Suchoi Su-27 Flanker

Weit auseinanderstehende Seitenleitwerke, ein langer Stachel zwischen den Düsen und ein Rumpf, der fließend in die Flügel übergeht: Die Su-27 Flanker ist das Gegenstück zur F-15. Hier erfährst du, wie du Su-27, Su-30, Su-33 und Su-35 unterscheidest und warum die Kobra sie berühmt machte.

Auch bekannt als: Su-27 · Flanker · Sukhoi Su-27 · T-10 · Su-27S · Su-27SK · Su-27UB · Su-27SM · Su-30 · Su-33 · Su-35S · Shenyang J-11

RusslandSuchoiMilitärflugzeugeICAO-Typcode: SU2713 Min. Lesezeit

1977

Erstflug des Prototyps T-10

rund 680

gebaute Su-27

Mach 2,35

Höchstgeschwindigkeit

21,9 m

Länge

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Su-27 ist der sowjetische Gegenentwurf zur F-15: Erstflug des Prototyps 1977, Dienstbeginn 1985, rund 680 gebaute Maschinen.
  • Schnellster Erkennungsweg: weit auseinanderstehende Seitenleitwerke, getrennte Triebwerksgondeln und der lange Heckstachel.
  • Aus der Su-27 entstand eine ganze Familie: Su-30 (Zweisitzer, Mehrzweck), Su-33 (Träger), Su-35S (modernisierter Einsitzer) und die chinesische J-11.
  • Weltberühmt wurde der Typ 1989 in Le Bourget, als Wiktor Pugatschow die Kobra zeigte – fast senkrecht aufgerichtet, bei sinkender Geschwindigkeit.
  • Für Spotter in Mitteleuropa ist die Flanker heute extrem selten: Seit 2022 gibt es praktisch keine Auftritte mehr auf westlichen Airshows.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist die Su-27?
  2. 2.Die Flanker-Familie im Überblick
  3. 3.Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen
  4. 4.Flanker, Fulcrum oder Eagle?
  5. 5.Die Kobra: Wie eine Vorführung Geschichte schrieb
  6. 6.Rekorde und Kunstflug
  7. 7.Einsatz und Betreiber weltweit
  8. 8.Fototipps speziell für die Flanker
  9. 9.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
  10. 10.Fazit

Steckbrief

HerstellerSuchoi (heute Teil der United Aircraft Corporation)
RolleLuftüberlegenheitsjäger, Basis einer großen Mehrzweck-Familie
NATO-CodenameFlanker (Su-27S: Flanker-B, Su-27UB: Flanker-C)
Erstflug Prototyp T-1020. Mai 1977
Erstflug Serienentwurf T-10S20. April 1981
Indienststellung1985
Gebaut (Su-27)rund 680 Maschinen, Produktion 1982 bis 2010
Besatzungeins (Su-27S/SK), zwei (Su-27UB)
Triebwerke2 × Saturn (Ljulka) AL-31F, je rund 122,6 kN mit Nachbrenner
Länge21,9 m
Spannweite14,7 m
Höhe5,92 m
Max. Startgewicht Su-27SKrund 33 t
HöchstgeschwindigkeitMach 2,35 in großer Höhe
Dienstgipfelhöherund 18.500 m
Reichweiterund 3.530 km in Reiseflughöhe
Bewaffnung30-mm-Kanone GSh-30-1 (150 Schuss), bis zu 10 Außenlaststationen für Luft-Luft-Raketen R-27 und R-73

Erkennungsmerkmale

Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Zwei senkrechte Seitenleitwerke weit außen, auf eigenen Trägern neben den Triebwerksgondeln – zwischen ihnen ist viel Platz
  • Langer „Stachel“ zwischen den Düsen, der weit über die Triebwerke hinaus nach hinten ragt
  • Getrennte Triebwerksgondeln unter dem Rumpf mit rechteckigen Einläufen, die unter der Flügelwurzel sitzen, dazwischen ein Tunnel
  • Rumpf und Flügel gehen fließend ineinander über, mit langen, geschwungenen Flügelvorderkanten-Wurzeln bis zum Cockpit
  • Startschienen für Raketen an den Flügelspitzen und eine kleine Sensorkugel vor der Kabinenhaube
  • Große, tropfenförmige Kabinenhaube auf schlankem, leicht nach unten geneigtem Bug

Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein riesiger Jäger rollt in den Himmel, richtet die Nase plötzlich fast senkrecht auf, hängt einen Moment wie eine Kobra in der Luft und fliegt dann einfach weiter: Mit diesem Bild hat sich die Suchoi Su-27 Flanker in das Gedächtnis von Airshow-Fans eingebrannt. Sie war die sowjetische Antwort auf die F-15 Eagle und wurde zum Stammvater einer der größten Kampfjet-Familien der Welt. Auf dieser Seite erfährst du, woran du die Flanker erkennst, wie du Su-27, Su-30, Su-33 und Su-35 auseinanderhältst, was es mit der Kobra auf sich hat und wo du den Typ überhaupt noch vor die Linse bekommst.

Flanker im Hangar

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Was ist die Su-27?

Die Su-27 ist ein zweistrahliger Luftüberlegenheitsjäger mit großer Reichweite. Ihre Geschichte beginnt Ende der 1960er-Jahre: Die Sowjetunion suchte einen Jäger, der es mit der neuen Generation amerikanischer Kampfflugzeuge aufnehmen konnte, allen voran mit der F-15. Das Konstruktionsbüro Suchoi bekam den Auftrag für einen schweren Jäger, Mikojan parallel für einen leichteren – daraus wurde die MiG-29.

Der erste Prototyp, der T-10, flog am 20. Mai 1977. Er hatte noch Triebwerke vom Typ AL-21 und einen Flügel mit gerundeten Spitzen. Die Ergebnisse überzeugten nicht, und Suchoi traf eine mutige Entscheidung: Das Flugzeug wurde nahezu vollständig neu gezeichnet. Der überarbeitete Entwurf T-10S startete am 20. April 1981 zum Erstflug und bildete die Grundlage der Serie. Gebaut wurde die Su-27 ab 1982, in Dienst ging sie 1985.

Typisch für den Entwurf ist die aerodynamisch instabile Grundauslegung, die erst durch eine elektronische Flugsteuerung beherrschbar wird. Rumpf und Flügel bilden einen gemeinsamen Auftriebskörper, viel Treibstoff passt intern unter. Daher kommt die große Reichweite von rund 3.530 Kilometern in Reiseflughöhe. Angetrieben wird die Flanker von zwei AL-31F aus dem Hause Ljulka, heute Saturn, die mit Nachbrenner jeweils rund 122,6 kN Schub liefern. In großer Höhe erreicht sie Mach 2,35.

Bewaffnet ist die Su-27 mit einer 30-mm-Kanone GSh-30-1 in der rechten Flügelwurzel und bis zu zehn Außenlaststationen, an denen typischerweise Luft-Luft-Raketen der Typen R-27 und R-73 hängen. Insgesamt entstanden bis 2010 rund 680 Su-27 – die vielen Ableger nicht mitgezählt.

1977Erstflug des Prototyps T-10
rund 680gebaute Su-27, Produktion 1982 bis 2010
3.530 kmReichweite in Reiseflughöhe – ungewöhnlich viel für einen Jäger

Suchoi ist heute Teil der United Aircraft Corporation, unter deren Dach auch ziviles Gerät wie der Superjet 100 entstanden ist. Das Werk in Irkutsk, das die Su-30-Zweisitzer baut, gehört zum selben Verbund wie der Hersteller der MC-21.

Die Flanker-Familie im Überblick

Aus der Su-27 ist über die Jahrzehnte eine ganze Familie gewachsen. Für dich als Spotter zählen vor allem vier Fragen: Wie viele Sitze, gibt es Canards vor dem Flügel, eine Luftbremse auf dem Rücken, einen Fanghaken?

