Das Wichtigste in Kürze
- Flyr ist eine historische norwegische Low-Cost-Airline: gegründet im August 2020, Erstflug am 30. Juni 2021, Konkurs am 1. Februar 2023.
- Codes: IATA FS, ICAO FOX, Rufzeichen „GREENSTAR“.
- Reine Boeing-737-Flotte: gebrauchte 737-800, später auch 737 MAX 8 – geleast und mit 189 Sitzen.
- Gegründet aus der Krise heraus: Flyr wollte die Lücke nutzen, die Norwegian in der Pandemie hinterlassen hatte.
- Für Spotter heute ein Archivthema: Die Flugzeuge gingen an ihre Leasinggeber zurück und fliegen teils unter neuen Kennzeichen weiter.
Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
| IATA-Code | FS |
|---|---|
| ICAO-Code | FOX |
| Rufzeichen | GREENSTAR |
| Drehkreuze | OSL |
| Status | Historisch – Flugbetrieb eingestellt, Konkursantrag am 1. Februar 2023 |
| Gegründet | 14. August 2020 in Oslo |
| Gründer | Erik G. Braathen, früher Chef von Braathens SAFE und später Mitglied im Verwaltungsrat von Norwegian |
| Geschäftsmodell | Low-Cost-Airline mit Punkt-zu-Punkt-Verkehr, Buchung über App und Website |
| Basis | Oslo-Gardermoen (OSL) |
| Betriebsgenehmigung (AOC) | Juni 2021, ausgestellt von der norwegischen Luftfahrtbehörde Luftfartstilsynet |
| Erster Linienflug | 30. Juni 2021, Oslo-Gardermoen–Tromsø mit der Boeing 737-800 LN-FGA |
| Erster Auslandsflug | 21. August 2021 nach Málaga |
| Flotte | Boeing 737-800 aus zweiter Hand, später ergänzt um Boeing 737 MAX 8 – geleast, einheitlich mit 189 Sitzen |
| Allianz | keine |
| Mitarbeitende zum Schluss | mehrere Hundert |
Woran du die Airline erkennst
Ist das wirklich Flyr?
- Grün-weiße Bemalung mit dem Schriftzug „Flyr“
- Triebwerksverkleidungen in einem einheitlichen Mintgrün
- Ausschließlich Boeing 737: anfangs 737-800, später auch 737 MAX 8
- Norwegische Kennzeichen mit LN-, die ersten Jets als LN-FGA und LN-FGB
- Flugnummer mit FS, im Flugplan der Flugsicherung FOX und im Funk „GREENSTAR“
Manche Airlines begleiten Spotter über Jahrzehnte, andere sind so schnell wieder weg, dass man sie fast verpasst. Flyr gehört eindeutig zur zweiten Sorte: Mitten in der Corona-Krise in Oslo gegründet, flog die norwegische Low-Cost-Airline ab Sommer 2021 mit grün-weißen Boeing 737 durch Skandinavien und nach Südeuropa – und war Anfang Februar 2023 schon wieder Geschichte. Diese Seite fasst zusammen, was Flyr war, woran du die Flugzeuge erkannt hast und was aus ihnen geworden ist.
Seltene Airlines im Hangar
Mit Planetrack hältst du Sichtungen mit Foto, Kennzeichen, Typ, Airline und Spot fest – auch alte Fotos von Airlines wie Flyr, die es nicht mehr gibt. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flyr im Überblick
Flyr war eine norwegische Low-Cost-Airline mit Sitz in Oslo und Basis am Flughafen Oslo-Gardermoen. Der Name ist schlicht norwegisch und bedeutet so viel wie „fliegt“. Gegründet wurde das Unternehmen am 14. August 2020 – zu einem Zeitpunkt, an dem der Luftverkehr in Europa wegen der Pandemie fast stillstand und Norwegian ums Überleben kämpfte.
Hinter Flyr standen erfahrene Leute aus der skandinavischen Luftfahrt. Gründer und Vorsitzender war Erik G. Braathen, der einst Braathens SAFE geführt hatte, die über Jahrzehnte wichtigste private Airline Norwegens. Später saß er mehrere Jahre im Verwaltungsrat von Norwegian. Erste Chefin war Tonje Wikstrøm Frislid, zum Schluss leitete Brede Huser die Airline. Mehrere Köpfe des Teams kamen aus dem Umfeld von Norwegian.
