Das Wichtigste in Kürze
- IATA FNC, ICAO LPMA: der internationale Flughafen Madeiras, rund 13 Kilometer östlich von Funchal in der Gemeinde Santa Cruz.
- Eine Piste, 05/23, rund 2.780 Meter lang: Ein großer Teil der Verlängerung von 2000 steht auf 180 etwa 70 Meter hohen Stützen über dem Gelände.
- Kein ILS auf die 05: Crews fliegen einen Sichtanflug mit weiter Kurve und richten sich erst auf einem sehr kurzen Endteil aus – dafür brauchen sie ein Zusatztraining.
- Wind entscheidet: Fallwinde von den Bergen führen zu Windscherung, strenge Grenzwerte sorgen immer wieder für Durchstarter, Warteschleifen und Umleitungen.
- Ferienflughafen mit Low-Cost-Basis: TAP, Ryanair, easyJet und viele Ferienflieger prägen das Bild.
Inhaltsverzeichnis
- 1.Steckbrief
- 2.Tätigkeitsfelder
- 3.Geschichte im Zeitraffer
- 4.Was du als Spotter wissen solltest
- 5.Stärken und Schwächen
- 6.Vom Schiff zum Jet: Madeiras langer Weg zum Flughafen
- 7.Die Piste auf Stelzen
- 8.Warum Piloten für Madeira extra trainieren
- 9.Wenn der Wind den Flugplan schreibt
- 10.Betriebsrichtung: 05 oder 23?
- 11.Wer in Madeira landet
- 12.Terminal und Infrastruktur
- 13.Spotting am Flughafen Madeira
- 14.Madeira im Vergleich
- 15.Fazit
- 16.Häufige Fragen
Steckbrief
| IATA-Code | FNC |
|---|---|
| ICAO-Code | LPMA |
| Offizieller Name | Aeroporto Internacional da Madeira Cristiano Ronaldo, im Alltag meist Flughafen Madeira oder Flughafen Funchal |
| Betreiber | ANA Aeroportos de Portugal, Teil der französischen VINCI-Gruppe |
| Lage | Gemeinde Santa Cruz an der Ostküste Madeiras, rund 13 km östlich von Funchal, zwischen Santa Cruz und Machico |
| Höhe | Rund 58 m über dem Meer |
| Start- und Landebahn | Eine Bahn, 05/23, rund 2.780 m lang; der Abschnitt der Verlängerung von 2000 ruht auf einer Plattform mit 180 Stützen |
| Anflug | Auf die 05 kein ILS möglich – Sichtanflug mit weiter Kurve und sehr kurzem Endteil; Crews brauchen ein Zusatztraining |
| Terminal | Ein Terminal, 2002 eröffnet und 2016 modernisiert; keine Fluggastbrücken, Einstieg über Busse oder zu Fuß |
| Verkehr 2025 | Laut Nachschlagewerken rund 5,65 Mio. Passagiere und knapp 39.000 Flugbewegungen |
| Eröffnung | Juli 1964 mit einer nur rund 1.600 m langen Piste |
| Für Spotter relevant | Aussichtspunkte an den Hängen über Santa Cruz und Machico, allen voran der Pico do Facho |
| Offizielle Website | www.aeroportomadeira.pt |
Tätigkeitsfelder
Geschichte im Zeitraffer
Flughafen Madeira-Funchal aus Spotter-Sicht
Deine Checkliste für Flughafen Madeira-Funchal
- Eine Landung auf der 05 mit der engen Kurve kurz vor dem Aufsetzen beobachtet
- Die Stützen unter der Pistenplattform zusammen mit einem Flugzeug in einem Bild festgehalten
- Ein Durchstartmanöver bei böigem Wind miterlebt – und notiert, ob der zweite Versuch klappt
- Einen Jet der TAP Air Portugal auf der Lissabon-Strecke erwischt
- Einen Turboprop auf der kurzen Inselverbindung nach Porto Santo fotografiert
- Einen Ferienflieger aus dem deutschsprachigen Raum gesehen, etwa von Condor, Eurowings oder Edelweiss
- Den Flughafen einmal von oben vom Pico do Facho über Machico gesehen
- Das Kennzeichen jeder Sichtung notiert, nicht nur Airline und Typ
Stärken und Schwächen
Das spricht dafür
- Eine der spektakulärsten Pistenlagen Europas – Küste, Berge und Stützen in einem Motiv
- Anspruchsvolle Sichtanflüge, die du an kaum einem anderen europäischen Flughafen siehst
