und auf unbefestigten Pisten weniger Steine und Staub ansaugen; ein Rumpf, der tief über dem Boden liegt, damit Fahrzeuge und Paletten über die Heckrampe direkt hineinrollen können; und ein Fahrwerk in seitlichen Verkleidungen am Rumpf, das den Laderaum frei lässt. Die Kabine ist für ein Flugzeug dieser Größe auffallend breit und druckbelüftet. In der dichtesten Passagierversion sitzen vier Personen nebeneinander.
Angetrieben wird der CN235 von zwei General Electric CT7 – das ist die zivile Turboprop-Ableitung des T700-Hubschraubertriebwerks, die du auch aus der Saab 340 kennst. Die Serie 10 flog noch mit der CT7-7A, ab der Serie 100 kam die stärkere CT7-9C mit neuen Verbundwerkstoff-Gondeln. Die Propeller sind vierblättrig. Mehr zum Triebwerkshersteller findest du bei GE Aerospace.
Die Versionen im Überblick
- Serie 10: die erste Serienversion, je 15 Maschinen aus Spanien und Indonesien, mit CT7-7A.
- Serie 100/110: CT7-9C-Triebwerke, ab 1988 Standard; die 110 ist die indonesische Variante mit überarbeiteten Systemen.
- Serie 200/220: strukturell verstärkt für höhere Gewichte, aerodynamisch verbessert, kürzere Start- und Landestrecken und deutlich mehr Reichweite mit voller Zuladung. Die 220 ist die indonesische Linie.
- Serie 300: spanische Weiterentwicklung mit Honeywell-Avionik und verbesserter Druckkabine.
- CN235 MPA: Seeraumüberwachung mit Radar, Sensoren und Bedienkonsolen in der Kabine; unter anderem bei den Marinen der Türkei und Mexikos.
- HC-144 Ocean Sentry: die Version der US-Küstenwache für Seeüberwachung und Rettungseinsätze.
- AC-235: ein leichter Gunship-Ableger, von dem Jordanien zwei Exemplare betrieb.
Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen
Der CN235 ist kein Exot, den du nur mit Datenblatt bestimmst. Drei Blicke genügen in den allermeisten Fällen.
Hochdecker mit Heckrampe
Flügel oben, Rumpf tief, Heck steil hochgezogen mit Rampe darunter: Damit bist du sicher bei einem Militär- oder Behördentransporter und nicht bei einem Regional-Turboprop wie der ATR.
Propellerblätter zählen
Vier Blätter pro Propeller sprechen für den CN235. Siehst du sechs schlanke, geschwungene Blätter, steht eher eine C295 oder eine C-27J vor dir.
Proportionen und Flügelspitzen
Der CN235 wirkt gedrungen, fast stämmig, und hat schlichte Flügelspitzen. Die C295 ist sichtbar länger und trägt in der modernen Ausführung oft hochgebogene Winglets.
Am Ende bestätigt die Kennung den Typ. Bei Militärmaschinen steht sie meist als Seriennummer am Heck oder Rumpf; wie das System in einzelnen Ländern funktioniert, erklärt der Beitrag Flugzeugkennzeichen verstehen.
Praxis-Tipp für den ersten Blick
Am Boden mit stehenden oder langsam drehenden Propellern zählst du die Blätter am einfachsten. Im Flug hilft das Seitenprofil: Wirkt der Rumpf vom Flügel bis zur Nase kurz und das Ganze eher kompakt, ist es mit hoher Wahrscheinlichkeit ein CN235.
CN235 oder C295? Die wichtigste Abgrenzung
Die Airbus C295 ist die direkte Weiterentwicklung des CN235. CASA startete das Programm Mitte der 1990er-Jahre auf Basis des spanischen CN235, der erste Prototyp flog im November 1997. Beide teilen sich die Grundarchitektur – Hochdecker, Rampe, Fahrwerk in Rumpfverkleidungen –, und genau deshalb sind sie der Verwechslungsklassiker unter Spottern.
