Messerschmitt Bf 108 Taifun

Ein schneller Viersitzer aus Ganzmetall, entstanden 1934 für einen Europarundflug: Die Messerschmitt Bf 108 Taifun ist die große Schwester-Idee hinter der Bf 109 und heute ein seltener Oldtimer. So erkennst du sie, so unterscheidest du die französische Nord 1002 und hier fliegen noch Exemplare.

Auch bekannt als: Me 108 · Taifun · BFW M 37 · Bf 108 A · Bf 108 B · Bf 108 D · Nord 1000 · Nord 1001 Pingouin I · Nord 1002 Pingouin II · Aldon

DeutschlandMesserschmittHistorische Flugzeuge13 Min. Lesezeit

1934

Erstflug in Augsburg

4

Sitze in der Kabine

~885

gebaute Bf 108

Argus V8

Motor der B-Version

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Bf 108 war ein Wettbewerbs- und Reiseflugzeug: BFW baute sie 1934 als M 37 für den Europarundflug, den Challenge International de Tourisme.
  • Ganzmetall, Einziehfahrwerk, Vorflügel: Für einen Viersitzer der 1930er-Jahre war die Taifun technisch ungewöhnlich modern und floss in die Bf 109 ein.
  • Den Namen „Taifun“ prägte Elly Beinhorn, die mit dem Typ 1935 und 1936 spektakuläre Langstreckenflüge an einem Tag absolvierte.
  • Frankreich baute weiter: SNCAN fertigte die Bf 108 ab 1942 in Les Mureaux und nach dem Krieg als Nord 1000, 1001 und 1002 Pingouin.
  • Flugfähige Taifune sind selten: Zur Sammlung des Flugmuseums Messerschmitt in Manching gehören zwei Bf 108.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist die Bf 108 Taifun?
  2. 2.Vom Rennflugzeug zum Reiseflugzeug
  3. 3.Elly Beinhorn und der Name „Taifun“
  4. 4.Im Einsatz: Luftwaffe, Ausland und Kurierdienst
  5. 5.Nach 1945: Nord 1000, 1001 und 1002 Pingouin
  6. 6.So erkennst du die Bf 108 auf dem Vorfeld
  7. 7.Bf 108, Bf 109, Bonanza oder Pingouin?
  8. 8.Flugfähige Bf 108 heute
  9. 9.Fototipps speziell für die Bf 108
  10. 10.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
  11. 11.Fazit

Steckbrief

HerstellerBayerische Flugzeugwerke (BFW) Augsburg, ab 1938 Messerschmitt AG; Fertigung später in Regensburg und ab 1942 bei SNCAN in Les Mureaux (Frankreich)
WerksbezeichnungBFW M 37, später Bf 108
Erstflug13. Juni 1934 in Augsburg (laut Flugmuseum Messerschmitt)
Stückzahlje nach Quelle rund 885 Bf 108; zusammen mit den französischen Nord-Nachbauten mehr als 1.000 Flugzeuge
Statushistorisch – nur noch wenige flugfähige Exemplare, vor allem in Privatbesitz und bei Stiftungen
BauartFreitragender Ganzmetall-Tiefdecker mit geschlossener Kabine, einziehbarem Hauptfahrwerk und Spornrad
Sitzeein Pilot und bis zu drei Passagiere (Bf 108 B)
Triebwerk (Bf 108 B)1 × Argus As 10 C, hängender, luftgekühlter V8, rund 240 PS Startleistung
Länge (Bf 108 B)rund 8,3 m
Spannweite (Bf 108 B)je nach Quelle rund 10,5 bis 10,6 m
Max. Startmasse (Bf 108 B)je nach Quelle rund 1.350 bis 1.380 kg
Höchstgeschwindigkeit (Bf 108 B)rund 300 km/h
Reichweite (Bf 108 B)rund 1.000 km
Nord 1001 / 1002französische Nachkriegsversionen mit Renault-6Q-Reihensechszylinder (Pingouin I und II)

Erkennungsmerkmale

Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?