Su-27S/SK und Su-27P (Flanker-B): Der klassische Einsitzer. Die SK ist die Exportversion, die P eine Variante für die Luftverteidigung. Spätere Modernisierungen laufen in Russland unter Su-27SM.

Su-27UB (Flanker-C): Der zweisitzige Trainer mit Tandem-Cockpit, voll kampffähig. Die längere Haube mit zwei Sitzen hintereinander verrät ihn sofort.

Su-30 (Flanker-C, Flanker-G, Flanker-H): Aus dem Zweisitzer entstand der Mehrzweckjäger Su-30, dessen Vorläufer am 31. Dezember 1989 in Irkutsk flog. Die Familie umfasst viele Exportversionen: Su-30MKK und MK2 für China, MKM für Malaysia, MKA für Algerien und vor allem die Su-30MKI für Indien, die Hindustan Aeronautics in Nashik in Lizenz baut. In Russland fliegt die Su-30SM. Von der Su-30 wurden bis 2019 über 630 Maschinen gebaut.

Su-33 (Flanker-D): Die Trägerversion für die Admiral Kusnezow. Sie hat Canards, klappbare Flügel und Höhenleitwerke, einen Fanghaken und einen verkürzten Heckstachel. Den Erstflug des Prototyps steuerte am 17. August 1987 ausgerechnet Wiktor Pugatschow. Gebaut wurden nur 24 Exemplare.

Su-35S (Flanker-M): Die aktuelle Spitzenversion für Russland. Sie flog am 19. Februar 2008 erstmals, ging 2014 in Dienst und hat Triebwerke AL-41F1S mit schwenkbaren Düsen. China erhielt 24 Maschinen, Algerien übernahm laut Berichten Flugzeuge aus einer ursprünglich ägyptischen Bestellung. Eine ältere Su-35 mit Canards (ursprünglich Su-27M, Erstflug 1988) entstand nur in kleiner Stückzahl für Erprobung und Vorführungen.

Shenyang J-11: China vereinbarte 1996 den Lizenzbau der Su-27SK. Daraus entwickelte Shenyang die J-11B mit überwiegend chinesischen Systemen – ein Streitpunkt mit Russland. Die trägergestützte J-15 gilt als enger Verwandter der Su-33.

Nicht direkt auf dieser Seite, aber verwandt: der Jagdbomber Su-34 mit nebeneinander sitzender Besatzung und breiter „Entenschnabel“-Nase. Die ganz andere Suchoi-Linie der Erdkampfflugzeuge findest du bei der Su-25 Frogfoot.

Merkmal Su-27S/SK Su-27UB Su-30MKI/SM Su-33 Su-35S
Sitze 1 2 2 1 1
Canards vor dem Flügel nein nein ja ja nein
Große Rückenluftbremse ja ja ja ja nein
Schwenkdüsen nein nein ja nein ja
Klappflügel und Fanghaken nein nein nein ja nein
NATO-Name Flanker-B Flanker-C Flanker-H / -C Flanker-D Flanker-M

Die drei Merkmale, die zur Bestimmung reichen

Wer die Flanker einmal bewusst gesehen hat, erkennt sie aus großer Entfernung. Drei Blicke genügen.

Leitwerke und Abstand

Zwei senkrechte Seitenleitwerke, die weit außen auf eigenen Trägern sitzen. Zwischen ihnen liegt ein breiter Rumpfrücken – deutlich mehr Abstand als bei MiG-29 oder F-15.

Der Stachel

Zwischen den beiden Düsen ragt ein langer, spitzer Heckausleger nach hinten, der Bremsschirm und Elektronik aufnimmt. Kein westlicher Jäger hat so ein Merkmal.

Gondeln und Flügelübergang

Die Triebwerke hängen in getrennten Gondeln unter dem Rumpf, die Einläufe sitzen unter der Flügelwurzel. Flügel und Rumpf verschmelzen in einer langen, geschwungenen Kante bis zum Cockpit.

