Das Wichtigste in Kürze
- IATA SVQ, ICAO LEZL: der wichtigste Flughafen Westandalusiens, 2025 mit rund 9,67 Millionen Passagieren auf Rekordniveau.
- Eine Bahn, 09/27: rund 3.360 Meter lang – alle Starts und Landungen laufen über diese eine Piste.
- Airbus baut hier den A400M zusammen: Im Werk San Pablo liegen die Endmontagelinien für den Militärtransporter und die C295.
- Low-Cost prägt den Linienverkehr: Ryanair und Vueling stellten 2025 zusammen rund 70 Prozent der Passagiere.
- Geschichte seit 1914: vom Militärflugfeld Tablada über eine Luftschiffstation bis zum Moneo-Terminal für die Expo 92.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Steckbrief
- 2.Tätigkeitsfelder
- 3.Geschichte im Zeitraffer
- 4.Was du als Spotter wissen solltest
- 5.Stärken und Schwächen
- 6.Vom Flugfeld Tablada zum Flughafen San Pablo
- 7.Eine Bahn für alles
- 8.Betriebsrichtung: 27 oder 09?
- 9.Airbus in San Pablo: Hier wird der A400M gebaut
- 10.Werks- und Testflüge erkennen
- 11.Der Absturz von 2015
- 12.Wartung in San Pablo Norte und bei Ryanair
- 13.Linienverkehr: Ryanair und Vueling vorn
- 14.Wachstum auf Rekordniveau
- 15.Anreise und Spotting vor Ort
- 16.Sevilla im Vergleich
- 17.Fazit
- 18.Häufige Fragen
Steckbrief
| IATA-Code | SVQ |
|---|---|
| ICAO-Code | LEZL |
| Betreiber | Aena, der spanische Flughafenbetreiber |
| Lage | Rund 10 km nordöstlich der Innenstadt von Sevilla, auf dem Gebiet der Gemeinden Sevilla und La Rinconada (Andalusien) |
| Start- und Landebahn | Eine Bahn 09/27, rund 3.360 m lang und 45 m breit, Asphalt |
| Höhe | 34 m über dem Meer |
| Terminal | Ein Passagierterminal nach Entwurf von Rafael Moneo, eröffnet im Juli 1991 vor der Expo 92; 2019–2022 auf rund 10 Mio. Passagiere pro Jahr erweitert |
| Verkehr 2025 | Rund 9,67 Mio. Passagiere (Rekord), gut 73.000 Flugbewegungen, rund 11.700 t Fracht |
| Größte Airlines 2025 | Ryanair (gut 41 % der Passagiere) und Vueling (knapp 29 %) |
| Industrie auf dem Gelände | Airbus-Werk San Pablo Sur mit den Endmontagelinien für A400M und C295, Airbus-Wartungszentrum San Pablo Norte, Wartungsbetrieb von Ryanair |
| Anbindung | Bus Airport Express (EA) von TUSSAM über den Bahnhof Santa Justa zur Plaza de Armas; Autobahn A-4 |
| Für Spotter relevant | Mischung aus Low-Cost-Verkehr und Testflügen fabrikneuer Militärtransporter von Airbus |
| Offizielle Website | www.aena.es/es/sevilla.html |
Tätigkeitsfelder
Geschichte im Zeitraffer
Flughafen Sevilla aus Spotter-Sicht
Deine Checkliste für Flughafen Sevilla
- Einen Airbus A400M bei einem Werks- oder Testflug in Sevilla gesehen
- Eine Airbus C295 aus der Endmontage erwischt – oft mit Kennzeichen oder Farben des späteren Kunden
- Einen Militärtransporter mit Hoheitszeichen eines Exportkunden notiert, bevor er ausgeliefert wird
- Eine Ryanair-Boeing 737 und einen Vueling-Airbus A320 in derselben Session fotografiert
- Starts und Landungen in beiden Betriebsrichtungen (09 und 27) festgehalten
- Einen Gast von außerhalb des Low-Cost-Segments erwischt, etwa Lufthansa, British Airways oder Royal Air Maroc
- Das Kennzeichen jedes Testflugzeugs notiert – bei Werksflügen der einzige Weg, die Maschinen auseinanderzuhalten