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  • Große, verglaste Kabine mit zwei Sitzreihen – deutlich länger und höher als die schmale Einsitzer-Haube der Bf 109
  • Freitragender Tiefdecker mit Flügeln ohne Streben, Hauptfahrwerk fährt ein, hinten sitzt ein festes Spornrad
  • Vorflügel an der Flügelvorderkante, die sich im Langsamflug von allein nach vorn schieben – bei Start und Landung oft gut zu sehen
  • Schlanke, spitze Nase mit luftgekühltem Argus-V8 und Zweiblattpropeller; Nord-Pingouins tragen stattdessen einen Renault-Reihenmotor
  • Schlanker Rumpf und abgerundetes Leitwerk – die Linienführung erinnert sichtbar an die Bf 109
  • Zivile Kennzeichen der einmotorigen Klasse, in Deutschland etwa D-E…, oft kombiniert mit historischer Bemalung

Aktualisiert: Oktober 2026 – Eine große, verglaste Kabine, eine spitze Nase und die Linien einer Bf 109, nur eben für vier Personen: Die Messerschmitt Bf 108 Taifun ist eines der elegantesten Reiseflugzeuge der 1930er-Jahre. Gebaut wurde sie für einen Europarundflug, berühmt machte sie die Pilotin Elly Beinhorn, und in Frankreich lebte sie nach dem Krieg als Nord 1002 Pingouin weiter. Heute ist jede fliegende Taifun eine kleine Sensation auf dem Flugplatz. Hier erfährst du, wie der Typ entstand, welche Versionen es gibt, wie du Bf 108 und Pingouin auseinanderhältst und wo du noch fliegende Exemplare erwischst.

Taifun im Hangar abhaken

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Was ist die Bf 108 Taifun?

Die Bf 108 ist ein einmotoriger, viersitziger Reise- und Sportflugzeug-Tiefdecker in Ganzmetallbauweise. Sie entstand ab 1933 bei den Bayerischen Flugzeugwerken (BFW) in Augsburg unter Chefkonstrukteur Willy Messerschmitt, zunächst unter der Werksbezeichnung M 37. Den Auftrag gab das Reichsluftfahrtministerium: Deutschland wollte beim Challenge International de Tourisme 1934, dem großen Europarundflug für Reiseflugzeuge, mit einem modernen Muster antreten.

Der Erstflug fand nach Angaben des Flugmuseums Messerschmitt und gängiger Nachschlagewerke am 13. Juni 1934 in Augsburg statt. Was die Maschine besonders machte, war die Summe moderner Details auf kleinem Raum: ein freitragender Flügel ohne Streben, eine Außenhaut aus Leichtmetall, ein einziehbares Hauptfahrwerk, Landeklappen und automatische Vorflügel. Für ein Reiseflugzeug ihrer Größe war diese Kombination damals ungewöhnlich. Viele dieser Ideen tauchten kurz darauf im Jagdflugzeug Messerschmitt Bf 109 wieder auf – wer beide nebeneinander sieht, erkennt die Verwandtschaft sofort.

Das Kürzel „Bf“ steht wie bei der 109 für Bayerische Flugzeugwerke. Erst Typen nach der Umbenennung in Messerschmitt AG 1938 bekamen das Kürzel „Me“, etwa die Messerschmitt Me 262. „Me 108“ ist trotzdem weit verbreitet.

1934Erstflug in Augsburg, gebaut für den Europarundflug
~885gebaute Bf 108 nach gängigen Nachschlagewerken
>1.000Flugzeuge inklusive der französischen Nord-Nachbauten

Vom Rennflugzeug zum Reiseflugzeug

Beim Europarundflug 1934 trat die Bf 108 in der ersten Version Bf 108 A an, angetrieben von einem Hirth-HM-8-U-V8-Motor. In der Geschwindigkeitswertung belegten die Bf 108 nach Angaben der deutschsprachigen Fachliteratur die ersten drei Plätze. Den Gesamtsieg verpassten sie, weil der Wettbewerb auch andere Kriterien bewertete. Das Flugmuseum Messerschmitt hebt hervor, dass die Bf 108 das schnellste Flugzeug des Feldes war und bei den technischen Prüfungen sehr gut abschnitt.

Die A-Version war noch als schnelles Sportflugzeug mit wenig Platz für Passagiere gedacht. Daraus entwickelte BFW die Bf 108 B, die ab Ende 1935 gebaut wurde. Sie bekam den sparsameren Argus As 10 C, einen hängenden, luftgekühlten V8 mit rund 240 PS, und bot neben dem Piloten Platz für drei Passagiere. Die B-Version ist die Taifun, die du heute im Kopf hast: komfortabel, schnell und mit großer Reichweite für ihre Klasse.