Für die Version zählst du die Sitze, achtest auf Canards vor dem Flügel und darauf, ob bei der Landung eine große Luftbremse auf dem Rücken aufklappt. Die klassische Su-27 und die Su-30 haben sie, die Su-35S verzichtet darauf und bremst stattdessen mit gegensinnig ausgeschlagenen Seitenrudern.

Praxis-Tipp für den ersten Blick

Von unten im Überflug wirkt die Flanker fast wie ein Rochen: breiter, flacher Körper, darunter zwei Triebwerksröhren mit einem Spalt dazwischen, hinten der Stachel. Raketen an den Flügelspitzen verstärken das Bild. Siehst du diese Silhouette, bist du in der Su-27-Familie.

Flanker, Fulcrum oder Eagle?

Verwechslungen gibt es vor allem mit der kleineren MiG-29 und mit der F-15. Der Finder grenzt mit drei Beobachtungen ein.

Schnellbestimmung: Jet mit zwei Seitenleitwerken

Drei Fragen, eine Einschätzung. Fotos in Ruhe vergleichen bleibt die letzte Instanz.

Wahrscheinlich

Su-27 oder Su-35S

Stachel, getrennte Gondeln und glatte Vorderkante sind das klassische Flanker-Bild. Fehlt bei der Landung die Rückenluftbremse, spricht das für die Su-35S.

Wahrscheinlich

Su-30MKI/SM oder Su-33

Canards plus Flanker-Grundriss: zwei Sitze bedeuten Su-30 mit Canards, ein Sitz mit Fanghaken und kurzem Stachel die Trägerversion Su-33.

Wahrscheinlich

MiG-29 Fulcrum

Ähnliche Bauweise, aber kompakter und ohne langen Stachel: Das ist die MiG-29.

Wahrscheinlich

F-15 Eagle

Kasteneinläufe neben dem Cockpit und ein breites Heck ohne Stachel gehören zur F-15 oder zur F-15E.

Wer sich generell bei Kampfjets schwertut, findet im Guide Kampfjets in Europa erkennen einen breiteren Überblick, etwa zu Eurofighter, Rafale und Gripen.

Die Kobra: Wie eine Vorführung Geschichte schrieb

Im Juni 1989 kam die Su-27 zur Paris Air Show in Le Bourget – für viele westliche Besucher der erste Blick auf den neuen sowjetischen Jäger aus der Nähe. Testpilot Wiktor Pugatschow zeigte dort ein Manöver, das sofort seinen Namen bekam: die Kobra.

Dabei fliegt die Maschine geradeaus, der Pilot schaltet den Anstellwinkelbegrenzer ab, der sonst bei 26 Grad eingreift, und zieht den Steuerknüppel kräftig zu sich. Der Anstellwinkel steigt auf rund 90 bis 120 Grad, das Flugzeug steht für einen Moment fast auf dem Heck und verliert drastisch an Geschwindigkeit, während die Flughöhe nahezu gleich bleibt. Dann kippt die Nase zurück, der Pilot gibt Schub, und es geht im Geradeausflug weiter. Möglich ist das nur dank der besonderen Aerodynamik der Su-27 und ihrer kräftigen Triebwerke.

Ganz neu war die Idee nicht: Schwedische Testpiloten hatten Anfang der 1960er-Jahre mit der Saab Draken eine ähnliche Technik entwickelt, und in der Su-27 flog Testpilot Igor Wolk die Figur vor Pugatschow. Der aber zeigte sie vor großem Publikum – und damit war die Legende geboren. Ob die Kobra im echten Luftkampf taugt, ist bis heute umstritten. Auf Airshows ist sie ein Publikumsmagnet, und spätere Flanker mit Schubvektorsteuerung haben das Repertoire noch erweitert.

Wenn du selbst einmal nach Le Bourget willst: Wie die Messe für Spotter funktioniert, steht im Beitrag Paris Air Show in Le Bourget.