Die C295 ist kein bloß gestreckter CN235. Sie hat einen rund drei Meter längeren Laderaum, eine größere Spannweite, stärkere Triebwerke und trägt laut Airbus bis zu 9 Tonnen, also rund die Hälfte mehr. Die neueren Maschinen fliegen als C295W mit Winglets. Einige Betreiber, etwa das irische Air Corps, haben ihre CN235 inzwischen durch C295 ersetzt.
| Merkmal | CN235 | C295 |
|---|---|---|
| ICAO-Typcode | CN35 | C295 |
| Länge | 21,40 m | 24,50 m |
| Spannweite | 25,81 m | 27,59 m |
| Triebwerke | 2 × GE CT7 | 2 × Pratt & Whitney Canada PW127G |
| Blätter pro Propeller | 4 | 6, sichelförmig |
| Max. Startgewicht | rund 16 t | rund 23 t |
| Winglets | nein | bei der C295W ja |
| Erstflug | 1983 | 1997 |
Die Triebwerke der C295 stammen von Pratt & Whitney und sind eng mit denen der ATR verwandt. Das hilft dir allerdings nur, wenn du nah genug dran bist, um Gondelformen zu vergleichen. Die Propeller bleiben das schnellste Merkmal.
Schnellbestimmung: zweimotoriger Militärtransporter
Airbus CN235
Vierblatt-Propeller und kompakter Rumpf sind das typische CN235-Bild. Prüf zur Bestätigung die Seriennummer am Heck.
Airbus C295
Sechs geschwungene Blätter, längerer Rumpf und bei neueren Maschinen Winglets sprechen für die C295.
Leonardo C-27J Spartan
Größere Triebwerke mit Sechsblatt-Propellern und ein breiter, wuchtiger Rumpf deuten auf die C-27J Spartan von Leonardo.
Weitere Verwechslungskandidaten sind die Antonov An-26, die ebenfalls ein zweimotoriger Hochdecker mit Heckladeluke ist, aber aus einer ganz anderen Konstruktionsschule stammt und anders proportioniert wirkt, sowie die frühere Transall C-160, die erkennbar größer war. Einen breiteren Überblick über die Typen dieser Klasse gibt der Beitrag Militärtransporter erkennen.
Die Betreiber weltweit
Der CN235 ist ein echter Exportschlager. Nach den gängigen Nachschlagewerken fliegen oder flogen ihn Streitkräfte und Behörden in zahlreichen Ländern in Europa, Asien, Afrika und Amerika. Die Zahlen unten sind Richtwerte aus öffentlichen Übersichten; Flottenstände ändern sich durch Ausmusterungen, Verluste und Weiterverkäufe, prüf aktuelle Angaben also im Zweifel nach.
Türkei: Mit rund 59 Maschinen bei Heer, Luftwaffe, Marine und Küstenwache ist das Land der größte Nutzer. Ein Teil wurde von Turkish Aerospace in Lizenz gefertigt. Die Marine setzt Seeaufklärer-Versionen ein, die seit 2022 verstärkt über dem Schwarzen Meer patrouillieren.
Frankreich: Die Luftwaffe bestellte zunächst acht Maschinen und kam später auf 27. 2020 half ein französischer CN235 bei der Ölpest nach dem Unglück der MV Wakashio vor Mauritius.
Spanien: Die Luftwaffe betreibt rund 18 Maschinen, dazu kommen einige Exemplare der Guardia Civil für Überwachungsaufgaben; auch die spanische Seenotrettungsbehörde setzte früher CN235-Seeaufklärer ein. Als Heimatland des Programms ist Spanien der Ort, an dem du den CN235 am ehesten im Alltag erwischst.
Indonesien: Luftwaffe und Marine fliegen den Typ aus heimischer Produktion. Die Linie in Bandung baut weiterhin Maschinen der Serie 220, auch für Exportkunden.
USA: Neben den 18 HC-144 der Küstenwache betreibt die US Air Force eine kleinere Flotte von gut einem Dutzend CN235.
Weitere Betreiber sind unter anderem Südkorea (Luftwaffe und Küstenwache), Malaysia, Pakistan, Marokko, die Vereinigten Arabischen Emirate, Saudi-Arabien, Mexiko (Marine), Kolumbien, Ecuador, Chile, Senegal, Botswana und Nepal.
Ehemalige Nutzer: Das irische Air Corps flog ab 1994 zwei CN235 als Seeaufklärer und stellte sie 2024 außer Dienst; ersetzt wurden sie durch die C295. Auch Südafrika und Panama haben ihre Maschinen ausgemustert.
Militärflüge im Tracking
Viele Militär- und Behördenmaschinen senden ihre Position nicht dauerhaft offen. Taucht ein CN35 in deiner Tracking-App auf, ist das ein Glücksfall. Wie du trotzdem die Chancen erhöhst, steht im Guide Militärflugzeuge online verfolgen. Mit Planetrack legst du dir einen Sichtungs-Alarm für den Typ an und wirst benachrichtigt, wenn ein CN235 anfliegt oder landet. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.