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- Eines der wenigen Werke weltweit, an denen du große Militärtransporter fabrikneu fliegen siehst
- Nur eine Bahn – du verpasst kaum eine Bewegung, wenn du richtig stehst
- Viel Sonne und klare Luft über weite Teile des Jahres
- Gute Erreichbarkeit mit dem Airport-Express-Bus ab Santa Justa
- Wachsender Verkehr mit vielen europäischen Airlines
Wo es hakt
- Kein offizieller Besucherhügel oder Aussichtspunkt wie an großen deutschen Flughäfen bekannt
- Testflüge von Airbus folgen keinem öffentlichen Flugplan
- Im Sommer starke Hitze und Hitzeflimmern über dem Asphalt
- Kaum Großraumflugzeuge im Linienverkehr – das Bild ist von Schmalrumpfjets geprägt
- Werksgelände und militärische Bereiche sind strikt abgesperrt
Die meisten Flughäfen in Spaniens Süden sind reine Urlauberflughäfen. Sevilla ist anders. Natürlich landen hier jeden Tag Dutzende Ryanair- und Vueling-Jets voller Städtereisender. Am Rand derselben Bahn rollt aber ab und zu ein grauer, viermotoriger Koloss aus der Halle: ein fabrikneuer Airbus A400M auf dem Weg zum Testflug. Diese Mischung aus Low-Cost-Alltag und Militärluftfahrt in Serienfertigung findest du in Europa sonst kaum.
Dein SVQ-Logbuch
Ob Ryanair-737 oder A400M im Werksflug: Mit Planetrack hältst du jede Sichtung mit Foto, Typ, Kennzeichen und Flughafen fest. Die App startet bald, die Anmeldung zur Warteliste findest du unten auf dieser Seite.
Vom Flugfeld Tablada zum Flughafen San Pablo
Sevilla gehört zu den Orten mit der längsten Luftfahrtgeschichte Spaniens. Im Jahr 1914 landete auf einem behelfsmäßigen Flugfeld in Tablada, südwestlich der Altstadt, das erste Flugzeug, das das spanische Festland mit Marokko verband. Schon ein Jahr später entstand dort ein Militärflugplatz, auf dem Piloten und Beobachter ausgebildet wurden. 1919 folgten die ersten kommerziellen Verbindungen nach Madrid. Tablada blieb über Jahrzehnte vor allem militärisch geprägt.
Der heutige Flughafen liegt allerdings an einem anderen Ort: auf dem Gelände von San Pablo im Nordosten der Stadt. Hier lag eine Landestation für Luftschiffe, die bis 1936 genutzt wurde. Ab 1945 wurde auf diesem Areal ein neuer Flughafen gebaut, der für Verbindungen über den Atlantik ausgelegt war. Nach dem Gelände trägt er bis heute den Beinamen San Pablo. 1965 kam ein Instrumentenlandesystem hinzu.
Den größten Sprung machte der Flughafen vor der Weltausstellung Expo 92. Der Architekt Rafael Moneo entwarf ein neues Terminal, das am 31. Juli 1991 eröffnet wurde. Zwischen 2019 und 2022 wurde das Moneo-Terminal umgebaut und erweitert: Seine Kapazität stieg von rund sechs auf rund zehn Millionen Passagiere pro Jahr.
Eine Bahn für alles
Das Layout ist schnell erklärt: Sevilla hat genau eine Start- und Landebahn, die 09/27. Sie ist rund 3.360 Meter lang, 45 Meter breit und verläuft in Ost-West-Richtung. Über diese eine Piste läuft alles – Linienflüge, Fracht, Geschäftsreiseflugzeuge und die Werksflüge von Airbus. Für dich als Spotter ist das ein Vorteil: Steht der Wind fest und du hast den richtigen Platz gefunden, verpasst du kaum eine Bewegung.