Rekorde und Kunstflug

Schon vor dem Auftritt in Paris hatte die Flanker Schlagzeilen gemacht. Die P-42, ein ohne Bewaffnung, Radar und Lack auf rund 14,1 Tonnen erleichterter Prototyp, stellte zwischen 1986 und 1988 eine Serie von Steigzeit-Rekorden auf. Damit übertraf sie mehrere Bestmarken der amerikanischen „Streak Eagle“ – ein Duell, das die Rivalität zwischen Su-27 und F-15 auf den Punkt bringt.

Am 5. April 1991 entstand in Kubinka bei Moskau die Kunstflugstaffel Russkije Witjasi (Russian Knights) mit sechs Su-27. Schon im September 1991 trat sie erstmals im Ausland auf und machte die Flanker bei Airshows weltweit bekannt. Seit Oktober 2016 fliegt das Team Su-30SM, seit Ende 2019 zusätzlich Su-35S. Die Geschichte der Staffel hat auch dunkle Seiten: 1995 verunglückten drei Maschinen im Anflug auf Cam Ranh in Vietnam, 2009 kollidierten zwei Su-27 beim Training für eine Flugschau bei Moskau. Wie andere Teams in Europa arbeiten, erfährst du im Überblick Kunstflugstaffeln Europas.

Sknyliw 2002

Am 27. Juli 2002 stürzte bei einer Flugschau in Sknyliw bei Lwiw eine ukrainische Su-27 während der Vorführung in die Zuschauer. 77 Menschen starben, die beiden Piloten überlebten mit dem Schleudersitz. Das Unglück gilt als das folgenschwerste in der Geschichte der Airshows. Wie solche Katastrophen die Sicherheitsregeln verändert haben, zeigt der Beitrag zum Flugtagunglück von Ramstein.

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Einsatz und Betreiber weltweit

Russland ist der größte Betreiber der Familie, mit Su-27-Modernisierungen, Su-30SM, Su-35S und auf See der Su-33. Russische Flanker sind regelmäßig in den Schlagzeilen: Im März 2023 kollidierte eine Su-27 über dem Schwarzen Meer mit einer amerikanischen Drohne vom Typ MQ-9, die daraufhin abstürzte. Über der Ostsee begleiten Flanker immer wieder Transport- und Regierungsflüge, was NATO-Abfangjäger auf den Plan ruft.

Ukraine: Die ukrainische Luftwaffe übernahm nach dem Zerfall der Sowjetunion zahlreiche Su-27 und setzt sie seit 2022 im Krieg gegen Russland ein. Mehrere Maschinen und Piloten gingen dabei verloren. Vor dem Krieg zeigte die Ukraine ihre Flanker auch im Westen, etwa 2017 und 2018 beim Royal International Air Tattoo in Fairford.

Weitere Betreiber: Su-27 fliegen oder flogen unter anderem in Kasachstan, Usbekistan, China, Vietnam, Indonesien, Angola, Äthiopien und Eritrea. Belarus musterte seine Su-27 im Dezember 2012 aus und setzt heute Su-30SM ein. Die Su-30 ist noch weiter verbreitet: Indien betreibt mit der Su-30MKI die größte Flotte außerhalb Russlands, dazu kommen Algerien, China, Malaysia, Vietnam, Venezuela, Kasachstan, Armenien und andere. Kurios: Auch in den USA gibt es Su-27, die über Umwege aus Belarus und der Ukraine dorthin gelangten.

Betreiber Versionen Chance für Spotter aus Mitteleuropa
Russland Su-27SM, Su-30SM, Su-33, Su-35S praktisch keine – Fotografieren ist dort riskant
Ukraine Su-27, Su-27UB aktuell keine, Kriegseinsatz
Indien Su-30MKI auf Airshows in Indien, gelegentlich bei internationalen Übungen
Malaysia, Indonesien, Vietnam Su-27/Su-30-Versionen gelegentlich auf Airshows in Südostasien
China J-11, Su-30MKK, Su-35 gelegentlich bei der Airshow China in Zhuhai

Militärfotografie in Russland und Belarus

Wer Flanker an ihrer Heimatbasis fotografieren will, begibt sich in Russland und Belarus in eine rechtliche Grauzone mit echtem Risiko. Lies vorher den Beitrag Fotografierverbote in Russland und Belarus. Flottenangaben zu Militärflugzeugen ändern sich zudem laufend – prüfe sie vor einer Reise aktuell.

