Embraer C-390 Millennium

Zwei Mantelstromtriebwerke unter einem hoch angesetzten Flügel, T-Leitwerk und eine große Heckrampe: Die C-390 Millennium ist Embraers Jet-Transporter, der in Europa reihenweise die Hercules ablöst. So erkennst du sie und weißt, wo sie fliegt.

Auch bekannt als: KC-390 · C-390 · C-390M · Millennium

BrasilienEmbraerMilitärflugzeuge12 Min. Lesezeit

2015

Erstflug

2

Jet-Triebwerke

26 t

max. Nutzlast

35,2 m

Länge

Das Wichtigste in Kürze

  • Die C-390 Millennium ist ein zweistrahliger Militärtransporter aus Brasilien: bis zu 26 t Nutzlast, Reiseflug mit Mach 0,80, startfähig auch von unbefestigten Pisten.
  • Schnellster Erkennungsweg: Hochdecker plus T-Leitwerk plus zwei Jets – Hercules, A400M und Transall haben alle Propeller.
  • KC-390 und C-390 sind dasselbe Flugzeug: Seit 2019 vermarktet Embraer den Typ als C-390 Millennium, KC-390 steht für die Version mit Tankausrüstung.
  • In Europa wächst die Flotte: Portugal und Ungarn fliegen den Typ bereits, Tschechien hat die erste Maschine übernommen, die Niederlande, Österreich und Schweden haben sich für ihn entschieden.
  • Für DACH-Spotter interessant: Das Bundesheer stationiert seine vier C-390 in Hörsching bei Linz und löst damit die C-130 ab.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist die Embraer C-390 Millennium?
  2. 2.Antrieb: Airliner-Technik im Transporter
  3. 3.Die vier Merkmale, die zur Bestimmung reichen
  4. 4.C-390, C-130 oder A400M?
  5. 5.Transporter, Tanker, Sanitäter: die Rollen
  6. 6.Die Nutzer in Europa
  7. 7.Österreich: die C-390 in Hörsching
  8. 8.Wo du die C-390 sonst antriffst
  9. 9.Fototipps speziell für die C-390
  10. 10.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
  11. 11.Fazit

Steckbrief

HerstellerEmbraer (Embraer Defense & Security)
RolleTaktischer Militärtransporter, Tankflugzeug (KC-390), Sanitätsflugzeug
Erstflug3. Februar 2015 (Prototyp PT-ZNF)
Erstauslieferung4. September 2019 an die brasilianische Luftwaffe
EndmontageGavião Peixoto (Bundesstaat São Paulo, Brasilien)
Triebwerke2 × IAE V2500-E5 (Mantelstromtriebwerk)
Länge35,2 m
Spannweite35,05 m
Höhe11,84 m
Max. Nutzlast26 t
Max. Startgewichtrund 87 t
ReisegeschwindigkeitMach 0,80 (rund 870 km/h)
Reichweiterund 2.000 km mit 26 t, rund 5.000 km mit 14 t
Truppentransportbis zu 80 Soldaten

Erkennungsmerkmale

Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Zwei Mantelstromtriebwerke unter einem hoch angesetzten Flügel – kein einziger Propeller
  • Flügel mit leichter negativer V-Stellung: Die Flügelspitzen hängen von vorn gesehen etwas nach unten
  • T-Leitwerk: Das Höhenleitwerk sitzt oben auf dem Seitenleitwerk
  • Hochgezogenes Heck mit großer Laderampe und Fahrwerksverkleidungen seitlich am Rumpf
  • Kompakte Größe: mit rund 35 m Länge und Spannweite etwa so groß wie ein A320-Rumpf, aber deutlich bulliger
  • In der Tanker-Konfiguration hängen zwei Betankungsbehälter unter den Flügeln

Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein grau lackierter Hochdecker mit Heckrampe kommt rein, aber statt brummender Propeller hörst du das Fauchen zweier Jet-Triebwerke: Das ist mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Embraer C-390 Millennium. Der brasilianische Transporter, früher als KC-390 bekannt, hat in Europa eine erstaunliche Karriere hingelegt. Portugal und Ungarn fliegen ihn schon, weitere Länder wie die Niederlande, Österreich, Schweden und Tschechien haben sich für ihn entschieden. Hier erfährst du, woran du ihn sicher erkennst, wie er sich von Hercules und A400M unterscheidet und wo du die besten Chancen auf eine Sichtung hast.