Das Terminal ist kompakt, viele Abstellpositionen liegen auf dem offenen Vorfeld, nur wenige haben Fluggastbrücken. Die Airbus-Anlagen liegen getrennt vom Passagierbereich in eigenen Werksgeländen, die über Rollwege an die Bahn angebunden sind.
| Bereich | Funktion | Was du dort typischerweise siehst |
|---|---|---|
| Bahn 09/27 | einzige Start- und Landebahn | Linienverkehr, Fracht, Werks- und Testflüge |
| Passagierterminal (Moneo) | Abfertigung aller Linienflüge | Boeing 737, A320-Familie, Regionalflugzeuge |
| Airbus San Pablo Sur | Endmontage A400M und C295 | Militärtransporter vor der Auslieferung |
| Airbus San Pablo Norte | Wartungs- und Servicezentrum | Militärflugzeuge zur schweren Wartung oder zum Umbau |
| Frachtbereich | Frachtabfertigung | Expressfracht in kleinem Umfang, oft nachts |
Betriebsrichtung: 27 oder 09?
Wie überall starten und landen Flugzeuge in Sevilla gegen den Wind. Weht er aus Westen, gilt die Betriebsrichtung 27: Die Maschinen kommen von Osten herein und starten nach Westen in Richtung Stadt. Bei Ostwind dreht sich das Bild, dann wird in Richtung 09 gestartet und gelandet. Weil es nur eine Bahn gibt, ist die Frage nach dem richtigen Ende hier besonders wichtig: Anflugfotos klappen nur dort, wo die Flugzeuge gerade hereinkommen.
Prüf vor deinem Besuch die aktuelle Wetterlage und schau in einer Flugverfolgung nach, aus welcher Richtung die letzten Landungen kamen. Wie du Wind und Betriebsrichtung zuverlässig einschätzt, erklärt der Beitrag Betriebsrichtung am Flughafen verstehen. Für die Live-Lage am Platz hilft dir außerdem die Flugverfolgung mit ADS-B.
Licht und Hitze zusammen planen
Die Bahn liegt in Ost-West-Richtung, mittags steht die Sonne im Süden. Von der Nordseite fotografierst du tagsüber mit der Sonne im Rücken, von der Südseite eher ins Gegenlicht. In Andalusien kommt die Hitze dazu: Ab dem späten Vormittag flimmert die Luft über dem Asphalt. Früh am Morgen und am späten Nachmittag sind die Bedingungen meist deutlich besser. Den Sonnenstand planst du mit dem Beitrag zum Sonnenstand am Fotospot, gegen das Flimmern helfen die Tipps zum Hitzeflimmern.
Airbus in San Pablo: Hier wird der A400M gebaut
Der eigentliche Grund, warum Sevilla auf der Liste vieler Spotter steht, ist das Airbus-Werk San Pablo. Laut Airbus führt der Standort die Aktivitäten im Bereich militärischer Transportflugzeuge an. Hier liegen die Endmontagelinien für den Airbus A400M und die Airbus C295, dazu ein internationales Schulungszentrum für Militärflugzeuge. Die Wurzeln reichen zurück zum spanischen Hersteller CASA, der heute in Airbus aufgegangen ist. Aus dieser Tradition stammen auch die kleineren Transporter CN-235 und C-212 Aviocar.
Die Endmontagehalle des A400M ist rund 58.000 Quadratmeter groß und in sieben Module gegliedert. Die großen Baugruppen – Rumpfsektionen, Flügel, Leitwerk – werden an verschiedenen Standorten in Europa gefertigt und nach Sevilla gebracht. Dort setzt Airbus sie zusammen, rüstet die Flugzeuge aus und bringt sie in die Luft.
Ein paar Eckdaten zum Programm:
- Anfang 2007 begann in Sevilla die Endmontage des ersten A400M.
- Am 11. Dezember 2009 startete der Typ hier zu seinem Erstflug.
- Im Sommer 2013 ging die erste Maschine an die französische Luftwaffe.
- Zu den Kunden zählen neben den Partnerländern Deutschland, Frankreich, Spanien, Großbritannien, Türkei, Belgien und Luxemburg auch Exportkunden wie Malaysia, Indonesien und Kasachstan.
Für dich heißt das: Was in Wunstorf, Orléans oder Brize Norton im Dienst fliegt, hat seinen ersten Flug in Sevilla gemacht. Wenn du deutsche A400M schon kennst, lohnt ein Blick in den Beitrag zum Fliegerhorst Wunstorf – dort ist der größte Teil der deutschen Flotte stationiert.
