Das Wichtigste in Kürze
- Eine Piste, zwei Richtungen: Nürnberg hat nur die Bahn 10/28. Beide Richtungen werden genutzt, meist läuft wegen der häufigen Westwinde die 28.
- Das Terminal liegt im Süden: Von der kostenlosen Besucherterrasse schaust du nach Norden auf Vorfeld und Piste – die Sonne steht damit über weite Teile des Tages in deinem Rücken.
- Westen für die 10, Osten für die 28: An der Irrhainstraße erwischst du Landungen auf der 10, an der Rathsbergstraße und am nordöstlichen Waldrand die Anflüge auf die 28.
- Ohne Leiter wird es eng: An fast allen Zaunspots empfehlen Spotter-Guides eine kleine Leiter mit zwei bis drei Stufen.
- Ferien- und Low-Cost-Flughafen: Ryanair, Corendon, Marabu, Eurowings und SunExpress prägen das Bild, dazu Zubringer von Lufthansa, KLM, Air France und Turkish Airlines.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Planespotting in Nürnberg: die kurze Antwort
- 2.Den Flughafen verstehen: eine Bahn im Knoblauchsland
- 3.Die Spots im Überblick
- 4.Licht in Nürnberg: wann welcher Spot funktioniert
- 5.Was du in Nürnberg zu sehen bekommst
- 6.Anreise: U-Bahn, Bus, Rad und Auto
- 7.Dein Nürnberg-Tag Schritt für Schritt
- 8.Ausrüstung für Nürnberg
- 9.Regeln am Zaun und auf der Terrasse
- 10.Weiter in Süddeutschland
- 11.Fazit
Vormittag auf der Terrasse im Terminal, die Sonne im Rücken, unten wird eine Ryanair-737 zurückgeschoben, und weiter hinten rollt ein Ferienflieger zum Westende der Bahn. Ein paar Stunden später fährst du hinaus an die Rathsbergstraße, um die Anflüge auf die 28 über dem Wald abzupassen. Planespotting in Nürnberg ist überschaubar, aber gut planbar: eine einzige Piste, ein Terminal auf der Südseite, Wald und Felder rundherum. Dieser Guide zeigt dir, welche Spots es rund um den Albrecht Dürer Airport gibt, wann dort Licht ist und welchen Verkehr du in Franken erwarten kannst.
Nürnberger Sichtungen an einem Ort
Poste deine Sichtungen mit Foto, Typ, Kennzeichen, Airline und Spot und sieh auf der Spot-Karte, was andere Spotter gerade an der Irrhainstraße oder auf der Terrasse erwischt haben. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Planespotting in Nürnberg: die kurze Antwort
Der Flughafen Nürnberg (IATA NUE, ICAO EDDN) hat genau eine Start- und Landebahn, die 10/28. Das Terminal liegt südlich davon. Daraus folgt die wichtigste Faustregel: Tagsüber stehst du auf der Terrasse oder an den Spots südlich der Bahn mit der Sonne im Rücken, für Anflugbilder wechselst du an den Pistenkopf, an dem gerade gelandet wird. Bei Betrieb auf der 28 ist das der Osten rund um die Rathsbergstraße, bei Betrieb auf der 10 der Westen an der Irrhainstraße.
Verkehrsseitig ist Nürnberg ein Ferien- und Low-Cost-Flughafen mit Zubringern zu den großen Drehkreuzen. Du siehst keine dichten Umsteigewellen, sondern einen ruhigeren Rhythmus mit Spitzen am Morgen und in den Sommerferien – und zwischendurch die eine oder andere Pause, die du für einen Spotwechsel nutzen kannst.
Den Flughafen verstehen: eine Bahn im Knoblauchsland
Der Flughafen liegt etwa fünf Kilometer nördlich der Altstadt, eingerahmt von den Stadtteilen Buchenbühl, Kraftshof, Almoshof und Mooshof. Die Piste verläuft ungefähr in Ost-West-Richtung und ist 2.700 Meter lang und 45 Meter breit. Südlich der Bahn liegen das Terminal mit der Besucherterrasse, die Parkhäuser, der Tower und das Frachtzentrum. Nördlich der Bahn beginnt Wald, durch den Wege bis an den Zaun führen.