C-390 im Hangar

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Was ist die Embraer C-390 Millennium?

Die C-390 ist ein zweistrahliger taktischer Militärtransporter von Embraer. Der brasilianische Hersteller, den du sonst vor allem von Regionaljets wie der E190-E2 kennst, hat damit sein bislang größtes Flugzeug gebaut. Die Idee dahinter: ein Transporter in der Gewichtsklasse knapp über der Lockheed C-130 Hercules, der dank Jet-Antrieb aber deutlich schneller und höher fliegt.

Die Eckdaten zeigen, wofür er gebaut ist. Die C-390 trägt bis zu 26 Tonnen, fliegt im Reiseflug mit rund Mach 0,80 und kommt mit voller Zuladung etwa 2.000 Kilometer weit, mit 14 Tonnen gut das Doppelte. In den Laderaum passen Fahrzeuge, Paletten, ein Hubschrauber oder bis zu 80 Soldaten. Sie kann Lasten und Fallschirmspringer abwerfen, Verletzte mit Intensivausstattung ausfliegen und in der Version KC-390 andere Flugzeuge in der Luft betanken. Ein robustes Fahrwerk erlaubt Landungen auf unbefestigten Pisten.

Embraer stellte das Projekt 2007 vor, der erste Prototyp mit dem Kennzeichen PT-ZNF hob am 3. Februar 2015 ab. Gebaut wird im Embraer-Werk in Gavião Peixoto im Bundesstaat São Paulo. Am 4. September 2019 ging die erste Serienmaschine an die brasilianische Luftwaffe, die als Hauptkunde gilt. Im selben Jahr führte Embraer auf der Dubai Airshow den Namen „C-390 Millennium“ ein. Die endgültige Musterzulassung und damit die volle Einsatzreife erreichte der Typ Ende März 2023.

26 tmaximale Nutzlast – mehr als eine C-130, weniger als ein A400M
M 0,80Reisegeschwindigkeit, deutlich schneller als jeder Propeller-Transporter
2Mantelstromtriebwerke vom Typ IAE V2500-E5

Antrieb: Airliner-Technik im Transporter

Unter den Flügeln hängen zwei IAE V2500-E5. Das ist eine Variante des Triebwerks, das seit Jahrzehnten unzählige Maschinen der A320-Familie antreibt. Gebaut wird es vom Konsortium International Aero Engines, an dem Pratt & Whitney und MTU Aero Engines beteiligt sind. Jedes Triebwerk liefert rund 139 Kilonewton Schub.

Für Spotter hat das zwei Folgen. Erstens klingt die C-390 eher wie ein Airliner als wie ein Militärtransporter – das tiefe Propellerdröhnen einer Hercules fehlt komplett. Zweitens hängen die Triebwerke wegen des hoch angesetzten Flügels relativ weit oben, die Gondeln stehen ein gutes Stück vor der Flügelvorderkante.

Gesteuert wird die C-390 per Fly-by-Wire mit Sidesticks, ähnlich wie moderne Verkehrsflugzeuge. Embraer hat damit viel Know-how aus der zivilen E-Jet-Familie übernommen. Laut den veröffentlichten Einsatzdaten lag die technische Verfügbarkeit der brasilianischen Flotte in den ersten rund dreieinhalb Jahren bei etwa 80 Prozent.

Die vier Merkmale, die zur Bestimmung reichen

Für die C-390 brauchst du kein Spezialwissen. Vier Beobachtungen grenzen sie gegenüber allen anderen Transportern ein, die du in Europa siehst.

Propeller oder Jet?

Siehst du zwei Triebwerkseinläufe ohne Propeller unter einem Hochdecker, bist du schon fast am Ziel. C-130, A400M und Transall drehen alle Propeller.

Leitwerk ansehen

Die C-390 hat ein T-Leitwerk. Das Höhenleitwerk sitzt ganz oben auf der Seitenflosse, nicht unten am Rumpf wie bei der Hercules.

Flügelstellung prüfen

Von vorn hängen die Flügel leicht nach unten – eine negative V-Stellung, wie sie für Hochdecker-Transporter typisch ist.

Größe einschätzen

Mit rund 35 Metern Länge und Spannweite ist sie kompakt. Eine C-17 mit vier Jets und gut 50 Metern Spannweite wirkt daneben riesig.