- Bunter Ferienverkehr aus ganz Europa mit vielen verschiedenen Airlines
- Erhöhte Aussichtspunkte an den Hängen statt Zaunsuche in der Ebene
- Ganzjährig mildes Klima – Spotting-Reise auch im Winter möglich
Wo es hakt
- Starker Wind kann den Betrieb für Stunden einschränken oder Flüge umleiten
- Kaum Großraumflugzeuge – das Rückgrat bilden A320- und 737-Familie
- Ohne Mietwagen sind die besten Aussichtspunkte mühsam zu erreichen
- Wolken an den Bergen und Dunst über dem Meer können die Sicht schnell verderben
- Zwischen den Ankunftswellen teils lange Pausen
Es gibt Flughäfen, die man wegen ihrer Größe besucht, und solche, die man wegen ihrer Lage nie vergisst. Der Flughafen Madeira gehört klar zur zweiten Sorte. Seine einzige Piste klemmt zwischen Steilküste und Atlantik, ein großer Teil davon steht auf hohen Betonstützen, und auf die Bahn 05 gibt es keinen geraden Instrumentenanflug: Die Crews kurven im Sichtflug heran und richten sich erst kurz vor dem Aufsetzen aus. Wenn dann noch Fallwinde von den Bergen kommen, wird jede Landung zum kleinen Schauspiel. Für Spotter ist Funchal deshalb seit Jahren ein Sehnsuchtsziel – und eines der besten Argumente für eine Spotting-Reise in den Süden.
Dein FNC-Logbuch beginnt hier
Typ, Airline, Kennzeichen und Spot jeder Sichtung festhalten und später wiederfinden – genau dafür gibt es Planetrack. Die App startet bald, die Anmeldung zur Warteliste findest du unten auf dieser Seite.
Vom Schiff zum Jet: Madeiras langer Weg zum Flughafen
Bis in die 1960er-Jahre war Madeira vom Festland aus nur per Schiff oder mit Wasserflugzeugen zu erreichen. Eine Landebahn auf der bergigen Insel unterzubringen, war alles andere als einfach: Flache Flächen gibt es kaum, und wo es sie gibt, liegen sie direkt an der Küste. Nach ersten Versuchen auf einem provisorischen Streifen eröffnete im Juli 1964 der Flughafen Santa Catarina an der Ostküste, im Gebiet der Gemeinde Santa Cruz. Seine Piste war nur rund 1.600 Meter lang. Die erste Landung absolvierte eine Lockheed Constellation der TAP.
Die kurze Bahn blieb über Jahrzehnte das zentrale Problem. Am 19. November 1977 kam eine Boeing 727-200 der TAP auf Flug 425 bei starkem Regen zu weit hinter der Schwelle und zu schnell auf, schoss über das Pistenende hinaus und stürzte auf den Strand darunter. 131 der 164 Menschen an Bord kamen ums Leben. Die Untersuchung nannte Fehler im Anflugverfahren und Aquaplaning als Ursachen und empfahl unter anderem bessere Wetterbeobachtung am Platz. Das Unglück war ein Wendepunkt: TAP setzte vorübergehend nur noch die kürzere 727-100 nach Madeira ein, und der Ausbau der Piste wurde vorangetrieben.
Im Februar 1986 ging die auf rund 1.800 Meter verlängerte Bahn in Betrieb. Wirklich gelöst war das Problem damit aber nicht – erst die große Verlängerung im Jahr 2000 machte den Flughafen zu dem Platz, den Spotter heute kennen.
Die Piste auf Stelzen
Am 15. September 2000 nahm die heutige Bahn 05/23 mit 2.781 Metern den Betrieb auf. Um diese Länge an der Steilküste unterzubringen, haben die Ingenieure einen großen Teil der Verlängerung nicht aufgeschüttet, sondern auf eine Plattform gestellt. Sie ruht auf 180 Stützen, die nach Angaben in Nachschlagewerken jeweils rund 70 Meter hoch sind. Die Konstruktion wirkt aus der Nähe wie eine sehr breite Brücke, auf der Flugzeuge landen. 2004 zeichnete der internationale Ingenieurverband IABSE das Bauwerk mit seinem Outstanding Structure Award aus.