A400M auf die Wunschliste
Setz den A400M auf die Wunschliste deines Hangars und leg Sichtungs-Alarme für Typen oder Kennzeichen an – Planetrack benachrichtigt dich, wenn ein passender Flieger im Anflug ist. Die App startet bald – trag dich unten in die Warteliste ein.
Werks- und Testflüge erkennen
Bevor ein A400M oder eine C295 an den Kunden geht, absolviert die Maschine in Sevilla eine Reihe von Werks- und Abnahmeflügen. Diese Flüge sind das Highlight für Spotter – und gleichzeitig der schwierigste Teil. Sie stehen in keinem Flugplan, finden oft nur bei passendem Wetter statt und können kurzfristig verschoben werden.
Ein paar Anhaltspunkte helfen dir trotzdem:
- Kennzeichen und Farben: Neue Militärtransporter tragen vor der Übergabe häufig bereits die Hoheitszeichen des Kunden oder spezielle Test- und Werkskennzeichen. Wie Hersteller ihre Flugzeuge vor der Auslieferung registrieren, erklärt der Beitrag zu Testkennzeichen.
- Flugverfolgung: Viele Werksflüge sind auf ADS-B-Diensten sichtbar, manchmal mit auffälligen Rundkursen über Andalusien. Typische Muster beschreibt der Beitrag zu Test- und Werksflügen auf dem Radar.
- Typ sicher bestimmen: A400M, C295 und CN-235 unterscheiden sich deutlich in Größe und Triebwerkszahl. Wer zum ersten Mal Militärtransporter fotografiert, findet im Beitrag Militärtransporter erkennen die wichtigsten Merkmale – auch zur Abgrenzung von der C-130 Hercules.
| Typ | Antrieb | Wofür du ihn in Sevilla siehst |
|---|---|---|
| Airbus A400M | vier Turboprops TP400, die Propeller je Flügel drehen gegenläufig | Endmontage, Erstflug und Abnahme vor der Auslieferung |
| Airbus C295 | zwei Turboprops | Endmontage und Werksflüge für Militär und Behörden |
| Airbus CN-235 | zwei Turboprops | kleinerer Vorgänger aus der CASA-Familie, gelegentlich zu Gast |
Der Absturz von 2015
Zur Geschichte des Werks gehört auch ein schwarzer Tag. Am 9. Mai 2015 startete ein fabrikneuer A400M mit der Seriennummer MSN23 zu seinem ersten Testflug. Kurz nach dem Abheben verlor die Besatzung an drei der vier Triebwerke Leistung, das Flugzeug stürzte in der Nähe des Flughafens ab. Vier Besatzungsmitglieder von Airbus kamen ums Leben, zwei überlebten schwer verletzt. Die Untersuchungen führten den Unfall darauf zurück, dass die Triebwerkssteuerung nach einem Fehler bei der Softwareinstallation wichtige Sensordaten nicht verarbeiten konnte. Airbus und die Kunden überarbeiteten danach ihre Abläufe, das Programm lief weiter.
Wartung in San Pablo Norte und bei Ryanair
Neben der Endmontage betreibt Airbus auf dem Gelände ein zweites Werk: San Pablo Norte. Dort sitzt ein Servicezentrum für schwere Wartung, Reparaturen und Umbauten von Militärflugzeugen. Zu den Aufträgen gehörten unter anderem Seeaufklärer vom Typ P-3 Orion. Was dort gerade steht, siehst du von außen nur selten – umso spannender ist es, wenn ein ungewöhnliches Muster über die Bahn rollt.
Auch Ryanair unterhält in Sevilla einen Wartungsbetrieb. Für Spotter bedeutet das, dass zwischen den planmäßigen Umläufen gelegentlich Maschinen auftauchen, die gar nicht im Sevilla-Flugplan stehen, sondern zur Wartung kommen.
Linienverkehr: Ryanair und Vueling vorn
Im Passagierverkehr ist Sevilla ein klassischer Low-Cost-Flughafen. 2025 entfielen nach Aena-Zahlen gut 41 Prozent der Passagiere auf Ryanair und knapp 29 Prozent auf Vueling. Beide nutzen Sevilla als Basis. Dahinter folgten mit deutlichem Abstand Transavia France, Transavia aus den Niederlanden und Iberia Express.