Für dich als Spotter hat diese Geometrie zwei Folgen. Erstens: Auf der Südseite blickst du nach Norden und hast die Sonne im Rücken – das ist die komfortable Seite für den ganzen Tag. Zweitens: Am Waldrand im Norden schaust du nach Süden und fotografierst über Mittag ins Gegenlicht. Dort lohnt es sich vor allem an Sommermorgen und -abenden, wenn die Sonne weit im Nordosten aufgeht und im Nordwesten untergeht. Die Hintergründe dazu erklärt der Guide Sonnenstand am Fotospot planen.
Betriebsrichtung: 28 oder 10
Mit nur einer Bahn ist die Betriebsrichtung schnell erklärt: Entweder wird nach Westen auf der 28 gestartet und gelandet oder nach Osten auf der 10. Spotter-Guides nennen die 28 als bevorzugte Richtung, was zu den in Süddeutschland häufigen Westwetterlagen passt. Für Landungen auf der 28 steht ein Instrumentenlandesystem der Kategorie III zur Verfügung, für die 10 eines der Kategorie I – auch bei schlechtem Wetter läuft der Betrieb also bevorzugt über die 28.
| Betrieb | Starts | Landungen | Gute Spots |
|---|---|---|---|
| 28 (Westwind) | Startlauf von Ost nach West, Abflug über den Westen | Anflug von Osten über den Wald, Aufsetzen am Ostende | Terrasse, Rathsbergstraße, Waldrand Nordost, Waldweg Südost |
| 10 (Ostwind) | Startlauf von West nach Ost, Abflug über den Osten | Anflug von Westen, Aufsetzen am Westende | Terrasse, Irrhainstraße, Hügel bei Almoshof, Waldrand Nordwest |
Mehr zu Wind und Pistenwahl steht im Ratgeber Betriebsrichtung am Flughafen verstehen. Für die Praxis reicht oft ein Blick in einen Flugtracker: Steigen die Abflüge aus Nürnberg nach Westen weg, läuft die 28. Wie du mit Wetterkarten schon am Vorabend abschätzt, was dich erwartet, zeigt der Beitrag Windy und andere Wetterkarten für Spotter.
Die Spots im Überblick
Die folgenden Standorte sind beim Flughafen selbst oder in Spotter-Guides dokumentiert. Die Zeitangaben fürs Licht sind Richtwerte für den Sommer und verschieben sich im Winter deutlich.
Ehrlicher Hinweis zu den Zaunspots
Rund um den Flughafen wird immer wieder gebaut, Zäune werden erneuert und Wege verändert. Spotterberichte aus dem Sommer 2026 erwähnen etwa einen neuen Zaun im Bereich des Towers. Prüf vor Ort, was zugänglich ist, und weich bei Sperrungen nicht auf Betriebsgelände oder Privatflächen aus.
Besucherterrasse im Terminal
Die Besucherterrasse am Flughafen Nürnberg ist der bequemste Spot der Stadt: kostenlos, vor der Sicherheitskontrolle, im 2. Obergeschoss zwischen Abflughalle 1 und 2. Vor dir liegt das Vorfeld mit den Abstellpositionen, dahinter die Piste in voller Länge. Pushbacks, Abfertigung und Rollverkehr erlebst du aus nächster Nähe, Starts und Landungen siehst du seitlich auf der Bahn.
Fotografisch ist die Terrasse ein Tagesspot. Spotter-Guides nennen etwa 8 bis 16 Uhr als gutes Lichtfenster, weil die Sonne dann im Süden hinter dir steht. Je nach Standplatz fotografierst du über eine Brüstung oder durch Glas – Tipps gegen Spiegelungen findest du im Beitrag Durch Zaun und Glasscheibe fotografieren. Laut Flughafen ist die Terrasse täglich von 8 bis 22 Uhr offen, außer bei Veranstaltungen im angrenzenden Restaurant; im Winter sind abweichende Zeiten möglich.