Für dich als Spotter ist genau diese Plattform das ikonische Motiv. Der aufgeständerte Abschnitt liegt am nordöstlichen Ende der Piste, der Seite in Richtung Machico. Unter ihm verlaufen Straßen, und von den Hängen ringsum siehst du, wie die Flugzeuge über dem Stützenwald aufsetzen oder abheben. Mit der längeren Bahn kann der Flughafen auch Großraumflugzeuge abfertigen – im Alltag dominieren aber Schmalrumpfjets.
| Merkmal | Angabe | Was das für dich bedeutet |
|---|---|---|
| Piste | 05/23, rund 2.780 m | nur eine Bahn – die Betriebsrichtung ist schnell geklärt |
| Plattform | 180 Stützen, je rund 70 m | das bekannteste Fotomotiv des Flughafens |
| Anflug 05 | Sichtanflug ohne ILS, weite Kurve | spektakuläre Kurvenlandungen kurz vor dem Aufsetzen |
| Höhe des Platzes | rund 58 m über dem Meer | du stehst an den Hängen oft über den Flugzeugen |
| Terminal | ein Gebäude, keine Fluggastbrücken | Flugzeuge parken offen auf dem Vorfeld |
Warum Piloten für Madeira extra trainieren
Madeira ist kein Flughafen, an dem Flugzeuge einfach auf einem Leitstrahl herunterkommen. Wegen der Hügel und Klippen in der Umgebung ist auf die Bahn 05 kein Instrumentenlandeanflug mit ILS möglich. Die Crews fliegen deshalb einen Sichtanflug: Sie nähern sich dem Flughafen, fliegen eine weite Kurve und richten sich erst auf einem sehr kurzen Endteil auf die Piste aus. Je nach Beschreibung ist dabei von einer Richtungsänderung um 150 bis 180 Grad die Rede. Wie diese Verfahren grundsätzlich aufgebaut sind, erklärt der Beitrag zum ILS-Anflug.
Dazu kommt der Wind. Madeira ist eine steile Vulkaninsel, und Luft, die über die Berge strömt, stürzt auf der anderen Seite als Böe oder Fallwind herab. Am Flughafen führt das zu Windscherung – plötzlichen Änderungen von Windrichtung und -stärke auf engem Raum. Der Flughafen arbeitet deshalb mit strengen Grenzwerten für Wind; werden sie überschritten, darf nicht gelandet werden. Nach portugiesischen Nachschlagewerken wird es besonders unruhig, wenn der Wind stärker als etwa 15 Knoten aus nördlichen bis nordwestlichen Richtungen weht.
Piloten dürfen in Madeira nur mit besonderer Qualifikation landen. Airlines schulen ihre Kapitäne für diesen Platz gesondert, oft mit Simulatortraining und begleiteten Landungen. Damit steht Madeira in einer Reihe mit Flughäfen wie Innsbruck oder Gibraltar. Weil die Sichtkurve und der Wind an Hongkongs alten Stadtflughafen erinnern, nennen manche Madeira auch das „Kai Tak Europas“ – mehr zum Vorbild findest du im Steckbrief zum Flughafen Kai Tak.
Durchstarten ist kein Drama
Ein abgebrochener Anflug sieht spektakulär aus, ist aber ein ganz normales Sicherheitsverfahren. Passt der Wind nicht, entscheidet sich die Crew bewusst für einen neuen Versuch oder für den Ausweichflughafen. Warum das so ist und was dabei im Cockpit passiert, erklärt der Beitrag Durchstarten (Go-Around).
Wenn der Wind den Flugplan schreibt
An windigen Tagen merkst du sofort, dass in Madeira das Wetter regiert. Flugzeuge drehen Warteschleifen, versuchen es ein zweites oder drittes Mal, und wenn es nicht klappt, fliegen sie zu einem Ausweichflughafen. Naheliegend ist die Nachbarinsel Porto Santo, je nach Lage geht es aber auch auf die Kanaren oder zurück aufs portugiesische Festland. Nach stürmischen Tagen dauert es oft eine Weile, bis der Flugplan wieder im Takt ist.
Für dich als Spotter hat das zwei Seiten. Einerseits bekommst du bei böigem Wind die spektakulärsten Bilder: schräg anfliegende Jets, Korrekturen in letzter Sekunde und Durchstarter direkt über der Piste. Andererseits kann es passieren, dass über Stunden gar nichts landet. Plane deshalb mindestens einen Puffertag ein, wenn du gezielt nach Madeira reist. Wie du Seitenwind fotografisch nutzt, zeigen die Beiträge Seitenwindlandungen und Seitenwindlandungen und Stürme filmen.