Die Idee war einfach: Norwegian schrumpfte in der Krise stark und zog sich vorübergehend auf Inlandsstrecken zurück. Flyr wollte die Lücke im norwegischen Markt nutzen – mit günstig geleasten Flugzeugen, schlanker Organisation und einem Angebot ab Oslo zu den großen Städten des Landes und zu beliebten Urlaubszielen in Europa.
Codes und Rufzeichen
- IATA-Code FS: stand in der Flugnummer, auf Anzeigetafeln und Bordkarten. Der erste Auslandsflug nach Málaga lief zum Beispiel als FS1206.
- ICAO-Code FOX: stand im Flugplan der Flugsicherung und auf Flugtrackern. Der allererste Linienflug ab Oslo nach Tromsø war dort als FOX408 zu sehen.
- Rufzeichen GREENSTAR: so meldeten sich die Besatzungen im Funk – eine Anspielung auf die grüne Hausfarbe.
Wie IATA- und ICAO-Codes zusammenhängen und warum sie oft nicht zueinander passen, erklärt der Artikel zu IATA- und ICAO-Codes. Bei Flyr ist das ein schönes Beispiel: FOX hat mit dem Namen der Airline nichts zu tun, und auch das Rufzeichen GREENSTAR musst du kennen, um im Funk zu verstehen, wer da gerade anfliegt.
Alte Flüge nachschlagen
Wenn du alte Fotos sortierst, helfen dir FOX und die Flugnummern mit FS beim Zuordnen. Wie du vergangene Flüge und Routen eines Flugzeugs findest, zeigt der Guide Flughistorie eines Flugzeugs abrufen.
Die kurze Geschichte von Flyr
2020: Gründung in der Krise
Im August 2020 wurde Flyr gegründet. Anfang 2021 stellte die Airline ihre Pläne öffentlich vor: Start mit einigen gebrauchten Boeing 737-800, langfristig bis zu 30 Flugzeuge, je nach Marktlage. Zum Start sammelte das Unternehmen bei privaten Investoren rund 60 Millionen Euro ein, damit die ersten Monate auch ohne große Einnahmen finanziert waren. Die Aktie wurde später in Oslo an der Börse gehandelt.
Ein Detail fiel damals auf: Tickets sollte es nur über die eigene App und die Website geben. Flyr wollte Angebote und Preise digital an die Fluggäste anpassen und auf klassische Vertriebswege weitgehend verzichten.
2021: Zertifizierung und Erstflug
Im Frühjahr 2021 tauchte die erste 737 in Flyr-Farben auf, noch bevor die Airline überhaupt fliegen durfte. Im Juni 2021 traf die LN-FGA in Oslo ein, am 16. Juni folgte das Luftverkehrsbetreiberzeugnis (AOC) der norwegischen Luftfahrtbehörde Luftfartstilsynet. Im April 2021 hatte Flyr erst 45 Beschäftigte, bis Jahresende sollten es rund 350 werden.
Am 30. Juni 2021 startete dann der erste Linienflug: FOX408 von Oslo-Gardermoen nach Tromsø, geflogen von der LN-FGA. Schon am nächsten Tag war die zweite Maschine, die LN-FGB, auf der Strecke nach Harstad/Narvik unterwegs. Das Inlandsnetz bestand anfangs aus Tromsø, Bodø und Harstad/Narvik, ab Mitte August kamen Trondheim und Bergen dazu.
Am 21. August 2021 folgte der Schritt ins Ausland: Flug FS1206 führte mit der LN-FGA von Oslo nach Málaga, am selben Tag flog die LN-FGB auch nach Nizza. Mit Alicante war ein weiteres klassisches Sonnenziel der Skandinavier von Beginn an im Programm.
2022: Wachstum und erste Risse
2022 wuchs Flyr deutlich. Neben weiteren 737-800 kamen bis Ende des Jahres auch Boeing 737 MAX 8 in die Flotte. Das Netz reichte zeitweise von Edinburgh bis Athen, von Gran Canaria bis Stockholm. Darunter waren Städte wie Paris, Rom, Berlin, Brüssel, Prag und Kopenhagen, dazu Saisonziele wie Salzburg, Zadar, Thessaloniki oder Palma de Mallorca.