Das Flugzeugbild ist entsprechend: Die Boeing 737-800 von Ryanair und Modelle der A320-Familie wie der Airbus A320 von Vueling machen den Großteil der Bewegungen aus. Insgesamt fliegen knapp 30 Passagier-Airlines Sevilla an, mit Zielen in Spanien, West-, Nord- und Osteuropa sowie Nordafrika. Mehr als die Hälfte des Verkehrs ist international.
| Airline | Rolle in Sevilla | Typisches Flugzeug |
|---|---|---|
| Ryanair | größte Airline, Basis und Wartung | Boeing 737 |
| Vueling | zweitgrößte Airline, Basis | A320-Familie |
| Transavia France | Verbindungen nach Frankreich | Boeing 737 |
| Volotea | Inlands- und Europaverkehr | A320-Familie |
| Iberia / Iberia Express | Anbindung an das Drehkreuz Madrid | A320-Familie |
| Air Nostrum | Regionalverkehr | Regionalflugzeuge |
| easyJet | Verbindungen nach Großbritannien und Europa | A320-Familie |
Zu den weiteren Gästen zählen unter anderem Air Europa, Binter, British Airways, Lufthansa, Eurowings, TAP, Turkish Airlines und Royal Air Maroc. Das Angebot wechselt mit Sommer- und Winterflugplan – welche Airline gerade wie oft kommt, siehst du am besten in den aktuellen Ankunftstafeln. Wichtigste Inlandsverbindung ist laut Aena-Daten die Strecke zum Flughafen Barcelona, im Ausland lag zuletzt London-Gatwick weit vorn.
Wachstum auf Rekordniveau
Die Zahlen zeigen, wie stark Sevilla in den vergangenen Jahren zugelegt hat. 2005 lag der Flughafen bei rund 3,5 Millionen Passagieren, 2019 bei rund 7,5 Millionen. Nach dem Einbruch im Pandemiejahr 2020 auf etwa 2,3 Millionen ging es steil bergauf. 2024 wurden gut 9 Millionen Passagiere gezählt, 2025 mit rund 9,67 Millionen der bisher höchste Wert. Dazu kamen gut 73.000 Flugbewegungen und rund 11.700 Tonnen Fracht.
Mit der Kapazität von rund zehn Millionen Passagieren pro Jahr, auf die das Terminal ausgelegt ist, kommt der Flughafen damit langsam an seine Grenze. Für dich bedeutet der Zuwachs vor allem: mehr Bewegungen pro Stunde und mehr Abwechslung bei den Airlines.
Anreise und Spotting vor Ort
Der Flughafen liegt rund zehn Kilometer nordöstlich der Innenstadt. Mit dem Auto erreichst du ihn über die Autobahn A-4, die Sevilla mit Córdoba und Madrid verbindet. Ohne Auto ist der Airport Express der städtischen Verkehrsbetriebe TUSSAM die einfachste Wahl: Der Bus fährt von der Busstation Plaza de Armas über den Fernbahnhof Santa Justa zum Terminal und braucht rund 35 bis 40 Minuten. Der erste Bus startet morgens gegen 4:30 Uhr, Tickets gibt es direkt im Bus. Prüf Fahrplan und Preise vor der Reise.
Eine offizielle Aussichtsterrasse oder einen Besucherpark wie in Deutschland haben wir bei unserer Recherche nicht gefunden. Spotter weichen deshalb auf öffentlich zugängliche Wege und Straßen rund um das Flughafengelände aus. Konkrete Standorte ändern sich durch Bauarbeiten und Absperrungen immer wieder – frag am besten in der Community nach, wo gerade gut gestanden werden kann.
Betriebsrichtung prüfen
Westwind heißt Richtung 27, Ostwind Richtung 09. Daraus ergibt sich, an welchem Bahnende die Landungen ankommen.
Früh oder spät losziehen
In Andalusien sind Morgen und Abend die besten Zeiten – weniger Hitzeflimmern, weicheres Licht.
Werksflüge im Blick behalten
Flugverfolgung und Spotterforen geben Hinweise, ob A400M oder C295 unterwegs sind. Garantien gibt es nicht.