Die Kombination aus Hochdecker, zwei Jets und T-Leitwerk ist im Militärtransport selten. Am Ende bestätigt die militärische Kennung den Typ. Wie Militärkennzeichen aufgebaut sind, zeigt dir der Beitrag zu Kennzeichen von Bundeswehr-Luftfahrzeugen am Beispiel Deutschland; das Prinzip lässt sich auf andere Länder übertragen.

Praxis-Tipp für den ersten Blick

Hörst du einen Militärtransporter, bevor du ihn siehst, verrät dir schon das Geräusch viel: gleichmäßiges Jet-Rauschen statt Propellerbrummen spricht für C-390 oder C-17. Den Rest erledigt dann das Leitwerk.

C-390, C-130 oder A400M?

Die meisten Verwechslungen passieren mit den beiden anderen Transportern, die in Europa häufig fliegen. Die Tabelle stellt die wichtigsten Unterschiede nebeneinander.

Merkmal C-390 Millennium C-130 Hercules A400M Atlas
Antrieb 2 Jets 4 Turboprops 4 Turboprops
Leitwerk T-Leitwerk konventionell T-Leitwerk
Max. Nutzlast 26 t deutlich weniger 37 t
Länge 35,2 m je nach Version kürzer oder ähnlich 45,1 m
Typisches Geräusch Jet-Rauschen tiefes Propellerbrummen sattes Brummen der Achtblatt-Propeller

Der Airbus A400M teilt mit der C-390 das T-Leitwerk und die Heckrampe, hat aber vier große Propeller und ist sichtbar größer. Die Hercules ist der Typ, den die C-390 in vielen Ländern ersetzt – in Portugal, den Niederlanden und Österreich jeweils ältere C-130-Versionen. Historisch gehört auch die Transall C-160 in diese Klasse, die in Deutschland bis 2021 flog: zwei Turboprops, konventionelles Leitwerk.

Schnellbestimmung: Hochdecker-Transporter

Drei Fragen, eine Einschätzung. Die Kennung bleibt die letzte Instanz.

Wahrscheinlich

Embraer C-390 Millennium

Zwei Jets, Hochdecker, T-Leitwerk und kompakte Maße sind das typische C-390-Bild. Achte noch auf Betankungsbehälter unter den Flügeln – dann fliegt sie als KC-390.

Wahrscheinlich

Boeing C-17 Globemaster III

Vier Jets und ein mächtiger Rumpf mit T-Leitwerk sprechen für die C-17. Sie ist in Europa unter anderem bei NATO-Verbänden und der Royal Air Force zu sehen.

Wahrscheinlich

C-130, A400M oder C-160

Propeller schließen die C-390 aus. Vier Propeller mit Rumpf-Höhenleitwerk deuten auf die Hercules, vier Achtblatt-Propeller mit T-Leitwerk auf den A400M.

Ein Sonderfall ist die Boeing C-17 Globemaster III: Auch sie ist ein Jet-Hochdecker mit T-Leitwerk, hat aber vier Triebwerke und spielt größenmäßig in einer anderen Liga. Einen Überblick über alle gängigen Typen bietet der Guide Militärtransporter erkennen.

Transporter, Tanker, Sanitäter: die Rollen

Die C-390 ist als Mehrzweckplattform ausgelegt. Je nach Ausstattung übernimmt sie sehr unterschiedliche Aufgaben, und manche davon siehst du von außen.

Transport und Absetzen

Fracht, Fahrzeuge und Truppen gehen über die Heckrampe an Bord. Lasten und Fallschirmspringer kann sie im Flug absetzen.

Luftbetankung (KC-390)

Zwei Betankungsbehälter unter den Flügeln versorgen Jets und Hubschrauber nach dem Schlauch-Korb-Verfahren. Die Behälter sind ein gut sichtbares Merkmal.

Sanitätseinsatz

Mit Tragen- oder Intensivmodulen fliegt sie Verletzte aus. Ungarn hat eine Intensivpflege-Ausstattung gleich mitbestellt.

Spannend für Spotter: Die gleiche Maschine kann bei der nächsten Sichtung anders aussehen. Ein Flugzeug mit Betankungsbehältern ist bei einer Airshow ein schöneres Motiv als das „nackte“ Transporter-Profil.