Der CN235 als Seeaufklärer
Ein großer Teil der heutigen Flotte fliegt nicht als reiner Transporter, sondern über dem Meer. Die Gründe liegen auf der Hand: zwei sparsame Turboprops, lange Flugzeiten, eine große Kabine für Sensorbediener und eine Rampe, über die Rettungsausrüstung abgeworfen werden kann. Die HC-144 Ocean Sentry der US-Küstenwache ist das bekannteste Beispiel. Sie war als Nachfolgerin der HU-25 Guardian vorgesehen, eines Businessjet-Derivats, erreichte 2009 die erste Einsatzbereitschaft und wird im Rahmen eines Modernisierungsprogramms auf den Standard HC-144B gebracht.
Wie du Seeaufklärer generell an Radomen, Sensorkugeln und Beobachtungsfenstern erkennst, zeigt dir der Beitrag AWACS, Seeaufklärer und Aufklärungsflugzeuge erkennen. Die großen Vertreter der Klasse sind die Lockheed P-3 Orion und die Boeing P-8 Poseidon – der CN235 MPA ist die kleinere, günstigere Alternative für Küstenwachen und Marinen mit begrenztem Budget.
Der CN235 im zivilen Einsatz
Anfangs war der CN235 auch als Regionalflugzeug gedacht. In Spanien betrieb die damalige Binter-Gruppe, aus der die heutige Binter Canarias hervorging, von 1989 bis 1997 mehrere Maschinen. In Indonesien flog Merpati Nusantara zeitweise rund 15 Exemplare. Gegen die spezialisierten Regionalturboprops wie die ATR 72-600 oder die Dash 8 konnte sich der CN235 im Passagierverkehr aber nicht durchsetzen: Rampe, robustes Fahrwerk und Militärauslegung kosten Gewicht und damit Wirtschaftlichkeit. Zivile CN235 sind heute eine Rarität.
Sammle den CN235 bei möglichst vielen Betreibern: Planetrack speichert deine Sichtungen mit Foto, Kennung und Spot in deinem Hangar, fehlende Luftwaffen und Küstenwachen setzt du auf deine Wunschliste. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
Wo du den CN235 antriffst
In Deutschland, Österreich und der Schweiz gehört der CN235 nicht zum Alltag: Keine der drei Luftwaffen fliegt ihn. Sichtungen kommen vor, wenn ausländische Maschinen Material oder Personal transportieren, an Übungen teilnehmen oder Flugplätze mit Militärteil anfliegen. Das bleibt aber Glückssache. Planbarer sind diese Wege:
- Airshows: Große Veranstaltungen wie das Royal International Air Tattoo in Fairford oder die ILA Berlin ziehen regelmäßig Transporter aus vielen Ländern an. Welche Typen kommen, verraten die Teilnehmerlisten kurz vor der Veranstaltung. Eine Übersicht über lohnende Termine findest du unter Airshows in Europa für Planespotter.
- Spanien: Als Herkunftsland des Programms und Betreiber mit Luftwaffe und Guardia Civil bietet Spanien die besten Chancen im Alltag – rund um Militärflugplätze und an Küstenflughäfen.
- Frankreich und Türkei: Beide fliegen große Flotten. Wer dort unterwegs ist, kann an Flughäfen mit Militärnutzung Glück haben.
- Museen: Historische Einzelstücke stehen nach Ausmusterungen gelegentlich in Ausstellungen. Ob ein bestimmtes Museum einen CN235 zeigt, prüfst du vorab auf dessen Website.
Bevor du dich an einen Militärflugplatz stellst, kläre die Regeln: Wo Fotografieren erlaubt ist und wo nicht, steht im Beitrag Militärflugplätze fotografieren: Regeln.
Fotografieren an Militäranlagen
Militärische Sicherheitsbereiche dürfen in vielen Ländern nicht fotografiert werden, auch nicht von außerhalb des Zauns. Das gilt besonders im Ausland. Halte dich an Schilder und Anweisungen des Personals und bleib auf öffentlichem Grund.
Fototipps speziell für den CN235
Der CN235 ist klein, aber fotogen: Die hochgezogene Heckpartie und die tiefe Rumpflinie geben ihm eine markante Silhouette. Ein paar Punkte helfen dir.
Propeller nicht einfrieren
Mit zu kurzer Belichtungszeit stehen die Propeller still, und das Bild wirkt wie ein Modell. Für sichtbare Propellerkreise brauchst du längere Zeiten; wie lang, erklärt der Guide Propeller fotografieren.