Parkhausdächer
Spotter-Guides beschreiben zwei weitere erhöhte Standorte auf der Südseite. Vom obersten Deck des Parkhauses P2 siehst du alle Bewegungen auf der Bahn und große Teile des Vorfelds, mit ähnlich gutem Licht wie auf der Terrasse. Neuere, höhere Lichtmasten schränken die Sicht laut Berichten allerdings ein, und direkt im Parkhaus zu parken ist teuer – besser ist es, auf den ausgewiesenen Kurzzeitflächen zu parken und hochzulaufen. Ein zweiter Punkt ist das Dach des Mietwagen-Parkhauses, von dem aus du laut Guides beide Pistenrichtungen und abgestellte Flugzeuge in Tower-Nähe siehst, mit gutem Licht vom Sonnenaufgang bis gegen Mittag. Nimm Rücksicht auf die abgestellten Autos und auf den laufenden Betrieb.
Westen: Irrhainstraße und Hügel bei Almoshof
Am westlichen Pistenkopf bist du bei Betrieb auf der 10 richtig, weil dort die Landungen hereinkommen und die Abflüge ihren Startlauf beginnen. Bei Betrieb auf der 28 siehst du von hier schwere Maschinen, die viel Bahn brauchen, beim Abheben oder Abrollen.
- Irrhainstraße Süd: Landungen auf der 10 fotografierst du laut Spotter-Guides vom späten Vormittag bis zum Nachmittag mit gutem Licht, Line-ups vom Nachmittag bis zum Sonnenuntergang. Geparkt wird am Straßenrand, ohne die Straße zu blockieren.
- Irrhainstraße Nord: Auf der anderen Seite bekommst du Line-ups vom Sonnenaufgang bis etwa 10 Uhr. Landungen auf der 10 funktionieren hier am ehesten an frühen Sommermorgen, sonst liegen sie im Gegenlicht.
- Crashgate Südwest: Ebenfalls an der Irrhainstraße liegt ein Notzufahrtstor, an dem du alle Bewegungen auf der 10 siehst. Spotter-Guides empfehlen hier wie an den anderen Zaunspots eine Leiter mit zwei bis drei Stufen.
- Hügel bei Almoshof: Spotter-Guides beschreiben einen Hügel, den du zu Fuß vom Terminal am Tower und an einem Hangar vorbei erreichst, mit dem Bus fährst du bis zur Haltestelle Luftamt. Von hier siehst du die meisten Bewegungen auf der 10 und schwere Starts auf der 28, das Licht passt vom späten Vormittag bis zum mittleren Nachmittag. Der Flughafen selbst nennt im Westen zudem einen Besucherhügel an der Irrhainstraße als Aussichtspunkt.
Osten: Rathsbergstraße und Waldrand Nordost
Bei Betrieb auf der 28 kommen die Landungen von Osten über den Wald herein – die häufigste Situation in Nürnberg. Dann lohnt sich der Weg an die Rathsbergstraße.
- Rathsbergstraße: Auf einem Erdwall an der Straße stehst du direkt an der Achse der 28. Line-ups funktionieren laut Spotter-Guides vom Sonnenaufgang bis zum späten Vormittag, Landungen nur an frühen Sommermorgen. Ohne Leiter musst du weiter den Hang hinauf und brauchst dann mehr Brennweite. In der Nähe nennt der Flughafen außerdem die Buchenbühler Höhe als Platz für ein Picknick mit Blick auf die Bahn – gut für Familien, die es nicht auf jedes Foto anlegen.
- Waldrand Nordost: Vom kleinen Wanderparkplatz westlich der Rathsbergstraße läufst du am Zaun entlang. Du siehst Line-ups und Landungen auf der 28, morgens auch Landungen und schwere Starts auf der 10. Das beste Licht gibt es laut Guides an frühen Sommermorgen und vom späten Nachmittag bis zum Sonnenuntergang. Eine Stufe reicht zur Not, zwei oder drei sind ideal.