Die Nutzer in Europa

Kaum ein neues Militärflugzeug hat sich in den letzten Jahren in Europa so schnell verbreitet. Für den Überblick hier die wichtigsten Betreiber und Besteller, Stand Oktober 2026 und mit Vorsicht zu lesen, weil Auslieferungen laufend weitergehen.

Land Bestellt Status Basis
Portugal 6 im Einsatz seit 2023 Beja
Ungarn 2 (Bestellung 2020) im Einsatz Kecskemét
Niederlande 5 (Vertrag 2024) bestellt, Ersatz der C-130H –
Österreich 4 bestellt, Zulauf ab 2028 Hörsching
Schweden 4 (plus Optionen) ausgewählt, Beschaffung läuft –
Tschechien 2 erste Maschine übernommen –

Portugal war der erste europäische Kunde und ist zugleich Industriepartner: Die Embraer-Tochter OGMA fertigt Bauteile wie die Fahrwerksverkleidungen und Rumpfsegmente. Die erste portugiesische Maschine kam im Oktober 2023 zur Staffel 506 „Rinocerontes“ auf der Luftwaffenbasis Beja im Alentejo. Inzwischen fliegen dort mehrere Maschinen, weitere sind im Zulauf. Wer in Portugal unterwegs ist, findet im Museu do Ar in Sintra außerdem einen guten Einstieg in die Geschichte der portugiesischen Luftwaffe; am Flughafen Lissabon tauchen Militärtransporter dagegen nur gelegentlich auf.

Ungarn hat 2020 zwei Maschinen bestellt, inklusive Intensivpflege-Ausstattung. Die Flugzeuge fliegen bei der Lufttransportstaffel in Kecskemét, südöstlich von Budapest. Bei Besuchen in Budapest lohnt der Blick nach oben, verlässlich vor die Linse bekommst du die ungarischen C-390 aber eher bei Flugtagen und Airshows.

Die Niederlande haben die C-390 im Juli 2024 fest bestellt, fünf Maschinen ersetzen die Hercules-Flotte der Königlichen Luftstreitkräfte. Die niederländischen C-130 fliegen vom Fliegerhorst Eindhoven, der sich die Piste mit dem zivilen Flughafen Eindhoven teilt. Ob und wann die Nachfolger dort heimisch werden, prüfst du am besten aktuell. Auch Schweden hat sich für vier Maschinen entschieden und schließt sich der gemeinsamen Beschaffung von Niederlanden und Österreich an.

Zahlen ändern sich ständig

Gerade bei neuen Militärtypen weichen Quellen bei Stückzahlen und Lieferterminen voneinander ab. Die Tabelle zeigt bestätigte Bestellungen; wie viele Maschinen ein Land tatsächlich schon fliegt, verifizierst du vor einer Tour bei der jeweiligen Luftwaffe.

Österreich: die C-390 in Hörsching

Für Spotter im DACH-Raum ist das Bundesheer die spannendste Nachricht. Österreich hat vier C-390M bestellt, die Typentscheidung fiel 2023, der Vertrag folgte 2024 als Regierungsabkommen gemeinsam mit den Niederlanden. Laut Bundesheer und ORF kommen die ersten Maschinen 2028, bis 2030 ist die Flotte komplett.

Heimat wird der Fliegerhorst Vogler in Hörsching, der direkt neben dem Flughafen Linz liegt und die Piste mit ihm teilt. Dort fliegen bisher die drei C-130K, die das Bundesheer 2003 gebraucht von der Royal Air Force übernommen hat. Die erste davon mustert das Bundesheer nach fast 60 Betriebsjahren aus; ihr letzter Flug führt nach Wiener Neustadt, wo sie dem Jagdkommando als Übungsobjekt dient. Die übrigen zwei bleiben laut ORF bis 2030 im Einsatz. Für die Übergangszeit ist eine Kooperation mit den portugiesischen Streitkräften vorgesehen.

Keine C-390 verpassen

Setz die C-390 auf deine Wunschliste und lass dich per Sichtungs-Alarm benachrichtigen, wenn der Typ an deinem Flughafen anfliegt. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.

Bis die ersten Bundesheer-Maschinen da sind, bleibt die C-390 in Österreich ein Gastflugzeug. Die realistischsten Chancen bietet die AIRPOWER in Zeltweg, bei der regelmäßig ausländische Transporter zu Gast sind. Am Flughafen Wien landen Militärtransporter nur gelegentlich, etwa bei Staatsbesuchen oder Evakuierungsflügen; dann ist der Spotterhügel der beste Platz.