Wind und Piste in einem Blick
Planetrack zeigt dir für den Flughafen Madeira Wetter, Wind und die aktive Piste. So erkennst du vor der Fahrt an den Hang, ob gerade auf der 05 gelandet wird oder ob der Wind den Betrieb ausbremst. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein.
Betriebsrichtung: 05 oder 23?
Mit nur einer Bahn ist die Frage einfacher als an großen Drehkreuzen: Entweder wird in Richtung 05 (Nordosten, nach Machico) oder in Richtung 23 (Südwesten, nach Santa Cruz und Funchal) gestartet und gelandet. Nach verbreiteten Spotterführern läuft der Betrieb überwiegend auf der 05. Die endgültige Entscheidung treffen aber Wind und Wetter am Tag selbst – und die können auf Madeira schnell umschlagen.
| Betrieb | Was passiert | Was du siehst |
|---|---|---|
| Landungen auf der 05 | Sichtanflug mit weiter Kurve und kurzem Endteil | die berühmten Kurvenlandungen, Aufsetzen Richtung Nordosten |
| Starts von der 05 | Abflug über das aufgeständerte Ende Richtung Machico | Flugzeuge, die über der Plattform und der Bucht steigen |
| Landungen auf der 23 | Anflug von Nordosten über die Bucht von Machico | Jets, die über die Stützen hinweg auf die Piste schweben |
| Starts von der 23 | Abflug Richtung Südwesten | Flugzeuge, die an der Küste entlang Richtung Santa Cruz steigen |
Welche Richtung gerade aktiv ist, siehst du am schnellsten in einer Flugverfolgung oder an den letzten Landungen. Wie das funktioniert, erklären die Beiträge zur Flugverfolgung mit ADS-B und Windy und Wetterkarten für Spotter. Die Grundlagen zu Pistennummern liefert der Ratgeber Pistenbezeichnungen verstehen.
Wer in Madeira landet
Madeira ist ein klassischer Ferien- und Inselflughafen. Laut Nachschlagewerken zählte er 2025 rund 5,65 Millionen Passagiere – rund zwölf Prozent mehr als im Vorjahr und genug, um zu den vier größten Flughäfen Portugals zu gehören, zeitweise sogar vor Faro. Der Verkehr kommt in Wellen: Morgens und am Nachmittag landen und starten viele Maschinen kurz hintereinander, dazwischen wird es ruhiger.
- Portugiesische Airlines: TAP Air Portugal nutzt Madeira als wichtigen Stützpunkt. Die Strecke nach Lissabon gehört zu den wichtigsten Verbindungen der Insel, dazu kommen Flüge nach Porto. Azores Airlines verbindet die Insel mit den Azoren.
- Low-Cost-Airlines: Ryanair unterhält eine Basis auf Madeira, easyJet fliegt aus mehreren europäischen Ländern ein.
- Ferienflieger: Aus Großbritannien kommen Jet2 und TUI-Airlines, aus Deutschland unter anderem Condor und Eurowings, je nach Saison weitere Gesellschaften aus der Schweiz, den Niederlanden und Skandinavien.
- Inselverkehr: Binter Canarias bedient die kurze Verbindung zur Nachbarinsel Porto Santo mit Turboprops.
Bei den Typen dominieren die A320neo und A321neo, ältere Mitglieder der Familie wie der A319 sowie die Boeing 737-800 und die 737 MAX 8. Großraumflugzeuge sind die Ausnahme. Wie du die Varianten aus der Entfernung auseinanderhältst, zeigt der Ratgeber A320-Familie unterscheiden.
Wichtig: Strecken und Airlines ändern sich mit jeder Saison. Die Angaben spiegeln den Stand Oktober 2026 wider und sind als Orientierung gedacht – prüf vor der Reise den aktuellen Flugplan.
Sondergäste nicht verpassen
Mit Planetrack richtest du Sichtungs-Alarme für Typen, Airlines, Kennzeichen und Special Liveries ein und wirst benachrichtigt, wenn sie Madeira anfliegen. Die App startet bald – trag dich unten in die Warteliste ein.