Gleichzeitig wurde die Lage schwieriger. Im Oktober 2022 kündigte Flyr an, den Winterflugplan um etwa die Hälfte zu kürzen, um knapp 40 Millionen Euro zu sparen – die Nachfrage war deutlich schwächer als erwartet. Im November bat die Airline ihre Investoren um frisches Geld und machte offen, dass der Weiterbetrieb sonst nicht gesichert sei. Der erste Versuch brachte nicht die nötige Summe. Zusätzlich wollte Flyr mindestens ein Flugzeug an eine andere Airline weitervermieten.
2023: Das Ende
Am 30. Januar 2023 teilte Flyr mit, dass auch der alternative Finanzierungsplan gescheitert war. Am 1. Februar 2023 stellte die Airline den Konkursantrag und strich alle Flüge. Mehrere Hundert Beschäftigte verloren ihre Arbeit. Damit endete die Geschichte nach nur rund 19 Monaten Flugbetrieb.
Flyr reiht sich damit in eine lange Liste europäischer Airline-Pleiten ein. Einen Überblick über die großen Fälle findest du im Artikel Große Airline-Pleiten in Europa.
August 2020
Gründung in Oslo durch Erik G. Braathen und ein Team aus der skandinavischen Luftfahrt.
Juni 2021
AOC, Ankunft der LN-FGA und erster Linienflug Oslo–Tromsø am 30. Juni.
Herbst 2022
Winterprogramm halbiert, Investoren um frisches Kapital gebeten.
1. Februar 2023
Konkursantrag und Einstellung aller Flüge.
Die Flotte: nur Boeing 737
Flyr setzte konsequent auf einen einzigen Flugzeugtyp – typisch für das Geschäftsmodell der Billigflieger. Eine einheitliche Flotte spart Kosten bei Ausbildung, Wartung und Ersatzteilen, und die Crews können auf jedem Flugzeug eingesetzt werden.
| Typ | Anzahl (Ende 2022, laut Flottenübersichten) | Sitze | Herkunft | Spotter-Hinweis |
|---|---|---|---|---|
| Boeing 737-800 | 6 | 189 | Gebraucht, u. a. von Pegasus Airlines | Erste Flyr-Jets, darunter LN-FGA und LN-FGB |
| Boeing 737 MAX 8 | 6 | 189 | Geleast | Neuere Generation, kam erst später dazu |
Die ersten Flugzeuge waren rund acht Jahre alte 737-800, die zuvor bei der türkischen Low-Cost-Airline Pegasus geflogen waren. Eigentümer war der Leasinggeber Pembroke. Für ein Start-up war das ein naheliegender Schritt: Gebrauchte 737-800 waren in der Pandemie gut verfügbar und günstig zu mieten, während neue MAX-Flugzeuge knapper waren. Wie solche Verträge funktionieren, erklärt der Artikel zu Flugzeugleasing.
Flyr setzte auf geleaste Flugzeuge statt auf eigene Käufe – das machte den Start schneller, bedeutete aber auch laufende Fixkosten, egal wie voll die Flugzeuge waren. Hersteller beider Typen ist Boeing.
Ehemalige Flyr-Jets im Blick
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737-800 oder 737 MAX 8? So hast du sie unterschieden
Weil Flyr beide Generationen in derselben Bemalung flog, lohnt sich bei alten Fotos der Blick auf die Details. Ausführlich erklärt das der Guide Boeing 737 Original, Classic, NG und MAX unterscheiden.
Das spricht für die 737 MAX 8
- Größere Triebwerke mit gezackter Hinterkante an der Verkleidung
- Winglets mit einer Spitze nach oben und einer nach unten (als Nachrüstung gibt es so etwas allerdings auch an manchen 737-800)
- Auf Trackern als B38M geführt
Das spricht für die 737-800
- Triebwerksverkleidung mit glatter Hinterkante
- Klassische, nach oben gebogene Winglets
- Auf Trackern als B738 geführt
Die Triebwerke sind das sicherste Merkmal. Bei Flyr waren die Verkleidungen in einem einheitlichen Mintgrün lackiert – auf Fotos fallen die gezackten Kanten der MAX deshalb besonders gut auf. Welche Typcodes wie B738 oder B38M bedeuten, zeigt der Artikel zu ICAO-Typcodes.
Woran du Flyr erkannt hast
Die Bemalung war eines der auffälligsten Designs, die in den frühen 2020er-Jahren in Skandinavien unterwegs waren: grün und weiß, mit dem Schriftzug „Flyr“ und Triebwerksverkleidungen in Mintgrün. Im Vergleich zu den roten Leitwerken von Norwegian oder dem dunkleren Auftritt von SAS war ein Flyr-Jet in Gardermoen sofort zu erkennen.