Heckpartie zeigen
Von schräg hinten siehst du Rampe und hochgezogenes Heck – das Merkmal, das ihn von zivilen Turboprops trennt. Bei Vorbeiflügen auf Airshows lohnt sich deshalb auch das Bild hinterher.
Sonderausstattung festhalten
Seeaufklärer tragen Radome, Sensorkugeln und Beobachtungsfenster. Eine Nahaufnahme dieser Details dokumentiert die Version besser als jede Beschreibung.
Kennung lesbar machen
Bei Militärmaschinen ist die Seriennummer oft klein und schlecht kontrastiert. Ein zusätzliches Detailbild vom Heck spart später langes Rätseln.
Bereit für deine CN235-Jagd?
- Ich kenne die drei Merkmale: Hochdecker, Heckrampe, Vierblatt-Propeller.
- Ich weiß, wie ich ihn von der C295 unterscheide.
- Ich habe Teilnehmerlisten von Airshows oder Übungen geprüft.
- Mein Standpunkt ist öffentlich zugänglich und erlaubt.
- Meine Belichtungszeit passt für Propellerkreise.
Wenn du dich generell mit seltenen Typen beschäftigst, hilft dir der Beitrag Seltene Flugzeuge spotten bei der Planung.
Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
Es spricht für den CN235, wenn …
- du einen Hochdecker mit Heckrampe und zwei Turboprops siehst
- jeder Propeller vier Blätter hat
- der Rumpf kurz und gedrungen wirkt
- im Tracking-Dienst CN35 als Typ steht
Sieh genauer hin, wenn …
- du die Propeller nur verwischt im Flug siehst
- die Maschine lang wirkt, aber keine Winglets hat – auch frühe C295 fliegen ohne
- Radome und Anbauten die Silhouette verändern
Wer zivile Hochdecker-Turboprops sicher auseinanderhalten will, findet im Beitrag Turboprops unterscheiden die passenden Merkmale.
Fazit
Der CN235 ist einer der erfolgreichsten Leichttransporter der letzten Jahrzehnte. Aus einer spanisch-indonesischen Kooperation entstanden, fliegt er heute für Luftwaffen, Marinen und Küstenwachen in vielen Ländern – und er ist die Basis der C295, die seine Rolle bei vielen Kunden übernimmt. Für Spotter in Mitteleuropa bleibt er ein seltener Gast, gerade deshalb ist jede Sichtung ein schöner Fang für den Hangar.
Kurzfazit
Hochdecker, Heckrampe, zwei Turboprops mit vier Blättern pro Propeller und ein kompakter Rumpf: Das ist der CN235. Zählst du sechs Blätter und siehst einen längeren Rumpf, hast du die C295 vor dir. Die besten Chancen bieten Airshows und Reisen nach Spanien, Frankreich oder in die Türkei.
Zusammenfassung
- Der CN235 flog erstmals im November 1983 und ist seit 1988 im Einsatz – als Transporter, Seeaufklärer und anfangs auch als Regionalflugzeug.
- Gebaut wurde er in Getafe bei Madrid und in Bandung auf Java; aus der spanischen Linie ging später die gestreckte C295 hervor.
- Hochdecker, Heckrampe und Vierblatt-Propeller machen ihn leicht erkennbar, die C295 ist länger, hat sechs Blätter pro Propeller und oft Winglets.
- In Mitteleuropa ist er ein seltener Gast; die besten Chancen bieten Airshows sowie Reisen nach Frankreich, Spanien oder in die Türkei.
Häufige Fragen
Wofür steht „CN“ im Namen CN235?
Die Buchstaben verweisen auf die beiden Partner: C für CASA, N für Nurtanio, den früheren Namen des indonesischen Herstellers, der später als IPTN und heute als PT Dirgantara Indonesia (Indonesian Aerospace) firmiert. Die Zahl wird häufig als Kombination aus zwei Triebwerken und rund 35 Sitzplätzen gedeutet.
Welchen ICAO-Typcode hat der CN235?
Der Typcode lautet CN35. Damit suchst du gezielt in Tracking-Diensten. Bei Militär- und Behördenmaschinen ist allerdings nicht garantiert, dass sie überhaupt mit Kennung sichtbar sind.
Was ist der Unterschied zwischen CN235 und C295?
Die C295 ist eine gestreckte und stärker motorisierte Weiterentwicklung. Sie ist mit 24,50 m gut drei Meter länger, hat einen rund drei Meter längeren Laderaum, Pratt-&-Whitney-PW127G-Triebwerke mit sechsblättrigen Propellern und trägt bis zu 9 t. Der CN235 fliegt mit GE-CT7-Triebwerken und Vierblatt-Propellern.