Version Motor Besonderheit
BFW M 37 / Bf 108 A Hirth HM 8 U Wettbewerbsversion für den Europarundflug 1934
Bf 108 B Argus As 10 C oder E Serienversion ab Ende 1935, vier Sitze
Bf 108 C je nach Quelle unterschiedlich Versuchs- bzw. Projektversion, nicht in Serie
Bf 108 D Argus As 10 vereinfachte Ausführung für die Luftwaffe ab 1941
Me 208 – Ableger mit Bugradfahrwerk, nur zwei Prototypen bis Kriegsende
Nord 1000 Argus As 10 französischer Weiterbau aus vorhandenen Teilen
Nord 1001 Pingouin I Renault 6Q-11 Nachkriegsversion mit französischem Motor
Nord 1002 Pingouin II Renault 6Q-10 Nachkriegsversion, Motor mit umgekehrter Drehrichtung

Die Produktion zog 1938 von Augsburg nach Regensburg um. Ab 1942 wurde die Bf 108 zusätzlich bei der französischen SNCAN in Les Mureaux gebaut, die auch nach dem Krieg weitermachte.

Schwankende Stückzahlen

Je nach Quelle findest du sehr unterschiedliche Produktionszahlen, weil Versionen, Werke und französische Nachbauten verschieden gezählt werden. Gängig sind rund 885 Bf 108; mit den Nord-Pingouins zusammen waren es nach Angaben des Flugmuseums Messerschmitt mehr als 1.000 Flugzeuge.

Elly Beinhorn und der Name „Taifun“

Ihren Beinamen verdankt die Bf 108 der Fliegerin Elly Beinhorn. Sie taufte ihre eigene Maschine „Taifun“, und der Name blieb am ganzen Typ hängen. Mit ihrer Bf 108 flog sie im August 1935 an einem einzigen Tag von Gleiwitz über Istanbul zurück nach Berlin, nach Angaben der deutschsprachigen Fachliteratur rund 3.470 Kilometer in knapp 13,5 Stunden. Ein Jahr später folgte ein Flug über drei Kontinente an einem Tag, von Damaskus über Kairo und Athen nach Berlin.

Solche Flüge machten die Taifun als schnelles Reiseflugzeug bekannt. Gute Langsamflug-Eigenschaften, geringer Verbrauch und die große Reichweite sorgten dafür, dass sie bei Wettbewerben und Rekordversuchen der späten 1930er-Jahre häufig vorne mitflog. Im Juli 1939 stellte eine Bf 108 laut englischsprachigen Nachschlagewerken einen Höhenrekord in ihrer Klasse von über 9.000 Metern auf.

Im Einsatz: Luftwaffe, Ausland und Kurierdienst

Obwohl als ziviles Flugzeug gedacht, landete ein großer Teil der Produktion bei der Luftwaffe. Dort diente die Taifun als Verbindungs-, Kurier- und Schulflugzeug, also überall, wo schnell ein paar Personen oder Unterlagen von A nach B mussten. Ab 1941 gab es mit der Bf 108 D eine eigene, vereinfachte Ausführung für den militärischen Bedarf.

Auch im Ausland war der Typ gefragt. Je nach Quelle gingen mehr als 50 bis über 100 Bf 108 in den Export, unter anderem nach Bulgarien, Ungarn, Rumänien, Jugoslawien, Japan, in die Sowjetunion und in die Schweiz. Die Schweizer Fliegertruppe bestellte ab 1938 Bf 108, die neben der Ausbildung auch Kommandanten und später Gäste beförderten. Diese Linie führt bis zum heutigen Lufttransportdienst des Bundes. Die US-Armee kaufte 1939 eine Maschine als XC-44 für ihren Luftwaffenattaché in Berlin, und in Großbritannien wurden bei Kriegsbeginn einige private Taifune als „Aldon“ beschlagnahmt.