Wasser und Sonnenschutz einpacken
Schatten ist am Zaun selten. Die Tipps zum Spotten im Sommer helfen dir weiter.
Kennzeichen notieren
Vor allem bei Testflugzeugen ist das Kennzeichen der einzige Weg, die Maschinen später eindeutig zuzuordnen.
Werk und Militär sind tabu
Die Airbus-Gelände in San Pablo sind Industrie- und Rüstungsstandorte mit strengen Sicherheitsregeln. Fotografiere nur von öffentlichem Grund aus, betritt keine Werks- oder Sperrbereiche und folge den Hinweisen von Sicherheitspersonal und Polizei. In Spanien gelten zudem eigene Regeln rund um Flughäfen – lies vorher den Beitrag Spotten in Spanien und die Hinweise zum Fotografieren an Militärflugplätzen.
Sevilla passt zu dir, wenn …
- du Militärtransporter fabrikneu sehen willst
- du eine Städtereise mit ein paar Stunden am Zaun verbinden möchtest
- du Low-Cost-Verkehr bei viel Sonne fotografieren willst
Bedingt geeignet, wenn …
- du feste, offizielle Spotterplätze bevorzugst
- du nur im Hochsommer zur Mittagszeit Zeit hast
Eher woanders, wenn …
- du vor allem Großraumflugzeuge im Linienverkehr suchst
- du einen garantierten A400M-Flug an einem bestimmten Tag brauchst
Sevilla im Vergleich
Für Langstrecke und Großraumjets ist in Spanien der Flughafen Madrid-Barajas die erste Adresse, für dichten Europa- und Interkontinentalverkehr der Flughafen Barcelona. Im Süden ist der Flughafen Málaga deutlich größer und touristischer, auf den Inseln dominiert der Ferienverkehr wie am Flughafen Palma de Mallorca. Sevilla punktet dagegen mit seinem Industrieprofil.
Den passenden Gegenpol findest du in Frankreich: Am Flughafen Toulouse-Blagnac baut Airbus die zivilen Großraumjets zusammen, Tipps dazu stehen im Beitrag Planespotting in Toulouse-Blagnac. Wer Militärluftfahrt in Spanien vertiefen will, plant einen Abstecher ins Museo del Aire in Madrid.
Jede Sichtung in Andalusien zählt
Spot-Karte mit bestem Licht, Wetter und Pisten am Flughafen, Sichtungs-Alarme und eine Community, die dir Standorte verrät – das alles bietet dir Planetrack. Planetrack startet bald. Die Warteliste findest du unten auf dieser Seite.
Fazit
Der Flughafen Sevilla ist kein Drehkreuz und kein Langstreckenziel – aber er hat etwas, das kaum ein anderer Flughafen Europas bietet: fabrikneue Militärtransporter, die direkt neben dem Low-Cost-Verkehr ihre ersten Flüge absolvieren. Mit nur einer Bahn, viel Sonne und wachsendem Verkehr ist er ein lohnendes Ziel, wenn du eine Städtereise mit ein paar Stunden Spotting verbinden möchtest.
Planen musst du trotzdem: Betriebsrichtung, Hitze und die nicht planbaren Werksflüge entscheiden darüber, ob du mit einem A400M im Kasten nach Hause fährst oder „nur“ mit 737 und A320.
Kurzfazit
SVQ verbindet Low-Cost-Alltag mit der Endmontage von A400M und C295. Plane nach Betriebsrichtung, Licht und Hitze – und bring Geduld für die Werksflüge mit.
Zusammenfassung
- Sevilla verbindet zwei Welten: einen wachsenden Low-Cost-Flughafen und einen der wichtigsten Standorte der europäischen Militärluftfahrtindustrie.
- Im Linienverkehr dominieren Boeing 737 und Airbus A320-Familie, gelegentlich ergänzt durch Gäste aus Nordafrika und Mitteleuropa.
- Die eigentliche Spezialität sind Werks- und Testflüge von A400M und C295 – sie lassen sich nicht planen wie ein Linienflug, sind aber der Grund für viele Spotterreisen.