Dazu kamen ein paar handfeste Merkmale:
- Typ: immer eine Boeing 737 – Airbus oder Turboprops gab es bei Flyr nicht.
- Kennzeichen: norwegisch mit LN-; die ersten beiden Jets trugen LN-FGA und LN-FGB.
- Kabine: 189 Sitze in einer einzigen Klasse.
- Tracker: ICAO-Code FOX und Rufzeichen GREENSTAR.
Wie du Kennzeichen grundsätzlich liest, erklärt der Artikel Flugzeugkennzeichen verstehen.
Achtung Verwechslung
Grüne Akzente gibt es auch bei anderen Airlines im Norden. Bei Flyr passt alles zusammen: 737, LN-Kennzeichen, Schriftzug „Flyr“ – und ein Foto aus der Zeit zwischen Frühjahr 2021 und Anfang 2023. Ein Bild außerhalb dieses Zeitraums in Flyr-Farben ist sehr unwahrscheinlich.
Flyr im norwegischen Markt
Der norwegische Inlandsmarkt ist für seine Größe außergewöhnlich: lange Distanzen, wenige Straßen- und Bahnalternativen in den Norden und viele Flüge zwischen Oslo, Bergen, Trondheim und Nordnorwegen. Genau dort trat Flyr gegen starke Konkurrenz an:
| Airline | Rolle in Norwegen | Flotte (grob) |
|---|---|---|
| SAS | Skandinavische Netzwerk-Airline | überwiegend Airbus-Jets |
| Norwegian | Größte Low-Cost-Airline des Landes | Boeing 737 |
| Widerøe | Regionalnetz entlang der Küste | Dash 8, Embraer |
| Flyr | Low-Cost-Neuling ab Oslo (2021–2023) | Boeing 737 |
Flyr flog damit direkt gegen Norwegian, die nach der Krise wieder wuchs – und das mit demselben Flugzeugtyp. Spannend ist auch die Familiengeschichte: Mit Erik G. Braathen stand ein Name hinter Flyr, der in Norwegen eng mit Braathens SAFE verbunden ist, der Airline, die 2004 in SAS aufging. Etwa zur gleichen Zeit wie Flyr ging übrigens auch Norse Atlantic Airways an den Start – allerdings mit Boeing 787 auf der Langstrecke statt mit 737 in Europa.
Gute Chancen auf Flyr-Fotos im Archiv, wenn …
- du zwischen Juli 2021 und Januar 2023 in Oslo-Gardermoen gespottet hast
- du in dieser Zeit in Bergen, Trondheim, Tromsø oder Bodø unterwegs warst
- du Urlaubsflughäfen wie Málaga oder Alicante fotografiert hast
Vielleicht, wenn …
- du 2022 in Berlin, Paris oder Rom am Zaun standest – dort war Flyr nur ein Anbieter unter vielen
Keine Chance mehr, wenn …
- du heute live eine Flyr-Bemalung suchst – seit Februar 2023 fliegt keine Maschine mehr unter diesem Namen
Was aus den Flugzeugen wurde
Da die Flugzeuge geleast waren, gingen die Maschinen nach dem Konkurs an ihre Leasinggeber zurück. Solche Flugzeuge werden in der Regel umlackiert und bei anderen Airlines eingesetzt – oft mit neuem Kennzeichen in einem anderen Land. Konkrete Folgebetreiber nennen wir hier nicht, weil sie sich mit jeder Weitervermietung ändern können.
Für dich als Spotter ist das trotzdem spannend: Ein Flugzeug behält seine Seriennummer (MSN) ein Leben lang. Die LN-FGA etwa trägt die MSN 40014. Über die MSN kannst du nachvollziehen, wo eine frühere Flyr-Maschine heute fliegt. Gerade kurz nach dem Wechsel tauchen manchmal Flugzeuge in Übergangsbemalungen auf – wie du solche Mischlackierungen erkennst, erklärt der Artikel zu Hybrid-Liveries.
Sicherheit und Regeln
Auch wenn du gezielt nach ehemaligen Flyr-Jets suchst: Fotografiere nur von öffentlich zugänglichen Bereichen aus, halte dich an Absperrungen und lass Drohnen in Flughafennähe zu Hause.
Häufige Verwechslungen
- Flyr mit Norwegian verwechseln – beide flogen Boeing 737 ab Oslo, aber Norwegian trägt rote Leitwerke, Flyr war grün-weiß.