Keine Taifun mehr verpassen

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Nach 1945: Nord 1000, 1001 und 1002 Pingouin

Die Geschichte der Taifun endete nicht mit dem Krieg. Die SNCAN in Les Mureaux, die schon unter deutscher Besatzung Bf 108 gebaut hatte, setzte die Produktion nach der Befreiung fort. Zuerst entstand aus vorhandenen Teilen und den restlichen Argus-Motoren die Nord 1000. Als die deutschen Motoren ausgingen, stellte die Firma auf französische Renault-6Q-Reihensechszylinder um: Daraus wurden die Nord 1001 Pingouin I und die Nord 1002 Pingouin II. Die beiden Versionen unterscheiden sich vor allem in der Drehrichtung ihres Motors.

Die Pingouins flogen vor allem bei den französischen Streitkräften als Verbindungsflugzeuge. Insgesamt entstanden laut englischsprachigen Nachschlagewerken knapp 290 Nord-Pingouins, je nach Quelle 285 oder 286. Mit dem Bugradableger Me 208, dessen Prototyp in Frankreich zur Nord 1100 wurde, und der Serienversion Nord 1101 „Noralpha“ (bei den französischen Streitkräften „Ramier“) ging die Familie noch einen Schritt weiter – diese Flugzeuge erkennst du sofort am Bugrad statt Spornrad.

Für Spotter ist die Nord 1002 besonders wichtig, weil viele heute fliegende „Taifune“ in Wahrheit Pingouins sind. Manche wurden in Bf-108-Farben lackiert, einige tragen sogar eine Tarnbemalung im Stil der Bf 109. In Kriegsfilmen wie „Der längste Tag“ und „Colonel von Ryans Express“ spielten optisch veränderte Nord 1002 laut Nachschlagewerken Bf-109-Jäger.

Neue Motoren, neue Nase

Einige Pingouins wurden im Lauf der Jahrzehnte auf moderne Motoren umgerüstet, laut Nachschlagewerken etwa auf einen Lycoming O-540. Solche Maschinen haben eine andere Motorhaube und klingen deutlich anders als ein Argus-V8 oder ein Renault 6Q. Die Typbezeichnung im Register bleibt aber meist Nord 1002.

So erkennst du die Bf 108 auf dem Vorfeld

Kabine zählen

Die Taifun hat eine lange, hohe Kabine mit zwei Sitzreihen. Damit unterscheidest du sie sofort von der einsitzigen Bf 109 und von zweisitzigen Tandem-Trainern.

Flügel und Fahrwerk prüfen

Freitragender Tiefdecker ohne Streben, einziehbares Hauptfahrwerk, Spornrad hinten. Bei Start und Landung siehst du oft die Vorflügel an der Vorderkante, die sich bei niedriger Geschwindigkeit nach vorn schieben.

Nase und Propeller ansehen

Eine schlanke, spitz zulaufende Motorhaube mit Zweiblattpropeller passt zur Bf 108 und zur Nord 1002. Wirkt die Haube breit und flach, steckt vermutlich ein moderner Ersatzmotor darunter.

Die letzte Sicherheit liefert wie immer das Kennzeichen. In Deutschland fliegen die Taifune in der Klasse der einmotorigen Flugzeuge bis 2 Tonnen, also mit D-E… – D-ESBH und D-EBFW sind gute Beispiele. Was die Buchstaben verraten, erklärt Deutsche Luftfahrzeugkennzeichen. In der Schweiz tragen historische Maschinen ein HB-Kennzeichen, mehr dazu in Schweizer HB-Kennzeichen.

Typcode im Tracker nicht blind vertrauen

Oldtimer wie die Bf 108 tauchen in Flugverfolgungsdiensten oft gar nicht oder mit uneinheitlichen Typangaben auf, weil viele ohne ADS-B fliegen. Ob Original oder Pingouin vor dir steht, klärst du über Kennzeichen und Luftfahrzeugregister.

Bf 108, Bf 109, Bonanza oder Pingouin?

Auf Oldtimer-Treffen stehen ähnliche Silhouetten oft dicht nebeneinander. Der Finder hilft beim Eingrenzen.

Schnellbestimmung: Tiefdecker mit Spornrad

Drei Fragen, eine Einschätzung. Das Kennzeichen bleibt die letzte Instanz.

