Suchoi Su-25 Frogfoot

Ein gepanzertes Schlachtflugzeug mit geradem Flügel, zwei Triebwerken in Gondeln am Rumpf und gespaltenen Bremsklappen an den Flügelspitzen: Die Su-25 ist das sowjetische Gegenstück zur A-10. Hier erfährst du, wie du sie erkennst, wer sie in Osteuropa flog und wo sie heute steht.

Auch bekannt als: Su-25 · Frogfoot · Sukhoi Su-25 · Gratsch · Su-25K · Su-25UB · Su-25UBK · Su-25UTG · Su-25T · Su-25SM · Su-25KM Skorpion · Su-39

RusslandSuchoiMilitärflugzeuge12 Min. Lesezeit

1975

Erstflug

1.000+

gebaute Maschinen

14,36 m

Spannweite

1993

letzte Su-25 verlässt Ostdeutschland

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Su-25 ist das sowjetische Schlachtflugzeug: Erstflug 1975, Truppendienst ab 1981, mehr als 1.000 gebaute Maschinen.
  • Bei der NVA flog sie nie: In der DDR stationierten nur die sowjetischen Truppen Su-25, zuletzt in Brandis bei Leipzig und in Tutow, das 1993 als Letztes geräumt wurde.
  • Osteuropäische Nutzer waren unter anderem die Tschechoslowakei, Bulgarien, Georgien und Nordmazedonien; Ukraine und Belarus erbten große Bestände aus der Sowjetunion.
  • Erkennen gelingt über die Flügelspitzen: Behälter mit gespaltenen Bremsklappen hat kein anderer gängiger Jet.
  • Im Museum findest du die Su-25 zum Beispiel in Prag-Kbely und im Zentralen Luftwaffenmuseum in Monino.
Inhaltsverzeichnis
  1. 1.Was ist die Su-25?
  2. 2.Die wichtigsten Versionen
  3. 3.So erkennst du die Su-25
  4. 4.Su-25, A-10 oder Alpha Jet?
  5. 5.Die Su-25 in der DDR: sowjetisch, nicht NVA
  6. 6.Nutzer in Osteuropa
  7. 7.Wo du die Su-25 heute siehst
  8. 8.Fototipps für die Su-25
  9. 9.Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt
  10. 10.Fazit

Steckbrief

HerstellerKonstruktionsbüro Suchoi, Serienbau in Tiflis (Georgien) und Ulan-Ude; Suchoi gehört heute zur United Aircraft Corporation
RolleSchlachtflugzeug für die Luftnahunterstützung von Bodentruppen
NATO-CodenameFrogfoot
Erstflug22. Februar 1975 (Prototyp T-8-1, Pilot Wladimir Iljuschin)
Indienststellung1981 bei den sowjetischen Luftstreitkräften
Gebautmehr als 1.000 Maschinen aller Versionen
Besatzung1 (Schulversionen UB/UBK/UTG: 2)
Triebwerke2 × Tumanski R-95Sch (je rund 40 kN), spätere Serien R-195 (je rund 44 kN), ohne Nachbrenner
Längerund 15,5 m (mit Staurohr)
Spannweite14,36 m
Höchstgeschwindigkeitrund 975 km/h in Bodennähe
BewaffnungZwillingskanone GSch-30-2 (30 mm), ungelenkte Raketen, Bomben und Lenkwaffen an fünf Stationen pro Flügel; Zuladung rund vier Tonnen
In der DDRnur bei den sowjetischen Truppen (Brandis bei Leipzig und Tutow), nicht bei der NVA

Erkennungsmerkmale

Hast du wirklich diesen Flugzeugtyp vor dir?

Hak ab, was auf das Flugzeug zutrifft, das du gerade siehst.