Wie du Militärflüge online verfolgst und warum russische Jets dort meist unsichtbar bleiben, erklärt der Guide Militärflugzeuge online verfolgen. Militärische Kennungen und Seriennummern ordnest du mit einer Datenbank wie Scramble ein.

Fototipps speziell für die Flanker

Die Su-27 ist groß, laut und auf Airshows oft sehr nah am Publikum unterwegs. Damit die Bilder wirken, helfen ein paar Kniffe.

Kobra von der Seite

Die Kobra wirkt am stärksten im reinen Seitenprofil. Stell dich so, dass die Maschine parallel zur Showlinie vor dir aufsteigt, und schieß eine kurze Serie.

Oberseite zeigen

Bei engen Kurven zeigt die Flanker ihre riesige Oberseite. Gerade bei Lackierungen mit Mustern oder Staffelabzeichen sind das die besten Motive.

Mitziehen im Vorbeiflug

Der schnelle Vorbeiflug mit Nachbrenner verlangt eine saubere Mitzieher-Technik. Wie das klappt, steht im Guide Mitzieher-Technik.

Kondensation nutzen

Bei feuchter Luft bilden sich über den großen Flügelwurzeln Dampfschleier. Ein dunkler Hintergrund macht sie sichtbar.

Allgemeine Tipps für den Airshow-Tag findest du unter Airshows fotografieren, passende Termine im Überblick Airshows in Europa.

Bereit für deine Flanker-Jagd?

Hak ab, was du schon erledigt hast.

  • Ich weiß, welche Version (Su-27, Su-30, Su-35) ich realistisch sehen kann.
  • Ich habe eine Airshow oder Übung mit gemeldeter Flanker-Teilnahme gefunden.
  • Ich kenne die Foto-Regeln im Gastland.
  • Meine Kamera ist auf schnelle Jets und Serienbilder eingestellt.
  • Gehörschutz, Akku und Speicherkarte sind eingepackt.

Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt

Es spricht für eine Su-27, wenn …

  • zwei senkrechte Seitenleitwerke weit auseinanderstehen
  • ein langer Stachel zwischen den Düsen nach hinten ragt
  • die Einläufe unter der Flügelwurzel in großen, getrennten Gondeln sitzen
  • bei der Landung eine große Luftbremse auf dem Rücken aufklappt

Sieh genauer hin, wenn …

  • zwei Sitze im Cockpit sind – dann ist es eine Su-27UB oder eine Su-30
  • kleine Canards vor dem Flügel sitzen – Su-30MKI/SM oder Su-33
  • die Rückenluftbremse fehlt – dann spricht viel für die Su-35S
  • die Maschine aus China stammt – dann kann es eine J-11 sein

Es ist keine Flanker, wenn …

  • das Flugzeug kompakt ist und kein langer Stachel zu sehen ist – dann eher eine MiG-29
  • kastenförmige Einläufe neben dem Cockpit sitzen – dann eher eine F-15
  • nur ein Seitenleitwerk zu sehen ist
  • kantige Tarnkappen-Flächen dominieren wie bei der F-22

Wenn du die Flanker als besondere Sichtung einordnen willst, hilft dir der Guide Seltene Flugzeuge spotten.

Fazit

Die Su-27 Flanker ist einer der prägendsten Kampfjets des späten 20. Jahrhunderts: als Antwort auf die F-15 entworfen, nach einem Fehlstart radikal neu gezeichnet und mit der Kobra von Le Bourget zur Airshow-Legende geworden. Weit auseinanderstehende Leitwerke, getrennte Gondeln und der lange Stachel liefern den Typ, Sitze, Canards und Rückenluftbremse die Version. Für Spotter in Mitteleuropa ist sie heute eine echte Rarität – wer eine Flanker vor die Linse bekommt, hat ein besonderes Foto im Kasten.