- Mit nur einer Bahn entscheiden Wind und Betriebsrichtung über deinen Standort; Hitze und Licht über die Tageszeit.
Häufige Fragen
Was sind die Codes des Flughafens Sevilla?
Der IATA-Code lautet SVQ, der ICAO-Code LEZL. SVQ findest du auf Bordkarten und Gepäckanhängern, LEZL nutzen Flugsicherung und Flugverfolgungsdienste.
Wie viele Start- und Landebahnen hat Sevilla?
Nur eine: die Bahn 09/27 mit rund 3.360 Metern Länge und 45 Metern Breite. Alle Linienflüge und auch die Testflüge von Airbus nutzen diese Piste.
Wird der Airbus A400M wirklich in Sevilla gebaut?
Ja. Airbus montiert den A400M im Werk San Pablo direkt am Flughafen zusammen. Die großen Baugruppen entstehen an verschiedenen europäischen Standorten, die Endmontage, der Erstflug und die Werkserprobung finden in Sevilla statt. Auch die C295 hat hier ihre Endmontagelinie.
Kann ich die Testflüge des A400M vorhersagen?
Nur bedingt. Werks- und Abnahmeflüge stehen in keinem öffentlichen Flugplan. Hinweise liefern Flugverfolgungsdienste, Spotterforen und die Aktivität auf dem Werksvorfeld. Wie du Testflüge auf dem Radar erkennst, erklärt der Beitrag zu Test- und Werksflügen.
Was ist 2015 mit dem A400M in Sevilla passiert?
Am 9. Mai 2015 stürzte ein fabrikneuer A400M (MSN23) kurz nach dem Start zu seinem ersten Testflug nahe dem Flughafen ab. Vier Besatzungsmitglieder starben, zwei wurden schwer verletzt. Als Ursache gilt, dass die Triebwerkssteuerung nach einem Softwarefehler bei der Installation Sensordaten von drei Triebwerken nicht korrekt verarbeiten konnte.
Welche Airlines fliegen am meisten ab Sevilla?
2025 lag Ryanair mit gut 41 Prozent der Passagiere vorn, gefolgt von Vueling mit knapp 29 Prozent. Dahinter folgen mit deutlichem Abstand unter anderem Transavia France, Iberia Express und Volotea.
Wie komme ich vom Stadtzentrum zum Flughafen?
Am einfachsten mit dem Bus Airport Express (Linie EA) der städtischen Verkehrsbetriebe TUSSAM. Er fährt von der Plaza de Armas über den Bahnhof Santa Justa zum Terminal und braucht rund 35 bis 40 Minuten. Mit dem Auto erreichst du den Flughafen über die Autobahn A-4. Fahrpläne und Preise können sich ändern – prüf sie vor der Reise.
Gibt es in Sevilla eine Besucherterrasse?
Eine offizielle Aussichtsplattform oder einen Besucherpark wie in München haben wir bei unserer Recherche nicht gefunden. Spotter weichen auf öffentlich zugängliche Wege rund um das Gelände aus. Wichtig: In Spanien gelten eigene Regeln, und Werks- sowie Militärbereiche sind tabu – Details im Beitrag Spotten in Spanien.
Sichtungen rund um Flughafen Sevilla sammeln
Foto mit Kennzeichen, Typ, Airline und Spot posten, Funde im Hangar sammeln und Likes und Kommentare aus der Community bekommen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Passende Airlines
Die Fluggesellschaften dazu – mit IATA- und ICAO-Code, Rufzeichen und Lackierung.
Ryanair
Europas größte Low-Cost-Airline aus Irland: fast reine Boeing-737-Flotte, Punkt-zu-Punkt-Verkehr statt Drehkreuz und mehrere Schwestergesellschaften, die unter Ryanair-Flugnummern fliegen.
VY / VLGVueling
Die Low-Cost-Airline aus Barcelona gehört zur IAG: eine Flotte aus der kompletten Airbus-A320-Familie, ein zweites Drehkreuz in Rom und eine Boeing-Bestellung, die das einheitliche Bild aufbricht.