Terminal und Infrastruktur
Der Flughafen hat ein einziges Passagierterminal, das im Oktober 2002 eröffnet wurde. Fluggastbrücken gibt es nicht – du gehst zu Fuß oder fährst mit dem Bus zum Flugzeug. Für Spotter, die selbst nach Madeira fliegen, ist das ein Vorteil: Beim Einsteigen und Aussteigen stehst du direkt auf dem Vorfeld und siehst die abgestellten Maschinen aus nächster Nähe. Fotografieren auf dem Vorfeld ist allerdings nicht überall gern gesehen; folge den Anweisungen des Personals.
2016 wurde der Flughafen für rund elf Millionen Euro modernisiert, was seine Abfertigungskapazität deutlich erhöhte. Seit 2017 steht dort auch die Büste des Namensgebers Cristiano Ronaldo. Betreiber ist ANA Aeroportos de Portugal, die alle großen Flughäfen des Landes führt und zur französischen VINCI-Gruppe gehört. Mit dem stetig wachsenden Verkehr wird es im Terminal zu Spitzenzeiten trotzdem eng.
Spotting am Flughafen Madeira
Weil der Flughafen an einem Steilhang zwischen Bergen und Meer liegt, spottest du hier anders als in der Ebene. Statt am Zaun nach einem Loch zu suchen, steigst du meist nach oben: An den Hängen über Santa Cruz, Água de Pena und Machico gibt es Straßen und Aussichtspunkte, von denen du auf die Piste hinunterschaust. Das ergibt Bilder, in denen Flugzeug, Küste, Berge und Stützen zusammenspielen – das typische Madeira-Motiv.
Den besten Überblick bietet der Pico do Facho oberhalb von Machico. Von dort blickst du nach Südwesten über die Bucht auf die gesamte Piste mit der aufgeständerten Plattform. Für Kennzeichen ist der Berg zu weit weg, für Panoramen aber unschlagbar. Einen Überblick über alle Standorte rund um den Flughafen, mit Licht und Anreise, gibt der Guide Planespotting auf Madeira.
Wind und Wolken prüfen
Starker Nordwind bremst den Betrieb, tiefe Wolken verschlucken die Aussichtspunkte. Ein Blick auf die Vorhersage spart dir unnötige Fahrten.
Ankunftswellen heraussuchen
Madeira lebt von Wellen. Schau in die Ankunftstafel, wann mehrere Landungen hintereinander kommen, und plane deinen Standort danach.
Mietwagen einplanen
Die Hänge um den Flughafen sind steil, Busse fahren nicht überall hin. Mit Auto wechselst du schnell zwischen Panorama- und Nahspot.
Licht beachten
Von den Hängen im Nordosten blickst du nach Südwesten – vormittags hast du die Sonne eher im Rücken, am Nachmittag wird es Gegenlicht.
Kennzeichen mitschreiben
Bei vielen ähnlichen A320- und 737-Jets ist das Kennzeichen der einzige Weg, Sichtungen später sauber zuzuordnen.
Beim Licht hilft dir die Lage der Piste: Sie verläuft von Südwest nach Nordost, die Sonne steht mittags im Süden über dem Meer. Je nachdem, auf welcher Seite der Bahn du stehst, wechselst du im Tagesverlauf zwischen Sonne im Rücken und Gegenlicht. Den Sonnenstand für deinen Standort planst du vorab mit dem Beitrag Sonnenstand am Fotospot planen.
Bei der Brennweite brauchst du an den erhöhten Punkten meist mehr, als du denkst. Für das klassische Panorama reicht ein Standardzoom, für einzelne Flugzeuge über der Plattform sind 300 bis 600 Millimeter sinnvoll. Über weite Strecken trüben Dunst und Luftflimmern über dem Meer die Schärfe – ein Grund mehr, früh am Tag zu kommen. Hilfe bei der Wahl gibt der Ratgeber Objektive und Brennweiten.
Hang ist nicht gleich Freifläche
Rund um den Flughafen gibt es Wege, Straßen und Brachflächen nah an der Piste. Absperrungen, Sicherheitsbereiche und Hinweise gelten trotzdem ausnahmslos, ebenso die strengen Regeln für Drohnen in Flughafennähe. Was erlaubt ist und wo die Grenzen liegen, fasst der Beitrag Ist Planespotting erlaubt? zusammen.
Madeira im Vergleich
Unter den portugiesischen Flughäfen ist Madeira ein Sonderfall. Der Flughafen Lissabon ist das Drehkreuz der TAP mit Langstrecke und viel mehr Verkehr, der Flughafen Faro lebt wie Madeira vom Tourismus, liegt aber flach an der Algarve-Küste. Madeira schlägt beide nicht bei den Zahlen, sondern bei der Szenerie und dem Anspruch an die Crews.