  • Fast gerader, hoch angesetzter Flügel mit nur leichter Pfeilung – für einen Jet ungewöhnlich breit und kräftig
  • Längliche Behälter an den Flügelspitzen, die sich hinten zu gespaltenen Bremsklappen nach oben und unten aufklappen lassen
  • Zwei Triebwerke in Gondeln seitlich am Rumpf unter der Flügelwurzel, mit Lufteinläufen direkt hinter dem Cockpit
  • Lange, spitze Nase mit einem flachen Glasfenster an der Spitze statt eines Radoms
  • Ein einzelnes, hohes Seitenleitwerk und ein Höhenleitwerk am Rumpfende
  • Kompaktes, stark gerahmtes Cockpit mit dicker Panzerglasscheibe; die Schulversion UB hat zwei gestaffelte Sitze mit Buckelhaube
  • Bis zu zehn Waffenstationen unter den Flügeln, oft bestückt mit Raketenbehältern und Zusatztanks

Aktualisiert: Oktober 2026 – Ein grau-grün getarnter Jet mit fast geradem Flügel, zwei Triebwerken dicht am Rumpf und merkwürdigen Behältern an den Flügelspitzen: Das ist die Suchoi Su-25, von der NATO „Frogfoot“ getauft. Sie ist kein eleganter Jäger, sondern ein fliegendes Arbeitstier, gebaut, um tief und langsam über dem Gefechtsfeld zu kreisen und Bodentruppen zu unterstützen. Für Spotter im Osten Deutschlands hat sie eine besondere Geschichte – allerdings eine andere, als oft erzählt wird. Hier erfährst du, woran du die Su-25 erkennst, welche Versionen es gibt, wer sie in Osteuropa flog und wo du sie heute im Museum findest.

Frogfoot im Hangar

Mit Planetrack postest du jede Su-25, die du auf einer Airshow oder im Museum siehst, mit Foto, Version, Kennung und Ort und hakst den Typ in deinem Hangar ab. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

Was ist die Su-25?

Die Su-25 ist ein einsitziges, zweistrahliges Schlachtflugzeug. Ihre Aufgabe ist die Luftnahunterstützung: Sie hilft Bodentruppen direkt über dem Gefechtsfeld, bekämpft Panzer, Stellungen und Fahrzeuge und übersteht dabei selbst Treffer von Handfeuerwaffen und leichter Flugabwehr. Damit ist sie das sowjetische Gegenstück zur amerikanischen A-10 Thunderbolt II, die zur gleichen Zeit entstand.

Der erste Prototyp mit der Werksbezeichnung T-8-1 hob am 22. Februar 1975 ab, am Steuer saß Testpilot Wladimir Iljuschin. Die Serienfertigung begann 1978 im Flugzeugwerk in Tiflis in Georgien, ab 1981 kamen die Maschinen zur Truppe. Die Doppelsitzer entstanden später im Werk in Ulan-Ude in Sibirien. Insgesamt wurden mehr als 1.000 Su-25 gebaut; je nach Quelle und Zählweise der Versionen liegen die Angaben deutlich darüber. Das Konstruktionsbüro Suchoi, das auch die Su-27 entwarf, gehört heute zur staatlichen United Aircraft Corporation.

Angetrieben wird die Su-25 von zwei Strahltriebwerken ohne Nachbrenner: zunächst dem Tumanski R-95Sch mit rund 40 Kilonewton Schub, bei späteren Serien dem stärkeren R-195. Mehr als knapp 1.000 km/h schafft sie nicht – und muss es auch nicht. Wichtiger sind Wendigkeit in niedriger Höhe, eine große Zuladung von rund vier Tonnen und die Fähigkeit, von kurzen, schlecht ausgebauten Pisten aus zu operieren.

1975Erstflug des Prototyps T-8-1
14,36 mSpannweite – breiter als die meisten Kampfjets ihrer Größe
30 mmZwillingskanone GSch-30-2 im Bug

Gebaut, um Treffer einzustecken

Das Herzstück der Su-25 ist eine geschweißte Wanne aus Titan, die den Piloten und wichtige Systeme umschließt. Die Wandstärke liegt je nach Stelle bei etwa 12 bis 24 Millimetern, dazu kommt eine dicke Frontscheibe aus Panzerglas. Die Triebwerke sitzen in getrennten Gondeln, damit ein Treffer in einem Triebwerk nicht automatisch das zweite ausschaltet. Selbstabdichtende Tanks und ein robustes Fahrwerk für Graspisten runden das Konzept ab. In Behältern unter den Flügeln kann die Su-25 sogar Ausrüstung mitführen, um auf einem Feldflugplatz ohne große Bodenorganisation zu arbeiten.