Wo du die C-390 sonst antriffst

Weil die Flotten in Europa noch klein sind, ist eine C-390 vielerorts ein seltener Fang. Die folgende Übersicht zeigt, wo deine Chancen am besten stehen.

Ort Trefferchance Warum
Beja (Portugal) hoch Heimatbasis der portugiesischen Flotte
Kecskemét (Ungarn) mittel bis hoch Basis der ungarischen Maschinen
Linz-Hörsching steigend ab 2028 Bundesheer-Basis, bis 2028 nur C-130
Große Airshows (AIRPOWER, RIAT) mittel Embraer und Nutzerstaaten zeigen den Typ gern
Zivilflughäfen in Deutschland niedrig nur bei Überführungen, Übungen oder Hilfsflügen

Bei Airshows lohnt sich der Blick ins Teilnehmerfeld: Das Royal International Air Tattoo in Fairford zeigt regelmäßig Transporter vieler Luftwaffen, beim NATO Tiger Meet stehen dagegen eher Kampfjets im Mittelpunkt. Welche Veranstaltungen sich in Europa lohnen, steht in der Übersicht Airshows in Europa für Planespotter.

Online kannst du Militärflüge teilweise verfolgen, aber nicht jede Maschine sendet offen. Wie du trotzdem fündig wirst, erklärt der Beitrag Militärflugzeuge online verfolgen. Und bevor du an einem Militärflugplatz die Kamera auspackst, lies die Regeln in Militärflugplatz fotografieren – dort gelten deutlich strengere Vorgaben als am Zivilflughafen.

Bereit für deine C-390-Jagd?

Hak ab, was du schon erledigt hast.

  • Ich weiß, welche Luftwaffe in meiner Nähe den Typ fliegt oder als Gast erwartet.
  • Ich habe Flugtage und Airshows mit Transporter-Beteiligung im Kalender.
  • Ich kenne die Fotoregeln am Militärflugplatz.
  • Ich weiß, wo die Sonne zur geplanten Uhrzeit steht.
  • Brennweite und Akku passen zu einem langen Tag am Zaun.

Fototipps speziell für die C-390

Die C-390 ist ein dankbares Motiv: kompakt, bullig und mit klaren Linien. Ein paar Punkte machen den Unterschied.

Seitenprofil mit Leitwerk

Das T-Leitwerk und die hochgezogene Heckpartie sind das Erkennungszeichen. Ein Bild im Seitenprofil zeigt beides und macht die Bestimmung eindeutig.

Kurze Verschlusszeiten gehen

Anders als bei Propellerflugzeugen musst du keine Rotorbewegung einfangen. Du kannst mit kurzer Belichtungszeit auf Schärfe gehen.

Rampe offen erwischen

Bei Airshows und am Boden öffnen die Crews oft die Heckrampe. Das ist das Motiv, das den Transporter-Charakter am besten zeigt.

Graue Lackierung, flaches Licht

Militärgrau wirkt bei Mittagssonne schnell flau. Flaches Licht von hinten bringt Konturen und Kennungen besser heraus.

Wann das Licht an deinem Standpunkt passt, berechnest du mit dem Sonnenstand-Planer von Planetrack. Wie du bei Propeller-Transportern wie Hercules und A400M die Verschlusszeit wählst, erklärt der Beitrag Propeller fotografieren. Wie selten eine C-390-Sichtung im Vergleich ist, ordnet der Guide zu seltenen Flugzeugen ein.

Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt

Es spricht für die C-390, wenn …

  • zwei Jet-Triebwerke unter einem Hochdecker hängen
  • das Höhenleitwerk oben auf der Seitenflosse sitzt
  • das Heck hochgezogen ist und eine Laderampe hat
  • die Maschine kompakt wirkt, etwa wie ein Kurzstreckenjet

Sieh genauer hin, wenn …

  • du nur die Silhouette im Gegenlicht siehst
  • die Maschine sehr hoch fliegt und du keine Triebwerke zählen kannst
  • Behälter unter den Flügeln hängen – dann ist es eine KC-390 im Tanker-Einsatz

Es ist keine C-390, wenn …

  • sich Propeller drehen – dann bist du bei Hercules, A400M oder Transall
  • vier Jet-Triebwerke unter den Flügeln hängen
  • die Flügel unten am Rumpf ansetzen, wie beim A330 MRTT

Fazit

Die C-390 Millennium ist einer der spannendsten Neuzugänge im europäischen Militärtransport. Zwei Jets, Hochdecker und T-Leitwerk machen sie nach dem ersten bewussten Sehen unverwechselbar. Noch ist sie in Mitteleuropa ein seltener Gast, doch mit den Flotten in Portugal und Ungarn, den neuen Maschinen in Tschechien, den Beschaffungen der Niederlande und Schwedens und dem Zulauf in Hörsching ab 2028 wird sie Jahr für Jahr häufiger zu sehen sein.