Wird der CN235 noch gebaut?
Im Transporter-Portfolio von Airbus stehen heute C295 und A400M im Vordergrund. Die indonesische Linie in Bandung baut die Serie 220 nach den verfügbaren Quellen weiterhin, allerdings in kleinen Stückzahlen.
Was ist die HC-144 Ocean Sentry?
Die Seeraumüberwachungs- und Rettungsversion der US-Küstenwache. 18 Maschinen wurden gebaut, die erste kam Ende 2006, die letzte im Oktober 2014. Die Flotte wird schrittweise auf den Standard HC-144B modernisiert.
Gab es den CN235 auch im Linienverkehr?
Ja. Er war ursprünglich auch als Regionalflugzeug gedacht. In Spanien flog die damalige Binter-Gruppe von 1989 bis 1997 mehrere Exemplare, in Indonesien hatte Merpati Nusantara zeitweise rund 15 Maschinen. Heute ist der zivile Einsatz eine Randerscheinung.
Fliegt die Bundeswehr den CN235?
Nein. Die Luftwaffe hat weder CN235 noch C295 im Bestand. Als zweimotorigen Transporter flog sie bis Ende 2021 die Transall C-160, heute übernimmt der A400M diese Aufgaben.
Airbus CN235 sammeln statt nur sehen
Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Verwandte Flugzeugtypen
Airbus C295
Schulterflügel, Heckrampe, zwei Turboprops mit Sechsblatt-Propellern: Die C295 ist Europas meistgesehener taktischer Zweimot-Transporter – und als MPA auch Seeaufklärer. So erkennst du sie.
MilitärAirbus A400M Atlas
Vier Turboprops mit sichelförmigen Achtblatt-Propellern, hoch angesetzter Flügel, T-Leitwerk und eine große Heckrampe: Der A400M ist Europas Militärtransporter. So erkennst du ihn sicher und weißt, wo du ihn siehst.
MilitärLockheed C-130 Hercules
Hoher Flügel, vier Turboprops, ein bauchiger Rumpf mit Heckrampe: Die C-130 Hercules fliegt seit 1954 und wird bis heute gebaut. So erkennst du sie, trennst alte und neue Versionen und weißt, wo du sie siehst.
MilitärLeonardo C-27J Spartan
Bulliger Rumpf, Heckrampe, zwei Turboprops mit Sechsblatt-Propellern aus der C-130J: Die C-27J Spartan ist Italiens taktischer Zweimot-Transporter und die runderneuerte G.222. So erkennst du sie.
MilitärTransall C-160
Zwei kräftige Turboprops, ein hoch angesetzter Flügel und eine große Heckrampe: Die Transall C-160 war mehr als 50 Jahre das Arbeitspferd der Luftwaffe. Hier erfährst du, wie du sie erkennst und wo sie heute noch steht.
FrachterAntonov An-26
Zwei Turboprops, ein hochgezogenes Heck mit einer Rampe, die unter den Rumpf gleitet, und ein kleines Strahltriebwerk in der rechten Gondel: Die An-26 ist der kleine Arbeitstransporter des Ostblocks. So erkennst du sie und so findest du sie heute noch.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Airbus
Europäisches Luft- und Raumfahrtunternehmen und einer der beiden großen Hersteller von Verkehrsflugzeugen – mit Flugzeugfamilien vom A220 bis zum A350.
HerstellerGE Aerospace
Der US-Triebwerkshersteller aus Evendale bei Cincinnati steckt hinter einigen der größten Fans, die je unter einem Flügel hingen: CF6 für 747, 767 und MD-11, GE90 für die Boeing 777, GEnx für 787 und 747-8 und GE9X für die 777X. Wer Großraumflugzeuge spottet, hat GE fast immer im Bild.
Passende Guides aus dem Blog
- Militärtransporter erkennen: A400M, C-130, C-17, C-390 und An-124 sicher unterscheiden
- AWACS und Aufklärer erkennen: E-3, P-8, RC-135 und Global Hawk
- ATR oder Dash 8? Turboprops sicher unterscheiden und erkennen
- Militärflugzeuge online verfolgen: was du sehen kannst und wo Schluss ist
- Militärflugplatz fotografieren: Was Spotter an Fliegerhorsten dürfen und was nicht
- Propellerflugzeuge fotografieren: Verschlusszeit und Mitzieher richtig wählen
- Royal International Air Tattoo in Fairford: die größte Militärairshow der Welt
- Seltene Flugzeuge spotten: Unicorns, Erstbesuche und Überführungen