Erstmals im Kampf setzte die Sowjetunion die Su-25 in Afghanistan ein. Später flog sie in zahlreichen Konflikten, von den Kriegen im Kaukasus über den Irak bis zum Krieg in der Ukraine, wo beide Seiten den Typ nutzen und hohe Verluste hatten.

Die wichtigsten Versionen

Die Su-25 wurde über Jahrzehnte weiterentwickelt. Für Spotter in Europa sind vor allem diese Versionen interessant:

Version Rolle Erkennbar an
Su-25 Erste Serienversion, Einsitzer für die sowjetischen Luftstreitkräfte Klassische Form, Glasfenster in der Nasenspitze
Su-25K Exportversion, u. a. für Tschechoslowakei und Bulgarien Äußerlich wie der Grundtyp
Su-25UB / UBK Doppelsitziger Trainer (UBK für den Export) Zwei gestaffelte Sitze, deutlich höhere Buckelhaube
Su-25UTG Trainer für die Ausbildung von Trägerpiloten, nur etwa zehn gebaut Doppelsitzer mit Fanghaken
Su-25T / TM (Su-39) Panzerjagd-Version mit neuer Zielelektronik Breitere, längere Nase, vergrößerter Rücken
Su-25SM / SM3 Russische Kampfwertsteigerung, Programmstart 2000 Äußerlich ähnlich, modernisierte Avionik
Su-25KM „Skorpion“ Georgisch-israelische Modernisierung, Erstflug Anfang der 2000er-Jahre Neues Cockpit, äußerlich nahe am Grundtyp
Su-25M1 / UBM1 Ukrainische Modernisierung ab etwa 2010 Äußerlich nahe am Grundtyp

Viele Modernisierungen spielen sich innen ab: neue Cockpitanzeigen, Navigation und Zielsysteme. Äußerlich deutlich anders wirken vor allem der Doppelsitzer mit seiner hohen Haube und die T-Version mit dem breiteren Bug.

So erkennst du die Su-25

Auf den ersten Blick wirkt die Su-25 unspektakulär. Gerade das macht sie unverwechselbar: Kaum ein anderer Jet in Europa sieht so „bodenständig“ aus. Drei Schritte reichen meist.

Flügelspitzen prüfen

Längliche Behälter an beiden Flügelspitzen, deren Hinterteil sich zu gespaltenen Bremsklappen öffnen kann. Dieses Detail hat kein anderer gängiger Kampfjet.

Flügelform ansehen

Ein breiter, hoch angesetzter Flügel mit nur leichter Pfeilung, darunter oft eine ganze Reihe Raketenbehälter und Bomben. Moderne Jäger haben dagegen stark gepfeilte oder Deltaflügel.

Triebwerke und Leitwerk

Zwei Triebwerksgondeln dicht am Rumpf, Lufteinläufe kurz hinter dem Cockpit, ein einzelnes Seitenleitwerk. Die Nase endet spitz mit einem flachen Glasfenster.

Am Ende bestätigt die Kennung Land und Version. Die tschechoslowakischen und später tschechischen Su-25K trugen vierstellige Nummern am Rumpf, sowjetische und russische Maschinen meist zweistellige, farbige Taktiknummern am Bug. Wer Kennungen und Bestände militärischer Luftfahrzeuge nachschlagen will, findet im Beitrag über die Datenbank Scramble einen guten Einstieg.

Praxis-Tipp für Detailfotos

Im Museum lohnt sich ein Bild von schräg hinten auf die Flügelspitze: Die Trennfuge der Bremsklappen ist dann gut zu sehen. Fotografiere auch das Glasfenster in der Nase und die Panzerwanne um das Cockpit. In Planetrack hängst du solche Detailbilder direkt an deine Sichtung.

Su-25, A-10 oder Alpha Jet?

Gerader Flügel, viel Außenlast, langsam und tief: Mehrere Muster passen grob in dieses Bild. Der Finder hilft beim Eingrenzen.

Schnellbestimmung: Erdkampfflugzeug

Drei Beobachtungen, eine Einschätzung. Die Kennung bleibt die letzte Instanz.

Wahrscheinlich

Suchoi Su-25

Triebwerksgondeln am Rumpf, ein Seitenleitwerk und Behälter an den Flügelspitzen sind typisch für die Frogfoot. Eine hohe, gestaffelte Haube deutet auf den Doppelsitzer UB.