- FOX für einen Fehler im Tracker halten – FOX war tatsächlich der ICAO-Code von Flyr.
- FS als Flugnummer einer anderen Airline lesen – im Zeitraum 2021 bis Anfang 2023 stand FS bei Flügen ab Oslo für Flyr.
- Jede 737 in Flyr-Farben für eine 737-800 halten – später flogen auch 737 MAX 8 in derselben Bemalung.
- Flyr für eine Tochter von Norwegian oder Braathens SAFE halten – Flyr war ein eigenständiges Start-up, auch wenn Personen aus diesem Umfeld beteiligt waren.
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Fazit
Flyr war ein mutiger Versuch: eine neue Airline mitten in der Pandemie, mit erfahrenem Personal, gebrauchten 737 und einem auffälligen grün-weißen Auftritt. Gereicht hat es nicht – nach rund 19 Monaten war Schluss. Für Spotter bleibt Flyr damit eine kleine Rarität. Wer eine der grünen 737 vor der Linse hatte, sollte das Foto mit Kennzeichen, Typ und Datum sauber archivieren.
Kurzfazit
Flyr (IATA FS, ICAO FOX) war eine norwegische Low-Cost-Airline ab Oslo-Gardermoen, die von Juni 2021 bis Februar 2023 mit Boeing 737-800 und 737 MAX 8 in grün-weißer Bemalung flog. Heute ist sie Geschichte – ihre Flugzeuge fliegen unter anderen Namen weiter.
Zusammenfassung
- Flyr startete im Sommer 2021 ab Oslo-Gardermoen mit Inlandsflügen nach Nordnorwegen und baute rasch Ziele in Süd- und Mitteleuropa auf.
- Die Airline setzte auf gebrauchte Boeing 737-800 und später 737 MAX 8 in einer auffälligen grün-weißen Bemalung.
- Schwache Nachfrage im Herbst 2022, hohe Kosten und gescheiterte Kapitalrunden führten Anfang Februar 2023 zum Konkurs.
- Wer Flyr im Logbuch hat, besitzt eine seltene Sichtung: Die Airline flog nur rund 19 Monate.
Häufige Fragen
Welchen IATA- und ICAO-Code hatte Flyr?
Flyr nutzte den IATA-Code FS in der Flugnummer und den ICAO-Code FOX im Flugplan der Flugsicherung. Das Rufzeichen im Funk lautete „GREENSTAR“ – passend zur grünen Bemalung.
Wann hat Flyr den Flugbetrieb eingestellt?
Ende Januar 2023 teilte Flyr mit, dass die letzte Finanzierungsrunde gescheitert war. Am 1. Februar 2023 stellte die Airline den Konkursantrag und stellte alle Flüge ein. Der erste Linienflug lag damals erst rund 19 Monate zurück.
Wer hat Flyr gegründet?
Gründer und Vorsitzender war Erik G. Braathen. Er hatte früher die norwegische Traditionsairline Braathens SAFE geführt und später im Verwaltungsrat von Norwegian gesessen. Erste Chefin der Airline war Tonje Wikstrøm Frislid, zuletzt führte Brede Huser das Unternehmen.
Welche Flugzeuge flog Flyr?
Ausschließlich Boeing 737. Zum Start kamen gebrauchte 737-800, die zuvor bei der türkischen Pegasus Airlines geflogen waren, später ergänzt um 737 MAX 8. Beide Typen hatten 189 Sitze in einer reinen Economy-Kabine. Ende 2022 umfasste die Flotte laut Flottenübersichten zwölf Flugzeuge, je zur Hälfte 737-800 und 737 MAX 8.
Wohin flog Flyr?
Ab der Basis Oslo-Gardermoen ging es im Inland unter anderem nach Tromsø, Bodø, Harstad/Narvik, Trondheim und Bergen. Ab dem 21. August 2021 kamen Ziele in Südeuropa wie Málaga, Alicante und Nizza dazu, später auch Städte wie Paris, Rom, Berlin, Kopenhagen und Stockholm. Viele Strecken waren saisonal oder wurden wieder gestrichen.
Warum scheiterte Flyr?
Flyr startete mitten in der Pandemie mit hohen Anlaufkosten in einen hart umkämpften Markt gegen SAS, Norwegian und Widerøe. Im Herbst 2022 brach die Nachfrage ein, die Airline halbierte ihr Winterprogramm. Neue Kapitalrunden brachten nicht genug Geld ein, und Anfang 2023 war die Finanzierung am Ende.