- Waldweg Südost: Vom Terminal aus erreichst du in rund einer Viertelstunde zu Fuß – am Frachtzentrum vorbei und am Zaun entlang – einen Punkt mit Blick auf die meisten Bewegungen auf der 28 und auf schwere Maschinen, die nach der Landung auf der 10 abrollen. Weil du hier auf der Südseite stehst, ist das Licht laut Guides von etwa 8 bis 16 Uhr gut. Der Weg ist unbefestigt und bei Nässe matschig.
Norden: Waldrand Nordwest
Am Ende der Schiestlstraße parkst du und läufst durch den Wald Richtung Süden an den Zaun. Laut Spotter-Guides bekommst du von dort Line-ups auf der 10 vom späten Nachmittag bis zum Sonnenuntergang, Landungen auf der 10 an frühen Sommermorgen und Bewegungen auf der 28 an Sommermorgen oder späten Sommerabenden. Auf der Nordseite fotografierst du mit Terminal und Tower im Hintergrund – ein schönes Motiv, aber über Mittag mit Gegenlicht. An bedeckten Tagen spielt das keine Rolle, dann wird der Waldrand zu einer echten Alternative.
Hitzeflimmern einplanen
Spotter-Guides nennen Hitzeflimmern als häufiges Problem in Nürnberg, besonders bei Bildern über die Bahn hinweg. Fotografiere Flugzeuge am Boden möglichst früh am Tag und nah am Spot, im Sommer lieber im Anflug als beim langen Ausrollen. Mehr Tricks stehen im Beitrag Hitzeflimmern vermeiden.
Licht in Nürnberg: wann welcher Spot funktioniert
Aus der Lage der Spots ergibt sich ein klarer Tagesablauf. Die Tabelle fasst die Richtwerte aus Spotter-Guides für den Sommer zusammen:
| Spot | Seite | Bestes Licht im Sommer | Betriebsrichtung |
|---|---|---|---|
| Besucherterrasse | Süd | etwa 8:00 bis 16:00 | 10 und 28, Vorfeld |
| Parkhaus P2 | Süd | etwa 8:00 bis 16:00 | beide |
| Irrhainstraße Süd | West | später Vormittag bis Nachmittag (Landungen), Nachmittag bis Abend (Line-ups) | Landungen 10 |
| Irrhainstraße Nord | West | Sonnenaufgang bis etwa 10:00 | Line-ups 10 |
| Hügel bei Almoshof | West | später Vormittag bis mittlerer Nachmittag | 10, schwere Starts 28 |
| Rathsbergstraße | Ost | Sonnenaufgang bis später Vormittag | Line-ups 28, Landungen am frühen Morgen |
| Waldrand Nordost | Nord | früher Morgen, später Nachmittag bis Sonnenuntergang | 28 |
| Waldweg Südost | Süd | etwa 8:00 bis 16:00 | 28, schwere Abroller 10 |
| Waldrand Nordwest | Nord | später Nachmittag bis Sonnenuntergang | Line-ups 10 |
Im Winter steht die Sonne tief im Süden. Die Terrasse und die Spots auf der Südseite funktionieren dann fast den ganzen Tag mit weichem Licht, die Waldspots im Norden liegen dagegen nahezu durchgehend im Gegenlicht. Wer im Dezember nach Nürnberg fährt, plant den Tag also auf der Südseite.
Licht und Pistenbetrieb in einem Blick
Der Sonnenstand-Planer in Planetrack zeigt dir, wann an deinem Nürnberger Spot die Sonne im Rücken steht – direkt neben Wetter, Wind und aktueller Pistennutzung am Flughafen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Was du in Nürnberg zu sehen bekommst
Nürnberg ist der zweitgrößte Flughafen Bayerns und lebt vom Ferien- und Low-Cost-Verkehr. Mit rund 4,5 Millionen Passagieren war 2025 ein Rekordjahr. Welche Airlines welche Strecken bedienen, ändert sich mit jedem Flugplan – die folgende Übersicht beschreibt die prägenden Betreiber mit Stand Oktober 2026.