Wahrscheinlich

Fairchild Republic A-10

Hoch am Heck angebrachte Triebwerke und das doppelte Seitenleitwerk verraten die A-10 Thunderbolt II, das amerikanische Gegenstück.

Wahrscheinlich

Alpha Jet oder L-39

Ein kleiner Jet mit Einläufen am Rumpf spricht für einen leichten Trainer wie den Alpha Jet oder die L-39 Albatros, die beide auch leichte Erdkampfaufgaben übernahmen.

Mehr Abgrenzungen zwischen Ost- und Westjets findest du im Überblick Kampfjets in Europa erkennen.

Die Su-25 in der DDR: sowjetisch, nicht NVA

Oft liest man, die Su-25 habe zur NVA gehört. Das stimmt nicht. Die Luftstreitkräfte der NVA flogen 1989 als Kampfflugzeuge die MiG-21, die MiG-23, die MiG-29 und die Su-22, dazu Hubschrauber wie die Mi-24 – eine Su-25 war nicht darunter. In Ostdeutschland stationiert waren die Su-25 aber trotzdem: bei der Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland (ab 1989 Westgruppe der Truppen), deren 16. Luftarmee zahlreiche Flugplätze in der DDR nutzte.

Brandis bei Leipzig

Im Oktober 1985 zog das 357. Selbständige Schlachtfliegerregiment mit Su-25 und L-39 auf den Flugplatz Brandis-Waldpolenz östlich von Leipzig. Hier blieb es bis zum Abzug 1992. Im März 1992 gingen die ersten L-39 zurück nach Russland, im April wurden acht Su-25 nach Tutow abgegeben, die übrigen Ende April nach Buturlinowka in Russland verlegt. Die letzten Flüge sowjetischer Einheiten in Brandis waren damit Su-25-Flüge.

Tutow in Vorpommern

Das 368. Schlachtfliegerregiment bezog den Flugplatz Tutow 1988 dauerhaft, ebenfalls mit Su-25 und L-39 als Trainer. Tutow war damit einer der letzten aktiven Kampfflugzeug-Standorte der früheren Sowjetarmee in Ostdeutschland. Am 15. Juni 1993 verließ das Regiment mit seinen Su-25 den Platz; nach letzten Transportflügen im August 1993 wurde das Gelände an die deutschen Behörden übergeben.

Zeitraum Ort Verband Was passierte
1985–1992 Brandis bei Leipzig 357. Schlachtfliegerregiment Su-25 und L-39, Abzug im April 1992
1988–1993 Tutow 368. Schlachtfliegerregiment Su-25 und L-39, Abzug am 15. Juni 1993

Für Spotter, die damals vor Ort waren, gehörten diese Abzugsflüge zu den letzten Gelegenheiten, sowjetische Kampfjets über Deutschland zu sehen. Wer die Geschichte der ostdeutschen Militärluftfahrt heute nachvollziehen will, fährt am besten ins Militärhistorische Museum Berlin-Gatow (Tipps zum Fotografieren dort im Spot-Porträt Gatow): Dort stehen die Typen der NVA von der MiG-15 über MiG-21 und MiG-23 bis zur MiG-29 und zur Su-22, also das Umfeld, in dem die sowjetischen Schlachtflieger operierten.

Militärflugplätze: Regeln beachten

Am Zaun eines aktiven Militärflugplatzes gelten andere Regeln als am Verkehrsflughafen. Was erlaubt ist und wo du besser nicht stehst, steht im Beitrag Militärflugplatz fotografieren.

Nutzer in Osteuropa

Außerhalb der Sowjetunion gehörte die Su-25 nicht zur Standardausrüstung aller Warschauer-Pakt-Staaten. Exportkunden der Su-25K in Europa waren vor allem die Tschechoslowakei und Bulgarien. Nach 1991 erbten die Ukraine, Belarus und Georgien große Bestände, später kamen weitere Länder hinzu. Der Überblick zeigt den Stand der zuletzt verfügbaren Angaben; für Oktober 2026 gilt: Bestände ändern sich schnell, im Zweifel aktuelle Meldungen prüfen.