Kann ich Flyr-Flugzeuge heute noch sehen?
In Flyr-Farben nicht mehr. Die Flugzeuge waren geleast und gingen an ihre Eigentümer zurück. Viele dürften inzwischen bei anderen Airlines und mit neuem Kennzeichen fliegen. Über die Seriennummer (MSN) lässt sich die Flyr-Vergangenheit eines Flugzeugs oft zurückverfolgen.
Flyr im Blick behalten
Beobachte die Airline oder einzelne Kennzeichen und werde bei Anflug oder Landung benachrichtigt – und poste deine Sichtung mit Typ, Kennzeichen und Spot. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Flugzeugtypen in der Flotte
Boeing 737-800
Das Arbeitspferd der Kurz- und Mittelstrecke: Die 737-800 ist die meistgebaute Version der 737 Next Generation und an vielen Flughäfen Europas ein Dauergast.
FlugzeugtypBoeing 737 MAX 8
Große LEAP-Triebwerke mit gezackten Gondelkanten, gegabelte Flügelspitzen und ein neu geformtes Heck: Die 737 MAX 8 ist die vierte Generation von Boeings Bestseller. So trennst du sie sicher von der 737-800.
Weitere Airlines
Norwegian Air Shuttle
Die skandinavische Low-Cost-Airline aus Fornebu bei Oslo: reine Boeing-737-Flotte, rote Nase, Porträts berühmter Persönlichkeiten am Leitwerk – und seit 2024 mit Widerøe unter einem Dach.
NetzwerkBraathens SAFE
Historische norwegische Airline: 1946 von einem Reeder für Flüge nach Fernost gegründet, später jahrzehntelang SAS-Konkurrent im Inland mit Boeing 737 – und 2004 in SAS Braathens aufgegangen.
Low-CostNorse Atlantic Airways
Norwegische Langstrecken-Low-Cost-Airline mit reiner Boeing-787-9-Flotte: 2022 gestartet, mit Basen in Oslo und London-Gatwick – und inzwischen stark im Wet-Lease-Geschäft für andere Airlines unterwegs.
RegionalWiderøe
Norwegens größte Regionalairline: seit 1934 in der Luft, Heimat in Bodø, ein dichtes Netz kleiner Kurzbahn-Flugplätze entlang der Küste – und eine Flotte, in der fast nur Propeller drehen.
NetzwerkSAS Scandinavian Airlines
Die skandinavische Netzwerk-Airline mit dem blauen Leitwerk: 1946 von Dänemark, Norwegen und Schweden gegründet, drei Drehkreuze, seit 2024 bei SkyTeam statt in der Star Alliance – und eine Flotte mit Kennzeichen aus vier Ländern.
Low-CostLynx Air
Historische Ultra-Low-Cost-Airline aus Calgary: hervorgegangen aus dem Charterflieger Enerjet, gestartet im April 2022 mit Boeing 737 MAX 8 – und nach knapp zwei Jahren im Februar 2024 am Ende.
Flughäfen & Hersteller dazu
Flughäfen, Hersteller, Airline-Gruppen und Allianzen – wer dahintersteht und was du als Spotter wissen solltest.
Flughafen Oslo-Gardermoen
Norwegens Tor zur Welt liegt rund 35 Kilometer nördlich von Oslo auf einem alten Militärgelände: zwei parallele Nord-Süd-Bahnen, ein einziges Terminal mit Flytoget-Bahnhof, SAS, Norwegian und Widerøe als Hausherren – und ein Betreiber, der Spottern eigene Plätze ausweist.
FlughafenFlughafen Bergen-Flesland
Norwegens zweitgrößter Flughafen liegt rund 20 Kilometer südlich von Bergen an der Westküste: eine einzige Bahn, ein Terminal von 2017 mit Bybanen-Anschluss, SAS, Norwegian und Widerøe als Hausherren – und dazu ein eigenes Hubschrauberterminal für den Verkehr zu den Ölfeldern der Nordsee.
HerstellerBoeing
Boeing ist der US-amerikanische Gegenpol zu Airbus und baut seit der 707 Verkehrsjets in Serie. Wer 737, 777 und 787 an Fahrwerk, Flügelspitzen und Heck auseinanderhalten kann, bestimmt einen großen Teil des Verkehrs an jedem europäischen Flughafen – auch ohne Lackierungshinweis.
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