International wird Madeira oft mit Plätzen verglichen, an denen Gelände und Wind den Ton angeben. In Gibraltar kreuzt eine Straße die Piste, am Pistenende von Skiathos donnern die Jets knapp über die Köpfe. Einen Überblick über diese und weitere Ausnahme-Flughäfen gibt der Beitrag Die spektakulärsten Flughäfen der Welt. Wenn du Madeira in eine größere Tour einbauen willst, helfen dir die Ratgeber Planespotting im Urlaub und Planespotting auf den Kanaren – die Inseln liegen nicht weit entfernt.
Madeira passt zu dir, wenn …
- du spektakuläre Anflüge und Landschaft im Bild suchst
- du Spotting mit Urlaub auf einer Wanderinsel verbinden willst
- du auch im Winter mildes Wetter möchtest
Bedingt geeignet, wenn …
- du ohne Mietwagen unterwegs bist
- du nur einen einzigen Tag Zeit hast und Wind nicht riskieren willst
Eher woanders, wenn …
- du vor allem Großraumflugzeuge und Langstrecke sammelst
- du möglichst viele Flugbewegungen pro Stunde willst
Jede Kurvenlandung zählt
Sichtungen mit Flugzeugdaten posten, Spots mit bestem Licht finden und Fotos mit der Community teilen – das ist Planetrack. Planetrack startet bald. Die Warteliste findest du unten auf dieser Seite.
Fazit
Der Flughafen Madeira ist klein, wenn man nur auf die Zahlen schaut, und riesig, wenn man vor ihm steht. Eine Piste zwischen Klippe und Ozean, ein Ende auf 180 hohen Stützen und ein Sichtanflug, für den Piloten eigens trainieren – diese Kombination findest du in Europa kein zweites Mal. Dazu kommt ein bunter Mix aus TAP, Low-Cost-Airlines und Ferienfliegern aus halb Europa.
Wer hier erfolgreich spotten will, braucht vor allem Geduld und einen Blick aufs Wetter. Wind entscheidet, ob gelandet wird, Wolken entscheiden, ob du es siehst. Wenn beides passt, gehören die Kurvenlandungen von Funchal zu den eindrucksvollsten Szenen, die du als Spotter erleben kannst.
Kurzfazit
FNC ist ein Ferienflughafen mit Weltruhm: eine Bahn, Stützen-Plattform und Sichtanflug auf die 05. Plane nach Wind, Wolken und Ankunftswellen, nimm einen Mietwagen und schau dir den Platz einmal von oben an.
Zusammenfassung
- Madeira ist kein Flughafen für Zahlen, sondern für Szenen: Eine Piste zwischen Klippe und Meer, ein Ende auf Stelzen und Anflüge, die Piloten speziell trainieren müssen.
- Mit nur einer Bahn ist die Betriebsrichtung schnell geklärt – meist wird auf der 05 gelandet, doch Wind und Wetter haben das letzte Wort.
- Der Verkehr besteht vor allem aus Schmalrumpfjets von TAP, Low-Cost-Airlines und Ferienfliegern aus ganz Europa, ergänzt um Turboprops nach Porto Santo.
- Die besten Blicke hast du von erhöhten Punkten an den Hängen, für den Überblick vom Pico do Facho über Machico.
Häufige Fragen
Was sind die Codes des Flughafens Madeira?
Der IATA-Code ist FNC – abgeleitet von Funchal, der Hauptstadt der Insel. Der ICAO-Code lautet LPMA. FNC siehst du auf Gepäckanhängern und Flugplänen, LPMA nutzen Flugsicherung und Flugverfolgungsdienste.
Warum heißt der Flughafen Cristiano Ronaldo?
Der Fußballer Cristiano Ronaldo stammt aus Funchal. Die Regionalregierung hat den Flughafen nach ihm benannt, 2017 wurde der neue Name offiziell eingeführt und im Terminal eine Büste aufgestellt. Die Umbenennung war auf der Insel nicht unumstritten. Spotter und Piloten sprechen meist schlicht vom Flughafen Madeira oder von Funchal.
Warum gilt der Flughafen Madeira als so schwierig?