Land Status Hinweis
Tschechien ausgemustert Erbte 24 Su-25K und eine UBK aus der Tschechoslowakei; außer Dienst im Dezember 2000, zwölf Maschinen später an Georgien verkauft
Slowakei ausgemustert Zwölf Su-25K und eine UBK, stationiert in Malacky-Kuchyňa; 2004 zehn Su-25K und die UBK an Armenien verkauft
Bulgarien aktiv, kleine Flotte Su-25K und UBK seit 1985, Basis Bezmer; 2025 nur noch rund eine Handvoll Maschinen im Dienst
Nordmazedonien ausgemustert Drei Einsitzer und ein Doppelsitzer aus der Ukraine nach 2001, ab 2004 abgestellt, 2023 an die Ukraine zurückgegeben
Georgien unklar Eigene Produktion in Tiflis, Modernisierung zur Su-25KM; Angaben zum aktuellen Flugbetrieb widersprechen sich
Ukraine aktiv Großer Bestand aus Sowjetzeiten, Modernisierung zur Su-25M1, im Krieg schwere Verluste und Zugänge aus anderen Staaten
Belarus aktiv Eine der größten Flotten in Europa, Schwerpunkt in Lida

Bemerkenswert ist der Weg der osteuropäischen Maschinen: Tschechische Su-25 gingen nach Georgien, slowakische nach Armenien, mazedonische zurück in die Ukraine. Wer einer bestimmten Kennung nachspürt, findet so manchmal ein Flugzeug in einem ganz anderen Land wieder.

In den osteuropäischen NATO-Staaten übernehmen heute westliche Mehrzweckjets wie Gripen und F-16 die Luftnahunterstützung mit; ein reines Schlachtflugzeug wie die Su-25 hat dort keinen direkten Nachfolger bekommen.

Keine Frogfoot verpassen

Setz die Su-25 auf deine Wunschliste und lass dich per Sichtungs-Alarm benachrichtigen, wenn eine Maschine des Typs an einem Flughafen gemeldet wird. Planetrack startet bald – hier geht’s zur Warteliste.

Wo du die Su-25 heute siehst

Fliegend: selten geworden

Eine fliegende Su-25 im Westen zu sehen, ist schwierig. Die verbliebenen europäischen Betreiber sind entweder im Krieg gebunden, wie die Ukraine, oder für westliche Spotter kaum zugänglich, wie Russland und Belarus. Fotografieren in der Nähe militärischer Anlagen ist dort riskant; was du wissen musst, steht im Beitrag Fotografierverbote in Russland und Belarus. Realistischer sind Auftritte bulgarischer Maschinen bei Veranstaltungen im eigenen Land. Welche Shows sich für Militärfans lohnen, steht im Überblick Airshows in Europa und im Porträt der AIRPOWER in Zeltweg. Warum du Militärjets in Tracking-Diensten oft nicht findest, erklärt der Guide Militärflugzeuge online verfolgen.

Im Museum

Deutlich einfacher wird es im Museum. Gut belegte Adressen:

Ort Was du siehst Tipp
Letecké muzeum Kbely in Prag Su-25 aus tschechischen Beständen Große Typenvielfalt aus dem Warschauer Pakt, gut mit MiG-21 und MiG-29 kombinierbar
Zentrales Luftwaffenmuseum Monino Su-25 in der Sammlung sowjetischer Kampfflugzeuge Für westliche Besucher derzeit nur eingeschränkt erreichbar

Kbely ist für Spotter aus Deutschland der naheliegendste Anlaufpunkt. Die Su-25 steht dort im Umfeld von Jets, die du auch aus der NVA kennst. Mehr Infos zu Anreise und Sammlung gibt die Seite zum Luftfahrtmuseum Prag-Kbely. Ausstellungen werden gelegentlich umgebaut; frag vor einem gezielten Besuch nach, ob die Maschine gerade zugänglich ist.

Bereit für deine Su-25-Tour?

Hak ab, was du schon erledigt hast.

  • Ich habe Öffnungszeiten und Eintritt des Museums aktuell geprüft.
  • Ich weiß, ob die Su-25 in der Halle oder im Freigelände steht.
  • Ich habe ein Weitwinkel für Hallenaufnahmen dabei.
  • Ich fotografiere Kennung und Infotafel mit.
  • Ich kenne die Unterschiede zwischen Einsitzer, Doppelsitzer und T-Version.