TO / TVFTransavia France
Die französische Low-Cost-Airline der Air France-KLM-Gruppe: Hauptbasis Paris-Orly, Regionalbasen von Lyon bis Bordeaux, eine Flotte im Wechsel von der Boeing 737-800 zum Airbus A320neo – und dieselben grünen Farben wie die niederländische Schwester.
V7 / VOEVolotea
Die spanische Low-Cost-Airline der Vueling-Gründer: Direktflüge zwischen mittelgroßen Städten in Frankreich, Italien und Spanien, eine reine Flotte aus Airbus A319 und A320 – und der Werksshuttle für Airbus.
IB / IBEIberia
Die spanische Netzwerk-Airline aus Madrid: 1927 gegründet, Drehkreuz Barajas mit Terminal 4, Teil der International Airlines Group, Mitglied von oneworld und Erstkunde der Airbus A321XLR.
I2 / IBSIberia Express
Die Kurz- und Mittelstrecken-Tochter von Iberia: reine Airbus-Flotte aus A320 und A321neo, Basis Madrid-Barajas, Zubringer für das Langstreckennetz und oneworld-Affiliate.
YW / ANEAir Nostrum
Spaniens große Regionalairline aus Valencia fliegt seit 1997 als Iberia Regional: CRJ1000-Jets und ATR-72-600-Turboprops in Iberia-Farben, verkauft unter IB-Flugnummern, durchgeführt unter dem ICAO-Code ANE.
Typische Flugzeuge
Airbus A400M Atlas
Vier Turboprops mit sichelförmigen Achtblatt-Propellern, hoch angesetzter Flügel, T-Leitwerk und eine große Heckrampe: Der A400M ist Europas Militärtransporter. So erkennst du ihn sicher und weißt, wo du ihn siehst.
FlugzeugtypAirbus C295
Schulterflügel, Heckrampe, zwei Turboprops mit Sechsblatt-Propellern: Die C295 ist Europas meistgesehener taktischer Zweimot-Transporter – und als MPA auch Seeaufklärer. So erkennst du sie.
FlugzeugtypAirbus CN235
Hochdecker, zwei Turboprops mit Vierblatt-Propellern, hochgezogenes Heck mit Laderampe: Der CN235 ist seit den 1980er-Jahren das Arbeitspferd vieler Luftwaffen und Küstenwachen. So erkennst du ihn und trennst ihn von der größeren C295.
FlugzeugtypBoeing 737-800
Das Arbeitspferd der Kurz- und Mittelstrecke: Die 737-800 ist die meistgebaute Version der 737 Next Generation und an vielen Flughäfen Europas ein Dauergast.
FlugzeugtypAirbus A320 (ceo)
Der Jet, mit dem Airbus den Kurzstreckenmarkt umgekrempelt hat: Die A320 der ersten Generation ist seit 1988 im Dienst und noch immer an fast jedem Flughafen zu sehen. So erkennst du sie und ihre Varianten.
Weitere Einträge
Airbus
Europäisches Luft- und Raumfahrtunternehmen und einer der beiden großen Hersteller von Verkehrsflugzeugen – mit Flugzeugfamilien vom A220 bis zum A350.
FlughafenFlughafen Madrid-Barajas
Spaniens größter Flughafen und das Tor nach Lateinamerika: vier Start- und Landebahnen, zwei Betriebsrichtungen mit klaren Regeln, Terminal 4 als Heimat von Iberia und oneworld – und eine Spotterszene, die zwischen Schotterweg, Autobahnbrücke und offizieller Aena-Zone pendelt.
FlughafenFlughafen Barcelona-El Prat
Spaniens zweitgrößter Flughafen liegt direkt am Mittelmeer: zwei Parallelbahnen und eine Querbahn, Vueling als Platzhirsch, Low-Cost-Basen von Ryanair und easyJet, dazu Langstrecke vom Golf und aus Nordamerika – und Spotterplätze zwischen Strand, Friedhof und Terminalbalkon.
FlughafenFlughafen Málaga-Costa del Sol
Das Tor zur Costa del Sol gilt als ältester durchgehend betriebener Flughafen Spaniens: zwei leicht gespreizte Bahnen, ein Terminal 3 mit eigenem Bahnhof, Ferienflieger aus ganz Europa im Minutentakt – und ein Luftfahrtmuseum direkt am Vorfeld.
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