Kurzfazit

Hochdecker, zwei Jets, T-Leitwerk, Heckrampe: Das ist die C-390 Millennium. Die besten Chancen hast du in Beja, Kecskemét und bei großen Airshows – und ab 2028 in Hörsching bei Linz.

Zusammenfassung

  • Die C-390 flog erstmals im Februar 2015 und ist seit September 2019 bei der brasilianischen Luftwaffe im Dienst.
  • Angetrieben wird sie von zwei IAE V2500-E5, einer Variante des Triebwerks, das du von der A320ceo-Familie kennst.
  • Zwei Jets unter dem Hochdecker, T-Leitwerk und Heckrampe unterscheiden sie sicher von C-130, A400M und C-17.
  • Für Sichtungen in Europa lohnen Airshows, die portugiesische Basis Beja, Kecskemét in Ungarn und – mit dem Zulauf der Bundesheer-Maschinen – Hörsching bei Linz.

Häufige Fragen

Ist KC-390 dasselbe wie C-390 Millennium?

Ja. Das Projekt lief anfangs als KC-390, auf der Dubai Airshow im November 2019 stellte Embraer den neuen Vermarktungsnamen C-390 Millennium vor. Die Bezeichnung KC-390 wird weiter für Maschinen mit Luftbetankungsausrüstung verwendet. Österreich führt seine Flugzeuge als C-390M.

Welche Triebwerke hat die C-390?

Zwei IAE V2500-E5, gebaut vom Konsortium International Aero Engines, an dem unter anderem Pratt & Whitney und MTU Aero Engines beteiligt sind. Die V2500 kennst du aus der zivilen Luftfahrt, vor allem von der A320ceo-Familie. Jedes Triebwerk liefert rund 139 kN Schub.

Wie viel kann die C-390 transportieren?

Bis zu 26 Tonnen. Damit liegt sie über der C-130 und unter dem A400M. Statt Fracht passen bis zu 80 Soldaten oder eine Sanitätsausstattung mit zahlreichen Tragen in den Laderaum. Mit voller Zuladung kommt sie rund 2.000 Kilometer weit.

Welche Länder fliegen die C-390 in Europa?

Im Einsatz ist sie bei den Luftwaffen von Portugal (Basis Beja) und Ungarn (Basis Kecskemét). Tschechien hat die erste Maschine übernommen, die Niederlande und Österreich haben bestellt, Schweden hat den Typ ausgewählt. Wie viele Maschinen jeweils schon übergeben sind, ändert sich laufend – prüf den aktuellen Stand vor einer gezielten Tour.

Wann bekommt das Bundesheer die C-390?

Österreich hat vier Maschinen bestellt, die laut Bundesheer und ORF ab 2028 zulaufen und bis 2030 vollständig sein werden. Stationiert werden sie am Fliegerhorst Vogler in Hörsching, gleich neben dem Flughafen Linz. Für die Übergangszeit ist eine Kooperation mit Portugal vorgesehen, zwei C-130 bleiben bis 2030 im Dienst.

Kann die C-390 andere Flugzeuge betanken?

Ja, als KC-390 trägt sie zwei Betankungsbehälter nach dem Schlauch-Korb-Verfahren unter den Flügeln. Damit kann sie Kampfjets und andere Transporter in der Luft versorgen. Umgekehrt kann sie auch selbst in der Luft Treibstoff aufnehmen.

Welchen ICAO-Typcode hat die C-390?

Einen verlässlich belegten Code nennen wir hier bewusst nicht. In Tracking-Diensten taucht der Typ je nach Datenbank unterschiedlich auf, und Militärmaschinen senden ohnehin nicht immer offen. Sicherer ist die Suche nach der militärischen Kennung oder dem Rufzeichen.

Embraer C-390 Millennium sammeln statt nur sehen

Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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