- Low-Cost: Ryanair hat in Nürnberg stationierte Flugzeuge und prägt mit der Boeing 737-800 und der 737 MAX 8 das Vorfeld. Dazu kommen Flüge von Wizz Air nach Südosteuropa.
- Ferienflieger: Corendon Airlines, Marabu und SunExpress fliegen im Sommer vor allem in die Türkei, nach Spanien, Griechenland und Ägypten. Antalya gehört seit Jahren zu den wichtigsten Zielen ab Nürnberg.
- Eurowings: Eurowings hat laut Flughafen ebenfalls eine Basis in Nürnberg und bringt die A320-Familie ins Bild.
- Zubringer zu den Drehkreuzen: Lufthansa verbindet Nürnberg mit Frankfurt, KLM und Air France fliegen nach Amsterdam und Paris, Turkish Airlines nach Istanbul. Auf diesen Strecken siehst du je nach Airline Jets der A320-Familie wie den A321neo auch Regionaljets.
- Rettungshubschrauber: Die DRF Luftrettung betreibt am Flughafen den Rettungshubschrauber Christoph 27, einen Airbus H145, und einen Intensivtransporthubschrauber. Tipps zum Erkennen gibt der Beitrag Hubschrauber spotten.
- Business Jets und Militär: Über die Allgemeine Luftfahrt kommen regelmäßig Geschäftsreise- und Ambulanzjets, laut Spotter-Guides gelegentlich auch Transportflugzeuge der US-Streitkräfte. Wie du die Typen auseinanderhältst, steht im Beitrag Businessjets spotten.
Großraumjets sind im Linienverkehr die Ausnahme, und für die A380 ist Nürnberg nicht zugelassen. Weil der Flughafen kein Nachtflugverbot hat, landen gelegentlich nachts umgeleitete Maschinen von Flughäfen mit Nachtflugbeschränkung – einen Überblick über die Regeln gibt der Beitrag Nachtflugverbot an deutschen Flughäfen. Ein Sichtungs-Alarm ist für solche Seltenheiten sinnvoller als stundenlanges Warten am Zaun.
Anreise: U-Bahn, Bus, Rad und Auto
Für die Terrasse ist die U-Bahn unschlagbar. Die U2 fährt vom Hauptbahnhof bis zur Endhaltestelle Flughafen direkt am Terminal, die Fahrt dauert rund zwölf Minuten. Zusätzlich halten die Buslinien 30 und 33 am Flughafen; mit der Linie 30 kommst du laut Spotter-Guides auch zur Haltestelle Luftamt in der Nähe des Towers.
Für die Pistenköpfe brauchst du mehr Planung. An der Irrhainstraße parkst du am Straßenrand oder auf dem Grünstreifen gegenüber dem Crashgate, ohne Zufahrten zu blockieren. Für den Osten nutzt du den kleinen Wanderparkplatz an der Rathsbergstraße. Eine gute Kombination ist Bahn plus Rad: mit der U2 zum Flughafen, dann auf Wald- und Feldwegen rund um die Bahn. Allgemeine Tipps zur Anfahrt stehen im Beitrag Anreise zum Spot mit ÖPNV oder Auto.
Dein Nürnberg-Tag Schritt für Schritt
1. Am Vorabend den Wind prüfen
Westwind spricht für die 28 und die Spots im Osten, Ostwind für die 10 und die Irrhainstraße im Westen.
2. Früh an den Pistenkopf
An Sommermorgen hat die Rathsbergstraße bei Betrieb auf der 28 ihr bestes Licht. Bei der 10 lohnen sich die Line-ups an der Irrhainstraße Nord.
3. Tagsüber auf die Südseite
Vom Vormittag bis zum Nachmittag bist du auf der Terrasse, im Parkhaus oder am Waldweg Südost mit der Sonne im Rücken gut aufgehoben.
4. Am Abend in den Wald
Im Sommer bringen der Waldrand Nordost oder Nordwest am späten Nachmittag und Abend noch einmal gutes Licht – je nach Betriebsrichtung.