Kurzfazit

Zwei weit auseinanderstehende Seitenleitwerke, ein langer Heckstachel und getrennte Triebwerksgondeln: Das ist die Flanker. Ein Sitz ohne Canards heißt Su-27 oder Su-35S, zwei Sitze mit Canards Su-30, Fanghaken und Klappflügel Su-33. In Europa ist sie seit 2022 kaum noch zu sehen – deine besten Chancen liegen bei Airshows in Asien.

Zusammenfassung

  • Suchoi entwickelte die Su-27 ab Ende der 1960er-Jahre als Langstrecken-Luftüberlegenheitsjäger; der Prototyp T-10 flog am 20. Mai 1977.
  • Weil der erste Entwurf enttäuschte, wurde das Flugzeug fast komplett neu gezeichnet; der Serienentwurf T-10S flog am 20. April 1981.
  • Die Kobra-Vorführung von Wiktor Pugatschow auf der Paris Air Show 1989 machte die Flanker im Westen zur Airshow-Legende.
  • Heute fliegen Su-27 und ihre Ableger in Russland, der Ukraine, China, Indien, Kasachstan, Vietnam, Algerien und vielen weiteren Ländern.

Häufige Fragen

Was bedeutet „Flanker“?

„Flanker“ ist der NATO-Codename für die Su-27-Familie. Jede wichtige Version bekam einen Buchstaben: Flanker-B ist die einsitzige Serien-Su-27, Flanker-C der Zweisitzer Su-27UB, Flanker-D die trägergestützte Su-33, Flanker-H die indische Su-30MKI und Flanker-M die moderne Su-35S. Die Codenamen beginnen bei Jägern immer mit F.

Wie unterscheide ich Su-27 und MiG-29?

Beide haben zwei Seitenleitwerke und getrennte Triebwerksgondeln, die MiG-29 ist aber deutlich kleiner und kompakter. Achte auf das Heck: Die Su-27 hat einen langen Stachel zwischen den Düsen, die MiG-29 nur ein kurzes Heckteil. Außerdem stehen die Leitwerke der MiG-29 leicht nach außen gekippt, die der Su-27 senkrecht.

Was ist Pugatschows Kobra?

Ein Flugmanöver, bei dem der Pilot die Nase aus dem Geradeausflug ruckartig über die Senkrechte hinaus hochzieht. Das Flugzeug „steht“ kurz auf dem Heck, verliert viel Fahrt und kippt dann wieder nach vorn. Dafür wird der Anstellwinkelbegrenzer abgeschaltet, der sonst bei 26 Grad greift. Öffentlich zeigte Wiktor Pugatschow das Manöver 1989 auf der Paris Air Show in Le Bourget, geflogen hatte es zuvor schon Testpilot Igor Wolk.

Welchen Typcode hat die Su-27 in Tracking-Diensten?

In Typdatenbanken läuft die Familie meist unter SU27; darunter werden häufig auch Su-30, Su-33, Su-35 und die chinesische J-11 geführt. Militärmaschinen senden oft keine oder unvollständige Daten. Was trotzdem geht, zeigt der Guide Militärflugzeuge online verfolgen.

Kann ich eine Su-27 in Deutschland sehen?

Fliegend kaum. Die DDR hatte zwar 1989 Su-27 bestellt, geliefert wurde vor der Wiedervereinigung aber keine. Russische Flanker zeigen sich in Westeuropa seit Langem nicht mehr auf Airshows, und auch ukrainische Auftritte gab es seit 2022 nicht mehr. Realistische Chancen bieten Reisen zu Betreibern außerhalb Europas.

Ist die Su-35S einfach eine modernisierte Su-27?

Sie basiert auf ihr, ist aber eine tiefgreifende Weiterentwicklung: neue Triebwerke AL-41F1S mit Schubvektorsteuerung, neues Radar, neues Cockpit, keine Canards und keine große Luftbremse auf dem Rücken. Den Grundriss erkennst du trotzdem sofort als Flanker.

Suchoi Su-27 Flanker sammeln statt nur sehen

Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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