Wahrscheinlich

Messerschmitt Bf 108 oder Nord 1002

Große Kabine, schlanke Nase, Spornrad und Vorflügel: Das ist die Taifun-Familie. Ob Argus-Original oder Renault-Pingouin, verrät das Register.

Wahrscheinlich

Nord 1002 mit Ersatzmotor

Die Grundform passt zur Taifun, die breitere Motorhaube spricht für einen umgerüsteten Pingouin mit modernem Boxermotor.

Wahrscheinlich

Messerschmitt Bf 109

Ein Sitz unter kantiger Haube und ein schmales, gespreiztes Fahrwerk: Das ist die Jägerschwester der Taifun.

Wahrscheinlich

North American T-6 Texan

Tandemsitze unter langer Haube und ein runder Sternmotor schließen die Bf 108 sofort aus.

Wahrscheinlich

Me 208 / Nord 1100 oder ein moderner Viersitzer

Mit Bugrad ist es keine Bf 108. Infrage kommen die seltenen Ableger Nord 1100 und 1101 oder ein moderner Reiseviersitzer wie Bonanza oder Mooney.

Die Beechcraft Bonanza und die Mooney M20 folgen einer ähnlichen Idee – schneller Viersitzer mit Einziehfahrwerk –, haben aber ein Bugrad und modernere Linien. Die North American T-6 Texan verrät sich am Sternmotor. Mehr Übung mit alten Typen bringt dir Oldtimer am Himmel erkennen, und für die Unterscheidung moderner Kleinflugzeuge hilft Kleinflugzeuge erkennen.

Flugfähige Bf 108 heute

Eine verbindliche, aktuelle Liste flugfähiger Taifune gibt es nicht. Maschinen wechseln den Besitzer, gehen in die Restaurierung oder stehen nach Schäden lange am Boden. Die folgenden Schwerpunkte haben Stand Oktober 2026.

Deutschland: Manching. Das bekannteste Zuhause flugfähiger Messerschmitts ist das Flugmuseum Messerschmitt auf dem Airbus-Gelände in Manching bei Ingolstadt, getragen von der Messerschmitt-Stiftung und Airbus. Zur Sammlung gehören laut Museum zwei Bf 108: D-ESBH und D-EBFW. D-ESBH (Werknummer 3701-14) wurde 1937/38 gebaut. Ihre frühe Geschichte ist nach Angaben des Museums unklar; belegt ist, dass sie 1951 aus Großbritannien in die Schweiz ging, dort ab 1962 als HB-ESM registriert war und 1991 zur Restaurierung nach Manching kam. Ende 1993 flog sie dort erstmals wieder, 1995 übernahm die Messerschmitt-Stiftung die Maschine. D-EBFW gilt laut Nachschlagewerken als 1937 gebautes Exemplar und als eine der ältesten noch fliegenden Bf 108.

Für deine Planung wichtig: Der öffentliche Zugang zum Museum ist eingeschränkt, informiere dich deshalb vorab über die Besuchsmöglichkeiten. Passagierflüge gibt es nicht, und Flugstunden sowie Veranstaltungseinsätze der Maschinen werden bewusst begrenzt, um sie zu schonen. Fliegend erlebst du die Manchinger Taifune am ehesten auf ausgewählten Veranstaltungen, etwa beim Oldtimer-Fliegertreffen Hahnweide oder bei Flugplatzfesten in Deutschland.

Weitere Exemplare. Daneben sind in Deutschland laut Nachschlagewerken weitere Bf 108 in privater oder stiftungsnaher Hand registriert. In der Schweiz wurde die Bf 108 HB-HEB restauriert und flog im Mai 2011 erstmals wieder. Dazu kommen einzelne Pingouins in Frankreich und anderen Ländern sowie Restaurierungsprojekte, unter anderem eines mit Auszubildenden in Augsburg. Wie oft die einzelnen Maschinen tatsächlich fliegen, ist sehr unterschiedlich.

Teilnahme vorher prüfen

Eine fliegende Bf 108 ist wetterabhängig und wird geschont. Ob sie auf einem Treffen wirklich fliegt, entscheidet sich oft kurzfristig. Verlass dich auf das aktuelle Programm des Veranstalters, nicht auf alte Teilnehmerlisten.