5. Kennzeichen am Vorfeld sichern
Von der Terrasse stehen die Flugzeuge so nah, dass du Kennzeichen sauber fotografieren kannst. Das hilft dir später, deine Sichtungen eindeutig zuzuordnen.
Ausrüstung für Nürnberg
Auf der Terrasse reicht für Flugzeuge am Vorfeld ein Standardzoom, für die Bahn solltest du ein Telezoom bis etwa 400 mm dabeihaben. An den Pistenköpfen kommen dir die Flugzeuge im Anflug deutlich näher, dort ist ein 100–400er ideal. Wie du die passende Brennweite wählst, erklärt der Beitrag Objektiv und Brennweite fürs Planespotting. Für die Zaunspots gehört eine kleine Leiter ins Auto – was dabei erlaubt ist, fasst der Beitrag Leiter, Tritt und Stativ am Flughafenzaun zusammen. Alles Weitere steht in der Ausrüstungs-Checkliste.
Bist du bereit für Franken?
- Windrichtung und Betriebsrichtung geprüft
- Pistenkopf für den Morgen festgelegt
- Öffnungszeiten der Terrasse nachgeschaut
- Telezoom bis etwa 400 mm eingepackt
- Kleine Leiter mit zwei bis drei Stufen im Auto
- Feste Schuhe für die Waldwege
- Keine Drohne im Gepäck
Regeln am Zaun und auf der Terrasse
Auf der Terrasse gilt das Hausrecht des Flughafens: nichts über die Brüstung halten oder werfen und an vollen Tagen Rücksicht auf Familien nehmen. An den Zaunspots fasst du den Zaun nicht an, lehnst Leitern nie dagegen und blockierst weder Crashgates noch Wald- und Feldwege. Der Flughafen weist ausdrücklich auf ein Drohnenverbot im Flughafenbereich hin, Details erklärt der Beitrag Drohnen am Flughafen. Was sonst rechtlich gilt, fasst der Artikel Ist Planespotting erlaubt? zusammen.
Den seltenen Gast nicht verpassen
Mit Sichtungs-Alarmen meldet dir Planetrack, wenn ein beobachteter Typ, ein bestimmtes Kennzeichen oder eine Special Livery Nürnberg anfliegt – und im Hangar sammelst du deine Seltenheiten samt Wunschliste. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Weiter in Süddeutschland
Wer mehr Großraumverkehr sehen will, kombiniert Nürnberg mit einem großen Drehkreuz. Der Flughafen München mit dem Besucherhügel ist gut erreichbar, ausführliche Tipps stehen im Guide Planespotting in München. Ähnlich aufgebaut wie Nürnberg – eine Bahn, viel Ferienverkehr – ist Stuttgart, siehe Planespotting in Stuttgart. Nach Norden lohnt der Frachtverkehr in Leipzig/Halle. Einen Überblick über weitere Ziele gibt der Beitrag Die besten Spotting-Spots in Deutschland.
Fazit
Nürnberg ist kein Flughafen für Großraum-Serien, aber ein angenehmer und gut planbarer Spotting-Ort. Mit nur einer Ost-West-Bahn und dem Terminal auf der Südseite reduziert sich alles auf zwei Fragen: Läuft die 28 oder die 10, und steht die Sonne schon hoch im Süden? Morgens gehörst du an den Pistenkopf, an dem gelandet wird, tagsüber auf die kostenlose Terrasse oder einen anderen Spot südlich der Bahn, an Sommerabenden in den Wald im Norden. So nimmst du aus Franken einen vollen Tag mit Ferienfliegern, Low-Cost-Jets, Zubringern und mit etwas Glück einem Rettungshubschrauber im Einsatz mit nach Hause.
Kurzfazit
Eine Piste, klare Lichtlogik: Terrasse und Südseite für den Tag, Rathsbergstraße für die 28 und Irrhainstraße für die 10. Prüf vorher Wind und Öffnungszeiten, nimm ein Tele bis 400 mm und eine kleine Leiter mit und rechne im Sommer mit Hitzeflimmern über der Bahn.