Fototipps für die Su-25

Die Su-25 ist kein Schönling, aber ein dankbares Motiv: Sie steckt voller Details, die ihre Rolle erzählen.

Unterseite zeigen

Mit voller Außenlast ist die Su-25 am typischsten. Ein Bild von schräg unten oder seitlich auf Augenhöhe zeigt Raketenbehälter, Bomben und Tanks unter dem breiten Flügel.

Bremsklappen einfangen

Sind die Klappen an den Flügelspitzen geöffnet, wirkt die Su-25 wie mit kleinen Krokodilmäulern bestückt. Achte im Museum darauf, ob die Klappen geschlossen oder gespreizt sind – gespreizt ist das Motiv deutlich stärker.

Cockpit und Nase

Die schwere Rahmenhaube, das Panzerglas und das Fenster in der Nasenspitze sind eine eigene Nahaufnahme wert.

Hallenlicht beherrschen

In Museumshallen ist das Licht gemischt. Ein lichtstarkes Objektiv und eine höhere ISO bringen mehr als lange Brennweiten.

Wie du ältere und seltene Typen generell sicher bestimmst, zeigt der Guide Historische Flugzeuge erkennen.

Häufige Verwechslungen und wie du sie ausschließt

Es spricht für die Su-25, wenn …

  • an den Flügelspitzen längliche Behälter mit Trennfuge sitzen
  • der Flügel breit, fast gerade und hoch angesetzt ist
  • zwei Triebwerksgondeln dicht am Rumpf liegen und nur ein Seitenleitwerk da ist
  • die Nase spitz mit einem flachen Glasfenster endet

Sieh genauer hin, wenn …

  • zwei Sitze hintereinander unter einer hohen Haube sitzen – das ist der Doppelsitzer UB
  • die Nase auffällig breit und der Rücken erhöht wirkt – dann könnte es eine Su-25T oder TM sein
  • die Maschine in einer Tarnung ohne Hoheitszeichen steht – dann hilft nur die Infotafel

Es ist keine Su-25, wenn …

  • die Triebwerke hoch am Heck sitzen und zwei Seitenleitwerke da sind – das ist die A-10
  • zwei Seitenleitwerke und stark gepfeilte Flügel zu sehen sind – denk an MiG-29 oder Su-27
  • die Flügel im Flug ihre Pfeilung ändern – dann ist es ein Schwenkflügler wie Su-22, MiG-23 oder Tornado
  • du nur einen kleinen Trainer mit schlankem Rumpf siehst – eher L-39 oder Alpha Jet

Fazit

Die Su-25 ist das Arbeitstier der sowjetischen Militärluftfahrt: gepanzert, robust, schwer bewaffnet und seit 1981 in unzähligen Konflikten im Einsatz. In Ostdeutschland flog sie nicht bei der NVA, sondern bei den sowjetischen Truppen in Brandis bei Leipzig und Tutow, wo 1993 die letzten Maschinen abzogen. In Osteuropa haben Tschechien, die Slowakei und Nordmazedonien sie längst abgegeben, Bulgarien hält nur noch wenige Exemplare. Wer sie in Ruhe studieren will, fährt nach Prag-Kbely.

Kurzfazit

Breiter, fast gerader Flügel, Triebwerksgondeln am Rumpf, ein Seitenleitwerk und Bremsklappen-Behälter an den Flügelspitzen: Das ist die Su-25. Fliegend ist sie im Westen selten geworden, im Museum findest du sie am einfachsten in Prag-Kbely.

Zusammenfassung

  • Suchoi entwickelte die Su-25 als robustes, gepanzertes Flugzeug für die Unterstützung von Bodentruppen; der Prototyp T-8-1 flog am 22. Februar 1975.
  • Gebaut wurde sie vor allem in Tiflis, die Schulversionen in Ulan-Ude; die Exportversion Su-25K ging an Verbündete der Sowjetunion.
  • In Ostdeutschland flogen die Su-25 zwei sowjetische Schlachtfliegerregimenter, in Brandis bei Leipzig bis 1992 und in Tutow bis 1993; die NVA selbst hatte den Typ nicht.
  • In Europa nutzen nach den zuletzt verfügbaren Angaben vor allem die Ukraine, Belarus, Russland und in kleiner Zahl Bulgarien die Su-25; Tschechien, die Slowakei und Nordmazedonien haben sie längst abgegeben.