Wie selten eine Taifun-Sichtung im Vergleich wirklich ist, ordnest du mit Seltenheit einer Sichtung einschätzen ein. Wer bei der Pflege alter Flugzeuge mitanpacken möchte, findet Einstiegsideen in Ehrenamt in Luftfahrtmuseen. Und weil die Taifun technisch zur allgemeinen Luftfahrt gehört, lohnt auch ein Blick in General Aviation spotten – viele Oldtimer starten von kleinen Plätzen, nicht von großen Flughäfen.

Bereit für deinen Taifun-Tag?

Hak ab, was du schon erledigt hast.

  • Ich habe im Programm geprüft, ob eine Bf 108 oder ein Pingouin angekündigt ist.
  • Ich kenne die Rollwege und weiß, wo die Sonne am Nachmittag steht.
  • Ich habe ein Teleobjektiv für Vorbeiflüge und ein Normalobjektiv für Standbilder dabei.
  • Ich habe längere Belichtungszeiten für drehende Propeller geübt.
  • Ich notiere mir Kennzeichen und Werknummer für die spätere Recherche.

Fototipps speziell für die Bf 108

Die Taifun ist kein lauter Kunstflug-Warbird, sondern ein elegantes Reiseflugzeug. Ihre Stärken zeigt sie bei ruhigen Vorbeiflügen, beim Rollen und am Boden.

Propeller drehen lassen

Ein eingefrorener Zweiblattpropeller lässt die Maschine wie ein Modell wirken. Wie du die passende Verschlusszeit findest, steht in Propeller fotografieren.

Die Kabine ins Licht setzen

Die große Verglasung ist das Erkennungsmerkmal der Bf 108. Seitenlicht bringt die Rahmen und die Rumpflinie zur Geltung. Plane deinen Standort mit dem Sonnenstand-Planer in Planetrack.

Landeanflug abwarten

Im Langsamflug fahren die Vorflügel aus, das Fahrwerk kommt heraus – genau diese Details machen eine Taifun-Aufnahme für Kenner wertvoll.

Mit Familie fotografieren

Stehen Bf 108 und Bf 109 nebeneinander, ist ein gemeinsames Bild ein echter Klassiker. Achte darauf, beide Silhouetten sauber zu trennen.

Allgemeine Tipps für Flugtage bündelt Airshows fotografieren. Und wer Argus-V8 und Renault-Reihenmotor am Klang auseinanderhalten will, findet Anregungen in Flugzeugtypen am Geräusch erkennen.

Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt

Es spricht für eine Bf 108, wenn …

  • eine lange Kabine mit zwei Sitzreihen auf einem schlanken Tiefdecker sitzt
  • das Hauptfahrwerk einfährt und hinten ein Spornrad steht
  • an der Flügelvorderkante Vorflügel zu erkennen sind
  • im Register Bf 108 oder Me 108 steht

Sieh genauer hin, wenn …

  • der Motor nach Reihensechszylinder statt V8 klingt – dann ein Pingouin
  • die Motorhaube breit und flach wirkt – dann ein umgerüsteter Pingouin
  • eine Tarnbemalung im Jägerstil aufgebracht ist – das sagt nichts über die Herkunft

Es ist keine Bf 108, wenn …

  • nur ein Sitz unter kantiger Haube sitzt – dann eine Bf 109
  • vorn ein Bugrad steht – dann eher Nord 1100/1101 oder ein moderner Viersitzer
  • ein Sternmotor vorne sitzt – dann etwa eine T-6 Texan
  • der Flügel oben am Rumpf sitzt – dann ein Hochdecker wie die Do 27

Die Dornier Do 27 ist ein deutscher Nachkriegs-Viersitzer, aber als Hochdecker leicht auszuschließen. Auf Oldtimer-Treffen begegnet dir die Taifun oft neben der Junkers Ju 52, der Piper J-3 Cub oder der de Havilland DH.82 Tiger Moth. Wer die Entwicklung deutscher Ganzmetallflugzeuge weiter zurückverfolgen will, landet bei der Junkers F 13.

Fazit

Die Bf 108 Taifun ist ein Schlüsseltyp der deutschen Luftfahrtgeschichte: als Wettbewerbsflugzeug geboren, durch Elly Beinhorn berühmt geworden und technisch Wegbereiterin der Bf 109. Über die französischen Pingouins blieb die Konstruktion bis weit in die Nachkriegszeit im Einsatz. Heute ist sie ein seltener, eleganter Oldtimer, den du am ehesten auf ausgesuchten Flugtagen erwischst.