Weil Gelände, Wind und Pistenlage zusammenkommen. Wegen der Hügel und Klippen in der Umgebung gibt es auf die Bahn 05 keinen Instrumentenlandeanflug mit ILS. Die Crews fliegen einen Sichtanflug mit weiter Kurve und richten sich erst kurz vor der Schwelle auf die Piste aus. Dazu kommen Fallwinde von den Bergen, die zu Windscherung führen. Piloten müssen für Madeira deshalb ein besonderes Training absolvieren.
Steht die Piste wirklich auf Stelzen?
Teilweise, ja. Für die Verlängerung auf 2.781 Meter, die im September 2000 in Betrieb ging, reichte das Gelände an der Steilküste nicht aus. Ein großer Teil des neuen Abschnitts liegt deshalb auf einer Plattform, die von 180 Stützen getragen wird – jede nach Angaben in Nachschlagewerken rund 70 Meter hoch. 2004 erhielt das Bauwerk einen Preis des internationalen Ingenieurverbands IABSE.
Welche Landerichtung wird meistens genutzt?
Der Flughafen hat nur eine Bahn, die 05/23. Nach verbreiteten Spotterführern wird überwiegend auf der 05 gelandet, also in Richtung Nordosten. Welche Richtung tatsächlich läuft, hängt vom Wind des Tages ab. Wie du das vorab einschätzt, erklärt der Beitrag Betriebsrichtung am Flughafen verstehen.
Was passiert, wenn der Wind zu stark ist?
Dann gibt es Durchstartmanöver, Warteschleifen und im Zweifel Umleitungen, etwa auf die Nachbarinsel Porto Santo, auf die Kanaren oder zurück aufs Festland. An stürmischen Tagen kann der Betrieb über Stunden eingeschränkt sein. Für dich heißt das: spektakuläre Anflugversuche sind möglich, aber auch lange Phasen ohne eine einzige Landung.
Welche Airlines fliegen nach Madeira?
Die wichtigsten sind TAP Air Portugal mit der viel geflogenen Lissabon-Strecke und Ryanair mit einer Basis auf der Insel. Dazu kommen unter anderem easyJet, Jet2, TUI-Airlines, Condor und Eurowings. Die Strecken ändern sich mit jeder Saison – prüf den aktuellen Flugplan vor deiner Reise (Stand: Oktober 2026).
Wo kann ich am Flughafen Madeira spotten?
Weil der Flughafen an einem Hang liegt, gibt es mehrere erhöhte Aussichtspunkte in Santa Cruz, Água de Pena und Machico. Den besten Überblick über Bucht und Piste hast du vom Pico do Facho oberhalb von Machico. Absperrungen und Hinweise rund um das Flughafengelände gelten dabei ausnahmslos.
Sichtungen rund um Flughafen Madeira-Funchal sammeln
Foto mit Kennzeichen, Typ, Airline und Spot posten, Funde im Hangar sammeln und Likes und Kommentare aus der Community bekommen. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.
Passende Airlines
Die Fluggesellschaften dazu – mit IATA- und ICAO-Code, Rufzeichen und Lackierung.
TAP Air Portugal
Portugals Netzwerk-Airline mit Drehkreuz Lissabon: 1945 gegründet, Star-Alliance-Mitglied seit 2005, Erstbetreiber des Airbus A330neo und stark auf Brasilien, Afrika und Nordamerika ausgerichtet.
FR / RYRRyanair
Europas größte Low-Cost-Airline aus Irland: fast reine Boeing-737-Flotte, Punkt-zu-Punkt-Verkehr statt Drehkreuz und mehrere Schwestergesellschaften, die unter Ryanair-Flugnummern fliegen.
U2 / EZYeasyJet
Die orange Low-Cost-Airline aus Luton: ausschließlich Airbus der A320-Familie, Basen in ganz Europa und drei Gesellschaften unter einer Marke – mit britischen, österreichischen und Schweizer Kennzeichen.
NT / IBBBinter Canarias
Die Airline der Kanarischen Inseln: ATR-Turboprops im Inselhüpfer-Takt, Embraer E195-E2 für Festland, Madeira und Westafrika – und Flugzeuge mit Namen aus dem kanarischen Alltag.
S4 / RZOAzores Airlines
Die Airline der Azoren: früher SATA Internacional, heute eine kleine Airbus-Flotte zwischen Ponta Delgada, Lissabon und Nordamerika – und mitten in der Privatisierung.