Häufige Fragen

Was bedeutet der NATO-Name „Frogfoot“?

„Frogfoot“ heißt auf Englisch Froschfuß. Die NATO vergab für sowjetische Kampfflugzeuge Codenamen mit dem Anfangsbuchstaben F. Mit einem Zusatzbuchstaben unterscheidet sie Versionen, etwa Frogfoot-A für den Einsitzer und Frogfoot-B für den Doppelsitzer. In Russland ist der Spitzname „Gratsch“ (Saatkrähe) verbreitet.

Hatte die NVA die Su-25?

Nein. Die Luftstreitkräfte der NVA flogen 1989 unter anderem MiG-21, MiG-23, MiG-29 und Su-22, aber keine Su-25. Su-25 gab es in der DDR nur bei den sowjetischen Truppen: Das 357. Schlachtfliegerregiment lag ab 1985 in Brandis bei Leipzig, das 368. ab 1988 in Tutow in Vorpommern. Beide zogen nach der Wiedervereinigung ab, Tutow wurde im Juni 1993 als letzter Su-25-Standort geräumt.

Wie unterscheide ich die Su-25 von der A-10?

Beide sind gepanzerte Schlachtflugzeuge mit geradem Flügel, sehen aber ganz anders aus. Die A-10 trägt ihre Triebwerke in Gondeln hoch am hinteren Rumpf und hat zwei Seitenleitwerke. Bei der Su-25 sitzen die Triebwerke in Gondeln seitlich am Rumpf unter der Flügelwurzel, und es gibt nur ein Seitenleitwerk. Dazu kommen die typischen Behälter an den Flügelspitzen.

Was sind die Behälter an den Flügelspitzen?

Darin sitzen die Bremsklappen. Ihr hinterer Teil spreizt sich nach oben und unten auf, ähnlich wie ein Krokodilmaul. So kann die Su-25 im steilen Zielanflug Fahrt abbauen, ohne dass Klappen am Rumpf die Strömung stören. Im Flug mit ausgefahrenen Klappen ist das ein besonders auffälliges Fotomotiv.

Welche Länder fliegen die Su-25 noch?

In Europa nach den zuletzt verfügbaren Angaben vor allem Russland, Belarus und die Ukraine, dazu Bulgarien mit nur noch wenigen Maschinen. Außerhalb Europas fliegen sie unter anderem Irak und weitere Staaten in Asien und Afrika. Bestände ändern sich laufend, gerade durch den Krieg in der Ukraine; prüf im Zweifel aktuelle Meldungen.

Wo sehe ich eine Su-25 im Museum?

Gut belegt sind das Luftfahrtmuseum Prag-Kbely, das eine Su-25 aus tschechischen Beständen zeigt, und das Zentrale Luftwaffenmuseum in Monino bei Moskau. In Deutschland ist der Typ in den großen Militärmuseen selten; frag vor einem gezielten Besuch nach.

Gibt es einen ICAO-Typcode für die Su-25?

Für militärische Jets spielt der ICAO-Code im Spotteralltag kaum eine Rolle, weil sie meist ohne zivilen Flugplan und oft ohne sichtbare Daten in Tracking-Diensten fliegen. Verlässlicher sind Kennung, Hoheitszeichen und Bauform.

Suchoi Su-25 Frogfoot sammeln statt nur sehen

Foto mit Kennzeichen, Typ, Flughafen und Spot posten, den Typ in deinem Hangar abhaken und per Alarm erfahren, wann ein gesuchtes Kennzeichen landet. Planetrack startet bald – trag dich in die Warteliste ein und sichere dir frühen Zugang.

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Museum

Zentrales Luftwaffenmuseum Monino

Das Zentrale Luftwaffenmuseum in Monino östlich von Moskau gilt als größte Sammlung sowjetischer Flugzeuge. Auf einem früheren Militärflugplatz stehen Unikate wie der Riesenhubschrauber Mi-12, der Bomber Suchoi T-4 und die erste Serien-Tu-144 von Aeroflot. Wegen der Reisewarnung für Russland ist das Museum derzeit vor allem ein Ziel für Geschichtsfans am Bildschirm.

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