Kurzfazit

Lange Viersitzer-Kabine, schlanke Nase, Vorflügel, Einziehfahrwerk und Spornrad: Das ist die Bf 108. Ein Renault-Reihenmotor oder eine breite, moderne Motorhaube deuten auf eine Nord 1002 Pingouin hin. Fliegend triffst du Taifune vor allem rund um Manching und auf Oldtimer-Treffen, das Kennzeichen klärt am Ende, welche Maschine vor dir steht.

Zusammenfassung

  • Willy Messerschmitt und die Bayerischen Flugzeugwerke entwickelten die Bf 108 ab 1933 im Auftrag des Reichsluftfahrtministeriums für den Europarundflug 1934; der Erstflug fand im Juni 1934 in Augsburg statt.
  • Mit der B-Version und dem Argus As 10 wurde sie ab Ende 1935 zum schnellen Reise- und Verbindungsflugzeug, das auch die Luftwaffe und zahlreiche ausländische Nutzer flogen.
  • Nach 1945 lebte die Konstruktion in Frankreich als Nord 1001 und Nord 1002 Pingouin mit Renault-Motor weiter, die Bugradableger Me 208 und Nord 1101 Noralpha folgten.
  • Heute fliegen nur wenige Bf 108 und Pingouins; auf Oldtimer-Treffen gehören sie zu den Typen, die selbst erfahrene Spotter nur selten vor die Linse bekommen.

Häufige Fragen

Heißt sie Bf 108 oder Me 108?

Offiziell Bf 108, weil sie bei den Bayerischen Flugzeugwerken entstand. Wie bei der Bf 109 ist „Me 108“ umgangssprachlich verbreitet, das Flugmuseum Messerschmitt schreibt beide Formen nebeneinander. Gemeint ist dasselbe Flugzeug.

Woher kommt der Name „Taifun“?

Die Pilotin Elly Beinhorn gab ihrer eigenen Bf 108 den Beinamen „Taifun“. Bekannt wurde er durch ihre Langstreckenflüge, etwa 1935 von Gleiwitz über Istanbul zurück nach Berlin an einem Tag. Der Name setzte sich danach für den ganzen Typ durch.

Was ist der Unterschied zwischen Bf 108 und Nord 1002?

Die Nord 1002 Pingouin II ist ein französischer Nachkriegsbau der Bf 108 von SNCAN. Zelle und Grundform sind weitgehend gleich, der größte Unterschied ist der Motor: Statt des deutschen Argus-V8 sitzt vorn ein Renault-6Q-Reihensechszylinder. Einzelne Pingouins wurden später zusätzlich auf moderne Lycoming-Motoren umgerüstet.

Wie viele Bf 108 wurden gebaut?

Die Angaben schwanken stark. Gängige Nachschlagewerke nennen rund 885 Bf 108. Zählt man die französischen Nachbauten Nord 1000, 1001 und 1002 hinzu, kommt man nach Angaben des Flugmuseums Messerschmitt auf mehr als 1.000 Flugzeuge.

Wo kann ich eine fliegende Bf 108 sehen?

In Deutschland ist das Flugmuseum Messerschmitt in Manching die bekannteste Adresse; zur Sammlung gehören die Bf 108 D-ESBH und D-EBFW. Der Zugang zum Museum ist eingeschränkt, informiere dich vor einem Besuch auf der Website. Die Maschinen zeigen sich am ehesten auf ausgewählten Flugtagen und Oldtimer-Treffen. Einzelne Taifune und Pingouins fliegen außerdem in Privatbesitz. Prüf jeweils das aktuelle Programm der Veranstaltung.

War die Bf 108 ein Militärflugzeug?

Entworfen wurde sie als ziviles Sport- und Reiseflugzeug. Die Luftwaffe nutzte sie aber in großer Zahl als Verbindungs- und Kurierflugzeug, später sogar mit eigener D-Version. Auch die Schweiz, Ungarn, Bulgarien und andere Länder setzten sie militärisch ein, meist ohne Bewaffnung.

Messerschmitt Bf 108 Taifun sammeln statt nur sehen

Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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