DE / CFGCondor
Einer der bekanntesten deutschen Ferienflieger: Condor fliegt ab Frankfurt und weiteren deutschen Flughäfen zu Urlaubszielen auf Kurz-, Mittel- und Langstrecke.
EW / EWGEurowings
Die Direktflug-Airline der Lufthansa Group: Eurowings fliegt mit Jets der A320-Familie ab Düsseldorf und weiteren deutschen Basen quer durch Europa – und bekommt ab 2027 die Boeing 737 MAX 8.
LS / EXSJet2.com
Britischer Ferienflieger aus Leeds: Boeing 737 und Airbus A321neo, 14 Basen im Vereinigten Königreich, enge Verzahnung mit dem Reiseveranstalter Jet2holidays – und ein Rufzeichen, das an die Frachtvergangenheit erinnert.
Typische Flugzeuge
Airbus A320neo
Die Neuauflage des Bestsellers: Die A320neo kombiniert die bewährte A320-Zelle mit einer neuen Triebwerksgeneration und ist heute an fast jedem großen Flughafen zu sehen.
FlugzeugtypAirbus A321neo
Der lange Bruder der A320neo: Die A321neo ist der größte Jet der Familie und fliegt als LR und XLR sogar über den Atlantik. So erkennst du sie und ihre Varianten.
FlugzeugtypAirbus A319
Kurz, kompakt und seit 1996 im Liniendienst: Die A319 ist das gestutzte Mitglied der A320-Familie. So trennst du sie sicher von A318, A320 und A319neo.
FlugzeugtypBoeing 737-800
Das Arbeitspferd der Kurz- und Mittelstrecke: Die 737-800 ist die meistgebaute Version der 737 Next Generation und an vielen Flughäfen Europas ein Dauergast.
FlugzeugtypBoeing 737 MAX 8
Große LEAP-Triebwerke mit gezackten Gondelkanten, gegabelte Flügelspitzen und ein neu geformtes Heck: Die 737 MAX 8 ist die vierte Generation von Boeings Bestseller. So trennst du sie sicher von der 737-800.
FlugzeugtypBoeing 727-200
Drei Triebwerke am Heck, ein T-Leitwerk und eine Treppe im Rumpfende: Die 727-200 war einer der meistgebauten Jets ihrer Zeit. Heute ist sie eine echte Rarität – so erkennst du sie und so stehen deine Chancen.
Spotting-Spots rund um Flughafen Madeira-Funchal
Spots, an denen du die passenden Flugzeuge regelmäßig vor die Linse bekommst – mit Standpunkten, Lichtzeiten und Koordinaten.
Pico do Facho am Flughafen Madeira
Vom Pico do Facho schaust du rund 300 Meter über dem Meer auf die Bucht von Machico und die aufgeständerte Piste des Flughafens Madeira. Kein Zaunspot für Kennzeichen, sondern eine Panorama-Kanzel für die berühmten Anflüge – mit Wind, Wolken und Morgenlicht als großen Variablen.
AnflugschneiseWinston Churchill Avenue am Flughafen Gibraltar
Eine Straße, die mitten über die Start- und Landebahn führt: An der Winston Churchill Avenue in Gibraltar wartest du an der Schranke, während ein Jet vor dem Felsen vorbeirollt – und läufst danach selbst über die Piste.
AnflugschneisePistenende am Flughafen Skiathos
Am Südende der kurzen Piste von Skiathos ziehen Ferienjets so tief über die Uferstraße, dass der Spot oft mit Maho Beach verglichen wird. Spektakulär, aber saisonal, wetterabhängig und mit echter Jetblast-Gefahr – hier erfährst du, wie du den Spot sicher und mit gutem Ergebnis nutzt.
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Portugals größter Flughafen liegt mitten in der Stadt: eine einzige Bahn, Anflüge direkt über die Dächer von Lissabon und ein Drehkreuz der TAP Air Portugal mit Verbindungen nach Brasilien, Afrika und Nordamerika. Eine Besucherterrasse gibt es nicht – dafür eine ganze Reihe öffentlicher Plätze rund um den Zaun.
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Eine einzige, knapp 1,8 Kilometer lange Piste quer über die Landenge zwischen Felsen und Spanien, eine Straße, die jahrzehntelang mitten über die Bahn führte, und eine RAF-Station, die sich den Asphalt mit British Airways und easyJet teilt: Gibraltar ist einer der ungewöhnlichsten Flughäfen Europas.
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