Zusammenfassung
- In Nürnberg dreht sich die Planung um die Betriebsrichtung: Läuft die 28, gehören die Landungen dem Osten, läuft die 10, dem Westen.
- Die Terrasse und die Spots auf der Südseite haben vom Vormittag bis zum Nachmittag gutes Licht, die Spots im Wald nördlich der Bahn funktionieren vor allem an Sommermorgen und -abenden.
- Der Verkehr ist überschaubar und stark vom Ferienflugplan geprägt. Großraumjets sind die Ausnahme, Rettungshubschrauber und Business Jets bringen Abwechslung.
- Die U2 bringt dich in rund zwölf Minuten vom Hauptbahnhof zum Terminal, für die Pistenköpfe brauchst du Auto, Rad oder gute Schuhe.
Häufige Fragen
Wo kann man in Nürnberg am besten Flugzeuge beobachten?
Für den Einstieg ist die kostenlose Besucherterrasse im Terminal die erste Adresse: Du schaust nach Norden über das Vorfeld auf die Piste und hast die Sonne im Rücken. Für Anflugbilder wechselst du an die Pistenköpfe – an die Irrhainstraße im Westen bei Betrieb auf der 10, an die Rathsbergstraße im Osten bei Betrieb auf der 28.
Welche Betriebsrichtung ist in Nürnberg üblich?
Beide Richtungen werden genutzt, Spotter-Guides nennen die 28 als bevorzugte Richtung. Dann wird nach Westen gestartet und gelandet, die Landungen kommen von Osten. Bei Ostwind dreht der Betrieb auf die 10. Ein Blick in einen Flugtracker vor der Abfahrt zeigt dir, in welche Richtung die Abflüge gerade steigen.
Ist die Besucherterrasse in Nürnberg kostenlos?
Ja. Die Terrasse liegt im öffentlichen Bereich im 2. Obergeschoss zwischen Abflughalle 1 und 2, vor der Sicherheitskontrolle. Laut Flughafen ist sie täglich von 8 bis 22 Uhr geöffnet, bei Veranstaltungen und im Winter kann es Abweichungen geben – prüf die Zeiten vor dem Besuch auf der Website des Flughafens.
Wann ist das Licht auf der Terrasse am besten?
Vom Vormittag bis zum Nachmittag. Die Terrasse liegt südlich der Piste, du fotografierst also nach Norden, während die Sonne im Süden steht. Spotter-Guides nennen etwa 8 bis 16 Uhr als gutes Fenster. Im Hochsommer kommt das Licht morgens und abends flach von der Seite.
Brauche ich in Nürnberg eine Leiter?
Auf der Terrasse nicht. An den Zaunspots an Irrhainstraße, Rathsbergstraße und im Wald empfehlen Spotter-Guides dagegen eine Leiter mit zwei bis drei Stufen. Stell sie frei auf, lehn sie nie an den Zaun und blockiere keine Wege oder Zufahrten.
Welche Flugzeuge sieht man in Nürnberg?
Vor allem Schmalrumpfjets: die Boeing 737-800 und 737 MAX 8 bei Ryanair und Corendon, die A320-Familie bei Eurowings, Marabu und den Netzwerkairlines. Dazu kommen Regionaljets der Zubringer, Business Jets und die Rettungshubschrauber der DRF Luftrettung. Großraumjets sind im Linienverkehr die Ausnahme, für die A380 ist der Flughafen nicht zugelassen.
Gibt es in Nürnberg ein Nachtflugverbot?
Nein. Der Flughafen ist rund um die Uhr in Betrieb, seit 2014 gelten aber Lärmschutzzonen. Gelegentlich landen nachts umgeleitete Flüge von Flughäfen mit Nachtflugbeschränkungen in Nürnberg.
Wie komme ich mit Bus und Bahn zum Flughafen Nürnberg?
Mit der U-Bahn-Linie U2 vom Hauptbahnhof bis zur Endhaltestelle Flughafen, die Fahrt dauert rund zwölf Minuten. Zusätzlich fahren die Buslinien 30 und 33. Die Spots an den Pistenköpfen erreichst du am besten mit Auto oder Fahrrad.
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